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5.3 Das Abzahlungs-(Teilzahlungs-)Geschäft in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 198 - 206

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_198

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
5 Sonderfälle des Warenverkehrs178 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 178 Status: Imprimatur 6) Kontokorrentkonto E 6.000.000 an Bank 6.000.000 7) a) Konsortialkonto 10.000.000 an Kontokorrentkonto E 10.000.000 b) Konsortialkonto 853.400 an GuV (10 % Vorabgewinn) GuV Konsortialanteilskonto C Konsortialanteilskonto D 85.340 384.030 192.015 192.015 c) Forderungen an C 1.207.985 an Konsortialanteilskonto C 1.207.985 d) Forderungen an D 2.567.985 an Konsortialanteilskonto D 2.567.985 Konsortialkonto Konsortialanteilskonto C (5) 6.600 6.700.000 (2) (3) 1.400.000 192.015 (7 b) (7 a) 10.000.000 1.400.000 (3) 1.207.985 (7 c) (7 b) 853.400 2.760.000 (4) 1.400.000 1.400.000 ( 10.860.000 10.860.000 ( Kontokorrentkonto E Konsortialanteilskonto D (1) 4.000.000 10.000.000 (7 a) (4) 2.760.000 192.015 (7 b) (6) 6.000.000 2.567.985 (7 d) 10.000.000 10.000.000 ( 2.760.000 2.760.000 ( Bank GuV (2) 6.700.000 4.000.000 (1) 85.340 (7 b) 6.600 (5) 384.030 (7 b) 6.000.000 (6) Forderungen an C Forderungen an D (7 c) 1.207.985 (7 d) 2.567.985 5.3 Das Abzahlungs-(Teilzahlungs-)Geschäft Das Abzahlungsgeschäft stellt eine Finanzierungsform mit ausgeprägt akquisitorischer Zwecksetzung dar. Bei Erhalt der Ware hat der Käufer nur eine meist geringe Anzahlung auf den Barzahlungspreis, d. h. den Preis, den der Käufer zu entrichten hätte, wenn bei Warenübergabe der Preis in voller Höhe fällig wäre, zu leisten. Der Restbetrag kann gegen Entgelt (Teilzahlungszuschlag) in mehreren Raten (Teilzahlungen) im Verlauf einer bestimmten Kreditdauer beglichen werden (Teilzahlungsabrede). Im Gegensatz zum finanzierten Abzahlungskauf, bei dem ein Dritter, z. B. eine Bank, als Kreditgeber auftritt, werden bei Abzahlungsgeschäften die abgewickelten Warengeschäfte vom Einzelhändler bzw. Hersteller selbst finanziert. Falls die Kreditvergabe in Ausübung der gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit des Kreditgebers erfolgt, der Kreditnehmer eine natürliche Person ist sowie weitere Bedingungen wie z. B. ein Barpreis von mindestens 200 € erfüllt werden, unterliegen Abzahlungsgeschäfte den §§ 491–504 BGB (bis zum 31. 12. 2001 im Verbraucherkreditgesetz geregelt). 5.3 Das Abzahlungs-(Teilzahlungs-)Geschäft 179 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 179 Status: Imprimatur Die Vereinbarung eines Abzahlungsgeschäfts ist an besondere Schriftformerfordernisse gebunden. Der Vertrag muss hierbei in Abweichung zu § 492 Abs. 1 Satz 5 BGB zu Verbraucherdarlehensverträgen grundsätzlich die folgenden Pflichtangaben enthalten (§ 502 Abs. 1 BGB): – Barzahlungspreis, – Teilzahlungspreis, – Betrag, Zahl und Fälligkeit der einzelnen Teilzahlungen, – effektiver Jahreszins, – Kosten einer Versicherung, die im Zusammenhang mit dem Teilzahlungsgeschäft geschlossen wird, – Vereinbarungen eines Eigentumsvorbehalts oder einer anderen zu bestellenden Sicherheit. Falls Unternehmen allerdings bestimmte oder alle Waren nur gegen Teilzahlungen liefern, kann die Angabe des Barzahlungspreises und des effektiven Jahreszinses unterbleiben. Der Teilzahlungspreis setzt sich zusammen aus dem Gesamtbetrag von Anzahlung und allen vom Käufer zu entrichtenden Teilzahlungen einschließlich Zinsen und sonstigen Kosten (§ 502 Abs. 1 Nr. 2 BGB). Zur Berechnung des effektiven Jahreszinses, der die in einem Vomhundertsatz des Barzahlungspreises anzugebende Gesamtbelastung pro Jahr darstellen soll, ist § 6 der Verordnung zur Regelung der Preisangaben (Preisangabenverordnung, PAngV) mit zugehörigem Anhang heranzuziehen. Da § 492 Abs. 2 BGB sowohl für die Berechnungsmethode als auch hinsichtlich der einzubeziehenden Kosten auf die PAngV Bezug nimmt, ist davon auszugehen, dass nicht generell die gesamte Differenz zwischen Teilzahlungs- und Barzahlungspreis für die Berechnung maßgeblich ist, sondern nur solche Kosten in die Zinsberechnung einfließen, die auch nach § 6 PAngV einzubeziehen sind. Dadurch sind bspw. Aufwendungen aus Bereitstellungszinsen, Notariatskosten, Kontoführungsgebühren und Kosten für Versicherungen oder Sicherheiten nicht zu berücksichtigen; ausgenommen hiervon und somit einzubeziehen sind Kosten einer vom Darlehensgeber verlangten Restschuldversicherung (im Einzelnen § 6 Abs. 3 PAngV). Zudem darf sich der effektive Jahreszins im Falle einer vom Käufer geleisteten Anzahlung nicht auf den Barzahlungspreis, sondern wie beim früheren Abzahlungsgesetz lediglich auf den Barzahlungspreis abzüglich der Anzahlung, also den Nettokreditbetrag, beziehen, da Anzahlungen nach herrschender Meinung nicht in die Effektivzinsberechnung nach der PAngV einzubeziehen sind (vgl. Kessal- Wulf, Verbraucherkreditgesetz, S. 217, 224). Als Berechnungsmethode war bis zum Inkrafttreten der Verordnung zur Änderung der Preisangaben- und der Verpackungsverordnung (vom 28. 7. 2000, BGBl. I 2000, S. 1238 ff.) am 1. 9. 2000 noch die so genannte 360-Tage-Methode maßgebend. Dieser Methode lag die Annahme zugrunde, dass Zinsen jährlich nachschüssig zu leisten sind. Dies bedeutet, dass die Zinsen des ersten Jahres summiert dem noch nicht getilgten Kapital am Ende des Jahres zugeschlagen und unterjährige Zahlungen als Tilgungen betrachtet werden. Ab dem 1. 9. 2000 ist die im europäischen Ausland schon seit langem vorherrschende aktuarische oder ISMA – (Internatio- 5 Sonderfälle des Warenverkehrs180 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 180 Status: Imprimatur nal Securities Market Association –) Methode (ehemals AIBD – (Association of International Bond Dealers –) Methode) vorgeschrieben. Dieses auch als EG- Methode bezeichnete Verfahren ist genauer als die 360-Tage-Methode, indem es den jährlichen Effektivzinssatz als den finanzmathematisch berechneten Zinssatz definiert, bei dem der Gegenwartswert der Verpflichtungen des Verbrauchers mit dem Gegenwartswert der Verpflichtungen des Darlehensgebers übereinstimmt (vgl. Westphalen/Emmerich/Rottenburg, Verbraucherkreditgesetz, S. 272, sowie Blaschczok, § 246 BGB, Rn. 278 ff., 298 ff., 308). Die Rechtsfolgen von Formmängeln und das Rückgabe- bzw. Rücktrittsrecht sind in den §§ 502 Abs. 3, 503 i. V. m. § 495 Abs. 1 BGB geregelt. Kommt der Verbraucher mit Zahlungen in Verzug, so kann der Kreditgeber im Rahmen der pauschalen Verzugsschadensermittlung für den geschuldeten Betrag Verzugszinsen in Höhe von 5 % über dem jeweiligen Basiszinssatz der Deutschen Bundesbank berechnen (§ 497 Abs. 1 i. V. m. § 288 Abs. 1 BGB). Ein Schuldner gerät in Zahlungsverzug, falls er nicht zu einem nach dem Kalender bestimmten Zeitpunkt leistet oder wenn er durch Mahnung nach Fälligkeit zur Zahlung aufgefordert wird. Der Regelverzugszins ist während des Verzugs je nach der Änderung des Basiszinssatzes anzupassen. Der geschuldete Betrag umfasst grundsätzlich nicht nur die Hauptschuld oder das Darlehenskapital, sondern auch die Zinsen und sonstigen Kosten oder die Kosten der Rechtsverfolgung (insbesondere Kosten eines gerichtlichen Mahnverfahrens, Prozess- und Vollstreckungskosten). Zu beachten ist aber, dass z. B. die Rechtsverfolgungskosten erst mit diesem Zinssatz zu verzinsen sind, wenn der Verbraucher durch Mahnung in Verzug gerät; vorher können im Kostenfestsetzungsverfahren titulierte Beträge nur mit 4 % verzinst werden (§ 104 Abs. 1 bzw. § 105 Abs. 2 ZPO). Die nicht gerichtlich festgestellten Kosten, z. B. die Kosten in Zwangsvollstreckungsverfahren, sind, so lange kein Verzug eintritt, nicht zu verzinsen. Die Zinsen auf fällige Rechtsverfolgungskosten sind nicht gesondert zu behandeln, sondern den Rechtsverfolgungskosten zuzurechnen. Da von den 5 % Zuschlag zum Basiszinssatz 2 % mit der Abdeckung des Verwaltungsaufwands begründet sind, können bei Verzug des Verbrauchers neben dem pauschalen Verzugszins nicht noch der Ersatz besonderer Aufwendungen für Mahnungen und Aufforderungen oder besondere Kosten einer Rechtsabteilung, die in einem Betrieb durch die Bearbeitung notleidend gewordener Forderungen entstehen, geltend gemacht werden. Mahngebühren können aber auch bei pauschaler Verzugsschadensberechnung so lange separat geltend gemacht werden, wie noch kein Verzug vorliegt oder Verzugszinsen nicht berechnet werden (vgl. Münstermann/Hannes, Verbraucherkreditgesetz, S. 389). Anstelle der pauschalen Schadensermittlung bietet sich die Möglichkeit, den Schaden (z. B. anhand entstandener Aufwendungen) konkret nachzuweisen; eine gleichzeitige teilweise pauschale und teilweise konkrete Schadensermittlung oder ein Wechsel der generellen Schadensermittlungsmethode zu Lasten des Verbrauchers ist aber unzulässig. Hinsichtlich der Verzugszinsen darf ein zusätzlicher nach § 286 Abs. 1 BGB i. V. m. § 289 Satz 2 BGB gegebener Verzugsschaden nur bis zur Höhe des gesetzlichen Zinssatzes von 4 % (§ 246 Abs. 1 BGB) oder ggf. 5 % (§ 352 HGB) pro Jahr geltend gemacht werden (Zinseszinsbeschränkung; § 497 Abs. 2 Satz 2 BGB 5.3 Das Abzahlungs-(Teilzahlungs-)Geschäft 181 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 181 Status: Imprimatur i. V. m. § 289 BGB). Es ist aber davon auszugehen, dass der Verbraucher mit den rückständigen Verzugszinsen nur in Verzug kommt, wenn er jeweils nach Fälligkeit der einzelnen Zinsen gemahnt worden ist. Deshalb ist fraglich, ob § 497 Abs. 2 Satz 2 BGB jemals praktische Bedeutung erlangen wird (vgl. Westphalen/ Emmerich/Rottenburg, Verbraucherkreditgesetz, S. 556 f.). Des Weiteren müssen spätere Zahlungen (Teilleistungen) des Verbrauchers für den fälligen Teil der Schuld, im Gegensatz zu § 367 BGB, zunächst auf die Kosten der Rechtsverfolgung, dann auf den übrigen geschuldeten Betrag und zuletzt auf die (Verzugs-) Zinsen angerechnet werden (§ 497 Abs. 3 Satz 1 BGB). Der Kreditgeber kann bei wiederholt ausbleibenden Zahlungen den Kreditvertrag kündigen und damit gesamtfällig stellen, nach § 325 BGB (Schadensersatz wegen Nichterfüllung) vorgehen, vom Vertrag zurücktreten oder die verkaufte Ware gegen Vergütung des gewöhnlichen Verkaufspreises wieder an sich nehmen. Die folgenden Bedingungen müssen aber zuvor erfüllt sein (§ 498 Abs. 1 BGB): – Der Verbraucher ist mit mindestens zwei aufeinander folgenden Teilzahlungen ganz oder teilweise und bei Kreditlaufzeiten bis zu 3 Jahren mit mindestens 10 %, ansonsten 5 % des Teilzahlungspreises in Verzug. – Der Kreditgeber hat erfolglos eine zweiwöchige Zahlungsfrist gesetzt und dabei angedroht, bei Nichtzahlung den gesamten Restbetrag zurückzufordern, sowie ggf. ein Gespräch über eine gütliche Einigung angeboten. Da bei Warengeschäften mit Teilzahlungsabrede die Kündigung und das Vorgehen nach § 325 BGB weniger gebräuchlich ist, werden diese Verfahren hier nicht weiter erörtert. Tritt der Kreditgeber vom Vertrag zurück, so sind im Rahmen des Abwicklungsverhältnisses beide Parteien zur Rückgewähr der beiderseitigen Leistungen verpflichtet, wobei die Verpflichtungen Zug um Zug zu erfüllen sind. Der Kreditgeber kann aber den Ersatz seiner infolge des Vertrages gemachten Aufwendungen sowie eine Nutzungsvergütung für den Gebrauch der Ware verlangen (§ 503 Abs. 2 Satz 2 und 3 BGB i. V. m. §§ 346 ff. BGB). Ist die Bemessung einer Nutzungsvergütung schwieriger als die Feststellung des gewöhnlichen Verkaufswertes, so bietet § 503 Abs. 2 Satz 4 BGB eine vereinfachte Form der Rückabwicklung. Der Kreditgeber muss sich dabei mit dem Käufer auf eine Vergütung für die wieder an sich genommene Sache in Höhe ihres gewöhnlichen Verkaufswertes im Zeitpunkt der Wegnahme einigen. Da der Käufer aber auch nach Wegnahme zur Zahlung des Kaufpreises zuzüglich etwaiger Verzugsschadensansprüche verpflichtet ist, werden de facto die bisherigen Teilzahlungen, eine evtl. geleistete Anzahlung und der zu vergütende Verkaufspreis mit den Forderungen des Kreditgebers verrechnet. Ein verbleibender Differenzbetrag ist entsprechend zu begleichen. Abschließend sei noch auf die ab 1. 1. 1992 gültige Sonderregelung für das gerichtliche Mahnverfahren bei Verbraucherkrediten hingewiesen (§ 690 Abs. 1 Nr. 3 ZPO; im Einzelnen s. Scholz, Mahnverfahren, S. 127 ff.). Der Verbraucher kann mittels Zahlung des gesamten verbleibenden Betrages das Abzahlungsgeschäft vorzeitig beenden. Falls im Voraus Zinsen und sonstige Kosten in den Teilzahlungspreis eingerechnet wurden, hat der Verbraucher grundsätzlich einen Anspruch auf Vergütung derjenigen Zinsen und 5 Sonderfälle des Warenverkehrs182 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 182 Status: Imprimatur sonstigen laufzeitabhängigen Kosten (beides wird i. d. R. als Kreditgebühren bezeichnet), die bei staffelmäßiger Berechnung auf die Zeit nach der vorzeitigen Erfüllung entfallen. Die Rückerstattung für den Verbraucher ist aber insoweit eingeschränkt, als der Kreditgeber Zinsen und laufzeitabhängige Kosten für die ersten neun Monate einer ursprünglich längeren Laufzeit auch dann verlangen kann, wenn der Verbraucher seine Verbindlichkeit vor Ablauf dieses Zeitraums erfüllt (§ 504 BGB). Zur Berechnung der Ansprüche des Verbrauchers wird häufig eine der folgenden Formeln verwendet (vgl. Blaschczok, § 246 BGB, Rn. 313 f.; die Zinsstaffelmethode ablehnend LG Stuttgart v. 7. 8. 1992, NJW 1993, S. 208): 1) Vereinfachte Zinsstaffelmethode: Nettokreditbetrag × Restlaufzeit2 × Monatssatz an Kreditgebühren in % Ursprungslaufzeit × 100 2) Sog. 78er-Methode: Gesamtkreditgebühr × Restlaufzeit × (Restlaufzeit + 1) Ursprungslaufzeit × (Ursprungslaufzeit + 1) Abzahlungsgeschäfte erstrecken sich normalerweise über einen längeren Zeitraum und betreffen einen vielfältigen, ständig wechselnden Kundenkreis. Daraus ergeben sich buchtechnische Besonderheiten, denen am zweckmäßigsten mit spezifischen Buchführungsformen, wie der Loseblattbuchführung oder der Offene-Posten-Buchführung, entsprochen werden kann; dabei sind die jeweils maßgeblichen Anforderungen an deren Ordnungsmäßigkeit zu berücksichtigen (vgl. hierzu Teil A, Abschn. 15.4, S. 656 ff.). An dieser Stelle geht es ausschließlich um die kontenmäßige Erfassung und Aufzeichnung des auf Teilzahlungsbasis abzuwickelnden Warengeschäfts, welches von Einzelhändlern bzw. Herstellern selbst finanziert wird. Zur besseren Überwachung der Fälligkeiten der einzelnen Raten und zur Unterstützung des Mahnwesens wird auf zwei getrennten Abzahlungsforderungskonten gebucht: auf den Konten „Nicht fällige Hauptforderungen“ und „Geschuldete Hauptforderungen“. Zwischen beiden Konten wird umgebucht, sobald eine Teilzahlungsrate vertragsgemäß fällig wird. Kommt der Schuldner mit den zu leistenden Zahlungen in Verzug, so ergibt sich aus den Kontierungs-, Verzinsungs- und Anrechnungsregelungen des BGB und der ZPO ein nicht unerheblicher buchungstechnischer Aufwand. Nach Eintritt des Verzuges können nämlich für die vom Verbraucher zu erstattenden Beträge die folgenden Unterkonten notwendig bzw. empfehlenswert werden (Scholz, Verbraucherkreditgesetz, S. 218): – geschuldete (in Verzug befindliche) Hauptforderung, – unverzinsliche Kosten der Rechtsverfolgung, – verzinsliche Kosten der Rechtsverfolgung, – Zinsen auf die Kosten der Rechtsverfolgung (mit 4 % p. a. festzusetzen), – Verzugszinsen auf Hauptforderung (Basiszinssatz + 5 %), – Zinsen auf Verzugszinsen (4 % bzw. 5 % der Verzugszinsen), – sonstige Kosten (noch nicht fällig). 5.3 Das Abzahlungs-(Teilzahlungs-)Geschäft 183 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 183 Status: Imprimatur Darüber hinaus besteht ggf. die Notwendigkeit, anfallende Kosten, die durch den 5 %-Aufschlag auf den Basiszinssatz als gedeckt gelten und somit nicht vom Verbraucher zusätzlich zu erstatten sind, auf einem weiteren gesonderten Konto zu erfassen oder als sonstigen betrieblichen Aufwand zu verbuchen. Umsatzsteuerlich erbringt der Verkäufer bei einem Abzahlungsgeschäft im Sinne des ehemaligen § 1a des Abzahlungsgesetzes zwei Leistungen, und zwar einerseits die Warenlieferung und andererseits die Bewilligung der Teilzahlung gegen gesondert vereinbartes und berechnetes Entgelt (BFH vom 18. 12. 1980, BStBl. II 1981, S. 197). Die Zuschläge zum Barzahlungspreis aufgrund der Teilzahlungsvereinbarung sind daher Entgelt für eine gesondert zu beurteilende Kreditleistung und somit nach § 4 Nr. 8 UStG umsatzsteuerfrei (Abschn. 29a Abs. 1 UStR; Optionsmöglichkeit nach § 9 UStG). Im Falle des Verzugs zu zahlende Zinsen, Kosten und Vergütungen sind als Schadensersatz zu behandeln und damit nicht umsatzsteuerpflichtig. Beispiel 1: Die Firma A verkauft ein Fernsehgerät für 2.750 brutto (Barzahlungspreis) an den Kunden K zu folgenden Zahlungsbedingungen: Die Anzahlung beträgt 350, der Restbetrag wird mit 6 % p. a. verzinst, einmalige Bearbeitungsgebühr 48, Bezahlung in 18 Monatsraten jeweils am Ersten der folgenden Monate. Barzahlungspreis (brutto) 2.750 – Anzahlung 350 Restkaufsumme 2.400 + 6 % Zins für 18 Monate (6 % · 1,5 · 2.400) 216 + Bearbeitungsgebühr 48 Teilzahlungsforderung 2.664 Monatliche Rate 148 Firma A wird bei Verzug Zinsen auf den rückständigen Betrag i. H. v. 5 % über dem Basiszinssatz separat in Rechnung stellen. Liegen die Voraussetzungen für einen Rücktritt vor, so gilt als vereinbart, dass A stattdessen die Sache gegen Gutschrift ihres gewöhnlichen Wiederverkaufspreises wieder an sich nimmt. Die Gutschrift und etwaige Zahlungen des Käufers werden, falls nötig, zunächst auf die etwaigen verzugsbedingten Kosten, dann auf den Kreditbetrag und zuletzt auf offene Verzugszinsen verrechnet. Geschäftsvorfälle: 1) Am 1. 4. 09 wird der Fernseher geliefert und K bezahlt 350 bar 2) Vom 1. 5. 09 bis 1. 11. 09 zahlt K pünktlich die monatlichen Raten 3a) Am 1. 12. 09 bezahlt K den gesamten noch offenen Betrag vorzeitig zurück 3b) Am 1. 12. 09 und 1. 1. 10 werden Raten fällig, K kann aber nicht bezahlen 3ba) A mahnt die ausstehenden Zahlungen am 7. 12. 09, 21. 12. 09 sowie 7. 1. 10 und berechnet nach ausbleibendem Erfolg am 1. 1. 10 für den vorausgegangenen Monat Verzugszinsen in Höhe von 12 % (Basiszinssatz 7 % plus 5 %) p. a. Die Aufwendungen betragen 5 pro Mahnung (2 Auslagen u. 3 zuvor verbuchte sonstige Aufwendungen z. B. für Büromaterial). In der Mahnung vom 7. 1. droht A dem K an, dass er nach erfolglosem Ablauf der zweiwöchigen Zahlungsfrist das Fernsehgerät gegen Vergütung des gewöhnlichen Verkaufspreises wieder an sich nehmen würde. 3bb) A erhält nach einem erfolglos verlaufenen Gespräch das Gerät am 1. 2. 10 wieder zurück und vergütet K den gewöhnlichen Wiederverkaufspreis in 5 Sonderfälle des Warenverkehrs184 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 184 Status: Imprimatur Höhe von 2.090 brutto. Noch verbleibende Ansprüche bzw. Verbindlichkeiten werden jeweils sofort beglichen. Verbuchung: 1) Kasse Nicht fällige Hauptforderungen 350 2.664 an Warenverkauf Sonstige Zinsen u. ä. Erträge Sonst. betr. Erträge Mehrwertsteuer 2.500 216 48 250 2) In der Zeit zwischen 1. 5. 09 und 1. 11. 09 wird jeweils am Monatsbeginn gebucht Geschuldete Hauptforderungen 148 an Nicht fällige Hauptforderungen 148 Kasse 148 an Geschuldete Hauptforderungen 148 3a) Nach der 78er-Methode und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass A nach § 504 BGB für die ersten 9 Monate Zinsen verlangen kann, berechnet sich die Zinsvergütung wie folgt: Die noch zu zahlende Restschuld beträgt: Teilzahlungspreis 3.014,00 – Anzahlung 350,00 – Raten (7 × 148) 1.036,00 – Zinsvergütung 56,84 – Restschuld 1.571,16 Kasse Sonstige Zinsen u. ä. Erträge 1.571,16 56,84 an Nicht fällige Hauptforderungen 1.628,00 3 b) Am 1. 12. 09 und 1. 1. 10 wird jeweils gebucht Geschuldete Hauptforderungen 148,00 an Nicht fällige Hauptforderungen 148,00 3 ba) Sonstiger betriebl. Aufwand 2,00 an Bank 2,00 Sonstiger betriebl. Aufwand 2,00 an Bank 2,00 Verzugszinsen auf Hauptforderungen 1,48 an Sonstige Zinsen u. ä. Erträge 1,48 Sonstiger betriebl. Aufwand 2,00 an Bank 2,00 3 bb) Es sind die folgenden Ansprüche gegeneinander aufzurechnen: Ansprüche des A Teilzahlungspreis Verzugszinsen 3.014,00 4,44 3.018,44 5.3 Das Abzahlungs-(Teilzahlungs-)Geschäft 185 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 185 Status: Imprimatur Ansprüche des K gewöhnlicher Wiederverkaufspreis Zinsrückvergütung (8 Monate, Vergütung nach § 504 BGB, da das Schuldverhältnis weiterbesteht) 2.090,00 45,47 2.135,47 von A zu beanspruchender Differenzbetrag 882,97 882,97 von K bereits geleistete Zahlungen 350,00 1.036,00 1.386,00 1.386,00 503,03 Rückvergütung A an K Warenverkauf Mehrwertsteuer sonstige Zinsen u. ä. Erträge 1.900,00 190,00 45,47 an Nicht fällige Hauptforderungen Geschuldete Hauptforderungen Verzugszinsen auf Hauptforderungen Sonstige Zinsen u. ä. Erträge Kasse 1.332,00 296,00 1,48 2,96 503,03 Es zeigt sich also, dass hier die Vereinbarung einer pauschalen Verzugsschadensermittlung für das Unternehmen ungünstig ist. Beispiel 2: Grundsachverhalt wie in Beispiel 1, jedoch behält sich A die Möglichkeit vor, nach Eintritt des Verzugs pauschale Verzugszinsen erst ab einer entsprechenden Benachrichtigung zu erheben sowie bis dahin die Aufwendungen für eventuelle Mahnungen zu berechnen. Für den Fall eines Rücktritts des A wird die Abwicklung nach § 503 Abs. 2 Satz 2 und 3 BGB i. V. m. §§ 346 ff. BGB vereinbart. Geschäftsvorfälle: 3ba) A mahnt die ausstehenden Zahlungen am 7. 12. 09, 21. 12. 09 sowie 7. 1. 10 und berechnet anstelle von Verzugszinsen Aufwendungen in Höhe von 5 pro Mahnung (2 Auslagen u. 3 zuvor verbuchte sonstige Aufwendungen). In der Mahnung vom 7. 1. droht A dem K an, dass er nach erfolglosem Ablauf der zweiwöchigen Zahlungsfrist vom Vertrag zurücktreten wird. 3bb) Nach einem erfolglos verlaufenen Gespräch wird der Vertrag entsprechend den §§ 346 ff. BGB rückabgewickelt. Die dem A nach §§ 503 Abs. 2 Satz 2 und 3; 347 i. V. m. 987 BGB zustehende Nutzungsvergütung beträgt 770 inkl. MwSt. Daneben muss K die entstandenen Aufwendungen des A ersetzen. Noch verbleibende Ansprüche bzw. Verbindlichkeiten werden jeweils sofort beglichen. 5 Sonderfälle des Warenverkehrs186 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 186 Status: Imprimatur Verbuchung: 3 b) Buchungen wie in Beispiel 1 3 ba) A bucht bei jeder Mahnung Geschuldete Hauptforderungen 5 an Bank Sonstige betriebliche Erträge 2 3 3 bb) K gibt den Fernsehapparat zurück Warenverkauf sonstige Zinsen u. ä. Erträge Sonst. betr. Erträge Mehrwertsteuer 2.500 216 48 250 an Geschuldete Hauptforderungen 3.014 A erhält die Nutzungsvergütung sowie den Aufwendungsersatz; der entstehende Differenzbetrag zu den Zahlungen des K wird ausgeglichen. Geschuldete Hauptforderungen 2.703 an Nicht fällige Hauptforderungen Sonst. betr. Erträge Kasse Mehrwertsteuer 1.332 700 601 70 5.4 Das Nachnahmegeschäft Nachnahmelieferungen sind vor allem im Bereich der Warenzustellung durch den Versandhandel typisch: Die Ware wird überwiegend im Postversand an private Haushalte geliefert, wobei der Kaufpreis durch Nachnahme erhoben wird. Unter Nachnahme ist die gebührenpflichtige Anweisung an den Beförderer der Ware zu verstehen, diese dem Empfänger nur gegen Zahlung des Nachnahmebetrages zu übergeben. Im Bahnverkehr wird die Anweisung durch Eintragung in den Frachtbrief erteilt; bei der Post handelt es sich um ein Einziehungsverfahren bei Aushändigung von freigemachtem Postgut (Nachnahmesendung). Das Nachnahmegeschäft gehört zu den Universaldienstleistungen im Postgeschäft (§ 11 PostG i. V. m. § 1 PUDLV). Dabei haftet das Postunternehmen dem Absender dafür, dass der Nachnahmebetrag bei der Auslieferung der Sendung eingezogen und ordnungsgemäß übermittelt wird. Anstelle der früher jeder Sendung zu diesem Zweck beigefügten Zahlkarte sehen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutschen Post AG heute die Beifügung eines entsprechend ausgefüllten Übermittlungsbeleges vor. Bei einer Nachnahmelieferung hat der Besteller beim Empfang der Sendung neben dem reinen Warenwert auch eine Reihe von Gebühren zu entrichten (Nachnahmespesen). Für die Berechnung des Nachnahmebetrages ist ausschlaggebend, wer die entstehenden Versandkosten trägt; in der Regel wird das der Empfänger der Ware (Kunde) sein. Bei einer Paketsendung setzen sich die Nachnahmespesen zusammen aus der bei Aufgabe der Sendung zu entrichtenden Beförderungsgebühr (Paketgebühr), der Nachnahme(post)gebühr (Vorzeigegebühr) sowie der für die Geldüberweisung in Rechnung gestellten Gebühr.

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References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.