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4.2 Das Wareneinkaufs- und das Warenverkaufskonto (getrenntes Warenkonto) in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 142 - 143

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_142

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
4 Warenverkehr122 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 122 Status: Imprimatur 4.2 Das Wareneinkaufs- und das Warenverkaufskonto (getrenntes Warenkonto) Die Forderung nach Übersichtlichkeit der Buchführung führt zur Trennung des Warenkontos in ein Einkaufs- und ein Verkaufskonto. Das Wareneinkaufskonto erfasst ausschließlich die Geschäftsvorfälle mit den Lieferanten, wobei auf beiden Kontenseiten jeweils nur zu Einkaufspreisen gebucht wird. Wie beim ungeteilten Warenkonto ist allerdings auch beim Abschluss des Wareneinkaufskontos eine Saldenisolierung durch vorausgehende Inventur immer dann erforderlich, wenn eine laufende Verbuchung der einzelnen Warenabgänge zu Einkaufspreisen nicht erfolgt oder nicht erfolgen kann. Der ungetrennte Saldo enthält dann neben dem Warenbestand den Wareneinsatz und damit einen Erfolgsanteil. Das Wareneinkaufskonto ist demzufolge zwar wieder ein gemischtes, jedoch ein homogenes Konto, da ausschließlich zu Einkaufspreisen geführt (ebenso: Falterbaum/Bolk/Reiß/Kirchner, Buchführung, S. 164 f.; Bähr/ Fischer-Winkelmann/List, Buchführung, S. 73 f.; Wöhe, Bilanzierung, S. 98 f.; anderer Ansicht: Engelhardt/Raffée/Wischermann, Buchhaltung, S. 80; Vormbaum, Grundlagen, S. 93). Der durch Inventur ermittelte Warenbestand wird an das Schlussbilanzkonto abgegeben; der verbleibende Saldo zeigt den Umsatz bewertet zu Einstandspreisen, also den Bezugswert der verkauften Ware (Befundrechnung). Damit liefert das Wareneinkaufskonto unmittelbar eine zentrale Größe der Warenkalkulation. Da Warenentnahmen zum Zwecke des Eigenverbrauchs regelmäßig zu Einkaufspreisen (steuerlich: Teilwert) erfolgen, werden sie im Haben des Wareneinkaufskontos gebucht. Den Inhalt des Wareneinkaufskontos bringt folgendes Kontenschema zum Ausdruck: Soll Wareneinkaufskonto (zu EP geführt) Haben Anfangsbestand Rücksendungen Zugänge (Wareneinkäufe) Preisnachlässe Warenentnahmen für Eigenverbrauch Endbestand (Inventur) Saldo: Wareneinsatz Das Warenverkaufskonto repräsentiert den Warenverkehr mit den Kunden und wird ausschließlich zu Verkaufspreisen geführt. Da es keine Bestände enthält, besitzt es den Charakter eines reinen Erfolgskontos. Als Saldo aus Verkaufserlösen (Warenumsätzen zum Rechnungsbetrag) und Umsatzkorrekturen (Erlösschmälerungen) verbleibt der reine Verkaufserlös der veräußerten Waren. Auch dieses Konto liefert somit unmittelbar Unterlagen für die Handelskalkulation. Den Inhalt des Warenverkaufskontos zeigt folgendes Bild: 4.3 Der Warenkontenabschluss 123 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 123 Status: Imprimatur Soll Warenverkaufskonto (zu VP geführt) Haben Rücksendungen WarenverkäufePreisnachlässe Saldo: Verkaufserlös Aus Gründen der Übersichtlichkeit und der Kontrolle werden die in Verbindung mit den Warenumsätzen anfallenden Rücksendungen, Gutschriften, Nachlässe und Bezugsaufwendungen regelmäßig auf besonderen Unterkonten festgehalten, deren Salden beim Abschluss auf das jeweilige Warenkonto zu übertragen sind (vorbereitende Abschlussbuchungen). 4.3 Der Warenkontenabschluss Der Abschluss der getrennten Warenkonten kann in zweifacher Weise erfolgen: als Nettoabschluss und als Bruttoabschluss. Beim Nettoverfahren werden beide Warenkonten miteinander abgeschlossen, indem der Saldo des Wareneinkaufskontos, der Wareneinsatz, auf das Warenverkaufskonto übertragen wird (vorbereitende Abschlussbuchung: Warenverkaufs- an Wareneinkaufskonto). Als Saldo des Warenverkaufskontos erscheint der Warenbruttoerfolg als Rohgewinn (Habensaldo) oder Rohverlust (Sollsaldo), der auf das GuV-Konto zu übertragen ist. Auf das obige Beispiel bezogen zeigt der Nettoabschluss das folgende Bild, wenn die übrigen Aufwendungen mit 110 anzusetzen und keine Umsatzkorrekturen angefallen sind: Nach dem Bruttoverfahren erfolgt eine unmittelbare und getrennte Überleitung der Salden beider Warenkonten in die GuV-Rechnung. Damit werden im GuV-Konto die Umsätze sichtbar, die zur Erzielung des Roherfolgs erforderlich Anfangsbestand Zugang 200 100 40 260 300 300 S HWareneinkauf Endbestand Wareneinsatz Wareneinsatz Rohgewinn 260 190 450 450 450 S HWarenverkauf Verkauf Übrige Aufwendungen Reingewinn 110 80 190 190 190 S HGuV Rohgewinn

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References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.