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3.4 Eigenkapitalunterkonten in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 105 - 111

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_105

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
3.4 Eigenkapitalunterkonten 85 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 85 Status: Imprimatur 3.4 Eigenkapitalunterkonten Der Umsatzprozess lässt sich mit Hilfe der aktiven und passiven Bestandskonten bereits vollständig abbilden. Trotzdem erscheint eine Beschränkung auf Bestandskonten unzweckmäßig, weil der wichtigste Indikator für den Erfolg bzw. Misserfolg der unternehmerischen Aktivität, der Gewinn bzw. Verlust, nicht unmittelbar aus den Bestandskonten abgeleitet werden kann. Das Eigenkapital nimmt vielmehr in unübersichtlicher und lediglich chronologischer Anordnung die erfolgswirksamen Geschäftsvorfälle auf. Daneben finden noch die erfolgsneutralen Privateinlagen und -entnahmen Eingang in das Konto. Zur Trennung der erfolgswirksamen und der erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen werden deshalb zwei Unterkonten eingerichtet, das Erfolgskonto (Gewinn- und Verlustkonto) und das Privatkonto. Das Eigenkapitalkonto wird auf diese Weise zu einem ruhenden Konto, das erst zum Geschäftsjahresschluss die Salden der Unterkonten aufnimmt. 3.4.1 Erfolgskonten Da die Erfolgskonten dem Eigenkapitalkonto nachgebildet sind, müssen sie auch dessen Kontenformalismus, also den eines passiven Bestandskontos, annehmen. Das Gewinn- und Verlustkonto erfasst demgemäß erfolgswirksame Eigenkapitalmehrungen (= Erträge) im „Haben“ und erfolgswirksame Eigenkapitalminderungen (= Aufwendungen) im „Soll“. Ein solches Konto würde jedoch die Aufwendungen und Erträge nur in zeitlicher Reihenfolge aufzeichnen; der Gesetzgeber verlangt handelsrechtlich (§ 242 Abs. 2 HGB) und steuerrechtlich (§ 60 Abs. 1 EStDV, sofern die doppelte Buchführung Verwendung findet) aber eine nach sachlichen Gesichtspunkten strukturierte Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Dies wird anhand der GuV-Gliederungen des Handelsgesetzbuches demonstriert (§ 275 Abs. 2 und 3 HGB). Diese Gliederungen müssen zwar nur von Kapitalgesellschaften angewendet werden, sie sind aber weitgehend rechtsformunabhängig aufgebaut und vermögen darüber hinaus durch ihre speziellen Strukturen vertiefte Einblicke in die Erfolgslage eines Unternehmens zu gewähren (s. S. 86 f.). Beide in § 275 HGB angesprochenen Gliederungsschemata entsprechen formal allerdings nicht der Kontoform, sondern der Staffelform. Der Vorteil einer Staffelrechnung besteht in der Möglichkeit, Zwischensummen mit Erklärungsgehalt für die Ertragskraft des Unternehmens bilden zu können. Da die GuV- Rechnung, ebenso wie die Bilanz, letztendlich statistisch aus der Buchführung abgeleitet wird, ist allerdings innerhalb des Buchführungssystems weiterhin mit einem GuV-Konto abzurechnen. Dagegen bedingen die unterschiedlichen Ansätze nach dem Gesamtkosten- (Bruttoproduktionsrechnung) und dem Umsatzkostenverfahren (vgl. zu den Verfahren im Einzelnen Teil B, Abschn. 9.2, S. 1002 ff.) auch unterschiedliche Abrechnungsmethoden: Beim Gesamtkostenverfahren werden sämtliche Ertragsbeiträge, die gemäß der zweckbestimmten Leistungserstellung des Betriebes 3 System und Technik der doppelten Buchführung86 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 86 Status: Imprimatur Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung bei Anwendung des Gesamtkostenverfahrens gemäß § 275 Abs. 2 HGB Gesamtkostenverfahren Betriebsertrag (durch Investitionen im Unternehmen erzielt) 1. Umsatzerlöse 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 3. andere aktivierte Eigenleistungen 4. sonstige betriebliche Erträge ./. Betriebsaufwand (durch Investitionen im Unternehmen verursacht) 5. Materialaufwand: a) Aufwendungen für Roh , Hilfs und Be triebsstoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 6. Personalaufwand: a) Löhne und Gehälter b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung, davon für Altersversorgung 7. Abschreibungen: a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen b) auf Vermögensgegenstände des Umlauf vermögens, soweit diese die in der Kapi talgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 8. sonstige betriebliche Aufwendungen + Finanzertrag (durch Investitionen außerhalb des Unternehmens erzielt) 9. Erträge aus Beteiligungen, davon aus verbundenen Unternehmen 10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Aus leihungen des Finanzanlagevermögens, davon aus verbundenen Unternehmen 11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, davon aus verbundenen Unternehmen ./. Finanzaufwand (durch Investitionen außerhalb des Unterneh mens und Investitionen Unternehmensfremder im Unternehmen verursacht) 12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen, davon an verbundene Unternehmen = Betriebs  +  Finanz ergebnis 14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit + / ./. außerhalb der üblichen Geschäftstätigkeit erzieltes Ergebnis 15. außerordentliche Erträge 16. außerordentliche Aufwendungen 17. außerordentliches Ergebnis ./. Steueraufwand 18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 19. sonstige Steuern = Periodenergebnis 20. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 3.4 Eigenkapitalunterkonten 87 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 87 Status: Imprimatur in einer Periode erwirtschaftet wurden, ausgewiesen. Dazu zählen neben der wichtigsten Erfolgskomponente Umsatzerlöse (Pos. 1) die in der Periode das Lager netto erhöhende Produktion von oder die das in Vorperioden aufgefüllte Lager netto abbauenden Verkäufe an Halb- und Fertigfabrikaten (Pos. 2), die selbst erstellten, im Produktionsprozess eingesetzten Güter (Pos. 3) sowie die sonstigen betrieblichen Erträge (Pos. 4). Dementsprechend werden im Gesamtkostenverfahren alle für diese Leistungserstellung eingesetzten Aufwendungen, d. h. die Wertverbräuche an Gütern und Dienstleistungen (Pos. 5–8) in Abzug gebracht. Die Differenz hieraus entspricht dem Investitionserfolg (Betriebsergebnis) im eigenen Unternehmen. Das Umsatzkostenverfahren schlägt zur Errechnung des Investitionserfolgs einen anderen Weg ein: Es wird nicht der gesamte Betriebsertrag erfasst; der Ausweis beschränkt sich vielmehr auf die Umsatzerlöse (Pos. 1) und die sonstigen betrieblichen Erträge (Pos. 6). In Abzug werden nur jene Aufwendungen Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung bei Anwendung des Umsatzkostenverfahrens gemäß § 275 Abs. 3 HGB Umsatzkostenverfahren 1. Umsatzerlöse Rohertrag ./. 2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen Rohaufwand (primäre Kosten) 3. Bruttoergebnis vom Umsatz = Rohgewinn( verlust) 4. Vertriebskosten 5. allgemeine Verwaltungskosten 6. sonstige betriebliche Erträge 7. sonstige betriebliche Aufwendungen + sekundäre Erträge ./. sekundäre Kosten 8. Erträge aus Beteiligungen, davon aus verbundenen Unternehmen 9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, davon aus verbundenen Unternehmen 10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, davon aus verbundenen Unternehmen + Finanzertrag (durch Investi tionen außerhalb des Unter nehmens erzielt) ./. 11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen, davon an verbundene Unternehmen Finanzaufwand (durch Investitionen außerhalb des Unternehmens und Investiti onen Unternehmensfremder im Unternehmen verursacht) 13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit =  Betriebs + Finanzergebnis + / ./. 14. außerordentliche Erträge 15. außerordentliche Aufwendungen 16. außerordentliches Ergebnis außerhalb der üblichen Geschäftstätigkeit erzieltes Ergebnis 17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 18. sonstige Steuern ./. Steueraufwand 19. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag = Periodenergebnis 3 System und Technik der doppelten Buchführung88 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 88 Status: Imprimatur gebracht, die für den erzielten Umsatz eingesetzt wurden. Das Umsatzkostenverfahren erfordert somit auch eine Erfassung sämtlicher betriebsbedingter Aufwendungen, die dann aber in einen umsatzbedingten und einen nichtumsatzbedingten (Lageraufbau, aktivierte Eigenleistungen) Anteil zerlegt werden müssen. Der nichtumsatzbedingte Anteil der Aufwendungen mündet schließlich erfolgsneutral in die entsprechenden Aktiva der Bilanz (z. B. mit dem Herstellungsaufwand bewertete Vorratsbestände). Diese Aufteilung ist jedoch regelmäßig mit dem Instrumentarium der Finanzbuchführung nicht zu bewerkstelligen. Die Verteilung der Aufwandsarten auf die ausgewiesenen Bereiche Herstellung, Vertrieb und allgemeine Verwaltung erfordert Daten der Kostenstellenrechnung. Die dann folgende Zuordnung der Kostenbereiche zum zugehörigen Umsatz kann wie bei der Bewertung der Bestände an Halb- und Fertigfabrikaten nur über die Kostenträgerrechnung erfolgen. Ab der Pos. 9 des Gesamtkostenverfahrens bzw. Pos. 8 des Umsatzkostenverfahrens sind die beiden GuV-Rechnungen nunmehr identisch aufgebaut. Es wird zunächst das Finanzergebnis ermittelt (Pos. 9–13 bzw. 8–12), indem die Finanzerträge (Pos. 9–11 bzw. 8–10) und -aufwendungen (Pos. 12 und 13 bzw. 11 und 12), die durch Investitionen in fremden Unternehmen erzielt bzw. verursacht wurden, und die pagatorischen Kapitalkosten für Investitionen Dritter (Pos. 13 bzw. 12) im Unternehmen verrechnet werden. Die Zusammenfassung von Finanz- und Betriebsergebnis in der Zwischensumme der Pos. 14 bzw. 13 zeigt den Erfolg, den das Unternehmen seiner Zweckbestimmung gemäß, d. h. aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, in der betreffenden Periode erwirtschaftet hat. In Abgrenzung dazu steht das außerordentliche Ergebnis (Pos. 15 + 16 = 17 bzw. 14 + 15 = 16). Dabei handelt es sich um Erfolgsbestandteile, die nicht aus der eigentlichen Geschäftstätigkeit herrühren, also von wenig beständiger Natur sind. Daran schließt sich der Steueraufwand (Pos. 18 und 19 bzw. 17 und 18) an, so dass mit dem Erfolgssaldo (Pos. 20 bzw. 19) das Periodenergebnis (Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag) ausgewiesen wird. Die Ermittlung des Periodenerfolgs geschieht also durch Aufwands- und Ertragsvergleich: Erfolg = Ertrag – Aufwand Ertrag > Aufwand ⇒ Gewinn Ertrag < Aufwand ⇒ Verlust. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist damit in der Lage, die Erfolgsquellen des Unternehmens offen zu legen. Die Einsicht in die Ursachen des Erfolges vermag wiederum wichtige Steuerungsgrundlagen für die Erlöspolitik des Unternehmens zu liefern. Um die Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung verwirklichen zu können, sind jedoch für jede Aufwands- und Ertragsart gesonderte Konten einzurichten, die die entsprechenden Erträge und Aufwendungen während der Abrechnungsperiode erfassen. Aus dem Bild der Erfolgs-(Gewinn- und Verlust-) Rechnung ergibt sich für die zugehörigen Erfolgskonten somit die folgende Formaleinteilung: 3.4 Eigenkapitalunterkonten 89 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 89 Status: Imprimatur Das GuV-Konto wird auf diese Weise wie das Eigenkapitalkonto zum ruhenden Konto. Chronologisch betrachtet, werden also in der Buchführung zuerst die einzelnen Aufwands- und Ertragskonten eröffnet. Am Ende des Wirtschaftsjahres, zum Jahresabschluss, werden die Salden der Erfolgskonten als Aufwand und Ertrag in die Erfolgsrechnung übernommen: GuV-Konto an Aufwandskonto Ertragskonto an GuV-Konto. Der Saldo des GuV-Kontos wird schließlich in das Eigenkapitalkonto übertragen: bei Gewinn: GuV-Konto an Eigenkapitalkonto; bei Verlust: Eigenkapitalkonto an GuV-Konto. Übungsbeispiel: Bilden und Deuten von Buchungssätzen Buchungssätze: 1) Überweisung von Arbeitslohn (Gehalt) 1.500 2) Kunde begleicht ausstehende Rechnung über 100 unter Abzug von 2 % Skonto 3) Diskontierung eines Wechsels über 300 bei der Bank; Diskont 15 4) Begleichung einer Lieferantenrechnung 800 durch Banküberweisung unter Einbehalt von 3 % Skonto 5) Mietzahlung 12.000 für ein zur Hälfte betrieblich genutztes Gebäude 6) Eine in der Vorperiode gebildete Prozessrückstellung 2.500 wird durch rechts kräftiges Urteil nur zu 1.500 in Anspruch genommen 7) Überweisung der Jahresbelastung (Annuität) 3.000 für ein Darlehen an die Hausbank, Zinsanteil 2.400 Deuten von Buchungssätzen: 1) Sonstige Forderungen an Steueraufwand 2) Rückstellungen an Sonstiger betr. Ertrag 3) Sonstiger betr. Aufwand an Kasse 4) Bank Sonstiger betr. Aufwand an Betriebs und Geschäftsausstattung 5) Mietaufwand Aktive Rechnungsabgrenzung an Privat (einlagen )Konto Aufwand S HAufwandskonto – Aufwandskorrekturen Saldo – Ertragskorrekturen Saldo S HErtragskonto Ertrag Aufwand S H GuV-Konto Erfolgsrechnung Ertrag 3 System und Technik der doppelten Buchführung90 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 90 Status: Imprimatur Lösung: 1) Lohn und Gehaltskonto 1.500 an Bank 1.500 2) Bank Skontoaufwand 98 2 an Forderungen 100 3) Bank Diskontaufwand 285 15 an Besitzwechsel 300 4) Lieferantenverbindlich keiten 800 an Bank Skontoertrag 776 24 5) Mietaufwand Privatkonto 6.000 6.000 an Bank (Kasse) 12.000 6) Prozessrückstellungen 2.500 an Bank (Kasse) Sonstiger betr. Ertrag 1.500 1.000 7) Zinsaufwand Darlehensschuld 2.400 600 an Bank 3.000 Deuten von Buchungssätzen: 1) Der Steuerbescheid des Finanzamts weist eine Überzahlung aus 2) Auflösung einer in der (den) Vorperiode(n) überhöht gebildeten Rückstellung 3) Kassenfehlbetrag 4) Verkauf von Büroeinrichtung unter Buchwert 5) (Teilweise) Mietvorauszahlung für Geschäftsräume aus Privatmitteln 3.4.2 Privatkonten Die erfolgsunwirksamen Veränderungen des Eigenkapitals betreffen regelmäßig die private Sphäre der Unternehmenseigner. Es handelt sich dabei um Einlagen (Eigenkapitalerhöhungen) und um Privatentnahmen (Eigenkapitalherabsetzungen, z. B. Barentnahmen, Privatsteuern der Eigner, privatgenutzte Wirtschaftsgüter des Unternehmens wie Geschäftswagen, Grundstücke oder Wohnungen). Diese Veränderungen werden ebenfalls, der Übersichtlichkeit des Eigenkapitalkontos wegen, auf einem gesonderten Konto, dem Privatkonto, erfasst. Als Unterkonto des Eigenkapitals genügt es dem Rechenformalismus eines passiven Bestandskontos, d. h. Eigenkapitalminderungen (Privatentnahmen) werden im „Soll“, Eigenkapitalmehrungen (Einlagen) dagegen im „Haben“ verbucht. Zum Jahresabschluss erfolgt die Übertragung des Saldos auf das Eigenkapitalkonto: bei Einlagenüberschuss: Privatkonto an Eigenkapitalkonto; bei Entnahmeüberschuss: Eigenkapitalkonto an Privatkonto. 3.5 Gemischte Konten 91 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 91 Status: Imprimatur Beispiel: Bilden von Buchungssätzen 1) Privatentnahme des Geschäftsinhabers in bar 2) Bareinlage des Inhabers 3) Überweisung der Einkommensteuer des Geschäftsinhabers Lösung: 1) Privat (entnahme )Konto an Kasse (Bilanzverkürzung) 2) Kasse an Privatkonto (Bilanzverlängerung) 3) Privatkonto an Bank (Bilanzverkürzung) 3.5 Gemischte Konten Mit Bestandskonten wird das Ziel verfolgt, Bestandsveränderungen zu erfassen. Sie weisen demgemäß einheitlich als Salden Endbestände aus. Erfolgskonten dienen dagegen der Aufzeichnung der Erfolgsveränderungen und errechnen als Salden Erfolgsbestandteile. Darüber hinaus existieren jedoch auch Kontengruppen, die keinen einheitlichen (reinen), sondern einen gemischten Konteninhalt abrechnen, da sie sowohl mit den Bestands- als auch mit den Erfolgskonten korrespondieren; ihre Salden entziehen sich damit einer eindeutigen Klassifizierung. Rechentechnische Probleme ergeben sich mit diesen Konten daher nicht bei der Erfassung der Konteninhalte, sondern erst beim Abschluss der Konten. Dabei sind grundsätzlich zwei Arten von gemischten Konten zu unterscheiden: a) Bestandskonten mit Erfolgsanteil, b) Erfolgskonten mit Bestandsanteil. Bei den Bestandskonten mit Erfolgsanteil überwiegt der Bestandscharakter. Diese Konten erfassen im Laufe des Geschäftsjahres die (wertmäßigen) Zu- und Abgänge. Die Salden, d. h. die Endbestände, lassen sich jedoch erst ermitteln, wenn der Erfolgsteil der Konten eingebucht wurde. Besonders deutlich tritt dieser Zusammenhang bei den Anlagekonten für abnutzbare Wirtschaftsgüter hervor: Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (Potentialfaktoren) geben ihre Nutzung über mehrere Perioden verteilt ab. So kann ein Kraftfahrzeug in aller Regel über mehrere Perioden betrieblich in Anspruch genommen werden. Durch die Leistungsabgabe erleidet das Kraftfahrzeug aber auch einen Wertverlust. Der Restwert (Endbestand) des Wirtschaftsgutes lässt sich daher erst nach der Einbuchung der Wertminderung (Erfolgsteil) in das gemischte Konto errechnen: Aufwand S HAufwandskonto Saldo Aktiva S HBilanzkonto Aufwand S HGuV-Konto Anfangsbestand + Zugang S H Gemischtes Bestandskonto ./. Abgang ./. Wertminderung Endbestand (Sollsaldo)

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.