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3.3 Eröffnungs- und Abschlusskonten in:

Wolfgang Eisele, Alois Paul Knobloch

Technik des betrieblichen Rechnungswesens, page 104 - 105

Buchführung und Bilanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Sonderbilanzen

8. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3784-3, ISBN online: 978-3-8006-4350-9, https://doi.org/10.15358/9783800643509_104

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
3 System und Technik der doppelten Buchführung84 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 84 Status: Imprimatur 3.3 Eröffnungs und Abschlusskonten Das Prinzip der Doppik, das auf dem Postulat beruht, dass keine Buchung ohne entsprechende Gegenbuchung erfolgen darf, gilt auch für die Konteneröffnung und den Kontenabschluss. Durch die Eröffnungsbuchungen werden die Bestände der Eröffnungs-(Anfangs-, Gründungs-)Bilanz auf die aktiven und passiven Bestandskonten übertragen. Die Bilanz scheidet jedoch für die Aufnahme der Gegenbuchung aus, weil sie statistisch, also außerhalb des Kontensystems, erstellt wird. Für die Aufzeichnung der Gegenbuchung muss deshalb ein technisches Hilfskonto, das Eröffnungsbilanzkonto, eingerichtet werden. Das Eröffnungsbilanzkonto nimmt daher die Form einer seitenverkehrten Bilanz an. Der praktische Zweck dieses Hilfskontos beruht auf der Kontrolle der vollständigen Bestandsübernahme in die neue Rechnungsperiode. Das gilt besonders im Falle längerfristiger Abschlussarbeiten, z. B. bei der zeitlich nachverlegten Inventur, weil dann die laufenden Buchungen ohne Kenntnis der Eröffnungsbestände durchgeführt werden müssen. Eine Buchführung verliert jedoch nicht ihre Ordnungsmäßigkeit, wenn auf die Einrichtung des Hilfskontos verzichtet wird. Die Bilanzgleichung sorgt auch im Fall der einfachen Übernahme der Bestände in die Konten dafür, dass die Summe der Eintragungen im Soll der Summe der Eintragungen im Haben entspricht. Statt der Buchungssätze: Verschiedene Aktivkonten an Eröffnungsbilanzkonto Eröffnungsbilanzkonto an Verschiedene Passivkonten, erfolgt die Einbuchung durch die Reduktion auf einen Buchungssatz: Verschiedene Aktivkonten an Verschiedene Passivkonten. Die Buchungen auf den Abschlusskonten wahren ebenfalls den Grundsatz der Doppik. Die Salden der aktiven und passiven Bestandskonten finden ihre Gegenbuchung im (Schluss-)Bilanzkonto. Da Aktivkonten stets mit einem Sollsaldo schließen, erfolgt ihr Abschluss durch die Buchung: (Schluss-)Bilanzkonto an Verschiedene Aktivkonten; Passivkonten weisen dagegen immer einen Habensaldo aus, so dass gilt: Verschiedene Passivkonten an (Schluss-)Bilanzkonto. Im (Schluss-)Bilanzkonto kommen Vermögen und Kapital auf der gleichen Seite wie in der Schlussbilanz zum Ansatz. Schlussbilanz und (Schluss-)Bilanzkonto sind jedoch nicht zwingend identisch: Während das (Schluss-)Bilanzkonto im Wesentlichen formfrei nach betrieblichen und abrechnungstechnischen Gesichtspunkten aufgebaut sein darf, sind in der Schlussbilanz die Form- und Gliederungsvorschriften des HGB einzuhalten (vgl. S. 75 f.). 3.4 Eigenkapitalunterkonten 85 Vahlens Handbücher – Eisele/Knobloch – Technik des betrieblichen Rechnungswesens (8. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.07.2011 Seite 85 Status: Imprimatur 3.4 Eigenkapitalunterkonten Der Umsatzprozess lässt sich mit Hilfe der aktiven und passiven Bestandskonten bereits vollständig abbilden. Trotzdem erscheint eine Beschränkung auf Bestandskonten unzweckmäßig, weil der wichtigste Indikator für den Erfolg bzw. Misserfolg der unternehmerischen Aktivität, der Gewinn bzw. Verlust, nicht unmittelbar aus den Bestandskonten abgeleitet werden kann. Das Eigenkapital nimmt vielmehr in unübersichtlicher und lediglich chronologischer Anordnung die erfolgswirksamen Geschäftsvorfälle auf. Daneben finden noch die erfolgsneutralen Privateinlagen und -entnahmen Eingang in das Konto. Zur Trennung der erfolgswirksamen und der erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen werden deshalb zwei Unterkonten eingerichtet, das Erfolgskonto (Gewinn- und Verlustkonto) und das Privatkonto. Das Eigenkapitalkonto wird auf diese Weise zu einem ruhenden Konto, das erst zum Geschäftsjahresschluss die Salden der Unterkonten aufnimmt. 3.4.1 Erfolgskonten Da die Erfolgskonten dem Eigenkapitalkonto nachgebildet sind, müssen sie auch dessen Kontenformalismus, also den eines passiven Bestandskontos, annehmen. Das Gewinn- und Verlustkonto erfasst demgemäß erfolgswirksame Eigenkapitalmehrungen (= Erträge) im „Haben“ und erfolgswirksame Eigenkapitalminderungen (= Aufwendungen) im „Soll“. Ein solches Konto würde jedoch die Aufwendungen und Erträge nur in zeitlicher Reihenfolge aufzeichnen; der Gesetzgeber verlangt handelsrechtlich (§ 242 Abs. 2 HGB) und steuerrechtlich (§ 60 Abs. 1 EStDV, sofern die doppelte Buchführung Verwendung findet) aber eine nach sachlichen Gesichtspunkten strukturierte Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Dies wird anhand der GuV-Gliederungen des Handelsgesetzbuches demonstriert (§ 275 Abs. 2 und 3 HGB). Diese Gliederungen müssen zwar nur von Kapitalgesellschaften angewendet werden, sie sind aber weitgehend rechtsformunabhängig aufgebaut und vermögen darüber hinaus durch ihre speziellen Strukturen vertiefte Einblicke in die Erfolgslage eines Unternehmens zu gewähren (s. S. 86 f.). Beide in § 275 HGB angesprochenen Gliederungsschemata entsprechen formal allerdings nicht der Kontoform, sondern der Staffelform. Der Vorteil einer Staffelrechnung besteht in der Möglichkeit, Zwischensummen mit Erklärungsgehalt für die Ertragskraft des Unternehmens bilden zu können. Da die GuV- Rechnung, ebenso wie die Bilanz, letztendlich statistisch aus der Buchführung abgeleitet wird, ist allerdings innerhalb des Buchführungssystems weiterhin mit einem GuV-Konto abzurechnen. Dagegen bedingen die unterschiedlichen Ansätze nach dem Gesamtkosten- (Bruttoproduktionsrechnung) und dem Umsatzkostenverfahren (vgl. zu den Verfahren im Einzelnen Teil B, Abschn. 9.2, S. 1002 ff.) auch unterschiedliche Abrechnungsmethoden: Beim Gesamtkostenverfahren werden sämtliche Ertragsbeiträge, die gemäß der zweckbestimmten Leistungserstellung des Betriebes

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References

Zusammenfassung

Ein wahrer Klassiker zum betrieblichen Rechnungswesen.

"Der 'Eisele/Knobloch' gehört mit Sicherheit zum besten, was es auf dem Lehrbuchmarkt zu diesem Thema gibt."

in: Studium 90/2012

Die »Technik des betrieblichen Rechnungswesen« war und ist ein Gesamtwerk:

Es umfasst das betriebliche Rechnungswesen in der Breite ausgehend vom handels- und steuerrechtlichen Einzelabschluss und den dafür einschlägigen internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS), über die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung bis hin zu den Sonderfällen der Bilanzierung und in der Tiefe von der Auslegung der abstrakten Bilanzierungsnormen durch Rechtsprechung, Verwaltung und Schrifttum bis hin zum grundlegenden Buchungssatz.

"Das Werk vermittelt umfassendes anwendungsbezogenes Grundlagenwissen und fordert die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung."

in: Controller Magazin 1/2012

"Das knapp 1.500 Seiten dicke Lehrbuch ist auch in der 8. Auflage ein Gesamtwerk: Es deckt konsequent alles ab, was man als Student wissen muss, wenn man sich auf das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. [...] Am bewährten didaktischen Konzept hat sich auch bei der Neuauflage nichts geändert: Durch die anwendungs- sowie praxisbezogene Wissensvermittlung wird der Leser schnell zum Profi auf dem Gebiet des betrieblichen Rechnungswesens."

in: Studium 90/2012

Beste Autoren-Kompetenz

Prof. Dr. Wolfgang Eisele war Inhaber des Lehrstuhls für Rechnungswesen und Finanzierung an der Universität Hohenheim. Prof. Dr. Alois Paul Knobloch ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungswesen und Finanzwirtschaft, an der Universität des Saarlandes.