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4.8 Ertragsteuerliche Behandlung der Erbschaft- und Schenkungsteuer in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 1: Besteuerung, page 425 - 425

6. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-4197-0, ISBN online: 978-3-8006-4341-7, https://doi.org/10.15358/9783800643417_425

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4 Erbschaft- und Schenkungsteuer 397 Steuerschuldner ist der Erwerber, bei einer Schenkung auch der Schenker (§ 20 Abs. 1 ErbStG). Gehört zum Erwerb Betriebsvermögen oder land- und forstwirtschaftliches Vermögen, so ist dem Erwerber die darauf entfallende Erbschaftsteuer auf Antrag bis zu 10 Jahren insoweit zu stunden, als dies zur Erhaltung des Betriebs erforderlich ist (§ 28 ErbStG). Durch diese Vorschrift soll verhindert werden, dass Betriebe nur deshalb zerschlagen werden müssen, um die Erbschaftsteuer entrichten zu können. Nach der Entstehung der Steuerschuld kann das Finanzamt von jedem an einem Erbfall, einer Schenkung oder einer Zweckzuwendung Beteiligten die Abgabe einer Steuererklärung innerhalb einer von ihm zu bestimmenden Frist, die mindestens einen Monat betragen muss, verlangen (§ 31 Abs. 1 ErbStG). Das Finanzamt kann nach § 31 Abs. 7 ErbStG ferner verlangen, dass der Steuerschuldner die Steuerschuld in seiner Steuererklärung selbst berechnet. Unter Zugrundelegung der Steuererklärung hat das Finanzamt den Sachverhalt von Amts wegen zu ermitteln und die Steuerschuld in einem förmlichen Steuerbescheid festzusetzen (§ 155 Abs. 1 i. V. m. § 122 Abs. 1 AO). Um die Realisierung staatlicher Steueransprüche sicherzustellen, enthalten die §§ 30, 33 und 34 ErbStG besondere Anzeigepflichten gegenüber dem zuständigen Finanzamt. Anzeigepflichtig sind vor allem Erwerber und Schenker, darüber hinaus aber auch Vermögensverwahrer, Vermögensverwalter, Versicherungsunternehmen, Gerichte, Behörden, Beamte und Notare. 4.8 Ertragsteuerliche Behandlung der Erbschaft- und Schenkungsteuer Die Erbschaftsteuer (Schenkungsteuer) ist eine Personensteuer und als solche gem. § 12 Nr. 3 EStG weder bei der Ermittlung der Einkünfte noch des Einkommens abzugsfähig. Über § 7 GewStG gilt die Nichtabzugsfähigkeit auch für die Ermittlung des Gewerbeertrags. 4.9 Aufgaben 2 bis 5 Aufgabe 2 Der Kaufmann A hält zum 31.12.4 in seinem Betriebsvermögen für nominal 1.000.000 € Obligationen, die er im Jahre 1 zum Kurs von 98 v. H. erworben hatte. Die Obligationen haben zum 31.12.4 einen Kurs von 105 %. Zum 31.12.1 hatte A die Obligationen zum damaligen Kurswert von 900.000 € in seiner Handelsbilanz ausgewiesen. Da er im Jahre 4 mit Verlust gearbeitet hat, will er zum 31.12.4 in der Handelsbilanz einen Wert von 1.000.000 € ansetzen. Er beabsichtigt, die Obligationen zum 1.1.5 seinem Sohn zu schenken. In der dann erforderlichen Schenkungsteuererklärung will er die Obligationen mit dem letztjährigen Bilanzansatz von 900.000 € bewerten. Beurteilen Sie bitte den Sachverhalt in steuer- und handelsrechtlicher Hinsicht. Aufgabe 3 Müller ist Gesellschafter der Mayer GmbH mit einem Stammanteil von 100.000 €. Während der letzten Monate wurden von anderen Gesellschaftern der GmbH die nachstehenden Geschäftsanteile verkauft:

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Der »Klassiker« zur betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist gerade für Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen ein hervorragendes Lehrbuch. Durch die integrierten Aufgaben mit Lösungen kann der Wissensstoff gleich angewendet werden.

Die Schwerpunkte im Überblick

* Grundlagen und Grundbegriffe, Durchführung der Besteuerung

* Ertragsteuern

* Steuerbilanzen

* Bewertungsgesetz und Substanzsteuern

* Verkehrsteuern

* Prinzipien des Steuerrechts und Besteuerungsverfahren.