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4.2 Steuerpflichtiger Erwerb in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 1: Besteuerung, page 407 - 407

6. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-4197-0, ISBN online: 978-3-8006-4341-7, https://doi.org/10.15358/9783800643417_407

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4 Erbschaft- und Schenkungsteuer 379 Sind die Voraussetzungen der unbeschränkten Steuerpflicht nicht erfüllt, so kann nur beschränkte Steuerpflicht entstehen. Diese tritt bei einem Vermögensanfall von Inlandsvermögen i. S. d. § 121 BewG ein (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 ErbStG). Auf die beschränkte Steuerpflicht wird nicht weiter eingegangen. 4.2 Steuerpflichtiger Erwerb Bemessungsgrundlage ist der steuerpflichtige Erwerb. Als solcher gilt die Bereicherung des Erwerbers, soweit sie nicht steuerfrei ist (§ 10 Abs. 1 Satz 1 ErbStG). Bereicherung ist der Netto-Vermögensanfall. Diese wird gem. § 10 Abs. 5 ErbStG dadurch ermittelt, dass von dem Wert der auf den Erwerber übergegangenen Vermögenswerte die mit dem Objekt zusammenhängenden Nachlassverbindlichkeiten abgezogen werden. Dies gilt nicht für betriebliche Schulden des Erblassers. Diese werden im Rahmen der Wertermittlung des Unternehmens berücksichtigt. Hierauf wird noch zurückzukommen sein51. Als Nachlassverbindlichkeiten abzugsfähig sind auch Verbindlichkeiten aus Vermächtnissen, Auflagen und geltend gemachten Pflichtteilen und Erbersatzansprüchen. Abzugsfähig sind gem. § 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG ferner die Kosten der Bestattung des Erblassers, die Kosten für ein angemessenes Grabdenkmal und die Kosten für die übliche Grabpflege52. Letztere sind mit ihrem Kapitalwert für Leistungen von unbestimmter Dauer abzugsfähig. Der Kapitalwert derartiger Leistungen beträgt nach § 13 Abs. 2 BewG grundsätzlich das 9,3fache des Jahreswertes der Leistung, d. h. das 9,3fache der zu erwartenden jährlichen Kosten. Abzugsfähig sind ferner die Kosten, die dem Erwerber unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses oder mit der Erlangung des Erwerbs entstehen. Weist der Erblasser keine Kosten i. S. d. § 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG nach oder sind die nachgewiesenen Kosten geringer als 10.300 €, so wird gem. § 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 2 ErbStG von Amts wegen ein pauschaler Abzug derartiger Kosten i. H. v. 10.300 € vorgenommen. 4.3 Bewertung 4.3.1 Grundsätzliches Für die Bewertung ist nach § 11 ErbStG grundsätzlich der Zeitpunkt der Entstehung der Steuerschuld, d. h. der Todestag oder der Tag der Schenkung, maßgebend (Bewertungsstichtag). Die Bewertung richtet sich gem. § 12 Abs. 1 ErbStG nach den Vorschriften des Ersten Teils des Bewertungsgesetzes (§§ 1 - 16 BewG)53. Dies gilt aber nur insoweit, als sich aus den Absätzen 2 bis 7 des § 12 ErbStG nichts Abweichendes ergibt. Abweichendes nach diesen Absätzen ist insbesondere geregelt für die Bewertung 51 Vgl. Gliederungspunkt 4.3.3.4 52 Zu Einzelheiten s. z. B. Meincke, J. P., ErbStG, 2009, § 10 ErbStG, Rz. 42 ff. 53 Hinsichtlich dieser Vorschriften sei auf die Gliederungspunkte 2.3 bis 2.5 verwiesen.

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References

Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Der »Klassiker« zur betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist gerade für Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen ein hervorragendes Lehrbuch. Durch die integrierten Aufgaben mit Lösungen kann der Wissensstoff gleich angewendet werden.

Die Schwerpunkte im Überblick

* Grundlagen und Grundbegriffe, Durchführung der Besteuerung

* Ertragsteuern

* Steuerbilanzen

* Bewertungsgesetz und Substanzsteuern

* Verkehrsteuern

* Prinzipien des Steuerrechts und Besteuerungsverfahren.