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2.1 Aufgaben und Bedeutung des Bewertungsgesetzes in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 1: Besteuerung, page 378 - 378

6. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-4197-0, ISBN online: 978-3-8006-4341-7, https://doi.org/10.15358/9783800643417_378

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2 Grundzüge des Bewertungsrechts 2.1 Aufgaben und Bedeutung des Bewertungsgesetzes Die meisten Steuern knüpfen an den Wert von Gütern an. Güter, die nicht in Geld bestehen oder nicht auf einen bestimmten Geldbetrag lauten, sind zu bewerten. Bewerten heißt, den Wert eines Guts in Geld auszudrücken. Im Interesse der Gleichmäßigkeit der Besteuerung und der Rechtssicherheit kann verständlicherweise nicht von subjektiven Wertvorstellungen einzelner Individuen ausgegangen werden. Die Zuordnung bestimmter Geldbeträge muss vielmehr intersubjektiv überprüfbaren Kriterien folgen12. Entsprechend erstellte Bewertungsregeln finden für alle Steuerpflichtigen Anwendung. Diesem Zweck dient das Bewertungsgesetz. Das Bewertungsgesetz hat insbesondere folgende Fragen zu klären: • Was ist zu bewerten (Bewertungsgegenstand), • wie ist zu bewerten (Bewertungsmaßstab und -methode), • wem ist das zu Bewertende zuzurechnen (Steuersubjekt), • wann ist zu bewerten (Bewertungszeitpunkt), • für welche Steuerarten ist zu bewerten (Geltungsbereich der Bewertungsvorschriften)? Die für steuerliche Zwecke gültigen sachlichen Bewertungsvorschriften sind im BewG, die verfahrensrechtlichen im Wesentlichen in der AO enthalten. Das ursprüngliche gesetzgeberische Ziel, den Wert von Gütern, die mehreren Steuerarten unterliegen, einheitlich für diese Steuerarten festzusetzen, ist nicht erreicht worden. So enthält neben einzelnen Steuergesetzen (EStG, UStG) insbesondere das HGB steuerlich relevante Bewertungsvorschriften. 2.2 Rechtliche Grundlagen der Bewertung, Aufbau des BewG Die grundlegenden Rechtsnormen der Bewertung enthält das BewG. Das BewG löst die ihm gestellten Aufgaben dadurch, dass es zunächst im Ersten Teil allgemeine Bewertungsvorschriften enthält, die immer dann gelten, wenn die speziellen Steuergesetze oder der Zweite Teil des BewG zur Lösung eines Problems keine besonderen Bewertungsvorschriften enthalten. Bei den Vorschriften des Ersten Teils handelt es sich um allgemeine Regeln und Grundbegriffe. Das BewG ist wie folgt gegliedert: 12 Vgl. Viskorf, H.-U., in: Viskorf, H.-U./Knobel, W./Schuck, S., Erbschaftsteuergesetz, 2009, § 1 BewG, Rz. 2.

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Der »Klassiker« zur betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist gerade für Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen ein hervorragendes Lehrbuch. Durch die integrierten Aufgaben mit Lösungen kann der Wissensstoff gleich angewendet werden.

Die Schwerpunkte im Überblick

* Grundlagen und Grundbegriffe, Durchführung der Besteuerung

* Ertragsteuern

* Steuerbilanzen

* Bewertungsgesetz und Substanzsteuern

* Verkehrsteuern

* Prinzipien des Steuerrechts und Besteuerungsverfahren.