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6 Aufgaben 1 - 16 in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 1: Besteuerung, page 339 - 345

6. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-4197-0, ISBN online: 978-3-8006-4341-7, https://doi.org/10.15358/9783800643417_339

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6 Aufgaben 1 - 16 Aufgabe 1 Der Gewerbetreibende Ludwig Martin (L. M.) bezieht im Juni des Jahres 1 eine Maschine aus den USA zum Nettokaufpreis von 200.000 €. Im Zusammenhang mit diesem Erwerbsvorgang fallen folgende weitere Kosten an: € Frachtkosten ab Werk 3.000 Zoll 10.000 Einfuhrumsatzsteuer 38.000 Betonfundament für die Maschine (direkt zurechenbar): • Erdarbeiten 1.000 • Betonguss 2.500 • Elektroanschluss 500 Die Bezahlung des Kaufpreises erfolgt durch Wechsel, die der übrigen Kosten durch Scheck bzw. bar. In der Wechselsumme von 226.000 € sind Wechseldiskont und -spesen von 26.000 € enthalten. Die durch die Kaufverhandlungen angefallenen allgemeinen Verwaltungskosten betragen 3.000 €. Da L. M. von der Lieferfirma bereits mehrere Maschinen bezogen hat, erhält er Ende des Jahres 1 5 % des Warenbezuges in Höhe von 3.000.000 € (= 150.000 €) als Bonus vergütet. L. M. kann die Einfuhrumsatzsteuer gem. § 15 Abs. 1 Nr. 2 UStG von seiner Umsatzsteuerschuld abziehen. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der Maschine beträgt 10 Jahre. Es sind die Anschaffungskosten und der Bilanzansatz der Maschine zum Bilanzstichtag (31.12.1) unter der Voraussetzung zu ermitteln, dass L. M. einen möglichst geringen Gewinnausweis wünscht. Die Voraussetzungen des § 7g EStG sind nicht erfüllt. Aufgabe 2 In dem Betriebsabrechnungsbogen (BAB) eines Industriebetriebes sind für das Jahr 1 folgende Kosten ausgewiesen: Kosten lt. BAB Mio € Mio € Rohstoffe 200 Hilfs- u. Betriebsstoffe 20 Lagerhaltung, Materialtransport und Prüfung einschließlich der hierunter fallenden Personalkosten 20 Löhne und Gehälter des Fertigungsbereichs: • Fertigungslöhne 150 • Hilfslöhne 40 • Gehälter 50 240 Dem Fertigungsbereich zurechenbare Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung: • auf die Fertigungslöhne entfallend 30 • auf die Hilfslöhne entfallend 8 • auf die Gehälter entfallend 10 48 528 6 Aufgaben 1 - 16 311 Übertrag: 528 Abschreibungen auf Fertigungsanlagen: • planmäßige Abschreibung = Normal-AfA 100 • außerplanmäßige Abschreibung 20 • zusätzliche kalkulatorische Abschreibungen auf die Differenz zwischen Wiederbeschaffungskosten und Anschaffungskosten der Anlagen 20 140 Zinsen: • den am Bilanzstichtag vorhandenen Erzeugnissen direkt zurechenbare Fremdkapitalzinsen 40 • sonstige Fremdkapitalzinsen 100 • kalkulatorische Eigenkapitalzinsen 60 200 Steuern: • Körperschaftsteuer 50 • Gewerbesteuer 20 70 Betriebliche Altersversorgung, freiwillige soziale Leistungen 50 Kosten der allgemeinen Verwaltung 400 Vertriebskosten 150 Kosten des Jahres 1 insgesamt 1.538 Im Jahre 1 sind insgesamt 100.000 Erzeugnisse hergestellt worden. Hiervon befinden sich am Bilanzstichtag, dem 31.12.1, noch 10.000 Stück als Fertigerzeugnisse auf Lager. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Fertigprodukte im Durchschnitt die gleichen Herstellungskosten pro Stück verursacht haben wie der Durchschnitt aller im Jahr 1 hergestellten Fertigerzeugnisse. Es sind die Herstellungskosten der am 31.12.1 vorhandenen Fertigerzeugnisse zu ermitteln. Zu ermitteln sind in diesem Zusammenhang • die Wertuntergrenze nach § 255 HGB, • die Wertuntergrenze nach R 6.3 EStR und H 6.3 EStH und • die Wertobergrenzen für Handels- und Steuerbilanz. Aufgabe 3 Eine KG (GmbH) erwirbt am 16.5. des Jahres 1 für nominal 100.000 € Aktien zu einem Kurs von 300 %. Bankspesen und Maklerprovision muss sie i. H. v. 0,6 % des Kurswertes, d. h. i. H. v. 1.800 € entrichten. Die Kursentwicklung der Papiere zeigt folgendes Bild (Angaben in % des Nominalwerts): Jahr Höchstkurs Niedrigster Kurs Kurs am 31.12. (Bilanzstichtag) 1 312 280 311 2 305 130 150 3 330 170 330 4 360 280 290 Anfang des Jahres 2 kursieren Gerüchte, wonach die AG größere Verluste erlitten habe und die Verwaltung eine schlechte Investitionspolitik betreibe. Es wird eine langanhaltende Krise des Unternehmens befürchtet. Im April des Jahres 4 werden einige Vorstandsmitglieder entlassen und der Börsenkurs erholt sich wieder. Die Aktien bleiben auch während des Jahres 5 im Betriebsvermögen der KG (GmbH). Zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses für das Jahr 4, im März des Jahres 5, beträgt der Börsenkurs der Aktien 315 %. 312 Teil III: Steuerbilanzen Es sind alle zulässigen Wertansätze sowohl für den Fall, dass die Wertpapiere zum Anlagevermögen als auch für den, dass sie zum Umlaufvermögen gehören, zu ermitteln. Aufgabe 4 Die Brauerei-AG (B-AG) zahlt Gastwirt G1 100 T€ zur Anschaffung einer Gaststätten-Einrichtung. Als Gegenleistung verpflichtet sich G1, ausschließlich von der B-AG bezogene Biere anzubieten. Es ist zu prüfen, ob und ggf. welchen Vermögensgegenstand die B-AG zu bilanzieren hat und nach welchen Grundsätzen dieser ggf. zu bewerten ist. Aufgabe 5 Die B-AG gewährt Anfang des Jahres 1 dem Gastwirt G2 zur Einrichtung seiner Gastwirtschaft einen verlorenen Zuschuss i. H. v. 200 T€. G2 verpflichtet sich, 10 Jahre lang Bier ausschließlich von der B-AG zu beziehen. Ende des Jahres 2 beantragt G2 die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über sein Vermögen. Noch vor Fertigstellung der Bilanz zum 31.12.2 erfährt der Finanzvorstand der B-AG, dass der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des G2 vom Gericht mangels Masse abgelehnt worden ist. Wie ist der geschilderte Sachverhalt von der B-AG bilanziell zu behandeln? Aufgabe 6 Die C-AG hat während der Jahre 1 bis 3 ein neues chemisches Verfahren entwickelt und dieses patentieren lassen. Das Patent soll in Zukunft ausschließlich eigenen betrieblichen Zwecken der C-AG dienen. Nach den Berechnungen der Kostenrechner der C-AG hat diese während der Jahre 1 bis 3 für die Entwicklung des Patents folgende Kosten aufgewendet: Mio € Materialkosten 0,2 Forschungskosten 30,4 Entwicklungskosten 45,6 Kosten der allgemeinen Verwaltung 1,0 Die Trennung zwischen Forschungs- und Entwicklungskosten erscheint verlässlich. Nehmen Sie bitte Stellung zu den handels- und steuerbilanziellen Folgen dieses Sachverhalts. Gehen Sie davon aus, dass die C-AG einen möglichst hohen Vermögensausweis anstrebt. Aufgabe 7 Ein Unternehmen der Waschmittelindustrie gibt zur Einführung eines neuen Spülmittels in einem einmaligen Werbefeldzug 60 Mio € aus. Welche bilanziellen Konsequenzen ergeben sich hieraus? Aufgabe 8 Ein selbständiger Ingenieur (I) stellt die Bilanz zum 31.12. des Jahres 1 am 13.8. des Jahres 2 auf. Eine Forderung an B von 3.000 € ist durch den nach dem Bilanzstichtag eingetretenen Tod des B und Verfall des Betriebs wegen fehlender fachkundiger Erben nicht mehr voll realisierbar. Wie hat I die Forderung bilanziell zu behandeln? Aufgabe 9 F betreibt als Einzelunternehmer eine Maschinenfabrik. Rohstoffe mit Anschaffungskosten in Höhe von 30.000 € bewertet er zu Wiederbeschaffungspreisen in Höhe von 50.000 €. Ist dies zulässig? 6 Aufgaben 1 - 16 313 Aufgabe 10 Der Gewerbetreibende Werner Müller (M) kauft am 1.10. des Jahres 1 ein bebautes Grundstück, das er anschließend zu eigenen gewerblichen Zwecken nutzt. Das aufstehende Gebäude besteht aus Kellerräumen und Erdgeschoss. Der Kaufpreis von insgesamt 920.000 € wird im Kaufvertrag wie folgt aufgeteilt: € Grund und Boden 230.000 Gebäude 690.000 In dem Kaufpreis ist Grundsteuer, die vor dem 1.10. des Jahres 1 fällig war, von dem bisherigen Eigentümer aber noch nicht gezahlt wurde, i. H. v. 3.600 € enthalten. M bucht folgende Ausgaben als Aufwendungen: € Grunderwerbssteuer 32.200 Notariatskosten 9.200 Kosten der Grundbucheintragung 4.800 Maklergebühren 54.000 Grundsteuer 1.800 Die Grundsteuer von 1.800 € betrifft den Fälligkeitstermin 15.11.1. Die Gebäude-AfA beträgt gem. § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG jährlich 3 % der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Nehmen Sie bitte zu dem geschilderten Sachverhalt Stellung und entwickeln Sie das Gebäudekonto in Staffelform bis zum 31.12. des Jahres 2. Aufgabe 11 Der Gewerbetreibende M lässt im Jahre 1 auf ihm gehörenden Grund und Boden, den er Anfang des Jahres 1 mit seinem Teilwert von 500.000 € in sein Betriebsvermögen einlegt, ein Gebäude errichten. Das Gebäude nutzt er anschließend zu 1/5 eigengewerblich, zu 2/5 zu eigenen Wohnzwecken, den Rest des Gebäudes vermietet er im Interesse seines Geschäfts an einen Einzelhändler. Tag der Fertigstellung des Gebäudes ist der 20.12.1. Nach der Schlussabrechnung des bauleitenden Architekten betragen die Herstellungskosten des Gebäudes 2.000.000 €. Hierin sind folgende Beträge enthalten: € Architektenhonorar 90.000 Zinsen und Verwaltungskosten einer Bank 25.000 Vermittlungsgebühren für Hypothekenbeschaffung 10.000 Rechtsanwalts- und Gerichtsgebühren für Hypothekenangelegenheiten 15.000 Die Löhne von Betriebsangehörigen, die bei dem Aufbau mitgeholfen haben, und die dem Betrieb entnommenen Materialien sind im betrieblichen Aufwand enthalten. Folgender Aufwand ist dem Betrieb entstanden: € Materialien 30.000 Löhne 50.000 Außerdem hat der Steuerpflichtige eigene Arbeitsleistungen erbracht, deren Wert er auf 10.000 € schätzt. Diesen Betrag hat er ebenfalls als Aufwand verbucht. 314 Teil III: Steuerbilanzen M hat sämtliche Aufwendungen und Erträge, die mit dem Grundstück zusammenhängen, in seiner Buchführung erfasst. Auch bilanziell wünscht er eine Erfassung des gesamten Grundstücks. Nehmen Sie Stellung zu dem Sachverhalt und entwickeln Sie das Gebäudekonto in Staffelform bis zum 31.12.2. Sollten an einem Bilanzstichtag (jeweils 31.12.) mehrere Bilanzansätze zulässig sein, so ist davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige den niedrigsten anzusetzen wünscht. Aufgabe 12 Ein Arzt, der nach § 4 Abs. 1 EStG bilanziert, kauft am 2. Januar des Jahres 1 einen PKW für 48.000 €. Die Anschaffungsnebenkosten sind in diesem Betrag enthalten. Die voraussichtliche Nutzungsdauer des PKW beträgt 6 Jahre. Im September des Jahres 1 bringt die Herstellerfirma des PKW ein wesentlich verbessertes Modell heraus. Das auslaufende Modell ist nunmehr für 36.000 € einschließlich Nebenkosten erhältlich. Die Voraussetzungen des § 7g EStG sind nicht erfüllt, da der Arzt den PKW zu 30 % für private Zwecke nutzt. Ermitteln Sie den Bilanzansatz zum 31.12. des Jahres 1 unter der Voraussetzung, dass der Arzt a) einen möglichst hohen, b) einen möglichst niedrigen Bilanzansatz wünscht. Es ist das für 2011 geltende Recht anzuwenden. Aufgabe 13 Gesellschaftszweck der V-GmbH ist die Errichtung, der Erwerb, die Vermietung und Verwaltung von Wohnungen. In ihrer Handelsbilanz schreibt sie verschiedene Wohngebäude lediglich mit 1 % p. a. ab. Wie ist steuerlich zu verfahren? Aufgabe 14 Ein Gewerbetreibender kauft im Januar des Jahres 1 eine Maschine, deren Gesamtleistung er auf 1 Mio Arbeitsverrichtungen schätzt, zum Preis von 100.000 €. Anhand eines Zählwerks stellt er fest, dass die Maschine die folgende Anzahl von Verrichtungen aus- übt: Jahr 1 Jahr 2 Jahr 3 Jahr 4 Jahr 5 Jahr 6 Jahr 7 Jahr 8 Jahr 9 80.000 120.000 100.000 150.000 80.000 130.000 120.000 100.000 80.000 Die Maschine hat eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 10 Jahren. Am 28.12. des Jahres 9 geht die Maschine infolge eines Totalschadens unter. Entwickeln Sie das Maschinenkonto unter Anwendung der Methode der linear-gleichbleibenden, der geometrisch-degressiven und der AfA nach Maßgabe der Leistung. Hierbei sind die bei jeder Methode höchstzulässigen AfA-Werte anzusetzen. Die Voraussetzungen des § 7g EStG sind nicht erfüllt. Gehen Sie - entgegen dem seit dem Jahr 2011 geltenden Recht - davon aus, dass eine geometrisch-degressive AfA mit einem Höchstsatz von 20 % steuerrechtlich zulässig ist. 6 Aufgaben 1 - 16 315 Aufgabe 15 Am 15.3. des Jahres 1 erwirbt die X-GmbH für ihre Büroräume 500 Papierkörbe zum Stückpreis von 20 €. Sie will diese aktivieren und steuerlich auf 10 Jahre linear-gleichbleibend abschreiben. Nehmen Sie hierzu bitte Stellung. Aufgabe 16 Der vorläufige Jahresüberschuss, zugleich vorläufiger steuerlicher Gewinn, der Y-GmbH im Wirtschaftsjahr 3 beträgt 902.820 €. Folgende Gewerbesteuerbeträge sind erfolgswirksam verbucht worden: € Erstattung für das Jahr 1 15.600 Vorauszahlungen zum 15.2., 15.5. und 15.8.3 je 30.210 € 90.630 Vorauszahlung zum 15.11. 42.360 Ende des Jahres 1 wurde festgestellt, dass für jenes Jahr Gewerbesteuer i. H. v. 15.600 € zu viel gezahlt worden war. In Höhe dieses Betrages wurde in der Bilanz zum 31.12.1 ein Erstattungsanspruch aktiviert. In dem Betriebsvermögen der Y-GmbH ist ein Betriebsgrundstück mit einem Einheitswert von 4.820.000 € enthalten. Die auf diesem Grundstück ruhende Hypothekenschuld von nominal 8.000.000 € ist zu 8 % verzinslich, jeweils bezogen auf den Hypothekenrestbetrag. Im Wirtschaftsjahr 3 sind 621.930 € Hypothekenzinsen gewinnmindernd berücksichtigt worden. Für kurzfristige Verbindlichkeiten, insbesondere Kontokorrentverbindlichkeiten, hat die Y-GmbH im Jahr 3 insgesamt 92.862 € gezahlt und als Aufwand verbucht. Weitere Gründe für Hinzurechnungen und Kürzungen nach dem GewStG als sich aus dem voranstehenden Sachverhalt ergeben, sind nicht vorhanden. Ermitteln Sie bitte den Gewerbeertrag, die Gewerbesteuerschuld, die Gewerbesteuerrückstellung, den Jahres- überschuss, den Steuerbilanzgewinn und den Gewinn aus Gewerbebetrieb der Y-GmbH für das Jahr 3. Der Gewerbesteuerhebesatz der Gemeinde beträgt 380 %. Es ist das im Jahre 2011 geltende Steuerrecht anzuwenden. 7 Besonderheiten bei Personengesellschaften 7.1 Gewinnermittlung und Gewinnverteilung Der steuerliche Gewinn einer Personengesellschaft wird nach den §§ 179 und 180 AO gesondert und einheitlich festgestellt124. Dies bedeutet, dass zunächst der steuerliche Gewinn für die Gesamtheit der Mitunternehmer festzustellen ist. Danach ist der Gesamtgewinn auf die einzelnen Mitunternehmer zu verteilen. Hierbei sind zunächst etwaige Vorabgewinne denjenigen Gesellschaftern zuzurechnen, die sie bezogen haben. Vorabgewinne sind ,,... die Vergütungen, die der Gesellschafter von der Gesellschaft für seine Tätigkeit im Dienst der Gesellschaft oder für die Hingabe von Darlehen oder für die Überlassung von Wirtschaftsgütern bezogen hat“ (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG)125. Allen Arten von Vorabgewinnen ist gemeinsam, dass sie handelsrechtlich Aufwendungen der Gesellschaft darstellen, steuerrechtlich aber Gewinnbestandteile sind. Typische Vorabgewinne sind folgende Einnahmen, die ein Gesellschafter von der Gesellschaft bezieht: • Gehaltszahlungen für eine Geschäftsführertätigkeit, • Zinseinnahmen für ein der Gesellschaft gewährtes Darlehen, • Miet- oder Pachteinnahmen für ein an die Gesellschaft vermietetes oder verpachtetes Grundstück. Der nach der Zurechnung der Vorabgewinne verbleibende Gewinn ist nach dem Gewinnverteilungsschlüssel auf die Gesellschafter zu verteilen. Die zivilrechtliche Gewinnverteilung ist in den Gesellschaftsverträgen meist abweichend von den gesetzlichen Bestimmungen (§§ 121, 168 HGB) geregelt. Dies ist zulässig, da die Vorschriften des HGB nach § 109 HGB insoweit dispositives Recht beinhalten. Der Gesamtgewinn der Gesellschaft unterliegt, sofern die Mitunternehmerschaft die Voraussetzungen des § 15 Abs. 2 EStG erfüllt126, grundsätzlich als Gewinn aus Gewerbebetrieb der Gewerbesteuer. Die einzelnen Mitunternehmer haben die ihnen zugerechneten Gewinnanteile der Einkommensteuer zu unterwerfen. 7.2 Bilanz der Gesellschaft Grundlage der Ermittlung des steuerlichen Gewinns einer Mitunternehmerschaft ist die aus der Handelsbilanz abgeleitete Steuerbilanz der Gesellschaft. Häufig ist die Steuerbilanz mit der Handelsbilanz identisch, weil die Gesellschaft nur eine Bilanz erstellt und in dieser nach steuerrechtlichen Grundsätzen bilanziert und bewertet (Einheitsbilanz). 124 Vgl. Teil II, Gliederungspunkt 2.2.5; Teil VI, Gliederungspunkt 3.4.3. 125 Hinsichtlich der Vorabgewinne vgl. Teil II, Gliederungspunkt 2.2.5.2. 126 Hinsichtlich dieser Voraussetzungen s. Teil II, Gliederungspunkte 2.2.1.1 und 4.2.1.

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Der »Klassiker« zur betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist gerade für Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen ein hervorragendes Lehrbuch. Durch die integrierten Aufgaben mit Lösungen kann der Wissensstoff gleich angewendet werden.

Die Schwerpunkte im Überblick

* Grundlagen und Grundbegriffe, Durchführung der Besteuerung

* Ertragsteuern

* Steuerbilanzen

* Bewertungsgesetz und Substanzsteuern

* Verkehrsteuern

* Prinzipien des Steuerrechts und Besteuerungsverfahren.