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7.1 Einführung in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 1: Besteuerung, page 229 - 229

6. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-4197-0, ISBN online: 978-3-8006-4341-7, https://doi.org/10.15358/9783800643417_229

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7 Zuschlagsteuern, Zulagen, Prämien 7.1 Einführung Als Zuschlagsteuern werden diejenigen Steuerarten bezeichnet, deren Bemessungsgrundlage eine andere Steuerschuld ist. Das Ertragsteuerrecht kennt derzeit zwei derartige Steuerarten, und zwar die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag. Während Kirchensteuer bereits seit Jahrzehnten erhoben wird, ist Solidaritätszuschlag erstmalig während der Jahre 1991 und 1992 erhoben und dann wieder abgeschafft worden. Zum 1.1.1995 ist er dann erneut eingeführt worden. Seither wird er ununterbrochen erhoben. Die Begründung für seine Erhebung ist die Finanzierung der Kosten der deutschen Vereinigung. Im politischen Raum gibt es seit seiner Einführung eine heftige Diskussion über eine Senkung und spätere Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Nach dem derzeitigen Rechtsstand wird er allerdings zeitlich unbefristet erhoben. Während die Steuerpflichtigen Zuschlagsteuern an das Finanzamt zu entrichten haben, erhalten sie unter in den einschlägigen Gesetzen näher formulierten Voraussetzungen von diesem Zulagen oder Prämien. Zuschlagsteuern stellen also Zahlungen des Steuerpflichtigen an das Finanzamt, Zulagen und Prämien stellen Zahlungen des Finanzamts an den Steuerpflichtigen dar. Zulagen und Prämien können also als negative Steuern aufgefasst werden. So sieht es offenbar auch der Gesetzgeber, der in den einschlägigen Gesetzen zumindest bestimmte Vorschriften des steuerlichen Verfahrensrechts für anwendbar erklärt. Als Zulagen und Prämien kommen derzeit (Sommer 2011) in Betracht: • Investitionszulagen nach dem Investitionszulagengesetz 2010 (InvZulG 2010), • Arbeitnehmer-Sparzulagen nach dem Fünften Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG) und • Wohnungsbauprämien nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz (WoPG). Nachfolgend soll auf die einzelnen Arten von Zuschlagsteuern, Zulagen und Prämien kurz eingegangen werden. 7.2 Kirchensteuer Kirchensteuern sind Geldleistungen, die von den als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannten Religionsgemeinschaften von ihren Mitgliedern aufgrund gesetzlicher Vorschriften erhoben werden. Die Anerkennung einer Religionsgemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts richtet sich nach Landesrecht. Dabei handelt es sich vor allem um die evangelischen, katholischen und jüdischen Kirchengemeinden. Der Rahmen, innerhalb dessen die einzelnen Religionsgemeinschaften Kirchensteuer erheben können, wird durch das Kirchensteuergesetz des jeweiligen Bundeslandes abgesteckt.

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Der »Klassiker« zur betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist gerade für Studierende der Betriebswirtschaft an Universitäten und Fachhochschulen ein hervorragendes Lehrbuch. Durch die integrierten Aufgaben mit Lösungen kann der Wissensstoff gleich angewendet werden.

Die Schwerpunkte im Überblick

* Grundlagen und Grundbegriffe, Durchführung der Besteuerung

* Ertragsteuern

* Steuerbilanzen

* Bewertungsgesetz und Substanzsteuern

* Verkehrsteuern

* Prinzipien des Steuerrechts und Besteuerungsverfahren.