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4.7 Aufgaben 31 - 33 in:

Dieter Schneeloch

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 1: Besteuerung, page 208 - 209

6. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-4197-0, ISBN online: 978-3-8006-4341-7, https://doi.org/10.15358/9783800643417_208

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4 Gewerbesteuer 179 Auf der Grundlage der ihnen zugewiesenen Anteile am Steuermessbetrag erteilen die einzelnen Gemeinden Gewerbesteuerbescheide. 4.7 Aufgaben 31 - 33 Aufgabe 31 Joseph Huber (H) betreibt in A-Dorf eine Weinstube und in B-Stadt ein Textil-Einzelhandelsgeschäft. Im Jahre 1 beträgt der steuerliche Gewinn der Weinstube 52.406 € und der des Textilgeschäfts 27.112 €. Sachverhalte, die zu Hinzurechnungen oder Kürzungen nach den §§ 8 und 9 GewStG führen könnten, sind nicht vorhanden. Der Gewerbesteuerhebesatz der Gemeinde A-Dorf für das Jahr 1 beträgt 300 %, der der Gemeinde B-Stadt 500 %. Prüfen Sie, ob und ggf. welche gewerbesteuerlichen Folgen und sich daran anschließende Folgen nach § 35 EStG sich aus dem geschilderten Sachverhalt ergeben. Aufgabe 32 Die Mommsen und Ranke OHG betreibt in B-Stadt einen Verlag. An der OHG sind die Gesellschafter Mommsen und Ranke zu je 50 % beteiligt. Während der Jahre 1 bis 5 erzielt die OHG folgende steuerliche Gewinne bzw. Verluste: Jahr Gewinn (+) bzw. Verlust (./.) in € 1 + 150.427 2 + 190.315 3 ./. 410.940 4 + 185.792 5 + 152.854 Gründe für Hinzurechnungen und Kürzungen nach den §§ 8 und 9 GewStG sind nicht vorhanden. Ermitteln Sie für alle genannten Jahre die Gewerbesteuer, und geben Sie an, ob und in welcher Höhe über das Jahr 5 hinaus ein vortragsfähiger Verlust verbleibt. Der Gewerbesteuerhebesatz in B-Stadt beträgt 300 %. Aufgabe 33 Der Gewinn aus Gewerbebetrieb der X-GmbH im Jahr 1 beträgt 1.620.844 €. Diesen Gewinn haben folgende als Aufwand verbuchte Beträge gemindert: € Bankzinsen 2.844.930 Gewinnanteil des typischen stillen Gesellschafters 11.000 Leasingraten für geleaste Kfz 92.860 Lizenzgebühren 240.800 In den Erträgen der X-GmbH sind 44.927 € Anteile am Gewinn des Jahres 1 der Y-KG enthalten. Die X-GmbH ist an der Y-KG als Kommanditistin beteiligt. Im Betriebsvermögen der X-GmbH sind Betriebsgrundstücke enthalten. Der Einheitswert der Grundstücke (ohne Erhöhung nach § 121a BewG) beträgt 150.000 €. Es ist die Gewerbesteuer der X-GmbH für das Jahr 1 zu ermitteln. Der Gewerbesteuerhebesatz beträgt 480 %. 5 Transaktionen zwischen einer Kapitalgesellschaft und ihren Gesellschaftern 5.1 Überblick und Grundsätze An früherer Stelle wurde bereits dargestellt, dass durch den Abschluss von Schuldverträgen zwischen einer Personengesellschaft und ihren Gesellschaftern grundsätzlich keine Gewinnminderungen mit steuerlicher Wirkung erreichbar sind133. Leistungsvergütungen aufgrund derartiger Schuldverträge, also z. B. Gehalts-, Miet-, Pacht- oder Zinszahlungen der Gesellschaft an den Gesellschafter, sind zwar handelsrechtlich Aufwand, steuerlich aber Vorabgewinn i. S. d. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG. Als wichtigste Konsequenz ergibt sich hieraus, dass Leistungsvergütungen an einen Gesellschafter den Gewerbeertrag der Personengesellschaft nicht mindern. Völlig anders verhält es sich beim Abschluss von Schuldverträgen zwischen einer Kapitalgesellschaft und ihren Gesellschaftern: Die handelsrechtlichen Folgen derartiger Verträge werden steuerrechtlich grundsätzlich anerkannt. Schließt z. B. eine Kapitalgesellschaft mit einem ihrer Gesellschafter einen Anstellungsvertrag ab, so sind die daraus resultierenden Gehaltszahlungen grundsätzlich abzugsfähige Betriebsausgaben. Das gilt auch dann, wenn der Gesellschafter einen beherrschenden Einfluss auf die Gesellschaft ausübt oder er sogar Alleingesellschafter ist. Die Gesellschafter von Kapitalgesellschaften können also von der Gesellschaft mit steuerlicher Wirkung Gehalts-, Miet- oder Pachtzahlungen und Zinsen für ein der Gesellschaft gewährtes Darlehen (Gesellschafterdarlehen) erhalten. Derartige Leistungsvergütungen sind sowohl handelsrechtliche Aufwendungen als auch steuerlich abzugsfähige Betriebsausgaben. Von dem Grundsatz, dass Schuldverträge zwischen einer Kapitalgesellschaft und ihren Gesellschaftern steuerliche Wirkung zeitigen, gibt es allerdings Ausnahmen. Derartige Ausnahmen ergeben sich immer dann, wenn Schuldverträge oder einzelne Folgen von Schuldverträgen steuerlich als Ausfluss des Gesellschaft-Gesellschafter-Verhältnisses umgedeutet werden. Dies kann nun keinesfalls willkürlich geschehen, vielmehr nur dann, wenn gesetzliche oder von der Rechtsprechung entwickelte Voraussetzungen vorliegen. Der Grundsatz, dass Schuldverhältnisse zwischen einer Kapitalgesellschaft und ihren Gesellschaftern steuerlich wirksam sind, wird durch die Ausnahmen keinesfalls in sein Gegenteil verkehrt. Schuldverträge bzw. einzelne Folgen von Schuldverträgen zwischen einer Kapitalgesellschaft und einem ihrer Gesellschafter werden dann steuerlich nicht anerkannt, wenn die Voraussetzungen entweder 133 Vgl. Gliederungspunkt 2.2.5.2.

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Zusammenfassung

Die betriebswirtschaftliche Steuerlehre für BWLer.

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Die Schwerpunkte im Überblick

* Grundlagen und Grundbegriffe, Durchführung der Besteuerung

* Ertragsteuern

* Steuerbilanzen

* Bewertungsgesetz und Substanzsteuern

* Verkehrsteuern

* Prinzipien des Steuerrechts und Besteuerungsverfahren.