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2. Der Prozess der multiplen Geldschöpfung in:

Otmar Issing

Einführung in die Geldtheorie, page 65 - 76

15. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3810-9, ISBN online: 978-3-8006-4315-8, https://doi.org/10.15358/9783800643158_65

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

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An der gesamten Geldmenge (Bargeld Ê Geschäftsbankengeld), über die der Nichtbankensektor verfügen kann, hat sich durch diesen Vorgang, anders als im Falle der aktiven Geldschöpfung, nichts geändert. Analoges gilt, wenn das Unternehmen Buchgeld in Bargeld umwandelt, also einen Betrag vom Girokonto in bar abhebt. Das Kreditinstitut verhält sich bei diesem Vorgang passiv; im Übrigen handelt es sich bei der Entgegennahme einer Einzahlung um ein Passivgeschäft. Man bezeichnet diesen Akt der Geldschöpfung daher auch als passive Schaffung von Geschäftsbankengeld. Diese ist auch dann gegeben, wenn Überweisungen von einem Girokonto auf ein Girokonto bei einer anderen Bank stattfinden. Ob die Geldmenge durch Einzahlungen bzw. Umbuchungen auf Termin- bzw. Sparguthaben verändert wird, hängt von der gewählten Geldmengendefinition ab. Geht man von der Größe M1 aus, bedeutet eine Bareinzahlung auf ein Termin- oder Sparkonto oder eine Umbuchung vom Girokonto auf ein Termin- oder Sparguthaben zunächst einmal eine Verringerung der Geldmenge, während sich etwa die Größe M3 bei derartigen Umschichtungen, entsprechende Fristigkeiten von Termin- und Spareinlagen vorausgesetzt, nicht verändert. Den weiteren Ausführungen liegt zunächst die enge Geldmengenabgrenzung M1 zugrunde. Zusammenfassung: (1) Geschäftsbankengeld wird geschaffen (vernichtet), wenn sich die Summe der Sichtguthaben der Nichtbanken bei den Geschäftsbanken erhöht (vermindert). (2) Aktive Geldschöpfung liegt vor, wenn nicht-monetäre Aktiva des Nichtbankensektors durch Kreditinstitute monetisiert werden; aktive Geldschöpfung führt zu einer Erhöhung der gesamten Geldmenge. (3) Im Falle der passiven Geldschöpfung durch den Geschäftsbankensektor ändert sich die Gesamtgeldmenge nicht, da hier lediglich eine Umwandlung einer Geldart in eine andere vorgenommen wird. 2. Der Prozess der multiplen Geldschöpfung a) Die Geldschöpfungsmöglichkeit der einzelnen Bank Kreditinstitute können Geschäftsbankengeld, aber kein Zentralbankgeld schaffen. Nachdem die Sichtguthaben bei den Geschäftsbanken jedoch jederzeit durch Scheck oder Überweisung abgerufen oder in Bargeld umgetauscht werden können, stehen die Kreditinstitute vor einem Liquiditätsproblem, da sie Zahlungen in einem Zahlungsmittel (Zentralbankgeld) leisten müssen, das sie selbst nicht schaffen können. Jede einzelne Bank hat also bei ihrer Schaffung von Geschäftsbankengeld zu beachten, dass damit gleichzeitig Ansprüche auf Umwandlung in Zentralbankgeld entstehen. Die einzelne Bank muss daher jeweils einen „Vorrat‘‘, eine Reserve an Zentralbankgeld, eine sog. Barreserve halten, die groß genug ist, um die entstehenden Verluste an Zentralbankgeld ausgleichen zu können. Welche Möglichkeiten besitzt nun die einzelne Bank, Geschäftsbankengeld zu schaffen? Angenommen, bei einer Geschäftsbank A werde ein Betrag in Höhe von 2000 in bar auf ein Girokonto eingezahlt. Die Bank schreibt dem Kunden diesen Betrag gut, es sind also 2000 Einheiten Geschäftsbankengeld (passiv) geschaffen worden. Gleichzeitig verfügt die Bank jetzt über zusätzliche 2000 Einheiten Zentralbankgeld. 58 III. Das Geldangebot Nun wissen die Banken aber aus Erfahrung, dass zur Wahrung ihrer Liquidität – vom Sonderfall eines allgemeinen „Run‘‘ abgesehen – eine 100%ige Barreservehaltung nicht nötig ist, sondern ein wesentlich geringerer Prozentsatz ausreicht. Wie im Eingangskapitel schon erwähnt, schreibt die Notenbank den Kreditinstituten heute in vielen Ländern eine sog. Mindestreserve vor, die in Form von Sichtguthaben bei der Notenbank zu unterhalten ist. Es sei hier angenommen, dass der Mindestreservesatz effektiv, d.h. mindestens so hoch ist wie das Verhältnis zwischen Bestand an Zentralbankgeld und Sichtverbindlichkeiten, das die Kreditinstitute aus Gründen der Liquidität ohnehin realisieren müssten. Ferner sei unterstellt, dass die Geschäftsbanken keine Überschussreserven halten wollen, die tatsächlichen Zentralbankguthaben also genau dem Mindestreservesoll entsprechen; von der Existenz eines Bestandes an Zentralbankgeld in Form von Banknoten und Münzen bei den Kreditinstituten sei der Einfachheit halber abgesehen. Beträgt nun z.B. der Mindestreservesatz für Sichtverbindlichkeiten 25% (r Ë 1/4), so entsteht durch die Einzahlung bei der Bank A eine Mindestreservepflicht von 500 und eine Überschussreserve von 1500. Will die Bank keine Überschussreserve halten, weil diese keinen Ertrag abwirft, kann sie einem anderen Kunden Kredit geben, indem sie ihm den Betrag von 1500 auf seinem Konto gutschreibt. Durch diese Gutschrift hat die Bank A wiederum Geschäftsbankengeld geschaffen, doch handelt es sich dieses Mal um eine aktive Geldschöpfung. Die Bilanz der Bank hat jetzt folgendes Aussehen: Aktiva Geschäftsbank A Passiva Zentralbankgeld Kredite 2000 1500 Sichtverbindlichkeiten 3500 Von dem Betrag an Zentralbankgeld in Höhe von 2000 stellen 500 die Mindestreserve gegenüber der ursprünglichen Einzahlung dar; folglich ist das durch die Kreditgewährung geschaffene Geschäftsbankengeld in Höhe von 1500 zu 100% durch Zentralbankgeld „gedeckt‘‘. Kann die Bank ihre Reservehaltung gegenüber diesem Betrag nicht auch auf 25% reduzieren? Gibt die Bank einem Kunden Kredit und schreibt ihm diesen Betrag auf sein Girokonto gut, so muss sie damit rechnen, dass der Kunde über diesen Kredit auch verfügen wird; schließlich muss der Kunde Zinsen bezahlen und wird daher den Kredit in aller Regel nur aufnehmen, wenn er ihn für Zahlungen benötigt. Der Kreditnehmer kann über den Kredit nun entweder bargeldlos, d.h. durch Scheck bzw. Überweisung oder durch Barabhebung verfügen. Hebt der Kunde den Betrag in bar ab, weil er ihn beispielsweise für Lohnzahlungen benötigt, verliert die Bank Bargeld in Höhe des gesamten Kreditbetrages. Aber auch wenn der Kunde den Betrag an einen Geschäftspartner überweist, der sein Konto bei einer anderen Bank hat, führt diese Überweisung zu einem Zentralbankgeldverlust der A-Bank. Überweist der Kunde der A-Bank den Kreditbetrag auf das Konto seines Geschäftspartners bei der B- Bank, so schreibt die B-Bank dem Empfänger der Überweisung diesen Betrag auf seinem Konto gut; gleichzeitig vermindert sich das Notenbankguthaben der A-Bank um diesen Betrag, der dem Notenbankguthaben der B-Bank gutgeschrieben wird. Indem der Kunde der A-Bank über den Kredit durch Barabhebung, Scheck oder Überweisung verfügt, ist das aktiv geschaffene Geschäftsbankengeld vernichtet wor- 2. Der Prozess der multiplen Geldschöpfung 59 den. Da die kreditgewährende Bank in jedem Falle Zentralbankgeld in voller Höhe des aktiv geschaffenen Geschäftsbankengeldes zu verlieren scheint, könnte man annehmen, dass eine einzelne Bank Geld aktiv immer nur in Höhe ihrer Überschussreserve schaffen kann. Diese Annahme erweist sich jedoch nur unter zwei Voraussetzungen als richtig. (1) Besteht für die einzelne Bank jederzeit (in Grenzen) die Möglichkeit der Zentralbankgeldbeschaffung, etwa durch die Verpfändung von Wertpapieren bei der Notenbank, ist die Existenz einer Überschussreserve nicht länger Voraussetzung bzw. Obergrenze für die aktive Geldschöpfung. (2) Sofern der Kreditnehmer den Betrag auf das Konto eines Kunden der gleichen Bank überweist oder falls der ausgestellte Scheck dort zur Gutschrift vorgelegt wird, geht der A-Bank kein Zentralbankgeld verloren. Die Wahrscheinlichkeit für diese Möglichkeit wächst mit dem Anteil der Bank am Geschäft aller Banken und der Verbreitung des Zweigstellennetzes der Bank; von diesen Faktoren hängt es auch ab, inwieweit die Bank mit dem Rückfluss eines gewissen Teils der in bar abgehobenen Beträge via Einzahlungen rechnen kann. Nachdem die Banken gewisse Erfahrungswerte über diese Wahrscheinlichkeit besitzen, können sie in diesem Rahmen bei der (aktiven) Geldschöpfung über ihre Überschussreserven hinausgehen. Um die Darstellung des Vorgangs der Buchgeldschöpfung zu vereinfachen, sei im weiteren von diesen beiden Modifikationen zunächst abgesehen und damit unterstellt, dass die einzelne Bank aktiv Geschäftsbankengeld nur in Höhe ihrer Überschussreserve schaffen kann und von dieser Möglichkeit auch tatsächlich Gebrauch macht. b) Geldschöpfung im Geschäftsbankensystem Gehen wir nun davon aus, dass der Kreditnehmer der A-Bank den Betrag von 1500 auf ein Konto bei der B-Bank überweist, so werden dort 1500 passive Sichtdepositen geschaffen. Gleichzeitig erhöht sich der Zentralbankgeldbestand der B- Bank um den gleichen Betrag; es entsteht dort eine Überschussreserve in Höhe von 1125, da sich die Mindestreserve gegenüber den Sichtverbindlichkeiten von 1500 auf 375 beläuft. Die B-Bank kann nun wiederum Kredit in Höhe ihrer Überschussreserve geben, also aktiv Geschäftsbankengeld schaffen. Wird dieser Betrag ebenfalls für Überweisungen auf ein Konto einer anderen Bank verwendet, entstehen dort wiederum Sichtdepositen und Überschussreserven etc. Unter den genannten Bedingungen würde also jetzt im gesamten Bankensystem ein Prozess der Geldschöpfung ablaufen, der nach theoretisch unendlich vielen Perioden erst dann beendet ist, wenn bei keiner Bank mehr Überschussreserven auftreten. Dies ist dann der Fall, wenn die gesamte ursprüngliche Überschussreserve in Höhe von 1500 zur Mindestreserve geworden ist; die gesamte zusätzliche Geldschöpfung müsste die Summe von 6000 erreicht haben, d.h. das 1/r-fache der ursprünglichen Überschussreserve. Nun könnte dieser Prozess aber nur dann in dieser Form verlaufen, wenn das Geschäftsbankensystem dabei kein Zentralbankgeld an den Nichtbankensektor „verliert‘‘; hebt m.a.W. auch nur ein Kunde sein Guthaben ganz oder zum Teil in bar ab und kehrt dieses Zentralbankgeld nicht durch Einzahlungen wieder ins Bankensystem zurück, kann die gesamte Geldschöpfung die errechnete Summe nicht erreichen. Werden jedoch in einer Volkswirtschaft die beiden Geldarten Bargeld und Geschäftsbankengeld gleichzeitig verwendet, so ist mit solchen Abzügen immer wieder 60 III. Das Geldangebot zu rechnen. Diesem Umstand soll zunächst durch die einfache Annahme Rechnung getragen werden, dass dem Bankensystem jeweils ein bestimmter Bruchteil des aktiv geschaffenen Geschäftsbankengeldes (c Ë 1/3) in bar abverlangt wird. Der Geldschöpfungsprozess wird dann in folgender Weise modifiziert. Die A-Bank verfügt anfangs über 1500 Überschussreserve. Sie gibt einen Kredit in Höhe von 1500, von diesem Betrag wird 1/3 in Form von Bargeld abgezogen, während die restlichen 1000 auf ein Konto bei der B-Bank überwiesen werden. Dort entstehen jetzt Überschussreserven in Höhe von 750 (Mindestreserve Ë 250); von den zusätzlich geschaffenen Depositen in Höhe von 750 werden wieder 1/3 in bar abgezogen und 2/3 für eine Überweisung verwendet usw. In der folgenden Übersicht ist dieser Ablauf noch einmal festgehalten: A 1500 1500 1500 500 B 1000 1000 250 750 750 750 250 C 500 500 125 375 375 375 125 D 250 250 · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Summen: 2000 500 3000 1000 Die Werte der einzelnen Spalten bilden eine unendliche geometrische Reihe. Für die aktiv geschaffenen Depositen gilt z.B.: 1500Ê 1500 1 1 3 1 1 3 1 4 Ê 1500 1 1 3 1 1 3 1 4 2 Ê . . . Die allgemeine Summenformel für eine unendliche geometrische Reihe lautet: X1 nË0 aqn Ë 1 1 q ; mit j q j < 1. Für das Beispiel der aktiv geschaffenen Depositen bzw. Kredite (DKr) gilt: q Ë 1 1 3 1 1 3 1 4 Ë 1 2 ; a Ë 1500: P Kr Ë 1 1 q a Ë 1 1 0;5 1500 Ë 3000. Bei gleichem q ergeben sich für die anderen Spalten die angegebenen Summen; die Zunahme der Mindestreserven um 500 und des Bargeldumlaufs im Nichtbankensektor um 1000 entsprechen in ihrer Summe dem ursprünglichen Betrag der Überschussreserve bei der A-Bank, durch den der Buchgeldschöpfungsprozess ausgelöst wurde. Setzt man in der Formel für q die allgemeinen Werte c und r (für 1/3 und 1/4) ein, so erhält man für den Quotienten 1 1 q den Ausdruck: B an k pa ss iv e D ep os it en Z uf lu ss an Z en tr al ba nk ge ld M in de st re se rv e Ü be rs ch us sre se rv e ak ti ve D ep os it en V er lu st an Z en tr al ba nk ge ld B ar ge ld ab fl us s in N ic ht ba n- 2. Der Prozess der multiplen Geldschöpfung 61 (3) x Ë 1 cÊ r À1 cÉ . x ist der sog. Geldschöpfungsmultiplikator (für das Geschäftsbankengeld). Er gibt das Vielfache an, das unter den genannten Bedingungen an (aktivem) Geschäftsbankengeld entsteht. Dieser Prozess der multiplen Geldschöpfung im Geschäftsbankensektor wurde in dem dargestellten Beispiel durch das Entstehen einer Überschussreserve (ÜR) ausgelöst. Für die Summe der zusätzlichen Kredite (DKr) bzw. des aktiv geschaffenen Geschäftsbankengeldes gilt: (4) P D Kr Ë x · ÜR Ë 1 cÊ r À1 cÉ · ÜR . Für r Ë 1/4 und c Ë 1/3 wird der Multiplikator 2, die Summe der zusätzlichen Kredite beträgt also im Falle der Überschussreserve von 1500 wie bereits errechnet 3000. Dieses „Modell‘‘ des Prozesses der multiplen Geldschöpfung im Geschäftsbankensektor beruht auf einer ganzen Reihe von Annahmen, die teils bereits erwähnt, teils implizit zugrunde gelegt wurden: (1) Die Kreditinstitute halten keine Überschussreserven und keine Bargeldbestände. (2) Es besteht eine Kreditnachfrage in der Höhe, in der die Banken Kredite zu geben wünschen. (3) Die Kreditinstitute können sich im Bedarfsfall kein zusätzliches Zentralbankgeld verschaffen. (4) In dem dargestellten Beispiel verfügen die Besitzer passiver Sichtdepositen nicht über ihre Guthaben; dies ist jedoch keine für den Ablauf des Prozesses notwendige Bedingung, entscheidend ist lediglich, dass durch Verfügungen über diese Einlagen dem Geschäftsbankensektor kein Bargeld verlorengeht. (5) Die Kreditnehmer, d.h. die Besitzer aktiver Depositen, verwenden den vollen Kreditbetrag zu Zahlungen, und zwar teils in Form von Bargeld, teils bargeldlos. (6) Von der Bedeutung des Zweigstellennetzes für die Geldschöpfungsmöglichkeit der einzelnen Bank wurde abgesehen. c) Das Geldbasiskonzept Der Geldschöpfungsprozess wird in der Darstellung der älteren Literatur meist durch die Existenz von Überschussreserven ausgelöst, die dann durch die Kreditvergabe der Geschäftsbanken und die damit einhergehenden Zentralbankgeldverluste in Form erhöhter Mindestreserven und eines vergrößerten Bargeldumlaufs sukzessive abgebaut werden. In der Realität spielen die Überschussreserven, z.B. in Deutschland, jedoch keineswegs diese Rolle. Nicht das Vorhandensein von Überschussreserven, sondern die Möglichkeiten der Kreditinstitute, den durch die aktive Geldschöpfung erhöhten Bedarf an Zentralbankgeld unter Wahrung der Liquidität und Rentabilität ausgleichen zu können, sind entscheidend für den Geldschöpfungsprozess durch die Geschäftsbanken. Im Übrigen spielt in der geldpolitischen Diskussion das Problem der Kontrolle des Geldangebots durch die Notenbank eine wichtige Rolle. Im Vordergrund vieler Untersuchungen zur Geldangebotstheorie steht aus diesem Grund das Zentralbankgeld bzw. die monetäre Basis. 62 III. Das Geldangebot Die monetäre Basis ist definiert als Summe der Zentralbankgeldbestände der Kreditinstitute und des Bargeldumlaufs (Ë Bargeldbestand der Nichtbanken). Vernachlässigt man die Kassenbestände der Kreditinstitute, so gilt für die monetäre Basis: (5) B Ë BNC Ê BBZ . Die Beziehung zwischen der Geldmenge (M) und der Geldbasis lässt sich wie folgt schreiben: (6) m Ë M B ; (6a) M Ë m · B. Der Faktor m wird als Geldmultiplikator bezeichnet. Er stellt zunächst einmal nichts anderes dar als die Relation zwischen der Geldmenge und der Geldbasis. Gleichung (6) bzw. (6a) kann sich auf verschiedene Geldmengenabgrenzungen beziehen. Für die Geldmenge M1 gilt: (7) M1 Ë BNC Ê D; und (8) M1 Ë m1 · B. Zur näheren Erläuterung des Geldbasiskonzeptes sei wiederum zunächst von einigen vereinfachenden Annahmen ausgegangen. Diese Annahmen sind: 1. Die Kreditinstitute halten keine Überschussreserven, d.h. die Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken entsprechen den Mindestreserven. Es gilt dann: (9) BBZ Ë r · D. 2. Der Nichtbankensektor wünscht die beiden Geldarten Bargeld und Geschäftsbankengeld in einem konstanten Verhältnis (k) zu halten: (10) k Ë B N C D ; BNC Ë k D: Bezieht man diesen Wunsch nach Bargeldhaltung auf die Gesamtgeldmenge, erhält man: (11) c Ë B N C M1 : Die Präferenzen des Nichtbankensektors für diese Aufteilung der Kassenhaltung hängen von dem Wunsch bzw. den Gewohnheiten ab, die erforderlichen Zahlungen zu einem Teil mit Bargeld, zum anderen Teil bargeldlos vorzunehmen. Man spricht daher in diesem Zusammenhang auch von den sog. Zahlungssitten. Die beiden Relationen c und k sind durch folgende Beziehung verknüpft, die sich aus (10), (11) und (7) ableiten lässt: (12) c Ë k 1Ê k ; k Ë c 1 c : Aufgrund dieser Annahmen lässt sich ein theoretischer Geldmultiplikator bestimmen. Unter Berücksichtigung von (5), (7), (8), (9) und (10) ergibt sich: 2. Der Prozess der multiplen Geldschöpfung 63 (13) m1 Ë M1B Ë BNC ÊD BNC Ê BBZ Ë k DÊD k DÊ r D ; (13a) m1 Ë 1Ê kkÊ r : Ersetzt man nach (12) k durch c, so erhält man: (14) m1 Ë 1cÊ r À1 cÉ : Für c Ë 1/3 und r Ë 1/4 erhält man nach (14) für m1 Ë 2. Unter den angegebenen Annahmen ist also die Relation zwischen M1 und B gleich 2; bei einer gegebenen Geldbasis ergibt sich also eine genau doppelt so große Geldmenge M1. Ist dagegen c Ë 1/3, jedoch r Ë 1/10, nimmt m1 den Wert 2,5 an. Allgemein lässt sich aus (14) unmittelbar ersehen, dass m1 mit steigendem r und steigendem c sinkt und mit sinkenden Werten für c und r zunimmt. Für r Ë 1, d.h. bei einem Mindestreservesatz von 100%, wird m1 Ë 1. Dieses Ergebnis besagt, dass die gesamte Geldmenge M1 gleich dem Betrag der monetären Basis ist; das Basisgeld hat quasi die Eigenschaft des „high-powered money‘‘ eingebüßt. Das Geschäftsbankensystem verliert in diesem Falle die Fähigkeit der multiplen Geldschöpfung. Die Nichtbanken können zwar nach wie vor darüber entscheiden, welchen Teil ihrer Kasse sie als Bargeld und welchen sie als Sichtdepositen halten wollen, doch wird jede Einheit Bargeld, die den Kreditinstituten im Wege der Einzahlung auf Sichtguthaben zufließt, durch die 100%ige Mindestreservequote völlig bei der Notenbank „gebunden‘‘. Für c Ë 1 wird der Anteil des Geschäftsbankengeldes an der Gesamtgeldmenge gleich Null, der Nichtbankensektor besitzt eine ausschließliche Präferenz für Bargeld. Auch in diesem theoretischen Extremfall wäre m1 Ë 1 und eine multiple Geldschöpfung im Bankensystem ausgeschlossen, da jede Einheit Geschäftsbankengeld vom Nichtbankensektor sofort in bar abgezogen würde. Die Geldmenge M1 könnte wiederum den Wert der Geldbasis nicht übersteigen; übrigens würde jetzt gelten: M1 Ë B Ë BNC. Für 0 5 c 5 1 und 0 5 r 5 1 wird m1 dagegen immer größer als 1. Hält man alternativ r bzw. c mit 1/10 konstant, so lässt sich der Einfluss einer unterschiedlichen Höhe der anderen Größe auf den Multiplikator aus folgender Übersicht ersehen: r Ë 1 10 c Ë 1 10 c Ë 1 10 m Ë 5;263 c Ë 5 10 m Ë 1;818 c Ë 9 10 m Ë 1;099 c Ë 1 m Ë 1 r Ë 1 10 m Ë 5;263 r Ë 5 10 m Ë 1;818 r Ë 9 10 m Ë 1;099 r Ë 1 m Ë 1 64 III. Das Geldangebot d) Termineinlagen, Spareinlagen und Geldmenge Bisher wurden bei der Darstellung des Geldschöpfungsprozesses nur die Sichteinlagen berücksichtigt; daneben existieren jedoch auch noch Termin- und Spareinlagen. Im Folgenden soll daher untersucht werden, inwiefern hierdurch die obigen Ausführungen zu modifizieren sind. Geht man von einer engen Definition der Geldmenge aus – der Größe M1 der Europäischen Zentralbank –, rechnen Termin- und Spareinlagen nicht zur Geldmenge. Wird daher ein Betrag von einem Sichtguthaben abgebucht und in ein Terminbzw. Sparguthaben umgewandelt, muss sich zunächst die Höhe der Geldmenge um den gleichen Betrag verringern; umgekehrt erhöht die Umbuchung von Termin- und Sparguthaben auf Sicht-guthaben die Geldmenge entsprechend. Diese Aussage ist jedoch nur eine erste Antwort, die im weiteren zu präzisieren ist. Für das im Folgenden diskutierte Beispiel soll gelten: Die monetäre Basis beläuft sich auf 100, der Mindestreservesatz für Sicht- und Terminverbindlichkeiten beträgt einheitlich 20%; die vom Nichtbankensektor gewünschte Relation Bargeld zur gesamten Geldmenge ist 1/6. Die Nichtbanken halten bei den Kreditinstituten zunächst nur Sichtverbindlichkeiten im Umfang von 250; wenn keine Überschussreserven existieren sollen, müssen die Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken genau dem Mindestreservesoll entsprechen und sich folglich auf 50 belaufen. Der Rest der monetären Basis bildet den Bargeldumlauf. Es gilt also: (15) M1 Ë BNC Ê D Ë 50 Ê 250 Ë 300. (16) c Ë B N C M1 Ë 50 300 Ë 1 6 : Bei der monetären Basis von 100 und einer gesamten Geldmenge von 300 hat der Geldmultiplikator den Wert 3. Werden jetzt 100 von Sichtguthaben auf Terminguthaben umgebucht, reduziert sich die Größe D auf 150, die gesamte Geldmenge auf 200. Die Relation BNC zu M1 entspricht jetzt jedoch nicht mehr dem gewünschten Verhältnis c Ë 1/6. (17) c < 50 200 : Bei unverändertem Wunsch der Nichtbanken, 1/6 der gesamten Geldmenge M1 in Form von Bargeld zu halten, muss sich – bei gegebener monetärer Basis – der Bargeldumlauf verringern. Es kommt folglich im Geschäftsbankensektor zu einem Nettozufluss von Zentralbankgeld; sollen annahmegemäß keine Überschussreserven verbleiben, werden die Kreditinstitute solange Kredite geben und damit aktiv Geld schaffen, bis die gesamte Barreserve mit den Mindestreserven übereinstimmt. Dies ist bei einer Höhe der Sichtguthaben von 200 der Fall; bei unverändertem r betragen die Mindestreserven gegenüber den Sichtguthaben 40. Von der monetären Basis in Höhe von 100 befinden sich dann insgesamt 60 als Mindestreserve im Bankensektor, 40 gegenüber den Sichteinlagen, 20 gegenüber den Termineinlagen im Umfang von 100, während 40 als Bargeld außerhalb des Bankensystems umlaufen. Es gilt jetzt: (18) M1 Ë 40 Ê 200 Ë 240. (19) c Ë 40 240 Ë 1 6 : 2. Der Prozess der multiplen Geldschöpfung 65 Unter der Annahme einer unveränderten monetären Basis und gegebener Zahlungssitten führt die Umbuchung eines Betrages von 100 von Sicht- auf Terminguthaben im Endeffekt also nicht zu einer Verringerung der gesamten Geldmenge in gleicher Höhe, sondern um einen geringeren Betrag; die gesamte Geldmenge beträgt im neuen Gleichgewicht 240 gegenüber 300 in der Ausgangssituation. In dem vorangegangenen Beispiel wurde nun ein gleicher Mindestreservesatz für Sicht- und Termineinlagen unterstellt. In vielen Ländern sind jedoch die Mindestreservesätze differenziert, und zwar sind sie am höchsten für Sichteinlagen und am niedrigsten für Spareinlagen, der Satz für Termineinlagen liegt meist dazwischen. Eine Umbuchung von Sichtguthaben auf Termin- oder Sparguthaben führt dann aber zu einer Verminderung der Mindestreservepflicht der betreffenden Bank, d.h. es entstehen Überschussreserven. Lauten die Sätze beispielsweise: 20% für Sicht-, 10% für Termin- und 5% für Spareinlagen, so hat eine Umbuchung von 100 folgenden Einfluss auf die Überschussreserven einer Bank: Umbuchung von: Sichtguthaben Terminguthaben Sparguthaben Überschussreserve 100 777777777777? 100 Ê 10 100 77777777777777777777777777? 100 Ê 15 100 777777777? 100 Ê 5 Kommt es dagegen zu Umbuchungen in der umgekehrten Richtung, also etwa von Sparguthaben auf Sichtguthaben, erhöht sich die Mindestreservepflicht der Banken. Durch die unterschiedlichen Mindestreservesätze lassen sich die Wirkungen derartiger Umbuchungen auf die gesamte Geldmenge nicht mehr unmittelbar überblicken. Es soll daher untersucht werden, wie sich der Geldmultiplikator verändert, wenn neben Sichtguthaben auch Termin- und Sparguthaben berücksichtigt werden, letztere aber nicht in der Geldmenge erfasst werden. Als Symbole wurden gewählt: TË Termineinlagen S Ë Spareinlagen rD, rT, rS Ë Mindestreservesatz für Sicht-, Termin- bzw. Spareinlagen. Ferner sei angenommen, dass der Nichtbankensektor eine bestimmte Relation zwischen Termin- bzw. Spareinlagen und Sichteinlagen zu halten wünscht: (20) d Ë T D ; T Ë d D: (21) e Ë S D ; S Ë e D: Im Gleichgewicht existieren keine Überschussreserven mehr; folglich entspricht dann die monetäre Basis (B) der Summe aus dem Bargeldumlauf außerhalb des Bankensystems und der gesamten Mindestreservehaltung des Geschäftsbankensektors gegenüber den Sicht-, Spar- und Termineinlagen des Nichtbankensektors: (22) B Ë BNC Ê rD · D Ê rT · T Ê rS · S. Unter Berücksichtigung von (20) und (21): (23) B Ë BNC Ê rD · D Ê rT · d · D Ê rS · e · D. 66 III. Das Geldangebot Der Geldmultiplikator erhält dann den Wert: (24) m1 Ë M1B Ë BNC ÊD BNC Ê rD DÊ rT d DÊ rS e D : Durch Umformung wie bei der Ableitung von (13a) erhält man: (24a) m1 Ë 1Ê kkÊ rD Ê rT dÊ rS e : Ersetzt man gemäß Gleichung (12) k durch c: (25) m1 Ë 1cÊ rD À1 cÉ Ê rT d À1 cÉ Ê rS e À1 cÉ : Für d Ë 0 und e Ë 0 erhält man die „einfache‘‘ Multiplikatorformel (14). Das Gleiche gilt für rT Ë 0 und rS Ë 0; in diesem Falle wird durch die Termin- und Spareinlagen kein Teil der monetären Basis in Form von Reserven im Bankensystem gebunden, die Banken können ihre Barreserve ausschließlich zur Erfüllung der Mindestreservepflicht gegenüber den Sichteinlagen verwenden. (Diese Annahme ist allerdings insofern unrealistisch, als die Banken auch ohne verbindliche Vorschrift der Notenbank eine gewisse Barreserve gegenüber den Termin- und Spareinlagen halten müssen.) Dagegen sinkt der Multiplikator mit steigenden Werten für rT und rS sowie d und e, d.h. mit steigenden Mindestreservesätzen für Termin- und Spareinlagen sowie zunehmendem Wunsch des Publikums, Termin- und Spareinlagen im Verhältnis zu den Sichteinlagen zu halten. Ein Zahlenbeispiel soll die Zusammenhänge verdeutlichen. Es seien folgende Werte unterstellt: B = 100. k Ë 1 5 : rD Ë 1 5 : d Ë 1 2 : rT Ë 1 10 : e Ë 1: rS Ë 1 20 : Für den Multiplikator (24a) ergibt sich dann ein Wert von 2,4. Für die gesamte Geldmenge gilt: (26) M1 Ë BNC Ê D Ë 40 Ê 200. Die monetäre Basis wird wie folgt „gebunden‘‘: (22) B Ë BNC Ê rD · D Ê rT · T Ê rS · S. (22a) 100 Ë 40Ê 1 5 200Ê 1 10 100Ê 1 20 200 : Ë 40Ê 40 Ê 10 Ê 10 : 2. Der Prozess der multiplen Geldschöpfung 67 Geldmenge M1 240 Bargeldumlauf 40 Sichteinlagen 200 Mindestreserve 40 Termineinlagen 100 Mindestreserve 10 Spareinlagen 200 Mindestreserve 10 Zentralbankguthaben des Bankensektors 60 monetäre Basis 100 Abb. III.1 Aus dieser schematischen Darstellung lässt sich bereits ersehen, dass bei unveränderter monetärer Basis die Geldmenge ganz verschiedene Werte annehmen kann. Das jeweilige Resultat hängt ab von den Präferenzen der Nichtbanken für Bar- bzw. Geschäftsbankengeld, den Mindestreservesätzen für Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie vom Wunsch der Nichtbanken, einen mehr oder minder großen Anteil an Termin- bzw. Sparguthaben im Verhältnis zu den Sichtguthaben zu halten. Darüber hinaus spielt die jeweilige Geldmengenabgrenzung eine entscheidende Rolle. Analog zum Geldmultiplikator für die Geldmenge M1 lässt sich eine derartige Relation (unter den gleichen Annahmen) auch für die Größen M2 und M3 ableiten. Für das Geschäftsbankengeld gilt folgender Multiplikator mD: (27) D Ë mD · B. (28) mD Ë DB Ë D BNC Ê rD DÊ rT d DÊ rS e D : (28a) mD Ë 1kÊ rD Ê rT dÊ rS e : Für die angegebenen Zahlen erhält man den numerischen Wert mD Ë 2; das Volumen des Geschäftsbankengeldes entspricht im obigen Beispiel genau dem Doppelten des Basisgeldes. Für die Beziehung zwischen einer Geldmenge M2, die neben M1 auch Termineinlagen enthält, und der monetären Basis, den Geldmultiplikator m2, gilt: (29) M2 Ë BNC Ê D Ê T; und (30) M2 Ë m2 · B. (31) m2 Ë M2B Ë BNC ÊDÊ T BNC Ê rD DÊ rT TÊ rS S : 68 III. Das Geldangebot Unter Verwendung von (10), (20) und (21) folgt dann: (31a) m2 Ë 1Ê kÊ dkÊ rD Ê rT dÊ rS e : Aufgrund der angenommenen Zahlenwerte erhält man für m2 Ë 3,4; bei einer Geldbasis von 100 ergibt sich somit eine Geldmenge M2 von 340. Nach dem gleichen Verfahren lautet das Ergebnis für den Geldmultiplikator m3, d.h. für die Relation zwischen einer Geldmenge M3, die neben M1 auch Terminund Spareinlagen enthält (von kurzfristigen Wertpapieren oder Geldmarktfonds wird hier abgesehen), und der Geldbasis: (32) M3 Ë m3 · B. (32a) m3 Ë M3B Ë 1Ê kÊ dÊ e kÊ rD Ê rT dÊ rS e : Die numerischen Werte sind in diesem Falle m3 Ë 5,4 und M3 Ë 540. Die Geldmenge und damit – bei gegebener monetärer Basis – der Geldmultiplikator wird also ceteris paribus umso größer, je weiter die Geldmenge definiert ist. Zum Schluss dieses Abschnittes sei noch einmal hervorgehoben, dass diese formalen Ableitungen auf Grund einiger sehr restriktiver Annahmen vorgenommen wurden. Gleichwohl lassen sich anhand dieser einfachen Modellüberlegungen die Zusammenhänge zwischen der Geldbasis und den jeweiligen Größen M1, M2 und M3 verdeutlichen. Ebenso können diese Ableitungen dazu dienen, den Einfluss von Änderungen der als konstant unterstellten Parameter c, r etc. auf die verschiedenen Geldmengenaggregate zu analysieren. 3. Neuere Ansätze zur Geldangebotstheorie a) Kritik am älteren Multiplikatorkonzept Nach der Darstellung des vorangehenden Abschnittes scheint sich die Bestimmung der Geldmenge auf ein rein arithmetisches Problem zu reduzieren: die Notenbank entscheidet über die Höhe des Basisgeldes, die gesamte Geldmenge „errechnet‘‘ sich als Produkt aus Basisgeld und dem jeweiligen Geldmultiplikator. In die Ermittlung des Multiplikators ging dabei eine Reihe von Annahmen über bestimmte „Quoten‘‘ wie r, c bzw. k etc. ein, deren Höhe als gegeben unterstellt wurde. Die Geldmenge wird damit als eine exogene Größe erklärt, d.h. eine Größe, die nicht durch den eigentlichen Geldangebotsprozess determiniert wird, sondern durch Faktoren, die eine Art „Datenkranz‘‘ für die Bestimmung der Geldmenge bilden. Die Fragwürdigkeit dieses Vorgehens ergibt sich bereits unmittelbar aus den Annahmen, mit denen dieser Ansatz arbeitet. Wie sich aus dem einfachen Multiplikatormodell direkt ablesen lässt, hat z.B. der Wunsch der Nichtbanken, einen geringeren oder höheren Anteil an Bargeld in der Kasse zu halten oder den Bestand an Termin- oder Spareinlagen relativ zu den Sichteinlagen zu verändern, zwangsläufig Änderungen des Aggregates Geldmenge zur Folge! Gleiches gilt für die verschiedenen, gegenüber der Wirklichkeit nicht nur vereinfachenden, sondern auch verzerrenden Annahmen über das Verhalten der Geschäftsbanken. 3. Neuere Ansätze zur Geldangebotstheorie 69

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References

Zusammenfassung

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Geldtheorie aktuell

Die Neuauflage enthält unter anderem Ausführungen zu

* den wichtigsten Entwicklungen der Kreditmarkttheorie

* dem Einfluss der Finanzmarktkrise auf den Geldmarkt und

* dem Zusammenhang von Finanzmarktkrise und Liquidität.

Im Überblick

* Das Geld

* Die Nachfrage nach Geld

* Das Geldangebot

* Zinstheorie

* Geldmenge, monetäre Nachfrage, Preisniveau und Beschäftigung

* Die Liquidität

* Inflationstheorie