5. Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland in:

Michael Frenkel, Klaus Dieter John

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, page 57 - 78

7. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3763-8, ISBN online: 978-3-8006-4307-3, https://doi.org/10.15358/9783800643073_57

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

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Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 47 Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik: Konzepte, Anwendungen und Probleme Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 49 Fotosatz Buck –Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 48 5. Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland 1. Überblick Im 4. Kapitel wurde das stark vereinfachte Schema eines Kontensystems für die Inlandsproduktsberechnung vorgestellt und zwischen Produktions-, Einkommens-, Vermögensänderungs- und Finanzierungskonten unterschieden. Das vom Statistischen Bundesamt aufgestellte Kontensystem baut zwar im Kern auf diesem System auf, ist aber wesentlich komplexer. Der höhere Komplexitätsgrad resultiert daraus, dass die Informationsbedürfnisse der Nutzer mit unserem vereinfachten System nicht ausreichend befriedigt werden können. Eine große Rolle spielen hierbei die vielfältigen Eingriffe des Staates in das Wirtschaftsgeschehen. So erhebt der Staat z. B. auf verschiedenen Stufen des Wirtschaftsprozesses die unterschiedlichsten Steuern, er erhebt Sozialbeiträge, leistet Transfers an private Haushalte und Subventionen an Unternehmen. All diese und andere Transaktionen müssen in einem aussagekräftigen Gesamtrechnungssystem berücksichtigt werden. Die Ergebnisse der Inlandsproduktsberechnung werden nicht nur in Kontenform, sondern auch in Form von sogenannten Standardtabellen präsentiert. Diese Tabellen enthalten Informationen, die über die einzelnen Kontenpositionen hinausgehen. So werden einzelne Positionen tiefer untergliedert, Ergebnisse werden nicht nur in jeweiligen, sondern auch in konstanten Preisen dargestellt, es finden sich Pro-Kopf-Angaben, Wachstumsraten usw. Ein weiterer großer Vorteil der Standardtabellen liegt darin, dass die meisten Daten als Zeitreihen präsentiert werden. Man bekommt daher auf einen Blick einen ersten Eindruck von der zeitlichen Entwicklung der jeweiligen Größe. Dies führt dazu, dass man sich bei der Nutzung der von der Inlandsproduktsberechnung bereitgestellten Zahlen in erster Linie auf die Standardtabellen stützen wird und nicht auf das Kontensystem. Wir wollen im Folgenden dennoch die Grundzüge des vom Statistischen Bundesamt verwendeten Kontensystems erläutern, weil dieses unmittelbar an unser im vorigen Kapitel dargestelltes vereinfachtes Kontensystem sowie die Überlegungen zum Wirtschaftskreislauf anknüpft. Verfolgt man die einzelnen Buchungen und Gegenbuchungen im Kontensystem wird überdies deutlich, dass es sich um eine in sich stimmige, d. h. konsistente Darstellung handelt. Aus den Standardtabellen kann man diese Konsistenz nicht ersehen. Dem Leser, der sich für diese Aspekte nicht so sehr interessiert und dem mehr an der Interpretation der Standardtabellen gelegen ist, empfehlen wir, dieses Kapitel lediglich zu überfliegen. 5.  Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 50 Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik50 2. Anpassung an das Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 95) Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung in der Bundesrepublik Deutschland basierte bislang auf dem System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen der Vereinten Nationen (System of National Accounts) von 1968 und dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) von 1970 (Revision 1984), das die Staaten der Europäischen Gemeinschaft entwickelten. Das „System of National Accounts“ wurde nach längerer Vorlaufzeit 1993 in einer grundlegend überarbeiteten Fassung präsentiert. Die daraus resultierenden notwendigen Anpassungen des europäischen Systems wurden mit dem ESVG 95 vorgenommen. Da dieses System seinerseits den Mitgliedstaaten der EU durch eine Verordnung verbindlich vorgeschrieben ist, musste auch die deutsche Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung entsprechend angepasst werden. Gesamtrechnungssysteme sind keine Gebilde, die auf Dauer unverändert bestehen bleiben können. Vielmehr ergibt sich aus institutionellen Änderungen und Änderungen des Informationsbedarfs ebenso wie aus den praktischen Erfahrungen im Umgang mit Gesamtrechnungssystemen ein laufender Anpassungsbedarf. Eine kontinuierliche Umgestaltung dieser Systeme verbietet sich jedoch, weil die Vergleichbarkeit der zur Verfügung gestellten Daten eingeschränkt würde bzw. gar nicht mehr möglich wäre. Weitergehende Revisionen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung werden daher nur in größeren Zeitabständen und nur in internationaler Abstimmung vorgenommen. Die Notwendigkeit zu einer ersten größeren Revision des deutschen Systems ergab sich aus dem 1968 veröffentlichten System of National Accounts (SNA 68) der Vereinten Nationen, dessen europäische Version 1970 als Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 70) erschien. Ziel dieser Revision war es vor allem, die internationale Vergleichbarkeit der Daten zu verbessern. Obwohl das System der Vereinten Nationen Vorbildcharakter hat, gab es auch nach den Anpassungen Unterschiede zwischen UN-System, europäischem System und deutschem System, so z. B. in der Wirtschaftszweiggliederung und den Abgrenzungen der einzelnen Transaktionen. Neben veränderten Anforderungen der Nutzer war es daher auch der Wunsch nach einer weitergehenden Harmonisierung der Gesamtrechnungssysteme, der dazu führte, dass die Statistische Kommission der Vereinten Nationen 1985 eine Überarbeitung des SNA 68 beschloss. An der Überarbeitung waren Experten des Statistischen Amts der Vereinten Nationen (UNSTAT), des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie des Statistischen Amts der Europäischen Gemeinschaft (Eurostat) beteiligt. Die Arbeiten gestalteten sich langwierig und konnten erst 1993 abgeschlossen werden. Dieses SNA 93 bildet die Grundlage für die Anpassung des europäischen Systems. Eine der Leitideen der Anpassungsarbeiten am europäischen System war, dass SNA und ESVG die gleichen Gliederungen verwenden und konzeptionell übereinstimmen sollten. Die Überarbeitung des europäischen Systems wurde 1995 Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 51 5. Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland 51 beendet und als Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 1995 (ESVG 95) veröffentlicht. Es löst das alte deutsche Gesamtrechnungssystem ab. Anders als beim alten System ist das ESVG 95 durch eine Verordnung der Europäischen Union (ESVG-VO) den Mitgliedsländern verbindlich vorgeschrieben, d. h., die nationalen Systeme müssen zwingend an das ESVG 95 angepaßt werden. Der Zeitrahmen für die Anpassung ist durch das im Anhang B der ESVG-VO beschriebene Lieferprogramm festgelegt. Die ersten Lieferungen waren im April 1999 fällig, wobei dieser Termin nur die Hauptaggregate betraf. Die Lieferungen in tieferer Gliederung, die Input-Output-Tabellen usw. mussten bzw. müssen erst zu späteren Zeitpunkten erbracht werden. Die Anpassung des deutschen Gesamtrechnungssystems an das ESVG 95 hat weitreichende Konsequenzen. Dazu gehören eine ganze Reihe konzeptioneller und begrifflicher Änderungen. In der Öffentlichkeit dürfte dabei (die vom Standpunkt des Gesamtrechners eher unbedeutende) Ablösung des Begriffs „Bruttosozialprodukt“ durch den Begriff „Bruttonationaleinkommen“ am stärksten auffallen. Aus Sicht der Anwender besteht die unangenehmste Begleiterscheinung des neuen Systems darin, dass die Zeitreihen nun einen massiven Bruch aufweisen, da für die neu abgegrenzten Reihen nur eine Rückrechnung bis 1991 vorgesehen ist. Das vom Statistischen Bundesamt verwendete Kontensystem stellt gegen- über dem zuvor betrachteten Grundschema des Kontensystems für die Inlandsproduktsberechnung eine Erweiterung in zweifacher Hinsicht dar. Die erste Erweiterung besteht in einer stärkeren Untergliederung der inländischen Sektoren. Die zweite Erweiterung bezieht sich auf die Anzahl der für einen Sektor geführten Konten, die beim Kontensystem des Statistischen Bundesamts größer ist als im Grundschema des vorigen Kapitels. Bevor die einzelnen Konten des Statistischen Bundesamts erläutert werden, wollen wir uns zunächst mit der Abgrenzung der Sektoren vertraut machen. Dabei knüpfen wir an unsere Überlegungen aus dem zweiten Kapitel an. 3. Die Sektoren der Volkswirtschaft Auf unterster Ebene ist zwischen drei Formen wirtschaftlicher Einheiten zu unterscheiden: institutionelle Einheiten, örtliche fachliche Einheiten und homogene Produktionseinheiten.8 Nach der Definition des ESVG 95 handelt es sich bei der institutionellen Einheit um einen wirtschaftlichen Entscheidungsträger, der durch einheitliches Verhalten und Entscheidungsfreiheit bezüglich seiner Hauptfunktion gekennzeichnet ist. Als institutionelle Einheit würde also beispielsweise ein Produktionsunternehmen anzusehen sein. In der Praxis finden in solchen Unternehmen in aller Regel jedoch recht verschiedenartige Produktionstätigkeiten statt, d. h., es werden unterschiedliche Produktionsanlagen genutzt, unterschiedliche Technologien und Prozesse ver- 8 Vgl. für die folgenden Überlegungen Hartmann (1996). Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 52 Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik52 wendet und unterschiedliche Güter produziert. Will man die Produktion und Verwendung von Gütern im Detail analysieren, ist die institutionelle Einheit ein ungeeignetes Konzept. Man unterteilt daher die in einer institutionellen Einheit durchgeführten Tätigkeiten in Haupt-, Neben- und Hilfstätigkeiten. Die Tätigkeit mit dem größten Wertschöpfungsanteil stellt die Haupttätigkeit dar, die anderen Tätigkeiten werden als Nebentätigkeiten eingestuft. (Hilfstätigkeiten sind unterstützende Tätigkeiten, die innerhalb einer produzierenden Einheit erfolgen und Haupt- sowie Nebentätigkeiten erst ermöglichen. Hilfstätigkeiten werden nicht gesondert erfasst, sondern in den Tätigkeiten berücksichtigt, denen sie dienen.) Entsprechend den unterschiedenen Haupt- und Nebentätigkeiten wird eine institutionelle Einheit prinzipiell in sogenannte örtliche fachliche Einheiten untergliedert. Eine örtliche fachliche Einheit umfasst also alle Teile einer institutionellen Einheit, die an einem Standort bzw. an mehreren, örtlich aber nahe zusammenliegenden Standorten zu den jeweiligen Haupt- und Nebentätigkeiten beitragen. Ist das betriebliche Informationssystem einer institutionellen Einheit nicht in der Lage, die Nebentätigkeiten hinreichend genau abzugrenzen, können örtliche fachliche Einheiten auch mehrere Nebentätigkeiten umfassen. Gerade bei kleineren Unternehmen wird es häufig so sein, dass wegen der unzureichenden Informationslage die örtliche fachliche Einheit der institutionellen Einheit entspricht. Allerdings gibt es ein hierarchisches Verhältnis: Eine örtliche fachliche Einheit kann einer institutionellen Einheit entsprechen oder ein Teil davon sein, sie kann aber niemals zu mehr als einer institutionellen Einheit gehören. Im gewissen Sinne beugt sich die Definition der örtlichen fachlichen Einheit der Realität, die oftmals eine genaue rechnerische Abgrenzung der Produktionstätigkeit nicht zulässt. Für Untersuchungen etwa im Rahmen der Input-Output-Analyse entspricht das Konzept der örtlichen fachlichen Einheit allerdings nicht den methodischen Anforderungen. Daher wird für diese Zwecke eine analytische Einheit, die homogene Produktionseinheit eingeführt, die definitionsgemäß Güter erzeugt, die genau einer Güterklassifikation zugeordnet werden können. Die einzelnen homogenen Produktionseinheiten werden zu homogenen Produktionsbereichen zusammengefasst, die sich dadurch auszeichnen, dass sie alle Güter einer Güterklasse herstellen und zwar nur diese. Da für die homogenen Produktionseinheiten, wie eben erläutert, in der Regel keine unmittelbar verwertbaren Daten vorliegen, müssen diese durch Umformung und Rückrechnung aus den erhobenen Statistiken abgeleitet werden. Genau wie die Produktionseinheiten zu Produktionsbereichen aggregiert werden, werden die örtlichen fachlichen Einheiten, die identische oder zumindest vergleichbare Produktionstätigkeiten aufweisen, in Wirtschaftsbereichen zusammengefasst. Ebenso werden die institutionellen Einheiten zu Sektoren aggregiert. Die Gliederung der Sektoren, die das ESVG 95 vorschreibt, ist recht differenziert. Tabelle 5-1 gibt einen Überblick. Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 53 5. Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland 53 Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften S. 11 Finanzielle Kapitalgesellschaften Zentralbank Kreditinstitute Sonstige Finanzinstitute (ohne Versicherungsgesellschaften und Pensionskassen) Kredit- und Versicherungshilfstätigkeiten Versicherungsunternehmen und Pensionskassen S. 12 S. 121 S. 122 S. 123 S. 124 S. 125 Staat Bund (Zentralstaat) Länder Gemeinden Sozialversicherung S. 13 S. 1311 S. 1312 S. 1313 S. 1314 Private Haushalte Selbständigenhaushalte (mit und ohne Arbeitnehmer) Arbeitnehmerhaushalte Haushalte von Vermögenseinkommensempfängern Haushalte von Renten- und Pensionsempfängern Sonstige Nichterwerbstätigenhaushalte Sonstige private Haushalte S. 14 S. 141 + S. 142 S. 143 S. 1441 S. 1442 S. 1443 S. 145 Private Organisationen ohne Erwerbszweck S. 15 Übrige Welt Europäische Union Mitgliedstaaten der Europäischen Union Institutionen der Europäischen Union Drittländer und Internationale Organisationen S. 2 S. 21 S. 211 S. 212 S. 22 Tab. 5-1: Sektoren und Teilsektoren im ESVG 95 Quelle: Eurostat (2000) Bei den meisten statistischen Veröffentlichungen wird man allerdings eine so tief gehende Sektorendarstellung nicht finden. Oft beschränkt man sich auf die Ausweisung der sogenannten Hauptsektoren. Das sind in Tabelle 5-1 die Sektoren, die durch eine zweistellige Sektorennummer gekennzeichnet sind. Auf diese Hauptsektoren wollen wir jetzt kurz eingehen. Der Sektor der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften (S. 11) umfasst institutionelle Einheiten, deren Transaktionen sich von jenen ihrer Eigentümer unterscheiden und die als Marktproduzenten in der Haupttätigkeit Waren und nichtfinanzielle Dienstleistungen produzieren. In diesem Sektor werden daher z. B. Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, aber auch Genossenschaften geführt, die ausschließlich oder überwiegend Waren oder nichtfinanzielle Dienstleistungen erzeugen. Trotz der Bezeichnung „Kapitalgesellschaft“ werden in diesem Sektor aber auch Personengesellschaften wie z. B. Offene Handelsgesellschaft (OHG) oder Kommanditgesellschaft (KG) geführt. Diese werden als „Quasi-Kapitalgesellschaften“ eingestuft. Nach ESVG  95 sind Quasi-Kapitalgesellschaften wirtschaftliche (institutionelle) Einheiten, die keine eigene Rechtspersönlichkeit haben, aber über ein vollständiges Rechnungssystem verfügen und Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 54 Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik54 wie eine Kapitalgesellschaft geführt werden, d. h. ihr wirtschaftliches und finanzielles Verhalten unterscheidet sich von dem ihrer Eigentümer, und sie besitzen Entscheidungsfreiheit. Um die statistische Erfassung zu vereinfachen, wird unterstellt, dass diese Merkmale auf OHG, KG und daraus abgeleitete Rechtsformen generell zutreffen. Auch die rechtlich unselbständigen Eigenbetriebe des Staates und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (z. B. Krankenhäuser, Pflegeheime) werden zu diesem Sektor gezählt. Zum Sektor der finanziellen Kapitalgesellschaften (S. 12) gehören nach der Definition des ESVG  95 alle Kapitalgesellschaften und Quasi-Kapitalgesellschaften, deren Hauptfunktion in der finanziellen Mittlertätigkeit liegt und (bzw. oder) die hauptsächlich im Kredit- und Versicherungshilfsgewerbe tätig sind. Wie man aus Tabelle 5-1 entnehmen kann, zählen zu diesem Sektor neben den Kreditinstituten, den Versicherungsunternehmen und den Pensionskassen auch diejenigen Kapital- bzw. Quasi-Kapitalgesellschaften, die sogenannte Kredit- und Versicherungshilfstätigkeiten anbieten. Dazu gehören u. a. auch Versicherungs- und Finanzmaklerleistungen sowie Renten- und Anlageberatung. Der Sektor Staat (S. 13) umfasst die Gebietskörperschaften und die Sozialversicherung. Die Gebietskörperschaften sind Bund, Länder und Gemeinden. Zur Sozialversicherung gehören die gesetzliche Rentenversicherung, die Arbeitslosenversicherung und die gesetzliche Krankenversicherung. Während die bisherigen Abgrenzungen des ESVG  95 noch weitgehend mit unserer oben vorgeschlagenen vereinfachten Gliederung kompatibel sind, gibt es beim Haushaltssektor erhebliche Unterschiede. In unserer vereinfachten Sektorenabgrenzung hatten wir Haushalte dadurch charakterisiert, dass sie den anderen Sektoren Arbeit sowie Kapital zur Verfügung stellen und von den Unternehmen Güter kaufen, die sie konsumieren. Nach der Definition des ESVG 95 gehören zum Sektor der privaten Haushalte (S. 14) alle Einzelpersonen und Gruppen von Einzelpersonen in ihrer Funktion als Konsumenten und gegebenenfalls auch in ihrer Eigenschaft als Produzenten, die marktbestimmte Waren, nichtfinanzielle und finanzielle Dienstleistungen produzieren (Marktproduzenten) soweit nicht Quasi-Kapitalgesellschaften gebildet werden. Zum Sektor der privaten Haushalte gehören demnach auch selbständige Landwirte, Einzelunternehmer, freiberuflich Tätige, Händler, Gastwirte usw. Diese Abgrenzung widerspricht der intuitiven Vorstellung von einem privaten Haushalt, und sie widerspricht auch den Notwendigkeiten der makroökonomischen Modellbildung – etwa dann, wenn man die „Konsumfunktion der privaten Haushalte“ betrachten will. Vor der Umstellung auf das ESVG 95 wurden die eben genannten Berufsgruppen dementsprechend im Unternehmenssektor erfasst. Bei der Konzipierung des ESVG ging man aber davon aus, dass sich in diesen Fällen die unternehmerische Aktivität im Zuge der statistischen Erfassung nicht hinreichend von der privaten Lebensführung trennen lässt. Daher werden sie jetzt dem Haushaltssektor zugerechnet. Der Sektor der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (S. 15) umfasst nach der Definition des ESVG  95 Organisationen mit eigener Rechtspersönlichkeit, die ohne Erwerbsabsicht als private sonstige Nichtmarktproduzenten für die privaten Haushalte sogenannte nichtmarktbestimmte Dienstleistungen Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 55 5. Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland 55 bereitstellen. Zu den privaten Organisationen ohne Erwerbszweck gehören u. a. Gewerkschaften, politische Parteien, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Fachverbände und wissenschaftliche Gesellschaften, Sportvereine und auch die Wohlfahrtsverbände. Aus statistischen Gründen werden in Deutschland der Sektor der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck und der Sektor der privaten Haushalte meistens zusammengefasst ausgewiesen. Alle Wirtschaftseinheiten, die ihren ständigen Sitz bzw. Wohnsitz außerhalb Deutschlands haben, werden im Sektor übrige Welt (S. 2) zusammengefasst, sofern sie Transaktionen mit in Deutschland ansässigen institutionellen Einheiten durchführen oder andere Wirtschaftsbeziehungen mit in Deutschland ansässigen Einheiten unterhalten. Es sei angemerkt, dass es nicht die Nationalitätenangehörigkeit ist, die darüber entscheidet, ob eine Wirtschaftseinheit dem Inland oder der übrigen Welt zugerechnet wird. Ein in der Bundesrepublik lebender ausländischer Arbeitnehmer gehört ebensowenig zur „übrigen Welt“ wie die deutsche Tochtergesellschaft eines im Ausland ansässigen Unternehmens. Für die in Tabelle 5-1 gezeigten Hauptsektoren veröffentlicht das Statistische Bundesamt regelmäßig eine detaillierte Kontendarstellung. Dieses Kontensystem soll im Folgenden kurz erläutert werden. 4. Das Kontensystem des Statistischen Bundesamtes Abbildung 5-1 zeigt eine schematische Darstellung der Konten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des Statistischen Bundesamts. Präzise gesagt wird ein Überblick über das Kontensystem gegeben, so wie es vom Statistischen Bundesamt jährlich in der Fachserie 18, Reihe 1.3 veröffentlicht wird. Auf eine Darstellung des noch stärker differenzierten internen Kontensystems wird verzichtet, weil es externen Nutzern nicht zugänglich ist. Es ist nützlich, Abbildung 5-1 mit dem in Abbildung 4-1 dargestellten Grundschema zu vergleichen. (Dabei ist zu beachten, dass aus drucktechnischen Gründen in Abbildung 5-1 die Sektoren spaltenweise und die ökonomischen Aktivitäten zeilenweise angeordnet sind, Zeilen und Spalten also gegenüber Abbildung 4-1 vertauscht wurden.) Der Vergleich zeigt, dass entsprechend den in Abschnitt 5.2 angestellten Überlegungen eine andere Abgrenzung der Sektoren erfolgt. Noch deutlichere Unterschiede werden bei der Betrachtung der Kontengliederung nach den ökonomischen Aktivitäten sichtbar. Während im Grundschema in den Einkommenskonten Einkommensempfang und Einkommensverwendung in sehr komprimierter Form dargestellt werden, wird jetzt sehr viel stärker differenziert und zwischen Einkommensentstehung, primärer Einkommensverteilung, sekundärer Einkommensverteilung und Einkommensverwendung unterschieden. Auch bei der Vermögensbildung zeigt Abbildung 5-1 eine differenzierte Kontendarstellung: Hier wird zwischen Reinvermögensänderung durch Sparen und Vermögenstransfers sowie der Sachvermögensbildung unterschieden. Der Hauptgrund für diese tiefere Untergliederung besteht darin, dass es in einer arbeitsteiligen Marktwirtschaft mit Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 56 Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik56 weitreichenden staatlichen Eingriffen gerade im Bereich von Einkommensentstehung und Einkommensverteilung einen größeren Informationsbedarf zu Diagnose und Analysezwecken gibt. Nach diesem Überblick wollen wir uns im Folgenden nun etwas genauer mit den einzelnen Konten beschäftigen. Abbildung  5-2 zeigt eine komprimierte Fassung des Kontensystems des Statistischen Bundesamts. Das als Konto  0 bezeichnete Gesamtwirtschaftliche Güterkonto (vgl. Abbildung  5-2) stellt gegenüber dem Grundschema des Kontensystems für die Inlandsproduktsberechnung ein neues Konto dar. Es zeigt auf der linken Seite das Güteraufkommen, d. h. die Produktionswerte der inländischen Sektoren sowie die Einfuhr. Die Produktionswerte geben das Aufkommen der von inländischen Wirtschaftseinheiten im Betrachtungszeitraum produzierten Güter (Waren und Dienstleistungen) an. Bei den Unternehmen entsprechen die Produktionswerte dem Wert der Verkäufe von Gütern aus eigener Produktion und von Handelsware plus dem Wert der Bestandsveränderungen an halbfertigen und fertigen Erzeugnissen aus eigener Produktion sowie dem Wert der selbsterstellten Anlagen. Auf der rechten Seite ist die Verwendung der Güter aufgeführt. Sie umfasst Vorleistungen, die inländischen Konsumausgaben (private und staatliche), die Bruttoinvestitionen sowie die Exporte. Exporte und Importe werden ohne die Primäreinkommen ausgewiesen, so dass das gesamtwirtschaftliche Güterkonto auf dem Inlandskonzept beruht. Güterverwendung (rechte Seite des Güterkontos) einerseits und Produktionswerte sowie Einfuhren (linke Seite des Güterkontos) andererseits werden seit der Einführung der Mehrwertsteuer im Jahre 1968 mit unterschiedlichen Wertansätzen erfasst. Die Verwendung von Gütern wird zu Marktpreisen einschließlich Mehrwertsteuer, Import abgaben und sonstigen Gütersteuern bewertet. Auf der Aufkommensseite werden die Produktionswerte dagegen zu Herstellungspreisen ausgewiesen, also ohne Gütersteuern, aber einschließlich Gütersubventionen. Analog werden auch die Importe ausschließlich der Gütersteuern ausgewiesen. Als Gütersteuern bzw. Gütersubventionen werden alle Steuern und üblichen Abgaben bzw. Subventionen bezeichnet, die pro Einheit einer gehandelten Ware oder Dienstleistung zu entrichten sind. Zu den Gütersteuern zählen die nichtabziehbare Umsatzsteuer, Importabgaben, Verbrauchsabgaben, Vermögenssteuer usw. Die nicht abzugsfähige Umsatzsteuer ist der Teil der Umsatzsteuer, der von den verbrauchenden Unternehmen nicht als Vorsteuer bei der Ermittlung ihrer Mehrwertsteuerschuld abgezogen werden kann. Er entspricht von der Steueraufkommensseite betrachtet im Wesentlichen dem Kassenaufkommen des Staates an Mehrwertsteuer und Einfuhrumsatzsteuer. Um bei diesem unterschiedlichen Wertansatz von Güterverwendung und Güteraufkommen die wertmäßige Gleichheit beider Seiten des Kontos zu gewährleisten, sind auf der linken Seite als Korrekturposten die Gütersteuern zu addieren und die Gütersubventionen zu subtrahieren. Aus dem gesamtwirtschaftlichen Güterkonto lässt sich das Bruttoinlandsprodukt ableiten. Hierzu geht man vom gesamten Aufkommen an Gütern aus (= Summe der linken Seite, die jedoch mit der Summe der rechten Seite übereinstimmt) und zieht hiervon die Vorleistungen, die Importe sowie die Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 57 5. Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland 57 Gütersubventionen ab. Im Jahr 2009 betrug das gesamte Aufkommen an Gütern 5362,88 Mrd. Euro. Die Summe aus Vorleistungen, Importen und Gütersubventionen betrug 2965,78 Mrd. Euro. Damit ergibt sich für das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr ein Wert von 2397,10 Mrd. Euro. Das Produktionskonto eines Sektors entspricht im wesentlichen den Produktionskonten des im 4.  Kapitel behandelten Grundschemas. Wie aus Abbildung 5-2 ersichtlich ist, werden im Produktionskonto eines Sektors dem Produktionswert (rechte Seite) die Vorleistungen (linke Seite) gegenübergestellt. Als Saldo wird die Bruttowertschöpfung bzw. nach Abzug der Abschreibungen die Nettowertschöpfung gezeigt. Im Vergleich mit der vereinfachten Darstellung im vierten Kapitel zeigen sich bei dem in Abbildung 5-2 dargestellten Konto zwei wichtige Änderungen. Erstens erfolgt die Ausweisung der Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen, d. h. ohne Gütersteuern, aber einschließlich Gütersubventionen. Zweitens wird im Produktionswert bzw. in den Vorleistungen enthaltene FISIM gesondert ausgewiesen. FISIM ist die Abkürzung für „Financial Intermediation Services, Indirectly Measured“. Dieser Begriff wird vom Statistischen Bundesamt mit „Finanzserviceleistungen, indirekte Messung“ ins Deutsche übersetzt. Er bezeichnet die auf den Unterschied von Soll- und Habenzinsen zurückgehenden indirekten Erträge der Kreditinstitute, die neben den direkten Erträgen aus Gebühren anfallen, und bildet das Äquivalenz zum früher verwendeten Konzept „Unterstellte Bankgebühren“. Auf die Besonderheiten von FISIM und unterstellten Bankgebühren wird in Abschnitt 6.3 genauer eingegangen. In den Einkommensentstehungskonten erfolgt ausgehend von der Nettowertschöpfung, wie sie in den Produktionskonten berechnet wurde, der Ausweis der in den einzelnen Sektoren entstandenen Einkommen. Hierbei wird zwischen Arbeitnehmerentgelt und Nettobetriebsüberschuss bzw. Selbständigeneinkommen unterschieden. Nettobetriebsüberschuss bzw. Selbständigeneinkommen der Sektoren ergeben sich als der das jeweilige Konto abschließende Saldo. Bei ihrer Berechnung ist demnach von der Nettowertschöpfung zunächst das Arbeitnehmerentgelt abzuziehen. Darüber hinaus sind die von dem betreffenden Sektor geleisteten sonstigen Nettoproduktionsabgaben abzuziehen, weil diese Komponente der Nettowertschöpfung ja keinen Betriebsüberschuss oder Selbständigeneinkommen darstellt. Bei den sonstigen Nettoproduktionsabgaben handelt es sich um die Differenz derjenigen Produktionsabgaben und Subventionen, die keine Gütersteuern bzw. keine Gütersubventionen sind. Es mag verwundern, dass Gütersteuern und Gütersubventionen bei der Ermittlung von Nettobetriebsüberschuss bzw. Selbständigeneinkommen nicht berücksichtigt werden. Dies ist natürlich darauf zurückzuführen, dass die Produktionswerte der Sektoren und damit auch die Nettowertschöpfung zu Herstellungspreisen berechnet werden, die Nettogütersteuern im so ermittelten Produktionswert also nicht enthalten sind. Die sonstigen Nettoproduktionsabgaben sind dagegen in der zu Herstellungspreisen ausgewiesenen Nettowertschöpfung enthalten und müssen daher bei der Berechnung von Nettobetriebsüberschuss und Selbständigeneinkommen berücksichtigt werden. Zu den geleisteten sonstigen Nettoproduktionsabgaben gehören auch die entspre- Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 58 Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik58 chenden Abgaben an die Europäische Union bzw. die von dort empfangenen Subventionen. Die als Salden ermittelten Größen umfassen im Haushaltssektor die Selbständigeneinkommen sowie Nettobetriebsüberschüsse. In den übrigen Sektoren fallen ausschließlich Betriebsüberschüsse an. Der Nettobetriebsüberschuss des Staatssektors ist relativ gering und ergibt sich aus der Marktproduktion des Staates. Im Jahr 2009 betrug er –4,09 Mrd. Euro und war somit negativ. Das primäre Einkommensverteilungskonto der einzelnen Sektoren zeigt auf der Aufkommensseite zunächst die Gegenbuchung zum Kontoabschluss des Einkommensentstehungskontos, also Nettobetriebsüberschuss bzw. Selbständigeneinkommen. Darüber hinaus ist auf der Aufkommensseite das Arbeitnehmerentgelt zu sehen, das zum allergrößten Teil den privaten inländischen Haushalten und zu einem geringen Teil den nichtinländischen Arbeitnehmern zufließt. Ferner wird an dieser Stelle das Aufkommen an Nettoproduktionsund Importabgaben gebucht. Dieses umfasst die Gütersteuern (Mehrwertsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer, andere Importabgaben und sonstige Gütersteuern) sowie die sonstigen Produktionsabgaben. Gegenzurechnen sind Gütersubventionen und sonstige Subventionen. Aufkommen an Gütersteuern erzielen nur die Sektoren „Staat“ und „Übrige Welt“. Beim Gütersteueraufkommen der übrigen Welt, das im Jahr 2009 ca. 5,6 Mrd. Euro betrug, handelt es sich vor allem um die Einfuhrumsatzsteuer und sonstige Importabgaben, die der Europäischen Union zuflossen. Schließlich werden im primären Einkommensverteilungskonto noch die von den Sektoren empfangenen (Aufkommensseite) und geleisteten (Verwendungsseite) Vermögenseinkommen erfasst. Die quantitativ bedeutendsten Positionen innerhalb der empfangenen und geleisteten Vermögenseinkommen sind Zinsen und Dividenden. Das primäre Verteilungskonto schließt mit den sogenannten Primäreinkommen der Sektoren ab. Zieht man vom Primäreinkommen der Gesamtwirtschaft (2064,85 Mrd. Euro) Gütersteuern und sonstige Produktionsabgaben ab (304,51 Mrd. Euro) und zählt die Subventionen hinzu (31,49 Mrd. Euro), erhält man das Volkseinkommen (1791,83 Mrd. Euro). Das Volkseinkommen ist im ESVG 95 konzeptionell nicht vorgesehen. Es wird aber dennoch (als deutsche Besonderheit) ausgewiesen, weil das Volkseinkommen eine in Deutschland traditionell stark beachtete Größe ist. In den Konten der sekundären Einkommensverteilung werden die Umverteilungsvorgänge erfasst, die vom Primäreinkommen zum verfügbaren Einkommen der Sektoren überleiten. Diese Umverteilungsvorgänge lassen sich in vier Gruppen gliedern, die jeweils sowohl auf der Aufkommens- als auch auf der Verwendungsseite der sektoralen Konten erscheinen: Einkommen- und Vermögensteuern, Sozialbeiträge, monetäre Sozialleistungen und sonstige laufende Transfers. Einkommen- und Vermögensteuern werden von allen inländischen Sektoren geleistet. Eine Ausnahme stellt der Staat dar, dem gleichzeitig das gesamte Aufkommen aus dieser Position zufließt. Ähnlich wie bei den Einkommen- und Vermögensteuern leistet der Sektor der privaten Haushalte und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck den größten Beitrag zu den Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 59 5. Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland 59 Abb. 5-1: Das Kontensystem des Statistischen Bundesamtes im Überlick Quelle: Statistisches Bundesamt (2001) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 60 Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik60 S .1 S .1 1 S .1 2 S .1 3 S .1 4 / S .1 5 S .2 A uf ko m m en V er w en du ng 0 G es am tw irt sc ha ftl ic he s G üt er ko nt o 86,932 4 )nesierpsgnulletsre H uz( tre wsnoitkudor P 1. P – – – – – nreuetsretü G 12. D 2 62 ,8 9 – – – – – etrop mI 7. P 8 60 ,3 1 – – – – – S um m e 5 36 2, 88 – – – – – P .2 V or le is tu ng en 2 09 9, 07 – – – – – D .3 1 G üt er su bv en tio ne n 6 ,4 0 – – – – – 02,388 1 nebagsua musno K 3. P – – – – – 24,593 nenoititsevniottur B 5. P – – – – – P .6 E xp or te 9 78 ,7 9 – – – – – S um m e 5 36 2, 88 – – – – – V er w en du ng A uf ko m m en I P ro du kt io ns ko nt o – 07,287 02,423 55,612 32,619 2 86,932 4 )nesierpsgnulletsre H uz( tre wsnoitkudor P 1. P da ru nt er : F IS IM 1 ) 7 4, 52 – 7 4, 52 – – – S um m e 4 23 9, 68 2 91 6, 23 2 16 ,5 5 3 24 ,2 0 7 82 ,7 0 – negnutsielro V 2. P 2 09 9, 07 1 58 5, 73 1 31 ,3 1 1 11 ,3 4 2 70 ,6 9 – da ru nt er : F IS IM 1 ) 5 4, 13 1 7, 66 7 ,3 9 2 ,6 1 2 6, 47 – – 10,215 68,212 42,58 05,033 1 16,041 2 gnufpöhcstre wottur B g1. B negnubierh csb A 1. K 3 66 ,0 9 2 02 ,6 4 7 ,1 1 3 9, 80 1 16 ,5 4 – 84,811 – 74,593 60,371 31,87 68,721 1 25,477 1 )2 gnufpöhcstre wotte N n1. B S um m e 4 23 9, 68 2 91 6, 23 2 16 ,5 5 3 24 ,2 0 7 82 ,7 0 – G es am te V ol ks w irt sc ha ft N ic ht -fi na nz ie lle Tr an sa kt io ne n un d A gg re ga te de r A uf ko m m en su nd V er w en du ng ss ei te , K on te ns al de n Ü br ig e W el t (T ra ns ak tio ne n m it D eu ts ch la nd ) K on to P riv at e H au sh al te un d pr iv at e O rg . o. E . Fi na nzi el le K ap ita lg es el ls ch af te n S ta at Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 61 5. Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland 61 II. 1. 1 E in ko m m en se nt st eh un gs ko nt o 84,811 – 74,593 60,371 31,87 68,721 1 25,477 1 gnufpöhcstre wotte N n1. B – 30,3 65,0 – 19,72 05,13 nenoitnevbu S egitsno S 93. D S um m e 1 80 6, 02 1 15 5, 77 7 8, 13 1 73 ,6 2 3 98 ,5 0 – 11 8, 48 90,8 02,871 46,771 66,55 92,418 97,522 1 tlegtnere mhentiebr A 1. D – 80,01 70,0 95,3 35,33 72,74 nebagbasnoitkudor P egitsno S 92. D 75,621 – 22,012 90,4 – 88,81 59,703 69,235 ne m moknienegidnätsble S / ssuhcsrebüs b ei r te bo tte N n3/2. B S um m e 1 80 6, 02 1 15 5, 77 7 8, 13 1 73 ,6 2 3 98 ,5 0 – 11 8, 48 II. 1. 2 P rim är es E in ko m m en sv er te ilu ng sk on to 75,621 – 22,012 90,4 – 88,81 59,703 69,235 n e m m oknienegidnätsble S / ssuhcsrebüsbeirte b ott e N n3/2. B 20,8 68,522 1 – – – 68,522 1 tlegtnere mhentiebr A 1. D 56,5 – 15,403 – – 15,403 nebagbatrop mI dnu -snoitkudor P enegnaf p m E 2. D D .2 1 G üt er st eu er n 2 57 ,2 4 – – 2 57 ,2 4 – 5 ,6 5 17,1 – 79,571 – – 79,571 )t S w M( reuetstre wrhe M 112. D 75,3 – 99,41 – – 99,41 )t S w M enho( nebagbatrop mI 212. D 73,0 – 82,66 – – 82,66 nreuetsretü G egitsno S 412. D – – 72,74 – – 72,74 nebagbasnoitkudor P egitsno S 92. D 20,721 63,014 66,91 97,263 41,68 59,878 ne m mokniesnegö mre V 4. D D .4 1 Zi ns en 3 ) 4 31 ,3 1 3 5, 01 3 18 ,3 5 7 ,4 1 7 0, 54 9 3, 34 86,19 65,85 54,5 18,653 39,62 57,744 nesniZ ehcilhcästaT :hcilthcirhcan 53,13 16,582 89,01 58,74 84,13 29,573 ne mhantn E dnu negnuttühcssu A 24. D 23,2 – – 34,3 – 58,71 24,41 tle W negirbü red sua enni we G etreitsevn i e R 34. D 10,0 73,25 – 20,0 97,1 81,45 negärtrevsgnurehcisre V sua ne m moknie sn egö mre V 44. D D .4 5 P ac ht ei nk om m en 3 ,1 2 0 ,0 1 – 1 ,2 7 1 ,8 4 – S um m e 2 94 2, 28 3 94 ,0 9 3 81 ,6 7 3 20 ,0 8 1 84 6, 44 1 4, 12 nenoitnevbu S 3. D 3 1, 49 – – 3 1, 49 – 6 ,4 1 nenoitnevbusretü G 13. D 6 ,3 0 – – 6 ,3 0 – 0 ,1 0 13,6 – 91,52 – – 91,52 nenoitnevbu S egitsno S 93. D 30,061 32,15 61,26 35,663 20,663 49,548 ne m mokniesnegö mre V 4. D )3 nesniZ 14. D 4 23 ,4 3 5 8, 69 2 53 ,2 5 6 2, 16 4 9, 33 1 01 ,2 2 76,301 01,08 18,26 85,422 72,86 67,534 nesniZ ehcilhcästaT :hcilthcirhcan 93,44 – – 68,45 20,803 88,263 ne mhantn E dnu negnuttühcssu A 24. D 24,41 – – 32,4 19,1 – 23,2 tle W egirbü eid na enni we G etreitsevnie R 34. D – – – 91,45 – 91,45 negärtrevsgnurehcisre V sua ne m moknie snegö mre V 44. D ne m mokniethca P 54. D 3 ,1 2 1 ,2 2 – – 1 ,9 0 – 23,251 – 12,597 1 34,622 41,51 70,82 58,460 2 ne m moknierä mir P n5. B S um m e 2 94 2, 28 3 94 ,0 9 3 81 ,6 7 3 20 ,0 8 1 84 6, 44 1 4, 12 Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 62 Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik62 S .1 S .1 1 S .1 2 S .1 3 S .1 4 / S .1 5 S .2 II. 1. 2. 1 U nt er ne hm en sg ew in nk on to 75,621 – 83,74 90,4 – 88,81 59,703 21,073 ssuhcsrebüsbeirtebotte N n2. B – 48,261 – – – 48,261 ne m moknienegidnätsble S n3. B 23,2 25,4 – 97,263 41,68 54,354 ne m mokniesnegö mre V 4. D D .4 1 Zi ns en 3 ) 3 57 ,8 8 3 5, 01 3 18 ,3 5 – 4 ,5 2 – – 01,2 – 18,653 39,62 48,583 nesniZ ehcilhcästaT :hcilthcirhcan – – – 58,74 84,13 33,97 ne mhantn E dnu negnuttühcssu A 24. D 23,2 – – 34,3 – 58,71 24,41 tle W negirbü red sua enni we G etreitsevni e R 34. D – – – 20,0 97,1 18,1 negärtrev sgnurehcisre V sua ne m mokniesnegö mre V 44. D D .4 5 P ac ht ei nk om m en 0 ,0 1 0 ,0 1 – – – – S um m e 9 86 ,4 1 3 94 ,0 9 3 81 ,6 7 – 4, 09 2 14 ,7 4 – 12 4, 25 – 89,24 – 44,703 19,95 33,014 ne m mokniesnegö mre V 4. D )3 nesniZ 14. D 3 53 ,0 2 5 8, 69 2 53 ,2 5 – 4 1, 08 – – 44,46 – 85,422 72,86 92,753 nesniZ ehcilhcästaT :hcilthcirhcan – – – 91,45 – 91,45 negärtrevsgnurehcisre V sua ne m moknies n egö mre V 44. D ne m mokniethca P 54. D 3 ,1 2 1 ,2 2 – – 1 ,9 0 – 52,421 – 67,171 90,4 – 32,47 81,433 80,675 enni wegsne mhenretn U n4. B S um m e 9 86 ,4 1 3 94 ,0 9 3 81 ,6 7 – 4, 09 2 14 ,7 4 – 12 4, 25 II. 1. 2. 2 K on to d er V er te ilu ng s on st ig er P rim är ei nk om m en 52,421 – 67,171 90,4 – 32,47 81,433 80, 675 enni wegsne mhenretn U n4. B 20,8 68,522 1 – – – 68,522 1 tlegtnere mhentiebr A 1. D 56,5 – 15,403 – – 15,403 nebagbatrop mI dnu -snoitkudor P enegna f p m E 2. D 07,421 48,504 66,91 – – 05,524 ne m mokniesnegö mre V 4. D D .4 1 Zi ns en 3 ) 7 3, 43 – – 7 ,4 1 6 6, 02 9 3, 34 86,19 64,65 54,5 – – 19,16 nesniZ ehcilhcästaT :hcilthcirhcan 53,13 16,582 89,01 – – 95,692 ne mhantn E dnu negnuttühcssu A 24. D 10,0 73,25 – – – 73,25 negärtrevsgnurehcisre V sua ne m moknie s negö mre V 44. D D .4 5 P ac ht ei nk om m en 3 ,1 1 – – 1 ,2 7 1 ,8 4 – S um m e 2 53 1, 95 3 34 ,1 8 7 4, 23 3 20 ,0 8 1 80 3, 46 1 4, 12 nenoitnevbu S 3. D 3 1, 49 – – 3 1, 49 – 6 ,4 1 30,061 52,8 61,26 90,95 11,603 16,534 ne m mokniesnegö mre V 4. D V er w en du ng S ta at P riv at e H au sh al te un d pr iv at e O rg . o. E . K ap ita lg es el ls ch af te n A uf ko m m en G es am te V ol ks w irt sc ha ft N ic ht -fi na nz ie lle Fi na nzi el le K on to Tr an sa kt io ne n un d A gg re ga te de r A uf ko m m en su nd V er w en du ng ss ei te , K on te ns al de n Ü br ig e W el t (T ra ns ak tio ne n m it D eu ts ch la nd ) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 63 5. Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland 63 )3 nesniZ 14. D 7 0, 41 – – 6 2, 16 8 ,2 5 1 01 ,2 2 76,301 66,51 18,26 – – 74,87 nesniZ ehcilhcästaT :hcilthcirhcan 93,44 – – 68,45 20,803 88,263 ne mhantn E dnu negnuttühcssu A 24. D 24,41 – – 32,4 19,1 – 23,2 tle W egirbü eid na enni we G etreitsevnie R 34. D negärtrevsgnurehcisre V sua ne m moknie sne gö mre V 44. D – – – – – – ne m mokniethca P 54. D – – – – – – 23,251 – 12,597 1 34,622 41,51 70,82 58,460 2 ne m moknierä mir P n5. B S um m e 2 53 1, 95 3 34 ,1 8 7 4, 23 3 20 ,0 8 1 80 3, 46 1 4, 12 II. 2 K on to d er s ek un dä re n E in ko m m en sv er te ilu ng (A us ga be nk on ze pt ) 23,251 – 12,597 1 34,622 41,51 70,82 58,460 2 ne m moknierä mir P n5. B 42, 0 – 69,952 – – 69,952 nreuetsnegö mre V dnu -ne m mokni E 5. D 42,0 – 29,252 – – 29,252 nreuetsne m mokni E 15. D – – 40,7 – – 40,7 nebagb A dnu nreuet S etkerid egitsno S 95. D D .6 1 S oz ia lb ei trä ge 4 97 ,8 1 2 0, 62 6 6, 75 4 09 ,9 0 0 ,5 4 1 ,5 5 55,1 – 86,383 64,66 14,81 55,864 egärtieblaizo S ehcilhcästaT 116. D 68,0 – 92,161 20,52 14,81 27,402 rebegtiebr A red egärtieblaizo S ehcilhcäs ta T 1116. D 96,0 – 82,051 07,62 – 89,671 re mhentiebr A red egärtieblaizo S 2116. D – – 11,27 47,41 – 58,68 negitätsbre wrethci N .u negidnätsble S red egärtie bl aizo S 3116. D – 45,0 22,62 92,0 12,2 62,92 egärtieblaizo S etlletsretn U 216. D 10,6 92,094 – – – 92,094 negnutsiellaizo S eräteno M 26. D 03,5 84,092 – – – 84,092 gnurehcisrevlaizo S red negnutsieldle G 126. D 23,0 26,94 – – – 26,94 ne metsyssgnurehci S netavirp sua negnut sie llaizo S 226. D 60,0 97,35 – – – 97,35 rebegtiebr A red negnutsiellaizo S egitsno S 326. D 33,0 04,69 – – – 04,69 negnutsieldle G elaizos egitsno S 426. D 93,53 36,37 92,31 24,65 91,8 35,151 srefsnarT ednefual egitsno S 7. D 44,1 – – 89,55 – 89,55 negnurehcisrevnedahc S rüf nei märpotte N 17. D 43,1 66,74 61,0 92,0 70,7 81,55 negnutsielsgnurehcisrevnedahc S 27. D D .7 3 La uf en de T ra ns fe rs in ne rh al b de s S ta at ss ek to rs – – – – – – 06,4 – 43,0 – – 43,0 tiebrane m masuZ .tanretni red ne mha R m i sre fsnarT .dfL 47. D 10,82 79,52 97,21 51,0 21,1 30,04 srefsnarT ednefual egirb Ü 57. D da ru nt er : B S P -E ig en m itt el – – – – – 1 4, 88 S um m e 3 46 4, 44 5 6, 88 1 38 ,3 1 9 09 ,5 8 2 35 9, 67 – 10 9, 13 6 2,4 65,932 – 72,0 11,61 49,552 nreuetsnegö mre V dnu -ne m mokni E 5. D 62,4 25,232 – 72,0 11,61 09,842 nreuetsne m mokni E 15. D – 40,7 – – – 40,7 nebagb A dnu nreuet S etkerid egitsno S 95. D Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 64 Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik64 egärtieblaizo S 16. D 4 96 ,6 8 – – – 4 96 ,6 8 2 ,6 8 86,2 24,764 – – – 24,764 egärtieblaizo S ehcilhcästaT 116. D 53,1 32,402 – – – 32,402 rebegtiebr A red egärtieblaizo S ehcilhcä st a T 1116. D 33,1 43,671 – – – 43,671 re mhentiebr A red egärtieblaizo S 2116. D – 58,68 – – – 58,68 negitätsbre wrethci N .u negidnätsble S red egärtieblaizo S 3116. D – 62,92 – – – 62,92 egärtieblaizo S etlletsretn U 216. D 34,0 45,0 05,344 05,63 33,51 78,594 negnutsiellaizo S eräteno M 26. D – – 87,592 – – 87,592 gnurehcisrevlaizo S red negnutsieldle G 126. D – – – 10,63 39,31 49,94 ne metsyssgnurehci S netavirp sua negnuts ie llai zo S 226. D – 45,0 24,15 94,0 04,1 58,35 rebegtiebr A red negnutsiellaizo S egitsn o S 326. D 34,0 – 03,69 – – 03,69 negnutsieldle G elaizos egitsno S 426. D 54,3 36,86 91,54 72,65 83,31 74,381 srefsnarT ednefual egitsno S 7. D 88,0 21,84 61,0 92,0 79,7 45,65 negnurehcisrevnedahc S rüf nei märpotte N 1 7. D 45,0 – – 89,55 – 89,55 negnutsielsgnurehcisrevnedahc S 27. D srotkesstaat S sed blahrenni srefsnarT ed n efuaL 37. D – – – – – – 43,0 – 06,4 – – 06,4 tiebrane m masuZ .tanretni red ne mha R m i sre fsnarT .dfL 47. D 96,1 15,02 34,04 – 14,5 53,66 srefsnarT ednefual egirb Ü 57. D – – 88,41 – – 88,41 letti mnegi E- P S B :retnurad 59,911 – 62,455 1 98,024 72,54 60,21 84,230 2 ne m mokni E serabgüfre V n6. B S um m e 3 46 4, 44 5 6, 88 1 38 ,3 1 9 09 ,5 8 2 35 9, 67 – 10 9, 13 S .1 S .1 1 S .1 2 S .1 3 S .1 4 / S .1 5 S .2 V er w en du ng A uf ko m m en II. 4 E in ko m m en sv er w en du ng sk on to (A us ga be nk on ze pt ) 59,911 – 62,455 1 98,024 7 2,54 60,21 84,230 2 )tpeznoknebagsu A( ne m mokni E serabg ü f r e V n6. B – 65,33 – – – 65,33 ehcürpsnasgnugrosre V rehcilbeirteb e m h an uZ 8. D S um m e 2 06 6, 04 1 2, 06 4 5, 27 4 20 ,8 9 1 58 7, 82 – 11 9, 95 – – – 67,82 08,4 65,33 ehcürpsnasgnugrosre V rehcilbeirteb e m hanu Z 8. D – 60,114 1 41,274 – – 02,388 1 )tpeznoknebagsu A( musno K 3. P da ru nt er : F IS IM 1 ) 1 9, 63 – – 2 ,6 1 1 7, 02 – nerap S n8. B 1 49 ,2 8 7 ,2 6 1 6, 51 – 51 ,2 5 1 76 ,7 6 – S um m e 2 06 6, 04 1 2, 06 4 5, 27 4 20 ,8 9 1 58 7, 82 – P riv at e H au sh al te un d pr iv at e O rg . o. E . Ü br ig e W el t (T ra ns ak tio ne n m it D eu ts ch la nd ) K ap ita lg es el ls ch af te n K on to Fi na nzi el le S ta at Tr an sa kt io ne n un d A gg re ga te de r A uf ko m m en su nd V er w en du ng ss ei te , K on te ns al de n G es am te V ol ks w irt sc ha ft N ic ht -fi na nz ie lle Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 65 5. Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland 65 A kt iv a P as si va III .1 .1 K on to d er R ei nv er m ög en sä nd er un g du rc h S pa re n un d V er m ög en st ra ns fe rs B .8 n S pa re n 1 49 ,2 8 7 ,2 6 1 6, 51 – 51 ,2 5 1 76 ,7 6 – 11 9, 95 54,3 37,51 05,9 87,1 48,81 58,54 srefsnartsnegö mre V 9. D – – 45,4 – – 45,4 nreuet S e maskri wsnegö mre V 19. D 46,1 12,5 19,2 – 73,41 94,22 essühcsuzsnoititsevnI 29. D 18,1 25,01 50,2 87,1 74,4 28,81 srefsnartsnegö mre V egitsno S 99. D S um m e 1 95 ,1 3 2 6, 10 1 8, 29 – 41 ,7 5 1 92 ,4 9 – 11 6, 50 51,3 41,6 67,23 00,5 52,2 51,64 srefsnartsnegö mre V 9. D – 45,4 – – – 45,4 nreuet S e maskri wsnegö mre V 19. D 19,2 – 22,12 – – 22,12 essühcsuzsnoititsevnI 29. D 42,0 06,1 45,11 00,5 52,2 93,02 srefsnartsnegö mre V egitsno S 99. D 56,911 – 53,681 15,47 – 92,31 58,32 89,841 srefsnartsnegö mre V .u nerap S hcrud gnu r e dnäs negö mrevnie R n1.01. B S um m e 1 95 ,1 3 2 6, 10 1 8, 29 – 41 ,7 5 1 92 ,4 9 – 11 6, 50 III .1 .2 S ac hv er m ög en sb ild un gs ko nt o 56,911 – 53,681 15,47 – 92,31 58,32 89,841 srefsnartsnegö mre V .u nerap S hcrud gn ur e dnäsnegö mrevnie R n1.01. B K .1 A bs ch re ib un ge n 3 66 ,0 9 2 02 ,6 4 7 ,1 1 3 9, 80 1 16 ,5 4 – S um m e 5 15 ,0 7 2 26 ,4 9 2 0, 40 – 34 ,7 1 3 02 ,8 9 – 11 9, 65 – 89,051 43,93 65,5 45,991 24,593 nenoititsevniottur B 5. P – 85,051 03,93 56,5 61,722 96,224 nenoititsevniegaln aottur B 15. P – 36,2 – – 90,0 – 26,72 – 43,03 – negnurednärevstarro V 25. P – 30,3 40,0 – – 70,3 nehcastre W na gnaguzotte N 35. P – 19,0 83,1 – – 74,0 – nretügsnegö mre V netreizudorpthcin na g n ag uzotte N 2. K 56,911 – 00,151 76,27 – 48,41 84,62 56,911 odlassgnureiznaniF 9. B S um m e 5 15 ,0 7 2 26 ,4 9 2 0, 40 – 34 ,7 1 3 02 ,8 9 – 11 9, 65 V er än de ru ng d er 1) F in an zs er vi ce le is tu n g , i n d ir ek te M es su n g . 2) F ü r d en S ek to r ü b ri g e W el t Im p o rt e ab zü g l. Ex p o rt e au s d er b zw . a n d ie ü b ri g e W el t. 3) U m F IS IM k o rr ig ie rt e ta ts äc h lic h e Zi n se n . A b b . 5 -2 : K o n te n d er V o lk sw ir ts ch af tl ic h en G es am tr ec h n u n g 2 0 09 Q u el le : S ta ti st is ch es B u n d es am t (2 01 0, S . 3 3 ff .) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 66 Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik66 Sozialbeiträgen, die im Wesentlichen dem Staat zufließen. Dieser trägt wieder den größten Teil der monetären Sozialleistungen, die ganz überwiegend an den Haushaltssektor gehen. Diese Zusammenhänge spiegeln unser Steuersystem und unser Sozialversicherungssystem wider. Die Einkommensverwendungskonten zeigen, wie die Sektoren das verfügbare Einkommen für Konsum und Sparen verwenden. Dargestellt wird in Abbildung 5-2 die Einkommensverwendung nur nach dem Ausgabenkonzept, nicht nach dem Verbrauchskonzept. (Der Unterschied zwischen beiden Konzepten wird weiter unten erläutert.) Definitionsgemäß fallen Konsumausgaben nur im staatlichen Sektor (staatlicher Konsum) und im Haushaltssektor (privater Konsum) an. Das Sparen der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften betrug 7,26 Mrd. Euro, das der finanziellen Kapitalgesellschaften hatte eine Höhe von 16,51 Mrd. Euro. Zusammengenommen betrug das Sparen der Kapitalgesellschaften 23,77 Mrd. Euro und war betragsmäßig noch kleiner als das negative Sparen des Staates (–51,25 Mrd. Euro). Das gesamtwirtschaftliche Sparen (149,28  Mrd.  Euro) ist daher per saldo geringer als das Sparen der privaten Haushalte (176,76 Mrd. Euro). Während im vereinfachten Kontenschema direkt durch Gegenüberstellung von Sparen und Nettoinvestitionen der Finanzierungssaldo der Sektoren ermittelt wird, findet sich im Kontensystem des Statistischen Bundesamts ein Zwischenschritt. In den Konten der Reinvermögensänderung durch Sparen und Vermögenstransfers wird zunächst der Vermögenstransfer zwischen den Sektoren berücksichtigt. Den größten Anteil an diesen Vermögenstransfers haben die vom Staat geleisteten und empfangenen Investitionszuschüsse. Diese Konten schließen mit der Reinvermögensänderung der Sektoren ab. In den Sachvermögensbildungskonten werden auf der Aufkommensseite Reinvermögensänderung und Abschreibungen gebucht. Diesen werden die Bruttoinvestitionen und der Nettozugang an nichtproduzierten Vermögensgütern gegenübergestellt. Die Konten schließen mit dem Finanzierungssaldo des jeweiligen Sektors ab. Zum Kontenrahmen des Statistischen Bundesamts gehören auch die Finanzierungskonten. Wie im Grundschema werden dort die Änderungen von Forderungen und Verbindlichkeiten der Sektoren nachgewiesen. Allerdings werden diese Finanzierungskonten vom Statistischen Bundesamt bislang nicht angewiesen. Die Struktur der Konten, die für jeden Sektor geführt werden, macht deutlich, dass sie aufeinander aufbauen. Jede Kontengruppe knüpft an den Saldo der vorangehenden Kontengruppe an und ermittelt eine enger definierte Größe des Wirtschaftskreislaufs. Tabelle 5-2 enthält eine Übersicht über die in den einzelnen Konten ermittelten Salden. Das Statistische Bundesamt weist Zahlenangaben für die verschiedenen Inlandsproduktsbegriffe ab 1991 für das gesamte Bundesgebiet aus. In den nächsten Abschnitten, die sich mit dem empirischen Befund für das Inlandsprodukt und das Nationaleinkommen sowie deren Komponenten für die Bundesrepublik Deutschland beschäftigen, ist darauf zu achten, dass sich in der Regel alle Daten für Zeiträume vor 1991 nur auf die alten Bundesländer beziehen. Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 67 5. Kapitel: Das System der Inlandsproduktsberechnung in Deutschland 67 Konto Saldo Produktionskonto Einkommensentstehungskonto Primäres Einkommensverteilungskonto Konto der sekundären Einkommensverteilung Einkommensverwendungskonto Konto der Reinvermögensänderung durch Sparen und Vermögenstransfers Sachvermögensbildungskonto Brutto- bzw. Nettowertschöpfung Brutto- bzw. Nettobetriebsüberschuss/ Selbständigeneinkommen Primäreinkommen Verfügbares Einkommen Sparen Reinvermögensänderung durch Sparen und Vermögenstransfers Finanzierungssaldo Tab. 5-2: Die Salden der vom Statistischen Bundesamt für die Sektoren geführten Konten 5. Entstehungs-, Verwendungs- und Verteilungsrechnung Das im vorigen Abschnitt besprochene Kontensystem verdeutlicht, dass man das Bruttoinlandsprodukt als Größe, die den Gesamtwert der in einer Periode im Inland produzierten Waren und Dienstleistungen (nach Abzug der Vorleistungen) beschreibt, rechnerisch auf verschiedenen Wegen ermitteln kann. Man unterscheidet dabei zwischen Entstehungs-, Verwendungs- und Verteilungsrechnung. Bei diesen drei Berechnungsarten geht es inhaltlich um folgende Fragen: Welchen Anteil haben die einzelnen Wirtschaftsbereiche an der Erstellung des Inlandsprodukts? Wie groß ist die Bruttowertschöpfung der Wirtschaftsbereiche? (Entstehung des Inlandsprodukts) In welche letzten Verwendungen (Konsum der privaten Haushalte und des Staates, Investitionen, Außenhandel) fließen die in einer Volkswirtschaft hergestellten Güter? (Verwendung des Inlandsprodukts) Wie verteilt sich das bei der Güterproduktion entstandene Einkommen auf die an der Produktion beteiligten Wirtschaftseinheiten? (Verteilung des Inlandsprodukts) Im Prinzip lassen sich das Inlandsprodukt und die damit zusammenhängenden übrigen Einkommenskonzepte (Nationaleinkommen, Volkseinkommen) über jeden der drei Rechenwege ermitteln. Abbildung 5-3 stellt die verschiedenen Methoden der Inlandsproduktsberechnungen im Überblick dar. Das Statistische Bundesamt berechnet das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland grundsätzlich gleichberechtigt sowohl von der Entstehungsseite als auch von der Verwendungsseite. Aufgrund statistischer Erfassungsprobleme bei den Unternehmens- und Vermögenseinkommen ist jedoch eine eigenständige Berechnung des Inlandsprodukts über die Verteilungsseite nicht möglich. Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 68 Dritter Teil: Inlandsproduktsberechnung in der Bundesrepublik68 Die Daten, die im Rahmen der Darstellung der Inlandsproduktsverteilung verwendet werden, stammen daher zum Teil aus anderen Rechnungssystemen. Auftretende Unterschiede bei den nach der Entstehungs- und nach der Verwendungsrechnung isoliert ermittelten Inlandsproduktszahlen werden durch eine Abstimmung der Daten der unterschiedlichen Berechnungsmethoden korrigiert. Hierbei werden diejenigen Aggregate, die statistisch weniger gut abgesichert sind, stärker korrigiert als diejenigen, für die „harte“ Daten vorliegen. So werden z. B. der Staatsverbrauch und die Außenhandelsdaten nicht in den Korrekturprozess einbezogen, da ihre Angaben als sehr zuverlässig gelten. Im folgenden Kapitel werden die genannten Berechnungsarten genauer erläutert. Gleichzeitig soll der aufgespannte Rahmen mit Daten gefüllt werden, um ein empirisches Bild von Produktions- und Einkommensentwicklung in Deutschland zu vermitteln. Schlüsselbegriffe: System of National Accounts Konto der Reinvermögensbildung Europäisches System Volkswirtschaftli- Sachvermögensbildungskonto cher Gesamtrechnungen Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Gesamtwirtschaftliches Güterkonto Finanzielle Kapitalgesellschaften Einkommensentstehungskonto Private Organisationen ohne Erwerbs Primäres Einkommensverteilungskonto zweck Konto der sekundären Einkommensverteilung Abb. 5-3: Die drei Berechnungsmethoden des Inlandsprodukts Quelle: Sachverständigenrat (2005, Anhang V, S. 549) I. Entstehungsrechnung Produktionswert Private Konsumausgaben – Vorleistungen (einschließlich FISIM) + Konsumausgaben des Staates = Bruttowertschöpfung Bauinvestitionen +Gütersteuern + – Gütersubventionen Vorratsveränderungen und Nettozugang + an Wertsachen Exporte von Waren und Dienstleistungen + Importe von Waren und Dienstleistungen – = Bruttoinlandsprodukt + Saldo der Primäreinkommen mit der übrigen Welt = Bruttonationaleinkommen – Abschreibungen III. Verteilungsrechnung = Nettonationaleinkommen (Primäreinkommen) – Produktions- und Importabgaben an den Staat + Subventionen vom Staat = Volkseinkommen – Arbeitnehmerentgelt = Unternehmens- und Vermögenseinkommen + Ausrüstungsinvestitionen + Sonstige Anlagen II. Verwendungsrechnung Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 69 6. Kapitel: Produktions- und Einkommens entwicklung in Deutschland: Der empirische Befund 1. Zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts und des Bruttonationaleinkommens In diesem Kapitel sollen die Daten für die zentralen Größen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, die im 4. und 5. Kapitel erläutert wurden, für Deuschland näher betrachtet werden. Tabelle 6-1 gibt einen ersten Überblick über die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts und des Bruttonationaleinkommens sowie damit in Verbindung stehender Größen. Der vergleichsweise starke Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in 1991 ist auf die Wiedervereinigung Deutschlands zurückzuführen. Ab 1991 zeigen die Daten die entsprechenden Werte für Gesamtdeutschland. Neben dem Bruttoinlandsprodukt und dem Bruttonationaleinkommen enthält Tabelle 6-1 auch die Daten für das Nettonationaleinkommen sowie das noch etwas enger gefasste Volkseinkommen (= Nettonationaleinkommen zu Faktorkosten). Zwischen 1991, dem ersten Jahr nach der Wiedervereinigung, und 2010 nahm der Wert des Bruttoinlandsprodukts um rund 63  Prozent zu. Der Zuwachs beim Bruttonationaleinkommen betrug sogar noch ein paar Prozentpunkte mehr. Das Volkseinkommen stieg mit rund 59 Prozent im gleichen Zeitraum etwas weniger. Das Bruttoinlandsprodukt und das Bruttonationaleinkommen werden – wie auch andere Inlandsproduktsgrößen und deren Teilaggregate – vom Statistischen Bundesamt nicht nur in jeweiligen Preisen, sondern auch in konstanten Preisen eines Basisjahres berechnet. Im ersten Fall spricht man von nominalen Größen, im letzten Fall dagegen von realen Größen. Dividiert man nominale durch reale Größen, erhält man den Preisindex (Inlands- bzw. Inlandsproduktsdeflator) auf Grundlage des Basisjahres. Methoden und Probleme der Preisbereinigung werden im 7. Kapitel genauer erörtert. Die jährliche Veränderung des realen Inlandsprodukts bildet die Wachstumsrate des Inlandsprodukts, die häufig auch nur Wachstumsrate (eines Landes) genannt wird. Die Wachstumsrate lässt sich auch auf Basis des Bruttonationaleinkommens ermitteln. Diese kann geringfügig von der des Inlandsprodukts abweichen. In jüngerer Vergangenheit bezieht sich die amtliche Statistik stets auf das reale Bruttoinlandsprodukt, wenn von der Wachstumsrate ohne nähere Erläuterungen gesprochen wird. Die Wachstumsrate ist eine der von der Öffentlichkeit und der Politik am meisten beachteten wirtschaftlichen Größen. Abbildung 6-1 zeigt die Entwicklung der jährlichen Wachstumsraten für die Bundesrepublik Deutschland nach 1960. Auch hier beziehen sich die Angaben 6. Kapitel: Produktions- und Einkommens entwicklung in Deutschland

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung.

Dieses Buch informiert umfassend über die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Ausgehend von der theoretischen Fundierung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung geht es ausführlich auf das in Deutschland (und den anderen Ländern der Europäischen Union) verwendete Gesamtrechnungssystem ESVG 95 ein. Ein besonderes Gewicht liegt auf der Anwendung und den Weiterentwicklungen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. So erhält der Leser nicht nur einen fundierten Überblick über die quantitativen Verhältnisse der deutschen Volkswirtschaft, er wird beispielsweise auch ausführlich über die aktuelle Diskussion um die Aussagefähigkeit des Bruttoinlandsprodukts, die Entwicklung alternativer Konzepte zur Wohlfahrtsmessung sowie die Bestrebungen informiert, die Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu quantifizieren.

Die Autoren

Prof. Dr. Michael Frenkel ist Inhaber des Lehrstuhls für Makroökonomik und Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der WHU – Otto-Beisheim School of Management, Vallendar.

Prof. Dr. Klaus Dieter John ist Inhaber der Professur für Wirtschaftspolitik an der Technischen Universität Chemnitz.