13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung in:

Michael Frenkel, Klaus Dieter John

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, page 257 - 280

7. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3763-8, ISBN online: 978-3-8006-4307-3, https://doi.org/10.15358/9783800643073_257

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

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Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 253 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 1. Umfang der Außenwirtschaftsrechnung Für praktisch alle Länder der Welt hat die Bedeutung des Außenhandels seit Ende des zweiten Weltkrieges erheblich zugenommen. So gibt es heute kaum noch eine Volkswirtschaft, die als geschlossen angesehen werden kann. Es ist daher üblich geworden, die Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern in einer gesonderten Nebenrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, der Außenwirtschaftsrechnung, zu erfassen. Die Außenwirtschaftsrechnung wird in der Bundesrepublik Deutschland durch die Deutsche Bundesbank vorgenommen. Den größten Teil dieses Rechnungssystems nimmt die Zahlungsbilanz ein, in der im wesentlichen die Güter- und Kapitalströme aufgezeichnet werden. Die Zahlungsbilanz ist damit eine Stromgrößenrechnung. Sie wird ergänzt durch eine außenwirtschaftliche Bestandsgrößenrechnung, in der die Nettovermögensposition (Auslandsposition) der Inländer gegenüber den Ausländern zusammengestellt wird. Innerhalb der Auslandsposition der Inländer kommt den Währungsreserven der Zentralbank aus währungspolitischen Überlegungen besondere Bedeutung zu. Einen weiteren Bestandteil der Außenwirtschaftsrechnung bildet die Erfassung von Wechselkursen der heimischen Währung gegenüber Fremdwährungen sowie die Berechnung des Außenwerts der heimischen Währung gegenüber bestimmten Gruppen von Währungen, z. B. gegenüber denen der Handelspartner. Durch Berücksichtigung der Veränderungen des Preisniveaus im In- und Ausland werden darüber hinaus reale Außenwerte der Inlandswährung gegen- über einzelnen Währungen oder Währungsgruppen berechnet, die ein Maß für die Kaufkraft der heimischen Währung darstellen. Wichtig für eine Volkswirtschaft mit umfangreichen Handelsverflechtungen mit dem Ausland ist auch die Entwicklung der Export- und der Importpreise. Für beide Größen werden daher Preisindizes berechnet. Aus der Entwicklung des Verhältnisses der Ausfuhrpreise zu den Einfuhrpreisen kann dabei abgelesen werden, wie sich die Gütermenge, die das Inland im Austausch für eine bestimmte Menge ausländischer Güter exportieren muss, im Zeitablauf entwickelt hat. Diese Austauschrelation nennt man das reale Tauschverhältnis des Inlands gegenüber dem Ausland oder auch „terms of trade“. 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 254 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR254 2. Die Zahlungsbilanz und ihre Teilbilanzen A. Gegenstand der Zahlungsbilanzstatistik In der Zahlungsbilanz werden die ökonomischen Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern aufgezeichnet. Wie in der Inlandsproduktsberechnung gelten alle Wirtschaftssubjekte als Inländer, die ihren ständigen Wohnsitz im Inland haben. Im Inland wohnende ausländische Arbeitnehmer gehören ebenso zu den Inländern wie die im Inland angesiedelten Tochtergesellschaften ausländischer Unternehmen. Die ökonomischen Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern bedingen nicht notwendigerweise, dass tatsächlich grenzüberschreitende Transaktionen erfolgen. Der Konsum von Speisen und Getränken eines Inländers im Ausland stellt zahlungsbilanztechnisch z. B. eine Einfuhr dar, obwohl keine grenzüberschreitende Transaktion stattgefunden hat. Ausschlaggebend ist allein, ob eine Transaktion zwischen einem Inländer und einem Ausländer zustandegekommen ist. Die Quellen für die Zahlungsbilanz bilden vor allem die Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamts und die Statistik des Auslandszahlungsverkehrs der Bundesbank. Diese Daten werden durch weitere Erhebungen der Bundesbank (z. B. zum Auslandsstatus der Kreditinstitute und der Nichtbanken) sowie durch Informationen aus anderen Quellen ergänzt. Teilweise müssen den Angaben auch Schätzungen zugrunde gelegt werden. B. Die Teilbilanzen der Zahlungsbilanz Grundlage der Darstellung der Zahlungsbilanz bilden internationale Vereinbarungen der Mitglieder des Internationalen Währungsfonds. Die den heutigen Zahlungsbilanzstatistiken der meisten Länder zugrundeliegenden Klassifizierungen und Zuordnungen gehen auf Regelungen des Jahres 1993 zurück, auf die man sich nach langjährigen Diskussionen geeinigt hatte.17 Nach der Art der Transaktion kann man verschiedene Teilbilanzen der Zahlungsbilanz unterscheiden. In einer ersten Grobgliederung lassen sich zunächst drei Hauptgruppen von Transaktionen bilden: ●● Leistungsbilanztransaktionen: Warenhandel, Dienstleistungen, Erwerbsund Vermögenseinkünfte sowie laufende Übertragungen; ●● Kapitalbilanz und Bilanz der Vermögensübertragungen: Direktinvestitionen, Wertpapiere, Kredit- und Einlagenverkehr, Derivative u. a. sowie Vermögensübertragungen (Charakter der Einmaligkeit); ●● Devisenbilanz: Veränderungen der Währungsreserven. 17 Zu den 1993 beschlossenen Neuerungen, die die 1977 vereinbarten Regelungen ersetzen, vgl. Deutsche Bundesbank Monatsberichte, März 1995. Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 255 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 255 Die Bestandteile der Leistungsbilanz lassen sich in vier Kategorien unterteilen. Sie umfassen erstens den internationalen Warenverkehr, der als Teilbilanz die Handelsbilanz bildet. Auf der Creditseite der Zahlungsbilanz (s. Tabelle 13-1) werden hierbei die Warenexporte erfasst, da auf dieser Seite der Zahlungsbilanz vom Prinzip her Transaktionen aufgeführt werden, die zu Zahlungseingängen führen. Entsprechend wird auf der Debetseite der Warenimport gezeigt. Zweitens umfasst die Leistungsbilanz den Handel mit Dienstleistungen, weshalb man hierbei häufig von der Dienstleistungsbilanz spricht. Die hier berücksichtigten Transaktionen spiegeln u. a. die Erträge des Transithandels (Differenz zwischen An- und Verkauf) sowie Versicherungsprämien und über die Landes- Zahlungsbilanz Credit (Zahlungseingänge durch) Debet (Zahlungsausgänge durch) Leistungsbilanz Handelsbilanz (Außenhandel) Warenexporte Warenimporte Dienstleistungsbilanz Export von Dienstleistungen Import von Dienstleistungen Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen Empfangene Erwerbs- und Vermögenseinkommen Geleistete Erwerbs- und Vermögenseinkommen Bilanz der laufenden Übertragungen Empfangene laufende Übertragungen Geleistete laufende Übertragungen Bilanz der Vermögensübertragungen Empfangene Vermögensübertragungen Geleistete Vermögensübertragungen Kapitalbilanz Kapitalverkehr (ohne Zentralbank) Zunahme der Verbindlichkeiten bzw. Abnahme der Forderungen Zunahme der Forderungen bzw. Abnahme der Verbindlichkeiten Bilanz der Währungsreserven Zunahme der Verbindlichkeiten bzw. Abnahme der Forderungen der Zentralbank (einschl. Abnahme der Goldbestände) Zunahme der Forderungen bzw. Abnahme der Verbindlichkeiten der Zentralbank (einschl. Zunahme der Goldbestände) Saldo der statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen Tab. 13-1: Die Posten der Zahlungsbilanz Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 256 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR256 grenzen hinweg erbrachte Beratungsaktivitäten wider. Zu den Dienstleistungen zählen nach einer Konvention auch Zahlungen im Zusammenhang mit dem internationalen Reiseverkehr. Zur Leistungsbilanz zählen drittens die Erwerbsund Vermögenseinkommen, die den Ertrag von Faktorleistungen umfassen und z. B. Zins- und Dividendenzahlungen, Pachteinnahmen und Vortragshonorare enthalten. Die Bedeutung des Saldos dieser Transaktionen wurde bereits bei der Erörterung des Unterschiedes zwischen Inlands- und Inländerkonzept im 4. Kapitel hervorgehoben. Viertens enthält die Leistungsbilanz die laufenden Übertragungen. Hierbei handelt es sich um unentgeltliche Leistungen zwischen In- und Ausländern, bei denen eine gewisse Regelmäßigkeit angenommen werden kann. Übertragungen, bei denen dies nicht gilt, werden als Vermögensübertragungen bezeichnet und nicht in der Leistungsbilanz, sondern in der Bilanz der Vermögensübertragungen ausgewiesen. Beispiele für laufende Übertragungen stellen die Beiträge der Bundesrepublik Deutschland an die EU sowie die Überweisungen der im Inland lebenden ausländischen Arbeitnehmer in ihre Heimatländer dar. Gesondert ausgewiesen werden die Vermögensübertragungen, bei denen im Gegensatz zu den laufenden Übertragungen eine eher einmalige Transaktion angenommen wird. Beispiele hierfür sind Schuldenerlasse, Schenkungen, Erbschaften, Zuschüsse der EU zu Infrastrukturprojekten und tendenziell einmalige Unterstützungsleistungen. Sie werden, wie oben erwähnt, in der Bilanz der Vermögensübertragungen erfasst. Der internationale Kapitalverkehr wird in der Kapitalbilanz erfasst. Er umfasst die Veränderungen der Forderungen an Ausländer (Creditseite) und die Veränderungen der Verbindlichkeiten (Debetseite). Diese ergeben sich z. B. aus dem Erwerb und der Veräußerung von Wertpapieren, aus Direktinvestitionen (z. B. Kauf eines ausländischen Unternehmens durch einen Inländer) und durch Aufnahme und Rückzahlung von Krediten. Teil der Kapitalbilanz, jedoch gesondert ausgewiesen, sind die Veränderungen der Gold- und Devisenbestände der Zentralbank, mithin der Währungsreserven. Diese Teilbilanz wird häufig auch als Bilanz der Währungsreserven oder kürzer als Devisenbilanz oder Reservebilanz bezeichnet. Zugänge der Währungsreserven werden auf der Debetseite, Abgänge auf der Creditseite ausgewiesen. Die Teilbilanz erfasst hierbei nur die Veränderung von Währungsreserven, soweit sie durch Transaktionen verursacht sind, also durch Ankäufe oder Verkäufe. Nicht erfasst werden reine Wertänderungen, die insbesondere auf Wechselkursänderungen zurückgehen. Der Saldo der statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen ist in der Zahlungsbilanz nicht aus ökonomischen Überlegungen enthalten, sondern spiegelt die Tatsache wider, dass die gesamte Zahlungsbilanz eigentlich stets ausgeglichen sein müsste, dies aber aufgrund von Erfassungs- und Bewertungsproblemen am Ende des Jahres in aller Regel nicht ist. Insofern wird ein zum Ausgleich führender Korrekturposten eingeführt. Hierauf wird im nächsten Gliederungsabschnitt genauer eingegangen. Übersteigen innerhalb einer Teilbilanz die Transaktionen, die prinzipiell mit Zahlungseingängen verbunden und auf der linken Seite der Zahlungsbilanz in Tabelle 13-1 aufgeführt sind, die auf der rechten Seite der gleichen Teilbilanz Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 257 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 257 aufgeführten Transaktionen, spricht man von einem Überschuss in der jeweiligen Bilanz. So spiegelt ein Handelsbilanzüberschuss höhere Warenexporte eines Landes im Vergleich zu den Warenimporten wider. Hat dieser Saldo ein negatives Vorzeichen, spricht man von einem Defizit in der entsprechenden Teilbilanz. C.  Verbuchungssystematik und Ex-post-Ausgleich der Zahlungsbilanz Die Eintragungen in der Zahlungsbilanz erfolgen nach dem Prinzip der doppelten Buchführung. Jede internationale Transaktion hat daher eine Buchung und eine Gegenbuchung zur Folge. Dies sei an einem Beispiel erläutert. Die Ausfuhr von Waren im Wert von 500 US-Dollar bei einem Wechselkurs von 0,80 Euro pro US-Dollar führt zunächst zur Buchung eines Warenexports in Höhe von 400 Euro auf der Creditseite in der Handelsbilanz. Die Gegenbuchung hängt davon ab, in welcher Form der Gegenwert geleistet wird. Erhält der Exporteur vom Empfänger der Ware einen Wechsel, erscheint die Gegenbuchung auf der Debet seite beim Kapitalverkehr, da die Forderungen an Ausländer zugenommen haben. Die gleiche Eintragung findet statt, wenn dem Exporteur durch einen Scheck ein Guthaben von 500 US-Dollar zur Verfügung gestellt wird. Verkauft der Exporteur den Scheck an die Zentralbank, erfolgt anschließend eine Eintragung auf der Creditseite der Kapitalbilanz und eine Gegenbuchung auf der Debetseite in der Devisenbilanz, da die Devisenreserven der Zentralbank zunehmen. Vereinbart der Exporteur dagegen im Gegenzug zur Ausfuhr die Lieferung von bestimmten Waren in gleichem Wert aus dem Ausland, erscheint die Gegenbuchung zur Ausfuhr als Einfuhr auf der Debetseite der Handelsbilanz. Werden die Waren dem Ausland geschenkt, erfolgt die Gegenbuchung auf der Debetseite bei den Übertragungen. Die Anwendung des Prinzips der doppelten Buchführung bei der Erfassung der internationalen Transaktionen in der Zahlungsbilanz hat zur Folge, dass sie am Ende einer Abrechnungsperiode immer ausgeglichen sein muss. Der Saldo der Devisenbilanz spiegelt daher (mit umgekehrtem Vorzeichen) den Saldo aus Leistungsbilanz, Kapitalbilanz und dem Saldo der Vermögensübertragung wider. Dieses theoretische Erfordernis setzt die vollständige Registrierung aller Güterund Kapitalströme sowie der Übertragungen voraus. Bei der Erstellung der Zahlungsbilanz kommt es allerdings meistens zu statistischen Diskrepanzen. Dies liegt vor allem daran, dass zahlreiche Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern sowohl den Güter- als auch den Kapitalverkehr berühren und nicht selten zu einer unvollständigen Erfassung führen, weil die entsprechenden Eintragungen der beiden Teilbuchungen für die Transaktionen auf voneinander unabhängigen Berichtssystemen beruhen und diese nicht alle Bewegungen registrieren können. Verkauft z. B. ein inländisches Unternehmen ein Auto ins Ausland und fakturiert hierbei in US-Dollar, so wird der Exportwert zum Zeitpunkt der Ausfuhr erfasst und zum Tageskurs ein Wert in inländischer Währung ermittelt. Erfolgt dann mehrere Wochen später der Zahlungseingang beim inländischen Hersteller (z. B. auf einem Dollarkonto im Ausland), wird die hiermit verbundene Entstehung einer Forderung an Ausländer zur Erfassung in Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 258 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR258 der Zahlungsbilanz vermutlich zu einem anderen Wechselkurs in Inlandswährung umgerechnet. Dann aber ist die Zahlungsbilanz nicht mehr ausgeglichen. Zur Korrektur des hierdurch entstehenden Zahlungsbilanzsaldos wird daher in der amtlichen Statistik ein Restposten berücksichtigt, der als „Saldo der statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen“ bezeichnet wird. D. Bewertung und Transaktionszeitpunkt Da im internationalen Warenverkehr neben den Kosten für die gehandelten Güter ab Werk auch andere Kosten, wie z. B. für Transport- und Versicherungsleistungen, entstehen, stellt sich die Frage, mit welchem Wertansatz die Transaktionen in den Teilbilanzen der Zahlungsbilanz erfasst werden sollen. Betrachten wir beispielsweise den in Abbildung 13-1 dargestellten Fall, bei dem Waren von Deutschland in die USA exportiert werden. Für diese Waren betrage, so soll angenommen werden, der Preis in Deutschland 100 Euro. Transport- und Versicherungskosten bis zur deutschen Zollgrenze fallen in Höhe von 5 Euro an (einschließlich 1 Euro Kosten für die Verladung auf das entsprechende Beförderungsmittel in die USA). Weitere 10 Euro entstehen für den Transport und die Versicherung bis zur amerikanischen Zollgrenze. Wir nehmen an, dass alle Verlade-, Transport- und Versicherungsleistungen von deutschen Unternehmen erbracht werden. Es ist nun festzulegen, mit welchem Wert die Transaktion in den Zahlungsbilanzen der beiden Länder erfasst wird. Werden Waren mit dem Wert erfasst, den sie an der Grenze des Exportlandes besitzen, spricht man vom „f. o. b.“-Wert der Waren (free on board). Sie umfassen den Preis für die Waren im Herstellungsland sowie die Versicherungs- und Transportkosten bis zur Zollgrenze des Exportlandes. Im obigen Beispiel würde der Export danach in der deutschen Handelsbilanz mit 105 Euro erfasst. Gleichzeitig würde für die von deutschen Unternehmen erbrachten Transport- und Versicherungsleistungen von der deutschen bis zur amerikanischen Zollgrenze ein Dienstleistungsexport im Wert von 10 Euro in die deutsche Dienstleistungs- Abb. 13-1: Alternative Bewertungsansätze im internationalen Warenverkehr Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 259 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 259 bilanz eingehen, so dass die deutsche Leistungsbilanz insgesamt Buchungen auf der Creditseite in Höhe von 115 Euro zeigen würde. Für die Bewertung der Exporte hat sich dieses Bewertungsverfahren international weitgehend durchgesetzt. In wenigen Fällen findet die Erfassung der Exporte zum „f. a. s.“-Wert (free along shipside) statt, der gegenüber dem fob-Wert keine Ladekosten enthält. Nach diesem Ansatz würden die Exporte im obigen Beispiel mit 104 Euro in die deutsche Handelsbilanz eingehen und in der Dienstleistungsbilanz ein Export von 11 Euro für Verladung, Transport und Versicherung verbucht werden. Die Leistungsbilanz würde auch in diesem Fall Zahlungseingänge von 115 Euro zeigen. Werden Transport- und Versicherungsleistungen, die im foboder fas-Wert enthalten sind, von Ausländern erbracht, ist zu beachten, dass die Dienstleistungen, die im Handelsbilanzansatz einbezogen werden, als Importe in der Dienstleistungsbilanz aufgeführt werden. Bei den Importen finden sich – auch in der internationalen Handhabung – unterschiedliche Bewertungsansätze. So ist es möglich, die Importe ebenfalls f. o. b. zu bewerten, also mit dem Grenzübergangswert an der Zollgrenze des Exportlandes. In unserem Beispiel hätte dies zur Folge, dass sich die Importe in der US-Handelsbilanz mit 105 Euro und damit mit dem gleichen Wert wie die Exporte in der deutschen Handelsbilanz niederschlagen. Die amerikanische Dienstleistungsbilanz würde dann gleichzeitig einen Dienstleistungsimport in Höhe von 10 Euro für die Transport- und Versicherungsleistungen zwischen der deutschen und der amerikanischen Zollgrenze zeigen. Dagegen schließt die „c. i. f.“-Bewertung (cost, insurance, freight) zusätzlich zum fob-Wert die Transport- und Versicherungskosten bis zur Zollgrenze des importierenden Landes ein. In der US-Handelsbilanz käme den Importen nach diesem Verfahren ein Wert von 115 Euro zu. Bei beiden Bewertungsverfahren ergibt sich in der US- Leistungsbilanz insgesamt ein Zahlungsausgang von 115 Euro. Die Wahl des Bewertungsansatzes für Ein- und Ausfuhr hat keine Auswirkungen auf den Saldo der Leistungsbilanz. Er beeinflusst nur, welche Teile des Wertes der international gehandelten Waren in der Handels- und welche Teile in der Dienstleistungsbilanz erfasst werden. Insofern hat der Bewertungsansatz nur Auswirkungen auf die Struktur der Leistungsbilanz. In der Zahlungsbilanzstatistik der Bundesrepublik werden von der Bundesbank und dem Statistischen Bundesamt unterschiedliche Bewertungsverfahren angewandt. Die Bundesbank bewertet die Exporte in der Handelsbilanz zum fob- Wert und die Importe zum cif-Wert. Ein solcher Ansatz erfasst sowohl Einfuhr als auch Ausfuhr jeweils zum Wert an der deutschen Zollgrenze. Das Statistische Bundesamt weist dagegen sowohl die Einfuhr als auch die Ausfuhr in der Handelsbilanz zu fob-Werten aus. Die Einfuhr wird dazu aus den cif-Werten der Außenhandelsstatistik in fob-Werte umgerechnet. Die entsprechenden Dienstleistungstransaktionen werden dabei in der Dienstleistungsbilanz registriert. Für die zeitliche Zuordnung von internationalen Transaktionen ist jeweils der Zeitpunkt der Eigentumsübertragung maßgebend. Hierbei wird in der Regel davon ausgegangen, dass sie bei der Grenzüberschreitung erfolgt. Alternativ könnte der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder der Zahlungsleistung gewählt werden. Beide Alternativen wären jedoch weitaus schwieriger zu erfassen. Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 260 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR260 Die zeitliche Zuordnung hat aber ohnehin nur dann Einfluss auf die Zahlungsbilanzstatistik, wenn erhebliche Verschiebungen in der zeitlichen Abfolge von Vertragsabschluss, Warenlieferung und Zahlungsleistung auftreten. 3. Die Zahlungsbilanz der Bundesrepublik Deutschland A.  Zahlungsbilanzstruktur und Entwicklungen in den Teilbilanzen Tabelle 13-2 zeigt Daten zur Entwicklung der deutschen Zahlungsbilanz seit 1999. Aufgrund der angestiegenen Exportorientierung der deutschen Wirtschaft stieg der Außenhandelsüberschuss im betrachteten Zeitraum fast kontinuierlich an. Lediglich die globale Finanz- und Wirtschaftskrise gegen Ende des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts führte in den Jahren 2008 und 2009 zu einem Rückgang der weltweiten Nachfrage und damit auch zu einem Rückgang des Außenhandelsüberschusses in Deutschland. Die Bilanz der laufenden Übertragungen wies im Berichtszeitraum wie bereits in den Jahren davor Defizite auf. Es kam hier allerdings nur zu relativ geringen Schwankungen im Saldo. Wichtigste Einzelposten waren in jüngerer Vergangenheit der Nettobeitrag zum EU-Haushalt, der 2005 rund 15 Mrd. Euro erreichte, sowie die Überweisungen der ausländischen Arbeitnehmer in ihre Heimatländer, die sich in jüngerer Vergangenheit auf etwa 3 Mrd. Euro jährlich beliefen. Die Salden der Kapitalbilanz spiegeln im Wesentlichen die Leistungsbilanz- überschüsse wider. Sie zeigen, dass die Überschüsse der Inländer im Leistungsverkehr mit Ausländer zur Anlage in ausländische Vermögenswerte verwendet werden. Aus den Salden der Leistungsbilanz, der Vermögensübertragungen und der Kapitalbilanz ergibt sich der Saldo der statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen, da sich aufgrund der Zahlungsbilanzsystematik, die oben skizziert wurde (Prinzip der doppelten Buchführung), die Salden der einzelnen Teilbilanzen der Zahlungsbilanz zu Null ergänzen. B.  Regionale Gliederung des deutschen Warenverkehrs mit dem Ausland Tabelle 13-4 gibt einen Überblick über die Struktur der deutschen Warenexporte und -importe nach Ländergruppen. Sie verdeutlicht die herausragende Bedeutung der europäischen Länder als Handelspartner für die Bundesrepublik Deutschland. Innerhalb Europas stellen die EU-Länder die wichtigsten Partner der Bundesrepublik im Warenverkehr dar. Ihr Anteil am Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland beträgt rund 60 Prozent. Hierin kommt auch zum Ausdruck, dass gerade in jüngerer Vergangenheit dieser Anteil noch zugenommen hat, weil der Handel mit den mittel- und osteuropäischen Ländern zugenommen hat und eine Reihe dieser Länder inzwischen EU-Länder sind. Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 261 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 261 L ei st u n gs b il an z V er m öge n sü b er tr ag u n ge n K ap it al b il an z S al d o d er st at is ti sc h n ic h t au fg li ed er b ar en T ra n sak ti on en Ja h r S al d o d er L ei st u n gs b il an z A u ß en h an d el * D ie n st le is tu n ge n E rw er b su n d V er m ög en sei n k om m en L au fe n d e Ü b er tr agu n ge n In sg es am t D av on : V er än d eru n g d er W äh ru n gs re se rv en (T ra n sa kti on sw er te ) 19 99 –2 5, 2 57 ,1 –4 6, 0 –1 1, 4 –2 4, 8 –0 ,2 –1 0, 4 12 ,5 35 ,7 20 00 –3 5, 2 50 ,1 –4 9, 0 –8 ,3 –2 8, 0 6, 8 34 ,2 5, 8 –5 ,8 20 01 0, 4 88 ,1 –4 9, 9 –1 0, 9 –2 6, 9 –0 ,4 –1 1, 8 6, 0 11 ,8 20 02 43 ,0 12 4, 2 –3 5, 7 –1 8, 0 –2 7, 5 –0 ,2 –3 8, 4 2, 1 –4 ,3 20 03 40 ,9 11 8, 8 –3 4, 5 –1 5, 1 –2 8, 3 0, 3 –6 1, 8 0, 4 20 ,5 20 04 10 2, 8 13 9, 6 –2 9, 4 20 ,4 –2 7, 8 0, 4 –1 23 ,0 1, 5 19 ,7 20 05 11 2, 9 14 4, 1 –2 7, 4 24 ,9 –2 8, 7 –1 ,4 –1 29 ,6 2, 2 18 ,1 20 06 14 5, 0 14 6, 2 –1 7, 3 44 ,9 –2 8, 7 –0 ,3 –1 75 ,5 2, 9 30 ,7 20 07 18 1, 2 18 5, 5 –1 4, 9 43 ,3 –3 2, 8 0, 1 21 0, 2 –1 ,0 28 ,9 20 08 15 4, 8 16 4, 2 –1 1, 6 35 ,6 –3 3, 4 –0 ,2 16 0, 2 –2 ,0 5, 6 20 09 13 3, 7 12 7,1 –1 0, 4 50 ,1 –3 3, 0 0, 1 14 5, 4 3, 2 11 ,6 20 10 14 1, 4 14 3, 1 –8 ,0 44 ,8 –3 8, 1 –0 ,6 13 1, 4 –1 ,6 –9 ,4 * ei n sc h li eß li ch d er v on d er D eu ts ch en B u nd es ba n k be ri ch te te n E rg än zu ng en z u m W ar en ha nd el H in w ei s: D if fe re n ze n in d en S u m m en d u rc h R u nd u ng en Ta b . 1 3- 2: Z ah lu n g sb ila n z d er B u n d es re p u b lik D eu ts ch la n d ( in M rd . E u ro ) Q u el le : D eu ts ch e B u n d es b an k (2 01 1a ) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 262 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR262 Box 13-1: Direktinvestitionen im internationalen Vergleich Neben den Handelsverflechtungen spielen für die internationalen Verflechtungen die Direktinvestitionen eine bedeutende Rolle. Sie sind Teil der langfristigen Kapitalbewegungen und bestehen aus dem Erwerb oder der Gründung von Unternehmen, Produktionsstätten und Zweigniederlassungen im Ausland. Sie schließen auch Beteiligungen an bereits bestehenden Unternehmen ein. Die Direktinvestitionen haben in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen. Die Hauptursache für diese Zunahme ist im Anstieg des Welthandels zu sehen, da die Direktinvestitionen häufig in engem Zusammenhang mit den internationalen Handelsströmen stehen. Die Sicherung des Exports bedarf beispielsweise der Pflege der Auslandsmärkte durch Errichtung von Marketing-, Service-, Vertriebs- und Reparaturnetzen. Nach einer Umfrage bei deutschen Unternehmen dient ein erheblicher Teil der deutschen Direktinvestitionen diesen Zwecken. Spitzenreiter bei den Direktinvestitionen sind die USA (vgl. Tabelle 13-3). Eine bedeutende Rolle bei den Direktinvestitionen spielt auch Großbritannien, insbesondere aufgrund des Finanzmarkts London, der zu hohen Investitionen in Großbritannien durch ausländische Finanzinstitutionen, aber auch zu hohen Kapitalexporten der in London angesiedelten Finanzierungsinstitute führt. In den hohen Zuflüssen von Direktinvestitionen in China schlägt sich der Aufbau von Produktionsstandorten zahlreicher ausländischer Unternehmen in den vergangenen 15 Jahren nieder. Eine starke Stellung bei den Abflüssen nimmt Japan ein. Hierin zeigt sich Japans Verlagerung von Produktionsstätten in Niedriglohnländer Südostasiens sowie das Engagement in Märkten nieder. Japans Zuflüsse sind dagegen unbedeutend, was die Zurückhaltung ausländischer Investoren hinsichtlich eines Engagements in Japan widerspiegelt. Die Bundesrepublik nimmt bei den Abflüssen eine bedeutendere Rolle ein als bei den Zuflüssen. Hierin wird vielfach die Konsequenz des vergleichsweise hohen Lohnniveaus in Deutschland gesehen. Land Zuflüsse 1970-2009 (in Mrd. US-Dollar) Abflüsse 1970–2009 (in Mrd. US-Dollar) USA Großbritannien Frankreich China Deutschland Kanada Niederlande Hong Kong Spanien Belgien Brasilien Mexiko Japan 3055 1388 999 993 647 556 551 502 468 391 369 328 122 3173 1854 1721 202 1175 609 864 561 659 315 73 47 938 Tab. 13-3: Direktinvestitionen im internationalen Vergleich Quelle: UNCTAD (2009, 2010) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 263 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 263 Ja h r In sg es am t al le L än d er E u ro p äi sc h e L än d er A u ß er eu ro p äi sc h e L än d er E U -L än d er A n d er e eu ro p äi sc h e L än d er In ge sa m t A fr ik a A m er ik a A si en O ze an ie n u n d P ol ar re gi on W ar en ex p or te 20 02 20 03 20 04 20 05 20 06 20 07 20 08 20 09 20 10 64 7, 6 66 0, 9 73 0, 3 79 0, 6 90 3, 9 96 5, 2 98 4, 1 80 3, 3 95 1, 9 41 2, 7 43 1, 2 47 3, 7 51 1, 0 57 4, 4 62 3, 8 62 2, 6 50 0, 7 57 8, 2 59 ,2 60 ,8 70 ,8 78 ,7 96 ,1 10 2, 7 11 0, 5 85 ,2 10 4, 2 17 4, 1 16 7, 5 18 4, 4 19 9, 5 23 1, 8 23 7,1 24 9, 2 21 6, 5 27 6, 8 11 ,3 12 ,0 13 ,7 14 ,8 16 ,6 17 ,6 19 ,6 17 ,4 20 ,0 87 ,0 77 ,4 83 ,3 91 ,3 10 4, 7 10 0, 8 10 1, 9 78 ,7 99 ,9 71 ,1 73 ,2 82 ,0 87 ,5 10 4, 1 11 1, 7 12 0, 1 11 3, 2 14 7,9 4, 9 4, 9 5, 5 6, 0 6, 4 7,1 7, 6 7,1 9, 0 W ar en im p or te 20 02 20 03 20 04 20 05 20 06 20 07 20 08 20 09 20 10 51 3, 3 53 1, 8 57 8, 9 63 4, 6 74 4, 8 76 9, 8 80 5, 8 66 4, 6 79 7, 4 31 8, 7 32 9, 9 35 1, 7 38 0, 0 43 5, 2 44 9, 7 46 0, 9 38 0, 3 45 5, 9 54 ,2 57 ,2 64 ,0 74 ,4 91 ,9 92 ,0 10 6, 2 83 ,4 97 ,1 13 9, 5 14 3, 7 16 2, 3 17 9, 4 21 6, 7 22 7, 6 23 8, 1 20 0, 3 25 3, 2 9, 2 9, 6 10 ,4 12 ,6 15 ,4 16 ,5 20 ,6 14 ,2 17 ,0 51 ,9 51 ,0 54 ,5 57 ,5 72 ,5 71 ,3 73 ,9 60 ,5 71 ,3 76 ,6 81 ,4 95 ,3 10 7,1 12 6, 0 13 6, 4 14 0, 6 12 2, 8 16 1, 8 1, 8 1, 8 2, 1 2, 2 2, 8 3, 4 2, 9 2, 7 3, 1 Ta b 1 3- 4: R eg io n al e G lie d er u n g d er d eu ts ch en W ar en ex p o rt e u n d im p o rt e (i n M rd . E u ro ) Q u el le : D eu ts ch e B u n d es b an k (2 01 1a ) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 264 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR264 Unter den außereuropäischen Industrieländern stellen die USA den bedeutendsten Handelspartner Deutschlands dar. Deutlich zugenommen haben in jüngerer Vergangenheit auch die Warenexporte in die Gruppe der OPEC- und der Entwicklungsländer. 4. Der Vermögensstatus gegenüber dem Ausland A.  Der gesamtwirtschaftliche Vermögensstatus gegenüber dem Ausland Während die Zahlungsbilanz eine Stromgrößenrechnung für die ökonomischen Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern darstellt, bildet die Aufstellung der Vermögensposition der Inländer gegenüber Ausländern die ergänzende Bestandsgrößenrechnung innerhalb der Außenwirtschaftsrechnung. Sie ist gleichzeitig eine detailliertere Betrachtung jenes Teils der Vermögens- bzw. Finanzierungsrechnung, der die Auslandsforderungen und -verbindlichkeiten umfasst. Die Verbindung zwischen Zahlungsbilanz und Auslandsvermögensrechnung bilden die Veränderungen der Vermögensbestände, die in der Zahlungsbilanz als Stromgrößen erfasst werden. Da sich die Vermögensposition der Inländer gegenüber Ausländern innerhalb eines bestimmten Zeitraums immer dann ändert, wenn der Leistungsbilanzsaldo ungleich Null ist, gilt, dass der Leistungsbilanzsaldo einer Periode die Veränderung der Auslandsvermögensposition des Inlands bestimmt. Bei der Darstellung der Vermögensposition der Inländer gegenüber dem Ausland, die auch Auslandsposition oder Auslandsvermögensstatus genannt wird, erfolgt in der Regel eine Gliederung in verschiedene inländische Sektoren und in verschiedene Vermögensarten. Bei den inländischen Sektoren unterscheidet man zwischen der Zentralbank, anderen öffentlichen Stellen, Kreditinstituten (sie werden in der Statistik genauer als monetäre Finanzinstitute bezeichnet) und anderen Privaten (Unternehmen und Haushalte). Der Grund für einen gesonderten Ausweis der Auslandsposition der Zentralbank innerhalb der öffentlichen Stellen liegt in der währungspolitischen Aufgabe der Zentralbank. Aus der Auslandsvermögensposition der Zentralbank, die auch Währungsreserveposition eines Landes genannt wird, lassen sich Schlussfolgerungen auf die Interventionsmöglichkeiten einer Zentralbank am Devisenmarkt ableiten. Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 265 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 265 B.  Der Auslandsvermögensstatus der Bundesrepublik Deutschland Die Bundesrepublik besaß in den vergangenen Jahren regelmäßig eine Nettogläubigerposition gegenüber dem Ausland. Dies zeigen auch die Daten zum Auslandsvermögensstatus der Bundesrepublik in Tabelle 13-6. Die einzelnen Vermögenspositionen sind zu den jeweiligen Marktpreisen bzw. Kursen am Ende der angegebenen Jahre bewertet. In der Nettoposition der Bundesrepublik spiegeln sich zum einen die Leistungsbilanzsalden der Vergangenheit, zum anderen Wertveränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten wider. Die Wertveränderungen resultieren insbesondere aus Kursbewegungen bei Aktien und Anleihen sowie aus Wechselkursänderungen. Von den vier in Tabelle 13-6 unterschiedenen inländischen Sektoren weisen die öffentlichen Haushalte eine hohe und zunehmende Nettoschuldnerposition auf. Sie hängt mit der vermehrten Haltung von staatlichen Schuldtiteln (z. B. in Form von Bundesanleihen) durch Ausländer zusammen. Bei den privaten Sektoren Box 13-2: Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets Tabelle 13-5 enthält eine Übersicht zur Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets für den Zeitraum 2005–2009, wie sie von der Europäischen Zentralbank veröffentlicht wird. Zu beachten ist, dass sich diese Zahlungsbilanz nicht als Addition der Zahlungsbilanzen der Mitgliedsländer ergibt. Grund hierfür ist, dass Transaktionen zwischen den Mitgliedsländern zwar in deren Zahlungsbilanzen eingehen, nicht aber in die des Gesamtwährungsgebiets, weil hier die Transaktionen zwischen dem Euro-Währungsgebiet und dem Rest der Welt aufgezeigt werden sollen. Die Leistungsbilanz wies in den Jahren vor der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008–2009 einen Überschuss aus, der jedoch in Relation zum BIP des Währungsgebiets relativ gering war. Anschließend wurde die Leistungsbilanz des Euro-Gebiets deutlich defizitär, worin sich insbesondere der Rückgang der Exporte und der Einkommen aus ausländischer Vermögensanlagen niederschlug. 2005 2006 2007 2008 2009 Leistungsbilanz Warenhandel Dienstleistungen Erwerbs- und Vermög.Eink. Laufende Übertragungen Vermögensübertragungen Kapitalbilanz davon Währungsreserven Restposten 13,0 47,0 38,2 1,4 –73,5 11,4 10,8 17,7 –35,2 8,5 19,8 44,1 23,8 –79,2 9,3 137,8 –0,9 –155,6 10,7 45,6 46,9 6,3 –88,2 4,6 –2,6 –5,1 –12,6 –133,9 –18,3 42,1 –58,3 –99,4 9,8 116,8 –3,4 7,3 –49,8 39,4 32,2 –28,7 –92,6 6,1 31,0 4,6 12,6 Tab. 13-5: Zahlungbilanz des Euro-Währungsgebiets (in Mrd. Euro) Quelle: Europäische Zentralbank (2009, 2010) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 266 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR266 ist der angestiegene Vermögensbestand auf Nettobasis Ausdruck kontinuierlicher Leistungsbilanzüberschüsse, die zu einer Vermögenszunahme gegenüber dem Ausland geführt haben. Eine erhebliche Bedeutung hat hierbei auch der Grundbesitz im Ausland erlangt. C. Die Auslandsposition der Deutschen Bundesbank Bei der Betrachtung des Auslandsvermögensstatus eines Landes kommt der Auslandsposition der Zentralbank eine besondere Bedeutung zu. Dies hängt damit zusammen, dass sie die Reserven eines Landes beschreibt und ihre Höhe ein Gradmesser dafür darstellt, in welchem Umfang die Zentralbank eventuell auftretende Leistungsbilanz- oder Kapitalbilanzdefizite vorübergehend finanzieren und damit eine Abwertung der heimischen Währung verhindern kann. Tabelle 13-7 zeigt die Auslandsposition der Bundesbank für ausgewählte Jahre seit Gründung der Europäischen Währungsunion. Den wichtigsten Posten auf der Forderungsseite bilden die Währungsreserven, bei denen ausschließlich die Forderungen betrachtet werden. Zu den Währungsreserven zählen vor allem die Zentralbankbestände an Gold und Devisen. Dass ein Teil der Währungsreserven in Form von Gold gehalten wird, hat bei der Bundesbank wie bei zahlreichen anderen Zentralbanken historische Ursachen. In der Zeit vor dem ersten Weltkrieg basierten die wichtigsten Währungen auf dem Goldstandard. Charakteristikum dieses Währungssystems war, dass die Besitzer der umlaufenden Geldbestände ihre Noten bei der Zentralbank gegen Gold eintauschen konnten. Die Zentralbanken mussten daher für die umlaufende Geldmenge über Goldbestände in Höhe einer festgelegten Deckungsquote (z. B. 331⁄3 Prozent nach dem Reichsbankgesetz von 1875) verfügen oder ansonsten die Geldmenge reduzieren. Heute gelten Goldbestände vor allem deshalb als Währungsreserven, weil Zentralbanken ihr Gold am Markt verkaufen und mit den erzielten Devisenerlösen Verbindlichkeiten einlösen können. Die Goldbestände der Bundesbank resultieren im Wesentlichen aus Position 2003 Dezember 2005 Dezember 2007 Dezember 2009 Dezember 2010 2. Vj. Deutsche Bundesbank Monetäre Finanzinstitutionen Unternehmen und Privatpersonen Öffentl. Haushalte Sonstige Auslandspassiva 84,9 –32,9 582,5 –492,7 0,0 124,0 104,0 898,0 –643,7 0,0 163,5 422,3 746,1 –698,4 0,0 314,2 455,7 972,3 –842,7 0,0 433,5 340,7 1133,5 –903,1 0,0 Insgesamt 141,9 482,3 633,5 899,5 1004,7 Hinweis: Differenz in den Summen durch Rundungen Tab. 13-6: Vermögensstatus der Bundesrepublik Deutschland gegenüber dem Ausland (in Mrd. Euro) Quelle: Deutsche Bundesbank (2011a) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 267 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 267 Abrechnungssalden der Europäischen Zahlungsunion, die in den 50 er Jahren zugunsten der Bundesrepublik entstanden und die über die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Basel, in erheblichem Umfang in Gold abzudecken waren. Spätere Goldzugänge ergaben sich aus Käufen bei Zentralbanken und Währungsbehörden, teilweise auch aus Stützungsaktionen zugunsten krisenbedrohter Währungen im Rahmen von IWF-Vereinbarungen. Seit 1971, als die Regierung der USA die Konvertibilität des US-Dollars in Gold aufhob, ergaben sich Veränderungen des Goldbestandes fast ausschließlich nur noch aus der Abwicklung früherer Vereinbarungen. Der Goldbestand der Bundesbank beträgt seit Anfang 1980 unverändert 95 Millionen Unzen. Während der Goldbestand über viele Jahre hinweg zu historischen und daher niedrigeren Kursen als den Marktpreis bewertet worden, erfolgt seit 1998 eine Bewertung zum jeweiligen Marktpreis. Die Reserveposition im Internationalen Währungsfonds und die IWF-Sonderziehungsrechte bilden einen weiteren Bestandteil der Währungsreserven der Bundesbank. In Höhe dieser Position kann die Bundesbank im Bedarfsfall Kredite beim IWF ohne weitere Auflagen erhalten. Die Recheneinheit der Transaktionen mit dem Internationalen Währungsfonds ist das Sonderziehungsrecht. Hierbei handelt es sich um einen Währungskorb aus US-Dollar (45 Prozent), Euro (29 Prozent), Japanischem Yen (15 Prozent) und Britischem Pfund (11 Prozent). Wegen des relativ großen Gewichts des US-Dollars verändert sich die in Euro berechnete Reserveposition im Internationalen Währungsfonds bei Dollarauf- und -abwertungen. Die Forderungen innerhalb des Eurosystems bestehen vor allem aus der Beteiligung der Deutschen Bundesbank am Kapital der Europäischen Zentralbank, aus Forderungen durch die Übertragung von Währungsreserven auf die Europäische Zentralbank und aus dem Saldo im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr der Deutschen Bundesbank mit anderen Zentralbanken. Bei letzterer Komponente kommt dem unter der Bezeichnung TARGET bekannten Zahlungssystem die größte Bedeutung zu. Stand am Ende des Jahres 2001 2003 2005 2007 2009 2010 Währungsreserven und sonstige Auslandsforderungen Währungsreserven Gold Reserveposition im IWF u. Sonderziehungsrechte Devisen und Sorten insg. Sonstige Forderungen an Ansässige außerhalb des Euro-Währungsbebietes Forderungen innerhalb des Euro-Systems Auslandsverbindlichkeiten Nettoauslandsposition 76,1 93,2 35 8,7 49,5 0,3 –17,4 8,8 67,4 95,4 76,7 36,5 7,6 32,5 0,3 17,9 10,4 85,0 130,3 86,2 47,9 4,5 33,7 0,4 42,8 6,3 124,0 179,5 92,5 62,4 2,4 27,7 0,4 84,0 16,0 163,5 323,3 125,5 83,9 16,0 25,6 0,4 189,9 9,1 314,2 524,7 162,1 115,4 18,7 28,0 0,05 337,9 14,6 510,1 Hinweis: Differenzen in den Summen durch Rundungen Tab. 13-7: Die Auslandsposition der Deutschen Bundesbank (in Mrd. Euro) Quelle: Deutsche Bundesbank (2011a) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 268 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR268 D. Umfang und Struktur der Weltwährungsreserven Als Weltwährungsreserven bezeichnet man die Summe der Währungsreserven der Zentralbanken der einzelnen Länder. Zwar nahmen sie bereits in den 80er und 90er Jahren kontinuierlich zu, ihr Anstieg war jedoch im ersten Jahrzehnt des laufenden Jahrhunderts besonders ausgeprägt. So stiegen die gesamten Währungsreserven von etwas über zwei Billionen US-Dollar Ende 2000 auf rund neun Billionen US-Dollar in 2010. Hierin spiegeln sich insbesondere die massiven Ankäufe von Fremdwährungen durch einige Schwellenländer wider, allen voran China, auf das ein Drittel aller Währungsreserven mit auch weiter zunehmendem Trend entfällt. Den als Bruttogröße ausgewiesenen Währungsreserven stehen Verbindlichkeiten einiger Währungsbehörden gegenüber, deren Währungen von anderen Zentralbanken als Reserve gehalten werden. Unter den Währungen, die von den Zentralbanken als Reserven gehalten werden, spielten neben dem amerikanischen Dollar bis Ende des letzten Jahrhunderts andere Währungen nur eine sehr geringe Rolle. Allenfalls der DM, der früheren deutschen Währung, kam noch eine gewisse Bedeutung zu. Mit der Einführung des Euro ergab sich für viele Zentralbanken erstmals eine Alternative zum US-Dollar, da der Euro einen großen Wirtschaftsraum mit ausgedehnten Finanzmärkten und -produkten repräsentierte. Dennoch wurden auch im Jahr 2010 im Vergleich zum US-Dollar weniger als halb so viele Währungsreserven in Euro gehalten. Dennoch kann von einer Fortsetzung der zunehmenden Bedeutung des Euro als Anlage- und Reservewährung weltweit ausgegangen werden. Die Diversifizierung der Währungsreserven hat auch zu einem Anstieg der Devisenreserven in Yen und Pfund Sterling geführt. Die Bedeutung dieser Währungen ist allerdings deutlich geringer als die des Euro. Im Jahr 2010 betrug der Anteil der von Industrieländern gehaltenen Währungsreserven nur noch etwa 35 Prozent. Um die Jahrhundertwende lag er noch bei rund 50 Prozent und Anfang der 80er Jahre sogar bei über 70 Prozent. 5. Wechselkurs und Außenwert einer Währung Der Wechselkurs bezeichnet den Preis, zu dem zwei Währungen gegeneinander getauscht werden. Die Begriffe Wechselkurs, Devisenkurs und Währungskurs werden synonym verwendet. Die Märkte, auf denen Währungen gegeneinander getauscht werden, nennt man Devisenmärkte. Die Tauschrelation zwischen zwei Währungen lässt sich als Preis der Inlandswährung ausgedrückt in ausländischen Währungseinheiten oder als Preis der Auslandswährung ausgedrückt in inländischen Währungseinheiten angeben. So betrug beispielsweise der Kurs des US-Dollar gegenüber dem Euro Ende 2010 rund 1,40 US-Dollar pro Euro oder 0,71 Euro pro US-Dollar. Im ersten Fall spricht man von der – aus europäischer Sicht – Mengennotierung, im zweiten Fall von der Preisnotierung des Wechselkurses. Die Notierung der Devisenkurse gegenüber dem Euro erfolgt in der Bundesrepublik jeweils in der Form der Mengennotierung. Steigt die Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 269 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 269 K om p on en te n /L än d er gr u p p en 20 04 20 05 20 06 20 07 20 08 20 09 M rz 2 01 0 I. G es am tr es er ve n 41 64 ,5 51 42 ,0 59 11 ,3 71 68 ,8 80 31 ,2 91 87 ,0 96 32 ,2 II . R es er ve ko m p on en te n G ol d So nd er zi eh u ng sr ec ht e IW F- R es er ve p os it io n D ev is en u nd G ut ha be n U S- D ol la r Ja pa n is ch er Y en Pf u nd S te rl in g Eu ro 38 4, 26 7 30 ,8 20 84 ,7 18 36 64 ,4 24 17 11 ,8 99 ,5 87 ,5 64 3, 8 47 9, 0 30 ,5 43 ,4 45 89 ,0 20 21 ,0 10 8, 1 10 8, 6 72 6, 4 55 6, 7 27 ,6 26 ,6 52 99 ,7 21 91 ,1 10 3, 0 14 6, 5 83 9, 6 68 2, 9 27 ,9 20 ,8 64 36 ,4 25 38 ,0 11 5, 8 18 5, 1 10 39 ,8 73 1, 2 28 ,7 38 ,1 72 32 ,7 26 59 ,8 13 0, 0 16 6, 4 10 96 ,3 91 5, 7 30 4, 7 58 ,6 79 08 ,1 27 47 ,5 13 3, 2 18 9, 4 12 06 ,5 97 1, 2 30 4, 3 61 ,9 82 94 ,8 II I. L än d er gr up p en In du st ri el än de r E nt w ic kl u ng sl än d er 24 39 ,0 53 17 25 ,4 80 26 61 ,8 24 80 ,2 27 78 ,8 31 32 ,4 29 40 ,7 42 28 ,3 31 04 ,6 49 26 ,5 36 63 ,7 55 23 ,4 38 46 ,8 57 85 ,4 Ta b . 1 3- 8: K o m p o n en te n d er W el tw äh ru n g sr es er ve n ( in M rd . U S- D o lla r; S ta n d a m E n d e d er P er io d e) Q u el le : I n te rn at io n al er W äh ru n g sf o n d s (2 01 0) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 270 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR270 Menge an Auslandswährung, die man für eine Einheit inländischer Währung erhält (Wechselkurs in Mengennotierung steigt), sinkt der Preis für die Auslandswährung (Wechselkurs in Preisnotierung sinkt). Man spricht in diesem Fall von einer Aufwertung der Inlandswährung bzw. von einer Abwertung der Auslandswährung. Die Güterpreise im Inland bestimmen den Wert einer Währung im Inland, den man auch den Binnenwert einer Währung nennt. Steigen die inländischen Güterpreise, nimmt der Binnenwert der Währung ab, weil mit einer gegebenen Menge an Währungseinheiten weniger Güter gekauft werden können. Als Außenwert wird dagegen die Kaufkraft, die eine Währung im Ausland besitzt, bezeichnet. Bezieht man in die Berechnung ausschließlich die Entwicklung der Devisenkurse ein, ergibt sich der nominale Außenwert einer Währung. Erfolgt zusätzlich eine Berücksichtigung der Preisentwicklung im In- und Ausland, um die Kaufkraft der inländischen Währung im Ausland zum Ausdruck zu bringen, erhält man den realen Außenwert einer Währung. Zunächst sei der nominale Außenwert näher betrachtet. Zur Aufzeichnung der zeitlichen Entwicklung des Wechselkurses einer Währung bietet es sich zur besseren Vergleichbarkeit an, eine Indexreihe zu berechnen, für die der Wechselkurs eines Basiszeitpunkts oder der durchschnittliche Wechselkurs einer Basisperiode gleich 100 gesetzt wird. Prinzipiell kann der Außenwert gegenüber einer einzelnen Währung (bilateraler Wechselkurs) oder gegenüber dem Durchschnitt eines Korbes von Fremdwährungen berechnet werden. So lässt sich beispielsweise der Außenwert des Euro gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner des Euro-Währungsgebiets berechnen. Man spricht hierbei vom effektiven Wechselkurs. Generell müssen bei der Ermittlung des nominalen Außenwerts gegenüber einem Währungskorb die Gewichte festgelegt werden, mit denen die einzelnen Währungen in den Berechnungen berücksichtigt werden sollen. Eine einfache Methode besteht darin, für die einzelnen Währungen die Anteile der entsprechenden Länder am Außenhandel des Inlands mit der betrachteten Ländergruppe zu verwenden. Bezeichnet man das Gewicht der Währung i mit gi und den Wechselkurs der Währung i gegenüber der Inlandswährung  j zum Berichtszeitpunkt  t mit etij sowie zum Basiszeitpunkt mit eoij, so berechnet sich der Index des nominalen Außenwerts Njt bei Verwendung eines arithmetischen Mittels wie folgt: 0 ij j i t t ij i e e N g= . Bei Verwendung eines geometrischen Mittels gehen die Gewichte als Potenzen in die Berechnung ein. Der nominale Außenwert zum Zeitpunkt t berechnet sich dann durch: 0 igij j t t ij e e N = ∏ . Die Europäische Zentralbank veröffentlicht in ihren Monatsberichten eine Reihe nominaler und effektiver Wechselkurse. Tabelle 13-9 enthält die Zeitreihe eini- Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 271 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 271 ger Außenwertindizes ab 1999. Bei der Berechnung der Daten ist die Mengennotierung des Wechselkurses zugrundegelegt, so dass ein Indexrückgang eine Abwertung des Euro gegenüber der jeweiligen Währungsgruppe bedeutet. Die Daten zeigen z. B. die zunächst deutliche Abwertung des Euro nach seiner Einführung zum Jahresbeginn 1999, sowie seine deutliche Aufwertung nach 2001. Die Wertveränderung erfolgte auf bilateraler Basis gegenüber den wichtigsten anderen großen Handelswährungen US-Dollar, japanischer Yen, Schweizer Franken und Pfund Sterling. Gleichwohl war die anfängliche Abwertung und die anschließende Aufwertung gegenüber den europäischen dieser Währungen weniger stark. Der effektive Wechselkurs ist gegenüber einem engeren Länderkreis, der die Währungen der wichtigsten Handelspartner des Euro- Währungsgebiets umfasst, und einem weiteren Länderkreis dargestellt. Hierbei erfolgt der Ausweis sowohl in nominalen als auch in realen Einheiten. Bei letzterer Berechnung spricht man auch vom realen Außenwert einer Währung. Mit der Berechnung des realen Außenwertes wird das Ziel verfolgt, die Kaufkraft der inländischen Währung im Vergleich zu anderen Währungen zu ermitteln. Damit erhält man ein Maß für die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Wirtschaft. Bezeichnet man das Preisniveau des Landes i zum Zeitpunkt t mit Pit, ergibt sich der reale Außenwert (R j t) der Währung j gegenüber der Währung i aus: 0 0 0 / / ij j i t t t ij j i j tR e P P e P P = . Jahr Effektiver Wechselkurs des Euro (1. Quartal 1999 = 100) Bilateraler Euro-Wechselkurs Enger Länderkreis Weiter Länderkreis US- Dollar Japanischer Yen Schweizer Franken Pfund Sterling Nominal Real auf Basis der Verbraucherpreise Nominal Real auf Basis der Verbraucherpreise 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 96,1 86,8 87,3 89,7 100,3 104,2 102,7 102,6 106,3 110,5 111,7 104,6 96,0 86,5 87,0 90,1 101,3 105,1 103,7 103,7 106,8 110,1 110,6 103,0 96,5 87,9 90,2 94,7 106,6 111,2 109,2 109,3 113,0 118,0 120,6 112,3 95,8 85,8 86,9 90,5 101,3 105,0 102,5 101,8 104,2 107,0 107,8 99,3 1,066 0,924 0,896 0,946 1,131 1,244 1,244 1,256 1,371 1,471 1,395 1,326 121,3 99,5 108,7 118,1 131,0 134,4 136,9 146,0 161,3 152,5 130,3 116,2 1,600 1,558 1,511 1,467 1,521 1,544 1,548 1,573 1,643 1,587 1,510 1,380 0,659 0,609 0,622 0,629 0,692 0,679 0,684 0,682 0,684 0,796 0,891 0,858 Tab. 13-9: Wechselkurse des Euro (Einheiten der nationalen Währungen je Euro) (Durchschnittwerte des angegebenen Berichtszeitraums) Quelle: Deutsche Bundesbank (2011b) Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 272 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR272 Im Zähler des Ausdruckes auf der rechten Seite steht der mit dem Verhältnis der Preisindizes der beiden Länder multiplizierte Wechselkurs zwischen den beiden Währungen, wobei sich sowohl Wechselkurs als auch Preise auf die laufende Periode beziehen. Der Nenner enthält den gleichen Ausdruck für die Basisperiode (t = 0). Gegenüber einer Gruppe von Währungen berechnet sich der reale Außenwertindex der Währung j (Rjt) durch einen Mittelwert: 0 0 0 / / igij j i j t t t t ij j i j e P P R e P P = ∏ . Hierbei bezeichnet gi das Gewicht, mit dem die Währung i in den realen Außenwertindex eingeht. Auf diese Weise wird auch der reale effektive Wechselkurs des Euro von der Europäischen Zentralbank berechnet. 6. Außenhandelspreise und Terms of Trade Für die Analyse der Außenhandelsströme einer Volkswirtschaft sowie deren Einflüsse auf die binnenwirtschaftliche Entwicklung ist es wichtig, die Preisentwicklung für die exportierten und die importierten Waren zu erfassen. Diese Informationen sind Grundlage einer Vielzahl von Betrachtungen im Rahmen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen einer Volkswirtschaft. Da beispielsweise Importpreise über verschiedene Wirkungskanäle das inländische Preisniveau beeinflussen (z. B. durch Vorleistungen und importierte Konsumgüter), lassen sich aus Importpreisänderungen Schlussfolgerungen über zu erwartende Änderungen der inländischen Inflationsrate ableiten. Aus dem Vergleich von Exportpreisänderungen mit der Entwicklung der inländischen Preise lassen sich dagegen Rückschlüsse auf Exportanreize für die inländischen Produzenten ziehen. Das Statistische Bundesamt berechnet eine Reihe verschiedener Außenhandelspreisindizes. Sie beziehen sich ausschließlich auf die mit dem Ausland gehandelten Waren, klammern also die Dienstleistungen aus. Hierbei werden regelmäßig zwei Arten von Indizes, die ein Bild der Preisentwicklung zeichnen sollen, veröffentlicht: ●● Durchschnittswertindizes des Außenhandels und ●● „echte“ Außenhandelspreisindizes. Bei den Durchschnittswertindizes werden die Außenhandelswerte durch die entsprechenden Mengen in der tiefsten Gliederung des Warenverzeichnisses für den Außenhandel ermittelt und als Maß für die Preiskomponente der Außenhandelsströme angesehen. Bei echten Preisindizes handelt es sich um den gewogenen Durchschnitt aus den einzelnen Preisveränderungen, die für eine repräsentative Auswahl von Import- bzw. Exportwaren (die sogenannten Preisrepräsentanten) gebildet werden. Als Indexgewichte dienen die Ein- und Ausfuhrwerte jeweils derjenigen Erzeugnisse im Basisjahr, für die eine Einzelpreisreihe als repräsentativ angesehen wird. Sie können als „echte“ Preisindi- Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 273 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 273 zes bezeichnet werden, da sie nur die reinen Preisbewegungen wiedergeben. Durchschnittswerte, die sich aus dem Quotienten von Außenhandelswerten und Mengen ergeben, spiegeln dagegen neben Preisänderungen auch die preisbestimmenden Merkmale sowie die als Reaktion darauf erfolgten Mengenänderungen wider. Insofern können Durchschnittswertindizes auch als „unechte“ Preisindizes bezeichnet werden. Für alle Analysen, bei denen es entscheidend auf die isolierte Betrachtung der echten Preisentwicklung ankommt, ist daher aus systematischen Gründen auf Außenhandelspreisindizes zurückzugreifen. Dies trifft insbesondere für den Hauptverwendungszweck der Aufzeichnungen von Preisbewegungen zu, nämlich die laufende Konjunkturbeobachtung und Wirtschaftsanalyse. Zwar zeigen die vom Statistischen Bundesamt nach beiden Methoden berechneten Preisindizes langfristig in etwa die gleiche Entwicklung, kurzfristig können die Bewegungen beider Reihen jedoch deutlich voneinander abweichen. Aus den oben aufgeführten Gründen, die für eine Verwendung der echten Preisindizes sprechen, werden im folgenden nur diese betrachtet. Die ermittelten Außenhandelspreise, die in die Preisindizes eingehen, beziehen sich auf die Handelsbedingungen „frei deutsche Grenze“ bzw. „cif“ bei den Einfuhrpreisen und „fob“ bei den Ausfuhrpreisen. Die Indizes werden nach der Laspeyres-Formel berechnet, d. h. die aus dem jeweiligen Basisjahr stammenden Indexgewichte bleiben bis zur Umstellung auf ein neueres Basisjahr unverändert. Eine in der Volkswirtschaftslehre wichtige Meßzahl bilden die Terms of Trade, die als das Verhältnis der Indizes der in gleichen Währungseinheiten ermittelten Preise von Exportgütern zu Importgütern definiert sind. Sie geben an, wieviel Importguteinheiten für eine Einheit des Exportgutes gekauft werden können. Sie werden daher auch „reales Austauschverhältnis“ oder „Tauschverhältnis“ genannt. Prinzipiell kann man von den in Inlandswährung (im Folgenden mit dem Superskript „€“ bezeichnet) oder in Auslandswährung (nachstehend mit dem Superskript „$“ bezeichnet) notierten Terms of Trade ausgehen: € $ € $Terms of Trade = ex ex im im P P P P = . Die Subskripte „ex“ und „im“ weisen auf Export- bzw. Importgüter hin. Die Aussage der Terms of Trade lässt sich verdeutlichen, wenn man vereinfachend annimmt, dass nur eine Güterart importiert und nur eine Güterart exportiert wird. In diesem Fall ergeben sich die Terms of Trade aus dem Quotienten von zwei Preisen. Unterstellt man einen Preis für das Exportgut von 1 Euro und einen Importgutpreis von 2 Euro, ergibt sich für die Terms of Trade ein Wert von 0,5. Dies bedeutet, dass für eine Mengeneinheit des Exportgutes 0,5 Einheiten des Importgutes eingeführt werden können. Steigen die Exportpreise im Verhältnis zu den Importpreisen, erhöhen sich die Terms of Trade, und es lässt sich folgern, dass mehr Importgütereinheiten für eine Einheit des Exportgutes getauscht werden können. Die Terms of Trade sind wirtschaftspolitisch von großer Bedeutung. Eine Erhöhung der Terms of Trade ist für ein Land vorteilhaft, da für eine gegebene Menge an Exportgütern mehr Importgüter gekauft werden können. Man spricht Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 274 Vierter Teil: Nebenrechnungen der VGR274 deshalb in diesem Zusammenhang auch von einer Verbesserung der Terms of Trade. Die Bedeutung der Terms of Trade wurde besonders während der Erdölkrisen 1973/74 und 1979/80 deutlich. Im Zuge eines starken Anstiegs der Erdölpreise verbesserte sich das Tauschverhältnis drastisch zugunsten der erdölexportierenden Länder, während es sich für die Länder der Dritten Welt ohne oder mit nur geringer Rohstoffbasis deutlich verschlechterte. Auch die Industrieländer mussten als Folge der Erdölpreiserhöhungen zunächst erhebliche Verschlechterungen ihrer Terms of Trade in Kauf nehmen. Abbildung 13-2 zeigt für die Bundesrepublik die negativen Terms of Trade-Schocks im Zuge dieser Ölpreiserhöhungen. Ebenso deutlich fiel in entgegengesetzter Richtung die Terms of Trade-Veränderung in den Jahren 1985/86 aus. Die Abbildung zeigt, dass sich die Terms of Trade für Deutschland in den letzten zwei dargestellten Jahrzehnten nur geringfügig geändert haben. Hierin schlägt sich nieder, dass sich die Export- und die Importpreise – ausgedrückt in der gleichen Währung – in ungefähr gleicher Weise entwickelt haben. Die Berechnung der Außenhandelspreisindizes ist sehr aufwendig. Gegenwärtig werden bei den Importen die Preise von insgesamt 6520 Warenkategorien und bei den Exporten von 6570 Warenkategorien in die Berechnung der Preisindizes einbezogen. Somit liegen den Berechnungen zusammen mehr als 13 000 Einzelpreisreihen zugrunde. Abb. 13-2: Entwicklung der Außenhandelspreise und der Terms of Trade Quelle: Deutsche Bundesbank (2011a) 40 50 60 70 80 90 100 110 120 130 Einfuhr Ausfuhr Terms of Trade Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 275 13. Kapitel: Die Außenwirtschaftsrechnung 275 Schlüsselbegriffe: Zahlungsbilanz Währungsreserven Handelsbilanz Reserveposition im IWF Dienstleistungsbilanz Weltwährungsreserven Übertragungsbilanz Reservewährung Kapitalbilanz Außenwert einer Währung fob, fas und cif Außenhandelspreisindex Auslandsvermögensstatus Durchschnittspreisindex Auslandsposition der Bundesbank Terms of Trade Fotosatz Buck – Vahlens Kurzlehrbücher – Frenkel/John – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 2. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Stand: 03.05.11 Status: Druckdaten Seite: 277 Literaturverzeichnis Allgemeine Literatur Brümmerhoff, D. (2007), Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 8. Auflage, München, Wien. Bundesagentur für Arbeit, laufende Veröffentlichungen, insbesondere zum Bereich des Arbeitsmarktes sowie die Homepage der Bundesagentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de). Deutsche Bundesbank, laufende Veröffentlichungen, insbesondere zum Bereich Geld und Kredit sowie Außenwirtschaft, in den Monatsberichten und den jährlichen Geschäftsberichten sowie Homepage der Deutschen Bundesbank (www.bundesbank.de). Europäische Zentralbank, laufende Veröffentlichungen, insbesondere zum Bereich des Währungsraums in den Monatsberichten und den jährlichen Geschäftsberichten sowie Homepage der Europäischen Zentralbank (www.ezb.int). Haslinger, F. (2002), Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 8. Auflage, München, Wien. Internationaler Währungsfonds (International Monetary Fund), International Financial Statistics, monatliche Veröffentlichungen und Jahresbände. OECD (Organization for Economic Cooperation and Development), Main Economic Indicators, monatliche Veröffentlichungen. Statistisches Bundesamt, laufende Veröffentlichungen sowie Homepage des Statistischen Bundesamtes (www.destatis.de). Stobbe, A. 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(1983), Zur Rezeption der physiokratischen Kreislaufanalogie in der Wirtschaftswissenschaft, in: Scherf, H. (Hrsg.), Studien zur Entwicklung der ökonomischen Theorie III, Berlin. Literatur zum 4. und 5. Kapitel Eurostat (2000), Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen ESVG 1995, http://circa.europa.eu/irc/dsis/nfaccount/info/data/esa95/de/esa00075.htm, [19.01.2011]. Literaturverzeichnis

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References

Zusammenfassung

Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung.

Dieses Buch informiert umfassend über die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Ausgehend von der theoretischen Fundierung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung geht es ausführlich auf das in Deutschland (und den anderen Ländern der Europäischen Union) verwendete Gesamtrechnungssystem ESVG 95 ein. Ein besonderes Gewicht liegt auf der Anwendung und den Weiterentwicklungen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. So erhält der Leser nicht nur einen fundierten Überblick über die quantitativen Verhältnisse der deutschen Volkswirtschaft, er wird beispielsweise auch ausführlich über die aktuelle Diskussion um die Aussagefähigkeit des Bruttoinlandsprodukts, die Entwicklung alternativer Konzepte zur Wohlfahrtsmessung sowie die Bestrebungen informiert, die Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu quantifizieren.

Die Autoren

Prof. Dr. Michael Frenkel ist Inhaber des Lehrstuhls für Makroökonomik und Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der WHU – Otto-Beisheim School of Management, Vallendar.

Prof. Dr. Klaus Dieter John ist Inhaber der Professur für Wirtschaftspolitik an der Technischen Universität Chemnitz.