Zehnter Teil: Konzern-Kapitalflussrechnung in:

Gerhard Scherrer

Konzernrechnungslegung nach HGB, page 354 - 372

Eine anwendungsorientierte Darstellung mit zahlreichen Beispielen

3. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4298-4, ISBN online: 978-3-8006-4299-1, https://doi.org/10.15358/9783800642991_354

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 345 Status: Druckdaten Zehnter Teil: Konzern-Kapitalflussrechnung Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 347 Status: Druckdaten A. Grundlagen der Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung stellt nach § 297 Abs. 1 Satz 1 HGB einen Teil des Konzernabschlusses dar. Die Einzelheiten zur nationalen Regelung sind außerhalb des HGB in den DRS 2 geregelt. § 297 Abs. 1 HGB legt lediglich fest, dass die Kapitalflussrechnung Teil des Konzernabschlusses ist. Maßgebend ist DRS 2 „Kapitalflussrechnung“. Die Regelungen des DRS 2 sind entgegen des IAS 7 auf nicht kapitalmarktorientierte Mutterunternehmen gerichtet. Die Regelungen in dem DRS 2 zur Aufstellung einer Kapitalflussrechnung für den Konzern stimmen in weiten Bereichen überein. Damit kann auf eine gesonderte, breite Erläuterung des DRS 2 verzichtet werden. Die Darstellung der Kapitalflussrechnung orientiert sich weitgehend an den IAS 7. In Einzelfällen, wie der Gliederung der Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit wird ergänzend die Mindestgliederung nach DRS 2 in der Fassung der Ergänzungslieferung vom 4/2010 aufgezeigt. I. Gegenstände der Konzern-Kapitalflussrechnung 1. Zweck der Konzern-Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung ist neben der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzernanhang, dem Konzernlagebericht und dem Eigenkapitalspiegel zwingender Bestandteil des Konzernabschlusses. Sie soll neben den anderen Teilen des Konzernabschlusses die Adressaten der Konzernrechnungslegung mit entscheidungsrelevanten Informationen über Zahlungsströme des Konzerns vorsorgen. Die Informationen über die Konzernrechnungslegung sollen die Adressaten der Konzernrechnungslegung in die Lage versetzen, im Folgenden insbesondere abzuschätzen: • die Fähigkeit eines Konzerns, positive zukünftige Nettoeinzahlungsüberschüsse zu erwirtschaften; • die Fähigkeit eines Konzerns, seine Verbindlichkeiten zu erfüllen; • die Fähigkeit eines Konzerns, Dividenden zu zahlen und seinen Bedarf an externer Finanzierung zu decken. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Kapitalflussrechnung, die Gründe für Unterschiede zwischen Jahresergebnis und entsprechenden Einzahlungsüberschüssen aufzuzeigen. Nach DRS 2 soll die Kapitalflussrechnung den Einblick in die Fähigkeit des Konzerns verbessern, künftige finanzielle Überschüsse zu erwirtschaften, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen und Ausschüttungen an die Anteilseigner zu leisten. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 348 Status: Druckdaten Zehnter Teil: Konzern-Kapitalflussrechnung 348 2. Berichtsgegenstände der Kapitalflussrechnung Um die angeführten Zwecksetzungen zu erreichen, wird nach DRS 2. mit der Kapitalflussrechnung eine Reihe von Berichtsgegenständen vorgegeben, die die folgenden Sachverhalte umfasst. Danach gilt: • Die Kapitalflussrechnung muss über die Wirkungen von Zahlungen während des Geschäftsjahres auf die laufende Geschäftstätigkeit, die Investitionstätigkeit und die Finanzierungsvorgänge des Konzerns berichten. • Es ist in ergänzenden Angaben über die Wirkungen von Investitions- und Finanzierungsvorgängen zu berichten, die die Finanzlage des Konzerns beeinflussen, aber keine Zahlungswirkungen in dem betrachteten Geschäftsjahr haben, z.B. über den Kauf von Anlagegegenständen auf Kredit. • Es ist eine Überleitungsrechnung vom Jahresergebnis auf den Einzahlungsüberschuss aus der laufenden Geschäftstätigkeit vorzunehmen, die allgemeine Informationen liefert über die Nettowirkungen der laufenden Geschäftsvorfälle und anderer Ereignisse, die das Jahresergebnis des Konzerns und die Zahlungen aus der laufenden Geschäftstätigkeit in anderen Geschäftsjahren aufzeigen. II. Aufstellungsgrundsätze und Definitionen der Konzern-Kapitalflussrechnung 1. Aufstellungsgrundsätze In der Konzern-Kapitalflussrechnung sind die Zahlungsströme eines Konzerns für das Geschäftsjahr getrennt nach Cashflows auszuweisen. Der Ausweis umfasst die Darstellung: • der laufenden Geschäftstätigkeit, • der Investitionstätigkeit und • der Finanzierungstätigkeit. Bei der Darstellung entspricht die Summe der positiven und negativen Cashflows aus den Bereichen „laufende Geschäftstätigkeit“, der „Investitionstätigkeit“ und der „Finanzierungstätigkeit“ der Veränderung des Finanzmittelfonds des Konzerns im Geschäftsjahr. Formal kann die Konzern-Kapitalflussrechnung in Kontoform oder in Staffelform aufgestellt werden. Die ganz allgemein geübte Aufstellungspraxis der Kapitalflussrechnung ist weltweit die Staffelform. So auch DRS 2. Die Staffelform ist weniger aufwendig und übersichtlicher als die Kontoform. Aus theoretischer Sicht ist es ohne Probleme möglich, die Konzern-Kapitalflussrechnung als originäre Rechnung oder als derivative Rechnung einzurichten und zu führen. Bei der praktischen Durchführung ergeben sich wesentliche Aufstellungsunterschiede: • Die originäre Erstellung erfordert eine doppelte Erfassung aller Geschäftsvorfälle, die mit Zahlungen verbunden sind. Aufgrund dieses rechnerischen Mehraufwands Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 349 Status: Druckdaten A. Grundlagen der Kapitalflussrechnung 349 hat die originäre Rechnung für die Konzern-Kapitalflussrechnung keine praktische Bedeutung. • Bei der derivativen Ermittlung werden die Zahlungsströme als Ein- und Auszahlungen aus den Buchführungen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen und dem Jahresabschluss des Konzerns direkt oder indirekt übernommen. 2. Direkte und indirekte Methoden Für die Bestimmung des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit und nur für diesen, besteht ein Wahlrecht zwischen direkter und indirekter Ermittlung. Beide Verfahren führen zum gleichen Ergebnis, beinhalten aber eine unterschiedliche Aufgliederung der Cashflow-Posten für den Bereich der laufenden Geschäftstätigkeit. Damit ergeben sich unterschiedliche Informationen über die Zahlungsströme im operativen Bereich. Bei Anwendung der indirekten Methode spricht man von einer Überleitungsrechnung des Jahresergebnisses auf den Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit. Die Überleitungsrechnung erfolgt nach dem folgenden Schema: Für die Kapitalflussrechnung gilt das Bruttoprinzip. Danach sind Ein- und Auszahlungen grundsätzlich getrennt zu erfassen. Eine Verrechnung mit Ausweis lediglich eines Einzahlungs- oder eines Auszahlungsüberschusses ist nur in wenigen Ausnahmefällen, z.B. beim Kauf und Verkauf kurzfristig gehaltener Wertpapiere, zulässig. a) Direkte Methode Die Cashflows im Bereich der laufenden Geschäftstätigkeit sind wahlweise nach der direkten Methode, die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zwingend nach der direkten Methode zu ermitteln. Die direkte Methode liefert Informationen über die Hauptklassen (als Cash zugeflossene Umsatzerlöse und als Cash abgeflossene Aufwendungen für Löhne und Gehälter sowie für Material als Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe) der Bruttoeinzahlungen und der Bruttoauszahlungen durch direkte, unsaldierte Erfassung der Einzahlungen und Auszahlungen. Bei Anwendung der direkten Methode können nach den IAS Informationen über die Hauptgruppen der Bruttoeinzahlungen und Bruttoauszahlungen wie folgt erhalten werden: aus der Buchhaltung des Konzerns oder durch Korrekturen der Umsatzerlöse und der Umsatzkosten. b) Indirekte Methode Bei Anwendung der indirekten Methode erhält man den Netto-Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit durch Korrektur des Nettoergebnisses (Jahresüberschuss) um die Wirkungen aus den folgenden Größen: • Bestandsveränderungen der Periode bei den Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen; • zahlungsunwirksame Posten, z.B. Abschreibungen und Zuschreibungen auf Anlagegegenstände, Verbindlichkeits- und Aufwandsrückstellungen, aktive und passive Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 350 Status: Druckdaten Zehnter Teil: Konzern-Kapitalflussrechnung 350 latente Steuern, unrealisierte Fremdwährungsgewinne und Fremdwährungsverluste, nicht ausgeschüttete Erträge von assoziierten Unternehmen, Minderheitsanteile; • alle anderen Posten, die keine Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit sind, sondern den Bereichen der Investition oder Finanzierung zugeordnet werden. 3. Definitionen der Kapitalflussrechnung nach DRS 2 Notwendige Elemente der Kapitalflussrechnung sind die im Folgenden an die Definitionen des DRS 2 angeführten Begriffe: • Zahlungsmittel: Barmittel und täglich fällige Sichteinlagen. • Zahlungsmitteläquivalente: Als Liquiditätsreserve gehaltene, kurzfristige, äußerst liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen. • Zahlungsströme: Zuflüsse und Abflüsse von Zahlungsmitteln und Zahlungsmittel- äquivalenten. • Finanzschulden: Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Kapitalsammelstellen und anderen Geldgebern sowie Anteile, nicht jedoch Lieferanten- oder sonstige Verbindlichkeiten auf der laufenden Geschäftstätigkeit. • Investitionstätigkeiten: Der Erwerb und die Veräußerung von Gegenständen des Anlagevermögens, von längerfristigen finanziellen Vermögenswerten, die nicht dem Finanzmittelfonds oder der Finanzierungstätigkeit zugehören, sowie die Anlage von Finanzmittelbeständen (z. M. Wertpapapieren des Umlaufvermögens ohne Handelsbestand), die nicht dem Finanzmittelfonds oder Finanzierungstätigkeit zugehören. • Finanzierungstätigkeiten: Zahlungswirksame Aktivitäten, die sich auf den Umfang und die Zusammensetzung der Eigenkapitalposten und der Finanzschulden des Unternehmens auswirken. • Laufende Geschäftstätigkeiten: Die wesentlichen auf Erlöserzielung ausgerichtete zahlungswirksame Tätigkeiten des Unternehmens sowie sonstige Aktivitäten, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind. • Cashflows: Netto-Zahlungsströme einer Periode aus laufenden Geschäftstätigkeiten, aus Investitions- sowie aus Finanzierungstätigkeiten. 4. Regeln der Deutschen Rechnungslegungsstandards Die Regeln der Deutschen Rechnungslegungs Standards zur Kapitalflussrechnung nach Nr. 2 (DRS 2) sind durch die 14. Ergänzungslieferung im April 2010 inhaltlich neu gestaltet worden. Die geänderten Regeln betreffen die Darstellung und Ermittlung der Zahlungsströme in einer Kapitalflussrechnung, die Abgrenzung des Finanzmittelfonds, die Zahlungsströme in Fremdwährungen und die Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit. Die folgenden Ausführungen übernehmen die wesentlichen Festlegungen aus den geänderten Regeln der DRS 2. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 351 Status: Druckdaten A. Grundlagen der Kapitalflussrechnung 351 a) Darstellung und Ermittlung der Zahlungsströme in einer Kapitalflussrechnung Die Darstellung geht davon aus, dass in der Kapitalflussrechnung die Zahlungsströme getrennt nach den Cashflows aus den laufenden Geschäftstätigkeiten, aus der Investitionstätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit darstellen. Dabei entspricht die Summe der Cashflows auf diesen Tätigkeitsbereichen der Veränderung des Finanzmittelfonds in der Berichtsperiode, soweit diese nicht auf Wechselkurs oder sonstige Wertänderungen beruht. Die Kapitalflussrechnung ist nach DRS 2 in Staffelform unter Beachtung der in dem Standard enthaltenen Mindestgliederung darzustellen. Vergleichahlen der Vorperiode sollen beigefügt werden. Für die Kapitalflussrechnung soll der Grundsatz der Stetigkeit gelten. Ausgangspunkte der Kapitalflussrechnung sind nach dem DRS 2 das Rechnungswesen und die draus nach dem HGB abgeleitete (hier) Konzernbilanz und Konzern-Gewinnund Verlustrechnung. Nach dem DRS 2 sind die Zahlungsströme unsaldiert auszuweisen, ausgenommen bei der indirekten Darstellung des Cashflow aus laufenden Geschäftstätigkeit. Sie sollen nur in folgenden Ausnahmefällen saldiert ausgewiesen werden: • bei hoher Umschlaghäufigkeit, großen Beträgen und kurzen Laufzeiten, z.B. dem Kauf und Verkauf von Wertpapieren, oder • bei Zahlungsströmen für Rechnung von Dritten, wenn sie überwiegend auf Aktivitäten der Dritten zurückzuführen sind, z.B. bei für Dritte eingezogene und an sie weitergeleitete Mieten. b) Abgrenzung des Finanzmittelfonds In den Finanzmittelfonds sind nur Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einzubeziehen. Jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten, soweit sie zur Disposition der liquiden Mittel gehören, dürfen in den Finanzmittelfonds einbezogen werden. c) Zahlungsströme bei Fremdwährungen Zahlungsströme in Fremdwährungen sollen grundsätzlich mit dem Wechselkurs des jeweiligen Zahlungszeitpunktes in die Berichtswährung umzurechnen. Diese Umrechnung soll auch für ausländische Tochterunternehmen. Die Währungsumrechnung soll aus Vereinfachungsgründen mit gewogenen Durchschnittskursen vorgenommen werden, die im Ergebnis einer Umrechnung mit den tatsächlichen Kursen zum Zahlungszeitpunkt näherungsweise entsprechen. Die Vorgaben kollidieren mit § 308a HGB zur Umrechnung von auf fremde Währung lautenden Abschlüssen. Nach § 308a Satz 1 HGB sind die Aktiv- und Passivposten einer auf fremde Währung lautenden Bilanz sind, mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zum historischen Kurs in Euro umzurechnen. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind zum Durchschnittskurs in Euro umzurechnen. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 352 Status: Druckdaten Zehnter Teil: Konzern-Kapitalflussrechnung 352 d) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Der Cashflow soll im Bereich der laufenden Geschäftstätigkeit nach einer der folgenden Methoden dargestellt werden: • nach der direkten Methode, indem er in einer Überleitungsrechnung unsaldiert angegeben werden, oder • nach der indirekten Methode, indem in einer Überleistungsrechnung das Periodenergebnis um zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträgen, um Bestandsänderungen bei Posten des Nettoumlaufvermögens (ohne Finanzmittelfonds) und um alle Posten, die Cashflows aus der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit sind, korrigiert wird. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 353 Status: Druckdaten B. Konzern-Kapitalflussrechnung und Cashflows I. Darstellung der Konzern-Kapitalflussrechnung nach DRS Hauptgegenstand von Konzern-Kapitalflussrechnungen ist das Aufzeigen der Ursachen, die zu Veränderungen des Zahlungsmittelbestandes des Konzerns in einer Betrachtungsperiode, i.d.R. in dem abgelaufenen Geschäftsjahr geführt haben. Gegenüber den traditionellen Kapitalflussrechnungen sind neue Kapitalflussrechnungen auf zukünftige Geschäftsjahre gerichtet. 1. Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit Der Betrag der aus der betrieblichen Tätigkeit fließenden Cashflows wird als Schlüsselindikator für das Ausmaß gesehen, in dem die laufende Geschäftstätigkeit als typische operative Tätigkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen bzw. des Konzerns ausreichende Cashflows erzeugt zum Zweck: • Der Tilgung von Verbindlichkeiten. • Der Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Konzerns. • Der Zahlung von Dividenden durch Mutter- und Tochterunternehmen. • Der Vornahme von Investitionen ohne Rückgriff auf Quellen der Außenfinanzierung. Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit stammen in erster Linie aus der erlöswirksamen Tätigkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Hierunter versteht man die allgemeinen Geschäftsvorfälle und andere Ereignisse der ökonomischen Aktivität des Konzerns, die als Ertrag oder Aufwand das Periodenergebnis beeinflussen. Hierzu sind die Ertrags- und Aufwandsströme in Einzahlungs- und Auszahlungsströme zu transferiert. Die Verfahren der Kapitalflussrechnung, wie die DRS Nr. 2, stellen Rechengrundlagen wie die Behandlung des Cashflows, bereit. Bei Anwendung der direkten Methode zur Darstellung des Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist nach DRS 2 wie folgt zu gliedern. Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit bei direkten Methoden sind: • Einzahlungen von Kunden für den Verkauf von Erzeugnissen, Waren und Dienstleistungen; • Auszahlungen an Lieferanten und Beschäftigte; • sonstige Einzahlungen, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind; • sonstige Auszahlungen, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind; Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 354 Status: Druckdaten Zehnter Teil: Konzern-Kapitalflussrechnung 354 • Einzahlungen und Auszahlungen aus außerordentlichen Posten; • Cashflows auf laufender Geschäftstätigkeit. Bei Anwendung der indirekten Methode zur Darstellung des Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist nach DRS 2 die Überleitungsrechnung gemäß dem folgenden Schema zu gliedern. Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit bei indirekten Methoden sind: • Periodenergebnis (einschließlich Ergebnisanteilen von Minderheitsgesellschaften) von außerordentlichen Posten; • Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens; • Zunahme und Abnahme der Rückstellungen; • sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge (z.B. Abschreibungen auf ein aktiviertes Disagio; • Gewinn und Verlust aus den Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens; • Zunahme und Abnahme der Vorräte, der Forderung aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind; • Zunahme und Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind; • Ein- und Auszahlungen aus außerordentlichen Posten; • Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit. Geht ein Unternehmen bei der Darstellung des Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit nach der indirekten Methode nicht von dem Periodenergebnis von außerordentlichen Posten aus, ist die Ausgangsgröße auf das Periodenergebnis überzuleiten. Dies soll auch in den ergänzenden Angaben zur Kapitalflussrechnung erfolgen. 2. Cashflows aus Investitionstätigkeit Die gesonderte Angabe von Cashflows aus der Investitionstätigkeit ist für die Konzernleitung und die Adressaten der Konzernrechnungslegung von Bedeutung. Cashflows geben das Ausmaß an, in dem Ausgaben für immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen und Finanzanlagen getätigt werden, die künftige Erträge und Cashflows erwirtschaften sollen. Nach DRS 2 hat ein Unternehmen die Zahlungsströme auszuweisen, die aus Investitionstätigkeiten entstehen. Die Darstellung hat nach der direkten Methode zu erfolgen. Der Cashflows aus der Investitionstätigkeit ist nach dem DRS 2 wie folgt zu gliedern: • Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens; • Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen; • Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens; • Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen; • Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens; Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 355 Status: Druckdaten B. Konzern-Kapitalflussrechnung und Cashflows 355 • Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögens; • Einzahlungen aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten; • Auszahlungen aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen und sonstige Geschäftseinheiten; • Einzahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition; • Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition; • Cashflow aus der Investitionstätigkeit. 3. Cashflows aus Finanzierungstätigkeit Der Ausweis von Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wird als notwendig eingestuft. Begründung wird darin gesehen, dass er der Prognose von Ansprüchen auf zukünftige Cashflows durch externe Rechnungslegungsadressaten, der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, in der Regel Tochterunternehmen, dient. Dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit sind grundsätzlich die Zahlungsströme zuzuordnen, die aus Geschäften mit den Anteilseignern des Mutterunternehmens und aus Geschäften mit Minderheitsgesellschaftern konsolidierter Tochterunternehmen sowie aus der Aufnahme oder Tilgung auf Finanzschulden zurückgehen. Nach DRS 2 hat ein Unternehmen die Zahlungsströme gesondert auszuweisen, die aus der Finanzierungstätigkeit entstehen. Die Darstellung soll nach der direkten Methode erfolgen. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ist mindestens wie folgt zu gliedern: • Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (Kapitalerhöhung, Verkauf eigener Anteile, usw.); • Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter (Dividenden, Erwerb eigener Anteile, Eigenkapitalrückzahlungen, andere Ausschüttungen); • Einzahlungen aus der Begebung von Anseihen und der Aufnahme von (Finanz-) Krediten; • Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-)Krediten; • Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit. II. Behandlung besonderer Posten Die Darstellung der besonderen Posten in der Konzern-Kapitalflussrechnung im DRS 2 ist gegenüber den IAS 7 kürzer zusammengefasst. Zur Darstellung werden die entsprechenden erweiterten Posten der IAS 7 ergänzend in den folgenden Abschnitt aufgenommen. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 356 Status: Druckdaten Zehnter Teil: Konzern-Kapitalflussrechnung 356 1. Cashflows in Fremdwährung Cashflows, die aus Geschäftsvorfällen in einer Fremdwährung entstehen, sind nach IAS in der Berichtswährung des Konzerns zu erfassen. Hierzu wird der Fremdwährungsbetrag mit dem zum Zahlungszeitpunkt gültigen Umrechnungskurs zwischen Berichtswährung und Fremdwährung in die Berichtswährung umgerechnet. Die Cashflows eines ausländischen Tochterunternehmens sind mit dem zum Zahlungszeitpunkt geltenden Wechselkurs zwischen Berichtswährung und Fremdwährung in die Berichtswährung umzurechnen. Cashflows, die in einer Fremdwährung abgewickelt werden, sind nach IAS 21 auszuweisen. Dabei ist die Verwendung eines Wechselkurses zulässig, der dem tatsächlichen Kurs in etwa entspricht. So kann z.B. für die Erfassung von Fremdwährungstransaktionen oder für die Umrechnung der Cashflows eines ausländischen Tochterunternehmens ein gewogener Periodendurchschnittskurs verwendet werden. Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Wechselkursänderungen sind nicht als Cashflow zu betrachten. Dagegen werden die Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die in Fremdwährung gehalten werden oder fällig sind, in der Konzern-Kapitalflussrechnung erfasst, um den Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten des Konzerns zu Beginn und am Ende der Periode abzustimmen. Der Unterschiedsbetrag wird getrennt von den Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. 2. Außerordentliche Posten Die Cashflows aus außerordentlichen Posten sind nach IAS als Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit oder Finanzierungstätigkeit zu klassifizieren und gesondert anzugeben. Durch die gesonderte Angabe können die Adressaten der Rechnungslegung die Art dieser Cashflows und die Auswirkungen auf gegenwärtige und künftige Cashflows des Konzerns einschätzen. Die Angaben erfolgen zusätzlich zur gesonderten Angabe von Art und Höhe der außerordentlichen Posten. Beispiele für außerordentliche Posten sind Enteignung von Vermögenswerten oder Schäden durch Erdbeben, Hurrikans, Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen. 3. Zinsen und Dividende Cashflows aus erhaltenen und gezahlten Zinsen und Dividenden sind nach IAS jeweils gesondert anzugeben. Jede Ein- und Auszahlung unter Beachtung des Prinzips der Ausweisstetigkeit von Periode zu Periode entweder als laufende Geschäftstätigkeit, als Investitionstätigkeit oder als Finanzierungstätigkeit zu klassifizieren. Der Gesamtbetrag der während einer Konzernperiode von den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen gezahlten Zinsen wird nach IAS in der Konzern- Kapitalflussrechnung angegeben unabhängig davon, ob der Betrag als Aufwand in der Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 357 Status: Druckdaten B. Konzern-Kapitalflussrechnung und Cashflows 357 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst oder nach alternativ zulässigen Methode aktiviert wird. Gezahlte Zinsen können der Finanzierungstätigkeit zugeordnet werden, da es sich bei der Zahlung der Zinsen um Finanzierungsaufwendungen handelt. Davon abweichend können gezahlte Dividenden als Bestandteil der Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet werden. 4. Ertragsteuern Cashflows von Ertragsteuern sind nach IAS gesondert anzugeben und als Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit zu klassifizieren, es sei denn, sie können bestimmten Investitionstätigkeiten oder Finanzierungstätigkeiten zugeordnet werden. Ertragsteuern entstehen aus Geschäftsvorfällen, die zu Cashflows führen, die in einer Kapitalflussrechnung als laufende Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit oder Finanzierungstätigkeit klassifiziert werden. Während Investitionstätigkeiten und Finanzierungstätigkeiten in der Regel der entsprechende Ertragsteueraufwand zugeordnet werden kann, ist die Bestimmung der damit verbundenen steuerbezogenen Cashflows häufig nicht durchführbar oder wirtschaftlich nicht vertretbar. Ursache ist, dass die Cashflows unter Umständen in einer anderen Konzernperiode als die Cashflows des zugrunde liegenden Geschäftsvorfalls entstehen. Aus diesem Grund werden gezahlte Steuern im Regelfall als Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit klassifiziert. Ist es möglich, den steuerbezogenen Cashflow einem speziellen Geschäftsvorfall, der zu Cashflows aus Investitionstätigkeit oder Finanzierungstätigkeiten des Unternehmens führt, zuzuordnen, so ist der steuerbezogenen Cashflow gleichfalls als eine Investitionstätigkeit oder Finanzierungstätigkeit zu klassifizieren. Werden ertragsteuerbezogene Cashflows mehr als einer der angeführten Tätigkeit zugeordnet, ist nach IAS der Gesamtbetrag der gezahlten Ertragsteuern offen zu legen. 5. Beteiligungen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen Ein Unternehmen, das die Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen nach IAS unter Anwendung der Quotenkonsolidierung bilanziert, muss in die konsolidierte Kapitalflussrechnung nur den auf das Unternehmen entfallenden Anteil an den Cashflows des Gemeinschaftsunternehmens aufnehmen. Ein Unternehmen, das die Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode bilanziert, muss diejenigen Cashflows in die Kapitalflussrechnung aufnehmen, die mit den Ausschüttungen und anderen Ein- und Auszahlungen zwischen ihm und dem Gemeinschaftsunternehmen zusammen hängen. Bei der Bilanzierung der Beteiligung an einem Tochterunternehmen oder einem assoziierten Unternehmen nach der Anschaffungskostenmethode bzw. der Equity-Methode kann ein Anteilseigner die Angaben in der Kapitalflussrechnung auf die Cashflows zwischen ihm und dem Beteiligungsunternehmen auf die Dividendenzahlungen und Kreditzahlungen beschränken. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 358 Status: Druckdaten Zehnter Teil: Konzern-Kapitalflussrechnung 358 6. Erwerb und Veräußerung von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten Die Zahlungsströme aus dem Erwerb und dem Verkauf von in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen oder sonstigen Geschäftseinheiten sind als Investitionstätigkeit zu klassifizieren und gesondert auszuweisen. Sie sind beim Erwerb als Gesamtbetrag des gezahlten Kaufpreises und bei der Veräußerung als Gesamtbetrag der erhaltenen Finanzmittel: • Beim Erwerb eines Unternehmens ist der Gesamtbetrag um die mit den Vermögenswerten erhaltenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu kürzen. Die Kürzung des Gesamtbetrags beim Erwerb des Unternehmens führt zu einem Netto-Cashflow. • Bei der Veräußerung eines Unternehmens, unabhängig davon ob es in der Konzernabschluss einbezogen ist, ist der Gesamtbetrag um die mit den Vermögenswerten hingegebenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu erhöhen. Die Auswirkungen der Cashflows aus der Veräußerung von Unternehmenswerten dürfen nicht mit den Auswirkungen der Cashflows aus dem Erwerb von Unternehmenswerten saldiert werden. Ein Unternehmen hat im Hinblick auf den während der Konzernperiode erfolgten Erwerb und die Veräußerung von Tochterunternehmen, Zweckgesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen oder sonstigen Geschäftseinheiten folgende Angaben zu machen: • Gesamter Kauf- oder Veräußerungspreis. • Teil des Kauf- oder Veräußerungspreises, der durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen wurde. • Betrag der Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente des Tochterunternehmens oder der Geschäftseinheit, die mit dem Erwerb übernommen oder im Zusammenhang mit dem Verkauf abgegeben wurde. • Beträge der nach Hauptgruppen gegliederten Vermögenswerte und Schulden mit Ausnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Tochterunternehmens oder der sonstigen Geschäftseinheiten die erworben oder veräußert wurden. 7. Nicht zahlungswirksame Transaktionen Investitionsgeschäfte und Finanzierungsgeschäfte, die nicht zu einer Veränderung von Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten geführt haben, sind nicht Bestandteil der Konzern-Kapitalflussrechnung. Die Transaktionen sind an anderer Stelle im Konzernabschluss anzugeben, wobei alle notwendigen Informationen über die entsprechenden Investitionsgeschäfte und Finanzierungsgeschäfte offen zu legen sind. Eine Reihe von Investitionsgeschäften und Finanzierungsgeschäften hat keine direkten Auswirkungen auf den laufenden Cashflow. Sie beeinflusst aber die Kapital- und Vermögensstruktur eines in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmens. Dessen ungeachtet sind die nicht zahlungswirksamen Geschäfte nicht in die Konzern- Kapitalflussrechnung aufzunehmen. Die Regelung entspricht dem Grundsatz, dass Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 359 Status: Druckdaten B. Konzern-Kapitalflussrechnung und Cashflows 359 nur Geschäfte in die Konzern-Kapitalflussrechnung aufzunehmen sind, die in der Konzernperiode zu Cashflows führen. Beispiele für nicht zahlungswirksame Transaktionen sind u.a.: • Der Erwerb von Vermögensgegenwerten durch Schuldübernahme oder durch Finanzierungsleasing. • Der Erwerb eines anderen Unternehmens gegen Ausgabe von Anteilen. • Die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital durch Aufnahme von Gläubigern als Gesellschafter. 8. Bestandteile der Zahlungsmittel und Zahlungs mittel- äquivalente Der Konzern hat nach IAS die Bestandteile der Zahlungsmittel und der Zahlungsmittel- äquivalente anzugeben. Darüber hinaus ist eine Überleitungsrechnung vorzunehmen, in der die Beträge der Kapitalflussrechnung den entsprechenden Bilanzposten gegen- übergestellt werden. Auf Grund der Vielfalt der Praktiken zur Zahlungsmitteldisposition hat der Konzern die gewählte Methode für die Bestimmung der Zusammensetzung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente anzugeben. Die Auswirkungen von Änderungen der Methode zur Bestimmung der Zusammensetzung der Zahlungsmittel und -äquivalente sind offen zu legen. 9. Sonstige Angaben Ein Unternehmen hat nach IAS in Verbindung mit einer Stellungnahme des Managements den Betrag an wesentlichen Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, die von dem Konzern gehalten werden und über die der Konzern nicht verfügen kann, anzugeben. Unter Umständen kann ein Konzern nicht über Zahlungsmittel und Zahlungsmittel- äquivalente verfügen. Dazu zählen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die von einem Tochterunternehmen in einem Land gehalten werden, in dem Devisenverkehrskontrollen oder andere gesetzliche Einschränkungen für den Zahlungsmitteltransfer bestehen. In diesen Fällen ist die Verfügbarkeit über die Bestände eingeschränkt. Für die Rechnungslegungsadressaten können zusätzliche Angaben zur Einschätzung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmens von Bedeutung sein. Die Angaben können sich auf die Darstellung der Beträge für die unten angeführten Sachverhalte richten: • Nicht ausgenutzten Kreditlinien, die für die künftige laufende Geschäftstätigkeit und zur Erfüllung von Verpflichtungen eingesetzt werden können; jeweils unter Angabe bestehender Beschränkungen der Verwendung der Kreditlinien. • Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit, die sich auf quotal konsolidierte Anteile an Gemeinschaftsunternehmen beziehen. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 360 Status: Druckdaten Zehnter Teil: Konzern-Kapitalflussrechnung 360 • Cashflows, die Erweiterungen der betrieblichen Kapazität betreffen. • Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit, aufgegliedert nach Geschäftssegmenten und nach geografischen Segmenten. Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 361 Status: Druckdaten C. Beispiel einer Konzern-Kapitalflussrechnung I. Konzernabschluss 1. Konzernbilanz Aktiva 31.12.02 31.12.01 Anlagevermögen: Sachanlagen 2.280 850 Finanzanlagen 2.500 2.500 4.780 3.350 Umlaufvermögen: Vorräte 1.000 1.950 Forderungen 1.900 1.200 Flüssige Mittel (Cash and Cash Equivalents) 410 160 3.310 3.310 Summe der Aktiva 8.090 6.660 Passiva 31.12.02 31.12.01 Eigenkapital: Gezeichnetes Kapital 1.500 1.250 Gewinnrücklagen/Bilanzgewinn 3.410 1.380 4.910 2.630 Rückstellungen/Verbindlichkeiten: Langfristige Verbindlichkeiten 2.300 1.040 Steuerverbindlichkeiten 400 1.000 Zinsverbindlichkeiten 230 100 Verb. aus Lieferungen und Leistungen 250 1.890 3.180 4.030 Summe der Passiva 8.090 6.660 Konzern-Anlagenspiegel Bruttobuchwerte: Anfangsbestand kumuliert 1.910 Zugänge Kauf 1.250 Tochterunternehmen 650 Abgang 80 Endbestand kumuliert 3.730 Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 362 Status: Druckdaten Zehnter Teil: Konzern-Kapitalflussrechnung 362 Abschreibungen: Anfangsbestand Abschreibungen kumuliert 1.060 Zugang Abschreibungen 450 Abgang Abschreibungen 60 Endbestand Abschreibungen kumuliert 1.450 2. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1.1.–31.12.02 Umsatzerlöse 30.650 Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 6.000 Bruttoergebnis vom Umsatz 4.650 Verwaltungs- und Vertriebskosten 910 Abschreibungen 450 Zinsaufwendungen 400 Erträge aus Finanzanlagen und Zinsen 500 Fremdwährungsverluste 40 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 3.350 Außerordentliche Erträge 180 Ergebnis vor Steuern 3.530 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 300 Jahresüberschuss 3.230 3. Weitere Angaben (1) Im Jahr 02 hat das Mutterunternehmen ein Tochterunternehmen zu einem Preis von 590 erworben. Die Fair Values der übernommenen Aktiven und Passiven ergeben sich wie folgt: (2) Sachanlagen • Anschaffung (Zugang) 1.250 • davon Finanzierungsleasing 10 Raten zu 90 900 • davon Zahlung 350 (3) Forderungen: • im Bestand Ende 02 Zinsforderungen von 100 (4) Einzahlungen • aus Kapitalerhöhung 250 • aus Aufnahme langfristiger Verbindlichkeiten 250 (5) Dividendenzahlung in 02 1.200 (6) Zinsen • Aufwendungen 400 • davon Auszahlungen 170 • Auszahlungen Tilgung Zinsverbindlichkeiten 01 100 Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 363 Status: Druckdaten C. Beispiel einer Konzern-Kapitalflussrechnung 363 (7) Steuerzahlungen • Ertragsteuern während Periode 02 entstanden 200 • Kapitalertragsteuern auf Dividenden 100 • Steuerverbindlichkeiten Vorjahr 600 Die obigen vereinfachten Daten des Beispiels zur Erstellung einer Konzern-Kapitalflussrechnung sind weitgehend aus IAS 7 Appendix A. Cash flow Statement for an Entity other than a Financial Institution der International Financial Reporting Standards (IFRSs) 2006 entnommen. Die aus der Konzernbilanz, der Konzerngewinn- und Verlustrechung und den weiteren Angaben zu maßgeblichen Beträgen der relevanten Posten vorgegebenen Daten für die Betrachtungsperiode 02 bilden die Grundlage für die Aufstellung der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Konzerngeschäftsjahr 02 nach IAS 7 Cash Flow Statements. Aus den vorgegebenen Daten lassen sich die im Folgenden angeführten Cashflow- Rechnungen für den Konzern erstellen: • Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit nach der indirekten Methode; • Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit nach der direkten Methode; • Cashflows aus Investitionstätigkeit nach der direkten Methode und • Cashflows aus Finanzierungstätigkeit nach der direkten Methode. II. Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit 1. Indirekte Methode Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 3.350 Abschreibungen 450 Fremdwährungsverluste 40 Erträge aus Finanzanlagen und Zinserträge – 500 Zinsaufwendungen 400 Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit vor Working Capital 3.740 Zunahme Forderungen – 500 Abnahme Vorräte 1.050 Abnahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 1.740 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 2.550 gezahlte Zinsen – 270 gezahlte Ertragsteuern – 900 Cashflow vor außerordentlichen Posten 1.380 Außerordentliche Erträge 180 Netto Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 1.560 Vahlens Handbücher – Scherrer – Konzernrechnungslegung nach HGB (3. Aufl.) – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 29.03.2012 Seite 364 Status: Druckdaten Zehnter Teil: Konzern-Kapitalflussrechnung 364 2. Direkte Methode Einzahlungen von Kunden 30.150 Auszahlungen an Lieferanten und Beschäftigte – 27.600 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 2.550 gezahlte Zinsen – 270 gezahlte Ertragsteuern – 900 Cashflow vor außerordentlichen Posten 1.380 Außerordentliche Erträge 180 Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 1.560 III. Cashflows aus Investitionstätigkeit Auszahlungen für Erwerb Tochterunternehmen – 550 Auszahlungen für Erwerb von Sachanlagen – 350 Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen 20 Einzahlungen aus Zins- und Dividendenerträgen 400 Cashflow aus Investitionstätigkeit – 480 IV. Cashflows aus Finanzierungstätigkeit Einzahlungen aus Eigenkapitalerhöhung 250 Auszahlungen für Dividenden – 1.200 Einzahlungen aus langfristiger Fremdkapitalaufnahme 250 Auszahlungen für Leasingraten – 90 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit – 790 V. Cash und Cash Equivalents Zunahme Cash und Cash Equivalents in Periode 02 290 Cash und Cash Equivalents zu Beginn Periode 02 (160-40) 120 Cash und Cash Equivalents zum Ende Periode 02 410

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References

Zusammenfassung

Konzernabschluss – darauf kommt es an.

Konzernrechnungslegung nach HGB

Dieses Werk ist als Lehr- und Nachschlagewerk konzipiert und für Studierende sowie für Praktiker bestens geeignet. Das Handbuch liefert eine umfassende und problembezogene Darstellung der Konzernrechnungslegung nach HGB, die durch Regelungen der einschlägigen internationalen Standards ergänzt wird.

Thematische Schwerpunkte

Die inhaltliche und formale Gestaltung des Konzernabschlusses sowie die weiteren Berichtserfordernisse, wie Segmentberichterstattung, Konzernlagebericht und Konzernanhang, werden praktisch erläutert.