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5.7 Übungsaufgabe 3 in:

Günter Wöhe, Heinz Kußmaul

Grundzüge der Buchführung und Bilanztechnik, page 236 - 241

8. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4276-2, ISBN online: 978-3-8006-4277-9, https://doi.org/10.15358/9783800642779_236

Series: Lernbücher für Wirtschaft und Recht

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214 5 Buchtechnische Behandlung der wichtigsten Geschäftsvorfälle 5.7 Übungsaufgabe 3 Erstellen Sie zu den folgenden Geschäftsvorfällen des Möbelfabrikanten A die dazugehörigen Buchungssätze! Übungsaufgabe 3 1. A bezieht eine Holzlieferung seines Lieferanten B, dessen Rechnung folgendermaßen aussieht: Warenwert 10.000 € – 10 % Mengenrabatt 1.000 € = Netto-Wert 9.000 € + 19 % Umsatzsteuer 1.710 € = Rechnungsbetrag 10.710 € Bei Zahlung innerhalb von 14 Tagen 3 % Skonto, ansonsten Zahlung innerhalb von 30 Tagen. A bezahlt nach 10 Tagen von seinem Bankkonto. 2. A verkauft an seinen Kunden C Fertigfabrikate für 15.000 € zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. C akzeptiert den von A ausgestellten Wechsel (Laufzeit: 3 Monate) in Höhe des Rechnungsbetrages. Außerdem werden Diskontzinsen (8 % p. a.) und Spesen von 40 € zuzüglich 19 % Umsatzsteuer in Rechnung gestellt; beide Beträge werden direkt nach der Rechnungserstellung auf das Bankkonto von A überwiesen. 3. A bezieht eine Rohöllieferung von seinem Lieferanten D für 5.000 € zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. A akzeptiert einen Wechsel (Laufzeit: 1 Monat), den D ausstellt, in Höhe von 4.000 €. Den anfallenden Diskont (12 % p. a.) und die Spesen von 20 € zuzüglich 19 % Umsatzsteuer überweist A unmittelbar von seinem Bankkonto. Den Rechnungsrestbetrag überweist er unter Abzug von 2 % Skonto (auf den gesamten Rechnungsbetrag!) nach 8 Tagen von seinem Bankkonto. 4. a) Am 01.04. werden kurzfristig zu haltende 12 %ige Pfandbriefe F/A (Zinstermine: je 6 % am 01.02. und am 01.08.) mit einem Nennwert von 20.000 € einschl. des Zinsscheins zum Kurs von 98 % vom Bankkonto gekauft. Die Spesen betragen 250 €. b) Am 01.08. werden die Zinsen aus den Pfandbriefen über das Bankkonto fällig. 5. Die Gehaltsabrechnung eines ledigen Angestellten von A hat folgendes Aussehen: Bruttogehalt: 4.000 € Lohnsteuer: 850 € Kirchensteuer (8 % der Lohnsteuer): 68 € Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung: 720 € Vermögenswirksame Leistungen (vgl. dazu die Fußnote 265 zu Sachverhalt (11)): 52 € Nettogehalt: 2.310 € 5.7 Übungsaufgabe 3 215 Der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung beträgt ebenfalls 720 €. Das Nettogehalt wird ebenso wie die Zahlungen an die Bausparkasse und die Zahlungen an die Sozialversicherungsträger unmittelbar nach der Gehaltsabrechnung am drittletzten Arbeitstag des Monats vom Bankkonto ausbezahlt, die Zahlungen an das Finanzamt werden am 10. des Folgemonats über das Bankkonto getätigt. 6. Ein bebautes Grundstück wird für 200.000 € zuzüglich 3,5 % Grunderwerbsteuer erworben und sofort, ebenso wie die Grunderwerbsteuer, vom betrieblichen Bankkonto bezahlt. Das Grundstück dient zur Hälfte betrieblichen Zwecken und wird auch in Höhe dieses Betrages als Betriebsvermögen behandelt. 7. Die Einkommensteuerüberzahlung des Einzelunternehmers Anton A. von 18.000 € wird verrechnet mit der fälligen Kfz-Steuerzahlung für die Lkw des Unternehmens in Höhe von 6.000 € und der fälligen Umsatzsteuerzahlung von 10.000 €. Der Ausgleich erfolgt über das betriebliche Bankkonto. 8. A verkauft seine E-Aktien (des Anlagevermögens) im Nennwert von 50.000 € bei einem Kurs von 320 %. Sie waren zum Kurs von 200 % gekauft worden und wurden bisher zu diesem Wert zuzüglich 1,2 % Anschaffungsnebenkosten bilanziert. Die Bezahlung (Verkaufsspesen fallen nicht an) erfolgt über das Bankkonto. 9. A verkauft seine Pfandbriefe einschl. des Zinsscheins (aus Geschäftsvorfall (4) ) am 01.09. zum Kurs von 95 %. Die Spesen betragen 150 €. Der Kaufpreis geht auf dem Bankkonto ein. 10. A kann den Wechsel (aus Geschäftsvorfall (3) ) am Ende seiner Laufzeit nicht einlösen und bittet D, der noch im Besitz des Wechsels ist, um Prolongation. D stellt einen neuen Wechsel in derselben Höhe zu denselben Konditionen aus (Laufzeit ein Monat, 12 % Zinsen p. a.; 20 € Spesen zuzüglich 19 % Umsatzsteuer). A überweist den Diskont einschl. der Spesen sofort von seinem Bankkonto. 11. Die am drittletzten Arbeitstag des Monats durchgeführte Lohnabrechnung für einen verheirateten Arbeiter von A ist auf S. 216 dargestellt (am 15. des Monats war aus der Kasse ein Vorschuss von 300 € bezahlt worden; auch dieser Sachverhalt soll verbucht werden). Der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung beträgt ebenfalls 500 €. Der Nettolohn, der Beitrag an die Bausparkasse sowie die Beiträge an die Sozialversicherungsträger werden unmittelbar nach der Lohnabrechnung unter Abzug des Vorschusses vom Bankkonto ausbezahlt. Am 10. des Folgemonats wird die Zahlung an das Finanzamt über das Bankkonto getätigt. 216 5 Buchtechnische Behandlung der wichtigsten Geschäftsvorfälle Bruttolohn: 2.800 € Sachzuwendungen:263 238 € Gesamtlohn: 3.038 € Lohnsteuer: 410 € Kirchensteuer:264 –– Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung: 500 € Vermögenswirksame Leistungen: 52 € Nettolohn:265 1.838 € Vorschuss: 300 € Auszubezahlen: 1.538 € 12. A löst den Wechsel (aus Geschäftsvorfall (3) und (10) ) nach Ablauf seiner Laufzeit durch Bezahlung aus seiner Geschäftskasse ein. 13. Der Wechsel (aus Geschäftsvorfall (2) ) bringt A kein Glück: er geht zu Protest. A hatte den Wechsel an F weitergegeben (die Verbuchung dieses Vorgangs wird hier weggelassen), der sich direkt nach Ausstellung der Protesturkunde an A wendet. Die Protestkosten betragen 90 € zuzüglich 19 % Umsatzsteuer, die Auslagen und die Provision zusammen 40 € zuzüglich 19 % Umsatzsteuer, die Verzugszinsen 8 % p. a. für 15 Tage (1/2 Monat), d. h. 1/3 % von 17.250 €, also 57,50 €. F bezahlt die Protestkosten sofort aus der Kasse und wendet sich an A mit der Forderung, die Wechselsumme einschl. aller anfallenden Aufwendungen zu tragen. A löst nach 15 Tagen den Protestwechsel bei F durch Banküberweisung ein und begleicht auch seine sonstigen Verbindlichkeiten. A stellt eine Rückgriffsforderung an C, dem er zusätzliche Aufwendungen von 10 € in Rechnung stellt. 14. Für das erworbene Grundstück (aus Geschäftsvorfall (6) ) fällt Grundsteuer in Höhe von insgesamt 8.000 € an, die das laufende Jahr betrifft und vom betrieblichen Bankkonto bezahlt wird. 263 Es handelt sich um eine unentgeltliche Warenlieferung im Wert von 200 € zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. 264 Der Arbeitnehmer gehört keiner Religionsgemeinschaft an. 265 Nach Abzug der Sachbezüge von 238 € und der vermögenswirksamen Leistungen, die allein vom Arbeitnehmer getragen werden; mit 52 € werden – selbstverständlich ohne negative Folgen – mehr vermögenswirksame Leistungen getätigt als staatlich förderungswürdig sind (vgl. analog den Sachverhalt unter (5)). 5.7 Übungsaufgabe 3 217 Lösung (Buchungssätze): 1. a) Rohstoffe 9.000,–– an Lieferantenverbindlich- Vorsteuer 1.710,–– keiten 10.710,–– b) Lieferantenverbindlichkeiten 10.710,–– an Skontoerträge 270,–– Vorsteuer 51,30 Bankkonto 10.388,70 2. a) Kundenforderungen 17.850,–– an Umsatzerlöse 15.000,–– Umsatzsteuer 2.850,–– b) Besitzwechsel an Kundenforderungen 17.850,–– c) Kundenforderungen 472,43 an Diskontertrag 357,–– Sonstige betriebliche Erträge 40,–– Umsatzsteuer 75,43 d) Bank an Kundenforderungen 472,43 3. a) Betriebsstoffe 5.000,–– an Lieferantenverbindlichkeiten 5.950,–– Vorsteuer 950,–– b) Lieferantenverbindlichkeiten an Schuldwechsel 4.000,–– c) Diskontaufwand 40,–– an Lieferantenverbindlichkeiten 71,40 Sonstige betriebliche Aufwendungen 20,–– Vorsteuer 11,40 d) Lieferantenverbindlichkeiten an Bank 71,40 e) Lieferantenverbindlich- an Skontoerträge 100,–– keiten 1.950,–– Vorsteuer 19,–– Bank 1.831,–– 4. a) Wertpapiere des Umlaufvermögens 19.850,–– an Bank 20.250,–– Zinsaufwand 400,–– b) Bank an Zinserträge 1.200,–– 218 5 Buchtechnische Behandlung der wichtigsten Geschäftsvorfälle 5. a) Lohn- und Gehaltsauf- an Bank 3.750,–– wand 4.000,–– Bank 52,–– Gesetzlicher Sozial- Noch abzuführende aufwand 720,–– Abgaben 918,–– b) Noch abzuführende Abgaben an Bank 918,–– 6. Grundstücke und Gebäude an Bank 200.000,–– Gebäude 103.500,–– Bank 7.000,–– Privatentnahmen 103.500,–– 7. Kfz-Steueraufwand 6.000,–– an Privateinlagen 18.000,–– Umsatzsteuer 10.000,–– Bank 2.000,–– 8. Bank 160.000,–– an Wertpapiere des Anlagevermögens 101.200,–– Sonstige betriebl. Erträge 58.800,–– 9. Bank 19.050,–– an Wertpapiere des Umlauf- Sonstige betriebliche vermögens 19.850,–– Aufwendungen 1.000,–– Zinserträge 200,–– 10. a) Schuldwechsel an Schuldwechsel 4.000,–– b) Diskontaufwand 40,–– an Lieferantenverbindlich- Sonstige betriebliche keiten 71,40 Aufwendungen 20,–– Vorsteuer 11,40 c) Lieferantenverbindlichkeiten an Bank 71,40 11. a) Sonstige Forderungen an Kasse 300,–– b) Lohn- und Gehalts- an Umsatzerlöse266 200,–– aufwand 3.038,–– Umsatzsteuer 38,–– Gesetzlicher Sozial- Sonstige Forderungen 300,–– aufwand 500,–– Bank 2.538,–– Bank 52,–– Noch abzuführende Abgaben 410,–– c) Noch abzuführende Abgaben an Bank 410,–– 266 Da es sich im vorliegenden Beispiel um einen Industriebetrieb handelt, wird dieses Konto und nicht das Konto „Warenverkauf“ angesprochen. 5.8 Die buchtechnische Behandlung ausgewählter spezieller Geschäfte 219 12. Schuldwechsel an Kasse 4.000,–– 13. a) Protestwechsel 17.850,–– an Sonstige Verbindlichkeiten 17.997,50 Sonstige betriebliche Aufwendungen 90,–– Diskontaufwand 57,50 (Die Auslagen wurden auf dem entsprechenden Aufwandskonto bereits verbucht.) b) Sonstige Verbindlichkeiten an Bank 17.997,50 c) Sonstige Forderungen 18.007,50 an Protestwechsel 17.850,–– Sonstige betriebl. Erträge 100,–– Diskontertrag 57,50 14. Grundsteueraufwand 4.000,–– an Bank 8.000,–– Privatentnahmen 4.000,–– 5.8 Die buchtechnische Behandlung ausgewählter spezieller Geschäfte 5.8.1 Die buchtechnische Behandlung von Leasing-Geschäften (wirtschaftliche Zurechnung) 5.8.1.1 Begriff und bilanzielle Behandlung von Leasing-Verträgen Leasing ist die Bezeichnung für eine spezielle Form der Beschaffung von Investitionsgütern, bei der Wirtschaftsgüter nicht gekauft, sondern gemietet werden. Der Vermieter (Leasing- Geber) verpflichtet sich im Rahmen eines Leasing-Vertrages, dem Mieter (Leasing- Nehmer) bestimmte Wirtschaftsgüter (Leasing-Objekte) gegen periodische Zahlung eines Entgelts (Leasing-Raten) zur Verfügung zu stellen. Die Idee, Anlagegüter zu mieten statt zu kaufen, hat sich in Deutschland seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts durchgesetzt. Seitdem sind in Deutschland mehr als siebenhundert Leasing-Gesellschaften gegründet worden. Die Palette der Leasing-Objekte reicht vom Kopiergerät bis zum Kraftwerk.267 Die buchtechnische Behandlung ausgewählter spezieller Geschäfte Generell lässt sich der Leasing-Vertrag als eine besondere und viele Spielarten umfassende Form des Mietvertrages nach § 535 BGB qualifizieren, bei dem der Leasing-Geber stets (rechtlicher) Eigentümer des vermieteten Objektes bleibt. Für die Behandlung der Leasing- Objekte in der Handels- und Steuerbilanz kommt es jedoch nicht allein auf das rechtliche Eigentum, sondern vielmehr auf die wirtschaftliche Zugehörigkeit (wirtschaftliches Eigentum) an. 267 Vgl. dazu Wöhe, G., Bilstein, J., Ernst, D., Häcker, J., Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, a. a. O., S. 319.

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References

Zusammenfassung

Der Klassiker zur Buchführung und Bilanztechnik.

Der Wöhe/Kußmaul zur Buchführung und Bilanztechnik

führt fundiert in das System der doppelten Buchführung und in die Technik der Erstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (Jahresabschluss) ein.

Schwerpunkte sind die verrechnungstechnischen Grundlagen, die buchtechnische Behandlung der wichtigsten Geschäftsvorfälle bei Handels- und Industriebetrieben sowie die Technik der Aufstellung des Jahresabschlusses. Zusätzlich bietet das Werk einen fundierten Überblick über die gesetzlichen Vorschriften zur Führung von Büchern und zur Aufstellung des Jahresabschlusses sowie über die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung.

Die 8. Auflage

berücksichtigt die Änderungen durch die Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte sowie die Modifikationen bei den Sozialversicherungsbeiträgen. Leser finden zudem unter www.kussmaul.woehe-portal.de einen auf das Buch abgestimmten Multiple-Choice-Test.