12. Zusammenfassung und abschließende Betrachtung in:

Kurt-Wolfgang Koeder

Studienmethodik, page 274 - 276

Selbstmanagement für Studienanfänger

5. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4266-3, ISBN online: 978-3-8006-4267-0, https://doi.org/10.15358/9783800642670_274

Series: WiSt-Taschenbücher

Bibliographic information
Druckerei C. H . Beck Koeder: Studienmethodik (WiSt-Taschenbuch) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 06.02.2012 12. Zusammenfassung und abschließende Betrachtung 265 12. Zusammenfassung und abschließende Betrachtung 12. Zusammenfassung und abschließende Betrachtung 12. Zusammenfassung und abschließende Betrachtung Die moderne Entwicklungsgeschichte unserer Universitäten wurde durch das Bildungskonzept von Wilhelm von Humboldt entscheidend geprägt. Seine Ideale, die Freiheit der Wissenschaft, die Universität als Bildungseinrichtung, die Forschung und Lehre vereint und das Ziel einer universalen Menschenbildung verfolgt, haben auch heute noch Gültigkeit. Allerdings ist neben dieses allgemeine Bildungsideal heute zunehmend die Forderung nach Verwertbarkeit (Anwendungs- und Praxisbezug) akademischer Forschung gerückt. Hochschulen sind heute moderne Dienstleistungszentren, die im 21. Jahrhundert eine Synthese zwischen anwendungsorientiertem Pragmatismus und den Humboldt’schen Idealen finden müssen. Das 21. Jahrhundert entwickelt sich immer mehr hin zu einer globalen Informations- und Wissensgesellschaft. Obwohl Wissen schon immer eine entscheidende Rolle gespielt hat, wird dieses in Zukunft noch einen höheren Stellenwert einnehmen. Wir müssen unser Wissen ständig aktualisieren, erweitern und ein Leben lang lernen. Wir benötigen daher auch Handreichungen und Denkanstöße, ein methodisches Instrumentarium, dieses Wissen zu generieren und anzuwenden. Die Internationale Ausrichtung unserer Hochschulen als zwingende Voraussetzung dient der Förderung des Dialogs und des Austausches in Studium, Forschung und Lehre. Internationale Studienabschlüsse wie Bachelor und Master, die Vernetzung und gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen und Studienabschlüssen im In- und Ausland, die Unterstützung des Studenten- und Wissenschaftleraustausches sowie die Förderung von Hochschulkooperationen mit dem Ausland sind wichtige Elemente einer globalen und internationalen Hochschularbeit. Die Zukunft jedes Landes liegt in zunehmendem Maße in den Köpfen der jungen Generation, in ihrem Wissen, ihrem Können, ihrer Bildung. Lernen/Studieren ist geistige Arbeit, die nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Körper, Geist und Seele gesehen werden muss. Sie erfasst Sie als ganzen Menschen und verlangt auch den Einsatz des ganzen Menschen. Dieses geistige Arbeiten wird bestimmt durch Druckerei C. H . Beck Koeder: Studienmethodik (WiSt-Taschenbuch) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 06.02.2012 266 12. Zusammenfassung und abschließende Betrachtung • erforderliche Struktureigenschaften wie die Auffassungsgabe, Motive/Motivation, Belastbarkeit, Kontaktfähigkeit/Teamfähigkeit etc. • wesentliche Verhaltenseigenschaften, wie z. B. Fleiß, Ehrgeiz, Durchhaltevermögen, Gründlichkeit, Sorgfalt, Ordnungssinn, Beständigkeit • soziale Werthaltungen, manifestiert als Ehrlichkeit, Verlässlichkeit sowie als Selbstdisziplin und Toleranz Geistiges Arbeiten ist Auseinandersetzung mit der Umwelt, also für Sie mit einem neuen zusätzlichen Umweltbereich „Hochschule/Studium“ bzw. „berufliche Weiterbildungsinstitution“. Machen Sie sich diesen neuen Umweltbereich durch Aktivitäten wie beobachten, zuhören, miteinander sprechen, lesen und schreiben zu etwas Eigenem. Voraussetzung für den Vollzug geistigen Arbeitens sind einerseits Verstand und Vernunft, die sich auf die Fähigkeit (Lernfähigkeit) zur geistigen Arbeit beziehen, andererseits das Wollen, das die Bereitschaft (Lernbereitschaft/Motivation) zur geistigen Arbeit bestimmt. Sind die Lernfähigkeit und die Lernbereitschaft zur geistigen Arbeit vorhanden, folgt der Vollzug, das Denken. Die Kunst zu Denken ist die Kunst, man selbst zu sein. Der Denkprozess beginnt mit der Aufmerksamkeit, d. h. der konzentrierten Hinwendung der Gedanken auf bestimmte Wahrnehmungen, Vorstellungen, usw. Die Konzentration hat dabei besondere Bedeutung für das Lernen. Der Wille zur Konzentration entspricht dabei entweder der Not (natürliche oder durch Mitmenschen verursachte) oder dem Interesse (idealer oder egoistischer Natur). Der Denkvorgang selbst vollzieht sich in Stufen. Der Aufmerksamkeit folgt die Aufnahme neuer Vorstellungen, auch Perzeption genannt, dann die Verknüpfung mehrerer Vorstellungen zu einer Vorstellungsreihe (Assoziation), und danach die Verarbeitung und Einordnung der neuen Vorstellungen in die bereits vorhandenen, auch Apperzeption genannt. Dabei ergibt sich zumeist eine Umformung einer Vorstellung durch eine andere. Schöpferisch-produktives Denken, das von Ihnen erwartet wird, schafft somit neue ordnende Einsichten. Das was sich aus diesem Denkprozess entwickelt hat, wird durch das Gedächtnis gesichert. Entscheidend dabei ist der Inhalt des Gedächtnisses sowie dessen Reproduzierbarkeit, bezeichnet auch als die Fähigkeit, Vorstellungen wieder ins Bewusstsein zu holen. Gedächtnis ist nichts, was Sie üben können, Sie können nur die Lernfähigkeit erhöhen. Gedächtnistraining dient der Verhinderung des Vergessens. Lernen als eine intensive Konzentration der Aufmerksamkeit unter Ausschaltung aller Lernhemmnisse und Ablenkungen führt zum Behalten. Dauerndes Behalten wird durch häufige Wiederholungen des Gelernten erreicht. Druckerei C. H . Beck Koeder: Studienmethodik (WiSt-Taschenbuch) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 06.02.2012 12. Zusammenfassung und abschließende Betrachtung 267 Bedienen Sie sich beim Lernen, beim geistigen Arbeiten, einer bestimmten Methodik. Anliegen dieses Büchleins war/ist es, Ihnen einige studienvorbereitende Informationen sowie studienpraktische und studienorganisatorische Handreichungen zur Komplettierung Ihres Selbstmanagementsystems und methodische Anregungen zur Effektivierung des Lernens/Studierens zu geben. Es handelt sich dabei nicht um ein Lernrezept, das den Studienerfolg gewährleistet, sondern lediglich um Vorschläge, die mit „Blick auf das Wesentliche“ studieneffizienzsteigernd wirken können. Im Vordergrund der inhaltlichen Interessen stand dabei weniger das Theoretisieren, sondern mehr die Vermittlung von Erfahrungen, die einerseits zahlreichen Diskussionen mit Studenten, Pädagogen und Psychologen entsprangen, andererseits innerhalb der letzten Jahre auch im Zusammenhang mit Erstsemesterveranstaltungen zum Thema „wissenschaftliche Arbeitsmethodik“ gemacht wurden. Systematisieren Sie Ihre Lernarbeit, entwickeln Sie lernstrategische Denk- und Handlungsweisen, die Sie in die Lage versetzen, mehr Zeit, Motivation und Energie zu gewinnen. Das Wichtigste jedoch ist, dass Sie bei allem was Sie tun, auch bei Ihrem Studium, Freude haben. Halten Sie es mit dem Sprichwort des indischen Philosophen und Lyrikers Tagore, der in der Zeit von 1861 bis 1941 lebte und im Jahre 1913 den Nobelpreis erhielt. Er sagte: „Ich träumt und dachte, das Leben sei Freude. Ich erwachte und sah, das Leben ist Pflicht. Ich tat meine Pflicht und das Leben ward Freude.“ Diese Freude wünsche ich Ihnen für Ihr Studium, für Ihre berufliche Qualifizierung und für ein lebenslanges Lernen.

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References

Zusammenfassung

Vorteile

- Anregungen und Hilfestellungen für den Start ins Studium

- Studienformen, -möglichkeiten, Lehr- und Lernformen, Lernpsychologie

- Mehr Zeit, Motivation und Energie fürs Lernen

"Die Weisheit besteht darin, dass man gelernt hat zu lernen." (B. Brecht)

Zum Werk

Das Buch hilft, Startschwierigkeiten bei Beginn des Studiums zu beseitigen und gibt einen Überblick über die "soft skills":

- Vom schulischen Lernen zum Studieren

- Studienformen

- Bachelor- und Masterstudiengänge als Alternative zum Diplom

- Lehr- und Lernformen in der Hochschulausbildung

- Lernpsychologie, Studien- und Arbeitsmethodik

- Selbststudium als Form der inhaltlichen Vertiefung

- Zuhören, Mitschreiben und Lesen

- Klausuren, Hausarbeiten, Referate, Prüfungen, Präsentationen

- Organisation des Selbststudiums

- Denkrichtungen wissenschaftlicher Disziplinen

Autor

Dr. Kurt-Wolfgang Koeder ist Professor für Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt HR-Management an der University of Applied Science, Mainz.

Zielgruppe

Für Schüler sowie Studierende aller Fachrichtungen an Universitäten und Fachhochschulen.