5 Geldmenge in:

Karl-Heinz Moritz

Geldtheorie und Geldpolitik, page 94 - 117

3. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4234-2, ISBN online: 978-3-8006-4235-9, https://doi.org/10.15358/9783800642359_94

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

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Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 73 5 Geldmenge 5.1 Einführung Die Geldmenge erfasst alle Zahlungsmittel der privaten Haushalte und Unternehmungen, die zur Abwicklung ihrer wirtschaftlichen Transaktionen zur Verfügung stehen. Nun stellt sich aber unmittelbar die Frage, welche Finanzaktiva der Geldmenge zuzurechnen sind. Die Zentralbank benötigt ein Aggregat, welches mittelfristig einen stabilen und zuverlässigen Inflationsindikator darstellt.100 Zur Definition eines hierfür geeigneten Aggregats bestehen unterschiedliche Möglichkeiten. Im anschließenden Abschnitt 5.2 werden daher zunächst Kriterien vorgestellt, mit deren Hilfe Geldmengenaggregate abgegrenzt werden können. In Abschnitt 5.3 werden die wichtigsten Positionen der Bilanzen der monetären Finanzinstitute beschrieben. Nachdem im Abschnitt 5.4 die unterschiedlichen Geldmengenaggregate definiert worden sind, wird im Abschnitt 5.5 gezeigt, durch welche Transaktionen sich die Geldmengenaggregate verändern können. Eine Geldmengenexpansion setzt voraus, dass die Zentralbank die Geschäftsbanken ausreichend mit Liquidität versorgt. Die von der Zentralbank bereitgestellte Liquidität wird als monetäre Basis bezeichnet. In Abschnitt 5.6 wird die monetäre Basis definiert. Darauf folgt in Abschnitt 5.7 die Untersuchung, durch welche Transaktionen sich die monetäre Basis verändert. Das Kapitel endet mit der Darstellung der Zusammenhänge zwischen der monetären Basis und der Geldmenge in Abschnitt 5.8. 5.2 Abgrenzungskriterien Die Geldmenge ist durch zwei Kriterien gekennzeichnet: • Es muss sich um Gläubiger-Schuldner-Beziehungen zwischen Nichtbanken (Publikum) als Gläubiger und monetären Finanzinstituten (MFIs) als Schuldner handeln. • Die Forderungen müssen als Zahlungsmittel verwendbar sein. Betrachten wir zunächst das erste Kriterium. Um dieses näher beschreiben zu können, ist es sinnvoll, die Sektoren einer Volkswirtschaft in einen Geldschöpfungssektor, einen Geldhaltungssektor und einen neutralen Sektor zu unterteilen. 100 Vgl. Europäische Zentralbank (1999b), S. 29. 5 Geldmenge 5.1 Einführung 5.2 Abgrenzungskriterien Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 74 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 75 5 Geldmenge74 Der geldneutrale Sektor umfasst Institutionen, die weder Geld halten noch Geld produzieren. Hierzu zählen die Zentralregierungen sowie das Ausland. Die Nichtbanken bilden den Geldhaltungssektor einer Volkswirtschaft. Hierzu zählen die Unternehmen und die privaten Haushalte. Der Geldschöpfungssektor stellt Geld bereit. Institutionen, die Geld produzieren können, bezeichnet man als monetäre Finanzinstitute. Zu den monetären Finanzinstituten (MFIs) zählen alle Institute, deren wirtschaftliche Tätigkeiten darin bestehen, Einlagen von anderen Wirtschaftssubjekten entgegenzunehmen und auf eigene Rechnung Kredite zu gewähren und/ oder in Wertpapiere zu investieren.102 Der Sektor der monetären Finanzinstitute umfasst somit sämtliche Institutionen, die am Geldversorgungsprozess einer Volkswirtschaft beteiligt sind. Hierzu zählen im europäischen Währungsraum die Europäische Zentralbank, die nationalen Zentralbanken, die gebietsansässigen Kreditinstitute103 sowie weitere monetäre Finanzinstitute wie Geldmarktfonds.104 Aus dem ersten Kriterium der Geldmengendefinition geht hervor, dass die Kreditbeziehungen innerhalb des Sektors der monetären Finanzinstitute sowie die Kreditbeziehungen innerhalb des Nichtbankensektors nicht zur Geldmenge zählen. Diese Größen werden ausgeschlossen, da man die Geldmenge zur Erklärung des Preisniveaus heranzieht. Die Hauptaktivität der Kreditinstitute bildet der Handel mit Finanzaktiva. Dieser wirkt sich nicht direkt auf die Konsumnachfrage und damit nicht direkt auf das Preisniveau aus. Daher werden nur die Forderungen der Nichtbanken, nicht aber die der Kreditinstitute bei der Definition der Geldmenge berücksichtigt. 101 In Anlehnung an Mussel (2010), S. 32. 102 Vgl. Europäische Zentralbank (1998), S. 86. 103 Kreditinstitute sind Unternehmen, die Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder des Publikums entgegennehmen und Kredite auf eigene Rechnung gewähren. 104 Geldmarktfonds sind Investmentfonds, die finanzielle Mittel von Anlegern entgegennehmen und in Wertpapiere mit kurzfristiger Restlaufzeit investieren. volkswirtschaftliche Sektoren Geldhaltungssektor (nicht monetäre Finanzinstitute) • private Haushalte • Unternehmen geldneutraler Sektor • Zentralregierungen • Ausland Geldschöpfungssektor (monetäre Finanzinstitute) • EZB • nationale ZB • Kreditinstitute • andere Finanzinstitute (Geldmarktfonds) Abbildung 5.1: Sektoren einer Volkswirtschaft101 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 74 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 75 5.3 Bilanzen der monetären Finanzinstitute 75 Aus dem zweiten Kriterium geht in Verbindung mit dem ersten Kriterium hervor, dass der Bargeldumlauf und die Sichteinlagen auf jeden Fall zur Geldmenge zählen. Welche Finanzaktiva darüber hinaus als Geld zu definieren sind, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Dies liegt darin begründet, dass bestimmte Forderungen, wie z. B. Sparguthaben, kein unmittelbares Zahlungsmittel darstellen, allerdings mit relativ geringem Aufwand in akzeptierte Zahlungsmittel umgewandelt werden können. Aus diesem Grunde existieren unterschiedliche Geldmengendefinitionen. Die Verwendung alternativer Geldmengenbegriffe resultiert aus der Unsicherheit über die richtige Abgrenzung der Geldmenge. 5.3 Bilanzen der monetären Finanzinstitute 5.3.1 Bilanz einer Zentralbank Neben den Nettoauslandsforderungen und dem Sachvermögen stehen auf der Aktivseite die von der Notenbank eingeräumten Kredite an inländische Kreditinstitute, die Nettokreditvergabe an öffentliche Haushalte105 sowie Wertpapiere. Auf der Passivseite stehen der Bargeldumlauf, die Einlagen der Kreditinstitute, die Verbindlichkeiten aus abgegebenen Schuldverschreibungen der Zentralbank sowie das Reinvermögen der Zentralbank. Mit dem Besitz von Banknoten erwerben die Halter Ansprüche auf die Produktion des emittierenden Landes. Diese Forderungen werden als Verbindlichkeiten der Zentralbank gegengebucht. Zum Bargeldumlauf zählen aber nur die Bargeldbestände der Nichtbanken. Die Bargeldbestände der Geschäftsbanken fallen unter die Überschussreserven. Aktiva Passiva A. Nettoauslandsforderungen (NAFZB) B. Refinanzierungskredite an inländische Kreditinstitute (RF) C. Nettokreditvergabe an inländische öffentliche Haushalte ( )ÖHZBKR D. Wertpapiere (WPZB) E. Sachvermögen (SVZB) F. Bargeldumlauf (CNB)106 G. Einlagen der Kreditinstitute ( )GBZBSE • Mindestreserven (MR) • Überschussreserven (ÜR) H. Verbindlichkeiten aus abgegebenen Schuldverschreibungen (SCH) I. Reinvermögen (RVZB) Tabelle 5.1: Bilanz einer Zentralbank Einlagen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank stellen Verbindlichkeiten der Zentralbank gegenüber den Geschäftsbanken dar. Die Guthaben der Ge- 105 Die Position entspricht der Differenz aus Kreditvergabe an öffentliche Haushalte abzüglich der Einlagen der öffentlichen Haushalte. Eine direkte Kreditvergabe der Europäischen Zentralbank und der nationalen Zentralbanken an öffentliche Haushalte ist allerdings nach dem Vertrag über die Währungsunion nicht zulässig. 106 Ohne Münzen. Das Recht auf die Herausgabe von Münzen liegt bei den Zentralregierungen. 5.3 Bilanzen der monetären Finanzinstitute Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 76 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 77 5 Geldmenge76 schäftsbanken können gebunden oder ungebunden sein. Gebundene Guthaben sind Bestände, welche die Geschäftsbanken bei den Zentralbanken hinterlegen müssen. Man bezeichnet diese Einlagen als Mindestreserven. Sie werden als Prozentsatz der Einlagen der Nichtbanken bei den Geschäftsbanken berechnet.107 Darüber hinausgehende Sichteinlagen sind für die Geschäftsbanken frei verfügbar. Diese bezeichnet man als Überschussreserven. Überschussreserven sind Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank, die nicht in Form von Mindestreserven gebunden und daher frei verfügbar sind. Da die Bargeldbestände der Kreditinstitute frei verfügbar sind, werden diese den Überschussreserven zugerechnet. Zur Liquiditätsabschöpfung (Position H) kann die Europäische Zentralbank Schuldverschreibungen herausgeben.108 Diese Papiere stellen eine Verbindlichkeit der EZB dar und werden aus diesem Grunde auf der Passivseite der Bilanz einer Zentralbank erfasst. Zentralbanken können mittels der Offenmarktpolitik die Liquidität der Kreditinstitute beeinflussen. Unter Offenmarktpolitik versteht man den Kauf und Verkauf von Wertpapieren durch die Zentralbank am offenen Markt. Die Initiative geht bei Offenmarktgeschäften stets von der Zentralbank aus. Der Begriff „offener Markt“ bringt dabei zum Ausdruck, dass eine Direktübernahme von Schuldtiteln durch die EZB nicht erlaubt ist. Offenmarktgeschäfte können definitiv und befristet erfolgen. Definitive Käufe von Wertpapieren (Outright-Geschäfte) durch die Zentralbank liegen vor, wenn die Zentralbank Wertpapiere endgültig am Markt erwirbt. Dies bedeutet, dass der Eigentümer des Wertpapieres endgültig wechselt. Endgültige Offenmarktgeschäfte hat die EZB erstmals im Zeitraum 1. Juli 2009 bis 31. Juni 2010 durchgeführt. Zur Stabilisierung des Marktes für Pfandbriefe hat sie gedeckte Schuldverschreibungen in Höhe von 60 Mrd. Euro angekauft. Diese Papiere bleiben voraussichtlich bis zum Ablauf des Kreditzeitraums bei der EZB. Endgültige Offenmarktgeschäfte werden in der Position D erfasst. Seit Mai 2011 kauft die EZB Staatspapiere am offenen Markt zur Kursstützung an. Diese Transaktionen zählen ebenfalls zu den endgültigen Offenmarktgeschäften.109 Alternativ könnte die Zentralbank Wertpapiere mit gleichzeitiger Rückkaufvereinbarung durchführen (Wertpapierpensionsgeschäfte). Bei Wertpapierpensionsgeschäften handelt es sich um „Offenmarktgeschäfte auf Zeit“. Zum Zeitpunkt des Ankaufs bzw. der Beleihung der Wertpapiere wird gleichzeitig festgelegt, wann die Geschäftsbanken die Wertpapiere wieder zurücknehmen. Aus ökonomischer Sicht handelt es sich bei Wertpapierpensionsgeschäften um Refinanzierungsgeschäfte,110 denn die Zentralbank vergibt gegen Sicherheiten 107 Zu den institutionellen Besonderheiten der Mindestreservevorschriften vgl. Abschnitt 15.4.1. 108 Vgl. hierzu Abschnitt 15.2. 109 Vgl. hierzu ausführlich Abschnitt 17.6. 110 Eine Kreditaufnahme der Geschäftsbanken bei der Zentralbank bezeichnet man als Refinanzierungsgeschäft. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 76 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 77 5.3 Bilanzen der monetären Finanzinstitute 77 einen zeitlich begrenzten Kredit. Die Europäische Zentralbank erfasst in ihren Veröffentlichungen daher die Wertpapierpensionsgeschäfte unter der Position „Forderungen an Kreditinstitute im Eurogebiet“.111 In der Tabelle 5.1 sind die Refinanzierungskredite in der Position B enthalten. Auf der rechten Seite der Zentralbankbilanz verbleibt als Saldo das Reinvermögen der Zentralbank. Das Reinvermögen der Zentralbank entspricht der Differenz aus dem Bruttovermögen (Forderungen + Sachvermögen) und den Verbindlichkeiten. 5.3.2 Bilanz eines Kreditinstituts In der Tabelle 5.2 sind die wichtigsten Positionen der Bilanz eines Kreditinstituts abgebildet. Sie gibt Auskunft über die Forderungen und Verbindlichkeiten der monetären Finanzinstitute. Aktiva Passiva A. Einlagen bei der Zentralbank ( )GBZBSE zuzüglich Bargeld B. Kredite an inländische Nichtbanken • öffentliche Haushalte ( )ÖHGBKR • Unternehmen und private Haushalte (KR) C. Nettokredite an andere Kreditinstitute (KRGB) D. Wertpapiere (WPGB) E. Nettoauslandsforderungen (NAFGB) F. Sachvermögen (SVGB) G. Refinanzierungskredite (RF) H. Sichteinlagen inländischer Nichtbanken ( )NBGBSE I. Termineinlagen inländischer Nichtbanken mit Befristung unter 2 Jahren (TE) J. Spareinlagen inländischer Nichtbanken mit dreimonatiger Kündigungsfrist (SP) K. marktfähige Instrumente (MI) L. Geldkapital (GK) M. Reinvermögen (RV) Tabelle 5.2: Bilanz eines Kreditinstituts Auf der Passivseite finden wir Informationen über die Herkunft von finanziellen Mitteln einer Bank. Geschäfte, die der Mittelherkunft dienen, werden als Passivgeschäfte bezeichnet. Hierzu zählen • die Refinanzierungskredite bei der Zentralbank, • Einlagegeschäfte sowie • Emissionen von Wertpapieren. Sichteinlagen sind täglich fällige Einlagen und können unmittelbar in gesetzliche Zahlungsmittel umgewandelt bzw. mittels Überweisung als Zahlungsmittel verwendet werden. 111 Details der Offenmarktpolitik der Europäischen Zentralbank werden in Kapitel 15.2 ausführlich beschrieben. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 78 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 79 5 Geldmenge78 Termineinlagen sind verzinste Bankguthaben, die bis zu vereinbarten Terminen festgelegt sind (Festgelder) oder erst nach Einhaltung einer Kündigungsfrist frei werden (Kündigungsgelder). Spareinlagen sind Einlagen der Nichtbanken bei Kreditinstituten, die unbefristet sind und erst nach Einhaltung einer bestimmten Kündigungsfrist zurückgefordert werden können. Sparbücher zählen zu den Spareinlagen. Sparbücher sind verzinsliche Bankguthaben, bei denen eine dreimonatige Kündigungsfrist eingehalten werden muss, wenn der Abhebungsbetrag 2.000 € übersteigt. Marktfähige Wertpapiere sind Wertpapiere, die an einem organisierten Markt notiert und gehandelt werden. Hierzu zählen Repogeschäfte, Geldmarktfondsanteile, Geldmarktpapiere sowie Bankschuldverschreibungen bis zu zwei Jahren. Diese Vermögensanlagen können relativ kurzfristig in Einlagen umgewandelt werden. Sie bilden daher Substitute zu liquiden Bankeinlagen.112 • Ein Repogeschäft ist dadurch gekennzeichnet, dass der Kreditnehmer Wertpapiere an den Kreditgeber verkauft und sich gleichzeitig verpflichtet, diese Papiere zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukaufen. Somit „hinterlegt“ der Kreditnehmer durch die Übertragung der Wertpapiere eine Sicherheit für die Kreditgewährung. Repogeschäfte sind ökonomisch gesehen Termineinlagen, die mit Wertpapieren besichert sind.113 Aus rechtlicher Sicht handelt es sich hierbei um eine Eigentumsübertragung, aus ökonomischer Sicht liegt ein Darlehen unter Hingabe von Sicherheiten vor. • Geldmarktfonds sind Investmentfonds, die Einlagen von Anlegern entgegennehmen und in Wertpapiere mit kurzer Laufzeit investieren. Die von den Geldmarktfonds herausgegebenen Geldmarktfondsanteile können täglich zurückgegeben werden, sodass kein Liquiditätsrisiko für den Anleger besteht. Für die Nichtbanken stellen sie daher eine Alternative zur Haltung liquider Bankeinlagen wie Sicht-, kurzfristiger Termin- und Spareinlagen dar.114 • Kurzfristige Bankschuldverschreibungen sind von Banken ausgegebene Wertpapiere, die der kurzfristigen Fremdmittelbeschaffung dienen. Die Banken verpflichten sich, bei Fälligkeit einen bestimmten Geldbetrag zu zahlen und nach einem festen Modus Zinszahlungen zu leisten. Gehalten werden sie z. B. von privaten Sparern, institutionellen Anlegern wie Pensionsfonds, aber auch von anderen Banken. • Geldmarktpapiere sind verbriefte Forderungen aus einem Kreditgeschäft mit einer Laufzeit bis zu zwei Jahren. Durch die Verbriefung werden die Papiere fungibel, d. h. handelbar.115 Mit Geldmarktpapieren handeln die Europäische Zentralbank, Geschäftsbanken, der Staat und große Unternehmen. Alle längerfristigen Forderungen inländischer Nichtbanken gegenüber dem Bankensystem zählen zum Geldkapital. Beispiele hierfür sind • Einlagen mit Laufzeiten länger als zwei Jahren, 112 Vgl. Deutsche Bundesbank (2010), S. 65f. 113 Vgl. Deutsche Bundesbank (2010), S. 66. 114 Vgl. Holtemöller (2008), S. 28. 115 Vgl. Müller (2000), S. 104. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 78 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 79 5.3 Bilanzen der monetären Finanzinstitute 79 • Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist länger als drei Monate, • langfristige Bankschuldverschreibungen116 mit Laufzeiten länger als zwei Jahren sowie • Rücklagen.117 Aktivgeschäfte sind Geschäfte, die der Mittelverwendung dienen. Sie schlagen sich auf der Aktivseite der Bilanz nieder. Die Einlagen der Kreditinstitute bei der Zentralbank setzen sich aus den Mindest- und den Überschussreserven zusammen. Bargeld benötigen die Kreditinstitute, da die Nichtbanken jederzeit Sichteinlagen in Bargeld umwandeln können. Da jedoch nicht alle Nichtbanken gleichzeitig ihre Einlagen in Bargeld abfordern, kommen die Geschäftsbanken mit relativ geringen Bargeldbeständen aus. Eine Hauptaufgabe der Banken ist es, private Haushalte und Unternehmen mit Krediten zu versorgen. Hierzu zählen kurzfristige Betriebsmittelkredite für Unternehmen, langfristige Investitionskredite für Unternehmen, Dispositionskredite auf Lohn- und Gehaltskonten, Ratenkredite an private Haushalte sowie Hypothekenkredite für Bauherren und Unternehmen.118 Wie im Abschnitt 4.3.2 erläutert, stellen sich Geschäftsbanken am Interbankengeldmarkt zur Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsüberschüsse Kredite zur Verfügung. Diese Kredite finden wir in der Position „Nettokredite an andere Kreditinstitute“. Geschäftsbanken können ihre finanziellen Mittel auch zum Kauf von Wertpapieren verwenden.119 Wertpapiere bilden zum einen eine ertragbringende Liquiditätsreserve, zum anderen können Banken bei Kurssteigerungen Kursgewinne erzielen. Schließlich finden wir auf der Aktivseite noch die Nettoauslandsforderungen und das Sachvermögen. Werden von der Summe aus Forderungen und Sachvermögen die Verbindlichkeiten subtrahiert, dann verbleibt das Reinvermögen. 5.3.3 Konsolidierte Bilanz Die konsolidierte Bilanz der MFIs bildet die Hauptinformationsquelle für die Analyse der Geldmengenaggregate. Sie ergibt sich aus der Aggregation der Bilanzen der einzelnen MFIs. In ihr werden alle Forderungen und Verbindlichkeiten des MFI-Sektors gegenüber den Nicht-MFIs im Euro-Währungsgebiet als auch gegenüber Ansässigen außerhalb des Euro-Währungsgebiets ausgewiesen. 116 Zu den langfristigen Bankschuldverschreiben zählen Hypothekenpfandbriefe. Sie werden zur langfristigen Finanzierung von Immobilienkrediten herausgegeben. Aufgrund ihrer Langfristigkeit zählen sie nicht zur Geldmenge. Sie gelten aufgrund der Deckung durch erworbene Hypotheken als besonders sicher. 117 Vgl. Europäische Zentralbank (1999d), S. 65f. 118 Vgl. Deutsche Bundesbank (2010), S. 83. 119 Wertpapiere im Kundendepot sind kein Eigentum einer Bank und werden daher nicht in der Bilanz aufgeführt. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 80 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 81 5 Geldmenge80 In der Tabelle 5.3 wird eine verkürzte Version der konsolidierten Bilanz dargestellt. Aktiva Passiva A. Kredite an inländische Nichtbanken • öffentliche Haushalte ( )ÖHKR • Unternehmen und private Haushalte (KRp) B. Nettoauslandsforderungen (NAF) C. Wertpapiere (WP) D. Sachvermögen (SV) E. Bargeldumlauf (C) F. Sichteinlagen inländischer Nichtbanken (SE) G. Termineinlagen inländischer Nichtbanken mit Befristung unter 2 Jahren (TE) H. Spareinlagen inländischer Nichtbanken mit dreimonatiger Kündigungsfrist (SP) I. marktfähige Instrumente (MI) J. Geldkapital inländischer Nichtbanken bei den Kreditinstituten (GK) K. Reinvermögen (RV) Tabelle 5.3: Konsolidierte Bilanz der MFIs Durch die Konsolidierung entfallen alle Forderungen und Verbindlichkeiten innerhalb des MFI-Sektors. Zu diesen Intra-MFI-Positionen zählen • die Bargeldbestände der Geschäftsbanken, • die Sichteinlagen der Kreditinstitute bei der Zentralbank, • die Verbindlichkeiten der Kreditinstitute (Refinanzierungskredite) gegen- über der Europäischen Zentralbank sowie • die Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Kreditinstituten. Auf der Aktivseite verbleiben neben dem Sachvermögen die Forderungen des Bankensystems gegenüber den inländischen Nichtbanken und die Nettoauslandsforderungen. Die Nettoauslandsforderungen ergeben sich aus der Differenz von Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Ansässigen außerhalb des Währungsgebiets. Auf der Passivseite stehen die Verbindlichkeiten und das Reinvermögen des Bankensystems. 5.4 Unterschiedliche Geldmengenaggregate Unter einem Geldmengenaggregat versteht man die Zusammenfassung der Volumina einzelner Geldarten. Das engste Geldmengenaggregat M1 orientiert sich ausschließlich an der Zahlungsmittelfunktion des Geldes und weist somit den höchsten Liquiditätsgrad auf. Unter der Geldmenge M1 werden alle Finanzaktiva subsumiert, die unmittelbar zu Zahlungszwecken verwendet werden können bzw. als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Dazu zählen • die gesetzlich garantierten Zahlungsmittel in den Händen der Nichtbanken (Bargeldumlauf) sowie • die Sichteinlagen (Giralgeld) der Nichtbanken bei den Kreditinstituten (SE). 5.4 Unterschiedliche Geldmengenaggregate Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 80 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 81 5.4 Unterschiedliche Geldmengenaggregate 81 Sichteinlagen und Bargeld können jederzeit zur Finanzierung von Güterkäufen verwendet werden. Der Bargeldumlauf (C) entspricht der Summe aus Banknoten und Münzen in den Händen der Nichtbanken. Da eine Zahlung mit Sichteinlagen allgemein akzeptiert wird, besitzen diese einen unmittelbaren Zahlungsmittelcharakter. Die Geldmengendefinition M1 schließt Termineinlagen und Spareinlagen aus. Diese finanziellen Aktiva, die als Quasi-Geld oder Geldsurrogate bezeichnet werden, können zwar nicht unmittelbar zu Zahlungszwecken verwendet werden, sind aber in einer relativ geringen Zeit ohne hohe Transaktionskosten in gesetzliche Zahlungsmittel umwandelbar. Aufgrund des hohen Liquiditätsgrades und der Kurssicherheit von Termin- und Spareinlagen handelt es sich bei ihnen um enge Substitute für täglich fällige Einlagen. Terminguthaben werden aus folgenden Motiven gehalten: • Falls ein Marktteilnehmer langfristig Geld anlegen möchte, jedoch in der nahen Zukunft fallende Kurse erwartet, so besteht die Möglichkeit, diese Gelder als Termineinlage zinsbringend „zu parken“. Zu einem späteren Zeitpunkt kann dann – wenn die Kurse gefallen sind – eine Umschichtung in eine langfristige Kapitalanlage vorgenommen werden. • Ferner werden Termineinlagen dazu eingesetzt, kurzfristig existierende Liquiditätsüberschüsse zinsbringend anzulegen. Termineinlagen stellen kein direktes Zahlungsmittel dar. Man kann mit Termineinlagen in der Regel nicht unmittelbar Döner oder Schuhe kaufen. Termineinlagen können aber im Unterschied zu anderen Forderungen relativ leicht – auch vor Ablauf der Fälligkeit gegen Gebühren – in Zahlungsmittel umgewandelt werden. Geschäftsbanken werden in der Regel bereit sein, unter bestimmten Bedingungen (zumeist mit einem Zinsabschlag) Termineinlagen vorzeitig aufzulösen. Termingelder haben daher einen relativ hohen Geldgrad. Auch Spareinlagen können relativ leicht in Sichteinlagen oder Bargeld umgewandelt werden. Werden die Termineinlagen mit einer Laufzeit unter zwei Jahren (TE) und die Spareinlagen mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten (SP) zum Geldmengenaggregat M1 hinzuaddiert, dann ergibt sich die Geldmenge M2. Für die Europäische Zentralbank bestand bezüglich der Geldmengendefinition zu Beginn der dritten Stufe der Europäischen Währungsunion das Problem, dass die Zahlungsgewohnheiten der zukünftigen Mitgliedsländer unterschiedlich waren. Um die unterschiedlichen Zahlungsgewohnheiten in den Ländern der Währungsunion zu berücksichtigen, wurde die Geldmenge M3 sehr weit definiert. In dieser weiten Definition M3 gehen neben den in M2 enthaltenen Forderungen zusätzlich marktfähige Wertpapiere (hierzu zählen Repogeschäfte, Geldmarktfondsanteile und Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen bis zu zwei Jahren) ein. Neben den im Allgemeinen als Zahlungsmittel akzeptierten Vermögenswerten enthält das Aggregat M3 auch Vermögenswerte, die der Wertaufbewahrung dienen.120 120 Vgl. Europäische Zentralbank (2011), S. 68. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 82 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 83 5 Geldmenge82 Die Tabelle 5.4 gibt darüber Auskunft, welche Vermögenswerte in die einzelnen Aggregate eingehen. Verbindlichkeiten M1 M2 M3 Bargeldumlauf ✓ ✓ ✓ täglich fällige Einlagen ✓ ✓ ✓ Einlagen mit vereinbarter Laufzeit von bis zu zwei Jahren ✓ ✓ Einlagen mit vereinbarter Kündigungszeit von bis zu drei Monaten ✓ ✓ Repogeschäfte ✓ Geldmarktfondsanteile und Geldmarktpapiere ✓ Schuldverschreibungen bis zu zwei Jahren ✓ Tabelle 5.4: Abgrenzungen monetärer Aggregate im Euro-Währungsgebiet121 Anhand der konsolidierten Bilanz erkennt man, dass zwei alternative Berechnungen der Geldmenge M3 existieren: (5-1) M3 = C + SE + TE + SP + MI Verwendungsseite (5-2) M3 = KRÖH + KRP + NAF + SV + WP – GK – RV Entstehungsseite Die Berechnung der Geldmenge über die Verwendungsseite gibt Auskunft, in welcher Form die Geldmenge gehalten wird; die Berechnung der Geldmenge über die Entstehungsseite liefert Auskünfte über die unterschiedlichen Ursachen der Veränderung der Geldmenge. Die Geldmenge M3 nimmt gemäß der Gleichung (5-2) zu, wenn die monetären Finanzinstitute • Kredite an öffentliche Haushalte oder Unternehmen vergeben, • Auslandsforderungen ankaufen, • Sachvermögen kaufen oder • Verbindlichkeiten aus Geldkapital reduzieren. Zu beachten ist, dass folgende Forderungen in die Geldmengendefinitionen nicht eingehen: • Sichteinlagen des Staates bei den Kreditinstituten: Als Grund für die Nichtberücksichtigung der Kassenbestände der Zentralregierungen wird stets genannt, dass die Kassenbestände der Zentralregierungen nicht für ihre Ausgaben und damit auch nicht für die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, die gesamtwirtschaftliche Produktion und die zukünftige Preisniveauentwicklung entscheidend sind.122 • Bankeinlagen von nicht Ansässigen im Eurogebiet: Diese werden grundsätzlich nicht zur Geldmenge gerechnet, da die Forderungen nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der binnenwirtschaftlichen Nachfrage 121 In Anlehnung an Europäische Zentralbank (1999b), S. 35. 122 Vgl. Deutsche Bundesbank (1995), S. 29. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 82 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 83 5.5 Geldschöpfung der Geschäftsbanken 83 gesehen werden. Aufgrund statistischer Erfassungsprobleme sind die Bargeldbestände der Ausländer jedoch in der Geldmenge enthalten. • Bargeldbestände der Banken: Diese dienen dem Zweck des Umtausches von Sichteinlagen in Bargeld und beeinflussen daher die güterwirtschaftliche Nachfrage nicht direkt. Auf Fremdwährungen lautende liquide Forderungen von Ansässigen des Euro- Währungsgebiets können als enge Substitute für auf Euro lautende Forderungen angesehen werden. Die Geldmengenaggregate schließen deshalb solche Forderungen mit ein, wenn sie bei MFIs im Euro-Währungsgebiet gehalten werden. Die Summe aus Geldkapital und Geldmenge entspricht dem Geldvermögen. Das Geldvermögen umfasst alle Forderungen, die einen auf eine bestimmte Währung lautenden Nominalwert aufweisen. „Für den Laien sind diese verschiedenen Geldmengenbegriffe wenig durchschaubar. Sie ergeben sich jedoch zwangsläufig aus der geschilderten Tatsache, dass zwischen den verschiedenen Bankeinlagen und kurzfristigen Finanzinstrumenten hinsichtlich ihres Geldcharakters keine eindeutige Trennung möglich ist. Was man sinnvollerweise zum Geld rechnet, ist deshalb keine Frage, die sich mit wissenschaftlicher Exaktheit ein für allemal klären ließe, sondern eine Zweckmä- ßigkeitsfrage. In der praktischen Geldpolitik steht deshalb in der Regel derjenige Geldmengenbegriff im Vordergrund, der den Notenbanken zur Erfüllung ihrer Aufgabe der Geldwertstabilisierung am hilfreichsten erscheint. Für die EZB steht die weit abgegrenzte Geldmenge M3 im Vordergrund ihrer monetären Lageeinschätzung.“123 Zum Schluss dieses Abschnittes wollen wir noch kurz auf die Unterscheidung zwischen Innen- und Außengeld eingehen. Während beim Innengeld (Inside Money) einer privaten Geldforderung eine private Schuld entgegensteht, steht beim Außengeld (Outside Money) einer privaten Geldforderung eine öffentliche Schuld entgegen. Beispiele für Innengeld sind Sichteinlagen und Termineinlagen. Außengeld entsteht z. B. beim Ankauf von Devisen privater Akteure durch eine Zentralbank. 5.5 Geldschöpfung der Geschäftsbanken 5.5.1 Formen Die Geldmengenaggregate enthalten Verbindlichkeiten der Zentralbanken und Verbindlichkeiten der Geschäftsbanken. Dies bedeutet, dass sowohl die Zentralbanken als auch die Geschäftsbanken durch entsprechende Transaktionen die Geldmenge beeinflussen können. Betrachten wir den Einfluss der Geschäftsbanken auf die Geldmenge. Die Geldmengenaggregate verändern sich, falls 123 Deutsche Bundesbank (2007), S. 45. 5.5 Geldschöpfung der Geschäftsbanken Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 84 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 85 5 Geldmenge84 • Kreditinstitute Aktiva ankaufen und mit Sichteinlagen bezahlen. Dies bezeichnet man als aktive Geldschöpfung. • Kreditinstitute Passiva, welche nicht in die Geldmengenaggregate einbezogen sind, in Sichteinlagen umwandeln. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als passive Geldschöpfung. Betrachten wir als erstes die aktive Geldschöpfung. Als Beispiel wählen wir den Ankauf von Devisen in Höhe von 500 € seitens der Kreditinstitute von einer Nichtbank. Das Kreditinstitut zahlt mit Sichteinlagen. Dieser Vorgang führt zu einer Bilanzverlängerung: Aktiva Passiva Nettoauslandsforderungen + 500 Sichteinlagen inländischer Nichtbanken bei den Kreditinstituten + 500 Die Geldmengenaggregate M1, M2 und M3 nehmen zu. Als weiteres Beispiel betrachten wir eine Kreditaufnahme einer Nichtbank bei einer Geschäftsbank in Höhe von 1.000 €. Durch die Kreditvergabe steigen die Forderungen der Kreditinstitute gegenüber der Nichtbank. Gleichzeitig werden der Nichtbank Sichtguthaben in entsprechender Höhe eingeräumt. Aktiva Passiva Kredite an Nichtbanken + 1.000 Sichteinlagen inländischer Nichtbanken bei den Kreditinstituten + 1.000 Auch dieses Beispiel führt zu einer Bilanzverlängerung und zu einer Erhöhung der Geldmengenaggregate M1, M2 und M3. Zwischen dem ersten Beispiel, dem Ankauf von Devisen und der Kreditvergabe existiert aber ein Unterschied: Ob die durch den Devisenankauf resultierende Geldmengenerhöhung später wieder rückgängig gemacht wird, ist ungewiss. Der Zeitpunkt der Rückführung der Geldschöpfung ist bei der Kreditvergabe hingegen bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bekannt. Aus diesem Grund werden Devisen als primäre Aktiva und Kredite als sekundäre Aktiva bezeichnet. Betrachten wir nun eine passive Giralgeldschöpfung. Als Beispiel diene der Ablauf einer Bankschuldverschreibung mit einer Laufzeit von ursprünglich vier Jahren in Höhe von 2.000 Geldeinheiten, die dem Kunden auf dem Girokonto gutgeschrieben werden. Da Termineinlagen zum Geldkapital zählen, nimmt diese Position ab. Gleichzeitig steigen die Sichteinlagen der Nichtbanken bei den Kreditinstituten. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 84 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 85 5.5 Geldschöpfung der Geschäftsbanken 85 Aktiva Passiva Sichteinlagen inländischer Nichtbanken bei den Kreditinstituten Geldkapital + 2.000 – 2.000 In diesem Fall findet ein Passivtausch statt. Auch hier nehmen die Geldmengenaggregate M1, M2 und M3 zu. Bei einer aktiven Giralgeldschöpfung nehmen stets alle drei Geldmengenaggregate zu. Bei einer passiven Geldschöpfung kann eine derartig allgemeine Aussage nicht getroffen werden. Vielmehr muss differenziert werden, welche Posten auf der Passivseite berührt werden. Folgende Fälle sind zu unterscheiden: • Nichtbanken wandeln Geldkapital in Sichteinlagen um. Dies führt zu einem Anstieg von M1, M2 und M3. • Nichtbanken wandeln Geldmarktfonds in Sichteinlagen um. In diesem Fall nehmen M1 und M2 bei konstanter Geldmenge M3 zu. • Nichtbanken wandeln Termineinlagen oder Spareinlagen in Sichteinlagen um. In diesem Fall steigt lediglich die Geldmenge M1. Die Aggregate M2 und M3 verändern sich nicht. • Nichtbanken zahlen Bargeld auf ihr Girokonto ein. In diesem Fall bleiben M1, M2 und M3 konstant. Die Auswirkungen der verschiedenen Formen der Giralgeldschöpfung sind in der folgenden Abbildung 5.2 zusammengefasst. Für Transaktionen erheben die Kreditinstitute gewöhnlich Gebühren. Welche Implikationen haben diese Gebühren auf die Veränderung der Geldmenge? 124 In Anlehnung an Mussel (2010), S. 123. Giralgeldschöpfung und -vernichtung aktiv passiv sekundäre Aktiva primäre Aktiva Fristentransformation Barein- und -auszahlungen • Bilanzverlängerung • M1, M2 und M3 steigen • Passivtausch • unbestimmter Effekt auf Geldmengenaggregate Abbildung 5.2: Geldschöpfung und -vernichtung124 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 86 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 87 5 Geldmenge86 Betrachten wir zur Verdeutlichung folgendes Beispiel: Ein Kunde hebt am Geldautomaten 300 Geldeinheiten ab. Die Bank nimmt dafür eine Gebühr von fünf Geldeinheiten. Dies führt zu folgenden Veränderungen in der konsolidierten Bilanz: Aktiva Passiva Bargeldumlauf Sichteinlagen inländischer Nichtbanken bei den Kreditinstituten Reinvermögen + 300 – 305 + 5 Dieser Vorgang berührt ausschließlich die Passivseite der konsolidierten Bilanz. Der Bargeldumlauf nimmt durch die Barabhebung um 300 Geldeinheiten zu. In gleicher Höhe verringern sich die Sichtguthaben der Nichtbank, sodass zunächst die Geldmengenaggregate nicht berührt werden. Die Erhebung der Gebühr reduziert jedoch die Sichtguthaben der Nichtbanken um weitere fünf Geldeinheiten. Durch diese Gebühr steigen das Reinvermögen der Kreditinstitute und somit auch das Reinvermögen der monetären Finanzinstitute. Da sich die Sichteinlagen um 305 Einheiten verringern, der Bargeldumlauf aber nur um 300 Einheiten gestiegen ist, verringern sich die Aggregate M1, M2 und M3. Erheben Kreditinstitute Gebühren oder verlangen sie Zinsen, reduzieren sich dadurch die Sichteinlagen der Nichtbanken und alle drei Geldmengenaggregate gehen zurück. Wir können folgende Ergebnisse festhalten: • Geld entsteht, wenn ein MFI ein Aktivum, das kein inländisches Geld ist, erwirbt und mit Forderungen auf sich selbst bezahlt. • Die Geldmenge M1 ändert sich immer bei Aktivgeschäften, wenn mit Sichteinlagen gezahlt wird; bei Passivgeschäften nur dann, wenn Nichtbanken Forderungen gegenüber dem Bankensystem liquidieren, die nicht zu M1 zählen. Ähnliches gilt für M2 und M3. • Ein Aktivgeschäft führt zu einer Bilanzverlängerung, ein Passivgeschäft zu einem Passivtausch. • Die Geldschöpfung ist nicht ausschließlich an eine Kreditvergabe gebunden. Durch den Ankauf von Devisen durch die Kreditinstitute steigt ebenfalls die Geldmenge. Die besprochenen Geldschöpfungen bezogen sich auf die Aktivitäten der Geschäftsbanken. Da der Bargeldumlauf der Nichtbanken bei der Zentralbank ebenfalls in die Geldmengenaggregate eingeht, nehmen diese zu, wenn die Zentralbank Aktiva von den Nichtbanken erwirbt und mit Bargeld bezahlt bzw. Passiva, die nicht zur Geldmenge zählen, in Bargeld umwandelt. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 86 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 87 5.5 Geldschöpfung der Geschäftsbanken 87 5.5.2 Grenzen der Giralgeldschöpfung einer Geschäftsbank Im vorausgegangenen Abschnitt wurde gezeigt, dass Geschäftsbanken durch Einräumung von Sichteinlagen, Spareinlagen oder Termineinlagen die Geldmengenaggregate beeinflussen können. Kann aber eine Geschäftsbank bzw. der Geschäftsbankensektor Sichteinlagen in beliebigem Umfang schaffen? Dies ist nicht der Fall. Die Geschäftsbanken kommen in Liquiditätsschwierigkeiten, wenn sie Zahlungen in einem Geld leisten müssen, welches sie nicht selbst schaffen können. Zur Illustration betrachten wir folgendes Beispiel: • Ein Kunde möchte einen Kredit in Höhe von 1.000 GE aufnehmen. • Die Bargeldquote betrage 10 %. Die Bargeldquote gibt Aufschluss über jenen Anteil an neu geschaffenen Zahlungsmitteln, über den die Nichtbanken direkt bar verfügen möchten. • Der Mindestreservesatz betrage 5 %. Der Mindestreservesatz gibt an, wie viel Prozent der von den Nichtbanken bei den Kreditinstituten gehaltenen Einlagen die Kreditinstitute als Mindestreserven bei der Zentralbank hinterlegen müssen. • Von Bankgebühren und sonstigen Kosten wird abstrahiert. Im Zuge der Kreditvergabe entstehen Sichteinlagen in Höhe von 1.000 GE. Bei einer Bargeldquote von 10 % wünschen die Nichtbanken einen Betrag in Höhe von 100 GE in Form von Bargeld zu halten. Es verbleiben Sichteinlagen in Höhe von 900 GE, wodurch eine Mindestreservepflicht von 45 GE resultiert. Insgesamt entsteht somit ein Liquiditätsbedarf in Höhe von 145 GE. Das Kreditinstitut kann diesen zusätzlichen Liquiditätsbedarf nur befriedigen, falls es über eine entsprechende Überschussreserve verfügt. Aus diesem Beispiel geht hervor, dass die Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe Überschussreserven verlieren. Irgendwann sind die Überschussreserven aufgebraucht. Weitere Kreditvergaben sind nur dann möglich, wenn die Kreditinstitute durch Aufnahme von Refinanzierungskrediten Überschussreserven bei der Zentralbank erhalten. Verweigert die Zentralbank zusätzliche Refinan- 125 In Anlehnung an Deutsche Bundesbank (2010), S. 144. Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs Verpflichtung zur Haltung von Mindestreserven Versorgung der Kunden mit Bargeld Bedarf an Zentralbankgeld (Refinanzierungsbedarf) Abbildung 5.3: Bedarf an Zentralbankgeld125 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 88 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 89 5 Geldmenge88 zierungskredite, dann ist eine Ausweitung der Kreditvergabe nicht möglich. Das Geldmengenwachstum wird dadurch eingegrenzt. Neben dem Bargeldabfluss und den Mindestreserven unterliegt die Geldschöpfung einer Geschäftsbank weiteren Grenzen: Die Geschäftsbank muss damit rechnen, dass ein Kunde eine Überweisung auf ein Konto eines Kunden bei einer anderen Bank vornimmt. Dies führt dazu, dass die überweisende Bank Zentralbankgeld an die empfangende Bank übertragen muss. Zu beachten ist, dass dadurch zwar eine Verringerung der Geldschöpfungsmöglichkeiten der einzelnen Bank eintritt, nicht aber die des gesamten Bankensystems. 5.6 Verwendungsseite der monetären Basis Im vorausgegangenen Abschnitt wurde darauf hingewiesen, dass die Bereitstellung an Liquidität durch die Zentralbank eine notwendige Voraussetzung für die Kreditvergabe der Geschäftsbanken ist. Das von der Notenbank geschaffene Geld bezeichnet man als Zentralbankgeld. Es setzt sich zusammen aus dem Bargeld und den Sichtguthaben der Geschäftsbanken und der öffentlichen sowie nicht öffentlichen Nichtbanken bei der Zentralbank. Die monetäre Basis (B) ist eine Teilmenge des Zentralbankgeldes. Sie setzt sich zusammen aus dem Bargeld der Nichtbanken (CNB), dem Bargeld der Kreditinstitute (CGB) und den Sichteinlagen der Kreditinstitute bei der Zentralbank ( )GBZBSE : (5-3) NB GB GBZBB C C SE= + + Im Unterschied zum Zentralbankgeld enthält die monetäre Basis nicht die Sichteinlagen der Nichtbanken bei der Zentralbank. Zu den Überschussreserven der Kreditinstitute zählen deren Bargeldbestände und die über die Mindestreserve hinausgehenden Sichteinlagen der Kreditinstitute bei der Zentralbank. Die monetäre Basis lässt sich daher alternativ als Summe von Bargeld in den Händen der Nichtbanken, Überschussreserven und Mindestreserven definieren: (5-4) = + +NBB C ÜR MR Die monetäre Basis gibt Auskunft über die Verbindlichkeiten der Zentralbank gegenüber den Nichtbanken und den Geschäftsbanken. Die Gleichung (5-3) gibt Aufschluss über die Aufteilung der monetären Basis auf die Geschäftsbanken und die Nichtbanken. Die Gleichung (5-4) informiert darüber, ob dieses Geld in Form von Sichteinlagen oder Bargeld gehalten wird. Die Gleichungen (5-3) und (5-4) liefern daher Informationen über die Verwendung der monetären Basis. Die monetäre Basis bildet, wie im Weiteren noch gezeigt wird, die Grundlage der Kreditvergabe der Geschäftsbanken und damit die Grundlage der Geldmengenexpansion. Die Geschäftsbanken können nur dann Kredite vergeben, wenn eine entsprechende monetäre Basis vorhanden ist. Durch die im Zuge der Kreditvergabe geschaffenen Sichteinlagen entstehen Mindestreserveverpflich- 5.6 Verwendungsseite der monetären Basis Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 88 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 89 5.7 Entstehungsseite der monetären Basis 89 tungen, die zu Zahlungen in einem Geld führen, welches die Geschäftsbanken selbst nicht schaffen können, sodass sie auf die Bereitstellung der monetären Basis angewiesen sind. Das Gleiche gilt für Barabhebungen der Kunden. Bargeldabhebungen sowie die Mindestreservepflicht bilden die Ursachen dafür, dass die Kreditinstitute auf Refinanzierungskredite bei der Zentralbank angewiesen sind. 5.7 Entstehungsseite der monetären Basis 5.7.1 Berechnung Neben der Berechnung der monetären Basis von der Verwendungsseite kann die monetäre Basis auch über die Entstehungsseite berechnet werden. Aus der Zentralbankbilanz (Tabelle 5.1) folgt: (5-5) ÖHZB ZB ZB ZB ZBB NAF RF KR WP SV SCH RV= + + + + − − Die Entstehungsseite gibt an, durch welche Transaktionen sich die monetäre Basis verändert. Diesbezüglich werden drei Komponenten unterschieden:126 • die außenwirtschaftliche Komponente, • die fiskalische Komponente sowie • die Refinanzierungskomponente. In den folgenden drei Unterabschnitten wird stets anhand eines Beispiels die Bedeutung der jeweiligen Komponente für den Geldentstehungsprozess beleuchtet. 5.7.2 Außenwirtschaftliche Komponente Betrachten wir zunächst die Entstehung der monetären Basis über die außenwirtschaftliche Komponente. Zur Illustration wird folgendes Beispiel betrachtet: Die Zentralbank kauft von den Kreditinstituten Devisen im Wert von 5.000 Geldeinheiten gegen Einräumung von Sichteinlagen. Aktiva Passiva Nettoauslandsforderungen (NAFZB) + 5.000 Sichteinlagen der Kreditinstitute + 5.000 Dieser Vorgang führt zu einer Bilanzverlängerung. Da der Bestand an Sichteinlagen der Kreditinstitute bei der Zentralbank zunimmt, erhöht sich die 126 Die monetäre Basis ändert sich auch, wenn die Zentralbank Sachvermögen, z. B. eine Druckmaschine, gegen Bargeld kauft. Da derartige Vorgänge für die Geldsteuerung von quantitativ untergeordneter Bedeutung sind, werden wir diesen Vorgängen keine weitere Aufmerksamkeit schenken. 5.7 Entstehungsseite der monetären Basis Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 90 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 91 5 Geldmenge90 monetäre Basis. Beachten Sie bitte, dass die konsolidierte Bilanz nicht berührt wird. Die Geldmenge bleibt daher konstant.127 Die außenwirtschaftliche Komponente stellt eine offene Flanke der Geldbasissteuerung dar. In einem System fester Wechselkurse kann die Zentralbank zu Devisenmarktinterventionen gezwungen werden, die zu einer unerwünschten Ausweitung oder Verringerung der monetären Basis führen. Gerät die heimische Währung unter Abwertungsdruck, so muss die Zentralbank die eigene Währung stützen. Dies geschieht durch Käufe der eigenen Währung gegen Devisen. Durch den Verkauf bzw. dem zusätzlichen Angebot an Devisen sinkt der Preis der Devisen, der Wechselkurs. Gerät dagegen die heimische Währung unter Aufwertungsdruck, muss die Zentralbank die eigene Währung verkaufen und ausländische Devisen aufnehmen. Im ersten Fall reduziert sich die monetäre Basis, im zweiten Fall erhöht sich die monetäre Basis. Exemplarisch werden nachstehend einige Beispiele für unfreiwillige Interventionen der Deutschen Bundesbank am Devisenmarkt angeführt. Im System von Bretton-Woods verpflichteten sich die Zentralbanken, die Wechselkurse ihrer Währungen gegenüber dem US-Dollar innerhalb einer Bandbreite von ± 1 % zu halten.128 Für die USA bestand keine Interventionsverpflichtung. Da die DM häufig unter Aufwertungsdruck geriet, musste die Bundesbank Dollar gegen DM kaufen. So war die Bundesbank 1971 bzw. 1973 zu Dollarkäufen im Wert von 22 Mrd. DM bzw. 16 Mrd. DM gezwungen. Im Europäischen Währungssystem (EWS) verpflichteten sich die teilnehmenden Länder bis 1993, die Wechselkurse ihrer Währungen zu jeder anderen Währung in einem Intervall von ± 2,25 % zu halten.129 Geriet z. B. die DM gegenüber dem französischen Franc unter Aufwertungsdruck, musste die Deutsche Bundesbank im Rahmen des sehr kurzfristigen Währungsbeistandes der französischen Zentralbank einen Kredit in unbegrenzter Höhe gewähren, wodurch die heimische Geldmenge anstieg. So beliefen sich z. B. im September 1992 die vorgenommenen Stützungskäufe sowie die von der Bundesbank finanzierten DM-Abgaben durch EWS-Partnerzentralbanken auf über 92 Mrd. DM, was einer Verdoppelung der Währungsreserven gegenüber dem Stand von Ende August 1992 entsprach. Stützungskäufe wurden in erster Linie für die französische, für die britische sowie für die italienische Währung vorgenommen. Der Spitzenwert an einem Tag betrug 36 Mrd. DM.130 Die Bundesbank hat versucht, diese Erhöhungen der monetären Basis durch Kürzungen der Wertpapierpensionsgeschäfte131 zu sterilisieren.132 Die Wertpapierpensionsge- 127 Durch den Verkauf der Devisen an die Zentralbank erhalten die Geschäftsbanken Überschussreserven. Erst wenn diese zur Kreditvergabe genutzt werden, steigt die Geldmenge. 128 Ab 1971 betrug die Bandbreite ± 2,25 %. 129 Ab 1993 galt eine Bandbreite von ± 15 %. 130 Vgl. Deutsche Bundesbank (1993), S. 23f. 131 Zur Definition von Wertpapierpensionsgeschäften siehe 5.3.1. 132 Den Versuch, die durch die außenwirtschaftliche Komponente einfließenden Störungen der heimischen Geldversorgung zu kompensieren, nennt man Sterilisierung bzw. Neutralisierung. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 90 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 91 5.7 Entstehungsseite der monetären Basis 91 schäfte wurden von Ende August bis zum 23. September von 147 Mrd. DM auf 97 Mrd. DM zurückgeführt. Zusätzlich nahm die Bundesbank umfangreiche Liquiditätsabschöpfungen über sehr kurzfristige Ausgleichsoperationen (Devisenpensionsgeschäfte und Schatzwechselabgaben) in Höhe von 40 Mrd. DM vor. Im Juli 1993 stellte die Bundesbank den Partnerländern erneut Kredite in einer Höhe von 60 Mrd. DM bereit, davon allein am 30. Juli in einer Höhe von 30 Mrd. DM.133 Analoge Probleme können bei einer expansiven Geldpolitik auftreten. Wenn z. B. Mitgliedsländer des Europäischen Währungssystems ihre Geldmenge stärker ausdehnen wollten als die Bundesbank, dann führte dies zu entsprechenden Zinsrückgängen, wodurch die betreffende Währung unter Abwertungsdruck geriet. Zur Stützung musste die heimische Währung aus dem Markt genommen werden, wodurch die ursprünglich expansive Geldpolitik unterlaufen wurde. So hat z. B. Frankreich Anfang 1993 durch eine expansive Geldpolitik versucht, den eigenen Zinssatz unter das deutsche Zinsniveau zu drücken. Die Reduktion der französischen Zinsen führte zu einem Kapitalexport, der die französische Währung unter Abwertungsdruck setzte. Zur Stützung der eigenen Währung musste die französische Zentralbank Devisen gegen eigene Währung verkaufen, wodurch die monetäre Basis sank. Die expansive Geldpolitik musste zurückgenommen werden.134 Aber auch bei flexiblen Wechselkursen kann die Steuerung gestört werden, wenn sich die Wechselkurse von den ökonomischen Fundamentaldaten entfernen. Dies ist dann der Fall, wenn der Wechselkurs die Kaufkraft der Währungen nicht zum Ausgleich bringt. So nahmen z. B. aufgrund von Interventionen gegenüber der amerikanischen Währung die Nettoauslandsaktiva der Bundesbank • 1977/78 in der Phase der starken DM-Aufwertung in einer Höhe von 35 Mrd. DM zu, • 1980/81 in der Phase der DM-Abwertung um 40 Mrd. DM ab sowie • 1983 bis 1985 in der Phase des Dollarhöhenfluges um 54 Mrd. DM ab.135 5.7.3 Fiskalische Komponente Unter der fiskalischen Komponente werden alle Formen der Kreditgewährung der Zentralbank an die öffentliche Hand subsumiert, die zu einer Erhöhung der monetären Basis führen. Zur Illustration betrachten wir folgendes Beispiel: Die Regierung eines Landes nimmt bei der Zentralbank einen Kredit in Höhe von 10.000 Geldeinheiten auf. Die Regierung kauft dafür Flugzeuge und zahlt mit den Sichteinlagen bei der Zentralbank. Der Flugzeughersteller unterhält ein Konto bei einem Kreditinstitut. Dies führt zu folgenden Bewegungen in der Zentralbankbilanz: 133 Vgl. Fabritius (1993), S. 9. 134 Vgl. hierzu ausführlich Moritz/Stadtmann (2010), S. 216. 135 Vgl. Deutsche Bundesbank (1993), S. 20f. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 92 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 93 5 Geldmenge92 Aktiva Passiva Kredite an öffentliche Haushalte + 10.000 Sichteinlagen der Kreditinstitute + 10.000 Auch dieser Vorgang führt zu einer Bilanzverlängerung. Eine Finanzierung der Staatsausgaben über eine Kreditaufnahme bei der Zentralbank – also eine Finanzierung der Staatsausgaben über die Notenpresse – führt somit zu einer Erhöhung der monetären Basis. Ein unbegrenzter Zugang des Staates zur Notenpresse kann die Steuerung der monetären Basis erheblich beeinträchtigen. So hat sich die Regierung im Deutschen Reich während und nach dem Ersten Weltkrieg sowie während des Zweiten Weltkrieges der Notenpresse zur Finanzierung ihrer Staatsausgaben bedient. Die Staatsausgaben im Deutschen Reich betrugen im Zeitraum von 1914 bis 1923 190 Trillionen Reichsmark, von denen lediglich 0,00000004 % durch Steuern und Anleihen am privaten Markt finanziert wurden. Dies führte zu einer Hyperinflation im Deutschen Reich. Ein Dollar war im November 1923 4,2 Billionen Reichsmark wert.136 Aufgrund dieser negativen historischen Erfahrungen in Deutschland mit einem unbegrenzten Zugang des Staates zu Notenbankkrediten und den damit verbundenen Inflationsgefahren wurde in § 20 BBankG137 das Niveau der Direktkredite beschränkt. So konnte der Bund maximal Überziehungskredite in einer Höhe von 6 Mrd. DM in Anspruch nehmen.138 Diese Inanspruchnahme setzte zum einen das Einverständnis der Bundesbank voraus und zum anderen durften diese Kredite lediglich als Kassenkredite zur Überbrückung kurzfristiger kassenmäßiger Fehlbeträge genutzt werden. Die Möglichkeit der Aufnahme derartiger Kassenkredite wurde zum 1.1.1994 aufgehoben. Weder die Europäische Zentralbank noch die nationalen Zentralbanken des Eurowährungsgebiets dürfen den öffentlichen Haushalten nunmehr Kredite einräumen. Beeinträchtigungen der Steuerung der monetären Basis über die fiskalische Komponente sind in der Europäischen Währungsunion daher ausgeschlossen.139 Die in den Bilanzen der Europäischen Zentralbank ausgewiesenen Positionen stammen aus früheren Kreditaufnahmen öffentlicher Haushalte, so z. B. die bei Währungsreformen entstandenen Ausgleichsforderungen. Einen besonderen Einfluss auf das Volumen der monetären Basis hatte die Währungsumstellung der Ost-Mark auf D-Mark im Jahre 1990. Der Umstellungssatz und die damit verbundene Zentralbankgeldschöpfung lagen nicht in der Verantwortung der Bundesbank, sondern in der Verantwortung der Bundesregierung. Nach Ansicht der Bundesbank erfolgte die Währungsum- 136 Vgl. Czada/Tolksdorf/Yenal (1988), S. 36. 137 Gesetz über die Deutsche Bundesbank. 138 Vgl. Stobbe (1987), S. 213. 139 Dies bedeutet aber noch nicht, dass die Regierungen keinen politischen Einfluss auf die Notenbanken ausüben. Hierfür sind zusätzlich eine personelle und eine finanzielle Unabhängigkeit der Zentralbank erforderlich. Vgl. hierzu die Ausführungen in den Abschnitten 14.4.1 und 14.4.3. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 92 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 93 5.7 Entstehungsseite der monetären Basis 93 stellung zu großzügig. Die währungsbedingte Geldmengenerhöhung überstieg das Produktionspotenzial. Die Inflationsrate stieg daraufhin in Deutschland an. 5.7.4 Refinanzierungskomponente Werden durch die Kreditinstitute die Refinanzierungskontingente in Anspruch genommen, so steigt ebenfalls die monetäre Basis. Als Beispiel wird die Aufnahme eines Refinanzierungskredites in Höhe von 1 Mrd. Geldeinheiten betrachtet: Aktiva Passiva Refinanzierungskredite + 1 Mrd. Überschussreserven GB + 1 Mrd. Der Refinanzierungskredit erhöht die Überschussreserve der GB und führt daher zu einer Ausdehnung der monetären Basis. Prinzipiell kann die Zentralbank Refinanzierungskredite begrenzen. Die Frage ist nur, welche Konsequenzen damit verbunden sind. In einem Aufschwung fragen die Unternehmen zusätzliche Kredite bei den Geschäftsbanken nach. Um diese zu bedienen, benötigen die Geschäftsbanken mehr Refinanzierungskredite. Bedient die Zentralbank diese zusätzlichen Kredite nicht, dann können die Geschäftsbanken die zusätzlichen Kredite an die Unternehmen nicht vergeben. Allerdings sind damit Steigerungen der Refinanzierungs- und somit auch der Kreditmarktzinsen verbunden, wodurch rezessive Tendenzen ausgelöst werden können. Die Europäische Zentralbank räumt den Geschäftsbanken die Möglichkeit ein, Kredite über ständige Fazilitäten aufzunehmen. Dies sind Kredite mit einer Laufzeit von einem Tag. Da hier faktisch keine Begrenzungen vorliegen, nehmen die Kreditinstitute mit ihrer Inanspruchnahme Einfluss auf die monetäre Basis. Eine Erhöhung der monetären Basis durch die Zentralbank setzt voraus, dass die Kreditinstitute mehr Refinanzierungskredite in Anspruch nehmen. Die Zentralbank könnte durch eine Reduktion der Refinanzierungszinsen die Attraktivität der Refinanzierungskredite erhöhen. Allerdings stellt sich die Frage, ob in einer Rezession die Zinsen die entscheidende Rolle spielen. In einer Rezession existieren nur wenig lukrative Investitionsprojekte, sodass die Kreditnachfrage der Unternehmen und somit auch der Refinanzierungsbedarf der Kreditinstitute gering ausfällt, sodass es fraglich ist, ob die Kreditinstitute auf gesunkene Refinanzierungszinsen mit einer vermehrten Nachfrage an Refinanzierungskrediten reagieren. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 94 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 95 5 Geldmenge94 5.8 Zusammenhänge zwischen monetärer Basis und Geldmenge Zum Abschluss dieses Kapitels sollen die Zusammenhänge und Unterschiede zwischen der monetären Basis und der Geldmenge verdeutlicht werden. Eine Aufgabe der Zentralbank besteht darin, den Geschäftsbanken zur Abwicklung ihrer Geschäfte eine ausreichende Liquidität bereitzustellen. Diese Aufgabe übernimmt die monetäre Basis. Davon zu differenzieren ist, wie viele liquide Mittel zur Finanzierung von Güterkäufen zur Verfügung stehen. Diese Zahlungsmittel bezeichnet man als Geldmenge. Die Zusammenhänge zwischen der Geldmenge M3 und der monetären Basis zeigt die Abbildung 5.4. Das Bargeld der Nichtbanken ist sowohl Bestandteil der Geldmenge M3 als auch der monetären Basis. Die Bankeinlagen der Nichtbanken bei den Geschäftsbanken zählen ausschließlich zur Geldmenge M3. Das Bargeld der Geschäftsbanken sowie die Einlagen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank zählen ausschließlich zur monetären Basis. 140 In Anlehnung an Rittenbruch (2000), S. 211, nach: Europäische Zentralbank (1999b), S. 35. 5.8 Zusammenhänge zwischen monetärer Basis und Geldmenge M2 m on et är e B as is Überschussreserve Bargeldumlauf der Nichtbanken Sichtguthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank Sichtguthaben der Nichtbanken bei den Geschäftsbanken Mindestreserve Kassenbestände der Geschäftsbank Terminguthaben der Nichtbanken bei den Geschäftsbanken Sparguthaben der Nichtbanken bei den Geschäftsbanken marktfähige Instrumente M1 M3 Abbildung 5.4: Zusammenhang zwischen Geldmenge M3 und monetärer Basis140 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 94 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 95 5.9 Aufgaben zu Kapitel 5 95 5.9 Aufgaben zu Kapitel 5141 Aufgabe 5.1 Was verstehen Sie unter Offenmarktgeschäften? Erläutern Sie den Unterschied zwischen endgültigen und befristeten Offenmarktgeschäften! Aufgabe 5.2 Warum existiert keine einheitliche Geldmengendefinition? Aufgabe 5.3 Was sind a) Termineinlagen, b) Geldmarktfonds, c) Repogeschäfte und d) Bankschuldverschreibungen? Aufgabe 5.4 Aus einer konsolidierten Bilanz können folgende Veränderungen entnommen werden: Kredite an inländische NB 300 Nettoauslandsforderungen – 100 Geldkapitalbildung bei den Kreditinstituten 150 Termingelder mit einer Laufzeit bis zu 2 Jahren – 30 Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist 70 Sichteinlagen – 10 Sachvermögen 0 Marktfähige Instrumente 15 Wertpapiere 0 Reinvermögen 0 a) Stellen Sie die konsolidierte Bilanz auf! b) Berechnen Sie die Veränderungen des Bargeldumlaufs sowie die Veränderungen von M1, M2 und M3! 141 Die Lösungen zu den Übungsaufgaben finden Sie unter http://www.vahlen.de/. 5.9 Aufgaben zu Kapitel 5 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 96 5 Geldmenge96 Aufgabe 5.5 Folgende Vorgänge sind für eine Volkswirtschaft bekannt: M1 M2 M3 B Inländischer Haushalt tauscht Dollar bei seiner Geschäftsbank gegen Bargeld (Euro) um. Geschäftsbank gewährt Haushalt einen Kredit und räumt im Gegenzug Sichteinlagen ein. Zentralbank kauft von einer Geschäftsbank Staats papiere. Inländischer Haushalt wandelt Termineinlage (Laufzeit: zwei Jahre) in Geldmarktfonds um. Inländischer Haushalt zahlt 20 Euro auf das Girokonto seiner Geschäftsbank ein. Inländischer Haushalt wandelt Sichteinlagen in Termineinlagen (Laufzeit: unter zwei Jahren) um. Haushalt zahlt 20 Euro auf sein Sparbuch ein. Kennzeichnen Sie mit einem + Aggregat nimmt zu – Aggregat nimmt ab 0 Aggregat bleibt konstant Aufgabe 5.6 Wodurch wird die Geldschöpfung einer Geschäftsbank begrenzt? Aufgabe 5.7 Durch welche Transaktionen wird die monetäre Basis erhöht? Aufgabe 5.8 Warum kann die Verfolgung eines Wechselkursziels die Preisniveaustabilität in einer Volkswirtschaft gefährden? Aufgabe 5.9 Erläutern Sie die Unterschiede zwischen der Geldmenge M3 und der monetären Basis!

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References

Zusammenfassung

Die Zusammenhänge der Geldpolitik.

Moritz, Geldtheorie und Geldpolitik

3. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4234-2

Geldpolitik komplett

Dieses Lehrbuch vermittelt die Grundkenntnisse der Geldtheorie und Geldpolitik anhand von konkreten Beispielen und den aktuellen geldpolitischen Entwicklungen. Die Übungsfragen am Kapitelende sorgen für einen höheren Lernerfolg.

Besonders aktuell: Geldpolitik

Die 3. Auflage berücksichtigt die aktuellen Entwicklungen der Europäischen Währungsunion und stellt die geld-politischen Zusammenhänge praktisch dar.

Besonders interessant

für Studenten der Wirtschaftswissenschaften an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien.