8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese in:

Karl-Heinz Moritz

Geldtheorie und Geldpolitik, page 169 - 192

3. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4234-2, ISBN online: 978-3-8006-4235-9, https://doi.org/10.15358/9783800642359_169

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

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Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 148 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 149 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese 8.1 Einführung Im Mittelpunkt dieses Abschnitts steht die Frage, ob die Geldpolitik neben der Sicherung der Preisniveaustabilität auch versuchen sollte, die Konjunktur und damit die Beschäftigung zu stabilisieren. Insbesondere Keynesianer vertreten die Ansicht, dass volkswirtschaftliche Systeme zu Instabilitäten neigen. Sie bezweifeln, dass eine Volkswirtschaft nach einem Schock in einem akzeptablen Zeitraum von selbst wieder zum Gleichgewicht zurück findet. Sowohl die Flexibilität der Preise als auch die heilende Wirkung einer Deflation werden kurz- bzw. mittelfristig in Frage gestellt. Die geldpolitischen Instrumente sollten sich daher nach Ansicht der Keynesianer an den jeweiligen konjunkturellen Situationen ausrichten. Wir werden die keynesianische Position mit Hilfe der neoklassischen Syn these darstellen. Im Rahmen der neoklassischen Synthese werden Elemente der keynesianischen und der neoklassischen Theorie verbunden. Die Güternachfrage wird aus dem IS-LM-Modell abgeleitet und ist daher keynesianisch fundiert. Das Güterangebot hängt von den Produktionsmöglichkeiten sowie der Arbeitsnachfrage und dem Arbeitsangebot ab. Die Angebotsseite ist daher durch die klassische Theorie bestimmt. Die neoklassische Synthese enthält unterschiedliche Varianten, die sich durch die Verläufe der Güternachfrage- und Güterangebotsfunktion unterscheiden. In diesem Kapitel werden die verschiedenen Szenarien vorgestellt, und es wird herausgearbeitet, welchen Beitrag die Geldpolitik bei Nachfragestörungen jeweils leisten kann. 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese 8.1 Einführung IS-Kurve Güternachfrage LM-Kurve Gütermarkt Güterangebot Arbeitsmarkt Produktionsmöglichkeiten Abbildung 8.1: Neoklassische Synthese Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 150 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 151 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese150 8.2 Neoklassische Variante 8.2.1 Güternachfrageseite Die Güternachfrage gibt an, welches Produktionsniveau bei alternativem Preisniveau nachgefragt wird. Für die Modellanalyse ist die Steigung der Güternachfragefunktion von Bedeutung. Diesbezüglich wird in der neoklassischen Variante von einem negativen Verlauf der Güternachfragefunktion ausgegangen, d. h. die Produktion nimmt bei einer Reduktion des Preisniveaus zu. Folgende Gründe werden für einen negativen Verlauf genannt: • Keynes-Effekt: Der Keynes-Effekt läuft über eine Veränderung des Zinsniveaus. Die reale Geldmenge nimmt durch eine Preisreduktion zu und induziert eine Erhöhung der realen Geldmenge. Die höhere Geldmenge wird zum Kauf von Wertpapieren verwendet, wodurch die Kurse steigen, und die Zinsen sinken. Dieser Zinsrückgang bewirkt einen Anstieg der Investitionstätigkeit, wodurch die Güternachfrage belebt wird. • Pigou-Effekt (Realkasseneffekt): Der Pigou-Effekt läuft über die Veränderung der Realkasse. Durch die Reduktion des Preisniveaus steigt die reale Geldmenge und somit das reale Vermögen der Haushalte, wodurch die Konsumnachfrage ausgedehnt werden kann. • Wechselkurseffekt: Eine Reduktion des Preisniveaus verbessert die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die Güternachfrage nimmt über eine Erhöhung der Exporte zu. 8.2.2 Güterangebotsseite Das Güterangebot wird durch den Arbeitsmarkt und die Produktionstechnik determiniert. Der klassische Arbeitsmarkt ist durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet: • Auf allen Märkten herrscht vollständige Konkurrenz. • Arbeitnehmer und Arbeitgeber orientieren sich bei der Entscheidung über ihr Arbeitsangebot bzw. ihre Arbeitsnachfrage am Reallohn (w/P).164 • Die Arbeitsangebotsfunktion gibt an, wie viele Arbeitsstunden die Arbeitnehmer bei alternativem Reallohn anbieten Das Arbeitsangebot (AA) hängt positiv vom Reallohn ab. Die Arbeitsangebotsfunktion verläuft mit positiver Steigung. • Die Arbeitsnachfragefunktion gibt an, wie viele Arbeitsstunden die Arbeitgeber bei alternativem Reallohn nachfragen. Die Arbeitsnachfrage (AN) 164 Der Reallohn misst, wie viel Güter ein Arbeitnehmer konsumieren kann, wenn er eine Zeiteinheit arbeitet. Kosten z. B. Schuhe 125 Euro und Sie haben ein Nettomonatseinkommen von 2.500 Euro, dann können Sie sich 20 Paar Schuhe kaufen, wenn Sie einen Monat arbeiten. 8.2 Neoklassische Variante Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 150 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 151 8.2 Neoklassische Variante 151 hängt negativ vom Reallohn ab. Die Arbeitsnachfragefunktion verläuft mit negativer Steigung. • Löhne und Preise sind vollkommen flexibel. Stimmen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage überein, dann ist der Arbeitsmarkt geräumt. Dies ist bei dem Reallohn (w/P)A in der Abbildung 8.2 der Fall. Das gleichgewichtige Arbeitsvolumen beträgt AA. Liegt der Reallohn unterhalb des Gleichgewichtslohns, z. B. bei (w/P)C, dann besteht am Arbeitsmarkt ein Nachfrageüberhang nach Arbeitskräften. Die Arbeitgeber werden die Nominallöhne erhöhen bzw. die Gewerkschaften können höhere Nominallöhne durchsetzen, wodurch der Reallohn steigt. Übersteigt der Reallohn dagegen den Gleichgewichtslohn, z. B. bei (w/P)B, so liegt ein Angebotsüberhang am Arbeitsmarkt vor. Die Marktkräfte sorgen dafür, dass der Nominallohn und damit auch der Reallohn zurückgehen. Sie garantieren also, dass sich der Reallohn stets zum gleichgewichtigen Reallohn entwickelt. Mit Hilfe einer Produktionsfunktion kann die Produktionshöhe ermittelt werden, die sich bei der gleichgewichtigen Arbeitszeit ergibt. Eine Produktionsfunktion (8-1) Y = f(A,K) gibt an, welche Gütermengen (Y) man mit alternativen Einsatzmengen der Faktoren Arbeit (A) und Kapital (K) produzieren kann. Da wir im Folgenden eine kurze Frist betrachten, gehen wir von einem gegebenen Kapitalstock (KA) aus. In der Abbildung 8.3 wird unterstellt, dass die Produktionszuwächse mit steigender Arbeitszeit abnehmen. Die Produktionsfunktion verläuft konkav. Im oberen Teil der Abbildung 8.3 ist der Arbeitsmarkt dargestellt. Im Schnittpunkt der Arbeitsangebots- und der Arbeitsnachfragefunktion wird der gleichgewichtige Reallohn (w/P)A und das gleichgewichtige Arbeitsvolumen (AA) festgelegt. Wird das gleichgewichtige Arbeitsvolumen AA in die Produktionsfunktion eingesetzt, so erhält man die gleichgewichtige Produktion YA. Welche Auswirkungen hat eine Erhöhung des Preisniveaus auf das Güterangebot? Steigt das Preisniveau, dann sinkt der Reallohn. Am Arbeitsmarkt A AAAN AA A (w/P) (w/P)B (w/P)C (w/P)A Abbildung 8.2: Arbeitsmarkt Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 152 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 153 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese152 entsteht eine Überschussnachfrage, die Nominallohnerhöhungen induziert. Die Nominallöhne werden solange ansteigen, bis die Überschussnachfrage beseitigt ist. Das ist dann der Fall, wenn das gleichgewichtige Reallohnniveau wieder erreicht ist. Dies impliziert: • Eine Preissteigerung führt zu einer proportionalen Nominallohnsteigerung. • Eine Preissteigerung verändert das gleichgewichtige Arbeitsvolumen nicht, sodass die Produktion sich auch nicht verändert. Die Produktion und das Arbeitsvolumen sind unabhängig vom Preisniveau. • Die Güterangebotsfunktion verläuft vollkommen preisunelastisch. Beachten Sie bitte die für das Ergebnis unterstellten Voraussetzungen: • flexible Preise und Löhne sowie • korrekte Antizipation von Preisänderungen. 8.2.3 Gütermarktgleichgewicht Das Gütermarktgleichgewicht ergibt sich in der Abbildung 8.4 durch den Schnittpunkt von Güternachfrage- und Güterangebotsfunktion: Liegt z. B. das Preisniveau bei PB, dann liegt ein Angebotsüberhang vor. Das Preisniveau wird fallen. Die Stimulierung der Nachfrage beseitigt den Angebotsüberhang. Beträgt das Preisniveau dagegen PC, so liegt ein Nachfrageüberhang vor. Das Preisniveau wird steigen und die Nachfrage reduzieren, wodurch sich der Nachfrageüberhang beseitigt. AA (w/P) AN (w/P, KA) AA A (w/P) (w/P)A A AA YA Y Y = f(A,KA) A A Abbildung 8.3: Bestimmungsgründe der Produktion Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 152 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 153 8.2 Neoklassische Variante 153 Charakteristisch für das Gütermarktgleichgewicht ist, dass • die reale Güterproduktion durch die Angebotsseite festgelegt wird. • das Preisniveau durch die Güternachfrage festgelegt wird. 8.2.4 Nachfrageausfall Angebotstheoretiker lehnen eine Steuerung der Konjunktur durch den Staat ab. Nach ihrer Ansicht bestehen in einer Volkswirtschaft ausreichende Selbstheilungskräfte, die nach einer Störung automatisch zur Vollbeschäftigung zurückführen. Um die Gedanken der Angebotstheoretiker transparent zu machen, betrachten wir das Gleichgewicht A in dem linken Teil der Abbildung 8.5. Ein Nachfrageausfall, z. B. aufgrund des Rückgangs der Investitionsnachfrage oder einer Rückführung der Staatsverschuldung, verschiebt die Güternachfragefunktion nach links. Beim Preisniveau PA entsteht ein Angebotsüberhang. Der Angebotsüberhang löst eine Preissenkung aus. Aufgrund des Keynes- bzw. des Pigou-Effektes nimmt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu. Der Preis fällt solange, bis die ursprüngliche Produktion wieder nachgefragt wird (Punkt C). Im neuen Gleich- PB B PA PC P YA YB YC Y AS AD A C Abbildung 8.4: Gütermarktgleichgewicht AA AN AA A (w/P) (w/P)APA PC P YA Y AS ADA B ADB A C AB (w/P)B A B Abbildung 8.5: Rückgang der Güternachfrage Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 154 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 155 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese154 gewicht C ist das Preisniveau gesunken. Produktion und Beschäftigung bleiben konstant. Ein Nachfrageschock wird somit durch Preissenkungen absorbiert. Neben einer preiselastischen Güternachfrage muss die Güterangebotsfunktion vollkommen preisunelastisch verlaufen, damit die Selbstheilungskräfte funktionieren. Voraussetzung für ein preisunelastisches Güterangebot sind flexible Nominallöhne. Dies erkennt man am rechten Teil der Abbildung 8.5. Die Reduktion des Preisniveaus löst eine Erhöhung des Reallohns auf (w/P)B aus. Dies führt zu einem Angebotsüberhang auf dem Arbeitsmarkt, wodurch die Nominallöhne fallen. Die Nominallöhne fallen solange, bis das ursprüngliche Reallohnniveau erreicht ist. Nominallöhne und Preisniveau fallen proportional. Eine Reduktion des Preisniveaus hat bei flexiblen Preisen und Löhnen sowie korrekt antizipierter Preisentwicklung keinen Einfluss auf Reallohn, Produktion und Beschäftigung. In der klassischen Variante der neoklassischen Synthese führen die Selbstheilungskräfte nach einer Nachfragestörung automatisch zu einem Gleichgewicht bei Vollbeschäftigung zurück. Daher besteht in der neoklassischen Variante kein Bedarf an einer konjunkturorientierten Geldpolitik. Damit die Selbstheilungskräfte wirken, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: 1. Die Güterpreise müssen flexibel sein. Ändern sich die Güterpreise nicht, bleibt die reale Geldmenge unverändert und der Selbstheilungsmechanismus der Deflation ist außer Kraft. 2. Die Investitionen müssen auf die Zinssenkung reagieren. Reagieren die Investitionen nicht auf die Zinssenkung, dann bleibt die Nachfrageerhöhung aus. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Investitionsfalle. 3. Es darf keine Liquiditätsfalle vorliegen. Sind die Investitionen bei einem Nominalzins von null nicht ausreichend um die Güternachfrage wieder auf ein Vollbeschäftigungsniveau zurückzuführen, spricht man von einer Liquiditätsfalle.165 4. Die Nominallöhne müssen nach unten flexibel sein. Wenn die Löhne nach unten eingefroren sind, dann entsteht Arbeitslosigkeit aufgrund eines zu hohen Reallohns. 5. Der Deflationsprozess darf die Volkswirtschaft nicht destabilisieren. 6. Die Marktteilnehmer müssen die Preisentwicklung korrekt antizipieren. Die Bedingungen 1, 4 und 6 sichern, dass die Güterangebotsfunktion vollkommen preisunelastisch verläuft, wohingegen die Bedingungen 2, 3 und 5 sichern, dass die Güternachfrage mit einer negativen Steigung verläuft. 165 Der Begriff Liquiditätsfalle wird in der Literatur unterschiedlich verwendet. Abweichend von der hier verwendeten Definition wird eine Liquiditätsfalle traditionell mit einer Situation in Verbindung gebracht, in der die Anleger eine zunehmende reale Geldmenge nicht zu Wertpapierkäufen, sondern ausschließlich zur Aufstockung ihrer Spekulationskasse verwenden (vgl. Abschnitt 7.3.5). Eine Erhöhung der realen Geldmenge kann dann keine Zinssenkungen induzieren, sodass es zu keiner Belebung der Investitionen kommen kann. Auch in diesem Szenario versagen die Selbstheilungskräfte. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 154 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 155 8.3 Störungen auf der Güternachfrageseite 155 Diese Voraussetzungen sind nach Ansicht der Keynesianer kurz- bis mittelfristig nicht erfüllt. Welche Implikationen sich für die Geldpolitik bei einer Verletzung der Voraussetzungen ergeben, wird in den nachfolgenden Abschnitten untersucht. 8.3 Störungen auf der Güternachfrageseite 8.3.1 Einführung Im vorausgegangenen Abschnitt haben wir gesehen, dass eine Nachfragestörung Selbstheilungskräfte aktiviert, die automatisch wieder zu einem Gleichgewicht bei Vollbeschäftigung zurückführen. Insbesondere führt ein Nachfrageausfall am Gütermarkt zu einer Preisreduktion, wodurch die gesamtwirtschaftliche Nachfrage angeregt wird. Die Selbstheilungskräfte können aber gestört sein, sodass Nachfrageschocks länger anhaltende Störungen hervorrufen können. Störungen der Selbstheilungskräfte können nachfrage- und angebotsseitig bedingt sein. In diesem Abschnitt untersuchen wir die Störungen auf der Güternachfrageseite. Hier sind Störungen denkbar in Form von • einer destabilisierenden Wirkungen der Deflation, • der Investitionsfalle und • der Liquiditätsfalle. 8.3.2 Destabilisierende Wirkungen einer Deflation Ein Nachfragerückgang löst nach neoklassischer Ansicht eine Preisreduktion aus, wonach die Güternachfrage wieder belebt wird. Aus Sicht der Unternehmen kann eine Deflation aber fatale Konsequenzen haben. Sie realisieren deflationsbedingt geringere Umsatzerlöse, während ihre Schulden real aufgewertet werden. Hinzu kommt, dass sich bei Reallohnrigiditäten die Reallöhne erhöhen. Deflationen führen dann zu einer Reduktion des Eigenkapitals. Im schlimmsten Fall werden Unternehmen insolvent. Geschäftsbanken müssen dann Unternehmenskredite abschreiben bzw. Wertberichtigungen bei Wertpapieren vornehmen, wodurch sich das Eigenkapital der Banken reduziert. Dies kann wiederum dazu führen, dass Gläubiger ihre Einlagen auflösen. Damit geraten die Banken in Liquiditätsschwierigkeiten. Stellt die Zentralbank keine zusätzliche Liquidität bereit, dann müssen die Banken Wertpapiere verkaufen, wodurch die Wertpapierkurse erneut fallen. Dadurch reduziert sich aber wiederum das Eigenkapital der Banken. Die Konsumenten werden mit einem Rückgang der Konsumnachfrage reagieren: • Konkurse der Unternehmen führen zur Arbeitslosigkeit. Diese löst sinkende Einkommen aus, sodass der Konsum zurückgeht. 8.3 Störungen auf der Güternachfrageseite Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 156 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 157 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese156 • Die noch weiter beschäftigten Arbeitnehmer werden aufgrund der Unsicherheiten bezüglich der Arbeitsplatzentwicklung in einer Rezession zurückhaltend mit ihren Konsumwünschen umgehen. • Eine Deflation geht mit rückgängigen Börsenkursen einher. Aufgrund dieser Vermögensverluste sinkt der Konsum. • Preissenkungen können weitere Preissenkungserwartungen auslösen, sodass Konsumwünsche in die Zukunft verlagert werden. • Nicht antizipierte Deflationen führen zu Vermögensumverteilungen. Das Vermögen der Gläubiger wertet sich real auf. Gleichzeitig steigen die Verbindlichkeiten der Schuldner. Da aber die Schuldner i. d. R. eine größere Konsumquote als die Gläubiger haben, wird durch eine Deflation der gesamtwirtschaftliche Konsum reduziert. • Aufgrund der Liquiditätsschwierigkeiten werden die Banken zu einer restriktiveren Kreditvergabe an private Haushalte übergehen. Aber auch die Investitionsnachfrage wird zurückgehen. Einerseits trifft die restriktivere Kreditpolitik der Banken auch die Unternehmen. Andererseits wird auch die geringere Konsumgüternachfrage die Unternehmen veranlassen, weniger Investitionen zu planen. Hinzu kommt, dass die Unternehmen mit rückläufigen Preisen für Investitionsgüter rechnen. Auch dies führt zu einem Rückgang der Investitionsnachfrage. Verstärkt wird dieser Effekt noch, wenn Deflation Private Haushalte • Vermögensumverteilung • Preissenkungserwartung • Rückgang des Vermögens • Arbeitslosigkeit Reduktion der Investitionsnachfrage Einschränkung der Kreditvergabe Rückgang der Konsumnachfrage Banken • Abschreibung von Krediten Reduktion des Eigenkapitals Verlust von Einlagen Liquiditätsprobleme Verkauf von Wertpapieren Kursrückgänge Unternehmen • reale Aufwertung der Verbindlichkeiten • realer Anstieg der Löhne Reduktion des Eigenkapitals Konkurs Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage Abbildung 8.6: Deflationseffekte Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 156 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 157 8.3 Störungen auf der Güternachfrageseite 157 die Unternehmen aufgrund des Preisrückgangs mit steigenden Realzinsen rechnen. Der Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage verstärkt die Deflation. Wir haben hier die schädlichen Wirkungen einer Deflation beschrieben. Beachten Sie aber bitte auch, dass ein Rückgang der Inflationsrate (Disinflation ) ähnliche Effekte auslösen kann. 8.3.3 Investitionsfalle Ein Nachfrageausfall am Gütermarkt führt zu einer Preisreduktion. Dadurch steigt die reale Geldmenge. Werden diese zusätzlichen realen Geldbestände für Wertpapierkäufe genutzt, dann steigen die Kurse und die Zinsen fallen. Führen Zinssenkungen zu steigenden Investitionen, dann erholt sich die Güternachfrage wieder. Dieser Selbstheilungsmechanismus ist aber gestört, wenn die Unternehmen auf Zinssenkungen nicht mit einer Erhöhung der Investitionsnachfrage reagieren. In einer Rezession werden die Unternehmen bei Reduktionen des Zinssatzes aber kaum ihre Investitionstätigkeit ausdehnen. Sie verfügen schließlich über ausreichende Kapazitäten, die momentan nicht ausgelastet sind. Die ausbleibende Reaktion der Investitionen auf Zinsänderungen wird als Investitionsfalle bezeichnet. Ein anderer Grund für das Auftreten einer Investitionsfalle ist die durch die Rezession ausgelöste Verunsicherung bei den Investoren. Sie führen dann nur noch Investitionsprojekte durch, die sich kurzfristig amortisieren.166 Bei Existenz einer Investitionsfalle verläuft die Güternachfragefunktion vollkommen preisunelastisch. Eine Reduktion des Preisniveaus kann ein neues Gleichgewicht nach einem Schock nicht mehr herbeiführen. Es ist daher davon auszugehen, dass in einer Rezession der Keynes-Effekt versagt. Allerdings könnte der Pigou-Effekt das Problem heilen. Preissenkungen könnten positiv auf den Konsum wirken. In der Rezession fallen die Preise, sodass die reale Geldmenge steigt, wodurch die Konsumnachfrage belebt werden 166 Vgl. Bofinger (2007), S. 428. PB PA P Y ASAD Abbildung 8.7: Investitionsfalle Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 158 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 159 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese158 kann. Die fehlende Reaktion der Investitionen auf Zinssenkungen könnte also durch den Realkasseneffekt (Pigou-Effekt) kompensiert werden. Die Ausdehnung der Konsumnachfrage in einer Rezession erscheint aus keynesianischer Sicht jedoch fraglich, da die Wirtschaftssubjekte aufgrund der Unsicherheiten bezüglich der Arbeitsplatzentwicklung eher zurückhaltend mit ihren Konsumwünschen sind und eventuell in der Zukunft mit weiteren Preisrückgängen rechnen, sodass Konsumwünsche in die Zukunft verlagert werden.167 Dem Pigou-Effekt messen die Keynesianer in einer Rezession kaum konjunkturbelebende Impulse bei. Falls die Selbstheilungskräfte der Märkte nicht wirken, stellt sich die Frage, welchen Beitrag der Staat zur Überwindung von Rezessionen leisten kann. Bei Existenz einer Investitionsfalle ist die Geldpolitik wirkungslos. Jede Erhöhung der Geldmenge verpufft in Zinssenkungen, ohne dass die Investitionen belebt werden. In der Investitionsfalle empfehlen die Keynesianer zur Schließung der Nachfragelücke eine Ausdehnung der Fiskalpolitik. 8.3.4 Liquiditätsfalle Eine weitere Möglichkeit des Versagens des Preismechanismus liegt vor, wenn bei einem Nominalzins von null die Investitionen nicht ausreichen, um Vollbeschäftigung zu gewährleisten. Die Volkswirtschaft befindet sich dann in einer Liquiditätsfalle. Die Anleger sind indifferent zwischen der Wertpapier- und der Geldhaltung. Betrachten wir zur Verdeutlichung die Abbildung 8.8.168 167 Vgl. die Ausführungen in Abschnitt 8.3.2. 168 Zu den folgenden Überlegungen siehe auch Blanchard/Illing (2009), S. 681ff. C C A iB B Y i iA Y P ISA ISB LMA LMC YA 0 = iC PB PC YB YC AS ADB ADA B A Abbildung 8.8: Liquiditätsfalle Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 158 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 159 8.3 Störungen auf der Güternachfrageseite 159 In der Ausgangssituation A liegt Vollbeschäftigung vor. Ein Rückgang der Investitionsnachfrage verschiebt die IS-Kurve nach links. IS- und LM-Kurve schneiden sich nun im Punkt B. Die Güternachfrage verschiebt sich um die Strecke YA – YB nach links. Der dadurch induzierte Nachfrageüberhang am Gütermarkt löst eine Preissenkung aus. Die Erhöhung der realen Geldmenge führt zu Wertpapierkäufen, sodass die Kurse steigen und die Zinsen sinken. Die LM-Kurve verschiebt sich nach rechts. Die Zinssenkung belebt die Investitionsnachfrage. Im Idealfall führt die Zinssenkung dazu, dass die Güternachfrage auf ihr ursprüngliches Niveau zurückgeführt wird. Nun kann aber eine Situation auftreten, in der selbst bei einer Reduktion der Nominalzinsen auf null die Zinssenkung nicht ausreicht, um die Güternachfrage auf das Vollbeschäftigungsniveau zurückzuführen.169 Dies zeigt der Punkt C in der Abbildung 8.8. Die Güternachfrage YC ist kleiner als das Güterangebot YA. Aufgrund des Angebotsüberhangs am Gütermarkt fallen die Preise, ohne dass die Güternachfrage stimuliert wird. Die Güternachfrage knickt im Punkt C nach unten ab. Sie verläuft für Preise unterhalb von PC vollkommen preisunelastisch. Da die Nachfrage weiter unter den Produktionsmöglichkeiten liegt, wird das Preisniveau weiter fallen. Eine Reduktion der Preise erhöht den Realzins und beeinträchtigt die Investitionen. Diese werden daraufhin weiter zurückgehen. Die IS-Kurve verschiebt sich, wie in der Abbildung 8.9 dargestellt ist, weiter nach links,170 sodass die Güternachfrage sich ebenfalls weiter nach links verschiebt. Die Produktion sinkt erneut. Die Volkswirtschaft gerät somit in einen Teufelskreis. Der Angebotsüberhang am Gütermarkt führt zu einer Deflation. Fallende Preise erhöhen die Realzinsen. Höhere Realzinsen reduzieren die Güternachfrage und verschärfen die Deflation und den Produktionsrückgang.171 In dieser Situation steht die Zentralbank vor einem schwerwiegenden Problem. Eine Erhöhung der Geldmenge würde zwar die LM-Kurve nach rechts verschieben. Die Nominalzinsen können aber nicht mehr fallen, sodass die Geldpolitik wirkungslos ist. Welche Wege führen in dieser Situation aus der Krise? Eine expansive Fiskalpolitik würde die IS-Kurve nach rechts verschieben und somit die Produktion erhöhen. Die Gefahr einer expansiven Fiskalpolitik liegt in einer Erhöhung der Staatsverschuldung. Dies zeigt anschaulich der Versuch Japans mittels der Fiskalpolitik aus einer Liquiditätsfalle herauszukommen. Die dabei angefallenen Budgetdefizite führten dazu, dass die Schuldenquote Japans im Zeitraum 1990 bis 2005 von 60 % auf 160 % anstieg.172 Bei einer länger andauernden Liquiditätsfalle bietet die expansive Fiskalpolitik daher keine dauerhafte Lösung. 169 Der Nominalzins kann nicht unter null fallen. Bei einem negativen Nominalzins würde sich die Bargeldhaltung höher als die Wertpapierhaltung verzinsen. Niemand würde daher bei einem negativen Nominalzins Wertpapiere nachfragen. Für den Nominalzinssatz existiert somit eine Nullgrenze. 170 Beachten Sie bitte, dass an der Ordinate der Nominalzins abgetragen ist. Sinkt bei unverändertem Nominalzins die Inflationsrate, dann erhöht sich der Realzins. Bei gegebenem Nominalzins sinkt dann die Investitionsnachfrage. Die IS-Kurve verschiebt sich daraufhin nach links. 171 Vgl. Blanchard/Illing (2009), S. 690. 172 Vgl. Blanchard/Illing (2009), S. 702f. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 160 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 161 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese160 Auch die Geldpolitik scheint auf den ersten Blick keine Lösung anzubieten, da sie den Nominalzins nicht unter null drücken kann. Allerdings existiert eine unkonventionelle Strategie: Die EZB sorgt für steigende Inflationserwartungen. Kann sie die Inflationserwartungen erhöhen, dann reduzieren sich die erwarteten Realzinsen, und die Investitionen nehmen zu. Die IS-Kurve würde sich in Folge dessen nach rechts verschieben. Die Frage ist nur, wie die Inflationserwartungen erhöht werden können? Eine Möglichkeit besteht darin, explizit ein Inflationsziel mit einer hohen Untergrenze zu benennen.174 Schließlich besteht neben einer expansiven Geldpolitik und einem expliziten Inflationsziel noch eine dritte Möglichkeit die Nachfrage zu stimulieren, indem die heimische Währung abgewertet und somit die Exportnachfrage angeregt wird. Allerdings verschlechtern sich dadurch die Terms of Trade des Inlands. Darüber hinaus werden die Absatzmöglichkeiten des Auslands reduziert. Das Inland würde Arbeitslosigkeit exportieren. Die optimale geldpolitische Strategie besteht allerdings darin, die Entstehung einer Liquiditätsfalle im Vorfeld zu verhindern und Deflationstendenzen gar nicht erst zu zulassen.175 Die Überlegungen zeigen auch die Gefahren einer Nullinflation. Bei Nullinflation stimmen Real- und Nominalzins überein. Ist der Realzins, der zu einem gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht führt, negativ, dann kann eine Zentralbank die gesamtwirtschaftliche Nachfrage bei Nullinflation nicht hinreichend 173 In Anlehnung an Blanchard/Illing (2009), S. 690. 174 Vgl. Görgens/Ruckriegel/Seitz (2008), S. 301. 175 Vgl. Görgens/Ruckriegel/Seitz (2008), S. 301. Y i ISCISD LM YA D YC Y C AS C D i AD Abbildung 8.9: Deflation und Liquiditätsfalle173 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 160 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 161 8.4 Störungen auf der Güterangebotsseite 161 erhöhen, da sie den Nominalzins und damit auch den Realzins lediglich auf null reduzieren kann. Da die Nachfrage nicht ausreichend ist, schliddert die Volkswirtschaft in eine Rezession. Eine mäßige positive Inflationsrate bildet damit einen Sicherheitspuffer vor einer Liquiditätsfalle. 8.4 Störungen auf der Güterangebotsseite Das Funktionieren der Selbstheilungskräfte einer Volkswirtschaft setzt voraus, dass die gesamtwirtschaftliche Nachfrage auf Preisänderungen hinreichend reagiert. Welche Probleme diesbezüglich auftreten können, haben wir in Abschnitt 8.3 diskutiert. Nun könnte es aber auch sein, dass die Nachfrage hinreichend auf Preisänderungen reagiert, die Preise aber gar nicht flexibel sind. In diesem Fall kann der Selbstheilungsprozess gar nicht erst starten. Preisstarrheiten werden im Abschnitt 8.4.1 behandelt. Ferner können Lohnrigiditäten die Funktionsweise der Selbstheilungskräfte stören. Induziert ein Nachfragerückgang eine Preisreduktion bei konstanten Nominallöhnen, dann steigen die Reallöhne an. Die Unternehmen werden dann aufgrund zu hoher Reallöhne Produktion und Beschäftigung reduzieren. Mit dem Problem konstanter Nominallöhne setzen wir uns im Abschnitt 8.4.2 auseinander. 8.4.1 Preisstarrheiten 8.4.1.1 Ursachen Zunächst einmal ist zu berücksichtigen, dass der Staat einen nicht zu vernachlässigenden Anteil der Preise administrativ festlegt. Diese Preise reagieren auf Kosten- und Nachfrageveränderungen kaum. Preisstarrheiten werden in der Oligopoltheorie mittels asymmetrischer Preisreaktionen begründet: • Asymmetrische Wahrnehmung der Kunden: Die eigenen Kunden nehmen eine eigene Preiserhöhung wahr und wandern zu den Konkurrenten ab. Eine eigene Preissenkung wird dagegen von den Kunden der Konkurrenten kaum beachtet und löst nur geringe Zuwanderungen aus. • Asymmetrische Reaktionen der Konkurrenten: Eine eigene Preissenkung verschlechtert die Gewinnsituation der Konkurrenten und veranlasst diese, ebenfalls ihre Preise zu senken. Eigene Preissteigerungen verbessern die Wettbewerbssituation der Konkurrenz, sodass keine Reaktion der Konkurrenten erwartet wird. Daher fällt bei einer Preiserhöhung der Nachfragerückgang absolut größer aus als die Nachfrageerhöhung bei einer Preissenkung. Die Preis-Absatz-Funktion weist somit bei dem gegebenen Marktpreis pA einen Knick auf. 8.4 Störungen auf der Güterangebotsseite Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 162 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 163 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese162 Aufgrund des Knicks der Preis-Absatz-Funktion verläuft die Grenzerlösfunktion (E’) unstetig. Geringfügige Änderungen der Grenzkosten, z. B. von K1‘ auf K2‘, führen dann zu keinen Preisreaktionen. Preisänderungen verursachen Anpassungskosten in Form von Menü- und Informationskosten. Zu den Menükosten zählen z. B. Kosten für das Drucken von neuen Preislisten und Katalogen. Des Weiteren müssen Verträge neu ausgehandelt werden und Kunden müssen über die Preisänderungen informiert werden. Übersteigen die Kosten der Preisänderung die Vorteile der Preisänderung, so unterbleiben Preisvariationen. Preissenkungen eines Unternehmens verursachen positive externe Effekte. Sie erhöhen ein klein wenig die reale Geldmenge, sodass sich die Nachfrage nach den Produkten anderer Unternehmen erhöht. Dieser positive externe Effekt wird von einer einzelnen Unternehmung jedoch nicht berücksichtigt. Der von einer einzelnen Unternehmung ausgehende positive externe Effekt mag zwar gering sein, er erhält aber volkswirtschaftlich relevante Bedeutung, wenn alle Unternehmen ihre Preise reduzieren. Überwiegen die Preisanpassungskosten, dann erfolgt, obwohl bei Betrachtung sämtlicher positiver Effekte die Preissenkung volkswirtschaftlich vorteilhaft wäre, keine kontinuierliche Preisanpassung. Die Unternehmen befinden sich in einem Gefangenen-Dilemma. Obwohl es für alle Unternehmen von Vorteil wäre, die Preise zu reduzieren, findet die Preisanpassung nicht rechtzeitig statt. 8.4.1.2 Auswirkungen Um die Auswirkungen von Preisstarrheiten zu zeigen, betrachten wir die Abbildung 8.11. Im ursprünglichen Gütermarktgleichgewicht A liegt Vollbeschäftigung vor. Aufgrund eines Nachfrageschocks verschiebt sich die Güternachfragekurve nach links. Da die Güterpreise starr sind, verläuft die Güterangebotsfunktion links von A vollkommen preiselastisch. Es kommt nicht zu einer Preisreduktion. Die Selbstheilungskräfte sind gestört. Ein Nachfragerückgang führt in diesem Fall zu einer Einschränkung der Produktion auf YB bei unverändertem Preisniveau. p pA PAF xxA E' E' K'2 A K'1 Abbildung 8.10: Geknickte Preis-Absatz-Funktion Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 162 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 163 8.4 Störungen auf der Güterangebotsseite 163 Der Rückgang der Produktion und der Beschäftigung besteht hier aufgrund zweier Ursachen: • Preisinflexibilität • Nachfragerückgang Daher existieren grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Bekämpfung des Produktionsrückgangs. Zum einen könnte durch Flexibilisierung der Güterpreise die Produktion erhöht werden. Zum anderen könnte die Stimulierung der Güternachfrage durch eine expansive Fiskal- oder Geldpolitik einen Nachfrageausfall beseitigen. 8.4.2 Lohnstarrheiten 8.4.2.1 Ursachen Betrachten wir zunächst die Ursachen für Lohnstarrheiten. Übersteigt der Reallohn den markträumenden Reallohn, so stellt sich die Frage, warum die Arbeitslosen nicht versuchen, den herrschenden Reallohn zu unterbieten. Folgende Gründe können diesbezüglich angeführt werden: • gesetzliche Mindestlöhne • implizite Kontrakte • Effizienzlöhne • Insider-Outsider-Theorien Eine erste Ursache bilden gesetzliche Mindestlöhne . Liegen diese Mindestlöhne oberhalb des gleichgewichtigen Lohnes, dann entsteht Arbeitslosigkeit. Dies trifft insbesondere für ungelernte Arbeitskräfte und für junge Arbeitskräfte, die zum ersten Mal in den Arbeitsmarkt eintreten möchten, zu.176 176 Allerdings beruht diese These, dass durch einen Mindestlohn Arbeitslosigkeit entsteht, auf der Annahme der vollständigen Konkurrenz. Ähnlich wie im Monopolfall eine Höchstpreissetzung die Produktionsmenge erhöhen kann, kann sich im Fall eines Monopsons durch einen Mindestlohn die gewinnoptimale Arbeitsnachfrage erhöhen. Vgl. Mankiw (1998), S. 147f. Diese These wird tendenziell durch die Studie von Card/ Krüger (1994) gestützt, nach der die Einführung eines Mindestlohnes in New Jersey mit einem Anstieg der Beschäftigung in Fastfood-Restaurants verbunden war. B PB P YAYB Y AS A ADAADB Abbildung 8.11: Preisstarrheiten Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 164 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 165 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese164 Eine andere Ursache für Lohnstarrheiten bilden implizite Kontrakte. Grundlage dieser Theorie ist die Hypothese, dass Arbeitnehmer risikoscheuer gegenüber Einkommensschwankungen sind als Unternehmen. Die Arbeitnehmer haben feste finanzielle Verpflichtungen wie z. B. Kredittilgungen für den Wohnungsbau und werden durch Einkommensschwankungen stark getroffen. Unternehmen können dagegen Einkommensschwankungen aufgrund eines größeren Vermögens und eines besseren Zugangs zu den Kreditmärkten auffangen. Hinzu tritt, dass das Humankapital wesentlich schlechter diversifizierbar ist als das Realkapital. Die Arbeitnehmer werden daher bemüht sein, durch Lohnsatzvariationen induzierte Einkommensschwankungen zu vermeiden. Die Unternehmen sind dagegen bereit, diese Risiken gegen eine Versicherungsprämie abzudecken, d. h. sie garantieren einen über den gesamten Konjunkturzyklus um die Versicherungsprämie reduzierten konstanten Lohn. Da Versicherungsleistung (Sicherheit des Lohns) und Versicherungsprämie (Versicherungsleistung reduziert den Lohn) nicht explizit Gegenstand des Tarifvertrages sind, spricht man von impliziten Kontrakten. Auf Nachfrageschwankungen reagieren die Unternehmen dann mit Veränderungen der Beschäftigung und nicht mit Lohnanpassungen. Die Arbeitnehmer können zwar mit festen Löhnen rechnen, nehmen jedoch die Gefahr der Entlassung in Kauf. Ein weiterer Ansatz zur Erklärung von Reallohnstarrheiten bildet die Effizienzlohntheorie. Das Ziel der Effizienzlohntheorie liegt in der Erklärung unfreiwilliger Arbeitslosigkeit. Ein überhöhter, markträumender Reallohn wird aus dem Gewinnmaximierungskalkül der Unternehmen abgeleitet. Nach der Effizienzlohntheorie sind Löhne nicht nur ein Kostenfaktor, sondern sie wirken auch produktivitätsfördernd. Basisannahme der Effizienzlöhne ist, dass ausgehend vom gleichgewichtigen Vollbeschäftigungslohn marginale Reallohnerhöhungen zu Produktivitätssteigerungen führen, die oberhalb der induzierten Lohnkostenerhöhungen liegen. Als historisches Beispiel dient Henry Ford, der 1914 den fünf-Dollar-Arbeitstag bei gleichzeitiger Reduktion der Arbeitszeit von neun auf acht Stunden einführte. Damals lag der durchschnittliche Lohn bei zwei bis drei Dollar pro Tag. Nach Henry Ford bildete diese Entlohnung eine wirksame Kostensenkungsmaßnahme, da die krankheitsbedingten Fehlzeiten um 75 % zurückgingen. 177 Was sind nun die Gründe für die effizienzfördernden Wirkungen der Löhne? Für Entwicklungsländer kann angeführt werden, dass Lohnsteigerungen die Ernährungsmöglichkeiten der Arbeitnehmer verbessern, was leistungssteigernd wirkt und die Krankheitszeiten reduziert. Diese Effizienzhypothese ist für Industrieländer jedoch kaum relevant. Für Industrieländer werden vielmehr folgende Ursachen angeführt: • Labour-Turnover-Modell: Im Labour-Turnover-Modell stehen die Fluktuationskosten im Mittelpunkt. Ausgangspunkt bildet die Überlegung, dass eine steigende Fluktuation die durchschnittliche Arbeitsproduktivität reduziert, da erfahrene und ausgebildete Arbeitnehmer durch unerfahrene Arbeitnehmer substituiert werden müssen, wodurch betriebsspezifisches 177 Vgl. Mankiw (2011), S. 222f. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 164 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 165 8.4 Störungen auf der Güterangebotsseite 165 Humankapital verloren geht, da für ausscheidende Mitarbeiter keine Ablösesumme erhoben werden kann und neue Mitarbeiter angelernt werden müssen. Fluktuationen verursachen ferner Such-, Anwerbungs- und Verhandlungskosten für Neueinstellungen. Hinzu treten durch Fluktuationen zeitliche Vakanzen auf. Hohe Reallöhne reduzieren die Fluktuation sowie die Abwanderung qualifizierter Arbeitnehmer, erhöhen aber gleichzeitig die Lohnkosten. Dem Effizienzlohn fällt die Aufgabe zu, die Summe aus Fluktuations- und Lohnkosten zu minimieren. Aus Sicht der einzelnen Unternehmung entsteht somit der Anreiz, durch eine im Vergleich zu anderen Unternehmen höhere Lohnzahlung, Arbeitnehmer zu binden. Da aber auch die anderen Unternehmen derart kalkulieren, steigt das allgemeine Lohnniveau über den markträumenden Lohn an und es entsteht Arbeitslosigkeit, wodurch die Fluktuation gebremst wird. Allerdings muss einschränkend beachtet werden, dass die Arbeitnehmer unternehmensspezifische Kenntnisse erworben haben, die bei einer Beschäftigungsaufnahme in einer anderen Unternehmung verloren gehen. Dies führt bei einem Arbeitsplatzwechsel zu einer Produktivitätseinbuße der Arbeitnehmer und zu Reallohnsenkungen, sodass dadurch die Motivation eines Arbeitsplatzwechsels bei einer Lohnreduktion reduziert wird. • Shirking-Modell: Das Shirking-Modell basiert auf der Principal-Agent-Theorie. Gegenstand der Principal-Agent-Theorie ist, dass eine schlechter informierte Vertragspartei (Principal) einer besser informierten Vertragspartei (Agent) einen Auftrag erteilt. Dabei wird von einem Interessenkonflikt zwischen Agent und Principal ausgegangen: Der Nutzen des Principals hängt positiv von den Anstrengungen des Agenten, der Nutzen des Agenten hängt negativ von seinen Anstrengungen ab. Aufgrund von Zufallseinflüssen kann der Principal aus dem Ergebnis nicht auf die Anstrengungen des Agenten schließen. Außerdem wird unterstellt, dass der Agent sich opportunistisch verhält. Aufgabe der Principal-Agent-Theorie ist es, Anreizmechanismen zu entwickeln, die den Agenten veranlassen, sich im Interesse des Principals zu verhalten. Bezogen auf den Arbeitsvertrag bedeutet dies, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsanstrengung besser einschätzen kann als der Arbeitgeber. Arbeitsverträge können nicht alle Umweltzustände berücksichtigen. Es handelt sich hier also um ein Problem, welches durch Informationsasymmetrien hinsichtlich der Arbeitsanstrengungen gekennzeichnet ist. Da der Arbeitgeber die Leistungen des Arbeitnehmers schon allein aus Kostengründen nicht vollständig überwachen kann, stellt sich die Frage, durch welche Maßnahmen der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zu einer effizienten Arbeitshaltung bewegen kann. Der Arbeitnehmer verhält sich nutzenmaximierend, wobei sein Nutzen positiv von seinem Einkommen und negativ von seinen Arbeitsanstrengungen abhängt. Die Arbeitsanstrengungen kann der Arbeitnehmer variieren. „Bummeln“ am Arbeitsplatz stiftet dem Arbeitnehmer einen positiven Nutzen, reduziert aber den Gewinn der Arbeitgeber. Das Ausmaß des „Bummelns“ hängt von der Wahrscheinlichkeit des Entdeckens und Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 166 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 167 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese166 den Kosten der Entlassung ab. Die Kosten der Entlassung ergeben sich aus der Differenz des momentanen Lohnes zu dem marktgängigen Lohn bzw. dem Arbeitslosengeld. Je höher nun der gezahlte Lohn der Unternehmung ausfällt, umso größer sind die Kosten der „Drückebergerei“ und umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu werden, da die Unternehmen bei höheren Löhnen weniger Arbeitnehmer beschäftigen. Die Kosten des „Bummelns“ nehmen somit mit steigendem Lohn zu. Der optimale Lohn wird aus Sicht der Unternehmung dann realisiert, wenn die durch die Anhebung des Lohnniveaus ausgelöste Produktivitätserhöhung dem Anstieg der Lohnkosten entspricht. Da wiederum für alle Unternehmen Anreize zur Zahlung höherer Löhne bestehen, übersteigen die Löhne die markträumenden Löhne, wodurch Arbeitslosigkeit entsteht. Je höher die Arbeitslosigkeit ausfällt, umso geringer muss der Lohn im Verhältnis zum marktgängigen Lohn angehoben werden, um die Arbeitnehmer zu einem effizienten Arbeitseinsatz zu motivieren. Die Arbeitslosigkeit wirkt demnach als Disziplinierungsmittel. Aus dem Shirking-Modell folgt, dass der Effizienzlohn und die Arbeitslosigkeit umso höher ausfallen, je geringer die Kosten der Arbeitslosigkeit sind. • Adverse-Selection-Modell: In diesem Modell wird von unterschiedlichen Fähigkeiten der Arbeitnehmer ausgegangen. Die Fähigkeiten der Arbeitnehmer können, wenn überhaupt, nur durch kostspielige Einstellungstests ex-ante ermittelt werden. Die Fähigkeiten eines Bewerbers sind tendenziell erst nach einer gewissen Einarbeitungszeit feststellbar. Hinzu kommt, dass die Entlassung eines Arbeitnehmers u. a. aufgrund von Kündigungsbestimmungen Kosten verursacht. Die Effizienzlohntheorie behauptet nun, dass anhand der Lohnforderungen der Bewerber auf die Produktivität derer geschlossen werden kann. Leistungsfähigere Arbeitnehmer haben höhere Anspruchslöhne. Zahlt die Unternehmung relativ niedrige Löhne, dann werden sich nur Arbeitnehmer mit geringeren Fähigkeiten bewerben. Bei steigenden Löhnen nimmt daher der Anteil der produktiveren Arbeitskräfte zu. Dies bedeutet auch, dass es für Bewerber wenig sinnvoll ist, die bisherigen Löhne zu unterbieten. Akzeptieren Bewerber niedrigere Reallöhne, so schließt die Unternehmung daraus auf eine geringere Produktivität des Bewerbers. Es wird vermutet, dass der Bewerber nicht effizient arbeiten wird und bei besseren Angeboten die Unternehmung wieder verlässt, was wiederum die Fluktuationskosten erhöhen wird. Die Unternehmung hat also keinen Anreiz, Personen mit geringeren Lohnforderungen einzustellen. Einschränkend ist hier einzuwenden, dass die Annahme, die Qualifikation eines Bewerbers kann anhand seines Anspruchslohns beurteilt werden, nur dann zutreffend ist, wenn der Arbeitnehmer nicht unter Annahmezwang des Arbeitsvertrages steht, d. h., wenn seine finanzielle Situation eine Annahme des Arbeitsvertrages nicht dringend erfordert. • Soziologisches Modell (Gift-Exchange-Modell): In diesen Ansätzen werden soziologische und psychische Aspekte der Entlohnung betont. Die Entlohnung über dem gleichgewichtigen Lohn und effizienter Arbeitseinsatz wird als beiderseitiges Geschenk aufgefasst. Die Unternehmung schenkt Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 166 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 167 8.4 Störungen auf der Güterangebotsseite 167 dem Arbeitnehmer einen höheren Lohn und bekommt als Gegenleistung eine höhere Arbeitsproduktivität des Arbeitnehmers. Ein hoher Reallohn trägt zur Identifikation mit der Unternehmung bei und wirkt motivierend, während niedrige Reallöhne das Gefühl der „Ausbeutung“ vermitteln, was motivationshemmend wirkt und die Ausfallzeiten erhöht. Der „Betriebsfrieden“ wird durch hohe Reallöhne gesichert. Lohnsenkungen gefährden die Reputation der Unternehmung, ein fairer Arbeitgeber zu sein. Diese Ansätze scheinen eine Erklärung für die hohe Arbeitslosigkeit gering qualifizierter Arbeitnehmer zu geben. Ihre Anstrengungen und Produktivitäten nehmen zwar mit der Reduktion des Lohnabstandes zu den höheren Lohngruppen zu, verschlechtern aber gleichzeitig ihre Beschäftigungschancen. Die Effizienzlohntheorie liefert eine Begründung dafür, warum es trotz bestehender Arbeitslosigkeit nicht zur Lohnunterbietung kommt. Obwohl der Reallohn über dem markträumenden Reallohn liegt und auch Arbeitslose bereit wären, zu geringeren Reallöhnen zu arbeiten, reduzieren die Arbeitgeber die Reallöhne aufgrund der befürchteten Effizienzverluste nicht. Die Arbeitslosigkeit ist unfreiwilliger Natur, da Arbeitslose mit gleicher Qualität bereit wären, zu einem geringeren Lohn zu arbeiten. Die Probleme der Reallohnsenkungen wären geringer, wenn alle Unternehmen gemeinsam ihre Reallöhne reduzieren. In einer Rezession entsteht jedoch ein Gefangenen-Dilemma: Keine Unternehmung möchte als erste den Lohn reduzieren. Es stellt sich jedoch die Frage, ob für die oben angesprochenen Probleme keine alternativen Vertragskonstruktionen existieren. Eine Alternative bilden zweistufige Lohnstrukturen, bei denen die Entlohnung nach Dauer der Firmenzugehörigkeit (Seniorität) erfolgt.178 Eine andere Alternative besteht in leistungsabhängigen Beförderungen. Allerdings sind beide Alternativen mit Nachteilen belastet. Der Arbeitnehmer wird beim Senioritätsprinzip nicht davor geschützt, dass der Arbeitgeber ihn bei Erreichen einer höheren Lohngruppe mit dem unberechtigten Vorwurf einer zu geringen Leistung entlässt. Das Moral-Hazard- Problem kehrt sich also um. Die Beförderung nach Leistungen setzt voraus, dass die Leistung des Arbeitnehmers beobachtbar ist. In diesem Fall existiert aber kein Moral-Hazard-Problem. Daraus folgt aber auch unmittelbar für den Anwendungsbereich der Theorie, dass Effizienzlöhne nur dort sinnvoll sind, wo die Arbeitsleistung nur schwer überwacht werden kann, wie z. B. bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Schließlich wird mit der Insider-Outsider-Theorie eine weitere Ursache für Reallohnstarrheiten angeführt. Bei der Insider-Outsider-Theorie werden als Ursache für Arbeitslosigkeit Interessenkonflikte zwischen beschäftigten Arbeitnehmern (Insider) und Arbeitslosen (Outsider) angeführt. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Insider nicht an beschäftigungsfördernden niedrigeren Reallöhnen interessiert sind, da sie von Arbeitslosigkeit nicht betroffen sind und eine Reallohnsenkung ihre Einkommensposition verschlechtern würde. 178 Der Begriff „Seniorität“ wird im allgemeinen Sprachgebrauch als Vorrang von Personen mit höherem Lebensalter gegenüber jüngeren Personen definiert. Im Rahmen der Effizienzlohntheorie wird der Begriff im Zusammenhang mit der Firmenzugehörigkeit verwendet. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 168 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 169 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese168 Im Aufschwung ist die Gefahr arbeitslos zu werden, gering, sodass sich für die Insider ohne Gefährdung ihrer Arbeitsplätze Lohnspielräume ergeben. Ferner wird postuliert, dass die Insider über Marktmacht verfügen, die eine Reallohnsenkung verhindert. Diese Marktmacht begründet sich zum einen auf die höhere Produktivität der Insider und zum anderen auf die Fluktuationskosten. Die Insider können daher höhere Lohnforderungen als die Outsider durchsetzen. Die Substitution von Insidern durch Outsider verursacht zum einen originäre Fluktuationskosten in Form von Einstellungs- und Entlassungskosten und zum anderen politisch verursachte Fluktuationskosten in Form von Abfindungszahlungen, Sozialplänen und eventuellen Prozesskosten bei Kündigungen. Die Insider weisen aufgrund ihrer Betriebszugehörigkeit Spezialwissen und Spezialfähigkeiten auf, worauf sich die Produktivitätsvorsprünge zu den Outsidern begründen. Durch die Substitution von Insidern durch Outsider geht betriebsspezifisches Humankapital verloren.179 Hinzu können sogenannte Rent-Creating-Aktivitäten der Insider in Form von Belästigungen, sozialen Ausgrenzungen und Verweigerungen der Kooperation mit den lohnunterbietenden Outsidern auftreten. Der letzte Punkt dürfte schwer wiegen, da die Unternehmung darauf angewiesen ist, dass die Insider den eingestellten Outsidern während der Einarbeitungszeit behilflich sind. Darüber hinaus könnten die Insider bei Entlassung anderer Insider mit einer Leistungsreduktion drohen. Mit Hilfe der Insider-Outsider-Theorie können somit Reallohnrigiditäten erklärt werden. Unfreiwillige Arbeitslosigkeit hat demnach seine Ursache in der Existenz von Fluktuationskosten und den eigennutzorientierten Interessen der Insider. Die genannten Probleme können verstärkt werden, wenn die Gewerkschaften primär die Interessen der Insider vertreten, wodurch die Marktmacht der Insider erhöht wird. Höhere Lohnforderungen der Insider können durch Streik oder Dienst nach Vorschrift untermauert werden. Mittels der Gewerkschaften werden allgemein verbindliche Tariflöhne vereinbart, die durch die Outsider nicht unterwandert werden können. Des Weiteren liegt es im Interesse der Insider, Kündigungsschutzbestimmungen zu verschärfen und Abfindungszahlungen auszudehnen. Dies fördert auf der einen Seite die Rigidität der Reallöhne und behindert auf der anderen Seite die Entstehung neuer Arbeitsplätze. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Marktmacht der Insider die allokativen Funktionen des Preismechanismus beeinträchtigt, da sie höhere Löhne als den markträumenden Lohn durchsetzen können. 8.4.2.2 Auswirkungen Wir untersuchen als erstes die Konsequenzen starrer Nominallöhne auf den Verlauf der Güterangebotsfunktion. Den Ausgangspunkt bildet der Punkt A in der Abbildung  8.12. Es gilt das Preisniveau PA, welches bei einem Nominallohn von wA zu einem Reallohn 179 Vgl. auch die oben im Rahmen der Effizienzlohntheorie angeführten Argumente. Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 168 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 169 8.4 Störungen auf der Güterangebotsseite 169 von (w/P)A führt. Beim Reallohn (w/P)A ist der Arbeitsmarkt geräumt. Mit der Beschäftigung AA kann eine Produktion von YA realisiert werden. Nun sinkt das Preisniveau von PA auf PB. Bei konstantem Nominallohn steigt der Reallohn auf (w/P)B. Arbeitslosigkeit ist die Folge. Da die Beschäftigung auf AB zu rückgeht, sinkt auch die Produktion auf YB. Dies bedeutet aber auch umgekehrt, dass ausgehend von Punkt B eine Preiserhöhung die Produktion bis zum Punkt A erhöht. Die Güterangebotsfunktion hat eine positive Steigung. Dies gilt solange, bis die Preiserhöhung den Reallohn auf den gleichgewichtigen Reallohn (w/P)A reduziert hat. Ab diesem Punkt würde eine Preiserhöhung die Produktion nicht mehr erhöhen. Die bei starren Nominallöhnen hervorgerufenen Probleme eines Nachfrageschocks werden anhand der Abbildung 8.13 erläutert. Die Ausgangssituation beschreibt der Punkt A. Es herrsche Vollbeschäftigung. Nun kommt es zu einem Nachfrageausfall. Die Güternachfragefunktion verschiebt sich nach links. Es entsteht ein Angebotsüberhang in Höhe von AB. Dieser Angebotsüberhang führt zu einem Preisrückgang. Bei flexiblen Löhnen würde der Punkt D erreicht werden. Da aber nun der Nominallohn fixiert ist, sinkt das Preisniveau nur auf PC. Zwar wird durch die Preissenkung die Nachfrage wieder tendenziell angekurbelt, die Preisreduktion ist allerdings zu gering, um die Nachfrage auf das ursprüngliche Niveau zurückzuführen. Die A AA AN AA A (w/P) (w/P)APA PB P YA Y AS B AB (w/P)B A B YB AC C Abbildung 8.12: Güterangebotsfunktion bei starren Nominallöhnen AC A AA AN AA A (w/P) (w/P)APA PC P YA Y AS D (w/P)B A C YC AB B C PD ADAADB B Abbildung 8.13: Probleme eines Nachfrageschocks Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 170 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 171 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese170 Nominallohnstarrheit verhindert eine größere Preissenkung. Als Konsequenz ist festzuhalten, dass durch die Nachfragereduktion Preise, Beschäftigung und Produktion bei steigendem Reallohn fallen. 8.4.2.3 Bekämpfungsmöglichkeiten Es stellt sich die Frage, wie die resultierende Arbeitslosigkeit abgebaut werden kann. Das beschriebene Problem am Arbeitsmarkt entsteht, weil • die Nominallöhne starr sind und • ein Nachfrageschock aufgetreten ist. Daher existieren zwei Alternativen zur Lösung des auftretenden Problems: • Beseitigung der Nominallohnstarrheit (Angebotspolitik) oder • Stärkung der Nachfrage (Nachfragepolitik) Klassiker befürworten die Angebotspolitik. Von keynesianischer Seite her wird eingewendet, dass fallende Löhne über fallende Preise die in Abschnitt 8.3.2 diskutierten Deflationsgefahren auslösen würden. Um dies zu vermeiden, würden sie eher dazu raten, die Nominallöhne stabil zu halten. Außerdem sichert Lohnflexibilität keinesfalls das Preisniveau. Bei konzentrierten Gütermärkten ist es fraglich, ob die Unternehmen die Lohnsenkungen auch in Preissenkungen weitergeben würden. Daher plädieren die Keynesianer auf einen Nachfrageschock mit einer expansiven Nachfragepolitik zu reagieren. Dem Staat stehen hierfür die Instrumente der Fiskal- und der Geldpolitik zur Verfügung. Mittels einer expansiven Geldpolitik kann die Zentralbank den Zins reduzieren und damit die Investitionsnachfrage anregen. Die Idee der Nachfragepolitik besteht also darin, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wieder in die ursprüngliche Position (Punkt A in der Abbildung 8.13) zurückzuschieben. Beachten Sie dabei Folgendes: Der Reallohn ist nach dem Nachfrageausfall zu hoch. Dadurch, dass die Nachfrage durch den Staat stimuliert wird, steigt das Preisniveau und der Reallohn geht zurück. Der Rückgang des Reallohns erfolgt hier also über einen Anstieg der Preise. Voraussetzung hierfür ist, dass die Arbeitnehmer, die nicht von der Arbeitslosigkeit betroffen sind, akzeptieren, dass der Reallohn sich auf sein ursprüngliches Niveau zurückentwickelt.180 Beachten Sie bitte auch, dass zwar der Preis durch die Nachfragepolitik ansteigt, allerdings bei richtiger Dosierung nur auf sein ursprüngliches Niveau. Eine Nachfragepolitik führt bei konkreter Dosierung daher nicht zu einer Zunahme des Preisniveaus, wenn man von dem Preisniveau vor dem Nachfrageschock als Referenzwert ausgeht. 8.5 Fazit Nachfragestörungen können Selbstheilungskräfte auslösen, die wieder zu einem gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht führen. Dies setzt allerdings einer- 180 Vgl. hierzu die Ausführungen zur Insider-Outsider-Theorie in Abschnitt 8.4.2.1. 8.5 Fazit Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 170 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 171 8.6 Aufgaben zu Kapitel 8 171 seits voraus, dass die Güternachfragefunktion preiselastisch und andererseits die Güterangebotsfunktion vollkommen preisunelastisch verlaufen. Die Güternachfragefunktion verläuft bei Existenz einer Investitions- oder Liquiditätsfalle preisunelastisch. Ferner kann eine Deflation die Güternachfrage reduzieren. Die Güterangebotsfunktion verläuft nicht preisunelastisch bei starren Nominallöhnen und starren Güterpreisen. Keynesianer gehen davon aus, dass die Selbstheilungskräfte kurz- bis mittelfristig nicht ausreichend funktionieren. Sie plädieren daher für eine antizyklische und diskretionäre Konjunkturpolitik. Diskretionär bedeutet, dass die Nachfragepolitik je nach Konjunktursituation eingesetzt wird. Eine diskretionäre Geldpolitik ist allerdings alles andere als unbestritten. Insbesondere von monetaristischer Seite wird argumentiert, dass eine Zentralbank aufgrund von Dosierungs- und Lag-Problemen kaum in der Lage ist, eine ad- äquate Konjunkturpolitik zu betreiben. Der Versuch, Konjunkturzyklen mittels einer antizyklischen Geldpolitik zu glätten, führe eher zu einer Verstärkung von Konjunkturzyklen. Auf dieses Problem werden wir in Kapitel 12 ausführlich eingehen. 8.6 Aufgaben zu Kapitel 8181 Aufgabe 8.1 Was verstehen Sie unter dem Begriff „neoklassische Synthese“? Aufgabe 8.2 Die Güterangebotsfunktion verläuft vollkommen preisunelastisch. Die Güternachfragefunktion verläuft preiselastisch. Diskutieren Sie anhand einer Grafik die Auswirkungen eines Nachfragerückgangs! Wie sollte sich die Zentralbank verhalten? Aufgabe 8.3 Unter welchen Voraussetzungen funktionieren die Selbstheilungskräfte des Marktes? Aufgabe 8.4 Erläutern Sie die Probleme einer Deflation! Aufgabe 8.5 Erläutern Sie anhand einer Grafik die Probleme eines Nachfrageschocks a) bei der Existenz einer Investitionsfalle sowie b) bei der Existenz einer Liquiditätsfalle! 181 Die Lösungen zu den Übungsaufgaben finden Sie unter http://www.vahlen.de/. 8.6 Aufgaben zu Kapitel 8 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 172 Vahlens Kurzlehrbücher – Moritz – Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Auflage Herstellung: Frau Hilgendorff Status: Druckdaten Stand: 19.04.12 Seite: 173 8 Geldpolitik im Lichte der neoklassischen Synthese172 Aufgabe 8.6 Die Güternachfragefunktion verläuft preiselastisch. Die Nominallöhne sind nach unten konstant. Diskutieren Sie anhand einer Grafik die Auswirkungen eines Nachfragerückgangs! Wie sollte sich die Zentralbank verhalten? Aufgabe 8.7 Diskutieren Sie mögliche Ursachen für Lohnstarrheiten! Aufgabe 8.8 Kennzeichnen Sie in der folgenden Tabelle die Auswirkungen einer expansiven Geldpolitik! Die Güternachfragefunktion verläuft preiselastisch. Angebotsfunktion Output realer Zins Preise reale Geldmenge vollkommen preiselastisch (extrem keynesianisch) vollkommen preisunelastisch (klassisch)

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References

Zusammenfassung

Die Zusammenhänge der Geldpolitik.

Moritz, Geldtheorie und Geldpolitik

3. Auflage. 2012.

ISBN 978-3-8006-4234-2

Geldpolitik komplett

Dieses Lehrbuch vermittelt die Grundkenntnisse der Geldtheorie und Geldpolitik anhand von konkreten Beispielen und den aktuellen geldpolitischen Entwicklungen. Die Übungsfragen am Kapitelende sorgen für einen höheren Lernerfolg.

Besonders aktuell: Geldpolitik

Die 3. Auflage berücksichtigt die aktuellen Entwicklungen der Europäischen Währungsunion und stellt die geld-politischen Zusammenhänge praktisch dar.

Besonders interessant

für Studenten der Wirtschaftswissenschaften an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien.