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7.6 Machen Sie Ihr Risikomanagement für alle sichtbar! in:

Marc Diederichs

Risikomanagement und Risikocontrolling, page 237 - 238

3. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4222-9, ISBN online: 978-3-8006-4223-6, https://doi.org/10.15358/9783800642236_237

Series: Finance Competence

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7.6 Machen Sie Ihr Risikomanagement für alle sichtbar! 217 mung. Viele Unternehmen organisieren auch regelmäßig in der Unternehmenszentrale Tagungen und Kongresse, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Nutzen Sie all diese Plattformen für Ihre Botschaften! 7.6 Machen Sie Ihr Risikomanagement für alle sichtbar! Intranet nutzen Sollten Sie ein Intranet in Ihrem Unternehmen haben, nutzen Sie es für Ihr Risikomanagement! Zum einen sollten Sie es nutzen, um Werbung für das Risikomanagement zu machen. Platzieren Sie Ankündigungen, Neuerungen oder sonstige aktuelle Themen! Stellen Sie interessante Beiträge aus Presse oder Wissenschaft ein oder adressieren Sie Links zu interessanten Seiten im Internet. Rufen Sie Ihr Risikomanagement auch über diese Plattform immer wieder in das Gedächtnis der Belegschaft. Informationsplattform schaffen Zum anderen sollten Sie das Intranet als zentrale Plattform nutzen, auf der Sie alle relevanten Informationen rund um Ihr Risikomanagement vorhalten. Sie realisieren entscheidende Vorteile gegenüber einem klassischen Risikomanagement-Handbuch, das irgendwo im Schrank steht: Die Intranet-Plattform ist für jeden sichtbar, leicht aufrufbar und durch die vielen Navigationsmöglichkeiten einfach und angenehm zu nutzen. So lassen sich die Botschaften viel interessanter vermitteln, die sich selbstverständlich an Ihrem bestehenden Handbuch orientieren können. Denken Sie bei der Gestaltung auch daran, dass eine Intranet-Plattform nicht zu einem Risikomanagement-Lehrbuch verkommt. Gestalten Sie es durch einfache Abbildungen oder interessante „Statements“ spannend für den Leser! Halten Sie sich außerdem kurz. Bringen Sie die Botschaft auf den Punkt. Keiner wird sich seitenlange „Risikomanagement- Geschichten“ durchlesen. Grundlagen des Risikomanagements adressieren Zwar sollte Ihre Plattform keine wissenschaftliche Abhandlung werden, ein paar Themenkomplexe sollten Sie allerdings nicht außer Acht lassen: So sollten Sie zum Beispiel Risikomanagement-Grundlagen aufnehmen. Sie sollten Antworten auf die Fragen geben: • Was versteht man unter Risikomanagement? • Wie ist „Risiko“ im Unternehmen definiert? • Wie sieht die grundsätzliche Risikostrategie aus? • Wie lauten die Grundsätze im Umgang mit Risiken? Wenn Sie mögen, nehmen Sie noch ein wenig Gesetzeslehre mit hinein, um den Druck auf die handelnden Personen zu erhöhen. Notwendig ist dies freilich nicht: ein erstklassiges Risikomanagement sollte in der DNA eines jeden Mitarbeiters verankert sein – auch ohne Gesetzgeber! 7. Tipps für den eiligen Praktiker218 Prozesse und Verantwortlichkeiten transparent machen Zudem sollten Sie die Abläufe der Risikoberichterstattung und organisatorische Prozeduren klar umreißen. Besonders wichtig ist, die Verantwortlichkeiten der handelnden Personen in der Organisation und die korrespondierenden Aufgaben klar und eindeutig zu beschreiben – wer macht was, wann! Vorlagen vorhalten Halten Sie zudem einen „Download“-Bereich vor. Hier können Sie Formblätter zur Risikoberichterstattung (wie zum Beispiel Blanko-Risikoerfassungsbögen) oder aber auch die Risikoberichte der Vorperioden hinterlegen, auf die bestimmte Personenkreise passwortgeschützt via Berechtigungskonzept zugreifen können. Stellen Sie für die Organisation Präsentationen bereit, mit denen andere Mitarbeiter das Thema „Risikomanagement“ in ihren jeweiligen Bereichen vorstellen können. Außerdem können Sie Checklisten oder andere Instrumente vorhalten, mit denen die Organisation ihr dezentrales Risikomanagement in der Linie vorantreiben kann. Wie eingangs erwähnt, sollten Sie auch Zeitungsartikel oder andere interessante Beiträge zum weiten Themenfeld „Risikomanagement“ ablegen. Gestalten Sie den Bereich interessant – die moderne Technik bietet hier eine Menge Möglichkeiten! 7.7 Was immer Sie tun, halten Sie es einfach! Ob bei der Etablierung eines Risikomanagement-IT-Tools, der Einführung neuer MS-Excel- Bögen, mit denen Sie die risikorelevanten Informationen im Rahmen Ihrer Risikoberichterstattung abfragen, oder sonstigen Aktivitäten: Denken Sie immer daran, dass Sie auf die Hilfe und Mitarbeit Ihrer Kollegen im gesamten Unternehmen angewiesen sind! Diese werden in der Regel nicht zum Thema Risikomanagement so ausgebildet sein oder die Erfahrung gesammelt haben wie Sie. Lassen Sie also einen gesunden Pragmatismus walten und versuchen Sie, alles so einfach wie möglich zu halten. Komplexität vermeiden bedeutet Fehler vermeiden Bleiben wir beispielhaft bei einem der elementaren Prozesse im Rahmen des Risikomanagements: der Risikoberichterstattung, also der Erhebung von Informationen mit standardisierten Formblättern. Dabei ist es in der Regel unerheblich, ob Sie mit MS-Excel und Outlook oder mit Hilfe einer Web-basierten Eingabe arbeiten. Grundsätzlich muss man sich bei der Auswahl der Informationen, die man abfragt, die folgenden Fragen stellen: Welche Punkte sind steuerungsrelevant? Und: Ist die Person, die die Information im Tagesgeschäft liefern soll, überhaupt in der Lage, die Felder sinnvoll zu füllen? Ihnen als Risikomanager oder Risikocontroller nützt es nichts, wenn die gelieferten Informationen falsch eingegeben werden und für Sie keinen erkennbaren Wert haben. So müssen Sie jedes Mal bei Eingabefehlern oder bei Verständnisproblemen die Person kontaktieren, die das Formblatt zur Risikoerfassung ausgefüllt hat. Und dabei soll nicht unterstellt werden, dass die Person die Information mit böser Absicht falsch einträgt. In der Regel wird es so sein, dass sie die Informationen mit bestem Wissen und Gewissen eingegeben hat, häufig

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Zusammenfassung

Risikomanagement und Risikocontrolling

Dieses Standardwerk beschäftigt sich mit Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten bei der Einrichtung und Weiterentwicklung von Risikomanagement- und Risikocontrolling-Systemen. Es bietet sowohl für den lösungssuchenden Praktiker als auch für den Wissenschaftler einen großen Fundus an wertvollem Wissen und liefert zahlreiche Anregungen und Hilfestellungen sowie in der Unternehmenspraxis erprobte Lösungen und Instrumente.

Aus dem Inhalt:

- Grundlagen des Risikomanagements und Risikocontrollings

- Anforderungskatalog an das Risikomanagement und die risikoorientierte Lageberichterstattung seitens des Gesetzgebers und des Wirtschaftsprüfers

- Internes Kontrollsystem (IKS), COSO und Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess

- Prozessschritte des Risikomanagements und Vorstellung praxiserprobter Instrumente zu deren Unterstützung

- Gestaltung einer Risikomanagement-Organisation, Abgrenzung von Risikomanagement und Interner Revision sowie Anforderungen an den Risikomanager

- Empfehlungen zum Aufbau einer chancen- und risikoorientierten Berichterstattung (Balanced Chance und Risk Card)

- Risikomanagement im DAX30

Der Autor:

Dr. Marc Diederichs leitet das Konzernrisikomanagement der Aurubis AG, Hamburg. Davor war er verantwortlich für das Corporate Risk & Insurance Management der Beiersdorf AG, Hamburg. Neben seiner beruflichen Laufbahn veröffentlicht der Autor Beiträge in Fachzeitschriften und Fachbüchern, leitet Seminare und hält Vorträge zu den Themen Risikomanagement und Risikocontrolling.

"Dr. Diederichs gelingt es auf konstruktive und anschauliche Weise, die Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten des Risikomanagements sowie des Risikocontrollings herauszustellen. Er bietet damit Praktikern und Wissenschaftlern ein Standardwerk, welches durch seine anschauliche Struktur sowie seine unkomplizierte Ausdrucksweise besticht. Mit zahlreichen Abbildungen und präzisen Begriffserklärungen ist es eine verständliche Lektüre, die einen breiten Überblick über das Themenfeld liefert."

Antonia Köhler, ZfCM - Zeitschrift Controlling & Management, 6/2012, S.450

"Diederichs Ansatz des Risikomanagements und des Risikocontrollings, vor allem die hier vorgeschlagenen Aufgaben und Instrumente, können in verschiedenen Branchen angewandt werden. Selbstverständlich müssen Aufgaben und Instrumente hier entsprechend konkretisiert und angepasst werden, aber auch hierzu gibt das Buch Hinweise... Das Buch kann daher jedem empfohlen werden, der sich in Theorie und Praxis mit Risikomanagement und Risikocontrolling beschäftigt."

Peter Bömelburg, Zeitschrift Die Wirtschaftsprüfung, 15-2011, zur Vorauflage