Content

Anhang 3: HCR10 „Content Index“ als Selbstauskunft in:

Christian Scholz, Thomas Sattelberger

Human Capital Reporting, page 200 - 203

HCR10 als Standard für eine transparente Personalberichterstattung

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4220-5, ISBN online: 978-3-8006-4221-2, https://doi.org/10.15358/9783800642212_200

Series: HRM Competence

Bibliographic information
Anhang 3: HCR10 „Content Index“ als Selbstauskunft Die folgenden Darstellungen zeigen, wie eine Selbstauskunft zur Anwendung des HCR10 aussehen könnte. Verdeutlicht wird dies an den Berichten der Deutschen Telekom AG, die bei zwei der drei Bewertungszahlen die Spitze des DAX-30-Rankings einnehmen (Anhang 4). Abbildung 103 zeigt den HCR10 Content Index für die erste Bewertungszahl für Geschäftsberichte, Abbildung 104 für die zweite Bewertungszahl für Personal- und Nachhaltigkeitsberichte – wobei hier beide Berichte der Deutschen Telekom AG eingingen – und Abbildung 105 die dritte Bewertungszahl als Gesamtübersicht über die Unternehmensberichterstattung in Geschäfts-, Personal- und Nachhaltigkeitsbericht. Die Darstellung erfolgt in Analogie zu dem bereits weit verbreiteten und sehr übersichtlichen Raster der GRI. Abbildung 103: HCR10 Content Index Geschäftsbericht der Deutschen Telekom AG, erste Bewertungszahl 192 Anhang Abbildung 104: HCR10 Content Index Personal- und Nachhaltigkeitsbericht der Deutschen Telekom AG, zweite Bewertungszahl Anhang 3 193 Abbildung 105: HCR10 Content Index Geschäfts-, Personal- und Nachhaltigkeitsbericht der Deutschen Telekom AG, dritte Bewertungszahl Anhang 4: DAX-30-Bewertung nach dem HCR10 Die folgenden Tabellen zeigen die Ranglisten der ersten Bewertungsrunde der DAX-30- Unternehmen nach der in Kapitel 4 vorgestellten Bewertungslogik des HCR10. Zur Bewertung wurde die externe Unternehmensberichterstattung der DAX-30-Unternehmen für das Berichtsjahr 2009 herangezogen. Der Bewertungslogik des HCR10 entsprechend werden drei Bewertungszahlen gebildet, um den verschiedenen Berichtsarten der Unternehmen gerecht zu werden: Das Ergebnis für die erste Bewertungszahl zeigt Tabelle 25. In diese erste Bewertungszahl gehen Informationen aus Geschäftsberichten ein und werden in Relation zu den Pflichtkennzahlen für Geschäftsberichte gesetzt (Raute-Kennzahlen). Die Rangliste für die zweite Bewertungszahl, in die Personal- und Nachhaltigkeitsberichte der DAX-30-Unternehmen eingehen, zeigt Tabelle 26. Die Informationen dieser freiwilligen Berichte werden in Relation mit den Pflichtkennzahlen für Personal- und Nachhaltigkeitsberichte gesetzt (Asterisk-Kennzahlen). Hierbei ist zu bemerken, dass lediglich die Hälfte der DAX-30-Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht herausgibt – gekennzeichnet durch (N) – und lediglich zwei Unternehmen einen Personalbericht veröffentlichen – gekennzeichnet durch (P). Entsprechend sind in der Rangliste dieser zweiten Bewertungszahl 15 Unternehmenmit einer 0%igen Erfüllungsquote angeführt. Tabelle 27 zeigt die Rangliste für die Bewertung nach der dritten Bewertungszahl, in die sowohl der Geschäfts- als auch der Personal- und Nachhaltigkeitsbericht eingehen. Da in die Berechnung dieser Bewertungszahl der gesamte HCR10 Content eingeht, also neben den Pflichtkennzahlen für Geschäfts-, Personal- und Nachhaltigkeitsberichte auch die Kann-Kennzahlen, entspricht die Erfüllungsquote dieser dritten Bewertungszahl nicht der einfachen Addition der Erfüllungsquoten der ersten beiden Bewertungszahlen. Die Rangliste der Geschäftsberichte (Tabelle 25) führt die Linde AG mit einer Erfüllungsquote von 44% an, dicht gefolgt von der VW AG mit 41% und K+S mit 36%. Das Schlusslicht bilden in dieser Kategorie die Merck AG und die Fresenius AG mit einer 10%igen Erfüllungsquote. Die Rangliste der Personal- und Nachhaltigkeitsberichte (Tabelle 26) führen die beiden Herausgeber eines Personalberichtes an, die Deutsche Telekom AG und die RWE AG mit 39%iger beziehungsweise 32%iger, gefolgt von der Siemens AG mit 28%iger Erfüllungsquote. Das Schlusslicht der Unternehmen, die einen Nachhaltigkeitsbericht publizieren, bildet Beiersdorf mit einer 2%igen Erfüllungsquote. Die Rangliste der Gesamtübersicht (Tabelle 27) wird ebenfalls von der Deutschen Telekom AG angeführt, die sich mit einer Informationsbereitstellung von 34% des HCR10 Content auf einem guten Weg zum Maximum befindet. Es folgen die RWE AG und die Siemens AG, die 29% beziehungsweise 27% des Weges zum Maximum bereits beschritten haben. Die Allianz AG und dieMerck AG haben mit 4% beziehungsweise 5% noch einen weitenWeg vor sich. Dieser direkte Vergleich der Berichterstattung der DAX-30-Unternehmen verdeutlicht die Heterogenität der Berichtslandschaft, zeigt aber auch auf, dass aussagekräftige Berichterstattung durchaus möglich ist.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Ein Standard für professionelles Human Capital Reporting (HCR) mit aussagefähigen und quantifizierbaren Informationen

Der Standard HCR10 beschreibt, wie sich personalwirtschaftlich relevante Tatbestände in der Berichterstattung der Unternehmen niederschlagen sollen. Durch eine derartige Standardisierung erfolgt eine Vereinfachung im Prozess der Berichterstattung. Vor allem aber werden die „HR-Metrics“ durch ihre Strukturäquivalenz lesbar, verstehbar und damit vergleichbar.

Zum Inhalt

* Der erste Abschnitt dieses Buches betont die Aktualität und Relevanz einer Standardisierung des Human Capital Reportings. Die derzeitige Ausgangslage sowie Ziele und Trends, denen sich das HCR gegenüber sieht, werden verdeutlicht.

* Die Systematik des HCR10, welche unmissverständlich klar macht, welche Kennzahlen einen Bericht über Personal (sei es im Geschäfts-, im Nachhaltigkeits- oder im Personalbericht) aussagekräftig machen wird im zweiten Abschnitt vorgestellt.

* Der dritte Abschnitt widmet sich der konkreten Ausgestaltung des HC-Reportings. Anhand von illustrativen Beispielen wird verdeutlicht, wie die Berichterstattung der einzelnen geforderten Kennzahlen aussehen kann.

* Wer bei der Erstellung eines Berichts welche Aufgaben übernehmen und welche Daten liefern sollte, wird im vierten Abschnitt erörtert. Zudem wird diskutiert, welchen Nutzen ein dem HCR10 entsprechendes Reporting für diverse Interessengruppen wie Personalleiter, Aufsichtsräte, Wirtschaftsprüfer oder Bewerber hat.

* Im abschließenden fünften Abschnitt wird eine Vision für das HC-Reporting in Deutschland formuliert.

Über die Autoren

Prof. Dr. Christian Scholz ist Inhaber des Lehrstuhls für Organisation, Personal- und Informationsmanagement an der Universität des Saarlandes. Thomas Sattelberger leitet als Vorstand das Personalressort bei der Deutschen Telekom AG.

Dieses Buch ist Pflichtlektüre für HR-Verantwortliche, die sich mit Personal-Controlling und -Reporting befassen – einem wichtigen Thema in großen Unternehmen, aber auch in KMU. Das Buch richtet sich bewusst aber auch an Aufsichtsräte, Vorstände, Wirtschaftsprüfer und Analysten: Sie sollen die hohe Berichtsqualität des HCR10 einfordern und nutzen.