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VI. Zentrale Begriffe und Diskussionsfragen in:

Jürgen Weibler

Personalführung, page 673 - 675

2. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-4185-7, ISBN online: 978-3-8006-4186-4, https://doi.org/10.15358/9783800641864_673

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
662 F. Ethische Reflexion von Führung und Führungsbeziehungen Sicherlich kann sich die Führungspraxis dem nur annähern, ist die Welt nicht so einfach und nicht jedes Argument allein prioritär überzeugend (vgl. hierzu detaillierter Weibler 2005). Vieles wird aber auch von dem anderen prima vista als überzeugend und nicht weiter hinterfragbar gesehen, u.a. die hierarische Ordnung selbst (vgl. hierzu sehr differenziert und instruktiv Pongratz 2002). Dennoch besteht dort, wo Unbehagen bei der ethischen Qualität einer beabsichtigten, gar einseitig vollzogenen Handlung (Entscheidung) auftritt, das Anrecht auf eine Begründung und auf die Auseinandersetzung damit, ggf. auch stellvertretend für oder durch andere. Also müssen Führungskräfte auch hier wieder einmal unter Unsicherheit handeln, denn die moderne Ethik ist keine Rezeptethik, sondern eine Reflexionsethik (vgl. Thielemann 2009). Aber Reflexion des eigenen Handelns bzw. des eigenen Anliegens darüber, wie andere handeln sollen, ist nicht der schlechteste Anfang, um die berechtigten Interessen anderer zu erkennen. VI. Zentrale Begriffe und Diskussionsfragen Nachfolgend führen wir Begriffe auf, die wir in Teil F als zentral erachten. Sie dienen dazu, sich noch einmal an wichtige Inhalte zu erinnern. Gleichzeitig könnten Sie – falls Sie mögen – überprüfen, ob Ihnen die Bedeutung der Begriffe im Führungskontext hinreichend klar ist und sich fragen, welche Aussagen wie Assoziationen Sie hiermit verbinden. Wir wollen Teil F mit einigen Diskussionsfragen abschließen, die helfen sollen, die eigene Position zu Führungsthemen zu schärfen oder auch alternative Möglichkeiten der Wahrnehmung von Führung zu entwickeln. Diese Fragen eignen sich für das Selbststudium gleichermaßen wie für die Diskussion im Seminar oder in der Arbeitsgruppe. Definition: Ethische Führung Ethische Führung heißt, andere durch eigenes, legitimiertes Verhalten so zu beeinflussen, dass dies bei den Beeinflussten mittelbar oder unmittelbar ein intendiertes Verhalten bewirkt. Abusive Supervision • Anspruchsgruppen • Arbeitsbedingungen • Bad Leadership • Bescheidenheit • Citizenship • Destruktive Führung • Direkte vs. indirekte Führung • Diskurs • Diskursethik • Ehrfurcht • Ehrlichkeit • Empathie • Entscheidungsverhalten • Erfolg • Ethik der Geführten • Fairness • Führungserfolg • Führungsethik • Führungsfolgen • Führungsleitbild • Führungsmacht • Führungssituation • Führungssysteme • Führungsziel • Gerechtigkeit • Gewissensethik • Globalisierung • Harmonismus • Instrumentalisierung • Integrität • Interessen • Kommunikation • Lebensqualität • Leistung • Leistungswettbewerb • Macciavellismus • Macht • Manipulation • Mobbing • Moral • Mündigkeit • Narzissmus • Ökonomisierung • Paranoia • Personalmanagement-Ethik • Petty Tyranny • Pflichtethik • Privilegierung • Reflexion • Reflexionsethik • Sanktion • Shareholder Value • Stress • Supervisor Aggression • Supervisor Undermining • Toxic Leadership • Tugenden • Tugendethik • Tyrannical Leadership • Verantwortung • Vernunft • Victimization • Vorbild • Workplace Bullying • Ziele • Zufriedenheit • Zwang WeiblerPersonalführung.pdf 678 17.01.2012 11:20:22 VI. Zentrale Begriffe und Diskussionsfragen 663 • Wann ist eine Führung ethisch gut? • Inwiefern hängen Macht und Verantwortung im Führungskontext zusammen? • Welche Situationen fördern eine destruktive Führung? Welche Charaktereigenschaft? • Woran macht sich für Sie ein „tyrannisches“ Führungsverhalten fest? Gibt es Situationen, in denen sich Führende über die in einer Gesellschaft gültige Moral hinwegsetzen dürfen? • Führungsethik und Führungserfolg: Was ist wann warum prioritär? • „Wer Gesetze einhält, dem ist nichts vorzuwerfen.“ Was antworten Sie auf eine solche Position? WeiblerPersonalführung.pdf 679 17.01.2012 11:20:22 Glossar Abhängige Variable: Variable Aktives Zuhören: In der interpersonellen Kommunikation die affektive Reaktion eines Gesprächspartners (Empfängers) auf die Botschaft eines Sprechers (Senders). Hintergrund ist die Einsicht, dass der innere Zustand des Senders (seine Bedürfnisse, Gefühle, Empfindungen und affektiv getönten Gedanken) vom Empfänger nur indirekt erfahren werden kann: Der Sender verschlüsselt seinen inneren Zustand und teilt sich dem Empfänger über sprachliche und nicht-sprachliche Äußerungen (Körpersprache) mit. Will der Empfänger an der Erlebniswelt des Gesprächspartners teilhaben, muss er dessen Botschaft entschlüsseln. Dazu formuliert der Empfänger die Botschaft in eigenen Worten und meldet sie dem Gesprächspartner zurück. Er sendet dabei keine eigenen Botschaften (wie z.B. Urteile, Ratschläge, Ermahnungen). Ambiguitätstoleranz: Fähigkeit, Mehrdeutigkeiten und widersprüchliche Verhaltenserwartungen in sozialer Interaktion auszuhalten und handlungspraktisch zu bewältigen. Assessment-Center (AC): (engl.: to assess = einschätzen); systematisch durchgeführtes eignungsdiagnostisches Verfahren der Personalauswahl und Personalentwicklung, das auf die Beurteilung von Fähigkeiten/Fähigkeitspotenzialen und Verhaltensweisen abzielt. Formal zeichnet sich das AC durch den Einsatz unterschiedlichster Testmethoden und die Teilnahme mehrerer Beurteiler und Beurteilter aus. Inhaltliches Hauptmerkmal des AC ist die Simulation aufgabentypischer Situationen. Attribut: Unterscheidbare Eigenschaften von Objekten. In der Kognitionspsychologie kleinste inhaltliche Einheiten der neuronalen auto-assoziativen Netzwerke von Menschen, die das Wissen über elementare Merkmale von Objekten der Welt repräsentieren. Aufgabe: Im lerntheoretischen Kontext jede Anforderung, die durch die Erfahrungswelt an einen Lernenden herangetragen wird. Bedeutsamer Anderer: Rollenträger ( Rolle), an dem eine handelnde Person ihr Tun und ihre Erwartungen ausrichtet. Black-Box: Bildhafte Umschreibung für die Annahme des Behaviorismus, dass über Prozesse im Inneren des menschlichen Organismus keine Angaben gemacht werden können. Generell das Ausblenden von nicht erkennbaren oder als nicht wichtig erachteten Zusammenhängen. Brainstorming: Methode, die darauf abzielt, Kreativität und schöpferisches Denken in Gruppen zu verbessern. Dabei sollen in einer begrenzten Zeit im Hinblick ein bestimmtes Thema so viele Ideen wie möglich generiert werden. Business Process Reengineering: Tiefgreifende Neustrukturierung von geschäftlichen Abläufen (Geschäftsprozessen) vor dem Hintergrund moderner Informations- und Kommunikationstechnologien und veränderter Kundenanforderungen mit dem Ziel der Effizienzund Flexibilitätssteigerung. CEO-Blog: Ein Blog ist ein auf einer Website und damit zumeist öffentlich geführtes Tagebuch oder Journal. CEO-Blogs sind Blogs, die von einem Mitglied des Top-Managements (z.B. Vorstand) oder vom CEO (Chief Executive Officer) geführt werden. Sie erscheinen entweder unter einen privaten URL oder sind in den Internetauftritt des Unternehmens in- WeiblerPersonalführung.pdf 681 17.01.2012 11:20:22

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Zusammenfassung

Jürgen Weibler ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der FernUniversität in Hagen. Er beschäftigt sich vor allem mit Fragen des Personalmanagements sowie der Organisation und gilt als einer "der renommiertesten deutschen Experten in Sachen Mitarbeiterführung (Leadership)" (Wirtschaftswoche 2011).

Führung bewegt Menschen. Sie berührt jeden - Führende wie Geführte.

Dieses Lehr- und Nachschlagewerk bietet eine anschauliche und ausgewogene Einführung in das Gebiet der Führung in Organisationen. Es werden alle grundlegenden Themen zur Personalführung aufgegriffen und um eine Vielzahl neuester Ansätze erweitert. Das Buch wendet sich an Studierende und Dozenten der Wirtschaftswissenschaften, der Psychologie, der Soziologie, der Politik- und Erziehungswissenschaft sowie an Fach- und Führungskräfte in Wirtschaft, Verwaltung, Schule und anderen Bereichen - auch in der Weiterbildung.

Aus dem Inhalt:

* Führung und Führungsbeziehungen - Führung als Erfolgsfaktor und Führungsbeziehungen als Orte lebendiger Führung

* Entstehung und Entwicklung von Führungsbeziehungen - Theoretischer Zugriff zur Erklärung von Führen und Geführtwerden

* Ausrichtung von Führungsbeziehungen - Motivation und Lernen in Führungsbeziehungen

* Gestaltung von Führungsbeziehungen - Führungsstile, Führungsinstrumente und Führungscontrolling

* Führungswandel - Female Leadership, E-Leadership, Shared Leadership, Führung und Emotionen, Führung und Gesundheit, Netzwerkführung, multikulturelle Führung, Complexity Leadership, integrale Führung etc.

* Reflexion von Führung - Bad Leadership, Legitimation und Ethik der Führung

"Obwohl viel Theorie vermittelt wird, ist das Lehrbuch vergleichsweise kurzweilig. Mit grafischen Abbildungen und sinnvollen Textformatierungen wird der Text aufgelockert. Durch den Vergleich mit Alltagssituationen wird die Theorie greifbarer und die Verweise auf weiterführende Literatur vermeiden zu viel Tiefgang ... Alles in allem eine tolle, fundierte Darstellung des Themas, die das Buch zu Recht bereits als führendes Standardwerk etabliert hat."

Informationsdienst des Deutschen Führungskräfteverbandes, Ausgabe 6/2012

"...der Inhalt erfüllt die Erwartungen in jeder Hinsicht...Zudem überzeugt der Einbezug neuer Fragestellungen wie Shared Leadership, Netzwerkführung, lernförderliche Führungsbeziehungen, E-Leadership, Führungscontrolling oder emotionssensible Führung. Auch eine ethische Reflexion über dunkle Seiten der Führung, toxische Führungsprozesse und schädliche Ziele fehlt nicht.

Methodisch ist sehr ansprechend, dass durchgehend in den Kästen "Empirie" und "Experiment" Studien mit ihrer Durchführung und Ergebnissen detailliert dargestellt werden, in den Kästen "Beispiele" sind kurze Praxisfälle erläutert. Zudem erfolgt pro Kapitel eine explizite "kritische Würdigung".

Prof. Dr. Erika Regnet in Personalnewsletter Nr. 9, Hochschule Augsburg

"Dieses Buch ist ein vortreffliches Lehrbuch, ein Grundlagenwerk, für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Führung und sollte auch so gesehen werden. Und es erfordert zurecht deutlich mehr Aufmerksamkeit, als andere Werke, die den Anspruch erheben, Führung erklären zu wollen."

in: Human Resources Manager 04-05/12

"Wer sich umfassend über die Themen Führung und Personalmanagement informieren will, liegt mit dem Lehrbuch 'Personalführung' richtig. (...)

Jürgen Weibler hat den Anspruch, eine Vielzahl von Zielgruppen zu bedienen. Für Bachelor-Studierende werden die Verständnisfragen am Ende jedes Teils sicher mitunter fast zu anspruchsvoll sein. Wissenschaftler finden Bezugspunkte und Anregungen für eigene Studien; Praktikern bietet der umfassende Überblick über die aktuellen Themenstränge zu Fragen der Personalführung ein solides theoretisches Fundament für ihre Arbeit."

in: Personalführung 03/12

"Dank seines Detailreichtums, seiner umfassenden Literaturrecherchen, seines stets brillianten Urteilsvermögens und nicht zuletzt aufgrund der enormen Vielschichtigkeit seiner Themenfelder hat Jürgen Weibler ein beeindruckendes Werk vorgelegt, das wohl als Referenzklasse der deutschsprachigen Führungsforschung gelten darf."

Prof. Dr. Hugo Kehr, Lehrstuhl für Psychologie, TU München

"Jürgen Weibler gelingt es mit diesem Lehrbuch, alle mit Personalführung im Zusammenhang stehenden Themen darzustellen, zu strukturieren und miteinander zu verknüpfen. Das Lehrbuch eignet sich daher sowohl als Einstieg ins Thema als auch als Nachschlagewerk für "Fortgeschrittene". Wer sich für Führung interessiert - ob Praktiker, Student oder Forscher - wird in diesem Buch eine Fülle von Informationen und Anregungen finden."

Prof. Dr. Eric Kearney, Lehrstuhl für Organizational Behavior & Human Resource Management, GISMA Business School / Leibniz Universität Hannover

Dass "in 2. Auflage erschienene Buch 'Personalführung' hat mich sehr beeindruckt. Es ist zugleich umfassendes Grundlagenwerk für die Wissenschaft und nützliches Nachschlagewerk für gestandene Praktiker - mit vielen Hintergrundinformationen und konkreten Handlungsalternativen".

Dr. Jörn Kreke, Aufsichtsratsvorsitzender der Douglas Holding AG