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2.4 Innerbetriebliche Transportprozesse in:

Andreas Huber, Klaus Laverentz

Logistik, page 65 - 71

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3642-6, ISBN online: 978-3-8006-4183-3, https://doi.org/10.15358/9783800641833_65

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

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Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 52 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 53 2.4 Innerbetriebliche Transportprozesse 53 der Bestellabwicklung. Sind optimale Bestellmenge, Sicherheitsbestand, Wiederbeschaffungszeit und damit auch Bestellpunkt einmalig festgelegt, kann die Bestellung ohne Zutun der Disposition an den Lieferanten erzeugt werden. In der Praxis wird dies im Allgemeinen nur bei geringwertigen Gütern angewendet, bei höherwertigen Materialien wird die Disposition den Vorschlag des Systems erneut prüfen. (4) Strategie 4 (s, S)-Strategie: Diese Strategie überprüft bei jeder Entnahme, ob der Bestellpunkt s unterschritten wurde. Bei Unterschreitung wird bis zum Sollbestand S nachbestellt. Damit sind sowohl Bestellzeitpunkte als auch Bestellmengen variabel. Da sowohl in Strategie 3 als auch in Strategie 4 die Bestellauslösung über den Bestellpunkt s gesteuert werden, nennt man diese Methoden auch Bestellpunktverfahren. Neben diesen Standardstrategien werden in den Unternehmen auch Verfahren angewendet, die weitere Aspekte, wie etwa die Ergebnisse täglicher Prognosen, berücksichtigen. 2.4 Innerbetriebliche Transportprozesse 2.4.1 Struktur und Aufgaben des innerbetrieblichen Transports Ein innerbetrieblicher Transport umfasst alle Transporte und Umschlagprozesse innerhalb der geographischen Grenzen eines Betriebes, der sich in einem Industriebetrieb vom Wareneingang über alle Stufen des Lagerns und Verarbeitens bis hin zum Warenausgang erstreckt. Bei Handelsunternehmen gilt Analoges. Der innerbetriebliche Transport hat die Aufgabe, die Güter effektiv und effizient an den verschiedenen Bedarfspunkten des Betriebs bereitzustellen. Anstatt von ,innerbetrieblichem Transport‘ wird in der Literatur auch der Begriff Fördern verwendet. Folgende vier Gesichtspunkte prägen die Form und Ausgestaltung des innerbetrieblichen Transports eines Unternehmens: Stetigförderer Unstetigförderer flurfrei flurgebunden Deckenkreisförderer Brückenkran Hängebahn Gabelstapler Regalförderzeug Bandförderer Rollenförderer Hängeförderer Abbildung 2.21: Beispiele für Fördermittel Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 54 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 55 2 Bereichsübergreifende Prozesse der Unternehmenslogistik 54 (1) Das Fördergut kann, je nach Aggregatzustand, in gasförmiger, flüssiger oder fester Form vorliegen. Feste Fördergüter unterscheidet man nach Schüttgut (z. B. Sand, Kohle, Kunststoffgranulate, etc.) und Stückgut (z. B. Pakete, Paletten, Kisten, transportfähige Einzelteile, etc). Gasförmige und flüssige Fördergüter bieten die Möglichkeit, sie entweder über Leitungen oder abgefüllt in einem Gebinde zu fördern. In Gebinden abgefüllt, zählen sie zum Stückgut. Die weiteren Erläuterungen beschränken sich auf das Fördern von Stückgut. (2) Die Förderstrecke bezeichnet den Weg zwischen Anfangs- und Endpunkt der Förderung. Je nach Beschaffenheit kann sie eindimensional (Förderung entlang einer Linie), zweidimensional (Förderung über eine Ebene) oder dreidimensional (Förderung durch einen Raum) sein. (3) Die Förderintensität beschreibt die Menge an Fördergut, die pro Zeiteinheit gefördert werden kann beziehungsweise soll. (4) Die Fördermittel, die benötigt werden, werden passend zum Fördergut, zur Förderstrecke und zur Förderintensität bestimmt. Die Auswahl an angebotenen Fördermitteln ist entsprechend der Fülle der verschiedenen, zu bewältigenden Aufgaben groß. Gängige Unterteilungen der Fördermittel sind die nach stetig und unstetig und nach flurgebunden und flurfrei. Bei komplexen Materialflüssen werden verschiedene Fördermittel miteinander kombiniert und aufeinander abgestimmt. Der Förderprozess eines Unternehmens lässt sich über folgende Grundprozesse darstellen: ●● Fördern/Transportieren von Materialien im eigentlichen Sinne von A nach B ●● Zusammenführen von Materialien ●● Vereinzeln von Materialien, damit zielgenau auf die individuellen Stücke zugegriffen werden kann ●● Puffern von Materialien, wenn ein anschließender Förderschritt nicht sofort ausgeführt werden kann ●● Verteilen von Materialien nach verschiedenen Zielorten Für diese verschiedenen Teilprozesse werden spezifische Elemente der Fördermittel eingesetzt. Fördern PuffernVereinzelnZusammenführen Verteilen Fördern Abbildung 2.22: Aufgaben des Förderns Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 54 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 55 2.4 Innerbetriebliche Transportprozesse 55 2.4.2 Arten von Fördermitteln Stetige Fördermittel sind Transportmittel, die einen kontinuierlichen Materialfluss über die immer gleiche Förderstrecke und in die gleiche Förderrichtung zur Verfügung stellen. Im Folgenden sind einige Beispiele angeführt: ●● Rollenförderer sind bei der Stückgutförderung weit verbreitet, sie sind einfach und stabil und stellen keine allzu hohen Anforderungen an das zu transportierende Stückgut. Es muss in Rollrichtung genügend lang sein, um glatt über die Rollen zu laufen. Aus dem gleichen Grund muss der Boden stabil und eben sein. Man unterscheidet zwischen angetriebenen und nicht angetriebenen Ausführungen. Wird der Rollenförderer nicht angetrieben, muss durch eine Schräglage die Schwerkraft den Motor ersetzen. ●● Bandförderer können sowohl bei Schütt- als auch bei Stückgut eingesetzt werden. Die technische Ausgestaltung unterscheidet sich aber teilweise deutlich, je nach Einsatzgebiet. Für den Transport von Stückgut bietet der Bandförderer eine noch größere Toleranz bezüglich des Förderguts. Es ist z. B. nicht erforderlich, dass das Fördergut in Rollrichtung eine Mindestlänge aufweist. ●● Tragkettenförderer verwenden die Kette gleichzeitig als Zugelement und als Tragelement und sind sehr robust. Man setzt das Fördergut auf zwei parallel laufende Ketten, die auf einer Unterlage aufliegen und von einem Motor angetrieben werden. Die Abmessungen des Förderguts müssen zum Abstand der Ketten passen. Der Tragkettenförderer wird häufig zum Transport genormter Teile verwendet, z. B. Transportbehälter, in denen die Materialien bewegt werden. ●● Hängeförderer nehmen im Gegensatz zu den ersten drei Beispielen die Last unterhalb einer Schienenkonstruktion auf. Dazu werden Laufschienen z. B. an der Decke befestigt, an denen dann an Rollen fixierte Träger verlaufen. In diesem Fall ist der Hängeförderer flurfrei. Dieser Typ des Fördermittels Nichtangetriebener Rollenförderer Angetriebener Rollenförderer Bandförderer Antrieb Antrieb KetteAntrieb Tragkettenförderer Abbildung 2.23: Beispiele für Stetigförderer Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 56 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 57 2 Bereichsübergreifende Prozesse der Unternehmenslogistik 56 wird häufig in der Fertigung verwendet, weil er mehr Bewegungsfreiheit am Boden bei der Montage bietet. Stetige Fördermittel sind, bis auf wenige Ausnahmen, fest installierte Anlagen, also stationär und nicht flexibel einsetzbar. Die Fördersituation muss dementsprechend stabil sein, d. h., die Förderstrecke muss konstant bleiben, das Fördergut und die Förderintensität dürfen nur in einem engen Intervall variieren. Da die Investitionen im Allgemeinen bei Stetigförderern höher sind als bei Unstetigförderern, muss für den Einsatz eine hohe Auslastung gegeben sein. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Verwendung von stetigen Fördermitteln sinnvoll sein, weil sie immer förderbereit sind, kein Personal für den eigentlichen Transport benötigen und sich hoch automatisieren lassen. Unstetige Fördermittel zeichnen sich durch eine intermittierende Arbeitsweise aus. Ein solcher Fördervorgang kann unterteilt werden in (1) Aufnahme des Förderguts, (2) Transport, (3) Abgabe des Förderguts sowie (4) Fahrt zur Position des nächsten Förderguts. Die Punkte (1) – (3) stellen zusammengefasst ein sogenanntes Lastspiel dar, Punkt (4) ein Leerspiel, da hier im Allgemeinen kein Fördergut transportiert wird. Durch diese Leerspiele und den unstetigen Charakter der Förderbewegung – Beschleunigung nach Punkt (1), Abbremsung vor Punkt (3) – haben diese Fördermittel im Durchschnitt einen deutlich geringeren Durchsatz gegenüber den stetigen Fördermitteln. Diesem Nachteil steht eine höhere Flexibilität gegenüber, da die Förderstrecke bis auf wenige Ausnahmen zwei- bzw. dreidimensional gestaltbar ist. Zur weiteren Unterscheidung kann man – wie bei den stetigen Fördermitteln – die unstetigen Fördermittel unterteilen in flurfreie Förderer, mit Kränen als ihren Hauptvertretern, und flurgebundene Förderer, mit nichtautomatischen/ automati schen Flurförderzeugen, Regalbediengeräten als ihren Hauptvertretern. Beispiele hierfür sind: Abbildung 2.24: Beispiele für Unstetigförderer Brückenkran Hallenwände Schienen Säule Hubwagen Regale Regalbediengerät Lagerdecke Lagerboden Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 56 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 57 2.4 Innerbetriebliche Transportprozesse 57 ●● Brückenkräne sind in Werkhallen weit verbreitet, weil sie die gesamte Arbeitsfläche frei halten und gleichzeitig fast an jedem Punkt der Halle Lasten aufnehmen und ablegen können. Die Förderstrecke ist dreidimensional. ●● Nichtautomatische Flurförderzeuge werden immer von einem Fahrer bedient. Die Bandbreite reicht von sehr einfachen Handförderzeugen (z. B. Handwagen) bis zu Hubmaststaplern mit Hubhöhen von 20 m und einer Traglast von 25 t. Sie lassen sich je nach Konstruktion für den Innen- und/oder Außenbetrieb einsetzen, sie können vertikal und/oder horizontal fördern und ihre Flexibilität lässt sich durch Zusatzaufbauten erweitern. ●● Automatische Flurförderzeuge werden auch ,Fahrerlose Transportsysteme‘ (FTS) genannt, da es sich hier im Allgemeinen nicht um ein einziges Fahrzeug, sondern um mehrere Förderzeuge und einem Leitsystem handelt, das sie steuert. Das kann beispielsweise über einen in den Boden eingelassenen Leitdraht als Signalübermittler geschehen. Die Lastaufnahme und -abgabe erfolgt häufig automatisch, daher sind in diesen Fällen die Fahrzeuge mit einem Lastaufnahmemittel (z. B. Rollenbahn) versehen. Die Förderzeuge haben eine geringe Geschwindigkeit, weil sich auf der Arbeitsfläche auch Menschen und weitere Förderzeuge bewegen können. Wegen der hohen Investitionen sollten FTS mehrschichtig eingesetzt werden. ●● Automatische Regalbediengeräte (RBG) sind Flurförderzeuge, die speziell für die Ein- und Auslagerungen innerhalb von Regalsystemen konzipiert sind. Sie sind durch Schienen zwangsgeführt, die sowohl am Boden als auch an der Decke befestigt sind. Sie bestehen aus den drei Hauptkomponenten Säule, die mittels eines Fahrwerks über die Schienen entlang der Regale und teilweise vor Regalen läuft (Horizontalbewegung), Hubwagen, der sich entlang der Säule auf und ab bewegen kann (Vertikalbewegung) und dem meist elektrischen Antrieb. RBG können nur ein Regal bedienen oder, falls die Auslastung je Gang niedrig ist, als kurvengängige Regalbediengeräte über eine geeignete Schienenführung die Regale wechseln. Neben der Unterscheidung nach stetigen und unstetigen Fördermitteln wird in der Literatur manchmal auch noch die Gruppe der quasistetigen Fördermittel aufgeführt, die hier aber als eine Untergruppe der stetigen Fördermittel aufgefasst wird. 2.4.3 Zusammenführungs , Verteil und Pufferelemente Häufig ist der Transport von Stückgut durch den Betrieb nicht mit einem einzigen Fördermittel durchführbar, sondern gestaltet sich vielschichtiger. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, werden verschiedene Fördermittel miteinander über Zusammenführungs- und Verteilelemente verbunden. Beispielsweise können Materialien von verschiedenen Wareneingangspunkten über WE-Bänder zu einem Hauptband geleitet werden. Dort werden sie über ein Zusammenführungselement auf das Hauptband transferiert. Gemeinsam befördert das Hauptband die Güter bis zum Lager, wo sie über Verteilelemente Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 58 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 59 2 Bereichsübergreifende Prozesse der Unternehmenslogistik 58 gemäß ihrer Regalzugehörigkeit auf Regalbänder ausgeschleust werden. Der letzte Teilprozess, die Verbringung der Ware in die Regale, ist nicht mehr stetig. Um Verbindungen zwischen den verschiedenen Fördermitteln zu schaffen, stehen eine ganze Reihe von Techniken zur Verfügung. Beispielsweise können zwei Rollenbahnen über einen Kettenförderer verbunden werden. Die Ketten liegen, eingearbeitet in die Lücken der Rollen, im Ruhezustand unter dem Niveau der Rollen. Soll ein Fördergut die Bahn wechseln, werden die Ketten, sobald das Fördergut auf ihnen liegt, angehoben und das Fördergut verlässt die Ursprungsbahn. Sobald das Fördergut die Zielbahn erreicht, senken sich die Ketten wieder unter Rollenniveau und das Fördergut wird über die Zielbahn abgezogen. Eine Verteilung ist über eine Ausschleusung mittels eines Pushers möglich. Sobald das Fördergut die Ausschleusstelle erreicht, wird der Pusher betätigt und schiebt das Fördergut auf die Zielbahn. Der Einsatz eines Pushers erfordert eine gewisse Robustheit des Förderguts. Pufferelemente werden immer wirksam, wenn der nächste Prozessschritt nicht unmittelbar durchgeführt werden kann. Das kann statisch oder dynamisch geschehen. Wenn z. B. das Fördergut zur Packerei hin ausgeschleust wird, der Verpacker es nicht sofort weiterverarbeiten kann, dann wird man die Ausschleusbahn als Staumöglichkeit etwas länger konzipieren, um die fehlende Synchronisierung auszugleichen (statisch). Eine andere Möglichkeit (dynamische) wäre, die Fördergüter in einen kreisförmigen Umlauf zu schicken und erst dann wieder auszuschleusen, wenn der Verpacker frei ist. Die beschriebenen innerbetrieblichen Transportprozesse und -aufgaben sind ausschließlich operativer Natur. Ein wichtiger strategischer Aufgabenteil dieses Bereichs ist die Planung der Fördertechnik und wird von der Materialflussplanung als Teil der allgemeinen Betriebsplanung wahrgenommen. WE 2WE 1 RE 1 21 3 4 5 RE 2 RE 3 Zusammenführungselemente1 2 543 Verteilelemente WE RE WE-BandWE-Band Hauptband Regalbänder Wareneingang Regale Abbildung 2.25: Zusammenspiel verschiedener Fördermittel Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 58 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 59 2.5 Lager und Umschlagprozesse 59 2.5 Lager und Umschlagprozesse 2.5.1 Lagertypen, Lagerzonen, Lagerbereiche Die Richtlinie VDI 2411 beschreibt ein Lager als Raum oder Fläche zum Aufbewahren von festen, d. h. als Stück- und/oder Schüttgut, flüssigen oder gasförmigen Gütern, die mengen- und/oder wertmäßig erfasst werden. Zusätzlich zu Raum/Fläche und Gütern gehören Ausrüstung und Arbeitskräfte zu einem Lager, die in ihrer Gesamtheit als ein Lagersystem die Lagerprozesse gewährleisten. Lagerprozesse dienen der zeitlichen Transformation der gelagerten Güter, d. h. der Überbrückung der Zeitspanne zwischen Ankunft und Abgang. Die Notwendigkeit einer Lagerung entsteht, wenn die Prozesse vor und nach der Lagerung nicht synchronisiert sind. Lager sind entlang der gesamten Logistikkette vorhanden, innerhalb von und zwischen Unternehmen und im letzten Schritt zwischen Unternehmen und Endverbrauchern. Dabei übernehmen sie sehr unterschiedliche Aufgaben für sehr unterschiedliche Ware mit sehr unterschiedlichen Mengen und sehr unterschiedlichem Durchsatz. Es ist nachvollziehbar, dass die Form und Ausstattung von Lagern ebenso unterschiedlich sein kann. Um einen Lagertyp zu spezifizieren können folgende Kriterien verwendet werden: ●● Art der Bestandsführung: Lager im eigentlichen Sinne sind bestandsführend. Bestandslose Lager, in denen die Ware ankommt, umsortiert/umgeladen wird und sofort wieder das Lager verlässt, heißen Umschlagpunkte. ●● Art der Funktion innerhalb der Logistikkette: Man unterscheidet nach Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- und Entsorgungslager. Bei einer mehr- Kombination aus Rollenbahn und Kettenförderer Ausschleusung per Pusher Pusher Rollenbahnen Kettenförderer Abbildung 2.26: Beispiele für Zusammenführungs- und Verteilelemente

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Zusammenfassung

Der perfekte Einstieg in die Logistik

Das Lehrbuch behandelt den klassischen Lehrstoff der Logistik und berücksichtigt gleichzeitig auch aktuelle Entwicklungen. Ziel des Buches ist es, den theoriebezogenen und praxisrelevanten Stoff der Logistik zu verzahnen.

Das Lehrbuch erläutert die wichtigsten Logistik-Themen:

* Unternehmenslogistik

* Beschaffungslogistik

* Produktionslogistik

* Distributionslogistik

* Entsorgungslogistik.

Neben Supply Chain Management werden auch logistische Supportsysteme, wie IT-Management, Marketingmanagement und Controlling dargestellt.

"In der Gesamtbeurteiiung liegt für den Logistikinteressierten ein gelungenes Werk mit einer soliden Darstellung des Stoffes unter Berücksichtigung der innovativen Logistikthemen vor. Darüber hinaus bietet das Buch Unternehmen und Organisationen die Möglichkeit, sich an den beschriebenen Ansätzen zu orientieren und damit eine ?passende" Logistik zu implementieren bzw. fortzuentwickeln." in: Der Betriebswirt 02/12