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1.2 Aufgabenspektrum und Ziele der Logistik in:

Andreas Huber, Klaus Laverentz

Logistik, page 22 - 27

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3642-6, ISBN online: 978-3-8006-4183-3, https://doi.org/10.15358/9783800641833_22

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

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Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 10 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 11 1 Einführung in die Logistik10 ●● Beschaffungslogistik: Nach dem Einkauf am Beschaffungsmarkt müssen die Materialien und Handelsgüter von den Lieferantenlagern in das eigene Beschaffungslager (Material) bzw. Distributionslager (Handelsware) transportiert und dort gelagert werden. Dies kann direkt oder mehrstufig abgewickelt werden. ●● Produktionslogistik: Das Material wird aus dem Beschaffungslager durch Transport der ersten Produktionsstufe zugeführt, danach als Halbfabrikat in einem Produktionslager zwischengelagert oder direkt zu den weiteren Stufen der Produktion transportiert. Nach der letzten Produktionsstufe werden die verkaufsfähigen Produkte (Fertigprodukte oder verkaufsfähige Halbfabrikate, wie Ersatzteile) in das Distributionslager gebracht. ●● Distributionslogistik: Aus dem Distributionslager heraus wird der Absatzmarkt mit verkaufsfähigen Produkten ein- oder mehrstufig versorgt. Dies umfasst Lagerungen, Transporte und Umschlagtätigkeiten. ●● Entsorgungslogistik: Beim Durchlaufen der ersten drei Kernbereiche entstehen Entsorgungsgüter, die weiterbehandelt werden müssen. Darüber hinaus müssen die in der Konsumption verbrauchten Güter entsorgt werden. Auch in diesem Kernbereich fallen Transporte (z. B. Rückführung der Altgeräte), Lagerungen (z. B. das Deponieren) oder Umschlagprozesse (Sortierung von Müll an einer Sammelstelle und Weiterleitung) an. In der Literatur und in Unternehmen wird die Materialwirtschaft häufig als die Unternehmensfunktion beschrieben, die für die Versorgung des Unternehmens mit Materialien verantwortlich ist. Im Folgenden wird auf diesen Begriff verzichtet, weil alle materialwirtschaftlichen Funktionen, wie z. B. die Disposition, der innerbetriebliche Transport oder die Lagerwirtschaft, von der Logistik abgedeckt sind. 1.2 Aufgabenspektrum und Ziele der Logistik 1.2.1 Logistische Aufgaben Ohne die Logistikdurchführung bestehen logistische Aufgaben in der Planung, Steuerung und Kontrolle logistischer Systeme auf Basis der Transformationsanforderungen, die an das jeweilige System gestellt werden, d. h., dass zuallererst die geforderten Transformationen nach Art, Leistung, Qualität und zulässigen Kosten bestimmt sein müssen. Diese Parameter hängen kausal von den Eingangs- und Ausgangsobjekten ab, genauer gesagt vom ,Δ‘ zwischen den Eingangs- und Ausgangsobjekten. Damit lassen sich die logistischen Aufgaben konkretisieren: ●● Bestimmung der logistischen Ausgangsobjekte nach Art, Menge, Zeitpunkt und Ort der Verfügbarkeit, Qualität und Preis ●● Definition der Leistungstiefe des Systems, also die Festlegung, auf welcher Stufe der Wertschöpfung das System aufsetzen soll, d. h. welche Eingangsobjekte Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 10 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 11 1.2 Aufgabenspektrum und Ziele der Logistik 11 vorausgesetzt werden und welche Transformationen das System selbst vornehmen wird ●● Planung, Steuerung und Kontrolle des logistischen Systems, so dass die festgelegten Ausgangsobjekte mit all ihren Merkmalen effizient erzeugt werden können Beispiel 1.2 Ein Unternehmen stellt an nur einem Produktionsort Gartengeräte her und vertreibt sie deutschlandweit. Die Distribution erfolgt über eigene Ressourcen und soll auf Basis von Absatzprognosen für das nächste Jahr geplant werden. Ausgangsobjekte sind die beim Kunden abgelieferten Geräte. Zur Bestimmung der Ausgangsobjekte muss also festgelegt werden, welche Ware wann, wo und in welcher Menge distribuiert werden soll. Dazu kann beispielsweise das Ausliefergebiet (Deutschland) in Zonen (z. B. Postleitzahlbezirke) aufgeteilt und pro Zone und Periode (z. B. Wochen) die Mengen und Güterarten angegeben werden, die abgeliefert werden sollen. Dabei müssen Qualitätsmerkmale (z. B. Lieferzeit, Lieferbereitschaft, etc.) und Kostenrestriktionen berücksichtigt werden. Die Leistungstiefe ist in diesem Fall bekannt, da die Fertigprodukte am Produktionsort abgeholt werden müssen. Das System wird geplant, indem die Anzahl LKWs, die Größe der Lager, die Nachschub- und Bestandsstrategien etc. bestimmt werden, so dass eine effiziente Abwicklung sichergestellt ist. Damit können die Eingangsobjekte, die von der Produktion bereitgestellten Waren, nach Art, Zeit, Menge etc. festgelegt werden. Die Steuerung des Systems erfolgt entlang der Planung, erkennt Abweichungen und leitet gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ein. Die Kontrolle misst die Differenzen zwischen den geplanten Ausgangsobjekteigenschaften und den tatsächlichen Eigenschaften. Logistische Aufgaben lassen sich funktional nach Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- und Entsorgungsaufgaben gliedern, also danach, in welchem Kernbereich sie anfallen. Darüber hinaus bietet sich eine Aufteilung nach strategischen und operativen Aufgaben an. ●● Strategische Aufgaben der Logistik liefern in ihrem Ergebnis einen Beitrag zur langfristigen Sicherung von Erfolgspotentialen des Unternehmens. Dazu gehören die Planung und der Aufbau des logistischen Systems und die Unterstützung der Kernbereiche bei logistikrelevanten Entscheidungen. Strategische Aufgaben sind in ihrer Wirkung langfristig ausgerichtet. ●● Operative Aufgaben liegen im kurzfristigen Bereich und betreffen die regelmäßig wiederkehrenden Prozesse. Ein dritter Gliederungsaspekt ergibt sich aus der Tatsache, dass einige der angeführten Aufgabenfelder der Logistik vollständig zugeordnet werden, an anderen ist die Logistik zumindest unterstützend beteiligt Damit lassen sich die wesentlichen logistischen Aufgaben in einer Matrix strukturieren. Die dargestellte Aufgabenzuordnung zur Logistik ist sehr umfassend und tritt in dieser Totalität in der Praxis selten auf. In den meisten Unternehmen ist die Logistik nur mit einer Untermenge der angegebenen Aufgaben betraut. Die Größe des Aufgabenumfangs hängt unter anderem vom Entwicklungsstand der Unternehmenslogistik ab, d. h., inwiefern die auf die gütertransformierenden Kernbereiche verteilten, logistischen Aufgaben in einem einzigen Verantwortungsbereich zusammengefasst sind. Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 12 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 13 1 Einführung in die Logistik12 1.2.2 Logistische Ziele Drei wesentliche logistische Ziele eines Unternehmens ergeben sich aus einer Markt-, einer Finanz- und einer Struktursicht wie folgt: (1) Sicherstellung der logistischen Qualität: Marktsicht (2) Maximierung der logistischen Effizienz bei vorgegebener Qualität: Finanzsicht (3) Sicherstellung der Anpassungsfähigkeit der logistischen Prozesse und Systeme: Struktursicht Ziel 1 deckt die Marktsicht ab. Unternehmensziele definieren unter anderem, mit welchem Leistungsumfang das Unternehmen am Markt Kundennutzen stiften will. In Industrieunternehmen geschieht dies durch die Festlegung eines marktgerechten Produktionsprogramms, Unternehmen des Handels stecken das Sortiment ab, mit dem sie den Markt bedienen wollen, und Logistikdienstleister formulieren ein den Wünschen der Kunden entsprechendes Leistungsprogramm. Die Ziele der Logistik müssen sich in die Unternehmensziele einpassen. In diesem Sinne müssen Logistikziele auch festlegen, in welcher Art und Weise die Logistik eines Unternehmens einen Kundennutzen erzeugen kann. In zunehmend gesättigten Märkten, in denen nahezu gleichwertige Waren angeboten werden, wird die reine Sicht auf den Produktnutzen durch eine Perspektive ersetzt, die andere Nutzenaspekte des Käufers mit einbezieht. Die Schnelligkeit und Qualität der Lieferung, die Berücksichtigung von Kundenwünschen bei der Anlieferung und letztendlich die Verlässlichkeit der Abbildung 1.6: Logistische Aufgaben Planung u.a. aufgrund von konkreten abfallerzeugenden Aufträgen anderer Kernbereiche, Ressourcenplanung, Steuerung der Entsorgungsaufträge Bereich Beschaffung Planung und Einlastung konkreter Kunden- bzw. Nachschubaufträge, Ressourcenplanung: Kommissionierung, Versand, Verpackung, etc., Steuerung der Kunden- bzw. Nachschubaufträge strategische Aufgaben operative Aufgaben Aufgaben der Logistik Aufgaben mit Beteiligung der Logistik Planung und Einlastung konkreter Bestellungen/Abrufe, Ressourcenplanung der Verkehrsmittel, Personal, WE etc., Steuerung der Bestellungen Strategische Entsorgungsmengen, Entsorgungs- und Recyclingsysteme, Ermittlung von Substitutionsgütern Strategische Distributionsmengen, Aufbau Distributionsnetze + sonstiger Ressourcen, Kooperationen mit Dienstleistern EntsorgungDistributionProduktion Beschaffungsmarktforschung, Bestimmen der strategischen Beschaffungsmengen, Lieferantenauswahl und -bewertung, Aufbau Zuliefernetz, Kontraktabschlüsse, Strategisches Produktionsprogramm, Produktentwicklung, Festlegen der Fertigungstiefe, Entwicklung der Produktionsanlagen: Standortbestimmung, Fabriklayout etc. Einsatz IT-Systeme und anderer allgemeiner Ressourcen Planung und Einlastung konkreter Produktionsaufträge: Materialmengen, Termine, Kapazitäten, etc., Steuerung der Produktionsaufträge Systematisierung und Standardisierung der Materialien, strategisches Logistik Controlling Zeithorizont Transport, Umschlag, Lagerung, operatives Logistik Controlling Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 12 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 13 1.2 Aufgabenspektrum und Ziele der Logistik 13 logistischen Dienstleistung liefern dem Kunden Zusatznutzen und werden ihn in seinen Kaufentscheidungen beeinflussen. Der physische Nutzen des eigentlichen Produkts wird ergänzt durch den örtlichen und zeitlichen Verfügbarkeitsnutzen. Die Wertschöpfung des Produktes, verstanden als das Erzeugen von Kundennutzen dieses Gutes, beschränkt sich also nicht mehr nur auf dessen Herstellung, sondern schließt auch das passgenaue Zur-Verfügung-Stellen am Markt ein. Dieser Teil der Wertschöpfung ist eine Kernaufgabe der Logistik. Das bedeutet, dass die Logistik einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau der Marktmacht des Unternehmens liefert und damit die langfristige Stellung im Wettbewerb zu sichert. Da in Käufermärkten die Wünsche der Kunden eine hohe Priorität haben, müssen diese Erwartungen von den Anbietern erfüllt werden, um am Markt bestehen zu können, woraus sich das erste, vorbezeichnete Ziel für die Logistik ergibt. Das bedeutet, dass zum einen die Kundenerwartungen ermittelt werden und zum anderen die Prozesse so gestaltet sein müssen, dass die Erwartungen von den Leistungen abgedeckt werden. Nicht die Größe der Leistung ist ausschlaggebend, sondern die Passgenauigkeit an die Erwartungshaltung des Marktes. Erwartungen an die logistische Leistung drücken sich aus als Erwartungen an die Lieferzeit, Lieferbereitschaft, Lieferzuverlässigkeit, Liefergüte und Lieferflexibilität, wobei das Ziel 1 das gleichzeitige Erreichen all dieser Unterziele beinhaltet. ●● Lieferzeit umfasst dabei die Zeitspanne von der Erteilung des Auftrags bis zum Zeitpunkt, an dem die Ware dem Kunden an dem Ort, den der Kunde bestimmt hat, zur Verfügung gestellt wird. Kurze Lieferzeiten können für einen Kunden wichtig sein, weil er dadurch kurzfristiger disponieren kann. Entsprechend verringern sich die Unsicherheit bei seiner Disposition und damit die benötigten Sicherheitsbestände. ●● Lieferbereitschaft (Servicegrad) gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der die nachgefragte Ware im Lager frei verfügbar zur Auslieferung vorhanden ist. Gemessen wird die Lieferbereitschaft im Allgemeinen über das Verhältnis von nachgefragter Menge MN und ausgelieferter (nachgefragte und verfügbare) Menge MA: Lieferbereitschaft = (MA · 100)/MN % Das Ergebnis der Messung hängt davon ab, welche Größen für die Menge zugrunde gelegt werden, z. B. Anzahl der Aufträge, Anzahl der Auftragspositionen, Anzahl der Stücke, etc. ●● Lieferzuverlässigkeit definiert die Wahrscheinlichkeit, mit welcher der Kunde die bestellte Ware zum vereinbarten Zeitpunkt in der vereinbarten Menge erhält. Auch diese Wahrscheinlichkeit wird über das Verhältnis der Mengen MVZ = ,Menge der vollständig und termingerecht gelieferten Ware‘ und MB = ,Menge der bestellten Ware‘ angegeben. Lieferzuverlässigkeit = (MVZ. 100)/MB % Für die Mengendefinition der Lieferzuverlässigkeit gilt das oben Gesagte. Beeinflusst wird die Lieferzuverlässigkeit zum einen von der Lieferbereitschaft, zum anderen von der Zuverlässigkeit des Auslieferungsprozesses, wie z. B. Auftragsverarbeitung, Kommissionierung, Versandbereitstellung, Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 14 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 15 1 Einführung in die Logistik14 Transport, etc. Auch die Lieferzuverlässigkeit beeinflusst die Höhe des Sicherheitsbestandes beim Kunden, da eine niedrige Zuverlässigkeit eine erhöhte Vorsorge erfordert. ●● Liefergüte betrifft den Zustand, in dem die Ware beim Kunden ankommt. Defekte Ware wirkt sich mindestens so negativ aus wie nicht gelieferte Ware. Sie ist nicht verwendbar und gleicht damit einer nicht gelieferten Position, zusätzlich können Kosten für Prüf-, Entsorgungs- oder Rücktransportprozesse entstehen. Eine formale Definition kann wie bei der Lieferbereitschaft und der Lieferzuverlässigkeit erfolgen. ●● Lieferflexibilität ist ein Maß für die Fähigkeit des Lieferanten, Sonderwünsche des Kunden berücksichtigen zu können. Das betrifft in der Regel Abweichungen von vereinbarten Auftrags- oder Lieferbedingungen. Das logistische Ziel 1 umfasst das gleichzeitige Erreichen all dieser Unterziele. Es hat im Allgemeinen die höchste Priorität und definiert den Rahmen für die anderen Ziele. Ziel 2 deckt die Finanzsicht ab. Die Logistik hat, je nach Branche, einen mehr oder minder großen Einfluss auf die finanzielle Struktur des Unternehmens. Durch die Verbesserung der logistischen Prozesse können kürzere Durchlaufzeiten, eine Absenkung der Bestände, eine bessere Auslastung der Ressourcen und eine Reduzierung der Fehler erreicht werden. Das hat direkte Auswirkungen auf den finanziellen Bereich: ●● Verringerung des materialverursachten Kapitaleinsatzes und dadurch Erhöhung der Liquidität und Senkung der Kapitalkosten ●● Senkung der Kosten des Ressourceneinsatz (z. B. Lagerflächen, Ladehilfsmittel, Personal, Energie, etc.) ●● Senkung der Fehlerkosten Unter Zugrundelegung des ersten Ziels, eine ,kundengerechte Leistung‘ konstant zu erbringen, kann das zweite Ziel auch als ,Minimierung der Logistikkosten‘ formuliert werden. Ziel 3 bezieht sich auf die Struktur des logistischen Systems und leitet sich aus der Marktsituation ab, die von Dynamik und Wandel geprägt ist. Ziel 1 und 2 erfordern logistische Prozesse und Systeme, die in eine gegebene Umwelt so eingepasst werden, dass ein Maximum an Qualität und Effizienz erzielt werden kann. Ändert sich die Umwelt, müssen die Prozesse und Systeme ebenso geändert werden, um auch weiterhin das geforderte Maß an Qualität und Effizienz bieten zu können. Daher muss, um die ersten beiden Ziele dauerhaft abzusichern, ein drittes Ziel die Flexibilität der Prozesse betreffen. Unter Beachtung anderer Gesichtspunkte, etwa der ökologischen und sozialen Implikationen der Logistik, können weitere Ziele für die Logistik eines Unternehmens formuliert werden. So werden zunehmend die Umweltverträglichkeit und die Nachhaltigkeit der logistischen Prozesse in die Zielsetzungen einbezogen, wie etwa das Streben nach weniger Abfall, mehr Wiederverwendung und umweltschonenden Transporten. Angemerkt sei, dass die angeführten Ziele Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 14 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 15 1.3 Konzeptionelle Ansätze der Logistik 15 genau genommen Meta-Ziele sind. Erst wenn sie mit konkreten Zahlen und Terminen belegt sind, werden sie in der Praxis verwendbar. 1.3 Konzeptionelle Ansätze der Logistik 1.3.1 Systemtheoretischer Ansatz zur Darstellung der Logistik Bisher wurde ein eher intuitiver Zugang zu dem Begriff des logistischen Systems und benachbarten Begriffen angeboten. In der Logistik bietet ein systemtheoretischer Ansatz oder ein Systemdenken die Möglichkeit ganzheitliche Betrachtungen für komplexe, vernetzte Zusammenhänge fruchtbar zu machen. Es herrscht weitgehende Einigkeit darüber, dass dieser Ansatz für die Logistik nicht nur deskriptiv sondern auch explikativ einsetzbar ist und sich darüber hinaus für eine grundlegende Betrachtungsweise der Logistikkonzeption eignet. Über Systeme lassen sich folgende grundsätzliche Aussagen machen. Unter einem System wird eine Menge von Elementen und den zwischen ihnen definierten Relationen verstanden. Elemente können ihrerseits Systeme sein, die relativ zum ursprünglichen System als Subsysteme bezeichnet werden. Die Untergliederung in Subsysteme kann über mehrere Stufen erfolgen. Die Methode, ein Element eines Systems erneut als System zu betrachten, nennt man Deduktion. In umgekehrter Richtung heißt die Methode Abstraktion. Das System wird durch eine Systemgrenze vom Systemumfeld abgetrennt. Ein System, bei dem kein Element in einer Relation zu einem Element aus dem Systemumfeld steht, bezeichnet man als geschlossenes System. Nicht geschlossene Systeme heißen offene Systeme. In einem System können verschiedene Arten von Subsystemen eingeführt werden. Als Beispiel sei ein System gegeben, dessen System Systemumfeld Systemgrenze Element Relation Subsystem mit Elementen und Relationen niederer Ordnung Deduktion Abstraktion Abbildung 1.7: System, Element, Relation, Subsystem

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Zusammenfassung

Der perfekte Einstieg in die Logistik

Das Lehrbuch behandelt den klassischen Lehrstoff der Logistik und berücksichtigt gleichzeitig auch aktuelle Entwicklungen. Ziel des Buches ist es, den theoriebezogenen und praxisrelevanten Stoff der Logistik zu verzahnen.

Das Lehrbuch erläutert die wichtigsten Logistik-Themen:

* Unternehmenslogistik

* Beschaffungslogistik

* Produktionslogistik

* Distributionslogistik

* Entsorgungslogistik.

Neben Supply Chain Management werden auch logistische Supportsysteme, wie IT-Management, Marketingmanagement und Controlling dargestellt.

"In der Gesamtbeurteiiung liegt für den Logistikinteressierten ein gelungenes Werk mit einer soliden Darstellung des Stoffes unter Berücksichtigung der innovativen Logistikthemen vor. Darüber hinaus bietet das Buch Unternehmen und Organisationen die Möglichkeit, sich an den beschriebenen Ansätzen zu orientieren und damit eine ?passende" Logistik zu implementieren bzw. fortzuentwickeln." in: Der Betriebswirt 02/12