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6.4 Trends, Aufgaben und Literatur in:

Andreas Huber, Klaus Laverentz

Logistik, page 152 - 155

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3642-6, ISBN online: 978-3-8006-4183-3, https://doi.org/10.15358/9783800641833_152

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

Bibliographic information
Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 142 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 143 6 Entsorgungslogistik142 einer Entsorgungslogistik gelten dürfen. Ein Duales System (Deutschland Gesellschaft zur Abfallvermeidung und Sekundärrohstoffgewinnung mbH/ DSD) diente ursprünglich der Verwertung von Verkaufsverpackungen unter der Prämisse einer weitgehenden Wiederverwertung dieser Materialien. Die Teilnahme von Verpackung produzierenden Unternehmen am DSD ermöglicht so die Rückführung in einen Recyclingkreislauf der Müllentsorgung. Dem Grundsatz ,Verwendung vor Verwertung vor Beseitigung‘ entsprechen sogenannte Mehrwegsysteme, die z. B. über den Einsatz von Mehrwegbehältern Einsparpotenziale an Verpackungen realisieren, indem über ein System der Rückführungslogistik Mehrfachverwendungen von Verpackungen zur Anwendung kommen. Zwei Formen von Mehrwegsystemen lassen sich hierbei unterscheiden: (1) Pendelsysteme, die an einen spezialisierten Abnehmer gekoppelt sind, (2) Pool-Systeme, bei denen eine Kooperation zwischen mehreren Abnehmern eines Mehrwegsystems besteht. Poolbetreiber können einen Mehrwegbehälterumlauf auf der Basis von Miete oder Pfand zur Verfügung stellen. Sinnvoll ist der Einsatz von Mehrwegsystemen insbesondere dann, wenn eine ökologieorientierte Kundenstruktur, ein flächendeckendes Entsorgungsnetz und eine große Anzahl von Umläufen gegeben ist. 6.4 Trends, Aufgaben und Literatur 6.4.1 Trends Folgende allgemeine Trends lassen sich für das Subsystem der Entsorgungslogistik angeben: } Î Tr en d s }Î Sowohl im Rahmen einer ökonomischen Ressourcenverwendung als auch durch rechtliche Umweltauflagen erlangt das Konzept der Nach haltigkeit in der Entsorgungslogistik zunehmende Bedeutung. Es wird in der Zukunft verstärkt darum gehen, Altgüter-, Komponenten-, Teile-, Werkstoff- und Reststoffkreisläufe einer ganzheitlich orientierten Entsorgungslogistik zuzuführen und sie differenziert, effizient und effektiv in Kreisläufe der Produktion und Konsumption zu integrieren. }Î Innovative Technologien, deren Einsatz den Ressourcen- und Energieverbrauch minimieren, werden weiterhin einen Entwicklungsschub erlangen, deren Potenzial dann in innovativen, entsorgungslogistischen Prozessen umgesetzt werden kann. }Î Optimierte Logistikprozesse der Entsorgung und des Transports werden direkt oder indirekt durch Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Energieeffizienz erzeugt. Ökologieorientierte Distribution und Transporte, unter expliziter Beachtung von z. B. CO2-Emissionen, werden insbesondere durch zunehmende Umweltauflagen an Bedeutung gewinnen. Im Hinblick auf die vorbezeichneten Trends zeichnen sich integrierte und ganzheitliche Sichtweisen ab, die eine vernetzte Optimierung von nationalen Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 142 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 143 6.4 Trends, Aufgaben und Literatur 143 und internationalen Entsorgungssystemen als einem komplexen, erweiterten System ermöglichen. 6.4.2 Aufgaben Zur Bearbeitung der Aufgaben ist es sinnvoll einen Problem-Lösungs-Ansatz zu formulieren sowie Entwicklungspotenziale für den jeweiligen Bereich der Entsorgungslogistik zu berücksichtigen: } X A u fg ab en }X [1]  Charakterisieren Sie Problemlagen, Zielsetzungen und Lösungsansätze der Entsorgungslogistik unter Berücksichtigung entsprechender begrifflicher Unterscheidungen. }X [2] Erläutern Sie die Schaffung von Stoffkreisläufen als Recyclingprozesse unter Bezug auf unterscheidbare Recyclingtypologien und Recyclingformen. Arbeiten Sie Unterschiede von Entsorgungslogistik im Vergleich zu anderen Subsystemen der Logistik heraus. }X [3] Skizzieren Sie das Verursacherprinzip, welches der Entsorgungslogistik zugrunde liegt, sowie ökologische Konzepte einer Entsorgung, deren Umsetzungsmodalitäten und Konturen einer Grünen Logistik als entwicklungsfähiges Zukunftsszenario. }X [4]  Im Rahmen der operativen Entsorgungslogistik werden Prozesse der inner- und außerbetrieblichen Entsorgungslogistik unterschieden. Vergleichen Sie beide Teilbereiche hinsichtlich elementarer Teilprozesse. }X [5] Beschreiben Sie kurz die charakteristischen Merkmale eines Dualen Systems und eines Mehrwegsystems als charakteristische Systemvarianten eines Recyclingkreislaufs. Stichworte zu konkreten Lösungshinweisen für die Aufgaben von Kapitel  6 finden Sie auf Seite 235. 6.4.3 Literatur Zur Vor- und Nachbereitung der Inhalte von Kapitel  6 können ergänzend folgende Lehrwerke und Internetadressen als Quellen herangezogen werden: Arnold, Dieter u. a. (Hrsg.) (2008): Handbuch Logistik, Teil B: Logistikprozesse in Industrie und Handel, B 7: Entsorgung und Kreislaufwirtschaft, Seiten 487–523 Schulte, Christof (2009): Logistik. Wege zur Optimierung der Supply Chain, Kapitel 9: Entsorgungslogistik, Seiten 503–521 Wannenwetsch, Helmut (2010): Integrierte Materialwirtschaft und Logistik, Kapitel 16: Entsorgungslogistik, Seiten 439–454 Stölzle, Wolfgang (1993): Umweltschutz und Entsorgungslogistik, Kapitel III: Theoretische Grundlagen der Entsorgungslogistik aus funktionsbezogener Sicht, Seiten 146–252 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 144 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 145 6 Entsorgungslogistik144 Folgende Internetadressen stellen ergänzende Informationsquellen dar: www.gate4logistics.de www.europages.de www.wlw.de Weitere Hinweise zur Literatur und zur vertiefenden Lektüre finden Sie im Literaturverzeichnis. Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 144 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 145 7 Supply Chain Management 7.1 Grundlagen des Supply Chain Managements 7.1.1 Begriffe, Ziele und Potenziale des Supply Chain Managements Der Erfolg der prozessorientierten Logistik besteht darin, in ihr nicht nur eine lockere, institutionelle Zusammenfassung von Einzeltätigkeiten, verteilt auf die gütertransformierenden Kernbereiche, zu sehen, sondern diese logistischen Tätigkeiten zu einem einheitlichen Prozess mit gemeinsamen Ressourcen, einer durchgängigen Organisation und gemeinsamen Zielen zusammenzufügen, der dann als ein Ganzes gestaltet, geplant, gesteuert und kontrolliert wird. Die Durchsetzung eines solchen Konzeptes endet formal an den Unternehmensgrenzen. Darüber hinaus hat das Unternehmen keine Verfügungsgewalt über Ressourcen und Organisation. Trotzdem wird die Qualität und Effizienz der Unternehmenslogistik in hohem Maße durch die Bedingungen, die an den Schnittstellen herrschen, beeinflusst: ●● Bestandserhöhungen im Unternehmen werden durch Unregelmäßigkeiten der Lieferanten und Schwankungen am Absatzmarkt generiert. ●● Qualitätsprobleme der Lieferanten, die nicht zum Kunden durchschlagen sollen, erzeugen zusätzliche Kosten und Durchlaufzeiterhöhungen. ●● Kommunikationsprobleme, sowohl kunden- als auch lieferantenseitig, erschweren die taktgenaue Planung und Steuerung der eigenen Logistikkette und führen wiederum zu erhöhten Sicherheitsbeständen oder zur Lieferunfähigkeit. Der Gedanke ist naheliegend, die Prozessorganisation der Logistik auch auf die in der Wertschöpfungskette angrenzenden Unternehmen auszudehnen, weil ein im Unternehmen erfolgreich eingesetztes Konzept auch bei unterneh- Lernziele Kapitel 7 } } Le rn zi el e }} Überblick über wesentliche Bedingungen, Ziele und Erfolgsfaktoren im Supply Chain Management, einschließlich einer Systematisierung der Kooperationen und Standardisierungsinitiativen sowie der Kooperationskonzepte für das Supply Chain Management. }} Verständnis für Problemfelder, Fragestellungen und Kooperationskonzepte des Supply Chain Managements sowie der Gestaltung spezifischer Kooperationsmerkmale, einschließlich ausgewählter Modelle des Supply Chain Managements. }} Einsicht in konzeptionelle Zusammenhänge und Gestaltungspotenziale im Rahmen einer Supply Chain unter Berücksichtigung entsprechender Modelle und verfügbarer Kooperationsanwendungen.

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Zusammenfassung

Der perfekte Einstieg in die Logistik

Das Lehrbuch behandelt den klassischen Lehrstoff der Logistik und berücksichtigt gleichzeitig auch aktuelle Entwicklungen. Ziel des Buches ist es, den theoriebezogenen und praxisrelevanten Stoff der Logistik zu verzahnen.

Das Lehrbuch erläutert die wichtigsten Logistik-Themen:

* Unternehmenslogistik

* Beschaffungslogistik

* Produktionslogistik

* Distributionslogistik

* Entsorgungslogistik.

Neben Supply Chain Management werden auch logistische Supportsysteme, wie IT-Management, Marketingmanagement und Controlling dargestellt.

"In der Gesamtbeurteiiung liegt für den Logistikinteressierten ein gelungenes Werk mit einer soliden Darstellung des Stoffes unter Berücksichtigung der innovativen Logistikthemen vor. Darüber hinaus bietet das Buch Unternehmen und Organisationen die Möglichkeit, sich an den beschriebenen Ansätzen zu orientieren und damit eine ?passende" Logistik zu implementieren bzw. fortzuentwickeln." in: Der Betriebswirt 02/12