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4.4 Trends, Aufgaben und Literatur in:

Andreas Huber, Klaus Laverentz

Logistik, page 128 - 131

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3642-6, ISBN online: 978-3-8006-4183-3, https://doi.org/10.15358/9783800641833_128

Series: Vahlens Kurzlehrbücher

Bibliographic information
Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 118 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 119 4 Produktionslogistik118 4.3.4 Materialversorgung der Produktion Die Versorgung aller Produktionsstufen mit den benötigten Materialien ist eine weitere Aufgabe der operativen Produktionslogistik. Dazu gehören die Materialdisposition sowie die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Transport-, Umschlag- und Lagerprozesse in der Produktion. Diese Tätigkeiten sind allgemein in den Kapiteln ,Prozesse und Verfahren der Bestandsdisposition‘, ,Lager- und Umschlagprozesse‘ und ,Innerbetriebliche Transportprozesse‘ behandelt worden. Folgende bereichsübergreifende Komponenten der Logistik erfahren in der Produktionslogistik eine spezielle Ausprägung: ●● Lager, auf welche die Produktion zugreift, wie z. B. Beschaffungslager und Produktionslager, etc., enthalten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Halbfabrikate, die in der Produktion entstehen, aber nicht sofort weiterverarbeitet werden, werden eingelagert bis ein entsprechender Produktionsauftrag auf sie zugreift. Produktionslager dienen damit als Puffer zwischen nichtsynchronisierten Materialzu- und -abflüssen in der Produktion. Die Bandbreite der Formen, in denen Produktionslager auftreten können, reicht von vollautomatisierten Hochregallagern bis zu Handlagern direkt am Arbeitsplatz. Neben den institutionalisierten Lagern entstehen Bestände auch direkt in der Produktion, wenn sich z. B. Auftragswarteschlangen vor Ressourcen bilden. In der Regel bestehen Durchlaufzeiten der Produktionsaufträge zu über 80 % aus Warte- bzw. Liegezeiten. ●● Transporte zwischen den einzelnen Produktionsschritten, speziell ihre Planung und Steuerung, werden von verschiedenen Faktoren bestimmt: Impulse für eine Materialbereitstellung für eine Produktionseinheit können entweder auf Basis des Produktionsprogramms bedarfsgesteuert und zentral erfolgen – wie dies bei MRPII üblich ist, oder sie werden dezentral und verbrauchsgesteuert durch die Produktionseinheit selbst ausgelöst, wie dies im Kanban-Konzept vorgesehen ist. Im Hinblick auf die Durchführung der Materialbereitstellung unterscheidet man nach dem Hol- bzw. Bring-Prinzip. Bei Materialtransporten zwischen Arbeitsplätzen muss im Einzelfall beurteilt werden, ob der personelle Einsatz der Logistik sinnvoll ist oder die Arbeit nicht einfacher vom Produktionspersonal selbst durchgeführt werden sollte. Durch die Zusammenführung von Produktionsplanung und -steuerung und den TUL-Prozessen im Verantwortungsbereich der Logistik ist eine durchgängige Planung, Steuerung und Kontrolle des Materialflusses in der Produktion möglich. 4.4 Trends, Aufgaben und Literatur 4.4.1 Trends Die Auswirkungen von verkürzten Entwicklungs- und Lieferzeiten, kürzeren Lebenszyklen, erhöhter Variantenvielfalt, kleinerer Lose und erwarteter Flexi- Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 118 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 119 4.4 Trends, Aufgaben und Literatur 119 bilität, insgesamt Ergebnisse eines Käufermarkts, wirken sich auf alle Bereiche der Produktion und Produktionslogistik aus. Dies führte im Bereich der Unternehmenslogistik von Industrieunternehmen zu sichtbaren Veränderungen mit folgenden Trends in der Produktionslogistik. } Î Tr en d s }Î Die Auftragsdurchlaufzeit als Ziel der Produktionslogistik löst die Auslastung der Ressourcen ab. Dies führt zu kleineren Fertigungslosen, entsprechend werden Planungs- und Steuerungskonzepte modifiziert: Neben einer Flexibilisierung der Maschinen wird die Einführung von entsprechenden Prozesskonzepten stärker forciert, die Synchronisierung der Prozesse wird vorangetrieben unter verstärkter Einbindung der Zulieferer (JiS), Vorteile der mass customization können hier genutzt werden. Neue Kommunikations und Informationstechniken werden verstärkt eingebunden, in der Produktionsdurchführung (z. B. RFID), in der Planung und Steuerung (APS-Systeme). }Î Die Produktentwicklungszeiten (time-to-market) werden verkürzt, um den Markt mit neuen Produkten besser ausschöpfen zu können, über lappende oder parallele Prozesse werden angestrebt. }Î Erhöhte Komplexität sowohl im Produkt- als auch im Prozessbereich führen zu einem Outsourcing von weiteren Prozessen unter erhöhtem Abstimmungsaufwand mit den Kooperationspartnern (Transaktionsaufwand). Die vorbezeichneten Entwicklungen sind noch nicht abgeschlossen, es ist davon auszugehen, dass sie weiterhin an Intensität zunehmen. 4.4.2 Aufgaben Für die Bearbeitung der Aufgaben sollten zunächst grundlegende Aspekte der Gestaltung von Produktionsformen aufgezeigt werden. Im Anschluss daran können dann strategische und operative Gestaltungsbereiche der Produktionslogistik zugeführt werden. } X A u fg ab en }X [1] Charakterisieren Sie kurz die Bedeutung der Produktionslogistik als Subsystem der Unternehmenslogistik unter dem Aspekt ihrer strategischen und operativen Aufgaben anhand von Beispielen. }X [2]  Diskutieren Sie Entscheidungskriterien bei der Auswahl betrieblicher und innerbetrieblicher Standortplanung, indem Sie beide Formen zunächst unterscheiden und entsprechende Entscheidungskriterien vergleichend zuordnen. }X [3] Skizzieren Sie kurz die Aufgaben und Ziele der operativen Produktionsplanung und -steuerung im Hinblick auf deren Anwendungsproblematik in Industrieunternehmen. }X [4] Diskutieren Sie das Kanban-Konzept als alternatives Planungs- und Steuerungskonzept im Rahmen der operativen Produktionslogistik. Stichworte zu konkreten Lösungshinweisen für die Aufgaben von Kapitel  4 finden Sie auf Seite 233/234. Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 120 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 121 4 Produktionslogistik120 4.4.3 Literatur Zur Vor- und Nachbereitung der Inhalte von Kapitel  4 können ergänzend folgende Lehrwerke und Internetadressen als Quellen herangezogen werden: Schulte, Christof (2009): Logistik. Wege zur Optimierung der Supply Chain, Kapitel 7: Produktionslogistik, Seiten 345–453 Herrmann, Frank (2009): Logik der Produktionslogistik, Kapitel 2: Prognoseverfahren, Seiten 61–130 Fandel, Günter u. a. (2011): Produktionsmanagement, Teil A: Fertigungsorganisatorischer Rahmen des Produktionsmanagements, Seiten 1–92 Folgende Internetadressen stellen ergänzende Informationsquellen dar: www.wirtschaftslexikon24.net www.jahrbuchlogistik.de www.logistik-fuer-unternehmen.de Weitere Hinweise zur Literatur und zur vertiefenden Lektüre finden Sie im Literaturverzeichnis. Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 120 Vahlens Kurzlehrbücher – Huber/Laverentz – Logistik, 1. Aufl. Herstellung: Frau Deuringer Status: Imprimatur Stand: 23.11.11 Seite: 121 5 Distributionslogistik 5.1 Definition, Aufgaben und Formen der Distributionslogistik 5.1.1 Definition und Aufgaben der Distributionslogistik Die Distribution stellt jenes System dar, das die Eingangsobjekte, wie z. B. verkaufsfähige Produkte von der Produktion und Handelsware von der Beschaffung, etc., entgegennimmt und mittels zeitlicher und örtlicher Transformationen, d. h. durch Transport-, Umschlag- und Lagerungsprozesse, an den Kundenbedarfsstellen als Ausgangsobjekte nutzenstiftend bereitstellt. Gleichzeitig entstehen nichtnutzenstiftende Ausgangsobjekte in Form von Entsorgungsgütern. Dazu gehören beispiels weise nicht weiter verwendbare Verpackungen, Emissionen, etc. In Ausnahmefällen werden auch physische Transformationen während des Distributionsprozesses vorgenommen, wenn etwa die Fertigwaren vor der Auslieferung kundenspezifisch angepasst werden. Zu den Ressourcen zählen neben den Mitarbeitern, Lager, die in das Distributionssystem eingebundenen sind, Umschlagpunkte sowie innerbetriebliche und außerbetriebliche Transportmittel, weiterhin alle für den Betrieb benötigten Betriebsstoffe, IT-Ausstattung, etc. Auch Verträge und Kontrakte mit externen Logistikdienst leis tern über zu erbringende Leistungen werden zu den Ressourcen gezählt. Die Organisation der Distribution prägt die Struktur des Distributionsnetzes, bestehend aus den Lagern, Umschlagpunkten und den Transporten dazwischen. Außerdem zählen zur Distributionsorganisation Festlegungen, wie die Funktionszuteilung zu den einzelnen Lagern und Umschlagpunkten, die Bestands- und Nachversorgungsstrategie, etc. Die Distributionslogistik durchdringt sämtliche Bereiche der Distribution und befasst sich mit der Planung, Steuerung und Kontrolle aller Distributionsprozesse und übernimmt dabei folgende Aufgaben: Lernziele Kapitel 5 } } Le rn zi el e }} Überblick über wesentliche Ziele und Aufgaben der strategischen und operativen Distributionslogistik sowie über Formen der Distributionslogistik und über Optionen der Einbindung externer Dienstleister. }} Verständnis für Planungs- und Steuerungselemente bei der Gestaltung eines Distributionssystems sowie für Konzepte einer Planung und Steuerung von Distributionsprozessen. }} Einsicht in grundlegende Strukturen und Komponenten der strategischen und operativen Ausgestaltung des Distributionssystems unter Berücksichtigung logistischer Netze und des Outsourcings.

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Zusammenfassung

Der perfekte Einstieg in die Logistik

Das Lehrbuch behandelt den klassischen Lehrstoff der Logistik und berücksichtigt gleichzeitig auch aktuelle Entwicklungen. Ziel des Buches ist es, den theoriebezogenen und praxisrelevanten Stoff der Logistik zu verzahnen.

Das Lehrbuch erläutert die wichtigsten Logistik-Themen:

* Unternehmenslogistik

* Beschaffungslogistik

* Produktionslogistik

* Distributionslogistik

* Entsorgungslogistik.

Neben Supply Chain Management werden auch logistische Supportsysteme, wie IT-Management, Marketingmanagement und Controlling dargestellt.

"In der Gesamtbeurteiiung liegt für den Logistikinteressierten ein gelungenes Werk mit einer soliden Darstellung des Stoffes unter Berücksichtigung der innovativen Logistikthemen vor. Darüber hinaus bietet das Buch Unternehmen und Organisationen die Möglichkeit, sich an den beschriebenen Ansätzen zu orientieren und damit eine ?passende" Logistik zu implementieren bzw. fortzuentwickeln." in: Der Betriebswirt 02/12