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3.2 Normengebende Institute im Facility Management in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Facility Management, page 58 - 68

Handbuch für Studium und Praxis

2. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3836-9, ISBN online: 978-3-8006-4182-6, https://doi.org/10.15358/9783800641826_58

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Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 39 3.1 Einführung Das Facility Management versucht, alle auf eine Immobilie einwirkenden Faktoren – Mensch, Arbeitsplatz, Geschäftsprozesse – in einen einheitlichen Managementprozess zu integrieren und optimal aufeinander abzustimmen. Daraus ergibt sich die Grundlage für den normativen Rahmen im Facility Management. Der Zweck der Normen- und Richtlinienarbeit besteht darin, eine Vereinheitlichung zu ermöglichen, die eine übergreifende Verständigung über technische oder organisatorische Sachverhalte zulässt. Es liegen zahlreiche technische Normen und Regelwerke für die Planung, Erstellung, Nutzung und den Rückbau von Objekten vor, aber auch für Dienste, die nicht unmittelbar zur Gebäudetechnik gehören. Sie kommen von Normungsinstituten, Berufsverbänden, Berufsgenossenschaften und anderen Institutionen67. 3.2 Normengebende Institute im Facility Management 3.2.1 German Facility Management Association – Deutscher Verband für Facility Management e.V. (GEFMA) Die German Facility Management Association, kurz GEFMA, wurde 1989 als ein Netzwerk für Marktteilnehmer im Bereich des Facility Managements von nur acht Mitgliedern gegründet und hat die Rechtsform eines Vereins mit Vorstand und Geschäftsführung. Die Bestimmungen des Vereins sind in einer Satzung festgeschrieben. Die Mitglieder haben sich von Anfang an dem Ziel gewidmet, den Bekanntheitsgrad des Facility Managements in Deutschland zu steigern und das FM stetig weiterzuentwickeln. Nach turbulenten Anfängen des Verbandes und starken Fluktuationen in den Mitgliederzahlen zeigt die GEFMA mittlerweile eine sehr positive Entwicklung. Heute hat die GEFMA rund 700 Mitglieder, wobei es sich dabei sowohl um natürliche wie auch juristische Personen handelt. Die heterogene Struktur der Marktteilnehmer spiegelt sich in den verschiedenen Verbandsmitgliedern wieder. Mitglieder kommen u. a. aus den Bereichen Systemdienstleistung, Technisches-, Infrastrukturelles- und Kaufmännisches Gebäudemanagement, Liegenschaftsmanagement, Consulting und Finanzdienstleistung sowie Lehre und Forschung. Auch viele Investoren und Nutzer von Facility Management Dienstleistungen sind Mitglieder geworden. Mit ihren Mitgliedsbeiträgen stellen die Mitglieder sicher, dass die GEFMA frei von Einzelinteressen ist und eine unabhängige Verbandsarbeit leisten kann. Der Verband ist aufgrund seiner differenzierten Mitgliederstruktur keine klassische Fach-, Arbeitnehmer- oder Arbeitgeberorganisation sondern definiert sich vielmehr als ein Branchenver- 67 Vgl. Schneider, H. (2004), S. 313. 3.1 Einführung 3.2 Normengebende Institute im Facility Management Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 40 3 Der normative Rahmen des Facility Managements40 band, der die Interessen aller Mitglieder vertritt und als Vermittler dient um ein möglichst professionelles und erfolgreiches FM am Markt zu etablieren. Zweimal im Jahr treffen sich die Mitglieder zu einem Verbandsmeeting. Diese Mitgliederversammlung stellt das oberste Organ des Verbandes dar und wählt u. a. den Vorstand und die Rechnungsprüfer. Des Weiteren dient sie dazu, Ziele und Anliegen zu besprechen, Informationen auszutauschen, über aktuelle Entwicklungen zu kommunizieren und Beschlüsse zu fassen. Die Mitgliederversammlungen haben sich zunehmend zu Branchentreffs entwickelt und sind fast immer mit Fortbildungsseminaren verbunden. Auch Nichtmitglieder haben die Möglichkeit, an den Mitgliederversammlungen als Gäste teilzunehmen. Die Basis des GEFMA Netzwerks bilden die Regionalkreise und die Junior Lounges. Der regelmäßige Austausch und die Diskussion in den Regionalkreisen zählen zu den Aktivitäten des Verbandes. Die Junior Lounges richten sich seit 2008 speziell an Studenten und Nachwuchskräfte im Facility Management. Hierbei vergibt die GEFMA Förderpreise an hoch qualifizierte Nachwuchskräfte für deren wissenschaftliche Leistungen und Projektarbeiten. Neben den Mitgliederversammlungen, den Regionalkreisen und den Junior Lounges sind auch die Arbeitskreise ein wichtiges Organ der GEFMA. Bereits mit Gründung der GEFMA haben sich die ersten Arbeitskreise für Facility Management gebildet. Die Mitglieder der Arbeitskreise werden vom Vorstand berufen und von einem Sprecher geleitet. In den Arbeitskreisen bringen Experten des Facility Managements ihr Wissen ein, nutzen Synergien und generieren neue fachliche Erkenntnisse für alle Marktbeteiligten. In der Vergangenheit haben Arbeitskreise der GEFMA einiges zur Akzeptanz und Verbreitung des FM in Deutschland beigetragen. Am Anfang standen Arbeitskreise für Marketing, Aus- und Weiterbildung sowie die Entwicklung von Richtlinien. Mittlerweile gibt es auch Arbeitskreise für Qualitätssicherung, Computer Aided Facility Management (CAFM), Nutzer von Facility Management, Banken und Versicherungen, FM in Krankenhäusern sowie für Integrale Prozess-Verantwortung (IPV). Neben den Arbeitskreisen gibt es für die Behandlung besonderer Themen auch temporäre Projektgruppen, die sich bei Bedarf mit einem Thema speziell beschäftigen. Eine besondere Rolle und Bedeutung kommt dem Arbeitskreis für Richtlinien zu. Dieser hat sich in der Vergangenheit erfolgreich darum bemüht, ein Richtlinienwerk zu erstellen, das eine Basis für alle qualifizierten Dienstleistungen rund um das Facility Management und eine Normierungsvorlage für das FM in Deutschland darstellt. Die Richtlinien der GEFMA sind mittlerweile weitgehend zu einem Branchenkonsens in Deutschland geworden. Eine detaillierte und aktuelle Übersicht über die GEFMA Richtlinien sind über die Homepage der GEFMA e.V. (www.gefma.de) zu finden. Dieses Gesamtverzeichnis der GEFMA informiert über die Bezugspreise und den aktuellen Bearbeitungsstatus der Richtlinien. Die GEFMA Richtlinie 100 beschrieb 1996 erstmals den deutschen Markt für Facility Management und stieß damals bereits auf reges Interesse. Diese Richtlinie dient bis heute als Basis für kunden- und prozessorientiertes FM in Deutschland. Des Weiteren gibt es noch zahlreiche andere Richtlinien, u. a. zu Themen Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 41 413.2 Normengebende Institute im Facility Management wie Leistungsspektren des Facility Managements, Lebenszykluskosten- und Prozesskostenrechnung im FM, Musterverträge für das Gebäudemanagement und Musterleistungsverzeichnisse für Anbieter, Betreiberverantwortung im FM, Studiengänge, Aus- und Weiterbildung für Facility Manager, gesetzliche Mindestanforderungen, usw. Der Verband hat in der Vergangenheit immer versucht, eine aktive Öffentlichkeitsarbeit für das Facility Management zu betreiben und dient den Fachmedien als wichtiger Ansprechpartner. Die GEFMA pflegt einen engen Kontakt zu Politik und Wissenschaft in Deutschland und ist außerdem im Bereich Messen, Veranstaltungen, Tagungen und Seminare sehr aktiv. Sie half dabei, die FM-Messe am neuen Standort in Frankfurt zu etablieren und zum zentralen Branchenevent auszubauen. Auf der Expo Real in München hat sie den FM-Tag mitgestaltet, der mittlerweile eine Institution ist, sich steigenden Interesses erfreut und bereits Gastgeber der European Facility Management Conference war. Die aktuellen Ziele der GEFMA sind, in aktuellen und zukünftigen Projekten, weiterhin Standards für Qualität, stabile Rahmenbedingungen und Sicherheit im Facility Management zu entwickeln, einen möglichst großen Wissenstransfer zu leisten und als Netzwerk zu fungieren um eine einheitliche Wertekultur und neues Wissen im FM zu schaffen. Außerdem ist es das erklärte Ziel der GEFMA und ihrer Verbandsmitglieder, eine möglichst professionelle und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtete Bewirtschaftung der Immobilien zu gewährleisten. Die GEFMA versucht dabei, zwischen Kunden und Anbietern zu vermitteln, damit eine möglichst faire und langfristige Zusammenarbeit zum Nutzen aller auf dem deutschen Facility Management Markt stattfindet, der FM-Gedanke in Deutschland weiter verbreitet wird und der Markt für FM weiter wächst. Um diese Ziele zu erreichen arbeitet die GEFMA, z. B. in Bereichen wie Vertragswesen und Leistungsverzeichnisse, u. a. mit der IFMA zusammen. In der folgenden Aufzählung ist das aktuelle Richtlinienwesen der GEFMA als Kurzgliederung wiedergegeben: •• Die Richtlinien der Reihe 100 ff. beinhalten Definition, Struktur und Beschreibung vom Facility Management im Allgemeinen und Leistungsbilder von Einzelleistungen im Besonderen; •• Die Richtlinien der Reihe 200 ff. befassen sich mit Kosten, Kostenrechnung, Kostengliederung; •• Die Richtlinien 300 ff. sind für FM-Recht vorgesehen; •• Die Reihe 400 beschäftigt sich mit Computer Aided Facility Management (CAFM); •• Die Richtlinien GEFMA 500 ff. enthalten Hinweise für Ausschreibung und Vertragsgestaltung bei Fremdvergabe von Dienstleistungen; •• GEFMA 600 ff. ist für das Thema Aus- und Weiterbildung im Bereich Facility Management vorgesehen; •• GEFMA 700 beschäftigt sich mit den Qualitätsaspekten; •• Der Nummernkreis GEFMA 800 beschreibt branchenspezifische Richtlinien (z. B. FM im Gesundheitswesen); Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 42 3 Der normative Rahmen des Facility Managements42 •• GEFMA 900 ff. sind sonstige Veröffentlichungen des Verbandes, wie Verzeichnisse, Studien, Marktübersichten oder dergleichen 68 3.2.2 RealFM e.V. Association for Real Estate- and Facility Managers Die RealFM e.V. Association for Real Estate- and Facility Managers (www. realfm.de) ist ein gemeinnütziger Verein der aus der IFMA Deutschland e.V. hervorging. Die Gründung der IFMA Deutschland e.V. erfolgte im Dezember 1996 als deutscher Ableger der International Facility Management Associa tion (IFMA), mit Sitz in Houston (Texas). Mit der Gründung des Facility Management Institute (FMI) in Michigan in den 70er Jahren begann sich die amerikanische Wirtschaft intensiv mit dem Thema Facility Management zu beschäftigen. Dies führte 1980 zur Gründung der National Facility Management Association in den USA welche 1983 in International Facility Management Association, kurz IFMA, umbenannt wurde. Weltweit verfügt die IFMA über mehr als 19.500 Mitglieder und stellt somit ein enormes Netzwerk dar. Die Mitglieder sind in 130 Abteilungen (Chaptern) organisiert, von denen sich allein 112 in den USA befinden. IFMA Deutschland e.V. hatte anlässlich einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 13. November 2006 in Frankfurt a. Main die Neugründung von RealFM e.V., Association for Real Estate- and Facility Managers, einstimmig beschlossen. Der neue Verband ist ausschließlich den nationalen Mitgliedschaften vorbehalten, während IFMA Deutschland e.V. nach wie vor die international aktiven Mitglieder betreuen sollte. Begründet wurde der Schritt mit der Reaktion auf den Wunsch der Mitglieder nach einer nationalen Mitgliedschaft. So sollte das Profil als Berufsverband für Facility Management und Real Estate Management in Deutschland geschärft werden. Die Gründungsversammlung der RealFM e.V. hat darüber hinaus Junior Mitgliedschaften für Berufseinsteiger sowie firmengebundene Personenmitgliedschaften beschlossen. Ihre Alleinstellung im deutschen Markt sehen Geschäftsführung und Präsidium von RealFM e.V. in der Mitgliederstruktur, den persönlichen Mitgliedschaften und in der nach wie vor europäischen Ausrichtung begründet. Gem. Vereinssatzung sind 75 % der Mitglieder so genannte Professionals. Gemeint sind Facility Manager, die für den Eigentümer oder Nutzer in Industrieunternehmen im strategischen Management aktiv tätig sind. Nur 25 % der Mitglieder sind externe Dienstleister oder Berater. Aufgabe und Ziel des Verbandes ist es, den Beruf von Real Estate- und Facility Managern in Deutschland und europaweit zu fördern und ihn in Wirtschaft, Politik und in der Öffentlichkeit weiter zu etablieren. Der Verband hat sich die folgenden Ziele gesetzt: •• Entwickeln und Pflegen des Netzwerkes für Real Estate- und Facility Manager auf nationaler und internationaler Ebene 68 Vgl. Zehrer, H./Sasse, E. (Hrsg.) (2005), S. 7. Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 43 433.2 Normengebende Institute im Facility Management •• Fördern der Aus- und Weiterbildung für Real Estate- und Facility Manager sowie fachliches und personelles Unterstützen entsprechender Programme und Projekte •• Entwicklung von Normen, Standards und Werkzeugen für Real Estate- und Facility Management •• Fördern des Wissens- und Erfahrungsaustausches in Konferenzen, Seminaren und Veranstaltungen auf deutschsprachiger und europäischer Ebene •• Etablieren von Partnerschaften mit Organisationen des Real Estate- und Facility Managements in Deutschland, Europa und weltweit •• Motivieren und Fördern des Nachwuchses zum akademischen Studium des Real Estate- und Facility Managements •• Schaffen einer Plattform zur Zusammenarbeit mit Firmen, Hochschulen, Öffentlichkeit, Politik und Verbänden entsprechender Berufsgruppen Das Anliegen von RealFM e.V. ist es, gemeinsam mit anderen Verbänden Standards und Produkte zu entwickeln, um den Berufsstand des Real Estate- und Facility Managers sowie den entsprechenden Markt weiter zu etablieren und voran zu bringen. Kooperationen, die dem Gesamtmarkt nutzen (wie z. B. Themen wie Ausbildungs- und Qualitätsstandards), sollten aus Sicht RealFM e.V. von allen partnerschaftlich entwickelt und getragen werden. 3.2.3 Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) ist ein bedeutender Verbandsdienstleister und bietet das größte Branchennetzwerk der Investitionsgüterindustrie in Europa. Der VDMA vertritt rund 3.000 vorrangig mittelständische Mitgliedsunternehmen der Investitionsgüterindustrie und ist damit einer der mitgliederstärksten und bedeutendsten Industrieverbände in Europa. Mit einem Umsatz von rund 143 Milliarden Euro und 865.000 Beschäftigten im Jahr 2005 gehört der Maschinen- und Anlagenbau zu den größten Branchen und wichtigsten Arbeitgebern in Deutschland. Fast zwei Drittel der deutschen Produktion gehen in den Export. Im VDMA bildet sich die gesamte Prozesskette ab – von Einzelkomponenten bis zur Anlage, vom Systemlieferanten über den Systemintegrator bis zum Dienstleister. Diese Prozesskette zeigt die vielfältigen Kunden-Lieferanten-Beziehungen entlang der Wertschöpfungskette und ermöglicht eine branchenspezifische, wie auch eine übergreifende Zusammenarbeit. Die technischen Spezifikationen des deutschen Maschinenbaus spiegeln sich in den VDMA-Einheitsblättern wieder, die von VDMA-Mitgliedsfirmen zu den neuesten technischen Entwicklungen als so genannte überbetriebliche Werknorm erarbeitet werden. VDMA-Einheitsblätter werden immer dann erstellt, wenn der VDMA ein Bedürfnis zur Vereinheitlichung auf einem Gebiet des Maschinen- und Anlagenbaus feststellt, auf dem weder eine DIN-Norm existiert noch Normungsvorhaben bestehen. Ein VDMA-Einheitsblatt ist also eine Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 44 3 Der normative Rahmen des Facility Managements44 Empfehlung dieses privatrechtlichen Vereins mit dem Ziel der einheitlichen Anwendung und der späteren Übernahme als Normvorhaben. Daraus ergeben sich die VDMA-Einheitsblätter als Richtlinien, die gegebenenfalls später in DIN-Normen überführt werden. Sie beinhalten z. B. Angaben zu: •• Technischen Anforderungen an Ausführung und Betrieb von Maschinen, •• Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen, •• Emissions-, Betriebs- und Wartungsvorschriften, •• Abnahmeprüfungen, die unter Bezugnahme auf einschlägige Normen, Richtlinien etc. erstellt wurden. Eine wichtige Richtliniengrundlage stellt die Arbeitsgemeinschaft Instandhaltung Gebäudetechnik (AIG) dar, die ein Zusammenschluss namhafter Fachunternehmen unter dem Dach des Fachverbandes „Allgemeine Lufttechnik“ im VDMA ist. Die Mitgliedsunternehmen bieten umfassende Leistungen rund um das Gebäude und den darin enthaltenen technischen Anlagen an. Das Leistungsspektrum umfasst neben der Instandhaltung gebäudetechnischer Anlagen (Wartung, Inspektion und Instandsetzung) den Betrieb kompletter Anlagensysteme. Auf der Basis ihres Know-hows sind sie kompetente Partner für die Modernisierung technischer Anlagen und das Energiemanagement. Die AIG-Mitgliedsfirmen sind außerdem Anbieter in den Bereichen Gebäudemanagement, Facility Management und Performance Contracting. Einige Unternehmen haben sich spezialisiert und sind in Teilbereichen tätig. Andere hingegen decken das gesamte Spektrum ab und bieten somit alles aus einer Hand. Aufgabe der AIG ist es, die gemeinsamen wirtschaftlichen und technischen Interessen ihrer Mitgliedsunternehmen wahrzunehmen. Die AIG ist Plattform für den Erfahrungsaustausch untereinander, fördert die Zusammenarbeit mit anderen Fachkreisen und beteiligt sich aktiv an der Erarbeitung von Norm- und Regelwerken. Bekannte Beispiele sind VDMA 24186 zur Wartung von technischen Anlagen und Ausrüstungen in Gebäuden und VDMA 24198 über das Performance Contracting. Wie das Beispiel DIN 32736 „Gebäudemanagement“ – basierend auf dem gleichnamigen VDMA-Einheitsblatt 24196 – zeigt, sind VDMA-Einheitsblätter vielfach Basis für nationale und internationale Normen. Die Bearbeitung spezieller Fachthemen und -fragen erfolgt in Arbeitsgruppen. 3.2.4 Deutsches Institut für Normung e.V. (DIN) Das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) ist auf Grundlage seiner Satzung und auf der Grundlage des mit der Bundesrepublik Deutschland geschlossenen Normenvertrags vom 5. Juni 1976, die für die Normungsarbeit zuständige Institution in Deutschland.69 69 Vgl. Die Deutsche Normungsstrategie, DIN Deutsches Institut für Normung e.V., 2006, S. 12. Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 45 453.2 Normengebende Institute im Facility Management Derzeit existieren über 26.000 gültige DIN-Normen. Die DIN-Normen definieren sich als Normen, die vom Deutschen Institut für Normung, mit Sitz in Berlin, in seinen Ausschüssen aufgestellt und von ihm unter dem Verbandszeichen DIN herausgegeben werden. Dieser eingetragene gemeinnützige Verein vertritt die deutschen Interessen in den europäischen und weltweiten Normungsorganisationen CEN/CENELEC und ISO/IEC. Die technische Normung ist in Deutschland eine Aufgabe der Selbstverwaltung von an der Normung interessierten Kreisen. Das DIN ist dabei für alle an einer Normung Interessierten zuständig. An ihm wird der Stand der Technik ermittelt und unter Berücksichtigung neuester Erkenntnisse niedergeschrieben. Das Deutsche Institut für Normung orientiert sich an zehn Grundsätzen: •• Freiwilligkeit •• Öffentlichkeit •• Beteiligung aller interessierten Kreise •• Konsens •• Einheitlichkeit und Widerspruchsfreiheit •• Sachbezogenheit •• Ausrichtung am Stand der Technik •• Ausrichtung an den wirtschaftlichen Gegebenheiten •• Ausrichtung am allgemeinen Nutzen •• Internationalität Die Beachtung dieser Grundsätze hat den DIN-Normen eine allgemeine Anerkennung gebracht, so dass DIN-Normen heute einen Maßstab für ein einwandfreies Verhalten bilden. Die für das Facility Management einschlägigen Normen sind die DIN EN  15221-1, „Facility Management-Begriffe“ und die DIN 32736, die unter dem Titel „Gebäudemanagement-Begriffe und Leistungen“ mit dem Beiblatt „Gegenüberstellung von Leistungen“ geführt wird. Ursprünglich befanden sich die Begriffsdefinitionen und Leistungsbeschreibungen des Gebäudemanagements in der VDMA  24196. Sie sind aber im Jahre 2000 in ihren wesentlichen Teilen als DIN 32736 in den Normenkatalog des Deutschen Instituts für Normen (DIN) übernommen worden. 3.2.4.1 Ebenen der Normungsarbeit Die „Nationale Normung“ Die Normung in Deutschland stellt eine planmäßige Gemeinschaftsarbeit der so genannten interessierten Kreise dar. Diese bestehen hauptsächlich aus Experten der Bereiche Unternehmen, Handel, Hochschulen, Verbraucher, Handwerk, Prüfinstituten, Behörden. Die von den Experten betriebene Normungsarbeit erfolgt in Normenausschüssen und Arbeitsgruppen innerhalb der DIN, des Deutschen Instituts für Normung e.V. Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 46 3 Der normative Rahmen des Facility Managements46 Die „Europäische Normung“ Die Europäische Normung wird im Rahmen der drei Organisationen CEN, CENELEC und ETSI durchgeführt. CEN bezeichnet sich als ein System formaler Prozesse zur Herstellung von Normen, das durch die 28 nationalen Mitgliedsorganisationen getragen wird. Die nationalen Mitgliedsorganisationen stimmen über Europäische Normen ab und implementieren diese. Die Normungsorganisationen haben – ausgenommen ETSI – je Land nur ein Mitglied. Dieses eine Mitglied hat die gesamten Normungsinteressen des jeweiligen Landes zu vertreten, wobei hier die Stimmenanzahl an der Wirtschaftskraft des jeweiligen Mitgliedslandes gemessen wird. Die deutschen Interessen in Europa werden durch das DIN (das Deutsche Institut für Normung e.V.) vertreten. Die Europäische Normung hat zum Ziel, die Harmonisierung der nationalen Normen in den Mitgliedsländern durch einheitliche Einführung von Europäischen Normen herbeizuführen. Durch das System der europäischen Normung sollen im europäischen Binnenmarkt Handelshemmnisse abgebaut und zugleich übergreifende einheitliche Rahmenund Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden. Die „Internationale Normung“ Die Internationale Normung erfolgt im Rahmen der drei Organisationen ISO, IEC und ITU. ISO und IEC haben je Land nur ein Mitglied, das die gesamten Normungsinteressen des jeweiligen Landes vertritt. Für Deutschland ist das Deutsche Institut für Normung e.V. Mitglied der ISO. Die Organisation ISO (International Organization for Standardization) ist ein Zusammenschluss der nationalen Normungsorganisation aus über 140 Ländern70. 3.2.4.2 Bedeutung der Normnummern Der Ursprung einer Norm ist an der jeweiligen Normnummer zu erkennen: DIN: Ist eine DIN-Norm, die ausschließlich oder überwiegend nationale Bedeutung hat, oder sogar als Vorstufe zu einem internationalen Dokument veröffentlicht wird. DIN EN: Diese Normnummer kennzeichnet eine Europäische Norm (EN), die in Deutschland übernommen wurde. Hier gilt der Grundsatz, dass alle Europäischen Normen unverändert von allen Mitgliedern der CEN und CENELEC übernommen werden müssen. DIN EN ISO: Diese Abkürzung steht für eine Norm, die unter der Federführung von ISO oder CEN entwickelt wurde, dann aber bei beiden Organisationen veröffentlicht wird. Die Übernahme als nationale Norm ist Pflicht. DIN IEC: Diese Normnummer beschreibt die unveränderte Übernahme einer IEC-Norm. DIN ISO: Diese Norm-Abkürzung beschreibt eine unveränderte Übernahme einer ISO-Norm. 70 Vgl. Zehrer, H./Sasse, E. (Hrsg.) (2005), S. 5. Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 47 473.2 Normengebende Institute im Facility Management DIN VDE: Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Themen der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik, die gemeinsam von DIN und VDE bearbeitet und entwickelt werden. 3.2.5 Weitere wichtige Regelsetzer im Facility Management Neben den Organisationen, die Richtlinien bzw. anerkannte Regelwerke für das Facility Management aufstellen, gibt es noch weitere tragende Regelsetzer. Diese Verbände und Institutionen haben durch ihre Veröffentlichungen einen wichtigen regelnden Charakter für das Facility Management. AGI Arbeitsgemeinschaft Industriebau e.V. Die Arbeitsgemeinschaft Industriebau ist der Zusammenschluss von rund 100 Bauabteilungen führender deutscher Industrieunternehmen. In den AGI- Arbeitsblättern werden die Erfahrungen und das Fachwissen namhafter Bauexperten gebündelt. AHO Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V. Der AHO Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V., hervorgegangen aus dem bereits 1923 gegründeten AGO, ist der Zusammenschluss der maßgeblichen Ingenieurverbände, der Länderingenieurkammern Deutschlands sowie der Architektenkammern von Baden-Württemberg, Bayern, Bremen und Hessen, um die Honorar- und Wettbewerbsinteressen von Ingenieuren und Architekten zu vertreten. Hauptaufgaben des AHO sind der Erhalt und die Weiterentwicklung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure – HOAI. Die HOAI wurde geschaffen, um für die geistig-schöpferischen Leistungen der Planer eine angemessene Honorarfindung zu ermöglichen und gleichzeitig dem Auftraggeber, dessen Treuhänder der Planer ist, Kostensicherheit zu geben. Für die notwendige Anpassung der HOAI an die wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen tritt der AHO ein. Der AHO steht in ständigem Dialog mit dem Verordnungsgeber sowie mit den öffentlichen und privaten Auftraggebern, um sich für ein Honorar- und Vergabewesen einzusetzen, das den Interessen von Auftragnehmern und Auftraggebern gleichermaßen gerecht wird. Tragende Elemente der Facharbeit des AHO sind seine Fachkommissionen, in denen fachlich hoch qualifizierte Ingenieure und Architekten neben der Diskussion von Einzel- und Grundsatzfragen zum Honorarrecht, die bestehenden Leistungsbilder der HOAI weiterentwickeln sowie neue Leistungsbilder erarbeiten. Die Ergebnisse dieser ehrenamtlichen Arbeit finden sich u. a. in den Heften der Grünen Schriftenreihe des AHO wieder. Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 48 3 Der normative Rahmen des Facility Managements48 AMEV Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen Der „Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen“ (AMEV) hat die Aufgabe, die Bauverwaltungen des Bundes, der Länder und der kommunalen Selbstverwaltungskörperschaften beim Planen, Bauen und Betreiben ihrer Anlagen der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) zu unterstützen. Die Arbeitskreise des AMEV erarbeiten aktuelle Empfehlungen für betriebstechnische Anlagen und bieten auch einen Informationsaustausch zu Energieeinsparung und Klima- und Umweltschutz. Weiterhin informiert der AMEV über wichtige Themenbereiche und gibt Hinweise zu neuen Arbeitshilfen und Vorschriften. DKIN Deutsches Komitee Instandhaltung Das DKIN vertritt die Belange der Instandhaltung gegenüber entsprechenden Institutionen im In- und Ausland. Die Tätigkeit erstreckt sich auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und mittelbar über die Mitgliedschaft in der EFNMS (European Federation of National Maintenance Societies) auf ganz Europa. gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. Die Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. wurde am 15. Oktober 1993 gegründet und hatte 2011 über 1.300 Mitglieder. Sie vertritt einen interdisziplinären Ansatz und strebt die Zusammenführung von Theorie und Praxis an. Dies geschieht vor allem in den Arbeitskreisen, die zur Klärung wichtiger immobilienwirtschaftlicher Fragestellungen und zur Verbesserung der Markttransparenz beitragen. Auf Initiative der Mitglieder werden Arbeitskreise gebildet, in denen sachkundige gif-Mitglieder mit Experten anderer Verbände und Organisationen zusammentreffen. Ziel ist nach Möglichkeit die Verabschiedung einer Richtlinie oder Empfehlung, die durch Branchenkonsens zum Standard bei der praktischen Anwendung wird. Die gif e.V. tauscht sich kontinuierlich mit anderen Organisationen in Deutschland, die ähnliche Fragen wie sie bearbeiten, oder Verbänden, die gleiche Arbeitsfelder besetzen, aus. Dadurch werden ein Informationstransfer und eine Koordination der immobilienwirtschaftlichen Forschung ermöglicht. Die hier erzielten Ergebnisse werden regelmäßig der Öffentlichkeit vorgestellt. VDI Verein deutscher Ingenieure Der VDI pflegt und entwickelt ein lebendiges Netzwerk auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Die regionale Struktur des VDI umfasst 45 VDI- Bezirksvereine mit rund 100  Bezirksgruppen sowie 15  Landesvertretungen. In den Bezirksvereinen vermitteln etwa 600 Arbeitskreise und 5.400  Veranstaltungen jährlich über 200.000 Teilnehmern Fachinformationen und fördern den Erfahrungsaustausch wie auch die persönlichen Kontakte der Ingenieure Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 49 493.3 Überblick der Normen und Richtlinien auf regionaler Ebene. In den Landesvertretungen koordiniert der VDI die Zusammenarbeit mit der Politik und den Behörden einzelner Bundesländer. International kooperiert der VDI mit mehreren Ingenieurvereinen, um die Erfahrungen von Ingenieuren in aller Welt zusammenzubringen; in 15 Ländern sind VDI-Freundeskreise tätig. Der VDI verbindet Technik und Wissenschaft. Die Grundlage für die technischwissenschaftliche Arbeit sind die 22  VDI-Fachgesellschaften mit ihren über 10.000 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, in denen in über 800  Ausschüssen neueste technische Entwicklungen aufgegriffen und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, bspw. durch die VDI-Richtlinien, den anerkannten Regeln zum Stand der Technik. 3.3 Überblick der Normen und Richtlinien 3.3.1 Vergleich DIN 32736 und GEFMA 100 Die für das Facility Management einschlägige Norm stellt, neben der DIN EN 15221-1 „Facility Management – Teil 1: Begriffe“ die DIN 32736 dar, welche unter dem Titel „Gebäudemanagement – Begriffe und Leistungen“ mit dem Beiblatt „Gegenüberstellung von Leistungen“ geführt wird. Das Pendant bilden die GEFMA-Richtlinien der Reihe 100 ff. Denn diese beinhalten die Definition, Struktur und Beschreibung von Facility Management im Allgemeinen und die jeweiligen Leistungsbilder von Einzelleistungen im Besonderen. Der tabellarische Vergleich orientiert sich an der Aufteilung des Facility Managements in: Technisches Gebäudemanagement, infrastrukturelles Gebäudemanagement, kaufmännisches Gebäudemanagement und Flächenmanagement. 3.3 Überblick der Normen und Richtlinien GEFMA 100 DIN 32736 Technisches Gebäude management – Technisches Objekt management – Betriebsführung Technik – Unterhaltung (Instand setzung) – Energiemanagement – Versorgung – Transportdienste (techn. Leistungen) – Sonstige technische Leistungen – Betreiben – Dokumentieren – Energiemanagement – Informationsmana gement – Modernisierung – Sanierung – Umbau – Verfolgen von technischer Gewährleistung

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Vorteile

- Umfassender Einblick in Theorie und Praxis des Facility Managements

- Systematische Darstellung der relevanten Normen und Richtlinien

- Konkrete Beispiele zur Anwendung und Vertiefung der Inhalte

Zum Werk

Die Immobilie in ihrem Lebenszyklus erfordert ein Wertmanagement, das unter dem Begriff Facility Management zusammengefasst wird. Das Buch umfasst alle Aspekte einschließlich anschaulicher Praxisbeispiele.

Zur Neuauflage

Umfassende Aktualisierung und zusätzliche Fallbeispiele.

Inhalt

- Geschichte des FM; Vergleich mit anderen Ländern

- Facility Management im Lebenszyklus einer Immobilie

- Strategisches FM

- Inhalte des technischen, kaufmännischen und infrastrukturellen FM mit vielen Praxisbeispielen

- Rechtliche Aspekte und Normen

- Wertorientierung im FM und FM-Rating

- Outsourcing-Strategien

- EDV-technische Unterstützung

Autoren

Prof. Dr. Hanspeter Gondring, Duale Hochschule Stuttgart, Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, Wagner Real Estate GmbH, Hamburg.

Zielgruppe

Studierende der Immobilienwirtschaft und immobiliennahe Studienfächer wie z.B. Architektur, Bauingenieurwesen, Stadt- und Regionalplanung, Studierende der Bank- und Finanzwirtschaft, Jura-Studierende mit der Vertiefung Immobilienrecht sowie interessierte Praktiker.