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14.1 Einführung in:

Hanspeter Gondring, Thomas Wagner

Facility Management, page 472 - 474

Handbuch für Studium und Praxis

2. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3836-9, ISBN online: 978-3-8006-4182-6, https://doi.org/10.15358/9783800641826_472

Bibliographic information
Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 467 14 DV-Unterstützung im Facility Management 14 DV-Unterstützung im Facility Management Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 469 14.1 Einführung Die Disziplin Facility Management hat sich parallel zu ihrer spezifischen DV- Unterstützung herausgebildet.718 Sie hat ihren Ursprung in einer Zeit, in der bereits umfangreiche Softwarelösungen und DV-Systeme auf Unternehmensebene entwickelt und eingesetzt wurden. Diese Systeme sind in ihrer Anpassung und Weiterentwicklung einer ständigen Dynamik unterworfen. Um eine maßgeschneiderte Software- und Systemunterstützung für das Facility Management abbilden zu können, muss auf die sich kontinuierlich verändernden Rahmenbedingungen Bezug genommen werden. Darüber hinaus sind die Anforderungen, die ein solches System originär zu erfüllen hat, von größter Bedeutung und bedürfen daher einer Beschreibung. Dafür sind die Aufgaben und Ziele der übergeordneten Instanz, des Facility Managements, dem eine mögliche Unterstützung durch ein Computer Aided Facility Management System (CAFM-System) lediglich als Werkzeug dient, genau zu definieren. Die derzeit verwendeten Systeme, die noch nicht lange eingesetzt werden, müssen einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unterzogen werden. Eine DV-Unterstützung im Facility Management macht grundsätzlich und ihrer Ausdehnung nach nur Sinn, wenn ein wirtschaftlicher Bezug hergestellt werden kann. Der Einsatz des computergestützten Facility Managements beinhaltet umfangreiche Planungs- und Vorbereitungsmaßnahmen. Zu Beginn der Planungsphase kann der tatsächlich entstehende Nutzen im Verhältnis zum Investitionsumfang nicht abgeschätzt werden, da sich sowohl der Kostenumfang als auch der Nutzen erst in der Konzeptionsphase, nach vielen erbrachten Leistungen, abschätzen lassen. Das bedeutet, Kostensenkungspotenziale müssen nicht nur durch den Einsatz von CAFM generiert werden, sondern innerhalb des Systems selbst erschlossen werden. Hierbei sind sowohl die Unternehmen als Anwender, als auch die Softwareanbieter gefragt. Letztere werden sich in Zukunft stark den Qualitäts- und somit Leistungsverbesserungen bezüglich der Standardsoftware widmen müssen. Kann diese in ihren Grundfunktionen erweitert werden, lassen sich kostenintensive Individualanpassungen vermeiden. Für die Möglichkeit einer effizienten Aufbereitung und Strukturierung der FM-Daten müssen seitens des Facility Managements schon während der Planungsphase Datenstandards eingeführt werden. Die Zukunftschancen von CAFM-Produkten sind als positiv zu bewerten, da die Konkurrenz wie ERP- Systeme die Vorteile der flexiblen Gestaltung noch nicht aufholen konnten und bei einer nicht vorbelasteten Ausgangssituation, die besteht wenn eine äußerst umfangreiche ERP-Lösung bereits im Unternehmen verwendet wird, die CAFM-Systemlösung i. d. R. die günstigere Alternative bietet. Da die stra- 718 Vgl. Marchionini, M./Hohmann, J./Prischl, P., Zum Verhältnis von Facility Management und CAFM, in: May, M. (Hrsg.), IT im Facility Management erfolgreich einsetzen – Das CAFM-Handbuch, Berlin Heidelberg 2004, S. 5–18, hier: S. 11. 14.1 Einführung Vahlen – Allgemeine Reihe – Gondring/Wagner - Facility Management (2. Auflage) – Herstellung: Frau Deuringer Stand: 27.04.2012 Status: Imprimatur Seite 470 14 DV-Unterstützung im Facility Management470 tegischen Aufgaben im Facility Management weiter zunehmen werden, wird auch die Etablierung des CAFM weiter zunehmen. 14.2 Inhalte und Ziele des Datenmanagements Das Datenmanagement dient der Unterstützung aller FM-relevanten Prozesse. Es ist ein Werkzeug, dem sich die einzelnen Bausteine des FM bedienen, um möglichst effiziente Prozesse zu generieren. Das Datenmanagement hat die vom FM benötigten Informationen zu liefern, Prozesse zu unterstützen und Bestandsdaten über den Lebenszyklus von Objekten hinweg zu sichern.719 Welche diese relevanten Prozesse sind, gilt es herauszuarbeiten und in eine darstellbare Struktur zu fassen, um dadurch alle notwendigen Daten, den jeweiligen Prozessen zuzuordnen und definieren zu können. Jeder einzelne Prozess kann, insofern dieser separat darstellbar ist, durchleuchtet werden. Zudem werden Schwachstellen erkannt, können verbessert und in sich als Einheit optimiert werden. Vorraussetzung der Anwendung von computergestützter Verfahren im Facility Management für die effizientere Unterstützung der Arbeitsprozesse, sind umfangreiche und aktuelle Daten über die Facilities, z. B. Areale, Gebäude, Anlagen und Ausrüstungen sowie technische Ausstattungen und die hierfür bestehenden Serviceleistungen.720 Es muss eine genaue Selektion der notwendigen Daten vorgenommen werden. Alle Daten stehen im Dienst der zu liefernden Informationen, die wiederum im Blick auf ihren betriebswirtschaftlichen Bedarf untersucht werden müssen, um deren Wertigkeit bestimmbar zu machen. Die benötigten Informationen werden als Produktionsfaktoren verstanden. Daher sollten auch nur jene Daten eingespeist und verwaltet werden, die in den spezifischen Gebäudelebenszyklusphasen von tatsächlicher Bedeutung sind. Der Nutzen durch Kosten-, Zeit- und Ressourceneinsparung oder die Verbesserung von Wettbewerbssituation und Erweiterung der Geschäftsfelder sind dem Aufwand gegen- überzustellen, der durch die Erfassung, Umwandlung und Aktualisierung der Informationen entsteht.721 Entlang des Lebenszyklus der Gebäude ist der Datenaustausch bzw. die Datenweitergabe aus den vorangehenden Phasen an die Folgenden zeitnah zu gewährleisten. Kann dies nicht umgesetzt werden, liegen die Wirkungen von möglichen längeren Planungsdauern und redundanten Datenerfassungen auf der Hand. Eine Idealvorstellung, die sich aus den angeführten Ursache- und Wirkungsprinzipien ableiten lässt, ist eine integrierte Grundlagenermittlung, 719 Vgl. Klimek, Facility Management und Daten-Informationen, in Facility Management 5–6/2004. 720 Vgl. Reinecke, W./Böhm, G., Anwendungsfelder, in: May, M. (Hrsg.), IT im Facility Management erfolgreich einsetzen – Das CAFM-Handbuch, Berlin Heidelberg 2004, S. 19–35, hier: S. 19. 721 Vgl. Jedlitzke, M./Hohmann, J./Redlein, A./Reinecke, W., IT-Grundlagen für Facility Manager, in: May, M. (Hrsg.), IT im Facility Management erfolgreich einsetzen – Das CAFM-Handbuch, Berlin Heidelberg 2004, S. 101–121, hier: S. 101. 14.2 Inhalte und Ziele des Datenmanagements

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References

Zusammenfassung

Vorteile

- Umfassender Einblick in Theorie und Praxis des Facility Managements

- Systematische Darstellung der relevanten Normen und Richtlinien

- Konkrete Beispiele zur Anwendung und Vertiefung der Inhalte

Zum Werk

Die Immobilie in ihrem Lebenszyklus erfordert ein Wertmanagement, das unter dem Begriff Facility Management zusammengefasst wird. Das Buch umfasst alle Aspekte einschließlich anschaulicher Praxisbeispiele.

Zur Neuauflage

Umfassende Aktualisierung und zusätzliche Fallbeispiele.

Inhalt

- Geschichte des FM; Vergleich mit anderen Ländern

- Facility Management im Lebenszyklus einer Immobilie

- Strategisches FM

- Inhalte des technischen, kaufmännischen und infrastrukturellen FM mit vielen Praxisbeispielen

- Rechtliche Aspekte und Normen

- Wertorientierung im FM und FM-Rating

- Outsourcing-Strategien

- EDV-technische Unterstützung

Autoren

Prof. Dr. Hanspeter Gondring, Duale Hochschule Stuttgart, Dipl.-Kfm. Thomas Wagner, Wagner Real Estate GmbH, Hamburg.

Zielgruppe

Studierende der Immobilienwirtschaft und immobiliennahe Studienfächer wie z.B. Architektur, Bauingenieurwesen, Stadt- und Regionalplanung, Studierende der Bank- und Finanzwirtschaft, Jura-Studierende mit der Vertiefung Immobilienrecht sowie interessierte Praktiker.