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9.6 Entwicklung eines entsorgungslogistischen Konzeptes in:

Christof Schulte

Logistik, page 527 - 529

Wege zur Optimierung der Supply Chain

6. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3995-3, ISBN online: 978-3-8006-3996-0, https://doi.org/10.15358/9783800639960_553

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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9.6 Entwicklung eines entsorgungslogistischen Konzeptes 527 Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 23.11.2012 Verpackungsart Anforderungen Transportverpackungen Umverpackungen Verkaufsverpackungen Begriff Dienen zum Transport und Schutz der Waren auf dem Weg vom Hersteller/Lieferanten zum Handel Dienen als zusätzliche Verpackung zur Verkaufsverpackung der Selbstbedienung oder Diebstahlsicherung oder Werbung Dienen dem Endverbraucher zum Transport der Waren oder zur Aufbewahrung bis zum Verbrauch Beispiele Paletten, Versandverpackungen, Transportsicherungen Schachtel um Dose, Blister um Schachtel Schachtel, Beutel, Flasche, Dose Pflichten für Handel und Industrie Rückgabe an Lieferant oder für Wiederverwendung oder stoffliche Verwertung sorgen Entfernen vor Verkauf oder Aufstellen von Sammelbehälter (mit Hinweisschild) für Wiederverwendung oder stoffliche Verwertung sorgen Rücknahme von Endverbraucher und Rückgabe an Lieferant oder für Wiederverwendung oder stoffliche Verwertung sorgen Pflichten für Lieferant (Vorstufen) Rücknahme von Handel und für Wiederverwendung oder stoffliche Verwertung sorgen keine Rücknahme von Handel und für Wiederverwendung oder stoffliche Verwertung sorgen Inkrafttreten der Pflichten 1.12.1991 1.4.1992 1.1.1993 Möglichkeiten der Entsorgung für Handel und Industrie Durch Rückgabe an Lieferant; durch private Entsorgungsunternehmen; durch Entsorgungssystem für Transportverpackungen Durch private Entsorgungsunternehmen; eventuell durch Entsorgungssystem für Transportverpackungen Durch den Endverbraucher über das Duale System der DSD GmbH Abb. 9–8: Verpackungsverordnung im Überblick Hinsichtlich der Transportverpackungen erfolgt in immer stärkerem Maße eine Umstellung auf Mehrwegsysteme. Im Bereich der Umverpackungen ist zu erwarten, dass auf diese zusätzliche Verpackungsform weitgehend verzichtet wird. 9.6 Entwicklung eines entsorgungslogistischen Konzeptes Zur erstmaligen Implementierung eines Systems der Entsorgungslogistik bietet es sich an, die in Abb. 9–10 dargestellten Schritte zu durchlaufen. Auch die Integration neu hinzukommender Aufgaben in ein bestehendes Entsorgungssystem kann anhand dieser Vorgehensweise erfolgen, wobei bereits abgedeckte Stufen ausgelassen werden. 528 9 Entsorgungslogistik Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 23.11.2012 Abnahme- und Verwertungsgesellschaften (Garantiegeber) INTERSEROH AG Vermarktung, Marktpflege, Lagerhaltung 1. Stufe Konsumgüter Hersteller und Vertreiber Kommunen Industrie Vormaterialhersteller Verpackungshersteller Bürger Entsorger Erfassen, sortieren, bereitstellen Duales System Deutschland GmbH Träger: Vormaterial-Hersteller Verpackungshersteller Konsumgüterhersteller Handel Verwertungs- und Vermarktungsgesellschaften (Garantiegeber) 2. Stufe 3. StufeLizensierung/Finanzierung Erfassung/Sortierung Lizensierung/Verwertung L izenz E ntgelt Auftrag A bs ti m m un g M it w ir ku ng Abnahme und Verwertungsgarantie Sekundär Rohstoffe Abb. 9–9: Aufbau und Funktionsweise des Dualen Systems 1. Analyse, Erfassung und Dokumentation der Rückstände nach ihren entsorgungsrelevanten chemisch-physikalischen Eigenschaften. 2. Ermittlung der Abfallstruktur der Rückstände, d. h. des räumlichen, zeitlichen, mengenmä- ßigen und qualitativen Anfalls an den Rückstandsquellen. 3. Erarbeiten von Anweisungen zur Behandlung der Rückstände in entsorgungslogistischen Prozessen. 4. Festlegung der Rückstandssenken (Orte der Ablagerung, Zwischenlagerung, Umwandlung, Verwertung) in Abstimmung mit den Entsorgungspartnern und unter Berücksichtigung abfallwirtschaftlicher Zielvorgaben. 5. Bestimmung der Rückstandsflüsse von den Quellen zu den Senken nach den Kriterien Stärke, Zeit und Häufigkeit. 6. Gestaltung einer Grundstruktur des entsorgungslogistischen Systems. 7. Gestaltung der elementaren entsorgungslogistischen Leistungsprozesse 8. Gestaltung der Verknüpfungen der elementaren entsorgungslogistischen Leistungsprozesse zu entsorgungslogistischen Ketten. 9. Ableitung des Bedarfs an entsorgungslogistischen Informationsleistungen. 10. Entscheidung über Eigenerstellung und Fremdvergabe entsorgungslogistischer (Teil-)Leistungen. 11. Integration der elementaren Prozesse zu einem entsorgungslogistischen System. 12. Integration des entsorgungslogistischen Systems in das betriebliche Ver- und Entsorgungssystem. Abb. 9–10: Entwicklung eines entsorgungslogistischen Konzeptes (Isermann/Houtmann 1994, S. 239) 10.1 Kooperationen und Partnerschaften in logistischen Netzwerken 529 Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 23.11.2012 Revision 10 Supply Chain Management Zur Wahrnehmung der SCM-Aufgaben werden die unterschiedlichsten Konzepte eingesetzt. Die Einordnung der am häufigsten genannten Konzepte und ihre Abgrenzung nimmt Abb. 10–1 vor. Als Einordnungsdimensionen werden Informationstechnik, Partnerschaften, branchenspezifische Konzepte und funktionale Teilkonzepte herangezogen. Bei zahlreichen der in der Abbildung aufgeführten Begriffe, wie z. B. CPFR, QR oder ECR handelt es sich um Umsetzungskonzepte zur Erfüllung spezieller SCM-Teilaufgaben. Je größer der Abstand eines Begriffes vom Bildmittelpunkt (SCM) dargestellt ist, desto schwächer ist der Zusammenhang in historischer, funktionaler oder inhaltlicher Hinsicht. Es wird deutlich, dass zahlreiche der aufgeführten Begriffe in den vorangegangenen Kapiteln als Elemente der Logistikkonzeption vorgestellt wurden. Funktionale Teilkonzepte SCM Informationstechnik Branchen Partnerschaften Logistik Value Chain Management Computer Integrated Manufacturing (CIM) Enterprise Resource Plannin (ERP) Electronic Date Interchange (EDI) Extensible Markup Language (XML) Supply Chain Event Management (SCEM) Collaborative Supply Chain Management (CSCM) Virtuelle Unternehmen Collaborative CommerceBusiness Partnering Vendor Managed Inventory (VMI) Just-in-time (JIT) Efficient Consumer Response (ECR) Quick Response Continuous Replenishment (CR) Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) Vertikale Integration Extranets Web-EDI Material Requirements Planning (MRP) Decision Support System (DSS)Produktionsplanung und -steuerung (PPS) Manufacturing Resource Planning (MRP II) Constrained based Planning (CBP) Advanced Planning Systems (APS) Supply Channel Management Logistikmanagement Abb. 10–1: Einordnung des SCM-Konzeptes im Logistikumfeld (vgl. Busch/Dangelmaier 2002, S. 8) Es sollen deshalb in diesem Kapitel lediglich noch drei Themenbereiche näher beleuchtet werden, die für ein vertieftes Verständnis von SCM zusätzlich zu den bisherigen Ausführungen notwendig sind: Schulte_085.eps

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Zusammenfassung

Der 360°-Blickwinkel auf die Logistik

Dieses Buch präsentiert Ihnen in einer umfassenden und systematischen Darstellung den aktuellen Stand der Logistik. Dabei werden Ihnen neben den klassischen Logistikkonzepten insbesondere neue Entwicklungen, die großen Einfluss auf das Supply Chain Management haben, erläutert. Aus diesem Grund findet das Buch nicht nur an vielen Hochschulen sondern auch in der Praxis regen Einsatz.

Aus dem Inhalt:

- Logistikstrategie und nachhaltige Logistik

- Erfolgsfaktoren der Logistik

- Beschaffungs- und Produktionslogistik

- Distributions- und Entsorgungslogistik

- Supply Chain Management

- Informations- und Kommunikationssysteme in der Logistik

- Transport- und Umschlagsysteme

- Lager- und Kommissioniersysteme

- Aufbauorganisation und personelle Aspekte der Logistik

- Logistik-Controlling

Über den Autor:

Dr. Christof Schulte ist Mitglied des Vorstandes (Chief Financial Officer) eines Unternehmens der Energiebranche.