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9.2 Entsorgungsstrategischer Handlungsspielraum in:

Christof Schulte

Logistik, page 515 - 516

Wege zur Optimierung der Supply Chain

6. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3995-3, ISBN online: 978-3-8006-3996-0, https://doi.org/10.15358/9783800639960_541

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
9.2 Entsorgungsstrategischer Handlungsspielraum 515 Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 23.11.2012 Ökologiegedanken in die Entscheidungsprozesse zu integrieren (Internalisierungsdruck), umfassen die Ökologie-Pull-Faktoren einen Sog aus der Unternehmenswelt nach umweltgerechteren Lösungen (Nachfragesog). Hierbei bestehen zwischen beiden Einflussbereichen Interdependenzen. Wertewandel Ökologische Verantwortung Grenzen des Wachstums Proteste von Bürgerinitiativen und Firmenanliegern Umweltbewusste Mitarbeiter Gesellschaftliche und staatliche Anforderungen Gesetze Abfallbeseitigungsgesetz Verpackungsverordnung Gefahrgutverordnung etc. Kundenanforderungen Umweltverträgliche Produkte Umweltverträgliche Produktionsprozesse Umweltverträgliche Transportsysteme Entsorgung Einflussfaktoren auf die Entsorgungslogistik Marktanforderungen Wettbewerbsverhalten Ersatzprodukte Markteintritt neuer Konkurrenten Betroffenheit durch gesetzliche Regeln Kommunikationsstrategie Merkmale des Produktionsprozesses Art und Umfang der anfallenden Reststoffe Zeitliche Struktur des Anfalls Wertigkeit der Reststoffe Ort des Anfalls Innerbetriebliche Rahmenbedingungen Steigende Entsorgungskosten Verknappung von Deponiekapazitäten Abb. 9–3: Einflussfaktoren auf die Entsorgungslogistik 9.2 Entsorgungsstrategischer Handlungsspielraum Die ökologischen Ziele der Entsorgung werden durch den Grundsatz „Vermeidung vor Verwertung vor Entsorgung“ bestimmt. So werden in § 2 Abs. 1 KrWG – die Vermeidung, – die Verwertung und – die Beseitigung von Abfällen explizit aufgeführt. § 3 KrWG unterscheidet Abfälle zur Verwertung und Abfälle zur Beseitigung. §§ 4 und 5 KrWG legen als grundsätzliche Prioritätenreihenfolge fest: Vermeiden vor Verwerten von Rückständen und Verwerten von Rückständen vor Entsorgung von Abfällen. Aus diesem Grundsatz ergibt sich der in Abb. 9–4 dargestellte entsorgungsstrategische Handlungsspielraum. 516 9 Entsorgungslogistik Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 23.11.2012 Entsorgungsstrategie Inhalt Beispiel Vermeidung Auf die Entstehung von Abfällen wird von vornherein verzichtet Wegfall von Transport- und Umverpackungen Reduzierung – quantitativ – qualitativ Einsatz von ressourcenschonenden Alternativen Einsatz schadstoffärmerer LKW’s Schadstoffentfrachtung Verwendung – Wiederverwendung – Weiterverwendung Beibehaltung der Gestalt des Wertstoffes + erneuter Einsatz des gebrauchten Produkts für den gleichen Verwendungszweck + Einsatz des gebrauchten Produkts für einen anderen als den ursprünglichen Verwendungszweck Einführung von Mehrwegverpackungen Einsatz einer Glasverpackung in einem neuen Anwendungsbereich Verwertung – Wiederverwertung – Weiterverwertung Auflösung der Gestalt des Wertstoffes + erneuter Einsatz des weitgehend gleichwertigen Wertstoffes in einem Produktionsprozess + Einsatz in einem neuen Anwendungsbereich Altglas- und Altpapierrecycling Herstellung von Parkbänken aus Kunststoffverpackungen Beseitigung (Entsorgung i.e.S.) Endgültige Abfallentledigung aus betriebswirtschaftlicher (nicht volkswirtschaftlicher) Sicht Deponierung Verbrennung Kompostierung Abb. 9–4: Entsorgungsstrategischer Handlungsspielraum 9.3 Ziele, Aufgaben und Objekte der Entsorgungslogistik 9.3.1 Ziele der Entsorgungslogistik In Analogie zu den in Abschnitt 1.3 dargestellten Zielen der Logistik beinhalten die ökonomischen Ziele der Entsorgungslogistik – die Gewährleistung einer attraktiven Entsorgungslogistikleistung im Sinne von benötigter Entsorgungszeit, Termintreue und Flexibilität, – die Minimierung der gesamten Kosten der Entsorgungslogistik. Ökologische Ziele beinhalten auf der – Inputseite die Reduzierung des Einsatzes natürlicher Ressourcen und – Outputseite die zielkongruente Gestaltung der Emissions- und Immissionswirkungen der Objekte und Prozesse der Entsorgungslogistik unter Berücksichtigung der gesetzlichen Restriktionen (vgl. Isermann/Houtman 1994, S. 235). 9.3.2 Aufgaben im Überblick Die Aufgabenbereiche der Entsorgungslogistik lehnen sich an die traditionellen Aufgaben der Beschaffungs-, Produktions- und Distributionslogistik an und umfassen als Kernleistungen Transport-, Umschlag- und Lagerungsprozesse sowie den den Materialfluss überlagernden Informationsfluss in Form der Auftragsabwicklung. Als eigenständiger Aufgabenbereich der Entsorgungslogistik kommen das Sammeln und Sortieren sowie Behälterwahl und das Verpacken hinzu.

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Zusammenfassung

Der 360°-Blickwinkel auf die Logistik

Dieses Buch präsentiert Ihnen in einer umfassenden und systematischen Darstellung den aktuellen Stand der Logistik. Dabei werden Ihnen neben den klassischen Logistikkonzepten insbesondere neue Entwicklungen, die großen Einfluss auf das Supply Chain Management haben, erläutert. Aus diesem Grund findet das Buch nicht nur an vielen Hochschulen sondern auch in der Praxis regen Einsatz.

Aus dem Inhalt:

- Logistikstrategie und nachhaltige Logistik

- Erfolgsfaktoren der Logistik

- Beschaffungs- und Produktionslogistik

- Distributions- und Entsorgungslogistik

- Supply Chain Management

- Informations- und Kommunikationssysteme in der Logistik

- Transport- und Umschlagsysteme

- Lager- und Kommissioniersysteme

- Aufbauorganisation und personelle Aspekte der Logistik

- Logistik-Controlling

Über den Autor:

Dr. Christof Schulte ist Mitglied des Vorstandes (Chief Financial Officer) eines Unternehmens der Energiebranche.