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4.1 Förderhilfsmittel zur Bildung von Ladeeinheiten in:

Christof Schulte

Logistik, page 153 - 156

Wege zur Optimierung der Supply Chain

6. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3995-3, ISBN online: 978-3-8006-3996-0, https://doi.org/10.15358/9783800639960_181

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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4.1 Förderhilfsmittel zur Bildung von Ladeeinheiten 153 Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 22.11.2012 Revision 4 Transport- und Umschlagsysteme Der Transport von Material und Waren dient der Überwindung räumlicher Distanzen und führt damit zu einer Ortsveränderung des Transportguts. Man unterscheidet – den außerbetrieblichen Transport, der zum einen vom Lieferanten zum Unternehmen und zum zweiten vom Unternehmen zu seinen Kunden erfolgt, sowie – den innerbetrieblichen Transport, der der Beförderung des Materials innerhalb des Betriebes dient (z. B. vom Wareneingang zum Lager, vom Lager zur Fertigung bzw. Montage, zwischen den einzelnen Fertigungskostenstellen, von der Endmontage zum Versand). Die Begriffe fördern und transportieren werden im folgenden synonym verwendet. „Das dem bergmännischen Sprachgebrauch entstammende Wort ,fördern‘ – ursprünglich vornehmlich der senkrechten Bewegung von Lasten im Sinne von heben (anheben) bestimmt – wird heute als ,befördern‘ umfassend für die Bewegung von Personen, Sachen und Nachrichten in beliebiger Richtung gebraucht. Es entspricht im Inhalt dem Wort ,transportieren‘, welches früher auf die waagrechte und geneigte Bewegung (lateinisch: hinüberbringen) begrenzt war“ (Heiner 1979, Sp. 618 f.). Personenbeförderung und Nachrichtenübermittlung werden hier nicht weiter berücksichtigt. Ausgangspunkt der Planung von Transportsystemen müssen die Markterfordernisse sein, aus denen sich die Fördergüter ergeben. Auf der Grundlage der Fördergüter (vgl. hierzu Abschnitt 4.2.1) werden sodann Förderhilfsmittel festgelegt. Die Fördermittelauswahl erfolgt sinnvollerweise erst dann, wenn das Förderhilfsmittel ausgewählt ist (vgl. Dangelmaier 1983, S. 1628). Der Begriff Fördermittel umfasst alle technischen Einrichtungen, mit denen Güter unmittelbar oder mittelbar (unter Zuhilfenahme eines Förderhilfsmittels) fortbewegt werden können. Außer für die Planung des Transportsystems sind Förderhilfsmittel auch Ausgangspunkt für die Planung von Lagersystemen und der Bereitstellflächen in der Fertigung (vgl. Abb. 4–1). Im Rahmen des inner- und außerbetrieblichen Materialflusses findet regelmäßig ein Wechsel zwischen verschiedenen Arbeitsmitteln statt. Die bei den sog. Umschlagvorgängen eingesetzten Umschlagprinzipien und -techniken werden ebenfalls in diesem Kapitel vorgestellt. 4.1 Förderhilfsmittel zur Bildung von Ladeeinheiten Nur in wenigen, speziellen Fällen (z. B. sperrige Teile) ist es sinnvoll, Artikel lose zu transportieren oder zu lagern. In der Regel empfiehlt sich bei der Abwicklung des physischen Materialflusses (z. B. Transportieren, Lagern, Bereitstellen am Arbeitsplatz) der Einsatz von Förderhilfsmitteln (synonym verwandte Begriffe: Transport-, Lade- oder Lagerhilfsmittel). Hierunter werden Hilfsmittel verstanden, die mehrere Artikel zu Gebinden bzw. Ladeeinheiten zusammenfassen. Förderhilfsmittel haben fünf Funktionen: – Aufnahme und Zusammenfassung des Fördergutes (wodurch eine schnellere Abwicklung möglich wird), 154 4 Transport- und Umschlagsysteme Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 22.11.2012 – Schutz für das Transportgut vor Beschädigung, Diebstahl etc., – Manipulierbarkeit mit Fördermitteln (einfaches Aufnehmen und Absetzen der Förderhilfsmittel), – Lagerfähigkeit und – Informationsträger. * im Rahmen der Materialfluss- und Fabrikplanung Abb. 4–1: Förderhilfsmittel als zentrales Element der Planung von Materialflusssystemen (Dangelmaier 1983, S. 1628) Bei den Förderhilfsmitteln unterscheidet man Paletten, Behälter, forminstabile Behältnisse und sonstige Förderhilfsmittel (vgl. Abb. 4–2). Unter letztere fallen beispielsweise Rollen und Drahtgebinde (Teile werden zu Ringen zusammengebunden). Beutel werden insbesondere für Kleinteile herangezogen (z. B. zur Vorportionierung). Styropor-Verpackungen, die sowohl dem Schutz vor äußeren Einwirkungen als auch der Zusammenfassung mehrerer Teile dienen, stellen sonstige Schutzverpackungen bei den Behältern dar (vgl. Wurch 1982, S. 74). Für Flüssiggüter werden als Förderhilfsmittel primär Container eingesetzt. 04-01.tif 4.1 Förderhilfsmittel zur Bildung von Ladeeinheiten 155 Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 22.11.2012 Abb. 4–2: Struktur der Förderhilfsmittel (vgl. Wurch 1982, S. 75) Eine andere Möglichkeit zur Strukturierung der Förderhilfsmittel (FHM) stellt die Unterscheidung in – tragende (z. B. Flachpalette), – umschließende (z. B. Boxpalette, Kästen), – abschließende (z. B. Container) und – Sonder-Förderhilfsmittel dar. Einen Überblick über wichtige Ladehilfsmittel gibt Abb. 4–3. „Zu den wichtigsten Forderungen, die bei der FHM-Auswahl berücksichtigt werden müssen, zählen: – die Minimierung der Förderhilfsmittelvielfalt, – das Anstreben der Transportkettenbildung (Transporteinheit → Ladeeinheit → Lagereinheit → Verpackungseinheit → Versandeinheit), – Erhöhung der Sicherheit durch Verwendung geeigneter FHM und – Planung geeigneter Ladeeinheiten zur Erhöhung der Umschlagleistung und Vermeidung unnötiger Umladevorgänge. 04-02.tif 156 4 Transport- und Umschlagsysteme Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 22.11.2012 Abb. 4–3: Wichtige Ladehilfsmittel (Ihme 2000) Besonders durch die mit der Minimierung der FHM-Vielfalt einhergehende Vereinheitlichung des Fördergutes werden Möglichkeiten zur Automatisierung und Mechanisierung geschaffen“ (Wiendahl/Voigts 1987, S. 102). Weitere zu berücksichtigende Kriterien können die Forderung nach kleinen Bereitstellungsflächen für Förderhilfsmittel und die Vermeidung von Rücktransporten entladener Förderhilfsmittel sein (vgl. Dangelmaier 1983, S. 1629). 4.2 Innerbetriebliche Transportsysteme 4.2.1 Gestaltungsziele und -aufgaben Die Gestaltung des innerbetrieblichen Transportsystems wird im Wesentlichen von vier Bestimmungsgrößen beeinflusst (vgl. hierzu Heiner 1979, Sp. 619 f.): – Fördergut, – Förderintensität, – Förderstrecke, – gesetzliche Bestimmungen. Das Fördergut stellt in der Regel ein Datum dar. Eine Ausnahme bildet beispielsweise das Formen geschmolzener Stoffe zu für den weiteren Ablauf transportgerechten Einheiten. Es lassen sich – feste (Stück- oder Schüttgüter), – flüssige und – gasförmige Güter unterscheiden. Schulte_038.tif

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Zusammenfassung

Der 360°-Blickwinkel auf die Logistik

Dieses Buch präsentiert Ihnen in einer umfassenden und systematischen Darstellung den aktuellen Stand der Logistik. Dabei werden Ihnen neben den klassischen Logistikkonzepten insbesondere neue Entwicklungen, die großen Einfluss auf das Supply Chain Management haben, erläutert. Aus diesem Grund findet das Buch nicht nur an vielen Hochschulen sondern auch in der Praxis regen Einsatz.

Aus dem Inhalt:

- Logistikstrategie und nachhaltige Logistik

- Erfolgsfaktoren der Logistik

- Beschaffungs- und Produktionslogistik

- Distributions- und Entsorgungslogistik

- Supply Chain Management

- Informations- und Kommunikationssysteme in der Logistik

- Transport- und Umschlagsysteme

- Lager- und Kommissioniersysteme

- Aufbauorganisation und personelle Aspekte der Logistik

- Logistik-Controlling

Über den Autor:

Dr. Christof Schulte ist Mitglied des Vorstandes (Chief Financial Officer) eines Unternehmens der Energiebranche.