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3.6 Datenspeicherung in:

Christof Schulte

Logistik, page 111 - 114

Wege zur Optimierung der Supply Chain

6. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3995-3, ISBN online: 978-3-8006-3996-0, https://doi.org/10.15358/9783800639960_139

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
3.6 Datenspeicherung 111 Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 22.11.2012 Im Rahmen der Auswahl der Datenerfassungsgeräte ist zunächst festzulegen, ob ein tragbares Gerät erforderlich ist. Die Entscheidungskriterien (Mobile Identifikation erforderlich? Benutzung von Fördermitteln?) wurden in Abschnitt 3.5.5 diskutiert. Die Durchführung einer Marktanalyse dient der Ermittlung der aktuellen technischen und preislichen Situation bei Datenerfassungsgeräten. Die zu berücksichtigenden Kriterien enthält Abb. 3–32. Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für die Geräteauswahl hat insbesondere die jeweiligen Anschaffungskosten (inkl. Installation) der einzelnen Geräte und den exakten Personalaufwand zur Datenerfassung zu vergleichen. Das für den betrachteten Einsatzfall optimale Datenerfassungsgerät ist das, das den höchsten Erfüllungsgrad bei den Anforderungen und der Wirtschaftlichkeit aufweist. Nach der Planungs- und Entscheidungsphase schließt sich die Einführung des Datenerfassungssystems an. 3.6 Datenspeicherung 3.6.1 Bedeutung und Überblick Externe Massenspeicher dienen der langfristigen Aufbewahrung und dem Transport grö- ßerer Datenmengen. Hierdurch wird die Verfügbarkeit von Daten zu Dokumentationszwecken, für spätere Weiterverarbeitungen und zur Verarbeitung an anderen als den Ursprungsorten ermöglicht. Beispiele für die Speicherung großer Datenmengen in der Logistik sind – die tägliche Sicherung der im PC auf der Festplatte gespeicherten Dateien, – die Archivierung von Daten des innerbetrieblichen Transports oder Lagers für spätere Planungen (Simulationen), – das Vorhalten selten genutzter PC-Programme auf Diskette oder CD-ROM, – der Transport von Daten der Außenläger, die noch nicht über Datenfernübertragung (DFÜ) verfügen, an die Zentrale (auf Diskette), – die Übermittlung von Bestell- bzw. Abrufdaten an Lieferanten, die noch nicht über DFÜ verfügen, – Lager- und Transporthilfsmittelkataloge der Lieferanten, die vielfach bereits auf CD- ROM angeboten werden. Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass in Großunternehmen einer installierten Rechnerleistung von 1 MIPS ein Bedarf von rund vier Gigabytes für externe Speicherkapazitäten gegenübersteht (vgl. Keen 1995, S. 126). Auch wenn das Datenvolumen des einzelnen Geschäftsvorfalls gering ist, so führt die Vielzahl der Transaktionen sehr schnell zu einem hohen gesamten Datenvolumen. Die wichtigsten externen Speichermedien sind magnetische Speicher in Form von (Magnet-)Platten und Disketten, Magnetbändern und Magnetbanddisketten sowie optische Speicher in Form optischer Speicherplatten. Man bezeichnet diese Speicher – zusammen mit dem dazugehörigen Speichergerät (Laufwerk) – als Massenspeicher. Von entscheidender Bedeutung für die Nutzung ist, ob auf einzelne Datensätze nur in der gespeicherten Reihenfolge oder aber auch direkt (wahlfrei) zugegriffen werden kann. Im erstgenannten Fall handelt es sich um sequentielle Speicher, im zweiten Fall um Direktzugriffsspeicher (vgl. Abb. 3–34). 112 3 Informations- und Kommunikationssysteme in der Logistik Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 22.11.2012 Massenspeicher Magnetbandspulen Magnetbandkassetten Optische Speicherplatten Magnetplatten Disketten Magnetische Speicher Sequentielle Speicher Direktzugriffsspeicher CD-ROM WORM Löschbare Platten DVD Festplatten Wechselplatten Abb. 3–34: Massenspeicher 3.6.2 Magnetische Datenspeicher Magnetbänder bestehen aus Kunststofffolie mit einer einseitig aufgedampften magnetisierbaren Schicht, auf der die Daten gespeichert werden. Für Mikrocomputer gibt es Magnetbandspeicher in Kassettenform (sog. Streamer). Diese verfügen über eine sehr hohe Speicherkapazität von bis zu mehreren Gigabytes. Wesentlicher Nachteil von Magnetband bzw. -kassette ist, dass nur sequentiell auf die gespeicherten Daten zugegriffen werden kann, was zu langen Zugriffszeiten führt. Diese Speichermedien werden deshalb fast ausschließlich zur Datensicherung und -archivierung (beispielsweise für den Fall einer ungewollten Datenvernichtung), aber auch für den Datenträgeraustausch genutzt (vgl. Mertens u. a. 1996, S. 13). Bandroboter können bis zu 100 000 Kassetten verwalten und bei Anforderung durch das Programm die gewünschten Daten innerhalb weniger Sekunden zur Verfügung stellen. Magnetbänder sind relativ billig und lange haltbar. Bei Magnetplatten (auch: Festplatte oder Harddisk) handelt es sich um Kunststoff- oder Aluminiumscheiben, auf die beidseitig magnetisierbare Schichten aufgebracht werden. Daten werden durch Magnetisierung in konzentrischen Spuren aufgezeichnet. Eine Spur besteht aus mehreren Sektoren. In einem Magnetplattenspeicher sind in der Regel mehrere Platten übereinander angeordnet (sog. Plattenstapel). Je nachdem, ob die Platten(stapel) im Laufwerk auswechselbar oder fest montiert sind, spricht man von Festplattenspeichern Schulte_019.eps 3.6 Datenspeicherung 113 Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 22.11.2012 oder Wechselplattenspeichern. Die Platten drehen im Plattenlaufwerk mit konstanter Geschwindigkeit. Zum Lesen und Schreiben der Daten werden Schreib-Lese-Köpfe über den entsprechenden Spuren positioniert, wo sie warten bis der Sektor mit den benötigten Daten vorbeikommt. Wegen der Umdrehungswartezeit spricht man von einem halbdirekten Zugriff. Die Speicherkapazität von Magnetplatten für PC’s beträgt heute in der Regel ca. 1 Gigabyte, diejenige in Großrechnersystemen mehrere Gigabytes. Neben der hohen Speicherkapazität gehören zu den Vorteilen von Magnetplatten die Wiederverwendbarkeit (Daten können überschrieben werden), die relativ hohe Datensicherheit und der relativ schnelle Zugriff. Demgegenüber stehen – im Vergleich zu Magnetbändern – relativ hohe Speicherkosten. Magnetplatten kommen unter anderem dort zum Einsatz, wo große Datenbestände im ständigen schnellen Zugriff sein müssen. 3.6.3 Optische Datenspeicher Bei den optischen Datenspeichern ist zu unterscheiden zwischen dem Mikrofilm und den optischen Speicherplatten (vgl. Stahlknecht 1995, S. 64). Die Mikroverfilmung als relativ altes und ausgereiftes Verfahren wird für die Verfilmung von Belegen (bildliche Aufzeichnung) und von DV-Output unter Umgehung der Druckausgabe auf Papier (inhaltliche Aufzeichnung) genutzt. Neben Rollfilmen werden insbesondere Mikrofiches als Filmmaterial verwendet. Die aufgezeichneten Daten entsprechen einer stark verkleinerten Druckausgabe. Mit COM (Computer Output on Microfilm) wird das unmittelbare Umsetzen digitaler Daten in analoge Bildinformationen auf Mikrofilme bezeichnet. Wegen des zunehmenden Einsatzes optischer Speicherplatten sinkt die Bedeutung der Mikroverfilmung stark. Haupteinsatzgebiete der Mikroverfilmung sind die Archivierung großer Dokumentenbestände, auf die relativ selten zugegriffen wird und die regelmäßige Bereitstellung umfangreicher Informationen an einen festen Empfängerkreis (z. B. Ersatzteilliste). Bei optischen Speichern zeichnet ein Laserstrahl die Daten auf die unterhalb der transparenten Schutzschicht liegende Speicherschicht auf, indem Vertiefungen eingebrannt werden. Diese Strukturen können mit einem Laserstrahl abgetastet und gelesen werden. Es lassen sich folgende optische Speicherplatten unterscheiden: – CD-ROM, die vom Hersteller beschrieben werden und vom Anwender nur gelesen werden können (ROM = Read Only Memory) – WORM-Discs, das sind Platten, die vom Anwender einmal beschrieben und anschlie- ßend mehrfach gelesen werden können (WORM = Write Once Read Many) – MO-Discs, die wiederbeschreibbar sind, also Platten, die beliebig oft an derselben Stelle lösch- und beschreibbar sind (MO = Magneto Optical). – DVD-ROM (Digital Versatile Disc) in CD-Größe mit einer Kapazität von 17 GB bei beidseitiger Aufzeichnung in je zwei Speicherschichten. Verglichen mit Magnetplatten zeichnen sich optische Speicherplatten durch ihre sehr hohe Speicherkapazität, geringe Störanfälligkeit und lange Lebensdauer aus. Als Nachteile sind die ungefähr zehnmal längeren Zugriffszeiten und die bislang fehlende leichte Änderbarkeit der Platteninhalte zu nennen (vgl. Stahlknecht 1995, S. 65). Optische Speicherplatten werden für die Bereitstellung und Archivierung sowie die Verteilung umfangreicher, nicht zeitkritischer Datenbestände verwendet, wobei es sich häufig um nichtcodierte Informationen für eine größere Anzahl von Benutzern handelt. 114 3 Informations- und Kommunikationssysteme in der Logistik Druckerei C. H . Beck Schulte, Logistik (Vahlen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medien mit Zukunft Revision, 22.11.2012 3.7 Datenausgabe Die Datenausgabe kann – direkt (in visueller oder akustischer Form) oder – indirekt (in maschinell lesbarer Form) erfolgen. Neben dem Bildschirm ist das wichtigste Ausgabegerät der Drucker, bei dem die Datenausgabe auf Papier oder Folie erfolgt. Es stehen eine Reihe unterschiedlicher Druckertypen zur Verfügung: Nadeldrucker, Tintenstrahldrucker, Thermodrucker und Laserdrucker. „Wichtige Leistungskriterien für Drucker sind: – Druckgeschwindigkeit (Anzahl Zeichen pro Sekunde, Anzahl Zeilen bzw. Seiten pro Minute), – Druckqualität (Farb- und Grafikfähigkeit, Schriftbild, Auflösung gemessen in Anzahl Bildpunkte pro Zoll), – Zeichenvorrat (Anzahl Zeichensätze, Schriftarten), – Technik des Papiertransports (Einzelblatteinzug, Endlospapier), – Ergonomie (Lärmbelästigung, Bedienungsfreundlichkeit), – Anschlusstechnik (Art der Schnittstellen für die Verbindung zum Rechner oder zu einem Netz), – Anschaffungs- und Betriebskosten (z. B. Kosten für Verbrauchsmaterial)“ (Abts/Mülder 2002, S. 43). Zur Auswahl des technisch sinnvollsten und wirtschaftlich geeignetsten Verfahrens ist zunächst zu analysieren, wo und an wievielen Stellen die Daten benötigt werden, wieviele Daten zu welchen Zeiten zu übermitteln sind, wie oft und in welchem Umfang sich die Daten verändern und wie aktuell die Daten jeweils vorliegen müssen. 3.8 Datenübertragung Wesentlicher Bestandteil jeder arbeitsteiligen Wirtschaft ist die Kommunikation, d. h. der Austausch von Informationen zwischen den Organisationsteilnehmern (innerbetriebliche Kommunikation) und den Marktteilnehmern (außerbetriebliche Kommunikation). Zu prüfen ist für jedes logistische Anwendungsgebiet, welche Kommunikationswege hierfür grundsätzlich in Frage kommen und am wirtschaftlichsten sind. Typische Anwendungsfelder der außerbetrieblichen Kommunikation in der Logistik sind – die Anbindung von Kunden im Rahmen der Auftragsabwicklung (vgl. Abschnitt 8.4) – die Anbindung von Lieferanten im Rahmen der Beschaffungslogistik (vgl. Abschnitt 6.4.3) – die Anbindung von Spediteuren, Frachtführern und Umschlagbetrieben (vgl. Abschnitt 4.3.9). Typische Anwendungsfelder der innerbetrieblichen Kommunikation in der Logistik sind – die Zusammenführung heterogener Anwendungen zu integrierten Systemen – der Datenaustausch zwischen verschiedenen Abteilungen, Standorten etc.

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Zusammenfassung

Der 360°-Blickwinkel auf die Logistik

Dieses Buch präsentiert Ihnen in einer umfassenden und systematischen Darstellung den aktuellen Stand der Logistik. Dabei werden Ihnen neben den klassischen Logistikkonzepten insbesondere neue Entwicklungen, die großen Einfluss auf das Supply Chain Management haben, erläutert. Aus diesem Grund findet das Buch nicht nur an vielen Hochschulen sondern auch in der Praxis regen Einsatz.

Aus dem Inhalt:

- Logistikstrategie und nachhaltige Logistik

- Erfolgsfaktoren der Logistik

- Beschaffungs- und Produktionslogistik

- Distributions- und Entsorgungslogistik

- Supply Chain Management

- Informations- und Kommunikationssysteme in der Logistik

- Transport- und Umschlagsysteme

- Lager- und Kommissioniersysteme

- Aufbauorganisation und personelle Aspekte der Logistik

- Logistik-Controlling

Über den Autor:

Dr. Christof Schulte ist Mitglied des Vorstandes (Chief Financial Officer) eines Unternehmens der Energiebranche.