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Kapitel 3 Eine Frage des Gefühls – zur Psychologie von Emotion und Motivation in:

Detlef Fetchenhauer

Psychologie, page 67 - 86

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3713-3, ISBN online: 978-3-8006-3940-3, https://doi.org/10.15358/9783800639403_67

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53 Kapitel 3 Kapitel 3 Eine Frage des Gefühls – zur Psychologie von Emotion und Motivation Über das grundsätzliche Verhältnis von Motiven und Emotionen In diesem Kapitel geht es um die Frage, welchen Einfluss Motive und Emotionen (d. h. Gefühle) auf das Verhalten von Menschen haben. Die Antwort lässt sich in einem Satz wie folgt zusammenfassen: Motive haben einen energitisierenden Charakter, indem sie uns dazu antreiben, bestimmte Emotionen anzustreben oder zu vermeiden. Anders ausgedrückt: Unsere Motive bestimmen, was wir wollen, Kognitionen vermitteln uns Informationen darüber, wie wir etwas erreichen. Emotionen informieren uns darüber, inwiefern unser Verhalten uns einem angestrebten Ziel näher bringt oder nicht. Diese Perspektive ist keineswegs unumstritten. In den letzten Jahrzehnten ist der Mensch oftmals vor allem als ein Informationen verarbeitendes Wesen betrachtet worden. Die derzeit dominierende Strömung innerhalb der Sozialpsychologie InhaltÜber das grundsätzliche Verhältnis von Motiven und Emotionen . . . . . . . . . . . . . 53 Wie lassen sich verschiedene Emotionen unterscheiden? . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 Zur Subjektivität von Emotionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Was wollen wir? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 Nichtsoziale Motive . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 Soziale Motive . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 Intrinsische versus extrinsische Motivation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 Explizite versus implizite Motive . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 Warum unser Motivsystem kein Dampfkochtopf ist . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 Anfangs wollt ich fast verzagen … warum auch starke Gefühle nicht von Dauer sind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 Warum Menschen keine Sonnenuhren sind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 Kurz und gut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 Studentenfutter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 53 54 Eine Frage des Gefühls – zur Psychologie von Emotion und Motivation Kapitel 3 bezeichnet sich selber als „Social Cognition“ und beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie Menschen Informationen aus ihrer sozialen Umwelt verarbeiten, motivationale Aspekte werden hierbei bewusst vernachlässigt. „Motivation is secondary in importance to cognition“ (Fiske & Taylor, 2008, S. 11.). Aus einer evolutionspsychologischen Perspektive hingegen ist zu betonen, dass wir nur dann das Verhalten eines Menschen verstehen können, wenn wir neben seinen Kognitionen auch die Motive seines Verhaltens untersuchen. Die Bedeutung des menschlichen Motivsystems kann man sich auch dadurch verdeutlichen, dass Menschen mit Computern verglichen werden. Der wesentliche Unterschied liegt nicht so sehr darin, dass Computer anders „denken“, sondern vor allem darin, dass Computer keine Motive (d. h. keine eigenständigen Ziele) haben. In Science Fiction Filmen (wie z. B. „I, Robot“) sieht man immer wieder, dass Computer sich von ihren menschlichen Benutzern loslösen und die Weltherrschaft übernehmen. Warum aber um alles in der Welt sollten sie dies tun wollen (Pinker, 1998)? Wie genau ist nun das Verhältnis von Motiven und Emotionen zu umschreiben? Auf den ersten Blick ist man versucht, anzunehmen, dass wir aus Art und Stärke unserer Emotionen auf die Stärke unserer Motive schließen können. Eine solche Sichtweise wäre jedoch irreführend. Nehmen Sie z. B. das menschliche Bedürfnis, zu atmen. Die meisten Menschen sind sich dieses Bedürfnisses kaum bewusst und die Tatsache, dass Sie in den letzten fünf Minuten ca. 70mal Luft geholt haben, wird bei Ihnen kaum positive Emotionen hervorgerufen haben. Es wäre dennoch falsch, daraus zu folgern, dass Ihnen Atmen nicht so wichtig ist. Wie wichtig es ist, zu atmen, erleben z. B. kranke Menschen, die einen Asthma- Anfall erleiden oder die zum Hyperventilieren neigen, wenn sie sich aufregen. Auch gesunde Menschen reagieren mit überaus starken Gefühlen von Angst und Panik, wenn man ihnen die Luft zum Atmen nimmt (eine Tatsache, die sich der CIA in den letzten Jahren durch die Methode des so genannten „Water Boarding“ zunutze gemacht hat). Social Cognition Verhältnis von Motiven und Emotionen Abbildung 3.1: Atemnot: Viele Bedürfnisse und Motive werden uns erst bewusst, wenn wir sie nicht mehr automatisch befrieden können. (Quelle: National Geografic). Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 54 55 Wie lassen sich verschiedene Emotionen unterscheiden? Kapitel 3 Allgemein formuliert: Wenn ein bestimmtes Motiv kontinuierlich befriedigt wird, ist es nur mit schwachen Emotionen verbunden, hieraus sollte jedoch nicht geschlussfolgert werden, dass zugrunde liegende Motiv sei ebenfalls nur schwach ausgeprägt. Wie lassen sich verschiedene Emotionen unterscheiden? Psychologen interessiert die Frage: Wie lassen sich unterschiedliche Emotionen unterscheiden und klassifizieren? Darum haben sie versucht, die große Vielzahl menschlicher Emotionen auf einigen wenigen Dimensionen zu lokalisieren und unterscheiden zumeist drei grundlegende Dimensionen (Turner & Stets, 2005): (1) Eine Bewertungsdimension (Emotionen sind entweder positiv oder negativ); (2) eine Erregungsdimension (Emotionen sind entweder ruhig oder aufgeregt) sowie (3) eine Potenzdimension (Emotionen unterscheiden sich darin, ob wir uns groß und stark oder klein und schwach empfinden). Die Bewertungs- und Erregungsdimension erweisen sich hierbei als weitgehend unabhängig. So ist z. B. „Entspannung“ eine positive Emotion mit niedrigem Erregungsgrad, „Ekstase“ eine positive Emotion mit einem hohen Erregungsgrad; „Trauer“ ist eine negative Emotion mit einem niedrigem Erregungsgrad, „Wut“ hingegen eine negative Emotion mit einem hohen Erregungsgrad. Die Bewertungs- und Potenzdimension sind hingegen zumeist positiv miteinander verknüpft. Wenn wir uns gut fühlen, fühlen wir uns zumeist nicht klein und schwach. Ausnahmen wären die positiven Gefühle eines Katholiken im Kölner Dom oder die Gefühle eines Masochisten beim Sex mit einem dominanten Partner, wobei sich diese beiden Emotionen selbstverständlich auf der Erregungsdimension erheblich unterscheiden. Auch wenn es möglich ist, alle Gefühle in einem dreidimensionalen Raum von Bewertung, Erregung und Potenz zu verorten, wird man der phänomänologischen Komplexität von Emotionen dadurch nicht wirklich gerecht. Tatsächlich fühlen sich in unserer subjektiven Wahrnehmung auch scheinbar sehr ähnliche Emotionen unterschiedlich an (z. B. das Gefühl von Intimität und Nähe, dass wir einerseits beim Zusammensein mit unserem Sexualpartner und andererseits unserem besten Freund oder unseren Eltern erleben) (Frijda, 2007). Drei grundlegende Dimensionen von Emotionen Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 55 56 Eine Frage des Gefühls – zur Psychologie von Emotion und Motivation Kapitel 3 Zur Subjektivität von Emotionen Emotionen sind nicht Reaktionen auf objektive Umweltzustände, sondern auf deren subjektive Interpretation. Dies wird z. B. bei Furchtemotionen deutlich. So fürchten sich viele Menschen vor Spinnen, auch wenn sämtliche in Deutschland lebenden Spinnenarten für uns gänzlich ungefährlich sind. Andere Beispiele für die Wichtigkeit subjektiver Interpretationen von Situationen als Auslöser bestimmter Emotionen sind Aggressionen („ist mir der Typ gerade absichtlich auf den Fuß getreten?“) bzw. Eifersucht („ist dieser Lackaffe wirklich nur daran interessiert, sich mit meiner Partnerin über ihre gemeinsame Seminararbeit zu unterhalten?“). An dieser Stelle soll auf das dem amerikanischen Soziologen William Isaac Thomas zugeschriebene Thomas-Theorem verwiesen werden, welches besagt: „If men define situations are real, they are real in their consequences“ (Thomas & Thomas, 1928, S. 572). Den letzten Satz sollten Sie sich in jedem Falle merken, denn er beschreibt eine der wichtigsten Erkenntnisse der Sozialwissenschaft überhaupt. Die fundamentale Thomas-Theorem Bewertungs- & Erregungsdimension Entspannung Ekstase Wut positive Bewertung negative Bewertung niedriges Erregungsniveau Trauer hohes Erregungsniveau Abbildung 3.2: Bewertungs- und Erregungsdimension: Erst wenn man mehrere Dimensionen gleichzeitig betrachtet, lassen sich Emotionen klar voneinander unterschieden und klassifizieren. (Quelle: Eigene Darstellung) William Isaac Thomas (1863–1947) US-amerikanischer Sozio loge – Namensgeber für das Thomas- Theorem, welches besagt, dass etwas dann reale Konsequenzen hat, wenn Menschen es für wahr halten – unabhängig davon, ob es tatsächlich existiert. Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 56 57 Was wollen wir? Kapitel 3 Tragweite dieser scheinbar so einfachen Aussage kann Sie die Welt mit anderen Augen sehen lassen. Aus diesem Theorem lässt sich auch ableiten, dass Vorhersagen, selbst wenn sie zunächst auf völlig falschen Prämissen basieren, zu ihrer eigenen Bestätigung beitragen können (Merton, 1957). So genannte sich selbst erfüllende Prophezeiungen. Als ein – auch heutzutage – aktuelles Beispiel ist der Fall zu nennen, dass Anleger einer bestimmten Bank ihr gesamtes Geld abheben, wenn sie befürchten, dass diese Bank ihre Zahlungsfähigkeit einbüßen könnte. Neben sich selbst erfüllenden gibt es übrigens auch sich selbst zerstörende Prophezeiungen, d. h. Vorhersagen, die zu ihrem eigenen Nichteintreten beitragen. Man denke z. B. an einen hunderte Kilometer langen Stau, der für den ersten Tag der Sommerferien vorhergesagt ist – und der dann viel kürzer ist als erwartet, weil viele Menschen stattdessen einen Tag früher oder einen Tag später fahren. Was wollen wir? Fassen wir zusammen: Emotionen informieren uns über die Stärke eines Motivs und steuern somit unser Verhalten. Was aber wollen wir? Eine der schwierigsten Aufgaben der Motivationsforschung besteht seit jeher darin, verschiedene Motive zu ordnen und zu systematisieren. Wie viele Motive gibt es und wie lassen diese sich unterscheiden? Von Jeremy Bentham ist argumentiert worden, dass jegliches menschliches Verhalten durch das so genannte „Lustprinzip“ erklärt werden könne: „Nature has placed mankind under the governance of two sovereign masters, pain and pleasure. It is for them alone to point out what we ought to do, as well as to determine what we shall do.“ (Bentham, 1789/2005, S. 11). Zu sagen, menschliches Verhalten sei dadurch motiviert, positive Emotionen zu erleben und negative Emotionen zu vermeiden, wirkt auf den ersten Blick recht trivial. Wenn diese Aussage stimmt, hat diese Tatsache jedoch fundamentale Auswirkungen darauf, wie wir so etwas wie menschliche Rationalität definieren. Rationale Handlungen sind dann nämlich dadurch definiert, dass sie geeignet sind, das Ausmaß zukünftiger positiver Emotionen zu maximieren und das Ausmaß zukünftiger negativer Emotionen zu minimieren (Loewenstein, 1996). Im Gegensatz zu den üblichen Standardlehrbüchern der Ökonomie ginge es im menschlichen Verhalten also nicht darum, einen wie auch immer definierten abstrakten Nutzen zu maximieren, sondern um die Herbeiführung bestimmter Motivationsforschung Jeremy Bentham (1748–1832) Englischer Philosoph – Bentham gilt u. a. als Begründer des Utilarismus, welcher die Konsequenzen und nicht die Motive einer Handlung als ausschlaggebend für die Richtigkeit oder Fehlerhaftigkeit einer Handlung erachtet. Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 57 58 Eine Frage des Gefühls – zur Psychologie von Emotion und Motivation Kapitel 3 Emotionen (zum Zusammenhang von Emotionen und rationalen Entscheidungen siehe auch Kapitel 11). Bei der Analyse von Motiven ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass einzelne Handlungen oftmals nicht nur auf die Befriedigung eines singulären Motivs abzielen. So dient z. B. Nahrungsaufnahme nicht nur dazu, unseren Körper mit Energie zu versorgen, sondern kann zugleich auch unser Motiv nach Affiliation (d. h. sozialer Anschluss), unser Neugiermotiv beim Ausprobieren neuer, exotischer Speisen oder auch unser Statusmotiv zu befriedigen. So können wir durch das Essen in einem teuren Restaurant sowohl unseren Wohlstand als auch unsere Distinguiertheit demonstrieren und haben zumeist mehr Spaß daran mit anderen zu essen als alleine. Auch bei nichtmenschlichen Spezies lässt sich beobachten, dass bestimmte Handlungen oftmals im Dienste unterschiedlicher Motive stehen. So dient z. B. das so genannte „Grooming“, also die gegenseitige Körperpflege, bei vielen Affenarten vordergründig dazu, den Rücken des Anderen von Läusen zu befreien, hat daneben aber auch eine starke soziale Funktion (Dunbar, 2004a). Im Folgenden werden wir uns mit einzelnen konkreten Motiven auseinandersetzen. Diese lassen sich aufgliedern in nichtsoziale und soziale, intrinsische und extrinsische sowie explizite und implizite Motive. Nichtsoziale Motive Nahrung und Flüssigkeit. Alle Organismen können nur überleben, wenn sie regelmäßig Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen. Emotionen, die mit diesem Motiv verbunden sind, sind offensichtlich Hunger und Durst. Auf Speisen, die für unseren Körper schädlich wären (z. B. Schimmel oder verdorbenes Fleisch), reagieren Menschen mit Gefühlen von Abscheu und Ekel. Nahrung und Flüssigkeit Abbildung 3.3: Zwei oder gar mehr Fliegen mit einer Klappe schlagen: Wie das Grooming bei Affen dienen viele Handlungen mehreren Motiven gleichzeitig. (Quelle: Pixelio) Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 58 59 Was wollen wir? Kapitel 3 Weiter oben hatten wir schon darauf hingewiesen, dass homo sapiens unter Bedingungen relativer Nahrungsknappheit evolviert ist. Dies erklärt, dass wir relativ lange (mehrere Wochen) ohne Nahrung überleben können, und dass wir unter den Bedingungen moderner Überflussgesellschaften dazu neigen, viel zu viel Fett, Zucker und Salz zu uns zu nehmen. Wasser war hingegen während der Evolution des modernen Menschen in den meisten Lebensräumen ausreichend vorhanden. Das erklärt, warum wir bereits nach wenigen Tagen ohne Flüssigkeitsaufnahme sterben. Dies erklärt aber auch, warum Menschen bei der Aufnahme von Flüssigkeit sehr viel weniger Probleme haben, das rechte Maß zu finden. Wenn wir sagen, jemand habe sich „zu Tode getrunken“, dann meinen wir damit eben nicht, jemand habe sein Bedürfnis nach Flüssigkeit übererfüllt. Körperliche Unversehrtheit und die Sicherung des eigenen Überlebens. Allen Lebewesen ist zu Eigen, dass sie an ihrem eigenen physischen Fortbestand interessiert sind. Deshalb sind Menschen motiviert, Verletzungen und Krankheiten zu vermeiden. Emotionen, die zur Befriedigung dieser Motive beitragen, sind offensichtlich das Empfinden von Schmerz sowie verschiedene Formen von Furcht. Die evolutionäre Psychiatrie hat darauf aufmerksam gemacht, dass viele Angstneurosen aus übersteigerten Gefühlen bestehen, die im rechten Maß durchaus sinnvoll sind (so macht es Sinn, sich vor wilden Tieren zu fürchten, panische Angst vor Mäusen ist hingegen reichlich irrational) (Nesse, 1987). Neugier und Kompetenz. Diese Motive führen dazu, dass Menschen versuchen, möglichst viele Informationen über ihre physikalische und soziale Umwelt zu erhalten und möglichst viele Fähigkeiten zu erwerben, um erfolgreich in diesen Umwelten zu agieren. Sie lassen sich z. B. bei kleinen Kindern sehr lebhaft beobachten, wenn diese unermüdlich versuchen, Stehen bzw. Laufen zu lernen oder wenn diese ihren Eltern mit unendlich vielen „Warum?“ Fragen auf die Nerven gehen. Kontrolle und Autonomie. Menschen haben ein starkes Bedürfnis danach, ihre Umwelt zu kontrollieren, u. a. um zu vermeiden, in ihrem Verhalten durch andere kontrolliert zu werden. „The fundamental motivation of human beings, and all other complex organisms, is to achieve some level of control over the social (e. g., other people), biological (e. g., food) and physical (e. g., territory) resources that support life and allow one to reproduce“ (Geary, 1998, Seite 11). In einem Feldexperiment an Bewohnern verschiedener Altenheime zeigte sich sehr eindrucksvoll, wie wichtig es für Menschen ist, Einfluss auf ihre Umwelt auszuüben (Langer & Rodin, 1976). In der Experimentalbedinung erhielt jeder Bewohner die Aufgabe, sich um eine Pflanze in seinem Zimmer zu kümmern und diese regelmäßig zu gießen. In der Kontrollbedingung hingegen wurden diese Aufgaben von den Altenpflegern übernommen. Dieser simple Unterschied Körperliche Unversehrtheit und Überleben Neugier und Kompetenz Kontrolle und Autonomie Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 59 60 Eine Frage des Gefühls – zur Psychologie von Emotion und Motivation Kapitel 3 hatte dramatische Konsequenzen. Die Teilnehmer der Experimentalbedingung bezeichneten sich als glücklicher und zufriedener, wurden von den Ärzten als gesünder bewertet und hatten eine höhere Lebenserwartung (!) als die Teilnehmer in der Kontrollbedingung. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse ist es nicht verwunderlich, dass viele Studierende, vor allem wenn sie Studiengänge mit großen Massenvorlesungen studieren, an ihrem Studium verzweifeln. Eine Existenz als bloße „Nummer“ mit der Anforderung, in Klausuren lediglich das zu reproduzieren, was einem zuvor eingetrichtert wurde, ist nur wenig geeignet, bei den Studierenden ein Empfinden von Kontrolle und Autonomie hervorzurufen. Soziale Motive Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Dieses Motiv – im Englischen spricht man von „the need to belong“– ist eines der basalsten und stärksten Motive des Menschen (Baumeister & Leary, 1995). Der Grund dafür ist einfach: Nur Menschen, die fähig sind, Beziehungen zu anderen Menschen zu knüpfen, sind in der Lage, ihr eigenes Überleben zu sichern bzw. sich fortzupflanzen. Mit dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit sind eine Vielzahl unterschiedlicher Emotionen verbunden: Wir sind stolz, wenn wir eine Leistung erbracht haben, die von unseren Mitmenschen als wichtig und gut angesehen wird; auf die Aussicht, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden, reagieren wir mit Furcht; auf die Wahrnehmung, keiner Gruppe anzugehören, reagieren wir mit Einsamkeit und Verzweiflung; wir schämen uns, wenn wir eine bestimmte Gruppennorm nicht erfüllt haben. Am Beispiel der Scham lässt sich im Übrigen gut zeigen, dass unsere Gefühle immer zugleich genetisch und kulturell bedingt sind. Die Fähigkeit, sich zu schämen, ist eine menschliche Universalie (d. h. sie ist in jeder Kultur beobachtbar), Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit Abbildung 3.4: Cliquenwirtschaft: Jeder Mensch hat ein Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe. (© Christian Schwier – Fotolia.com) Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 60 61 Was wollen wir? Kapitel 3 was Scham auslöst, ist jedoch in hohem Maße kulturabhängig (Hammerstein, 2003). Auf die Frage, inwiefern unser Verhalten durch das Bedürfnis nach Zugehörigkeit geprägt ist, werden wir in späteren Kapiteln noch ausführlich zurückkommen. Sexualität und Intimität. Die Bedeutung dieses Motivs für jedes sich geschlechtlich fortpflanzende Lebewesen ist offensichtlich. Asexuelle Individuen, die nicht an Sex interessiert sind, werden keine eigene Nachkommen haben bzw. sind niemandes Vorfahre. Gefühle, die durch unser Sexualmotiv ausgelöst werden, sind offensichtlich sexuelle Erregung, aber auch Zärtlichkeit und – wenn unsere sexuelle Beziehung gefährdet ist – Eifersucht. Für Freud (der sehr von Darwin beeinflusst war, siehe Sulloway, 1982) war deshalb der Sexualtrieb lange Zeit die einzige Triebfeder menschlichen Verhaltens. Unter dem Eindruck des ersten Weltkriegs stellte Freud der Sexualität einen zweiten Trieb gegenüber, den er als „Thanatos“ (Todes- bzw Zerstörungstrieb) bezeichnete. Interessanterweise wird von anderen Autoren das Sexualmotiv hingegen kaum erwähnt (siehe z. B. die Motivationstheorie von McClelland bzw. das Lehrbuch von Fischer & Wiswede, 2009). In vielen Registern moderner Lehrbücher sucht man das Stichwort „Sexualität“ vergeblich (z. B. bei Stroebe et al., 2002) oder findet es allenfalls in Verbindung mit antisozialen Konnotationen wie „Sexismus“ oder „sexuelle Aggression“ (Bierhoff & Frey, 2006). Nach meinem Eindruck ist die wachsende Verbreitung der Evolutionspsychologie gerade in den Populärwissenschaften auch darauf zurückzuführen, dass dort Themen wie Partnerwahl und Sexualität besonders prominent behandelt werden (Teilnehmer unserer Vorlesung zum Thema „Evolutionspsychologie“ sind manchmal ganz enttäuscht, wenn es dort auch um andere Themen geht). Im Kapitel 9 werden wir uns eingehender mit dem Thema Geschlechterunterschiede befassen. An dieser Stelle sei nur darauf hingewiesen, dass sich die sexuellen Bedürfnisse von Männern von denen der Frauen in allen Kulturen unterscheiden. So sind Männer eher als Frauen bereit, auch Sex mit einer Person zu haben, der sie sich emotional nicht verbunden fühlen (Schmitt, 2005), und sie sind eher an aggressiven Sexualpraktiken interessiert (wobei Männer sowohl mehr Spaß daran haben, ihren Partner zu unterwerfen als auch daran, von diesem unterworfen zu werden) (Baumeister, 1989; Donelly & Fraser, 1998; Fetchenhauer, unveröffentlichte Daten; Hald, 2006; Wilson & Lang, 1981). Unabhängig von der Art der Sexualität, müssen sich Männer damit abfinden, dass Frauen schlicht seltener an Sex interessiert sind als Männer. So gab in einer Befragung niederländischer Studierender lediglich ein Viertel aller Frauen an, sie Sexualität und Intimität Sigmund Freud (1865–1939) Österreicher Arzt und Psychologe – Freud ist der Begründer der Psychoanalyse, welche sich mit der Psychodynamik des Unbewussten – besonders der Triebe und der Spannung aus Es, Ich und Über-Ich – befasst. David McClelland (1917–1998) US-amerikanischer Sozialpsychologe – McClelland entwickelte eine Theorie der Motivation, welche Motivation in drei dominante Bedürfnisse gliederte: das Bedürfnis nach Erfolg, nach Macht und nach Zugehörigkeit. Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 61 62 Eine Frage des Gefühls – zur Psychologie von Emotion und Motivation Kapitel 3 hätten am liebsten „einmal“ oder „mehrmals“ am Tag Sex, bei Männern waren dies hingegen nahezu zwei Drittel (die Befragten sollten sich hierbei optimale Bedingungen wie einen perfekten Partner und die Abwesenheit von Stress vorstellen) (Fetchenhauer, unveröffenlichte Daten). Weitere wichtige soziale Motive des Menschen sind Fürsorge, das Streben nach Status sowie Aggression, das Streben nach einem möglichst hohen Selbstwert sowie nach einem sinnvollen Leben. Da diese Motive jedoch in späteren Kapiteln noch ausführlich behandeln werden, sollen sie hier nur kurz erwähnt werden. Intrinsische versus extrinsische Motivation Neben einer inhaltlichen Unterscheidung können Motive auch hinsichtlich der Dimensionen extrinsisch und intrinsisch kategorisiert werden. Eine Person ist extrinsisch motiviert, wenn sie ein bestimmtes Verhalten ausführt, weil sie sich davon zu einem späteren Zeitpunkt positive Effekte verspricht. Eine Person ist intrinsisch motiviert, wenn sie ein bestimmtes Verhalten um seiner selbst willen zeigt. Allerdings sollte man beide Motivationsarten nicht als Gegensatzpaar betrachten, bei vielen Handlungen gehen beide Motive ineinander über. Beispiel: Jemand steigt auf einen hohen Berg, weil es ihm Spaß macht (intrinsische Motivation), aber auch, um nachher seinen Freunden von seiner Leistung erzählen zu können (extrinsische Motivation). Intrinsisch motivierte Handlungen können unter bestimmten Umständen zu einer Art Schaffensrausch, von Mihaly Csíkszentmihályi „Flow“-Erlebnis genannt, führen (Csíkszentmihályi, 2000). Ein solches Flow Erleben stellt sich ein, wenn Menschen hochkonzentriert und ungestört einer anspruchsvollen Tätigkeit nachgehen, deren Anforderungen ziemlich genau dem eigenen Leistungsvermögen entsprechen, und wenn eine unmittelbare Rückmeldung über die Güte der eigenen Handlungen erfolgt. Im Zustand des Flow verlieren Menschen oftmals das Gefühl für Zeit und Raum (d. h. sie gehen vollkommen in ihrer Tätigkeit auf). Während des Flow-Zustands erleben wir nur wenige positive Emotionen. Rückblickend wird das Erlebnis allerdings zumeist als sehr erfüllend empfunden und sehr positiv bewertet. Intrinsische Motivation kann durch die Hinzufügung extrinsischer Belohnung untergraben werden, vor allem, wenn sich dadurch die „subjektive Definition der Situation“ ändert (Deci, 1971). Dies gilt z. B. für die Befolgung sozialer Normen. So litten die Mitarbeiter einer Kindertagesstätte darunter, dass viele Eltern ihre Kinder zu spät abholten, wodurch sich die Arbeitszeit der Mitarbeiter verlängerte. Um die Befolgung der sozialen Norm, sein Kind pünktlich abzuholen, zu erhöhen, führte die Tagesstätte eine Strafgebühr ein, welche Eltern für das zu späte Intrinsische Motivation Mihály Csíkszentmihályi (*1934) Ungarisch-US-amerikanischer Psychologe – Csíkszentmihályi ist neben dem Psychologen Martin Seligman Mitbegründer und einer der Hauptvertreter der so genannten „positiven Psychologie“. Jene beschäftigt sich mit gemeinhin als positiv empfundenen Phänomenen wie Glück und Optimismus und grenzt sich daher stark von der ursprünglich stark an Krankheiten orientierten Tradition der Psychologie ab. Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 62 63 Was wollen wir? Kapitel 3 Abholen zu zahlen hatten. Diese Strafgebühr führte jedoch nicht dazu, dass die Eltern pünktlicher kamen. Im Gegenteil – sie kamen später, weil sie die Strafe nicht als normatives Signal verstanden, sondern als Gebühr interpretierten, die viele von ihnen zu zahlen bereit waren, wenn sie dadurch noch ein wenig länger im Büro bleiben konnten (Gneezy & Rustichini, 2000). Ein ähnlicher Effekt lässt sich bei der Anwesenheitskontrolle von Studierenden beobachten. Wenn ein Dozent die Regel einführt, dass Studierende nur zweimal pro Semester fehlen dürfen, wird dies von vielen als Anreiz erlebt, an den letzten beiden Sitzungen nicht mehr teilzunehmen, falls sie bis dahin noch nie gefehlt haben. Die vorhandene intrinsische Motivation, sich an eine bestehende soziale Norm zu halten, kann somit durch externe Anreize und Bestrafungen systematisch beeinträchtigt werden. Explizite versus implizite Motive Es ist zu betonen, dass Menschen sich ihrer eigenen Motive keineswegs immer bewusst sind, weshalb zwischen bewussten (expliziten) und unbewussten (impliziten) Motiven unterschieden werden muss (McClelland, 1980, 1989; Wilson, 2002). Diese Unterscheidung entspricht der im letzten Kapitel diskutierten Unterscheidung zwischen unserem Bewusstsein und unserem Unbewussten. Dieser Gedanke soll im Folgenden anhand des so genannten Leistungsmotivs verdeutlicht werden, d. h. dem Motiv, den Erfolg einer eigenen Handlung mit einem objektiven Tüchtigkeitsmaßstab zu vergleichen (Heckhausen, J. & Heckhausen, H., 2009) Explizite Motive zeichnen sich dadurch aus, dass sie das bewusste Selbstbild einer Person widerspiegeln. Wenn z. B. eine Person glaubt, sie sei besonders leistungsmotiviert, so wird sie in einem Fragebogen der Aussage „Ich setze mir häufig anspruchsvolle Ziele“ zustimmen. Die Messung impliziter Motive ist wesentlich schwieriger, weil Menschen introspektiv keinen Zugang zu diesen Motiven haben. Insofern ist es auch nicht möglich, die impliziten Motive eines Menschen zu erfassen, in dem man ihn einen Fragebogen ausfüllen lässt. Eine Möglichkeit zur Messung impliziter Motive bietet der „Thematische Apperzeptionstest“ (TAT), was so viel heißt wie thematischer Auffassungstest. Bei diesem Test werden Versuchsteilnehmern Bilder vorgelegt, auf denen Personen Messung expliziter und impliziter Motive Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 63 64 Eine Frage des Gefühls – zur Psychologie von Emotion und Motivation Kapitel 3 bei einer bestimmten Tätigkeit zu beobachten sind. Die Aufgabe der Probanden besteht darin, zu beschreiben, was auf dem Bild passiert. Sie werden gefragt, was Ihrer Meinung nach in den Köpfen der gezeigten Personen vorgeht (d. h., was diese fühlen und denken) und wie die Geschichte weitergehen und enden könnte. Ziel dieses Tests ist es, anhand der Aussagen der Versuchsteilnehmer auf deren eigene implizite Motive zu schließen. Die folgende Abbildung zeigt ein Bild, welches in einem thematischen Apperzeptionstest verwendet wird. Der Inhalt der Bilder ist bewusst uneindeutig. So könnte die Person im Vordergrund die andere Person im nächsten Moment kritisieren, bewundern oder ihr einen Rat geben wollen. Warum macht es Sinn, zwischen expliziten und impliziten Motiven zu unterscheiden? Weil eine Vielzahl an Studien gezeigt hat, dass beide Motive kaum miteinander zusammenhängen. Mit anderen Worten: Wenn wir wissen, dass eine bestimmte Person über ein hohes explizites Leistungsmotiv verfügt, sagt uns das wenig darüber, in welchem Maße diese Person auch implizit leistungsmotiviert ist. Wenn dies so ist, mag man sich fragen, welche Motive denn die „wahren“ Motive eines Menschen darstellen, seine impliziten oder seine expliziten Motive. Mit anderen Worten: Welcher Test eignet sich besser, um z. B. leistungsmotiviertes Verhalten vorherzusagen, ein klassischer Fragebogentest oder ein TAT? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Ein explizites Leistungsmotiv korreliert positiv mit Verhalten in Anreizbedingungen, in denen externe Standards gesetzt werden und relevante Bezugspersonen eine Belohnung in Aussicht stellen. Ein implizites Leistungsmotiv hingegen korreliert positiv mit Verhalten in Anreizbedingungen, in denen Beharrlichkeit Zusammenhang von expliziten und impliziten Motiven Abbildung 3.5: Unbewusste Motive: Mit einem Thematischen Apperzeptionstest (Auffassungstest) kann man herausfinden, welche impliziten, d. h. unbewussten Motive jemand hat. (Quelle: Murray, 1943) Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 64 65 Warum unser Motivsystem kein Dampfkochtopf ist Kapitel 3 bei der eigenständigen Verfolgung eines selbst gesetzten Zieles gefordert ist (Spangler, 1992). Ein Beispiel: Ein Fragebogenverfahren zur Messung des expliziten Leistungsmotivs hilft uns, vorherzusagen, welche Schüler sich von ihrem Physiklehrer davon begeistern lassen, am Wettbewerb „Jugend forscht“ teilzunehmen. Wenn es aber darum geht, wie viel Ausdauer ein Schüler in ein einmal begonnenes Projekt bei „Jugend forscht“ investiert und wie beharrlich er das Projekt vorantreibt, selbst wenn der Lehrer bereits nach Hause gegangen ist, werden sich nur sehr geringe Zusammenhänge mit dem expliziten Leistungsmotiv zeigen, sehr wohl aber mit dem impliziten Leistungsmotiv. Während wir uns also unseres expliziten Motivsystems zumindest potentiell bewusst sind, haben wir zu unserem impliziten Motivsystem keinen introspektiven Zugang. Darüber hinaus belegen viele Studien, dass beide Motivsysteme nahezu unabhängig voneinander sind. Allerdings zeigt sich, dass eine hohe Korrespondenz beider Motivsysteme zu einem höheren Maß an Lebenszufriedenheit führt als eine Divergenz der beiden Systeme (Schultheiss & Brunstein, 2001; Brunstein et al., 1995, 1998; Hofer & Chasiotis, 2003; Kehr, 2004). Um ein Beispiel zu geben: Viele Studierende der Betriebswirtschaft wollen nach ihrem Studium im Marketing arbeiten. Um in diesem Bereich erfolgreich zu sein, ist ein hohes Maß an Durchsetzungsvermögen und eine hohe Kontaktfähigkeit notwendig. Viele dieser Studierenden versuchen, ihr bewusstes Selbstkonzept diesen Berufsanforderungen anzupassen. Wenn aber das implizite Macht- und Affiliationsmotiv nur gering ausgeprägt ist, werden diese Studierenden in ihrem Beruf nicht glücklich werden, ohne zu begreifen, warum dies so ist. Sie werden lediglich registrieren, als wie unendlich anstrengend sie ihr Berufsleben empfinden, obwohl sie doch „gerne mit anderen Menschen“ zusammen sind. Warum unser Motivsystem kein Dampfkochtopf ist Motive werden vielfach mit einem Dampfkochtopf verglichen, indem ein bestimmter Druck aufgebaut und dann über ein Ventil wieder abgelassen wird. Hierbei liegt die scheinbar plausible Annahme zu Grunde, dass Motive umso stärkere Gefühle hervorrufen, je länger sie nicht befriedigt wurden. Eine nähere Analyse zeigt allerdings, dass diese Annahme nur für einige wenige und sehr basale (d. h. grundlegende) physiologische Bedürfnisse gilt. So wird Motivstärke und -befriedigung Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 65 66 Eine Frage des Gefühls – zur Psychologie von Emotion und Motivation Kapitel 3 z. B. Durst in der Tat umso stärker, je länger wir nichts getrunken haben. Schon beim Hunger hingegen sind die Zusammenhänge sehr viel komplexer. Viele Menschen, die sich einer Heilfastenkur unterziehen, berichten z. B. davon, dass sich das Gefühl des Hungers nach einigen Tagen vollkommen verliere. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass die meisten Motive stärker werden, je häufiger wir sie befriedigen. Dies lässt sich z. B. bei Suchtverhalten beobachten. So wird das Verlangen nach Heroin bei einem Abhängigen umso größer, je häufiger er Heroin zu sich nimmt. Dies mag ein Grund sein, warum viele Süchtige die Illusion haben, sie hätten ihre Sucht im Griff, wenn sie nach langer Zeit zum ersten Mal erneut zur Droge greifen, da sie erleben, nach der ersten Dosis nicht sofort eine zweite zu brauchen. Die Hoffnung für viele Süchtige besteht genau darin, dass das Verlangen nach ihrer Droge immer geringer wird, je länger man ihr nicht nachgegeben hat, bis man seine Sucht irgendwann erfolgreich überwunden hat. Ein positiver Zusammenhang zwischen Motivstärke und Motivbefriedigung lässt sich auch für den Sexualtrieb beobachten. Viele Menschen – vor allem Frauen – berichten darüber, dass ihr sexuelles Verlangen deutlich höher sei, wenn sie in einer Beziehung leben (d. h. ihr sexuelles Verlangen regelmäßig befriedigt wird) als wenn sie Single sind (d. h. ihr sexuelles Verlangen manchmal über Monate bzw. Jahre nicht befriedigt wird) (Baumeister, 2005). Neben der Häufigkeit, mit der ein Motiv befriedigt wird, ist die Stärke eines Motivs aber auch davon abhängig, inwiefern es stimuliert wird. Dies machen sich z. B. katholische Klöster zunutze, in denen Gemeinschaften gleichgeschlechtlicher Mönche oder Nonnen mit dem Ziel zusammenleben, jegliche sexuelle Versuchung nach Möglichkeit zu vermeiden. Die meisten Emotionen bezüglich bestimmter Motive steigen entgegen einer spontanen Vermutung nicht durch längere Abwesenheit einer Motivbefriedigung. Abbildung 3.6: Spiralwirkung: Schreien und Quengeln an der Supermarktkasse lassen Eltern ihren Kinder oft Süßigkeiten kaufen. Doch Motiven nachgehen, befriedigt sie meist nur kurz und macht sie langfristig nur noch stärker. (© Ramona Heim – Fotolia.com) Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 66 67 Anfangs wollt ich fast verzagen … warum auch starke Gefühle nicht von Dauer sind Kapitel 3 Anfangs wollt ich fast verzagen … warum auch starke Gefühle nicht von Dauer sind Starke Emotionen werden zumeist nicht durch absolute Zustände ausgelöst, sondern durch die Wahrnehmung von Veränderungen bzw. der Antizipation solcher Veränderungen (Frijda, 2007). Dies erklärt die bemerkenswerte Fähigkeit von Menschen, sich schnell an neue Lebensumstände zu gewöhnen, Schicksalsschläge zu verarbeiten und auch nach Niederlagen weiter zu kämpfen. Man gewöhnt sich an alles im Leben. Wie Heinrich Heine formulierte: „Anfangs wollt’ ich fast verzagen, und ich dacht’, ich trag’ es nie. Und ich hab’ es doch ertragen, aber fragt mich nur nicht, wie.“ Nur leider gewöhnen wir uns eben auch schnell an das Gute. Wie Goethe einmal bemerkte: „Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen“. Amerikanische Psychologen haben die Hypothese, dass der Mensch sich an alles gewöhne, an zwei denkbar extremen Stichproben untersucht (Brickman et al., 1978). Die eine Stichprobe bestand aus Lottomillionären, das heißt aus Menschen, deren materieller Wohlstand sich plötzlich deutlich erhöht hatte. Am Tag des Lottogewinns ging es diesen Menschen ganz phantastisch – der plötzliche Reichtum schien alle Probleme zu lösen. Aber ein Jahr danach waren diese Menschen nicht glücklicher als eine Vergleichsgruppe von Menschen, die nicht im Lotto gewonnen hatte. Die andere Stichprobe bestand aus einer Gruppe von Menschen, die nach einem schweren Unfall querschnittsgelähmt war. Unmittelbar nach ihrem Unfall waren diese Menschen trivialerweise sehr unglücklich und ihr ganzes Denken kreiste um ihren Verlust an Lebensqualität. Aber ein Jahr später waren diese Menschen kaum weniger zufrieden als der Rest der Bevölkerung. Diese Idee, das Leben sei nichts Anderes als eine „hedonische Tretmühle“ in der nichts dauerhaft zur Glückssteigerung beiträgt, wird durch zahlreiche Studien bestätigt (Diener & Oishi 2000; Frank 2005; Layard et al. 2008). In jüngerer Zeit vertreten allerdings einige Autoren den Standpunkt, dass sich Menschen nie vollständig an Neues anpassen und sehr wohl Veränderungen im Glückempfinden erfahren (Hagerty & Veenhoven 2003; Inglehart et al. 2008). Relevanz von Zustandsveränderungen Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 67 68 Eine Frage des Gefühls – zur Psychologie von Emotion und Motivation Kapitel 3 Interessanterweise sind sich Menschen dieser Tatsachen kaum bewusst. Menschen können die Vergänglichkeit von Emotionen nicht antizipieren; sie überschätzen sowohl die Dauer als auch die Intensität von Emotionen, was von Gilbert und Kollegen als „Impact Bias“ bezeichnet wurde (Wilson & Gilbert, 2005; Gilbert et al., 1998), wobei Bias ein häufig in der Psychologie gebrauchter Begriff ist, der so viel wie (kognitive) Verzerrung bedeutet. So wurden in einer Studie junge Wissenschaftler an amerikanischen Universitäten danach gefragt, wie sie sich fühlen würden, wenn sie in einigen Jahren eine Festanstellung erhalten bzw. wenn sie die Universität verlassen müssten. In ihrem Urteil waren sich die meisten Befragten einig: Eine „Tenure Position“ zu haben würde das Paradies bedeuten, die Universität verlassen zu müssen käme hingegen einem Scheitern gleich, von dem man sich auch nach vielen Jahren nicht erholen würde. Doch der Vergleich zwischen ehemaligen Assistant Professoren mit aktueller Tenure Stelle und jenen, die keine Festanstellung erlangt hatten, ergab ein anderes Ergebnis: Diejenigen, die tatsächlich an der Universität hatten bleiben können, waren nicht glücklicher als jene, die aus dem Paradies vertrieben worden waren (Gilbert et al., 1998). Ein solcher Impact Bias macht aus einer evolutionären Perspektive durchaus Sinn, weil er uns dazu motiviert, positive Situationen anzustreben und negative Situationen zu vermeiden. Was hätten wir von der Weisheit der Erkenntnis, dass am Ende doch „alles eitel“ ist? Warum Menschen keine Sonnenuhren sind Vielleicht kennen Sie den optimistischen Spruch: „Mach’ es wie die Sonnenuhr, zähl’ die schönen Stunden nur.” Tatsächlich aber sind die meisten Menschen zu einer solchen Lebenshaltung kaum in der Lage. Warum aber ist das so? Wieso gelingt es uns nicht, unsere Wahrnehmung auf positive Ereignisse zu fokussieren und negative Ereignisse ganz einfach zu ignorieren oder sie so zu interpretieren, dass sie eigentlich positiv sind („ein Glück, dass ich den Kerl los bin …“)? Impact Bias Abbildung 3.7: Gewohnheit ist alles: Menschen können sich fast allen Lebensveränderungen anpassen. Manchmal zu dem Vorteil, Schicksalsschläge zu meistern, oft aber zu dem Nachteil des ständigen Strebens nach mehr. (© Varina Patel – Fotolia.com und © Jakub Krechowicz – Fotolia.com) Daniel Gilbert (*1957) US-amerikanischer Sozialpsychologe – Gilbert forscht zusammen mit seinem Kollegen Timothy Wilson (s. Kapitel 14) auf dem Gebiet des „affective forecasting“, d. h. der Vorhersage von Emotionen. Durch sein Buch „Stumbling on happiness“ wurde er auch einem nichtwissenschaftlichen Publikum international bekannt. Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 68 69 Warum Menschen keine Sonnenuhren sind Kapitel 3 Aus evolutionspsychologischer Perspektive ist diese Frage einfach zu beantworten. Negative Emotionen haben die Funktion, uns über negative Zustände zu informieren und uns dadurch zu motivieren, unsere Umwelt bzw. unsere Situation zu verändern – sie zu ignorieren wäre lebensgefährlich. Wenn wir Schmerz erleben, informiert uns dies darüber, dass wir krank bzw. verletzt sind (so dass wir z. B. Ruhe halten und einen verstauchten Fuß für ein paar Tage nicht belasten). Tatsächlich gibt es Menschen, deren Schmerzempfinden in hohem Maße beeinträchtigt ist. Das Risiko, trotz gefährlicher Krankheiten nicht zum Arzt zu gehen, ist für solche Menschen sehr viel höher. Wenn wir eifersüchtig sind, informiert uns dies darüber, dass unser Partner im Begriff sein könnte, sexuell untreu zu werden bzw. uns zu verlassen (Rost, 2001). Wenn wir uns schämen, informiert uns dies darüber, dass wir einer bestimmten sozialen Norm nicht gefolgt sind (Marks, 2007). Diese Beispiele zeigen, dass negative Emotionen oftmals die Funktion haben, uns zu Handlungen zu motivieren, die zu ihrer Vermeidung führen. So hat z. B. die Furcht vor Scham die Funktion, Handlungen zu verhindern, für die wir uns später schämen. Ferner verdeutlichen diese Beispiele, dass Emotionen unserer kognitiven Kontrolle weitgehend entzogen sind. Wir können nicht beschließen, keinen Schmerz oder keine Eifersucht zu empfinden. Auch dies hat einen Sinn: Wir können unsere Emotionen nicht kontrollieren, damit unsere Emotionen uns kontrollieren können! Könnten wir negative Emotionen bewusst unterdrücken, würden diese nicht mehr ihre Funktion erfüllen, unser Verhalten zu steuern. Relevanz negativer Emotionen „Der Optimist erklärt, dass wir in der besten aller Welten leben, und der Pessimist fürchtet, dass dies wahr ist.“ James Branch Cabell (1879–1958), US-amerikanischer Autor Abbildung 3.8: Mach es wie die Sonnenuhr! Das ist nicht immer einfach, denn aus psychologischer Sicht ist es durchaus sinnvoll, dass Menschen nicht nur positive Emotionen wahrnehmen, sondern sogar negativen mehr Wert beimessen. Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 69 70 Eine Frage des Gefühls – zur Psychologie von Emotion und Motivation Kapitel 3 Es kommt noch schlimmer: Nicht nur können wir negative Emotionen nicht unterdrücken, sie sind im Allgemeinen auch stärker als positive Emotionen (Baumeister et al., 2001). Ein simples Beispiel soll dies verdeutlichen. Wenn Versuchspersonen angeboten wird, einen Betrag von 10 € entweder sicher zu behalten, oder aber an einem Münzwurf teilzunehmen, bei denen sie diesen Geldbetrag entweder verdoppeln oder verlieren können, entscheiden sich die meisten für die sichere Alternative, obwohl der Erwartungswert beider Alternativen identisch ist. Die Aussicht, 10 € zu gewinnen, wird offensichtlich weniger positiv bewertet als die Aussicht, 10 € zu verlieren, negativ bewertet wird (siehe hierzu auch Kapitel 11). Negative Emotionen sind aber nicht nur stärker, sie sind auch differenzierter als positive Emotionen. So gibt es mehr Wörter, die negative Emotionen umschreiben als Wörter, die positive Emotionen beschreiben (Averill, 1980). Auch dies macht aus evolutionärer Perspektive Sinn. Positive und negative Emotionen sind zu vergleichen mit einem Navigationssystem, das uns helfen soll, die richtige Richtung zu finden. Wenn wir auf einem guten Weg sind, reicht ein relativ undifferenziertes Signal („weiter so!“). Wenn wir hingegen auf einem falschen Weg sind, hilft uns der schiere Hinweis darauf nur bedingt weiter, sondern sind wir an differenzierten Hinweisen (wie z. B. „weiter links“, „weiter rechts“ oder „zurück“) interessiert. Analog informieren uns die beiden negativen Emotionen „Zorn“ und „Trauer“ nicht nur über ein negatives Ereignis, sondern auch darüber, ob wir aktiv versuchen sollten, gegen dieses negative Ereignis anzugehen (im Fall von „Zorn“) oder aber ob ein solcher Versuch nur wenig Sinn machte (im Falle von „Trauer“). Des Weiteren wird über negative Emotionen wesentlich mehr kommuniziert (Baumeister, 2005, 2001). Wir alle kennen Menschen, die uns ständig davon berichten, wie unglücklich sie in ihrer Partnerschaft sind, glückliche Paare verlieren hingegen sehr viel weniger Worte über die Liebe. Dadurch wird die Analyse negativer Situationen geschult und gefördert. Ferner zeichnen sich negative Emotionen durch eine höhere Perseveranz aus als positive Emotionen, d. h. sie sind länger anhaltend. Dies gilt besonders für negative Emotionen, die uns einen Mangel unmittelbar überlebenswichtiger Ressourcen signalisieren, wie z. B. Hunger, Durst, Müdigkeit oder Schmerzen. Wie Wilhelm Busch einmal formulierte: „Des Lebens Freuden sind vergänglich, das Hühnerauge bleibt empfänglich.“ Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 70 71 Studentenfutter Kapitel 3 Studentenfutter Baumeister, R. F. (2005). The cultural animal: Human nature, meaning, and social life. New York: Oxford University Press. Frijda, N. H. (2007). The laws of emotion. New Jersey: Lawrence Erlbaum Associates. Kurz und gut 1. Motive haben einen energetisierenden Charakter, indem sie uns dazu antreiben, bestimmte Emotionen anzustreben oder zu vermeiden. 2. Aus der Stärke von Emotionen kann nicht unmittelbar auf die Stärke des zugrunde liegenden Motivs geschlossen werden. 3. Das Thomas Theorem besagt, dass etwas dann reale Konsequenzen hat, wenn es von Menschen als real wahrgenommen wird. 4. Motive lassen sich in nichtsoziale Motive (wie z. B. Nahrung und Flüssigkeit) und soziale Motive (wie z. B. dem Wunsch nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Sex) unterscheiden. 5. Handlungen sind extrinsisch motiviert, wenn sie dem Erreichen eines externen Zieles dienen. Handlungen sind intrinsisch motiviert, wenn sie um ihrer selbst willen ausgeführt werden. 6. Menschen erleben ein Gefühl von „Flow“, wenn sie mit hoher Konzentration an einer Aufgabe arbeiten, deren Anforderungsniveau genau ihren Fähigkeiten entspricht. 7. Menschen sind sich ihrer eigenen Motive nicht notwendigerweise bewusst, weshalb zwischen bewussten und unbewussten Motiven zu unterscheiden ist. 8. Die meisten Motive werden stärker und keineswegs schwächer, wenn sie regelmäßig befriedigt werden. 9. Starke Emotionen werden zumeist nicht durch absolute Zustände ausgelöst, sondern durch wahrgenommene bzw. antizipierte Veränderungen eines bestimmten Zustands. 10. Wir können unsere Emotionen nicht kontrollieren, damit unsere Emotionen uns kontrollieren können. Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 71 Kapitel 4 Anlage versus Umwelt – wie viel menschliches Verhalten ist gelernt? Verlag Franz Vahlen – Fetchenhauer, Psychologie – Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.09.11 – Status: Druckdaten – Seite 73

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Zusammenfassung

Vorteile

- Die psychologischen Grundlagen für das wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Studium: von der Allgemeinen über die Sozial- bis zur Wahrnehmungspsychologie

- Kompakter Aufbau

- Komplett vierfarbig

Zum Werk

In den Wirtschaftswissenschaften gilt das Bild des rational denkenden Menschen als überholt. Kenntnisse aus der Psychologie spielen dagegen eine immer größere Bedeutung für die Analyse, was sich nicht zuletzt in der aktuellen Diskussion um die Glücksforschung widerspiegelt.

Dieses Lehrbuch führt Wirtschaftswissenschaftler an die Grundlagen der Psychologie heran und stellt dar, wie sie das menschliche Verhalten (und damit auch das für die Wirtschaftwissenschaften wichtige Entscheidungsverhalten) beeinflussen.

Autor

Prof. Dr. Detlef Fetchenhauer ist Direktor des Instituts für Wirtschafts- und Sozialpsychologie an der Universität zu Köln. Er lehrt darüber hinaus an der Universität Wien.

Zielgruppe

Für Studierende der Wirtschaftswissenschaften an Universitäten und Fachhochschulen sowie Studierende, die im Nebenfach Psychologie belegen müssen (z.B. Lehramt).