12 Besondere Mitarbeiter in:

Gerhard C. Girlich

Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung, page 149 - 183

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3831-4, ISBN online: 978-3-8006-3933-5, https://doi.org/10.15358/9783800639335_149

Series: Vahlen Praxis

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Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 152 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 153 12 Besondere Mitarbeiter In diesem Kapitel wollen wir uns mit Mitarbeitern beschäftigen, deren steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Behandlung sich vom „klassischen“ Arbeitnehmer unterscheidet. Der typische Arbeitnehmer bezieht seinen monatlichen Arbeitslohn und muss diesen voll der Lohnsteuer unterwerfen. Er und sein Arbeitgeber müssen in allen Zweigen der Sozialversicherung Beiträge einzahlen. Für einen „besonderen“ Mitarbeiter muss der Arbeitgeber eventuell nur eine pauschale Steuer bezahlen. So zum Beispiel beim kurzfristig Beschäftigten oder dem geringfügig entlohnten Beschäftigten. Bei anderen „besonderen“ Mitarbeitern muss entweder der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber nicht in alle Zweige der Sozialversicherung einzahlen. Beim Altersrentner z. B. zahlt nur der Arbeitgeber einen Beitrag zur Rentenversicherung, nicht aber der Arbeitnehmer. Bei geringfügig entlohnten Beschäftigten zahlt nur der Arbeitgeber pauschale Beiträge zur Sozialversicherung, während der Arbeitnehmer überhaupt keine Beiträge zahlt. Bei kurzfristig Beschäftigten zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber überhaupt keine Beiträge zur Sozialversicherung. Arbeitnehmer Behandlung in der Sozialversicherung Behandlung in der Steuer • sozialversicherungsfrei • sozialversicherungspflichtig • steuerfrei • steuerpflichtig • pauschal zu versteuern • in allen Zweigen • in einigen Zweigen Steuer- und sozialversicherungsrechtliche Behandlung von Arbeitnehmern In den folgenden Unterkapiteln werden wir zuerst die sozialversicherungsrechtlichen Aspekte beleuchten und anschließend die steuerlichen. Besonderheiten in der SV Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 154 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 155 12 Besondere Mitarbeiter154 12.1 Geringfügig Beschäftigte 12.1.1 Unterteilung der geringfügig Beschäftigten Wenn Sie bei geringfügig Beschäftigten nur an die sog. „400-Euro-Jobs“ denken, erkennen Sie nur einen Teil der Wahrheit. Bei Arbeitnehmern mit einem Hauptjob gilt nämlich Folgendes: geringfügige Beschäftigung geringfügig entlohnte Beschäftigung kurzfristige Beschäftigung Versicherungsfreiheit Pauschalsteuer (25 %) erster Minijob weitere Minijobs Versicherungsfreiheit Pauschalsteuer (2 %) Versicherungspflicht Pauschalsteuer (20 %) Übersicht geringfügig Beschäftigte Der Praktiker unterscheidet bei den geringfügig Beschäftigten zwischen geringfügig entlohnten Beschäftigten und kurzfristig Beschäftigten. Dabei werden folgende (vereinfachte) Definitionen zugrunde gelegt: Definition: Geringfügig entlohnte Beschäftigte Geringfügig entlohnte Beschäftigte sind Arbeitnehmer mit einem regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt von 400 €. Hierunter fallen nicht Auszubildende, Praktikanten und Arbeitnehmer, die während der Kurzarbeit bzw. witterungsbedingten Arbeitsausfalls auf 400-Euro-Basis beschäftigt sind. Wegen der 400-Euro-Grenze nennen die meisten Menschen die geringfügig entlohnten Beschäftigten auch „400-Euro-Jobber“ oder „Minijobber“. Liegt eine geringfügig entlohnte Beschäftigung vor, entfällt beim ersten 400-Euro-Job die Sozialversicherungspflicht für den Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber hingegen muss pauschale Sozialversicherungsbeiträge an die Bundesknappschaft abführen. Werden die pauschalen Sozialversicherungsbeiträge abgeführt, kann der Arbeitslohn mit 2 % pauschal versteuert werden. Jeder weitere Minijob ist hingegen sozialversicherungspflichtig. Dann kommt eventuell eine Pauschalsteuer von 20 % in Betracht. SV bei Minijob Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 154 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 155 12.1 Geringfügig Beschäftigte 155 Definition: Kurzfristig Beschäftigte Ein Arbeitnehmer, der nicht mehr als zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage beschäftigt ist, gilt als kurzfristig Beschäftigter. Liegt eine kurzfristige Beschäftigung vor, entfällt die Sozialversicherungspflicht. Weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber müssen Beiträge an die Krankenkasse abführen. 12.1.2 Geringfügig entlohnte Beschäftigte Eine der Besonderheiten bei geringfügig entlohnten Beschäftigten besteht darin, dass der Minijobber nicht bei seiner Krankenkasse angemeldet wird, sondern bei der sogenannten „Minijobzentrale“, der Bundesknappschaft. Folgendes Schaubild soll die Zusammenhänge deutlich machen: Arbeitgeber Arbeitnehmer Bundesknappschaft Finanzamt RV- und KV-Pauschale Pauschalsteuer Weiterleitung Pauschalsteuer Arbeitsentgelt (brutto = netto) Behandlung von geringfügig entlohnten Beschäftigten Arbeitgeber und Arbeitnehmer schließen einen „normalen“ Arbeitsvertrag ab, wie es in Kapitel 2 beschrieben wurde, und vereinbaren einen Bruttoarbeitslohn von maximal 400 Euro. Daraus ergeben sich für den Arbeitgeber folgende Pflichten: •• Der Arbeitgeber beschafft sich mittels eines Personalfragebogens alle relevanten Informationen über den Arbeitnehmer. Beachten Sie: Im Personalfragebogen ist unbedingt abzufragen, ob der Arbeitnehmer auf die Option bei der Rentenversicherung (zur Option: vgl. Unterkapitel 13.1.2.1) verzichten möchte oder nicht. Verzichtet der Arbeitgeber auf die Abfrage und erleidet der Arbeitnehmer dadurch einen Nachteil, macht sich der Arbeitgeber unter Umständen schadenersatzpflichtig. „Minijobzentrale“ Pflichten Arbeitgeber Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 156 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 157 12 Besondere Mitarbeiter156 •• Der Arbeitgeber legt einen neuen Lohnordner für den Arbeitnehmer an und nimmt ihn auch in sein Lohnbuchhaltungsprogramm auf. •• Der Arbeitgeber meldet den Arbeitnehmer mittels SV-Meldung (Meldegrund: 10) elektronisch bei der Bundesknappschaft an. •• Der Arbeitgeber führt die Lohnabrechnung für den Minijobber durch und zahlt ihm das Gehalt „brutto = netto“ aus. Beachten Sie: Voraussetzung für die Auszahlung „brutto = netto“ ist, dass der Arbeitgeber eine Pauschalsteuer von 2 % an die Bundesknappschaft abführt. Der Arbeitgeber haftet zwar für die Lohnsteuer, kann aber dennoch im Arbeitsvertrag mit dem Arbeitnehmer vereinbaren, dass dieser die Lohnsteuer zu tragen hat. Beachten Sie in diesem Zusammenhang, dass der Arbeitnehmer keinen gesetzlichen Anspruch auf Pauschalierung seines Arbeitslohns hat. •• Der Arbeitgeber erstellt den Beitragsnachweis für die Bundesknappschaft und überweist die abzuführenden Sozialversicherungsbeiträge und die pauschale Steuer an die Bundesknappschaft. Beachten Sie: Ein Arbeitnehmer mit einem regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt von maximal 400 € ist in der Sozialversicherung versicherungsfrei, d. h. er selbst zahlt keine Beiträge zu den gesetzlichen Sozialversicherungen. Der Arbeitgeber muss aber Pauschbeträge für Renten- und Krankenversicherung (siehe Tabelle unten) an die Bundesknappschaft abführen. Zusätzlich muss der Arbeitgeber eine Pauschalsteuer von 2 % an die Bundesknappschaft abführen oder Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer laut Lohnsteuerkarte einbehalten. Pauschalen bei geringfügig Beschäftigten 400-Euro-Job RV-Pauschale KV- Pauschale Pauschalsteuer Gesamt in Privathaushalten 5 % 5 % 2 % 12 % außerhalb von Privathaushalten 15 % 13 % 2 % 30 % •• Die Bundesknappschaft führt die pauschale Steuer an das zuständige Betriebsstättenfinanzamt ab. Betriebsstättenfinanzamt ist das Finanzamt, das für den Arbeitgeber zuständig ist. 12.1.2.1 Fallvarianten Der „klassische“ Minijobber ist ein Arbeitnehmer, der genau 400 Euro im Monat verdient und in seinem Hauptjob in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig ist. Lassen Sie uns diesen Klassiker anhand eines Beispiels betrachten: SV-pflichtig Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 156 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 157 12.1 Geringfügig Beschäftigte 157 Beispiel: Im Hauptjob voll sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer Der Arbeitnehmer A verdient 400 € Monat. Er ist in seinem Hauptjob in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig. Arbeitnehmer Arbeitgeber Monatslohn 400,00 € Lohnsteuer 0,00 € Solidaritätszuschlag 0,00 € Kirchensteuer 0,00 € Sozialversicherung 0,00 € Nettolohn 400,00 € pauschale Lohnsteuer (2 %) 8,00 € KV pauschal (13 %) 52,00 € RV pauschal (15 %) 60,00 € U1 (0,6 %) 2,40 € U2 (0,14 %) 0,56 € Insolvenzgeldumlage (0,0 %) 0,00 € Arbeitgeberbelastung 122,96 € Neben dem „Klassiker“ gibt es noch die Fälle, in denen der Arbeitnehmer in seinem Hauptjob nicht sozialversicherungspflichtig ist, zum Beispiel weil er privat oder freiwillig gesetzlich versichert oder bei seinem Ehepartner mitversichert ist. Lassen Sie uns auch diese Fallvarianten nach dem bewährten Schema durchdenken: Fallvariante 1: Familienversicherung Ein Arbeitnehmer verdient 400 € im Monat. Er ist bei seinem Ehepartner in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichert. Gegenüber der Lösung im Grundfall ändert sich nichts, da auch für einen familienversicherten Arbeitnehmer der pauschale KV-Beitrag anfällt. Fallvariante 2: Freiwillig Versicherter Ein Arbeitnehmer verdient 400 € im Monat. Er ist freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Gegenüber der Lösung im Grundfall ändert sich nichts, da auch für einen freiwillig gesetzlich versicherten Arbeitnehmer der pauschale KV-Beitrag anfällt. Fallvariante 3: Privat Versicherter Ein Arbeitnehmer verdient 400 € im Monat. Er ist zulässigerweise bei einer privaten Krankenversicherung versichert. Gegenüber der Lösung im Grundfall ergibt sich folgende Änderung: Der Arbeitgeber muss für einen Arbeitnehmer, der nicht oder privat versichert ist, keinen Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung bezahlen. Die Arbeitgeberbelastung vermindert sich daher auf 70,96 €. Nicht SV-pflichtig Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 158 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 159 12 Besondere Mitarbeiter158 Fallvariante 4: Privat versicherter Beamter Ein Arbeitnehmer verdient 400 € im Monat. Im Hauptberuf ist er Beamter und privat krankenversichert. Gegenüber der Lösung im Grundfall ergibt sich folgende Änderung: Der Arbeitgeber muss für seinen Arbeitnehmer keinen Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung bezahlen. Die Arbeitgeberbelastung vermindert sich daher auf 70,96 €. Wäre der Beamte gesetzlich versichert, müsste der Arbeitgeber auch für den Beamten einen pauschalen KV-Beitrag bezahlen. Obwohl der Beamte Pensionsansprüche hat und mit der geringfügig entlohnten Beschäftigung allein keinerlei Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwirbt, muss der Arbeitgeber einen pauschalen RV-Beitrag bezahlen. Fallvariante 5: Freiwillig gesetzlich versicherter Beamter Ein Arbeitnehmer verdient 400 € im Monat. Im Hauptberuf ist er Beamter und freiwillig gesetzlich krankenversichert. Gegenüber der Lösung im Grundfall ändert sich nichts, da auch für einen freiwillig gesetzlich versicherten Arbeitnehmer der pauschale KV-Beitrag anfällt. Wie im vorangegangenen Beispiel muss der Arbeitnehmer auch hier einen pauschalen RV-Beitrag bezahlen. Mit den pauschalen Arbeitgeberbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung erwirbt der Arbeitnehmer keinerlei Ansprüche gegenüber dem Rentenversicherungsträger. Der Arbeitnehmer kann aber zur Rentenversicherungspflicht optieren, worauf ihn der Arbeitgeber hinzuweisen hat. Unterlässt der Arbeitgeber dies, macht er sich unter Umständen schadenersatzpflichtig. Die Option muss gegenüber dem Arbeitgeber schriftlich erklärt und kann nicht widerrufen werden. Hauptvorteil der Option für den Arbeitnehmer ist, dass die Beschäftigungszeit im vollen Umfang für die Erfüllung der verschiedenen Wartezeiten (Mindestversicherungszeiten) berücksichtigt wird. Im Falle der Option muss der Arbeitnehmer die Differenz zwischen dem pauschalen RV-Beitrag des Arbeitgebers und dem aktuellen Beitragssatz zur Rentenversicherung bezahlen. Option RV-Pflicht Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 158 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 159 12.1 Geringfügig Beschäftigte 159 Fallvariante: Optionsfall 1 Ein Arbeitnehmer verdient 400 € im Monat und verzichtet auf die Versicherungsfreiheit. Arbeitnehmer Arbeitgeber Monatslohn 400,00 € Lohnsteuer 0,00 € Solidaritätszuschlag 0,00 € Kirchensteuer 0,00 € Sozialversicherung 19,60 €* Nettolohn 380,40 € * Der Sozialversicherungsbeitrag des Arbeitnehmers ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem vollen Rentenversicherungsbeitrag und dem pauschalen Arbeitgeberbeitrag. In diesem Beispiel beträgt er: 19,9 % von 400 € = 79,60 € abzgl. 60 € = 19,60 €. pauschale Lohnsteuer (2 %) 8,00 € KV pauschal (13 %) 52,00 € RV pauschal (15 %) 60,00 € U1 (0,6 %) 2,40 € U2 (0,14 %) 0,56 € Insolvenzgeldumlage (0,0 %) 0,00 € Arbeitgeberbelastung 122,96 € Im Optionsfall ist zu beachten, dass es in der gesetzlichen Rentenversicherung eine Mindestbemessungsgrundlage gibt. Sie beträgt zurzeit 155 Euro. Liegt der Arbeitslohn darunter, wird der Rentenversicherungsbeitrag dennoch aus der Mindestbemessungsgrundlage ermittelt. Fallvariante: Optionsfall 2 Ein Arbeitnehmer verdient 100 € im Monat und verzichtet auf die Versicherungsfreiheit. Arbeitnehmer Arbeitgeber Monatslohn 100,00 € Lohnsteuer 0,00 € Solidaritätszuschlag 0,00 € Kirchensteuer 0,00 € Sozialversicherung 15,84 €* Nettolohn 380,40 € * Der Sozialversicherungsbeitrag des Arbeitnehmers ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem vollen Rentenversicherungsbeitrag und dem pauschalen Arbeitgeberbeitrag. Liegt der Arbeitslohn wie hier unter der Mindestbemessungsgrundlage, ist diese anzuwenden. In diesem Beispiel beträgt der Sozialversicherungsbeitrag: 19,9 % von 155 € = 30,85 € abzgl. 15 € = 15,85 €. pauschale Lohnsteuer (2 %) 2,00 € KV pauschal (13 %) 13,00 € RV pauschal (15 %) 15,00 € U1 (0,6 %) 0,60 € U2 (0,14 %) 0,56 € Insolvenzgeldumlage (0,0 %) 0,00 € Arbeitgeberbelastung 31,16 € Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 160 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 161 12 Besondere Mitarbeiter160 Um die legale Beschäftigung in Privathaushalten zu fördern, gelten für diese ermäßigte Pauschbeträge. So müssen Privathaushalte anstelle von 13 % einen pauschalen KV-Beitrag von nur 5 % entrichten. Die RV-Pauschale beträgt ebenfalls 5 %. Fallvariante: Privathaushalt Ein Arbeitnehmer arbeitet in einem Privathaushalt als Haushaltshilfe. Er verdient 400 € im Monat. Arbeitnehmer Arbeitgeber Monatslohn 400,00 € Lohnsteuer 0,00 € Solidaritätszuschlag 0,00 € Kirchensteuer 0,00 € Sozialversicherung 0,00 € Nettolohn 400,00 € pauschale Lohnsteuer (2 %) 8,00 € KV pauschal (5 %) 20,00 € RV pauschal (5 %) 20,00 € U1 (0,6 %) 2,40 € U2 (0,14 %) 0,56 € Insolvenzgeldumlage (0,0 %) 0,00 € Berufsgenossenschaft (1,6 %) 6,40 € Arbeitgeberbelastung 57,36 € 12.1.2.2 Arbeitslohn Entscheidend für die Frage, ob es sich um einen Minijob oder eine reguläre Beschäftigung handelt, ist die Höhe des Arbeitslohns. Denn nur wenn ein Arbeitnehmer regelmäßig maximal 400 Euro im Monat verdient, liegt ein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis und damit Sozialversicherungsfreiheit vor. Folgendes Schaubild soll dies verdeutlichen: Geringfügigkeitsgrenze (= 400 Euro) regelmäßiger mtl. Arbeitslohn > 400 € regelmäßiger mtl. Arbeitslohn ≤ 400 € Versicherungsfreiheit Versicherungspflicht Ermittlung Arbeitslohn: • Entstehungsprinzip • durchschnittlicher monatlicher Arbeitslohn Versicherungspflicht in Abhängigkeit vom regelmäßigen Arbeitslohn Pauschalen für Privathaushalte Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 160 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 161 12.1 Geringfügig Beschäftigte 161 a) Maßgebender Arbeitslohn Bei der Ermittlung des Arbeitslohns ist nicht der tatsächlich gezahlte Arbeitslohn maßgebend, sondern der Arbeitslohn, auf den der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat (= Entstehungsprinzip). Eine Ausnahme bilden die sog. Einmalzahlungen (z. B. Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld), für die das Zuflussprinzip gilt. Lassen Sie uns auch diese Problematik anhand von einigen Fallvarianten betrachten: Beispiel: Entstehungsprinzip I Ein Arbeitnehmer arbeitet an acht Arbeitstagen im Monat jeweils vier Stunden; der Stundenlohn beträgt 10 €. Der für allgemein verbindlich erklärte Tarifvertrag sieht jedoch einen Stundenlohn von 15 € vor. Wenn ein Stundenlohn von 10 € zugrunde gelegt werden würde, ergäbe sich ein monatliches Arbeitsentgelt von 320 € (8 Arbeitstage × 4 Std. × 10 €/Std. = 320 €). Damit würde der Arbeitnehmer die 400-Euro-Grenze nicht überschreiten. Da aber in der Sozialversicherung das Entstehungsprinzip maßgebend ist, muss der tariflich festgelegte Stundenlohn von 15 € zugrunde gelegt werden: 8 Arbeitstage × 4 Std. × 15 € = 480 €. Wegen Überschreitung der 400-Euro-Grenze liegt damit kein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis vor. Es kommt zur vollen Sozialversicherungspflicht. Nach den Geringfügigkeitsrichtlinien der Sozialversicherungsträger kann ein Verzicht des Arbeitnehmers auf eine höhere Vergütung nur anerkannt werden, wenn der Verzicht schriftlich erfolgt und arbeitsrechtlich zulässig ist. Arbeitsrechtlich zulässig ist dies zum Beispiel, wenn der Tarifvertrag eine Öffnungsklausel vorsieht. Beispiel: Entstehungsprinzip II Ein Arbeitnehmer arbeitet an acht Arbeitstagen im Monat jeweils vier Stunden; der Stundenlohn beträgt 10 €. Der für allgemein verbindlich erklärte Tarifvertrag sieht einen Stundenlohn von 15 € vor, beinhaltet aber eine Öffnungsklausel. Wenn ein Stundenlohn von 10 € zugrunde gelegt werden würde, ergäbe sich ein monatliches Arbeitsentgelt von 320 € (siehe vorangegangenes Beispiel). Damit würde der Arbeitnehmer die 400-Euro-Grenze nicht überschreiten. Auch der Tarifvertrag ändert diesmal nichts daran, da der Arbeitnehmer zulässigerweise auf ein höheres Entgelt verzichtet hat. b) Einmalzahlungen Bei der Ermittlung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts sind auch die mit hinreichender Sicherheit anfallenden Einmalzahlungen (z. B. Weihnachtsgeld) mit einzubeziehen. Entstehungsprinzip Zuflussprinzip Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 162 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 163 12 Besondere Mitarbeiter162 Beispiel: Einmalzahlung I Ein Arbeitnehmer verdient 360 € Monat. Im Dezember hat er Anspruch auf ein 13. Monatsgehalt. Regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt: laufender Arbeitslohn (12 × 360 €) 4.320 € + Einmalzahlung 360 € = Gesamtentgelt 4.680 € : 12 Monate = monatliches Arbeitsentgelt 390 € Der durchschnittliche monatliche Arbeitslohn liegt unter der 400-Euro-Grenze. Damit handelt es sich um ein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis. Beispiel: Einmalzahlung II Ein Arbeitnehmer verdient 380 € Monat. Im Dezember hat er Anspruch auf ein 13. Monatsgehalt. Regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt: laufender Arbeitslohn (12 × 380 €) 4.560 € + Einmalzahlung 380 € = Gesamtentgelt 4.940 € : 12 Monate = monatliches Arbeitsentgelt 412 € Der durchschnittliche monatliche Arbeitslohn liegt über der 400-Euro-Grenze. Damit handelt es sich nicht um ein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis. c) Steuerfreier und pauschaler Arbeitslohn Anzumerken ist noch, dass steuerfreier oder pauschal versteuerter Arbeitslohn nicht in die Berechnung der 400-Euro-Grenze mit einbezogen wird. Beispiel: Steuerfreier Arbeitslohn I Ein Arbeitnehmer verdient 400 € im Monat. Zusätzlich erhält er noch einen Kindergartenzuschuss für seine Tochter in Höhe von 50 € im Monat. Der regelmäßige Arbeitslohn liegt bei 400 € und damit genau an der Grenze. Der Zuschuss ist nach § 3 Nr. 33 EStG steuerfrei und damit nicht in die Berechnung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts mit einzubeziehen. Es liegt also ein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis vor. Beispiel: Steuerfreier Arbeitslohn II Ein Arbeitnehmer verdient 400 € im Monat. Zusätzlich erhält er im Juni noch einen Blumenstock im Wert von 44 €. Der regelmäßige Arbeitslohn liegt bei 400 € und damit genau an der Grenze. Die Sachzuwendung ist nach § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG nicht zu versteuern und spielt damit bei der Berechnung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts keine Rolle. Damit liegt ein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis vor. Keine Rolle bei Berechnung Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 162 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 163 12.1 Geringfügig Beschäftigte 163 Beispiel: Pauschal versteuerter Arbeitslohn Ein Arbeitnehmer verdient 400 € im Monat. Zusätzlich erhält er Zuschüsse für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte in Höhe von 20 € im Monat. Der regelmäßige Arbeitslohn liegt mit 400 € genau an der Grenze. Der Zuschuss ist nach § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG pauschal zu versteuern und spielt in die Berechnung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts nicht mit hinein. Damit liegt ein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis vor. Anders verhält es sich, wenn der Zuschuss nicht pauschal versteuert wird. Dann ist er in die Berechnung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts mit einzubeziehen. Folglich liegt dann kein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis mehr vor. d) Schwankender Arbeitslohn Bei schwankendem Arbeitslohn wird zu Jahresbeginn eine Schätzung des monatlichen Arbeitsentgelts vorgenommen. Liegt das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt bei dieser Schätzung bei maximal 400 Euro, so handelt es sich um ein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis. Beispiel: Schwankender Arbeitslohn I Mit einer Aushilfe ist von Juni bis August eine Entlohnung in Höhe von 300 € vereinbart. Von September bis Dezember sind es 400 €. Regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt: Juni bis August (3 × 300 €) 900 € + September bis Dezember (4 × 400 €) 1.600 € = Gesamtentgelt 2.500 € : 7 Monate = monatliches Arbeitsentgelt 357 € Damit liegt ein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis vor. Beispiel: Schwankender Arbeitslohn II Mit einer Aushilfe ist von Juni bis August eine Entlohnung in Höhe von 350 € vereinbart. Von September bis Dezember sind es 450 €. Regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt: Juni bis August (3 × 350 €) 1.050 € + September bis Dezember (4 × 450 €) 1.800 € = Gesamtentgelt 2.850 € : 7 Monate = monatliches Arbeitsentgelt 407 € Damit liegt kein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis vor. Schätzung Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 164 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 165 12 Besondere Mitarbeiter164 e) Gelegentliches Überschreiten Überschreitet der Arbeitnehmer die 400-Euro-Grenze regelmäßig, tritt ab dem Tag des Überschreitens Sozialversicherungspflicht ein. Bei gelegentlichem und nicht vorhersehbarem Überschreiten der 400-Euro-Grenze bleibt es bei der Versicherungsfreiheit. „Gelegentlich“ ist dabei ein Zeitraum von maximal zwei Monaten. regelmäßig gelegentlich (max. 2 Monate) vorhersehbar unvorhersehbar Versicherungspflicht Versicherungsfreiheit Folgen bei Überschreiten der 400-Euro-Grenze Beispiel: Unvorhersehbares Überschreiten Ein Arbeitnehmer verdient 400 € im Monat. Im Juli muss er einen Kollegen vertreten und erhält 850 €. Mit einem monatlichen Arbeitsentgelt von 400 € überschreitet der Arbeitnehmer die Geringfügigkeitsgrenze nicht. Müsste aber das höhere Arbeitsentgelt des Monats Juli auf alle Monate verteilt werden, würde der Arbeitnehmer in allen Monaten die Geringfügigkeitsgrenze überschreiten. Entscheidend ist hier die Frage, ob das Überschreiten unvorhersehbar und gelegentlich ist. Gelegentlich ist ein Überschreiten in einem Zeitraum von maximal zwei Monaten und unvorhersehbar ist es nur, wenn der Arbeitnehmer nicht jedes Jahr eine Urlaubsvertretung wahrnimmt. Beispiel: Vorhersehbares Überschreiten Ein Arbeitnehmer verdient 400 € im Monat. Im September muss er – wie jedes Jahr – einen Kollegen vertreten und erhält 850 €. Mit einem monatlichen Arbeitsentgelt von 400 € überschreitet der Arbeitnehmer die Geringfügigkeitsgrenze nicht. Das höhere Arbeitsentgelt des Monats September ist auf alle Monate zu verteilen, da es zu erwarten war: Der Kollege muss jedes Jahr vertreten werden. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 164 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 165 12.1 Geringfügig Beschäftigte 165 12.1.2.3 Mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse Wenn ein Arbeitnehmer mehrere Minijobs nebeneinander hat, ist danach zu unterscheiden, ob er nur Minijobs oder daneben noch einen Hauptjob hat. Folgende Grafik soll einen ersten Eindruck vermitteln: nur Minijobs Hauptjob alle Minijobs werden zusammengerechnet Versicherungspflicht Versicherungsfreiheit Summe Arbeitsentgelt > 400 € Summe Arbeitsentgelt ≤ 400 € nur erster Minijob Mehrfachbeschäftigung Hat der Arbeitnehmer nur geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse, werden diese zur versicherungsrechtlichen Beurteilung zusammengerechnet. Eine Versicherungsfreiheit liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus allen Beschäftigungsverhältnissen die 400-Euro-Grenze nicht überschreitet. Beachten Sie: In der Sozialversicherung sind die Minijobs zusammenzurechnen. Im Steuerrecht wird hingegen jede Beschäftigung für sich betrachtet. Lassen Sie uns diesen Fall an einem Beispiel durchdenken: Beispiel: Mehrere Minijobs ohne Hauptjob Eine Arbeitnehmerin arbeitet für 400 € als Putzfrau bei einem Arzt und für weitere 200 € als Sekretärin für einen Unternehmensberater. Da das Arbeitsentgelt aus beiden Beschäftigungsverhältnissen zusammengerechnet 400 € übersteigt, tritt Versicherungspflicht in allen Beschäftigungsverhältnissen ein. Damit ist auch eine Steuerpauschalierung mit 2 % nicht mehr möglich. Da aber für steuerliche Zwecke jedes Arbeitsverhältnis für sich betrachtet wird und in keinem Arbeitsverhältnis die 400-Euro-Grenze überschritten worden ist, können die Arbeitgeber jeweils 20 % Pauschalsteuer zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag und 8,0 % Kirchensteuer abführen. Alternativ erfolgt eine Besteuerung laut Lohnsteuerkarte. Nur Minijobs Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 166 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 167 12 Besondere Mitarbeiter166 Hat ein Arbeitnehmer neben einem Hauptjob einen Minijob, wird dieser nicht mit dem Hauptjob zusammengerechnet, sondern ist begünstigt. Jeder weitere Minijob ist aber nicht mehr begünstigt, sodass Versicherungspflicht besteht. Beachten Sie: Begünstigt ist nur der Minijob, der zeitlich zuerst begonnen wurde – selbst dann, wenn in dem ersten Minijob die 400-Euro-Grenze noch nicht ausgeschöpft wurde. In der Sozialversicherung ist nur ein Minijob begünstigt. Im Steuerrecht wird hingegen jede Beschäftigung für sich betrachtet. Lassen Sie uns auch diesen Fall an einem Beispiel durchdenken: Beispiel: Hauptbeschäftigung mit mehreren Minijobs Eine Arbeitnehmerin ist in einem Reisebüro für 1.500  € beschäftigt. Daneben arbeitet sie seit dem 01.03.2011 für 400 € als Putzfrau bei einem Arzt und seit dem 01.01.2010 für weitere 200 € als Sekretärin für einen Unternehmensberater. Neben einem Hauptjob bleibt stets ein Minijob versicherungsfrei, und zwar der zuerst begonnene – hier also der Job als Sekretärin. Obwohl die 400-Euro-Grenze bei diesem Job nicht voll ausgeschöpft wurde, ist der Job als Putzfrau in vollem Umfang versicherungspflichtig. Es gibt aber zwei Besonderheiten zu beachten: Arbeitslosenversicherung Da das Arbeitsentgelt als Putzfrau bei maximal 400 € liegt, entfällt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung (§ 27 Abs. 2 SGB III). Steuer Für steuerliche Zwecke wird jedes Arbeitsverhältnis für sich betrachtet. Daher kann der Unternehmensberater entweder die Steuer laut Lohnsteuerkarte oder pauschal mit 20 % zzgl. SoliZ und KiSt ermitteln. 12.1.2.4 Abschlussbeispiel Beispiel: Kuno Kurz Konstantin Krake stellt als neuen Mitarbeiter Kuno Kurz ein. An seinem ersten Arbeitstag füllt Herr Kurz folgenden Personalfragebogen aus: Persönliche Daten Personalnummer 2 Name, Vorname Kurz, Kuno Geburtsdatum 10.09.1975 Geburtsname Kurz Geburtsort München Straße Musterstr. 11 PLZ, Ort 80334 München Haupt- und Minijob Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 166 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 167 12.1 Geringfügig Beschäftigte 167 Telefon 089 67890 Staatsangehörigkeit deutsch Name der Bank Stadtsparkasse München BLZ 701 500 00 Kontonummer 800 008 Beginn der Beschäftigung 01.01.2011 mtl. Gehalt 380 Euro Sozialversicherung Schulbildung Lehre Berufsausbildung Steuerfachangestellter Stellung im Beruf Buchhalter Altersrentner (ja/nein) nein Sozialversicherungsnummer 56-10091975 K 109 Krankenversicherungsträger AOK Bayern Straße Carl-Wery-Str. 28 PLZ, Ort 81739 München Krankenversicherungspflicht (ja/nein) ja Mehrfach beschäftigt (ja/nein) nein Summe Entgelt bei anderen Arbeitgebern keine Geringfügige Beschäftigung (ja/nein) ja Option (ja/nein) nein Kurzfristige Beschäftigung (ja/nein) nein Arbeitnehmer über 55 (ja/nein) nein Lohnsteuer Finanzamt München III Steuerklasse I Familienstand ledig Kinder 0,0 Steuerfreibetrag (ja/nein) nein Steuerhinzurechnungsbetrag (ja/nein) nein Konfession römisch-katholisch Pauschalierung (Ja/Nein) ja Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 168 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 169 12 Besondere Mitarbeiter168 Zuerst müssen Sie die Bundesknappschaft anlegen. Gehen Sie hierzu im Eröffnungsbildschirm auf den Menüpunkt „Stammdaten“ und dort auf den Unterpunkt „Krankenkassen“. Bitte legen Sie die Bundesknappschaft so an, wie wir es in Kapitel 5 bei der AOK besprochen haben. Anschließend nehmen Sie den Mitarbeiter Kuno Kurz ins Programm auf. Gehen Sie hierzu im Eröffnungsbildschirm auf den Menüpunkt „Stammdaten“ und dort auf den Unterpunkt „Arbeitnehmer“. Bitte legen Sie Kuno Kurz so an, wie wir es im Kapitel 5 bei Fiona Fleißig besprochen haben. Knappschaft anlegen Mitarbeiter anlegen Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 168 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 169 12.1 Geringfügig Beschäftigte 169 Folgende Besonderheiten sind bei der Registerkarte „Steuern/Abgaben“ zu beachten: •• Bei „Beschäftigungsart“ ist „GF/Minijob“ einzugeben. Folgende Besonderheiten sind bei der Registerkarte „Sozialversicherung“ zu beachten: •• Als Krankenkasse ist die Bundesknappschaft einzugeben. •• Als Personengruppenschlüssel ist „109 Geringf. entlohnte Beschäft.“ auszuwählen. •• Bei „AV“ ist „nicht pflichtig“ einzugeben. •• Bei RV ist „voll K“ einzugeben. Da Sie bei Beschäftigungsart „GF/ Minijob“ ausgewählt haben, ermittelt das Programm den pauschalen RV-Beitrag automatisch. •• Bei „KV“ ist „G = normal“ einzugeben. Da Sie bei Beschäftigungsart „GF/Minijob“ ausgewählt haben, ermittelt das Programm den pauschalen KV-Beitrag automatisch. •• Bei PV ist „nicht pflichtig“ auszuwählen. Steuern/ Abgaben Sozialversicherung Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 170 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 171 12 Besondere Mitarbeiter170 Wenn Sie mit der Eingabe der Daten fertig sind, erhalten Sie folgende Ausdrucke: Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 170 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 171 12.1 Geringfügig Beschäftigte 171 Protokoll Lohnabrechnung / SV-Reell Musterausdruck nicht lizenzierte Version!!! Fa. Mustermann AN 2 Kuno Kurz Monat: Januar Pauschalierte Lohnsteuer: Pauschalierte Bezüge lfd. Monat 380,00 € PLSt ohne §37b 0,00 € PLSt-AN 0,00 € PLSt-AG 0,00 € PLSt nach §37b 0,00 € PLSt-AN 0,00 € PLSt-AG 0,00 € PKiSt 0,00 € PKiSt-AN 0,00 € PKiSt-AG 0,00 € PKiSt-rK 0,00 € PKiSt-ev 0,00 € PSoli 0,00 € PSoli-AN 0,00 € PSoli-AG 0,00 € PLSt MiniJob 7,60 € PLSt-AN MiniJob 0,00 € PLSt-AG MiniJob 7,60 € Sozialversicherungspflichtig: SV-pflichtige Bezüge lfd. Monat 380,00 € fikt. Entg. (Gleitzone) 0,00 € KV pflichtig 380,00 € KV Beitrag 49,40 € KV-AN 0,00 € KV-AG 49,40 € PV pflichtig 0,00 € PV Beitrag 0,00 € PV-AN 0,00 € PV-AG 0,00 € RV pflichtig 380,00 € RV Beitrag 57,00 € RV-AN 0,00 € RV-AG 57,00 € AV pflichtig 0,00 € AV Beitrag 0,00 € AV-AN 0,00 € AV-AG 0,00 € Zus.KV pflichtig 380,00 € Zus.KV Beitrag 0,00 € Zus.KV-AN 0,00 € Zus.KV-AG 0,00 € Zus.PV pflichtig 380,00 € Zus.PV Beitrag 0,00 € Zus.PV-AN 0,00 € Zus.PV-AG 0,00 € KV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € KV-AN 0,00 € KV-AG 0,00 € PV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € PV-AN 0,00 € PV-AG 0,00 € RV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € RV-AN 0,00 € RV-AG 0,00 € AV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € AV-AN 0,00 € © copyright 2009 by newCOMer GmbH, Viechtach http://www.newcomer.de Ver.: 11.1.1.7 Seite 1 14.03.2011 02:18:21 Buchungsübersicht Kuno Kurz (Seite 1) Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 172 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 173 12 Besondere Mitarbeiter172 Protokoll Lohnabrechnung / SV-Reell Musterausdruck nicht lizenzierte Version!!! Fa. Mustermann AV-AG 0,00 € Zus.KV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € Zus.KV-AN 0,00 € Zus.KV-AG 0,00 € Zus.PV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € Zus.PV-AN 0,00 € Zus.PV-AG 0,00 € U1/U2 Pauschale: U1/U2 pflichtige Bezüge lfd. Monat 380,00 € U1 0,60% 2,28 € U2 0,14% 0,53 € Insolvenz-Pauschale: Insolvenzumlagepfl. Bezüge lfd. Monat 380,00 € Insolvenzuml. 0,00% 0,00 € KV: Laufender SV Betrag gesamt = 49,40 € AN-Anteil = 0,00 € AG-Anteil = 49,40 € RV: Laufender SV Betrag gesamt = 57,00 € AN-Anteil = 0,00 € AG-Anteil = 57,00 € U1 Betrag lfd. Monat = 2,28 € U2 Betrag lfd. Monat = 0,53 € LSt gesamt = 0,00 € Bruttolohn 380,00 € = Gesamtbrutto 380,00 € Bruttolohn 380,00 € - AN-Anteil Steuern 0,00 € - AN-Anteil Sozialversicherung 0,00 € = Zwischensumme (Nettolohn) 380,00 € = Endergebnis (Auszuzahlender Betrag) AN 380,00 € AG-Anteil Steuern 7,60 € + AG-Anteil Sozialversicherung 109,21 € = AG-Anteil LSt + SV 116,81 € + Gesamtbrutto 380,00 € = Lohnkosten lfd. Monat 496,81 € !!! Daten wurden gebucht !!! © copyright 2009 by newCOMer GmbH, Viechtach http://www.newcomer.de Ver.: 11.1.1.7 Seite 2 14.03.2011 02:18:21 Buchungsübersicht Kuno Kurz (Seite 2) Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 172 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 173 12.1 Geringfügig Beschäftigte 173 Entgeltabrechnung Arbeitgeber: Konstantin Krake für Monat Januar 2011 Teststraße 1 80335 München Konstantin Krake • Teststraße 1 • 80335 München Kuno Kurz Musterstr. 11 80334 München lfd.Nr. 2 Freibetrag 0,00 € Pers.Nr. 2 Hinzurech. 0,00 € StKl/Faktor 1/- Vers.Bez. 0,00 € ZKF 0 Eintritt 01.01.2011 KV % 13% Geb.datum 10.09.1975 ST Tg. 30 Resturlaub 0,0 SV Tg. 30 bish.K.Tage 0,0 Religion rk Römisch-Katholische Kirchen Krankenk. Bundesknappschaft SV-Nr. 56-100919-F1 Bezüge / Netto/Abzüge Lohnart Bezeichnung Faktor Anz. Betrag Gesamt 2100 Bezüge Minijob mit 2 % Abgabes Fest-L/G 100% 1 Monate 380,00 € 380,00 € Gesamtbrutto Steuerpfl. brutto Lohnsteuer Kirchensteuer Soli.Zuschlag Abzüge Steuer L 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 € P 380,00 0,00 0,00 0,00 0,00 € SB 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 € Abzüge Steuer Summe KV/PV-pflichtig KV-Beitrag PV-Beitrag RV/AV-pflichtig RV-Beitrag AV-Beitrag Abzüge SV L 380,00 0,00 0,00 380,00 0,00 0,00 0,00 € E 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 € L=Laufender Bezug SB=Sonst.Bezug P=Pauschaler Bezug E=Einmalbezug Abzüge Sozialversicherung Summe sonstige Abzüge Steuerfreie Bezüge SV-freie Bezüge Progression - Kammerbeitr. - Netto/Abzüge 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 Auszahlung durch Überweisung an Stadtsparkasse München(BLZ 70150000) Kto. 800008 Auszuzahlender Betrag 380,00 € 0,00 € 0,00 € 380,00 € Aufgelaufene (gebuchte) Jahresbeträge Gesamtbrutto Steuerpfl.Brutto Lohnsteuer Kirchensteuer Soli.Zuschlag Steuerfrei 380,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 SV-pfl. Brutto KV-Beitrag PV-Beitrag RV-Beitrag AV-Beitrag Progressionsvorbehalt 380,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 Wir sind seit 1. Januar 2010 gesetzlich verpflichtet, monatlich die in Ihrer Entgeltabrechnung enthaltenen Daten im Rahmen des Verfahrens ELENA an die Zentrale Speicherstelle zu übermitteln. Das Gesetz über den Elektronischen Entgeltnachweis (kurz: ELENA) regelt, wie Bürger ihre Beschäftigunggszeiten und Arbeitsentgelte nachweisen, wenn sie Sozialleistungen beantragen. Alle Arbeitgeber sind ab dem 1. Januar 2010 verpflichtet, die Entgeltdaten ihrer Beschäftigten an die Zentrale Speicherstelle zu übermitteln. Zum 1. Januart 2012 startet dann der Datenabruf des ELENA-Verfahrens. Entgeltabrechnung für Kuno Kurz Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 174 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 175 12 Besondere Mitarbeiter174 Konstantin Krake Beitragskonto: SteuerNr. AG: *) 22222220 148 111 56788 Teststraße 1 80335 München Konstantin Krake • Teststraße 1 • 80335 München Bundesknappschaft 45115 Essen Zeitraum: Januar 2011 Rechtskreis: West Fälligkeit am 25. des lfd. Monats **) [ ] Dauerbeitragsnachweis **) [ ] bish. Dauer-Beitragsnw. gilt erneut **) [ ] ab nächsten Monat Beitragsnachweis für geringfügig Beschäftigte (einschließlich einheitlicher Pauschsteuer) Beitragsgruppe Beitrag Krankenversicherung für geringfügig Beschäftigte 6000 49,40 € Rentenversicherung der Arbeiter K 0100 0,00 € Rentenversicherung der Arbeiter f. geringf. Besch. 0500 57,00 € Umlage nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz - Krankheit - U1 0000 2,28 € Umlage nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz - Mutterschaft - U2 0090 0,53 € Insolvenzgeldumlage INSO 0050 0,00 € einheitliche Pauschsteuer St 7,60 € Gesamtsumme - Erstattung gemäß § 10 EFZG 0,00 € Zu zahlender Betrag/ Guthaben 116,81 € 116,81 € *) Die Steuernummer ist nur anzugeben, sofern die einheitliche Pauschalsteuer an die Bundesknappschft abgeführt wird. **) Zutreffendes ankreuzen Es wird bestätigt, dass die Angaben mit denen der Lohn- und Gehaltsunterlagen übereinstimmen und in diesen sämtliche Entgelte enthalten sind. (Datum, Unterschrift) Achtung: Formular ist nur noch als Ausfüllhilfe für sv.net vorgesehen! Beitragsnachweis Bundesknappschaft 12.1.3 Kurzfristig Beschäftigte Auch bei den kurzfristig Beschäftigten zeigt sich wieder, dass Sozialversicherungsrecht und Steuerrecht unterschiedlich „ticken“. Ob ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis vorliegt, ist für Zwecke der Sozialversicherung und des Steuerrechts getrennt zu betrachten: Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 174 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 175 12.1 Geringfügig Beschäftigte 175 Sozialversicherung Steuerrecht Arbeit an 1–4 Tagen in der Woche Arbeit an 5 Tagen in der Woche 50-Tage-Grenze Zweimonatsgrenze 18-Tage-Grenze Beschäftigungsverhältnisse zusammenzurechnen jedes Beschäftigungsverhältnis für sich zu betrachten Steuer- und sozialversicherungsrechtliche Behandlung von kurzfristig Beschäftigten Wird eine Beschäftigung maximal zwei Monate lang (bei einer Fünftagewoche) bzw. maximal an 50 Arbeitstagen im Jahr (bei einer Ein- bis Viertagewoche) ausgeübt, liegt eine kurzfristige Beschäftigung vor. Mehrere kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse während des Jahres sind zusammenzurechnen. Steuerlich liegt eine kurzfristige Beschäftigung nur vor, wenn sich die Beschäftigung auf maximal 18 Arbeitstage erstreckt (vgl. § 40a EStG). Im Steuerrecht wird aber jedes Beschäftigungsverhältnis für sich betrachtet. Beispiel: Dreitagewoche Eine Aushilfe wird befristet für drei Tage in der Woche, und zwar vom 01.08. bis zum 31.10. eingestellt. Das wöchentliche Entgelt beträgt 120 €. Da die Aushilfe nur an drei Tagen in der Woche arbeitet, ist für sie nicht die Zweimonatsregelung, sondern die 50-Tage-Grenze maßgebend. Sie arbeitet an 36 Arbeitstagen und liegt damit unter der Grenze von 50 Arbeitstagen. Es besteht Versicherungsfreiheit in der Sozialversicherung. Eine Pauschalierung mit 25 % ist nicht möglich, da für steuerliche Zwecke nicht die 50-, sondern die 18-Tage-Grenze maßgebend ist. Diese ist überschritten. Daher hat die Besteuerung nach Lohnsteuerkarte zu erfolgen. Beispiel: Fünftagewoche Eine Aushilfe wird befristet für fünf Tage in der Woche, und zwar vom 01.08. bis zum 31.10. eingestellt. Das wöchentliche Entgelt beträgt 120 €. Da die Aushilfe an fünf Tagen in der Woche arbeitet, ist für sie die Zweimonatsregelung maßgebend. Da sie mit drei Monaten die Grenze überschreitet, besteht Versicherungspflicht in der Sozialversicherung. Eine Pauschalierung mit 25 % ist nicht möglich, da für steuerliche Zwecke die 18-Tage-Grenze maßgebend ist. Diese ist überschritten. Daher hat die Besteuerung nach Lohnsteuerkarte zu erfolgen. Sozialversicherungsrecht Steuerrecht Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 176 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 177 12 Besondere Mitarbeiter176 Beispiel: Mehrere kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse Eine Aushilfe wird befristet für fünf Tage in der Woche in der Zeit vom 12.08. bis zum 31.08. beschäftigt (13 Arbeitstage). Das Arbeitsentgelt beträgt 800 €. In der Zeit vom 10.03. bis 23.05. (44 Arbeitstage) war sie bereits kurzfristig beschäftigt (vier Tage pro Woche). Das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung war versicherungsfrei. Bei der Prüfung, ob Versicherungsfreiheit in der Sozialversicherung vorliegt, sind beide Beschäftigungsverhältnisse zusammenzurechnen. Dabei ergibt sich, dass die 50-Tage-Grenze überschritten wird und somit für das zweite Beschäftigungsverhältnis Versicherungspflicht eintritt. Das erste Beschäftigungsverhältnis bleibt versicherungsfrei. Eine Pauschalierung mit 25 % ist möglich, da für steuerliche Zwecke jedes Arbeitsverhältnis für sich betrachtet wird und die 18-Tage-Grenze gilt. Diese ist bei dem zweiten Beschäftigungsverhältnis nicht überschritten. Daher hat der Arbeitgeber das Wahlrecht, ob er die Besteuerung nach Lohnsteuerkarte oder pauschal mit 25 % zzgl. SoliZ und KiSt durchführt. 12.2 Studenten Wenn Sie einen Studenten (z. B. als Aushilfe) einstellen, müssen Sie im Sozialversicherungsrecht ein paar Besonderheiten beachten. Und auch bei Studenten ist zwischen der sozialversicherungsrechtlichen und der steuerlichen Behandlung zu unterscheiden: Im Steuerrecht gilt der Student nämlich als ganz normaler Arbeitnehmer, der voll dem Steuerabzug unterliegt. Studenten geringfügig entlohnte Beschäftigung Arbeitslohn von mehr als 400 Euro Versicherungsfreiheit Pauschalsteuer (25 %) max. 20 Std./Woche mehr als 20 Std./Woche frei in KV/PV/AV Versicherungspflicht volle SteuerpflichtRV-Pflicht volle Steuerpflicht Steuer- und versicherungsrechtliche Behandlung von Studenten Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 176 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 177 12.2 Studenten 177 Ist ein Student auf 400-Euro-Basis angestellt, gilt das Gleiche wie bei jedem anderen Minijobber auch (vgl. hierzu 13.1). Erhält der Student hingegen mehr als 400 Euro im Monat, greifen die Besonderheiten. Zuerst einmal ist zu klären, wer überhaupt als Student gilt. Im sozialversicherungsrechtlichen Sinne zählen alle Personen dazu, die an einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule immatrikuliert sind. Voraussetzung für eine Begünstigung in der Sozialversicherung ist aber, dass der Student seine Zeit und seine Arbeitskraft überwiegend auf das Studium verwendet. Die Rechtsprechung hat hierzu die 20-Stunden-Grenze entwickelt. Danach sind Studenten, die maximal 20 Stunden in der Woche arbeiten, versicherungsfrei – aber nur in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht (ständige Rechtsprechung des BSG). Arbeitet ein Student mehr als 20 Stunden in der Woche, so ist er grundsätzlich sozialversicherungspflichtig. Davon bestehen aber folgende Ausnahmen: •• Arbeitet der Student in den Abend- oder Nachtstunden oder am Wochenende, besteht im Einzelfall auch dann Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, wenn die 20-Stunden-Grenze überschritten wurde. Der Student muss dann aber nachweisen, dass er dennoch den überwiegenden Teil seiner Zeit und seiner Arbeitskraft auf das Studium verwendet. Je weiter sich der Student von der 20-Stunden-Grenze entfernt, desto schwieriger wird dieser Nachweis. Beispiel: Nachtarbeit Student S studiert in München Betriebswirtschaftslehre und jobbt in den Abendstunden bei einer Tankstelle. In der Woche kommt er auf 23 Stunden. Das Überschreiten der 20-Stunden-Regelung ist unbeachtlich, wenn S sich tags- über voll und ganz auf sein Studium konzentriert und dies z. B. anhand der besuchten Vorlesungen nachweisen kann. Für S besteht dann Sozialversicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, nicht aber in der Rentenversicherung. •• Überschreitet der Student ausschließlich während der Semesterferien die 20-Stunden-Grenze, ist dies unbeachtlich, da er sich dennoch hauptsächlich mit dem Studium beschäftigt. Beispiel: Semesterferien Student S studiert in München Betriebswirtschaftslehre und jobbt 18 Stunden pro Woche bei einer Tankstelle. In den Semesterferien stockt er auf 30 Stunden pro Woche auf. Das Überschreiten der 20-Stunden-Regelung ist unbeachtlich, da S ausschließlich in den Semesterferien die Grenze überschreitet. Er muss aber während des Semesters die Arbeitszeit wieder auf maximal 20 Stunden herunterfahren. 20-Stunden- Grenze Abend-/ Nachtarbeit Semesterferien Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 178 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 179 12 Besondere Mitarbeiter178 •• Jobbt der Student als kurzfristig Beschäftigter maximal zwei Monate lang, ist in dieser Zeit auch eine Überschreitung der 20-Stunden-Grenze möglich. Es besteht sogar Versicherungsfreiheit in allen Zweigen der gesetzlichen Sozialversicherung, auch wenn dies in der Vorlesungszeit stattfindet. •• Jobbt der Student als kurzfristig Beschäftigter maximal 50 Tage im Jahr, ist auch eine Überschreitung der 20-Stunden-Grenze möglich, allerdings nur, wenn die Arbeit in der vorlesungsfreien Zeit stattfindet. •• Ist der Student während des Jahres mehrmals als kurzfristig Beschäftigter tätig, ist zu beachten, dass Versicherungsfreiheit nur eintritt, wenn die Anzahl der Wochen, in denen er mehr als 20 Stunden gearbeitet hat, auf 26 begrenzt ist (26-Wochen-Grenze). Beispiel: Ulrike Uni Konstantin Krake stellt als neue Mitarbeiterin Ulrike Uni ein. An ihrem ersten Arbeitstag füllt Frau Uni folgenden Personalfragebogen aus: Persönliche Daten Personalnummer 3 Name, Vorname Uni, Ulrike Geburtsdatum 20.03.1985 Geburtsname Uni Geburtsort München Straße Musterstr. 12 PLZ, Ort 80334 München Telefon 089 567890 Staatsangehörigkeit deutsch Name der Bank Stadtsparkasse München BLZ 701 500 00 Kontonummer 200 002 Beginn der Beschäftigung 01.03.2011 mtl. Gehalt 800 Euro Sozialversicherung Schulbildung Studium Berufsausbildung keine Stellung im Beruf Buchhalterin Kurzfristiger Job Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 178 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 179 12.2 Studenten 179 Altersrentner (ja/nein) nein Sozialversicherungsnummer 56-20031985 U 509 Krankenversicherungsträger AOK Bayern Straße Carl-Wery-Str. 28 PLZ, Ort 81739 München Krankenversicherungspflicht (ja/nein) ja Mehrfach beschäftigt (ja/nein) nein Summe Entgelt bei anderen Arbeitgebern keine Geringfügige Beschäftigung (ja/nein) nein Option (ja/nein) nein Kurzfristige Beschäftigung (ja/nein) nein Arbeitnehmer über 55 (ja/nein) nein Lohnsteuer Finanzamt München IV Steuerklasse I Familienstand ledig Kinder 0,0 Steuerfreibetrag (ja/nein) nein Steuerhinzurechnungsbetrag (ja/nein) nein Konfession römisch-katholisch Pauschalierung (Ja/Nein) ja Zuerst müssen Sie die Krankenkasse von Frau Uni anlegen. Gehen Sie hierzu im Eröffnungsbildschirm auf den Menüpunkt „Stammdaten“ und dort auf den Unterpunkt „Krankenkassen“. Da wir in Kapitel 5 die AOK Bayern bereits angelegt haben, ist nichts weiter veranlasst. Krankenkasse anlegen Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 180 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 181 12 Besondere Mitarbeiter180 Anschließend nehmen Sie die Mitarbeiterin Ulrike Uni ins Programm auf. Gehen Sie hierzu im Eröffnungsbildschirm auf den Menüpunkt „Stammdaten“ und dort auf den Unterpunkt „Arbeitnehmer“. Bitte legen Sie Ulrike Uni so an, wie wir es im Kapitel 5 bei Fiona Fleißig besprochen haben. Mitarbeiter anlegen Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 180 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 181 12.2 Studenten 181 Bei der Steuer sind keine Besonderheiten zu beachten. Folgende Besonderheiten sind bei der Registerkarte „Sozialversicherung“ zu beachten: •• Als Krankenkasse ist die Krankenkasse des Studenten einzugeben – bei privat versicherten Studenten die AOK. •• Als Personengruppenschlüssel ist „101 sozialvers.pfl. Beschäftigte“ auszuwählen. •• Bei „AV“ ist „nicht pflichtig“ auszuwählen. •• Bei RV ist „voll K“ einzugeben. •• Bei „KV“ ist „nicht pflichtig“ auszuwählen. •• Bei PV ist „nicht pflichtig“ auszuwählen. Wenn Sie mit der Eingabe der Daten fertig sind, erhalten Sie folgende Ausdrucke: Steuern/ Abgaben Sozialversicherung Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 182 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 183 12 Besondere Mitarbeiter182 Protokoll Lohnabrechnung / SV-Schätzlauf Musterausdruck nicht lizenzierte Version!!! Fa. Mustermann AN 3 Ulrike Uni Monat: März Lohnsteuer: LStPfl Bezüge lfd. Monat 800,00 € LohnSteuer 0,00 € KirchenSteuer 8,00% 0,00 € KirchenSteuer AN 100,00% 0,00 € KirchenSteuer Ehegatte 0,00% 0,00 € Soli 0,00 € Summe= 0,00 € Sozialversicherungspflichtig: SV-pflichtige Bezüge lfd. Monat 800,00 € fikt. Entg. (Gleitzone) 0,00 € KV pflichtig 0,00 € KV Beitrag 0,00 € KV-AN 0,00 € KV-AG 0,00 € PV pflichtig 0,00 € PV Beitrag 0,00 € PV-AN 0,00 € PV-AG 0,00 € RV pflichtig 800,00 € RV Beitrag 159,20 € RV-AN 79,60 € RV-AG 79,60 € AV pflichtig 0,00 € AV Beitrag 0,00 € AV-AN 0,00 € AV-AG 0,00 € Zus.KV pflichtig 800,00 € Zus.KV Beitrag 0,00 € Zus.KV-AN 0,00 € Zus.KV-AG 0,00 € Zus.PV pflichtig 800,00 € Zus.PV Beitrag 0,00 € Zus.PV-AN 0,00 € Zus.PV-AG 0,00 € KV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € KV-AN 0,00 € KV-AG 0,00 € PV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € PV-AN 0,00 € PV-AG 0,00 € RV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € RV-AN 0,00 € RV-AG 0,00 € AV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € AV-AN 0,00 € AV-AG 0,00 € Zus.KV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € Zus.KV-AN 0,00 € Zus.KV-AG 0,00 € Zus.PV Privatvers./freiw.i.d.ges./berufsst. Beitrag 0,00 € Zus.PV-AN 0,00 € Zus.PV-AG 0,00 € U1/U2 Pauschale: U1/U2 pflichtige Bezüge lfd. Monat 800,00 € © copyright 2009 by newCOMer GmbH, Viechtach http://www.newcomer.de Ver.: 11.1.1.7 Seite 1 28.03.2011 01:33:13 Buchungsübersicht Ulrike Uni (Seite 1) Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 182 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 183 12.2 Studenten 183 Protokoll Lohnabrechnung / SV-Schätzlauf Musterausdruck nicht lizenzierte Version!!! Fa. Mustermann U1 2,70% 21,60 € U2 0,10% 0,80 € Insolvenz-Pauschale: Insolvenzumlagepfl. Bezüge lfd. Monat 800,00 € Insolvenzuml. 0,00% 0,00 € RV: Laufender SV Betrag gesamt = 159,20 € AN-Anteil = 79,60 € AG-Anteil = 79,60 € U1 Betrag lfd. Monat = 21,60 € U2 Betrag lfd. Monat = 0,80 € LSt gesamt = 0,00 € Bruttolohn 800,00 € = Gesamtbrutto 800,00 € Bruttolohn 800,00 € - AN-Anteil Steuern 0,00 € - AN-Anteil Sozialversicherung 79,60 € = Zwischensumme (Nettolohn) 720,40 € = Endergebnis (Auszuzahlender Betrag) AN 720,40 € AG-Anteil Steuern 0,00 € + AG-Anteil Sozialversicherung 102,00 € = AG-Anteil LSt + SV 102,00 € + Gesamtbrutto 800,00 € = Lohnkosten lfd. Monat 902,00 € !!! Daten wurden gebucht !!! © copyright 2009 by newCOMer GmbH, Viechtach http://www.newcomer.de Ver.: 11.1.1.7 Seite 2 28.03.2011 01:33:13 Buchungsübersicht Ulrike Uni (Seite 2) Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 184 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 185 12 Besondere Mitarbeiter184 Entgeltabrechnung mit Schätzung Arbeitgeber: Konstantin Krake für Monat März 2011 Teststraße 1 80335 München Konstantin Krake • Teststraße 1 • 80335 München Ulrike Uni Musterstr. 12 80334 München lfd.Nr. 3 Freibetrag 0,00 € Pers.Nr. 3 Hinzurech. 0,00 € StKl/Faktor 1/- Vers.Bez. 0,00 € ZKF 0 Eintritt 01.03.2011 KV % 0% Geb.datum 20.03.1985 ST Tg. 30 Resturlaub 0,0 SV Tg. 30 bish.K.Tage 0,0 Religion rk Römisch-Katholische Kirchen Krankenk. AOK Bayern SV-Nr. 56-20031985 Bezüge / Netto/Abzüge Lohnart Bezeichnung Faktor Anz. Betrag Gesamt 1100 Lohn Fest-L/G 100% 1 Monate 800,00 € 800,00 € Gesamtbrutto Steuerpfl. brutto Lohnsteuer Kirchensteuer Soli.Zuschlag Abzüge Steuer L 800,00 0,00 0,00 0,00 0,00 € P 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 € SB 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 € Abzüge Steuer Summe KV/PV-pflichtig KV-Beitrag PV-Beitrag RV/AV-pflichtig RV-Beitrag AV-Beitrag Abzüge SV L 0,00 0,00 0,00 800,00 79,60 0,00 79,60 € E 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 € L=Laufender Bezug SB=Sonst.Bezug P=Pauschaler Bezug E=Einmalbezug Abzüge Sozialversicherung Summe sonstige Abzüge Steuerfreie Bezüge SV-freie Bezüge Progression - Kammerbeitr. - Netto/Abzüge 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 Auszahlung durch Überweisung Auszuzahlender Betrag 800,00 € 0,00 € 79,60 € 720,40 € Aufgelaufene (gebuchte) Jahresbeträge Gesamtbrutto Steuerpfl.Brutto Lohnsteuer Kirchensteuer Soli.Zuschlag Steuerfrei 800,00 800,00 0,00 0,00 0,00 0,00 SV-pfl. Brutto KV-Beitrag PV-Beitrag RV-Beitrag AV-Beitrag Progressionsvorbehalt 800,00 0,00 0,00 79,60 0,00 0,00 Wir sind seit 1. Januar 2010 gesetzlich verpflichtet, monatlich die in Ihrer Entgeltabrechnung enthaltenen Daten im Rahmen des Verfahrens ELENA an die Zentrale Speicherstelle zu übermitteln. Entgeltabrechnung für Ulrike Uni 12.3 Rentner Auch bei der Einstellung von Rentnern gibt es einige Besonderheiten im Sozialversicherungsrecht zu beachten, und auch hier muss zwischen der sozialversicherungsrechtlichen und der steuerlichen Behandlung unterschieden werden. Im Steuerrecht gilt der Rentner fast als ganz normaler Arbeitnehmer, der voll dem Steuerabzug unterliegt. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 184 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 185 12.3 Rentner 185 geringfügig entlohnte Beschäftigung Arbeitslohn von mehr als 400 Euro Versicherungsfreiheit Pauschalsteuer (25 %) Altersvollrentner sonstige Rentner frei in RV/AV teils versicherungsfrei/ Versicherungspflicht volle Steuerpflicht KV-/PV-Pflicht volle Steuerpflicht Rentner Steuer- und sozialversicherungsrechtliche Behandlung von Rentnern Ist ein Rentner auf 400-Euro-Basis angestellt, gilt das Gleiche wie bei jedem anderen Minijobber auch (vgl. hierzu 13.1). Erhält der Rentner hingegen mehr als 400 Euro im Monat, greifen die Besonderheiten: •• Altersvollrente Es besteht Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung. In der Krankenversicherung greift aber der ermäßigte Beitragssatz, da der Rentner keinen Anspruch auf Krankengeld hat. In der Arbeitslosenversicherung besteht für den Rentner selbst ab Vollendung des 65. Lebensjahres Versicherungsfreiheit, in der Rentenversicherung immer. Dennoch muss der Arbeitgeber seinen Arbeitgeberbeitrag zur Renten- und Arbeitslosenversicherung entrichten. •• Teilrente wegen Alters In der Kranken- und Pflegeversicherung besteht Versicherungspflicht. In der Arbeitslosenversicherung besteht für den Rentner selbst ab Vollendung des 65. Lebensjahres Versicherungsfreiheit. In der Rentenversicherung besteht weiterhin Beitragspflicht. Der Arbeitgeber muss seinen Arbeitgeberbeitrag zur Renten- und Arbeitslosenversicherung auf jeden Fall entrichten. •• Pensionäre Für Pensionäre besteht keine Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Der Arbeitgeber muss dennoch seinen Arbeitgeberbeitrag entrichten. In der Arbeitslosenversicherung besteht für Pensionäre bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres Beitragspflicht, darüber hinaus nicht mehr. Der Arbeitgeber muss dennoch seinen Arbeitgeberbeitrag entrichten. Ist der Pensionär privat versichert, entfallen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag. Ist er gesetzlich versichert, gilt das Gleiche wie beim Altersvollrentner. SV-Besonderheiten Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 186 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 187 12 Besondere Mitarbeiter186 •• Berufsunfähigkeitsrente Es besteht in allen Zweigen der Sozialversicherung Beitragspflicht. •• Erwerbsunfähigkeitsrente Es besteht Versicherungsfreiheit in der Arbeitslosenversicherung, aber Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Steuerlich ist bei Rentnern der Altersentlastungsbetrag zu beachten. Der Altersentlastungsbetrag wird gewährt, wenn das 64. Lebensjahr bereits zu Beginn des Kalenderjahres vollendet wurde. Bemessungsgrundlage ist der Arbeitslohn. Da die Höhe vom Jahr abhängig ist, das auf das Jahr folgt, in dem der Arbeitnehmer das 64. Lebensjahr vollendet hat, ist dieses Jahr zwingend mit anzugeben. Der Altersentlastungsbetrag führt zu einem verminderten Steuerabzug. Jahr, das auf die Vollendung des 64. Lj. folgt Altersentlastungsbetrag in Prozent der Einkünfte Höchstbetrag in Euro 2005 40,0 1.900 2006 38,4 1.824 2007 36,8 1.748 2008 35,2 1.672 2009 33,6 1.596 2010 32,0 1.520 … … … 2038 1,6 76 2039 0,8 38 2040 0,0 0 Steuer Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 186 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Crashkurs Lohn- und Gehaltsabrechnung Hersteller: Frau Deuringer Stand: 05.05.2011 Status: Druckdaten Seite 187 13 Betriebsprüfung Es wäre sicherlich langweilig, wenn die Arbeit, die jeden Tag im Lohnbüro geleistet wird, nicht irgendwann einmal überprüft werden würde. Um sicherzustellen, dass die Lohnbuchhaltung ordnungsgemäß abläuft, ist die Prüfungsdichte in diesem Bereich relativ hoch. Wir werden uns nun die beiden Prüfungsarten anschauen, die auf Sie zukommen können. 13.1 Lohnsteueraußenprüfung 13.1.1 Vorbereitung auf eine Lohnsteueraußenprüfung Eine Lohnsteuerprüfung beschränkt sich auf die Überprüfung der vom Arbeitgeber abzuführenden Lohnsteuer und des auf die Lohnsteuer entfallenden Solidaritätszuschlags sowie der Kirchensteuer. Zu beachten ist, dass der Arbeitgeber nur verpflichtet ist, für den Arbeitnehmer die Steuern einzubehalten und abzuführen (§ 38 Abs. 3 EStG). Steuerschuldner der Lohnsteuer ist der Arbeitnehmer (§ 38 Abs. 2 EStG). Diese Konstellation werden wir uns am Ende des Kapitels genauer ansehen müssen, wenn es um die Frage geht, wer für die Feststellungen des Lohnsteuerprüfers aufzukommen hat. Schauen wir uns zuerst anhand der folgenden Abbildung den klassischen Ablauf einer Lohnsteueraußenprüfung an: 1. Eröffnungsgespräch 2. Anforderung von Unterlagen 3. Vorlage von Unterlagen 4. Schlussbesprechung 5. Bericht 6. Haftungs-/ Nachforderungsbescheid Fallauswahl durch Finanzamt Prüfungsvorbereitung durch Lohnsteuerprüfer Erlass Prüfungsanordnung telefonische Terminvereinbarung Lohnsteuerprüfung Vorbereitung Lohnsteueraußenprüfung Zwei Arten Ablauf

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Alles sicher im Griff.

Der schnelle Einstieg

Lohnsteuer, Arbeitslohn, Abzüge, Sozialversicherung, Reisekosten: Die wichtigsten Begriffe der Lohnbuchhaltung sollte man kennen und anwenden können. Dieses Buch zeigt, wie Sie Schritt für Schritt eine perfekte Lohnbuchhaltung aufbauen und Ihre monatlichen Lohnabrechnungen schnell und sicher in den Griff bekommen. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele werden Sie kurzweilig und verständlich an die Thematik herangeführt. Die praktische Software zur Lohnabrechnung auf der CDROM dient Ihnen als Grundlage für Ihre eigene Lohnbuchhaltung. Mit Hilfe der umfangreichen Demoversion können Sie die Beispiele einfach nachvollziehen und Ihre eigene Lohnbuchhaltung starten.

- Basiswissen: Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Lohnsteuerrecht

- Lohnabrechnung: vom Eintritt bis zum Austritt des Mitarbeiters

- Sonderfälle: geringfügig Beschäftigte, Rentner, Studenten

- Arbeitslohn: steuerfreier und pauschal zu versteuernder Arbeitslohn, Sachlohn, Zuwendungen

- Reisekostenabrechnungen: schnell und sicher buchen

- Betriebsprüfungen der Sozial- und Finanzverwaltung: so prüft der Fiskus

- Alle Lohnbestandteile sicher im Griff

Der Autor

Gerhard C. Girlich, Diplom Finanzwirt (FH), ist in der bayerischen Finanzverwaltung tätig. Er unterrichtet seit mehreren Jahren an verschiedenen Bildungseinrichtungen Steuerrecht und Buchführung und ist Autor von zahlreichen Büchern und Fachpublikationen.