7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen in:

Gerhard C. Girlich

Buchführung in der Praxis, page 98 - 120

Kontenrahmen, Umsatzsteuer, Anlagevermögen, Betriebsausgaben, Gewinnberechnung

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3926-7, ISBN online: 978-3-8006-3927-4, https://doi.org/10.15358/9783800639274_98

Series: Vahlen Praxis

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Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 101 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen 7.1 Aufbau eines Kontenrahmens Wie Sie im letzten Kapitel gesehen haben, ist es teilweise schwierig, das geeignete Buchungskonto zu finden und die Übersicht über die vielen Buchungskonten zu behalten. Deshalb gibt es in der Praxis vorgegebene Kontenrahmen . Die gängigsten Kontenrahmen sind der SKR 03 und SKR 04 . Beide Kontenrahmen sind jeweils in zehn Kontenklassen eingeteilt; jede Kontenklasse wiederum in verschiedene Kontengruppen (siehe Tabelle 10). CD-Tipp Auf der CD-ROM zum Buch stehen Ihnen die beiden Kontenrahmen SKR03 und SKR04 – zusammen mit einer Kurzfassung – im Ordner Kapitel 7 – Kontenrahmen mit einem Klick zur Verfügung. Die Kurzfassung finden Sie auch als Anlage zu diesem Buch in Kapitel 14.1 „Zusammenfassung des Kontenrahmens“. SKR 03 Kontenklasse SKR 04 Anlagevermögen Eigenkapital langfristige Verbindlichkeiten 0 Anlagevermögen Umlaufvermögen kurzfristige Verbindlichkeiten Privatkonten 1 Umlaufvermögen Zinskonten außerordentlicher Ertrag (a. o. E)/außerordentlicher Aufwand (a. o. Ä.) Steuerkonten 2 Kapital Warenkonten 3 Rückstellungen Verbindlichkeiten Aufwendungen 4 Umsatzerlöse sonstige Erträge frei 5 Materialaufwand frei 6 Aufwendungen Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 102 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen102 SKR 03 Kontenklasse SKR 04 Warenbestand 7 Zinskonten außerordentlicher Ertrag (a. o. E)/außerordentlicher Aufwand (a. o. Ä.) Steuerkonten Erlöskonten 8 frei Saldenvortrag 9 Saldenvortrag Tabelle 10 : Übersicht über die Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04 Die Reihenfolge des SKR 04 richtet sich nach dem Gliederungsprinzip der Bilanz (0 bis 3) und der GuV (4 bis 7). Deshalb wird auch vom Abschlussgliederungsprinzip gesprochen. Die Reihenfolge des SKR 03 spiegelt den Prozess von der betrieblichen Leistungserstellung (0 bis 4) bis zur Leistungsverwertung (7 bis 8) wider. Deshalb wird auch vom Prozessgliederungsprinzip gesprochen. Die einzelnen Buchungskonten haben in jedem Kontenrahmen eine vierstellige Kontonummer und eine vorgegebene Kontobezeichnung; die Kontobezeichnung können Sie natürlich jederzeit ändern. Jede Stelle der Kontonummer hat eine Bedeutung (siehe Abbildung 88). Abbildung 88 : Kontonummer der Buchungskonten im Kontenrahmen Abbildung 89 zeigt Ihnen beispielsweise die Aufschlüsselung von zwei Kontonummern. Abbildung 89 : Beispiele für Kontennummern Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 103 7.2 Konten des Anlagevermögens 103 7.2 Konten des Anlagevermögens Liegen die Anschaffungskosten bei max. 60 Euro wird die Anschaffung direkt auf ein Aufwandskonto gebucht (z. B. Bürobedarf, Betriebsbedarf). Liegen die Anschaffungskosten höher, muss ein Anlagekonto (z. B. BGA, GWG) angesprochen werden . SKR 03 SKR 04 Bürobedarf 4930 6815 Betriebsbedarf 4980 6850 EDV-Software 0027 0135 BGA 0400 0650 Tabelle 11: Kontennummern für Konten des Anlagevermögens Praxis-Beispiel: Verbuchung Anlagevermögen mit SKR 04 Markus Mercator betreibt in der Rasergasse 123 in Stuttgart ein Autohaus mit angeschlossener Werkstatt . Er ermittelt seinen Gewinn an Hand des BVV. Er ist Regelbesteuerer und versteuert seine Umsätze nach vereinbarten Entgelten. Im Jahr 07 erwirbt Mercator folgende Wirtschaftsgüter: • Am 10.02.07 erwirbt Herr Mercator einen Baugrund für 100.000 Euro. Eine ordnungsgemäße Rechnung liegt vor. • Am 15.03.07 erwirbt Herr Mercator einen Firmen-Pkw für 20.000 Euro, den er unstreitig zu 100 % für betriebliche Fahrten nutzt. Die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug liegen vor. • Am 17.08.07 kauft Herr Mercator einen neuen Schreibtisch für 1.200 Euro von einem Privatmann. • Am 19.09.07 gewährt Herr Mercator seinem Mitarbeiter Herr Gierig ein Darlehen über 2.000 Euro. • Am 20.11.07 kauft Herr Mercator fünf Opel Astra für den Verkauf für je 18.000 Euro zzgl. USt. Die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug liegen vor. Gehen Sie davon aus, dass alle Wirtschaftsgüter per Banküberweisung bezahlt wurden und stellen Sie die Buchungssätze auf! • unbebaute Grundstücke (0215) / Bank (1800) 100.000 € (Ein Vorsteuerabzug ist natürlich nicht möglich, da der Verkauf eines Grundstückes gem. § 4 Nr. 9a UStG steuerfrei ist.) • Pkw (0520) 16.806,72 € / Bank (1800) 20.000 € VoSt (1406) 3.193,28 € • BGA (0650) / Bank (1800) 1.200 € (Ein Vorsteuerabzug ist nicht möglich, da Herr Mercator von einem Privatmann gekauft hat!) • Ford. an Personal (1340) / Bank (1800) 2.000 € • Wareneinsatz (5400) 90.000 € / Bank (1800) 107.100 € Vorsteuer (1406) 17.100 € (Hier handelt es sich um Umlaufvermögen; um eine Buchung des Warenverkehrs; Details hierzu lesen Sie in Kapitel 10 Der Warenverkehr). Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 104 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen104 Bei den Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens gibt es eine Besonderheit – die Geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG ): Der Gesetzgeber geht davon aus, dass bestimmte Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens so schnell verbraucht werden, dass sie bereits am Ende des Anschaffungsjahres nichts mehr wert sind. Diese Wirtschaftsgüter werden als geringwertige Wirtschaftsgüter bezeichnet, d. h. diese Wirtschaftsgüter werden mit einem Wert von 0 Euro bilanziert, also vollständig abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter gem. § 6 Abs. 2 EStG liegen vor: • wenn das Wirtschaftsgut selbstständig nutzungsfähig ist und • beweglich ist und • die Nettoanschaffungskosten max. 410 Euro betragen. Die Anschaffungskosten werden im SKR 03 auf dem Buchungskonto 0480 (SKR 04: 0670) erfasst. Erst am Jahresende erfolgt die Vollabschreibung über das Buchungskonto 4855 im SKR 03 und 6260 im SKR 04. Praxis-Beispiel: Verbuchung GWG mit SKR 04 Markus Mercator betreibt in der Rasergasse 123 in Stuttgart ein Autohaus. Er ist Regelbesteuerer und versteuert seine Umsätze nach vereinbarten Entgelten . • Herr Mercator kauft am 14.07.07 bei Lidl gegen Barzahlung einen Locher für 20 Euro zzgl. 3,80 Euro USt. Er erhält eine ordnungsgemäße Rechnung. • Herr Mercator kauft am 15.07.07 bei einem Supermarkt gegen Barzahlung einen Drehstuhl für 140 Euro zzgl. 26,60 Euro USt. Er erhält lediglich einen Kassenzettel. • Herr Mercator kauft am 16.07.07 bei Plus gegen Barzahlung einen Computer für 1.000 Euro (zzgl. USt) und einen Drucker für 99 Euro (inkl. USt). Er erhält eine ordnungsgemäße Rechnung. Verbuchen Sie die Anschaffungen. So geht’s: Die Lösung nach SKR 04 14.07.07: Bürobedarf (6815) 20,00 Euro / Kasse (1600) 23,80 Euro Vorsteuer (1406) 3,80 Euro Praxis-Hinweis Liegen die AK eines Wirtschaftsgutes bei max. 60 € wird nach herrschender Meinung (h. M.) direkt auf ein Aufwandskonto gebucht. 15.07.07: GWG (0670) 166,60 Euro / Kasse (1600) 166,60 Euro Praxis-Hinweis Da lediglich ein Kassenzettel vorliegt und keine ordnungsgemäße Rechnung, ist ein Vorsteuerabzug nicht möglich. Eine Kleinbetragsrechnung liegt nicht vor, da der Rechnungsbetrag (= brutto) über 150 € liegt. Die Entscheidung, ob ein GWG vorliegt, hängt nur von den Nettoanschaffungskosten (hier: 100/119 von 166,60 Euro = 140 Euro) ab. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 105 7.2 Konten des Anlagevermögens 105 16.07.07: BGA (0650) 1.083,19 Euro / Kasse (1600) 1.289 Euro VoSt (1406) 205,81 Euro Praxis-Hinweis Der Drucker ist nicht selbstständig nutzbar, sondern ein unselbstständiges Bestandteil des Wirtschaftsgutes Computer. Da die Netto-AK (= Computer + Drucker) über 1.000 Euro liegen, liegt ein BGA vor. 31.12.07: Sofortabschreibung (6260)/GWG (0670) 166,60 Euro AfA auf Sachanlagen (6220)/BGA (0650) 180,53 Euro Praxis-Hinweis AfA = 1/3 von 1.083,19 € x 6/12 = 180,53 € AfA = Abschreibung auf Abnutzung Liegen die Nettoanschaffungskosten über 150 € und bei maximal 1.000 €, so können diese Wirtschaftsgüter seit 01.01.2010 in einen Sammelposten (SKR 03: 0485/SKR 04: 0675) eingestellt werden, der über fünf Jahre abgeschrieben (SKR 03: 4862/SKR 04: 6264) wird . Die Unternehmer haben dabei ein echtes Wahlrecht, ob • sie alle Wirtschaftsgüter bis 410  Euro (netto) als GWG behandeln wollen und alle Wirtschaftsgüter über 410 Euro (netto) über die Nutzungsdauer hinweg abschreiben wollen oder • sie alle Wirtschaftsgüter bis 150 Euro (netto) als GWG behandeln wollen und alle Wirtschaftsgüter von über 150 Euro (netto) bis 1.000 Euro (netto) als Sammelposten über fünf Jahre abschreiben und alle Wirtschaftsgüter über 1.000 Euro (netto) über die Nutzungsdauer hinweg abschreiben wollen. Das Wahlrecht übt der Unternehmer erst am Bilanzstichtag (grundsätzlich der 31.12.) aus. Er muss sich dabei zwischen den beiden oben dargestellten Varianten entscheiden. Praxis-Tipp Es empfiehlt sich aber bereits während des Jahres alle Wirtschaftsgüter bis 150 Euro (netto) auf „GWG bis 150 Euro“, alle Wirtschaftsgüter über 150 Euro und bis 410 Euro auf „GWG bis 410 Euro“ sowie alle Wirtschaftsgüter über 410 Euro (netto) und bis 1.000 Euro (netto) auf „Sammelposten“ zu buchen. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 106 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen106 SKR 03 SKR 04 GWG bis 150 € 0480 0670 GWG bis 410 € 0481 0671 Sammelposten 0485 0675 Abschreibung GWG 4855 6260 Abschreibung Sammelposten 4862 6264 Tabelle 12: Buchungskonten für GWG und Sammelposten Praxis-Beispiel: Verbuchen Sammelposten mit SKR 04 Markus Mercator betreibt in der Rasergasse 123 in Stuttgart ein Autohaus . Er ist Regelbesteuerer und versteuert seine Umsätze nach vereinbarten Entgelten. • Herr Mercator kauft am 02.01.08 bar einen Drehstuhl für 400 Euro zzgl. USt. Der Drehstuhl wird am 10.01.08 geliefert. Für die Lieferung zahlt Mercator 12 Euro zzgl. USt. Ein Vorsteuerabzug ist möglich. • Herr Mercator kauft am 28.12.08 bar einen Schrank für 900 Euro zzgl. USt. Ein Vorsteuerabzug ist nicht möglich. • Am 10.03.11 wird der Schrank für 100 Euro zzgl. USt bar verkauft. Verbuchen Sie die Anschaffungen! So geht’s: Die Lösung nach SKR 04 02.01.08: Sammelposten (0675) 412,00 Euro / Kasse (1600) 490,28 Euro VoSt (1406) 78,28 Euro Praxis-Hinweis Die Anschaffungsnebenkosten teilen das Schicksal des Kaufpreises und sind genau wie der Kaufpreis ein Teil der Anschaffungskosten. 28.12.08: Sammelposten (0675) 1.071 Euro / Kasse (1600) 1.071 Euro Praxis-Hinweis Für die Einordnung als Sammelposten sind nur die Netto-AK (=  900  Euro) maßgebend. 31.12.08: Abschreibung Sammelposten (6264) / Sammelposten (0675) 296,60 € Praxis-Hinweis Der Saldo des Sammelpostens für 08 beträgt 1.483 Euro, dieser Betrag ist auf fünf Jahre zu verteilen. 31.12.09: Abschreibung Sammelposten (6264) / Sammelposten (0675) 296,60 Euro Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 107 7.2 Konten des Anlagevermögens 107 31.12.10: Abschreibung Sammelposten (6264) / Sammelposten (0675) 296,60 Euro 10.03.11: Kasse (1600) 119 Euro / Erlöse Anlagenverkäufe (4900) 100 Euro USt (3806) 19 Euro Praxis-Hinweis Trotz Verkaufs des Wirtschaftsgutes ändert sich nichts an der fünfjährigen Verteilung des Sammelpostens aus 08; d. h. es erfolgt keine Ausbuchung des Buchwertes. Diese systemwidrige Vorschrift dient der Entbürokratisierung. 31.12.11: Abschreibung Sammelposten (6264) / Sammelposten (0675) 296,60 Euro 31.12.12: Abschreibung Sammelposten (6264) / Sammelposten (0675) 296,60 Euro Abbildung 90 fasst die Behandlung des Anlagevermögens zusammen. Erwerb eines Wirtschaftsgutes AK bis 60 € AK bis 150 € (netto) AK bis 410 € (netto) AK bis 1.000 € (netto) Aufwandskonto # 6000 - 6999 GWG bis 150 € # 0670 GWG bis 410 € # 0671 Sammelposten # 0675 AK über 1.000 € (netto) Anlagekonto # 0000 – 0999 Wahlrecht bis 410 € -> GWG über 410 € -> AfA bis 150 € -> GWG bis 1.000 € -> 5-jähr. AfA über 1.000 €-> AfA Abbildung 90 : Anlagevermögen Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 108 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen108 7.3 Finanzkonten Für jedes Bankkonto und für jede Kasse ist ein eigenes Buchungskonto zu führen (siehe Tabelle 13). Bitte beachten Sie, dass ein Buchungskonto „Kasse“ nicht ein ordnungsgemäßes Kassenbuch ersetzt, sondern dass Sie erst buchen können, wenn Sie zuvor ein elektronisches oder manuelles Kassenbuch erstellt haben. SKR 03 SKR 04 Hauptkonto 1200 1800 Nebenkonto 1 1210 1810 Nebenkonto 2 1220 1820 Hauptkasse 1000 1600 Nebenkasse 1 1010 1610 Nebenkasse 2 1020 1620 Tabelle 13 : Finanzkonten Als Kontobezeichnung sollten Sie die kontoführende Bank und die Kontonummer hinterlegen, z. B.: • Kontobezeichnung #1200/1800: Raiba # 567890 • Kontobezeichnung #1210/1810: Raiba # 567891 Wird Geld von der Kasse auf die Bank einbezahlt (oder Geld von der Bank abgehoben und in die Kasse einbezahlt) wird das Buchungskonto „Geldtransit“ (SKR 03: 1360/SKR 04: 1460) aus praktischen Gründen zwischengeschaltet . Praxis-Beispiel: Geldtransit mit SKR 04 Karin Klein betreibt ein kleines Bekleidungsgeschäft in Kissing. Sie erstellt eine EÜR und ist Kleinunternehmerin . Im Wirtschaftsjahr 07 kam es zu folgendem Geschäftsvorfall: Die Tageseinnahmen der Kasse betragen am 08.07.07 einen Wert von 590,00 Euro. Klein nimmt die Tageseinnahmen und zahlt sie am 09.07.07 auf das betriebliche Bankkonto ein. Erstellen Sie bitte die Buchungssätze! So geht’s: Die Lösung nach SKR 04 08.07.07 09.07.07 Geldtransit (1460) Bank (1800) 590 590 Kasse (1600) Geldtransit (1460) 590 590 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 109 7.4 Ertragskonten 109 7.4 Ertragskonten Bei den Umsatzerlösen wird nach deren umsatzsteuerlichen Auswirkung unterschieden, d. h. es wird nach steuerfreien Umsätzen und steuerpflichtigen Umsätzen differenziert (siehe Tabelle 14). SKR 03 SKR 04 Umsätze Kleinunternehmer 8195 4185 steuerfreie Ausfuhrlieferungen 8120 4120 Steuerfreie i. g. Lieferungen 8125 4125 sonstige steuerfreie Umsätze 8100 4100 Umsätze mit 7 % USt 8300 4300 Umsätze mit 19 % USt 8400 4400 Tabelle 14 : Ertragskonten Sowohl Erlöse aus Warenlieferungen als auch Erlöse aus Dienstleistungen werden auf obigen Buchungskonten erfasst. Bei Bedarf können die entsprechenden Buchungskonten weiter unterteilt werden, wie z. B. Industriebetrieb mit verschiedenen Produkten: • 8401/4401 Erlöse Waschmaschinen 19 % USt • 8402/4402 Erlöse Trockner 19 % USt • 8403/4403 Erlöse Bügeleisen 19 % USt Praxis-Beispiel: Kleinunternehmer mit SKR 04 Karin Klein betreibt ein kleines Bekleidungsgeschäft in Kissing . Sie erstellt eine EÜR und ist Kleinunternehmerin. Im Wirtschaftsjahr 07 kam es zu folgenden Geschäftsvorfällen: Datum Geschäftsvorfall 01.01.07 Die Anfangsbestände der Finanzkonten betragen: Kasse 10.000 Euro Bank 5.000 Euro 05.04.07 Frau Klein kauft in einem Computershop folgende Artikel für ihr Unternehmen: PC „Easy“ 999,00 Euro Drucker 199,00 Euro Lexware Buchhalter 139,00 Euro Microsoft Office 499,00 Euro = GESAMT 1.836,00 Euro Sie bezahlt die Artikel sofort bar. 06.05.07 Die Tageseinnahmen der Kasse betragen 890,00 Euro. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 110 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen110 Datum Geschäftsvorfall 07.06.07 Frau Klein kauft in einem Baumarkt folgende Produkte für ihr Unternehmen: Regalsystem „Heinz“ 99,00 Euro Büroschrank 699,00 Euro Locher 10,99 Euro = GESAMT 808,99 Euro Sie bezahlt die Produkte sofort bar. 08.07.07 Die Tageseinnahmen der Kasse betragen 590,00 Euro. Frau Klein nimmt die Tageseinnahmen und zahlt sie am 09.07.07 auf das betriebliche Bankkonto ein. 08.08.07 Frau Klein bezahlt eine Rechnung von Otto-Versand (Papier, Heftklammern, Stifte) über 50 Euro per Überweisung vom betrieblichen Bankkonto. Erstellen Sie die Buchungssätze für die Geschäftsvorfälle! So geht’s: Tabelle 15 zeigt die Lösung nach SKR 04. Datum Konto Soll Konto Haben 01.01.07 Bank (1800) Kasse (1600) 10.000 5.000 Saldenvortrag (9000) 15.000 05.04.07 BGA (0650) Bürobedarf (6815) Sammelposten (0675) 1.198 139 499 Kasse (1600) 1.836 06.05.07 Kasse (1600) 890 Erlöse (4185) 890 07.06.07 GWG (0670) Sammelposten (0675) Bürobedarf (6815) 99 699 10,99 Kasse (1600) 808,99 08.07.07 Kasse (1600) 590 Erlöse (4185) 590 08.07.07 09.07.07 Geldtransit (1460) Bank (1800) 590 590 Kasse (1600) Geldtransit (1460) 590 590 08.08.07 Bürobedarf (6815) 50 Bank (1800) 50 Tabelle 15 : Buchungssätze In Abbildung 91 finden Sie eine Zusammenfassung der „Ertragskonten“. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 111 7.5 Umsatzsteuerkonten 111 Ertragskonten nicht steuerbare Umsätze Umsätze Kleinnunternehmer Innenumsätze Leistungsort im Ausland steuerfreie Umsätze steuerfreie Umsätze nach §4 Nr. 8 ff. Ausfuhrlieferungen innergemeinschaftliche Lieferungen steuerpflichtige Umsätze Umsätze mit 7% Umsätze mit 19% Anlagenverkäufe Eigenverbrauch Preisnachlässe sonstige Erträge Zinserträge a.o.E. Abbildung 91 : Ertragskonten 7.5 Umsatzsteuerkonten Um am Jahresende eine Umsatzsteuerverprobung durchführen und die Umsatzsteuer-Voranmeldungen korrekt erstellen zu können, darf nicht nur ein Umsatzsteuerkonto geführt werden. Es müssen zwingend mehrere Buchungskonten geführt werden; insbesondere muss die Umsatzsteuer aus den innergemeinschaftlichen Erwerben (i. g. E.) auf getrennten Konten gebucht werden (siehe Tabelle 16) . SKR 03 SKR 04 Umsatzsteuer 7 % 1771 3801 Umsatzsteuer 19 % 1776 3806 Umsatzsteuer i. g. E. 7 % 1772 3802 Umsatzsteuer i. g. E. 19 % 1774 3804 Tabelle 16 : Buchungskonten für die Umsatzsteuer Die Vorsteuer ist zwingend (§ 22 Abs. 2 Nr. 5 UStG) nach Steuersätzen getrennt aufzuzeichnen. Die Vorsteuer aus innergemeinschaftlichen Erwerben erhält wiederum gesonderte Buchungskonten (siehe Tabelle 17). Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 112 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen112 SKR 03 SKR 04 Vorsteuer 7 % 1571 1401 Vorsteuer 19 % 1576 1406 Vorsteuer i. g. E. 7 % 1572 1402 Vorsteuer i. g. E. 19 % 1574 1404 Tabelle 17 : Buchungskonten für die Vorsteuer Der Zusammenhang zwischen den Buchungskonten und der Umsatzsteuer-Voranmeldung lässt sich wie in Abbildung 92 und Abbildung 93 dargestellt veranschaulichen. Abbildung 92 : Umsatzsteuerkonten Abbildung 93 : Vorsteuerkonten Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 113 7.5 Umsatzsteuerkonten 113 Während des Jahres sind aus den Daten der Umsatzsteuer- und Vorsteuerkonten die monatlichen/quartalsweisen Umsatzsteuer-Voranmeldungen zu erstellen. Bei Zahlung der Umsatzsteuer-Vorauszahlung ist diese auf dem Buchungskonto „Umsatzsteuer-Vorauszahlung“ zu buchen: Zahlung an das Finanzamt (FA): (USt-VZ) / (Bank) Zahlung vom FA: (Bank) / (USt-VZ) Die Sondervorauszahlung auf Grund der Dauerfristverlängerung ist wie folgt zu buchen: Sondervorauszahlung: (USt-VZ 1/11) / (Bank) Bei der letzten Umsatzsteuer-Vorauszahlung des Jahres ist zu beachten, dass diese erst im folgenden Jahr bezahlt wird und daher am 31.12. eine Verbindlichkeit bzw. Forderung einzustellen ist: 31.12.: (USt-VZ) / (USt lfd. Jahr) oder (USt-Ford.) / (USt-VZ) Beachten Sie bitte, dass das Buchungskonto „USt lfd. Jahr“ im Folgejahr auf das Buchungskonto „Umsatzsteuer Vorjahr“ umgebucht wird: 01.01.: (USt lfd. Jahr) / (USt-Vorjahr) Zahlung: (USt-Vorjahr) / (Bank) oder (Bank) / (USt-Ford) Praxis-Beispiel: Umsatzsteuer mit SKR 04 Martin Macher hat sich zum 01.11.01 in der Sicherheitsbranche selbstständig gemacht und stellt Security-Personal für Veranstaltungen zur Verfügung . Aus seinem alten Job hat er noch gute Verbindungen, sodass er im ersten Jahr mit einem Umsatz von mindestens 35.000,– Euro rechnet. Für die Umsatzsteuer wurden keine Anträge beim Finanzamt gestellt. Im Rumpfwirtschaftjahr 01 haben sich folgende Geschäftsvorfälle ereignet: Datum Geschäftsvorfall 01.11.01 Herr Macher nimmt einen Kredit über 50.000 Euro bei der Deutschen Bank auf. Die Bank überweist am 01.11.01 das Geld auf sein betriebliches Girokonto. 01.11.01 Herr Macher hebt 10.000 Euro von seinem privaten Girokonto ab und legt das Geld in die betriebliche Kasse ein. 02.11.01 Herr Macher mietet sich ein Büro mit Trainingsbereich an. Die monatliche Miete beträgt 2.500 Euro netto. Die Umsatzsteuer wurde in dem Mietvertrag gesondert ausgewiesen. Die Miete für November überweist er sofort. Gleichzeitig richtet er einen Dauerauftrag für den 02. jeden Monats bei seiner Bank ein. 15.11.01 Herr Macher erhält einen Auftrag über ein Gesamtvolumen von 40.000 Euro netto. Die zu sichernde Veranstaltung findet am 03.12.01 statt. 21.11.01 Herr Macher erwirbt ein paar Sicherheitsgeräte für sein Büro. Er bezahlt den Kaufpreis i. H. v. 1.428 Euro in bar. Die Umsatzsteuer ist in der Rechnung gesondert ausgewiesen. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 114 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen114 Datum Geschäftsvorfall 25.11.01 Herr Macher erhält ein günstiges Angebot für die gerade erworbenen (siehe 21.11.01) Geräte. Er verkauft sie für 4.000 Euro bar an einen Händler in Russland. Die Geräte werden sofort versandt. 30.11.01 Herr Macher erbringt für den prominenten Popstar Jan-Peter einen Bewachungsauftrag. Sein Entgelt i. H. v. 6.188 Euro erhält er sofort bar. 05.12.01 Für die durchgeführte Veranstaltung (siehe 15.11.01) stellt Macher eine Rechnung mit gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer aus. Der Auftraggeber gibt Herrn Macher am Abend des 05.12. einen Scheck über den Rechnungsbetrag. Der Scheck wird erst in 02 bei der Hausbank eingereicht. 06.12.01 Den Rest des Jahres verbringt Herr Macher in seinem Winterurlaub auf den Malediven. Die Kosten i. H. v. 9.500 Euro überweist er von seinem Betriebskonto 10.12.01 Der Steuerberater von Herrn Macher erstellt die Umsatzsteuer- Voranmeldung für November und überweist die fällige Zahllast von 285 Euro an das Finanzamt. 05.01.02 Herr Macher überweist die Sondervorauszahlung i. H. v. 680 Euro an das Finanzamt. 10.01.02 Der Steuerberater von Herrn Macher erstellt die Umsatzsteuer- Voranmeldung für Dezember und überweist die fällige Zahllast von 7.200 Euro an das Finanzamt. Erstellen Sie die Buchungssätze für die Geschäftsvorfälle in 01 und 02! So geht’s: Tabelle 18 zeigt die Lösung nach SKR 04. Datum Konto Soll Konto Haben 01.11.01 Bank (1800) 50.000 Darlehen (3160) 50.000 01.11.01 Kasse (1600) 10.000 Privateinlage (2180) 10.000 02.11.01 Mietaufwand (6310) 2.500 Bank (1800) 2.975 VoSt (1406) (vgl. Anmerkung) 475 15.11.01 keine Buchung bei Auftragserteilung 21.11.01 BGA (0650) VoSt (1406) 1.200 228 Kasse (1600) 1.428 25.11.01 Kasse (1600) Anlagenabgang (4855) 4.000 1.200 Ausfuhrlfg. (4120) BGA (0650) (vgl. Anmerkung) 4.000 1.200 30.11.01 Kasse (1600) 6.188 Umsatzerlöse (4400) Umsatzsteuer (3806) 5.200 988 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 115 7.5 Umsatzsteuerkonten 115 Datum Konto Soll Konto Haben 02.12.01 Mietaufwand (6310) VoSt (1406) 2.500 475 Bank (1800) 2.975 03.12.01 Forderung aus L+L (vgl. Anmerkung) 47.600 Umsatzerlöse (4400) Umsatzsteuer (3806) 40.000 7.600 05.12.01 Scheck (1550) 47.600 Forderung aus L+L (vgl. Anmerkung) 47.600 06.12.01 Privatent. (2100) 9.500 Bank (1800) 9.500 10.12.01 USt-VZ (3820) 285 Bank (1800) 285 31.12.01 USt-VZ (3820) (vgl. Anmerkung) 7.125 USt lfd. Jahr (3840) 7.125 01.01.02 USt lfd. Jahr (3840) 7.125 USt Vorjahr (3841) 7.125 05.01.02 USt-VZ 1/11 (3830) 680 Bank (1800) 680 10.02.02 USt Vorjahr (3841) 7.125 Bank (1800) 7.125 Tabelle 18 : Buchungssätze Zu Mietvertrag (Buchung 02.11. und 02.12.): Ein Vorsteuerabzug aus Mietverträgen ist nur möglich, wenn • der Mietvertrag den Rechnungsvorschriften genügt; außer es handelt sich um einen Altvertrag, dann ist die Angabe einer Rechnungsnummer und der Steuernummer nicht notwendig. • aus dem Bankkontoauszug genau hervorgeht, für welchen Monat die Überweisung gilt (Konkretisierung). Zu Verkauf der Sicherheitsgeräte (Buchung 25.11.): Bei einer Lieferung in ein Drittland (= Nicht-EU-Staat) fällt keine Umsatzsteuer an, wenn der Lieferer korrekte Ausfuhrnachweise vorlegen kann. Der Buchwert wird in voller Höhe über das Buchungskonto #4855 ausgebucht, der Veräußerungserlös wird in voller Höhe als Ertrag gebucht. Der Gewinn aus dem Verkauf ergibt sich durch die Differenz. Zu durchgeführte Veranstaltung (Buchung 03.12. und 05.12.): Anspruch auf das Entgelt besteht ab der durchgeführten Leistung, also ab dem 03.12. Zu diesem Zeitpunkt entsteht auch die Umsatzsteuer; wann die Rechnung ausgestellt wird, spielt dabei keine Rolle. Zu USt-VZ Dezember 01 (Buchung 31.12. und 01.01.): Beim BVV gilt das Soll-Prinzip, d. h. jede entstandene Verbindlichkeit ist zum 31.12. zu passivieren und hierzu zählt auch die letzte Umsatzsteuer- Vorauszahlung. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 116 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen116 Zu beachten ist, dass die USt-Schuld 01 im Jahr 02 eine USt-Schuld aus dem Vorjahr darstellt: Die Umsatzsteuer-Vorauszahlung (USt-VZ) Dezember 01 ist zum 31.12.01 als sonstige Verbindlichkeit einzustellen und wird erst im Jahr 02 bezahlt. Bis zum Zahlungszeitpunkt (hier der 10.02.02) bleibt die USt-VZ zwar eine sonstige Verbindlichkeit, nur stellt sie jetzt keine Verbindlichkeit aus der laufenden Umsatzsteuer des Jahres 02 mehr dar, sondern ist eine Verbindlichkeit des Jahres 01. Daher muss die Umsatzsteuer-Verbindlichkeit auf das Buchungskonto #3841 umgebucht werden, das Buchungskonto „Umsatzsteuer Vorjahr“ . Praxis-Beispiel: Ist-Besteuerer mit SKR 04 Augusta Armlehne betreibt eine Autowerkstatt in Augsburg . Gewinnermittlungsart: BVV, monatliche UStVA. Umsatzsteuerliche Angaben: Regelbesteuerer, Ist-Besteuerer. Im Jahr 01 ereignen sich folgende Geschäftsvorfälle: • Am 10.05.01 kauft Augusta Armlehne eine Maschine für 10.000 Euro zzgl. 1.900 Euro Vorsteuer. Die beigefügte Rechnung berechtigt zum Vorsteuerabzug; die Rechnung wird per Überweisung am 10.05.01 bezahlt. • Am 10.10.01 verkauft Augusta Armlehne die Maschine für insgesamt 20.000 Euro. Aber erst am 10.02.02 werden die 20.000 € vom Käufer überwiesen. Erstellen Sie die Buchungssätze für die Geschäftsvorfälle in den Jahren 01 und 02! Die Lösung: Datum Konto Soll Konto Haben 10.05.01 Maschine (0400) 10.000 Bank (1800) 11.900 VoSt (1406) 1.900 10.10.01 so. Ford. (1300) 20.000 Erlöse AV (4900) 16.806 nicht fällige USt (3810) 3.194 Anlagenabg. (4855) 10.000 Maschine (0400) 10.000 10.02.02 Bank (1800) 20.000 so. Ford. (1300) 20.000 n. fällige USt (3810) 3.194 USt (3806) 3.194 Tabelle 19: Buchungssätze Praxis-Beispiel: Soll-Besteuerer mit SKR 04 Armin Armaturenbrett betreibt eine Autowerkstatt in Augsburg . Gewinnermittlungsart: BVV, monatliche UStVA. Umsatzsteuerliche Angaben: Regelbesteuerer, Soll-Besteuerer. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 117 7.6 Forderungs- und Verbindlichkeitskonten 117 Im Jahr 01 ereignen sich folgende Geschäftsvorfälle: • Am 10.05.01 kauft Armin Armaturenbrett eine Maschine für 10.000 Euro zzgl. 1.900 Euro Vorsteuer. Die beigefügte Rechnung berechtigt zum Vorsteuerabzug; die Rechnung wird per Überweisung am 10.05.01 beglichen. • Am 10.10.01 verkauft Armin Armaturenbrett die Maschine für insgesamt 20.000  Euro. Aber erst am 10.02.02 werden vom Käufer die 20.000  Euro überwiesen. Erstellen Sie die Buchungssätze für die Geschäftsvorfälle in den Jahren 01 und 02! Die Lösung: Datum Konto Soll Konto Haben 10.05.01 Maschine (0400) 10.000 Bank (1800) 11.900 VoSt (1406) 1.900 10.10.01 so. Ford. (1300) 20.000 Erlöse AV (4900) 16.806 USt (3806) 3.194 Anlagenabg. (4855) 10.000 Maschine (0400) 10.000 10.02.02 Bank (1800) 20.000 so. Ford. (1300) 20.000 Tabelle 20: Buchungssätze 7.6 Forderungs- und Verbindlichkeitskonten Abbildung 94 erleichtert Ihnen den Einstieg in den Themenbereich Forderungen und Verbindlichkeiten . Abbildung 94 : Forderungen und Verbindlichkeiten 7.6.1 Forderungskonten Um einen besseren Überblick über die ausstehenden Forderungen aus Lieferung und Leistung (L+L) zu bekommen, wird für jeden Schuldner (= Debitor ) ein fünfstelliges Debitorenkonto angelegt. Hierfür stehen in Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 118 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen118 beiden Kontenrahmen die Buchungskonten 10000 bis 69999 zur Verfügung. Erst am Jahresende werden alle Debitorenkonten auf das Buchungskonto „Ford. L+L“ abgeschlossen ; dieses Konto ist während des Jahres aber nicht bebuchbar. Alle Forderungen, die nicht unmittelbar aus dem Umsatzgeschäft stammen, werden auf das Buchungskonto „sonstige Forderungen“ gebucht. Es empfiehlt sich aber auch hier die Unterkonten zu bebuchen (siehe Tabelle 21). SKR 03 SKR 04 sonstige Forderungen 1500 1300 Kaution 1525 1350 Vorschuss an AN 1530 1340 Ausgegebenes Darlehen 1550 1360 Tabelle 21 : Buchungskonten für sonstige Forderungen Abbildung 95 zeigt Ihnen die Forderungskonten übersichtlich. Abbildung 95 : Ein Überblick über die verschiedenen Forderungskonten 7.6.2 Verbindlichkeitskonten Bei den Verbindlichkeiten ist zwischen den langfristigen Schulden (Laufzeit > 1 Jahr) und den kurzfristigen Schulden (Laufzeit £ 1 Jahr) zu unterscheiden (siehe Tabelle 22). Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 119 7.6 Forderungs- und Verbindlichkeitskonten 119 SKR 03 SKR 04 Langfr. Darlehen 0640 3160 Kurzfr. Darlehen 1705 3151 Kreditkartenabrechnung 1730 3610 Tabelle 22 : Buchungskonten für langfristige und kurzfristige Schulden Beim Einsatz einer Kreditkarte ist immer auf das Buchungskonto „Kreditkartenkonto“ zu buchen . Erst die Abbuchung vom Girokonto wird über das Buchungskonto „Bank“ gebucht . Um einen besseren Überblick über die ausstehenden Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung (L+L) zu bekommen, wird für jeden Gläubiger (=  Kreditor ) ein fünfstelliges Kreditorenkonto angelegt. Hierfür stehen in beiden Kontenrahmen die Buchungskonten 70000 bis 99999 zur Verfügung. In Abbildung 96 finden Sie eine Zusammenfassung der Verbindlichkeitskonten. Verbindlichkeiten kurzfristige Verbindlichkeiten sonstige Verbindlichkeiten kurzfristiges Darlehen Kreditkartenabrechnung Vbdl. aus Lohn und Gehalt Verbindlichkeiten aus L+L Kreditor „Luchs“ Kreditor „Katze“ Kreditor „Fuchs“ Kreditor „Hund“ langfristige Verbindlichkeiten langfristiges Darlehen Hypothek Abbildung 96 : Ein Überblick über die verschiedenen Verbindlichkeitskonten Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 120 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen120 7.6.3 Abschlussfall Carlo Chaos ist zur Führung von Büchern verpflichtet. Er ist Regelbesteuerer und versteuert seine Umsätze nach vereinbarten Entgelten. Er hat form- und fristgerecht Dauerfristverlängerung beantragt. • Am 03.11.04 kauft Carlo Chaos Papier für seinen Copyshop. Das Papier importiert er von seinem Produzenten Don Alfonso aus Brasilien für 3.000 Euro. Die Einfuhrumsatzsteuer i. H. v. 570 Euro und die Zollabgaben i. H. v. 200 Euro muss er bezahlen. Den Rechnungsbetrag über 3.770 Euro bezahlt Chaos erst in 05. • Am 04.11.04 erledigt er für Frau Paper einen Kopierauftrag. Die Rechnung über 320 Euro ist am 31.12.04 noch offen. • Zur Gestaltung seiner Geschäftsräume beauftragt Herr Chaos am 05.11.04 die bekannte Innenarchitektin Frau Dani de Kreativo. Die Rechnung über 595 Euro erhält er am 10.11.04; er zahlt diese in 05. Die Umsatzsteuer ist in der Rechnung gesondert ausgewiesen. • Am 07.11.04 erledigt er für Herrn Bankrott einen Kopierauftrag. Die Rechnung über 180 Euro ist am 31.12.04 noch offen. • Auf Anraten von Frau de Kreativo erwirbt Herr Chaos am 18.11.04 in einem Baumarkt Gardinen (120 Euro), Blumen (110 Euro) für sein Büro sowie Weihnachtsschmuck für zu Hause (80 Euro). An der Kasse zahlt er mit der betrieblichen Kreditkarte. Der Gesamtbetrag von 310 Euro wird am 30.11.04 seinem Geschäftskonto belastet. • Am 25.11.04 hebt Herr Chaos 500 Euro von seinem Betriebskonto ab und legt das Geld am nächsten Tag in die Registrierkasse. • Am 04.12.04 erledigt er für Frau Paper einen Kopierauftrag. Die Rechnung über 987 Euro ist am 31.12.04 noch offen. • Am 10.12.04 überweist Herr Chaos vom betrieblichen Bankkonto 400 Euro Gewerbesteuervorauszahlung an die Stadt Coburg, 600 Euro Einkommensteuer-Vorauszahlung zzgl. 33 Euro Solidaritätszuschlag an das Finanzamt Coburg und 48 Euro Kirchensteuervorauszahlung an das Kirchensteueramt. • Am 12.12.04 erledigt er für Frau Papyrus einen Kopierauftrag. Die Rechnung über 2.380 Euro ist am 31.12.04 noch offen. • Am 20.12.04 erledigt er für Frau Paper einen Kopierauftrag. Die Rechnung über 119 Euro ist am 31.12.04 noch offen. • Am 21.12.04 erledigt er für Frau Papyrus einen Kopierauftrag. Die Rechnung über 1.190 Euro ist am 31.12.04 noch offen. • Am 21.12.04 wurden 20  Euro Kontoführungsgebühren seinem Geschäftskonto belastet. Stellen Sie für 04 die Buchungssätze auf! Tabelle 23 gibt einen Überblick über die Lösung nach SKR 04. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 121 7.6 Forderungs- und Verbindlichkeitskonten 121 Datum Konto Soll Konto Haben 03.11.04 Rohstoffe (5000) 3.200 Kred. D. Alfonso 3.770 bez. EUSt (1433) 570 04.11.04 Deb. Paper 320 Erlöse 19 % (4400) 268,91 USt 19 % (3806) 51,09 05.11.04 keine Buchung bei Auftragserteilung 10.11.04 Repräsentation (6630) 500 sonst. Vbdl. (3500) 595 VoSt (1406) 95 07.11.04 Deb. Bankrott 180 Erlöse 19 % (4400) 151,26 USt 19 % (3806) 28,74 18.11.04 Repr. (6630) 193 Kreditkarte (3610) 310 VoSt (1406) allg. Ent. (2100) 37 80 30.11.04 Kreditkarte (3610) 310 Bank (1800) 310 25.11.04 Geldtransit (1460) 500 Bank (1800) 500 26.11.04 Kasse (1600) 500 Geldtransit (1460) 500 04.12.04 Deb. Paper 987 Erlöse 19 % (4400) 829,41 USt 19 % (3806) 157,59 10.12.04 GewSt (7610) 400 Bank (1800) 400 10.12.04 Privatsteuern (2150) 633 Bank (1800) 633 10.12.04 SoA (2200) 48 Bank (1800) 48 12.12.04 Deb Papyrus 2.380 Erlöse 19 % (4400) 2000 USt 19 % (3806) 380 20.12.04 Deb Paper 119 Erlöse 19 % (4400) 100 USt 19 % (3806) 19 Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 122 7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen122 Datum Konto Soll Konto Haben 21.12.04 Deb. Papyrus 1.190 Erlöse 19 % (4400) 1000 USt 19 % (3806) 190 21.12.04 Bankgeb. (6855) 20 Bank (1800) 20 Tabelle 23 : Buchungssätze Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 123 8 Betriebsausgaben In diesem Kapitel wollen wir uns die Betriebsausgaben näher anschauen. Hierzu werden wir uns mit drei Ebenen befassen: • Was sind Betriebsausgaben? • Welche sind abziehbar? • Wie werden Betriebsausgaben verbucht? 8.1 Einteilung der Betriebsausgaben 8.1.1 Was sind Betriebsausgaben? In § 4 Abs. 4 EStG hat der Gesetzgeber festgelegt, was man unter Betriebsausgaben versteht: „Betriebsausgaben sind alle Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind.“ Das bedeutet, alle Aufwendungen, die Ihnen für Ihre betriebliche Tätigkeit entstehen, sind Betriebsausgaben . Praxis-Beispiel: Betriebsausgaben Überziehungszinsen für das betriebliche Girokonto, Anwaltskosten für einen betrieblichen Prozess, Arbeitslohn für die Mitarbeiter, Geschenke für Geschäftspartner. Der Wareneinkauf ist in der Kontenklasse 5, die restlichen Betriebsausgaben in der Kontenklasse 6 zu erfassen. Lediglich Zins- und Steueraufwendungen sind in der Kontenklasse 7 zu buchen (siehe Abbildung 97) . Abbildung 97 : In welche Kontenklasse wird gebucht?

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Zusammenfassung

Buchführung in der Praxis

Dieser aktuelle Ratgeber liefert einen praxisorientierten Einstieg in die Grundlagen der doppelten Buchführung. Ausgehend von einem Unternehmensgründer werden die theoretischen Grundlagen kurzweilig vermittelt. Durch die zahlreichen Praxisbeispiele und Schaubilder ist das Werk besonders anschaulich.

Buchführung auf den Punkt gebracht:

– Zahlreiche Übungen und Beispiele aus der Buchführungspraxis

– Von Einzelbelegen zum vorläufigen Jahresergebnis: So berechnen Sie Einnahmen und Ausgaben

– Auf CD-ROM: Excel-Tools zu Abschreibung, Gewinn- und Verlustermittlung, AfA-Tabellen und DATEV-Kontenrahmen