13 Jahresabschluss in:

Gerhard C. Girlich

Buchführung in der Praxis, page 199 - 203

Kontenrahmen, Umsatzsteuer, Anlagevermögen, Betriebsausgaben, Gewinnberechnung

1. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3926-7, ISBN online: 978-3-8006-3927-4, https://doi.org/10.15358/9783800639274_199

Series: Vahlen Praxis

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Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 205 13 Jahresabschluss 13.1 Anfangsbilanz Zu Beginn eines jeden Wirtschaftsjahres muss die Anfangsbilanz erstellt werden. • Wenn das Unternehmen bereits im Vorjahr existiert hat, ist die Schlussbilanz des Vorjahres auch die Anfangsbilanz des laufenden Jahres; die Schlussbestände der Buchungskonten werden über die Saldenvortragskonten (#9000 bis #9009) in das neue Jahr vorgetragen. • Wenn das Unternehmen im Vorjahr noch nicht existiert hat, muss zum Unternehmensstart eine Anfangsbilanz (eine so genannte Eröffnungsbilanz) mittels Inventur erstellt werden . 13.2 Laufende Buchhaltung Während des Jahres müssen die Geschäftsvorfälle auf die einzelnen Konten verbucht werden – darüber haben wir ausführlich gesprochen: • Kontenrahmen Wir haben festgestellt, dass es teilweise schwierig ist, das geeignete Buchungskonto zu finden und die Übersicht über die vielen Buchungskonten zu behalten. Deshalb gibt es in der Praxis vorgegebene Kontenrahmen; die gängigsten sind der SKR 03 und der SKR 04. In Kapitel  7 Arbeiten mit dem Kontenrahmen haben wir über den Aufbau der Kontenrahmen und das Auffinden von Buchungskonten detailliert erläutert. • Buchungsjournal (Grundbuch ) Um den Überblick über die Geschäftsvorfälle zu behalten, gibt es das Buchungsjournal . Es ist eine chronologische Übersicht über die verbuchten Geschäftsvorfälle. • Buchungskonten (Hauptbuch ) Auch mittels eines Buchungskontos erhalten Sie einen guten Überblick über die verbuchten Geschäftsvorfälle. Die Buchungskonten sind eine sachliche Übersicht; das Buchungsjournal eine chronologische Übersicht. Folgende Angaben sollten sich auf einem Buchungskonto wiederfinden: – Datum: An welchem Tag hat sich der Geschäftsvorfall ereignet. – Belegnummer: Nummerieren Sie die Belege durch, um diese leichter wiederzufinden. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 206 13 Jahresabschluss206 – Buchungstext: Kurzbeschreibung des Geschäftsvorfalls. – Gegenkonto: Um die Verbuchung des Geschäftsvorfalls jederzeit zu rekonstruieren, wird das Gegenkonto auch auf dem Buchungskonto vermerkt. – Umsatzsteuerkonto: Wenn Sie Vorsteuer oder Umsatzsteuer gebucht haben, wird dies auf dem Buchungskonto vermerkt. 13.3 Inventur der Waren, Forderungen und Verbindlichkeiten Bevor Sie sich in der Praxis mit den Jahresabschlussarbeiten beschäftigen, müssen Sie eine Wareninventur durchführen. Am Ende des Jahres sollten Sie auch eine Inventur der Forderungen (Debitoren) und der Verbindlichkeiten (Kreditoren) durchführen, um zu prüfen, ob noch alle Forderungen werthaltig sind und noch alle Verbindlichkeiten zu bezahlen sind. Definition: Werthaltigkeit Werthaltig ist eine Forderung, wenn davon auszugehen ist, dass Sie als Gläubiger das Geld noch erhalten. Sie sollten aber nicht nur am Ende eines Jahres den Überblick über Ihre Forderungen und Verbindlichkeiten haben, sondern zu jedem Zeitpunkt. Diese Übersicht wird für die Forderungen „OP-Debitoren“ und für die Verbindlichkeiten „OP-Kreditoren“ genannt (OP = offene Posten ). Um einen detaillierten Überblick über Ihre offenen Posten zu erhalten, sollten Sie die Forderungen getrennt nach Gläubigern und die Verbindlichkeiten getrennt nach Schuldnern verbuchen. 13.4 Anlagespiegel Selbstverständlich sollten Sie nicht nur eine detaillierte Übersicht über Ihre Forderungen und Verbindlichkeiten besitzen, sondern auch über Ihr Anlagevermögen . Diese Übersicht wird Anlagespiegel genannt und muss der Schlussbilanz immer beigefügt werden. Mit der Behandlung des Anlagevermögens und des Anlagespiegels haben Sie sich in Kapitel 11 „Anlagebuchhaltung“ befasst. Insbesondere ging es hierbei um die Verbuchung und Bewertung (v. a. Abschreibung) des Anlagevermögens. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 207 13.5 Jahresabschlussarbeiten 207 13.5 Jahresabschlussarbeiten Wenn Sie alle Belege verbucht, alle Inventuren durchgeführt und den Anlagespiegel erstellt haben, übergeben Sie die Buchhaltung an Ihren Steuerberater, damit dieser Ihre Buchhaltung überprüfen und die eventuell vorhandenen Fehler korrigieren kann. Damit Ihr Steuerberater eine Übersicht über die von Ihnen durchgeführten Buchungen hat, ist es notwendig, dass Sie zumindest die Summenund Saldenliste ausdrucken. Definition: Summen- und Saldenliste Die Summen- und Saldenliste ist eine Zusammenfassung der durchgeführten Buchungen. Hierbei wird nicht jede einzelne Buchung aufgeführt, sondern lediglich die Summe aller Soll- und Habenbuchungen (kumulierte Werte). Des Weiteren wird der Saldo des Buchungskontos ausgewiesen. Als erstes wird Ihr Steuerberater die fehlerhaften Buchungen korrigieren. Hierzu erstellt er eine so genannte Umbuchungsliste , auf der er alle korrigierten Buchungen festhält. Anschließend wird Ihr Steuerberater prüfen, ob aktive oder passive Rechnungsabgrenzungen vorzunehmen sind bzw. (sonstige) Verbindlichkeiten oder (sonstige) Forderungen zu passivieren/aktivieren sind. Hintergrund ist die Regelung des § 252 HGB: „Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss zu berücksichtigen.“ Hierbei ist zu unterscheiden: • Liegt die Zahlung des Aufwands vor dem Bilanzstichtag, ist der Aufwand aber dem nächsten Jahr zuzurechnen, ist eine aktive Rechnungsabgrenzung (ARA ) in Höhe des Aufwands zu aktivieren. • Erfolgt die Vereinnahmung des Ertrags vor dem Bilanzstichtag, ist der Ertrag aber dem nächsten Jahr zuzurechnen, ist eine passive Rechnungsabgrenzung (PRA ) in Höhe des Ertrags zu passivieren. • Wird eine Ausgangsrechnung (AR), die dem laufenden Jahr zuzurechnen ist, erst nach dem Bilanzstichtag bezahlt, so ist zum Bilanzstichtag eine Forderung zu aktivieren. • Wird eine Eingangsrechnung (ER), die dem laufenden Jahr zuzurechnen ist, erst nach dem Bilanzstichtag beglichen, so ist zum Bilanzstichtag eine Verbindlichkeit zu passivieren. Auch diese Buchungen werden vom Steuerberater in die Umbuchungsliste aufgenommen. Wenn Sie noch keinen Anlagespiegel erstellt haben, wird der Steuerberater auch dies für Sie erledigen. Die Buchungen bezüglich der Abschreibung werden auch in die Umbuchungsliste aufgenommen. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 208 13 Jahresabschluss208 Wenn Sie noch keine Umsatzsteuerverprobung (= Prüfung der gebuchten Umsatzsteuer- und Vorsteuerbeträge mit der Umsatzsteuer-Vorauszahlung) durchgeführt haben, wird der Steuerberater dies für Sie erledigen; die Buchungen werden wiederum in die Umbuchungsliste aufgenommen. Bevor der Steuerberater die Schlussbilanz erstellen kann, muss er prüfen, ob noch sonstige Jahresabschlussarbeiten durchzuführen sind (z. B. Buchen eines Eigenverbrauches, Warenabschlussbuchungen im Rahmen der Wareninventur). Sind alle Jahresabschlussarbeiten durchgeführt, kann sich der Steuerberater an die Erstellung der Schlussbilanz machen: Hierzu übernimmt er die Salden der Summen- und Saldenliste (nach Einarbeitung der Umbuchungsliste) und überprüft, ob die Schlussbestände der Aktiv- und Passivkonten übernommen werden können oder ob ein niedrigerer Wert zum Ansatz kommt (Teilwertabschreibung ). Zuletzt prüft der Steuerberater, ob Rückstellungen zu passivieren sind. Handelt es sich bei dem Unternehmen um eine Personengesellschaft oder um eine Kapitalgesellschaft, fallen noch weitere Jahresabschlussarbeiten an, auf die an dieser Stelle nicht eingegangen werden kann. Verlag Franz Vahlen PRAXIS Girlich, Buchführung in der Praxis Hersteller: Frau Deuringer Stand: 02.12.2011 Status: Druckdaten Seite 209 14.1 Zusammenfassung des Kontenrahmens 209 14 Anhang 14.1 Zusammenfassung des Kontenrahmens Mit dieser Übersicht haben Sie die wichtigsten Buchungskonten immer im Blick . 14.1.1 Aktivkonten Kto.Nr SKR 03 Kontoname Kto.Nr SKR 04 Anlagevermögen 0027 EDV-Software 0135 0065 Unbebaute Grundstücke 0215 0090 Gebäude 0240 0112 Hof- und Wegbefestigung 0285 0210 Maschinen 0400 0320 PKW 0520 0350 LKW 0540 0400 BGA 0650 0480 GWG bis 150 Euro 0670 0481 GWG bis 410 Euro 0671 0485 Sammelposten 0675 0525 Wertpapiere 0900 Umlaufvermögen 1000 Kasse 1600 1010 Nebenkasse 1610 1200 Bank 1800 1210 Bank 2 1810 1330 Schecks 1550 1400 Forderungen L+L 1200 1460 zweifelhafte Forderungen 1240

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Zusammenfassung

Buchführung in der Praxis

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