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A. Änderungen des HGB durch das BilMoG in:

Gerhard Scherrer

Rechnungslegung nach neuem HGB, page 39 - 47

Eine anwendungsorientierte Darstellung mit zahlreichen Beispielen

3. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3787-4, ISBN online: 978-3-8006-3917-5, https://doi.org/10.15358/9783800639175_39

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Erster Teil Grundlagen der Bilanzierung A. Änderungen des HGB durch das BilMoG Das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (Bilanzrechtsmodernisierungs gesetz - BiIMoG) vom 25 . 5 .2009, BGBl. I Nr. 27, S. 1 1 02, ausgegeben zu Bonn am 28 . 5 .2009 hat zu einer Vielzahl von Änderungen der Rechnungslegungsvor schriften fur Kapitalgesellschaften (AG, KGaA, GmbH) und fur Personenhan delsgesellschaften (oHG, KG) gefuhrt. Die Begründung der Bundesregierung (RegE S. 1 )fur die Einführung des Bil MoG fuhrt an, dass die Unternehmen in Deutschland eine moderne Bilanzie rungsgrundlage benötigen. Um dies zu erreichen, sollte das bestehende bewährte HGB-Bilanzrecht zu einer dauerhaften und im Verhältnis zu den internationalen Rechnungslegungsstandards vollwertigen, aber kostengünstigeren und einfache ren Alternativen weiter zu entwickeln, ohne die Eckpunkte des HGB-Bilanzrecht und das bisherige System der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchfuhrung auf zugeben. Darüber hinaus sollten die Unternehmen wo möglich von unnötigen Kosten entlastet werden. Nach den Folgerungen fur den handelsrechtlichen Jahresabschluss hält es die Bundesregierung fur erforderlich, die Modernisierung der handelsrechtlichen Vorschriften zum Jahresabschluss so zu betreiben, dass die dauerhafte Auf rechterhaltung eines gleichwertigen, einfacheren und kostengünstigeren Regel werks sicherstellt, dass insbesondere fur die kleinen und mittelgroßen Unterneh men, d.h. der Mittelstand, eine echte Alternative zur Rechnungslegung nach den IFRS darstellt. Die Bundesregierung hält es zudem fur angebracht, Einzelkauf leute, die bestimmte, auch steuerlich geltende, Schwellenwerte nicht überschrei ten, künftig gänzlich von der handelsrechtlichen Buchfuhrungs- und Rechnungs legungspflicht zu befreien. Das Aufzeigen der Änderungen der Rechnungslegung nach dem HGB soll die Einschätzung der durch das BilMoG vorgenommenen Änderungen und die Beur teilung durch den Gesetzgeber verdeutlichen. Er spricht im Gesetzentwurf von einer gegenüber den IFRS kostengünstigeren und einfacheren Alternative (RegE S . 1 ) und von einem gegenüber dem IFRS gleichwertigen, einfacheren und kos tengünstigeren Regelwerk, das insbesondere fur den Mittelstand eine echte Al ternative zu der Rechnungslegung nach den IFRS darstelle (RegE S. 7 1 ) . Eine 2 Erster Teil: Grundlagen der Bilanzierung Begründung rur die Vereinfachung wird von dem Gesetzgeber nicht vorgelegt. Die im Folgenden dargestellte Auflistung, die nicht das Regelungswerk, sondern nur die zum handelsrechtlichen Jahresabschluss mit dem BilMoG vorgenomme nen Änderungen des HGB verdeutlichen, beinhaltet eine Vielzahl von Sachver halten, die dem Leser einen Überblick über die Änderungen aufzeigt. • Nach dem neu eingerugten § 241a HGB brauchen nicht kapitalmarktorien tierte Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht mehr als 500 Tsd. Euro Umsatzerlöse und 50 Tsd. Euro Jahresüberschuss ausweisen, die § § 238 bis 24 1 HGB nicht anzu wenden. Im Fall der Neugründung treten die Rechtsfolgen schon ein, wenn die Werte des Satzes 1 am ersten Abschlussstichtag nach der Neugründung nicht überschritten werden. • Dem § 242 HGB wird ein Abs . 4 angerugt, nach dem § 242 Abs . 1 bis 3 HGB auf Einzelkaufleute im Sinn des § 24 1 a HGB nicht anzuwenden sind. Im Fall der Neugründung treten die Rechtsfolgen nach Satz 1 schon ein, wenn die Werte des § 24 1 a Satz 1 HGB am ersten Abschlussstichtag nach der Neu gründung nicht überschritten werden. • Der neu formulierte § 246 Abs. 1 HGB verlangt nach dem Vollständigkeits prinzip den Ansatz sämtlicher Vermögensgegenstände, Schulden, Rech nungsabgrenzungsposten, sowie Aufwendungen und Erträge, soweit gesetz lich nichts anderes bestimmt ist. Vermögens gegenstände sind in die Bilanz des Eigentümers aufzunehmen; ist ein Vermögensgegenstand nicht dem Ei gentümer einem anderen wirtschaftlich zuzurechnen, hat dieser ihn in seiner Bilanz auszuweisen. Schulden sind in die Bilanz des Schuldners aufzuneh men. Der Unterschiedsbetrag, um den die rur die Übernahme eines Unter nehmens bewirkte Gegenleistung den Wert der Vermögensgegenstände des Unternehmens abzüglich der Schulden im Zeitpunkt der Übernahme über steigt (entgeltlich erworbener Geschäfts- oder Firmenwert), gilt als zeitlich begrenzt nutzbarer Vermögensgegenstand. Nach den Anrugungen an § 246 Abs. 2 HGB sind Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder ver gleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, sind mit diesen Schulden zu verrechnen; entsprechend ist mit den zugehörigen Aufwendun gen und Erträgen aus der Abzinsung und aus dem zu verrechnenden Vermö gen zu verfahren. Übersteigt der beizulegende Zeitwert der Vermögensge genstände den Betrag der Schulden, ist der übersteigende Betrag unter einem gesonderten Posten zu aktivieren. Nach dem neu angerugten § 246 Abs. 3 HGB sind die auf den vorhergehen den Jahresabschluss angewandten Ansatzmethoden beizubehalten. § 252 Abs . 2 HGB ist entsprechend anzuwenden. • § 247 Abs. 3 HGB und § 273 HGB über den Sonderposten mit Rücklagenan teil werden aufgehoben. A. Anderungen durch das BilMoG 3 • Nach dem neu gefassten § 248 Abs. 1 HGB dürfen in der B ilanz nicht ange setzt werden Aufwendungen für: o Aufwendungen für die Gründung eines Unternehmens, o Aufwendungen für die Beschaffung von Eigenkapital, und o Aufwendungen für den Abschluß von Versicherungsverträgen. Nach dem neu gefassten § 248 Abs. 2 HGB können selbst geschaffene imma terielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens als Aktivposten in die Bilanz aufgenommen werden. Nicht aufgenommen werden dürfen selbst ge schaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten oder vergleichba re immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens. • Die Zulässigkeit des Ansatzes von Aufwandsrückstellungen nach § 249 Abs . I Satz 3 HGB und § 249 Abs . 2 HGB a.F. wird aufgehoben. Der neue § 249 Abs. 2 Satz 1 HGB schreibt vor, dass für andere als die in 249 Abs . I HGB bezeichneten Zwecke Rückstellungen nicht gebildet werden dürfen. • § 250 Abs . 1 Satz 2 HGB betreffend das Ansatzwahlrecht von speziellen Rechnungsabgrenzungsposten wurde aufgehoben. In § 250 Abs 3 Satz 1 HGB wurde entsprechend der im Schrifttum vielfach verlangten Bezeichnung das Wort "Rückzahlungsbetrag" durch das Wort "Erfüllungsbetrag" ersetzt. • § 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB wird verlangt, dass die auf den vorhergehenden Jah resabschluss angewandten Bewertungsmethoden beizubehalten sind. Nach al ter Fassung war die Umschreibung "sollen beibehalten werden". Damit ist die Umschreibung bezüglich der angewandten Bewertungsmethoden verschärft. • § 253 Abs. 1 HGB zur Zugangs- und Folgebewertung weist wesentliche Än derungen gegenüber der a.F . auf. Vermögensgegenstände sind bis auf Aus nahmen wie bisher mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermin dert um Abschreibungen nach Abs . 3 bis 5 zu bewerten. Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag und Rückstellungen in Höhe des nach ver nünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags anzu setzen. Soweit sich die Höhe von Altersversorgungsverpflichtungen aus schließlich nach dem beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren im Sinn des § 266 Abs . 2 A. In. 5 HGB bestimmt, sind Rückstellungen hierfür zum beizu legenden Zeitwert dieser Wertpapiere anzusetzen, soweit er einen garantierten Mindestbetrag übersteigt. Nach § 246 Abs . 2 Satz 2 HGB zu verrechnende Vennögensgegenstände sind mit ihrem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Mit § 253 Abs. 2 HGB wird die Diskontierung von Rückstellungen einge führt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Laufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergan genen sieben Geschäftsjahre abzuzinsen. Abweichend von Satz 1 dürfen Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristig fallige Verpflichtungen pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz ab gezinst werden, der sich bei einer angenommenen Restlauf zeit von 1 5 Jahren ergibt. Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend für auf Ren- 4 Erster Teil: Grundlagen der Bilanzierung tenversicherungen beruhende Verbindlichkeiten, rur die eine Gegenleistung nicht mehr zu erwarten ist. Nach § 253 Abs. 3 HGB sind ohne Rücksicht darauf, ob ihre Nutzung zeit lich begrenzt ist, bei Vermögens gegenstände des Anlagevermögens, bei vor aussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen, um diese mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist. Bei Finanzanlagen können außerplanmäßige Abschreibungen auch bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung vorgenommen werden. Nach § 253 Abs. 4 HGB sind unverändert gegenüber der alten Fassung bei Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens Abschreibungen vorzuneh men, um diese mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der sich aus einem Bör sen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag ergibt. Bei einem fehlendem Bör sen- oder Marktpreis ist auf den niedrigeren beizulegenden Wert abzuschrei ben. Mit § 253 Abs. 5 HGB wird ein umfassendes und rechtsformunabhängiges Wertaufholungsgebot eingeruhrt. Ein niedrigerer Wertansatz nach Abs. 3 Satz 3 oder 4 und Abs. 4 darf nicht mehr, wie nach dem bisherigen Recht, beibe halten werden, wenn die Gründe dafiir nicht mehr bestehen. Ein niedrigerer Wertansatz eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes ist beizubehalten. • § 254 HGB regelt die Bildung von Bewertungseinheiten. Die Zusammenfas sung kann unterschiedliche Positionen zusammenfassen. Werden Vermö gensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit ho her Wahr scheinlichkeit erwartete Transaktionen zum Ausgleich gegenläufiger Wertän derungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit Finanzinstrumenten zusammengefasst (Bewertungseinheit), sind § 249 Abs. 1 , § 252 Abs . 1 Nr. 3 und 4, § 253 Abs. 1 Satz 1 und § 256a in dem Umfang und rur den Zeitraum nicht anzuwenden, in dem die gegenläufigen Wertände rungen oder Zahlungs ströme sich ausgleichen. Als Finanzinstrumente im Sinn des Satzes 1 gelten auch Termingeschäfte über den Erwerb oder die Veräuße rung von Waren. • § 255 Abs. 2 HGB wird mit neuer Fassung der Bestimmung der Herstel lungskosten sachlich unverändert übernommen. Zu den Herstellungskosten gehören wie bisher die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonder kosten, sowie nunmehr auch angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Weiterhin dürfen angemesse ne Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Auf wendungen soziale Einrichtungen des Betriebs, rur freiwillige soziale Leis tungen und rur die betriebliche Altersversorgung einbezogen werden, soweit diese auch den Zeitraum der Herstellung entfallen. Wie bisher dürfen For schungs- und Vertriebskosten nicht einbezogen werden. A. Anderungen durch das Bi/MoG 5 Der neu eingefügte § 255 Abs. 2a HGB regelt die Aktivierung selbst geschaf fener immaterieller Vermögens gegenstände des Anlagevermögens. Danach sind Herstellungskosten eines selbst geschaffenen immateriellen Vermögens gegenstandes des Anlagevermögens die bei dessen Entwicklung anfallenden Aufwendungen nach Abs . 2 . Entwicklung ist die Anwendung von For schungsergebnissen oder von anderem Wissen für die Neuentwicklung von Gütern oder Verfahren oder die Weiterentwicklung von Gütern oder Verfah ren mittels wesentlicher Änderungen. Forschung ist die eigenständige und planmäßige Suche nach neuem wissenschaftlichen oder technischen Erkennt nissen oder Erfahrungen allgemeiner Art, über deren technischen Verwert barkeit und wirtschaftliche Erfolgsaussichten grundsätzlich keine Aussagen gemacht werden können. Können Forschung und Entwicklung nicht verläss lich voneinander unterschieden, ist eine Aktivierung ausgeschlossen. §255 Abs. 4 HGB legt als Bewertungsmaßstab fest, dass der beizulegende Zeitwert dem Marktpreis entspricht. Soweit kein aktiver Markt besteht, an hand dessen sich der Marktpreis ermitteln lässt ist der beizulegende Zeitwert mit Hilfe allgemein anerkannter Bewertungsmethoden zu bestimmen. Lässt sich der beizulegende Zeitwert weder nach Satz 1 noch nach Satz 2 ermitteln, sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosen gemäß § 253 Abs . 4 fortzu führen. Der zuletzt nach Satz 1 oder 2 ermittelte beizulegende Zeitwert gilt als Anschaffungs- oder Herstellungskosten im Sinn des Satzes 3 . • In § 256 HGB wurde abweichend von der bisherigen Regelung festgelegt, dass, soweit es den GoB entspricht, für den Wertansatz gleichartiger Vermö gensgegenstände des Vorratsvermögens unterstellt werden, kann dass die zu erst oder dass die zuletzt angeschafften oder hergestellten Vermögensgegens tände zuerst verbraucht oder veräußert worden sind. Damit werden die Be wertungsvereinfachungsverfahren auf die Lifo- und Fifo-Methode beschränkt, andere Verfahren sind unzulässig. • Der eingefügte § 256a HGB legt nunmehr fest, dass auf ausländische Wäh rung lautende Positionen mit dem Devisenkurs umzurechnen sind. Nach der Neuformulierung der Vorschrift sind auf fremde Währung lautende Vermö gensgegenstände und Verbindlichkeiten zum Devisenkassamittelkurs am Ab schlussstichtag umzurechnen. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder we niger sind § 253 Abs . 1 Satz 1 HGB und § 252 Abs . 1 Nr. 4 zweiter Halbsatz HGB nicht anzuwenden. • Nach § 264 Abs. 1 Satz 2 HGB haben die gesetzlichen Vertreter einer kapi talmarktorientierten Kapitalgesellschaft (AG, KGaA, GmbH), die nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet ist, den Jahresabschluss um eine Kapitalflussrechnung und einen Eigenkapitalspiegel zu erweitern, die mit der Bilanz, Gu V und dem Anhang eine Einheit bilden; sie können den Jahresabschluss um eine Segmentberichterstattung erweitern. • § 264c Abs . 4 Satz 3 HGB als Teil der besonderen Bestimmungen fiir die OHG und KG im Sinn des § 264a HGB ist aufgehoben worden. 6 Erster Teil: Grundlagen der Bilanzierung • § 264d HGB enthält die Definition der kapitalmarktorientierten Kapitalge sellschaft. Danach ist eine Kapitalgesellschaft kapitalmarktorientierte, wenn sie einen organisierten Markt im Sinn des § 2 Abs. 5 des WpHG durch von ihr ausgegebene Wertpapiere im Sinn des § 2 Abs . 1 Satz 1 WpHG in An spruch nimmt oder die Zulassung solcher Wertpapiere zum Handel an einem organisierten Markt beantragt hat. • § 265 Abs . 3 Satz 2 HGB zum Ausweis eH!en(!r Anteile im Umlaufvermögen ist aufgehoben worden. • § 266 Abs. 2 Posten A. I. HGB beinhaltet Änderungen des Ausweises der Immateriellen Vermögensgegenstände als 1 . Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte; als 2 . entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte so wie Lizenzen an solchen Rechten und Werten; als 3 . Geschäfts- oder Fir menwert; sowie als 4. geleistete Anzahlungen (auf den Erwerb von Gegens tänden des Anlageverrnögens). § 266 Abs. 2 Posten B. 111. HGB beinhaltet Änderungen des Ausweises der Wertpapiere des Umlaufverrnögens als 1 . Anteile an verbundenen Unterneh men, und 2 . sonstige Wertpapiere. § 266 Abs. 2 Posten D. und E. HGB beinhaltet den Ausweis der folgenden Posten der Passivseite als D. Aktive latente Steuern; E. Aktiver Unterschieds betrag aus der Vermögensverrechnung. § 266 Abs. 3 Posten A. 111. Gewinnrücklagen Nr. 2. HGB beinhaltet unter Änderungen des Ausweises von Rücklagen fiir Anteile an einem herrschen den oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen sowie unter E. Passive latente Steuern. § 266 Abs. 3 Posten E. HGB beinhaltet unter Änderungen des Ausweises Passive latente Steuern. • § 267 Abs. 1 und 2 HGB enthält neue (erweiterte) Größenmerkmale und nach § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB die erweiterte Definition der großen Kapital gesellschaft als Kapitalgesellschaft im Sinn des § 264d HGB. • Der neu eingefiigte § 268 Abs. 8 HGB begrenzt bei selbst geschaffenen im materiellen Verrnögensgegenständen des Anlagevermögens und aktiven la tenten Steuern die Ausschüttung. Werden die Verrnögensgegenstände in der Bilanz ausgewiesen, so dürfen Gewinne nur ausgeschüttet werden, wenn die nach Ausschüttung verbleibenden frei verfiigbaren Rücklagen Er schreibt vor, dass bei Ausweis selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegens tände des Anlageverrnögens, die in der Bilanz ausgewiesen • § 269 HGB zum Ansatz von Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendun gen wurde aufgehoben. • § 270 Abs. 1 Satz 2 und § 273 HGB zum Sonderposten mit Rücklageanteil wurden aufgehoben. A. Anderungen durch das Bi/MaG 7 • Nach § 272 Abs. 1 Satz 2 HGB ist Gezeichnetes Kapital mit dem Nennbetrag anzusetzen § 272 Abs. 1 Satz 3 verlangt, dass die nicht eingeforderten ausstehenden Ein lagen auf das Gezeichnete Kapital von dem Posten "Gezeichnetes Kapital" offen abzusetzen; der verbleichende Betrag ist als Posten "Eingefordertes Ka pital" in der Hauptspalte der Passivseite auszuweisen; der eingeforderte, aber noch nicht eingezahlte Betrag ist entsprechend der bisherigen Regelung unter den Forderungen gesondert auszuweisen und entsprechend zu bezeichnen. Nach dem neu eingefügten § 272 Abs. la HGB ist der Nettobetrag oder, falls ein solcher nicht vorhanden ist, der rechnerische Wert von erworbenen eige nen Anteilen in der Vorspalte offen von dem Posten "Gezeichnetes Kapital" abzusetzen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag oder dem rechnerischen Wert und den Anschaffungskosten der eigenen Anteile ist mit den frei verfügbaren Rücklagen zu verrechnen. Aufwendungen, die Anschaf fungsnebenkosten sind, sind Aufwand des Geschäftsjahrs . Nach § 272 Abs. Ib HGB entfällt nach der Veräußerung der eigenen Anteile der Ausweis nach Abs . l a Satz 1 . Ein Nennbetrag oder den rechnerischen Wert übersteigender Differenzbetrag aus dem Veräußerungserlös ist bis zur Höhe des mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechneten Betrages in die jeweiligen Rücklagen einzustellen. Die Nebenkosten der Veräußerung sind Aufwand des Geschäftsjahres. § 272 Abs. 4 HGB verweist entsprechend der bisherigen Regelung zur Ver pflichtung eines Unternehmens zur Bildung einer Rücklage für Anteile an ei nem herrschenden oder mit Mehrheit beteiligten Unternehmen. Hierzu schreibe er vor: Für Anteile an einem herrschenden oder mit Mehrheit betei ligten Unternehmen ist eine Rücklage zu bilden. In die Rücklage ist ein Be trag einzustellen, der dem auf der Aktivseite der Bilanz fur die Anteile an dem herrschenden oder mit Mehrheit beteiligten Unternehmen angesetzten Betrag entspricht. Die Rücklage, die bereits bei der Aufstellung der Bilanz zu bilden ist, darf aus vorhandenen frei verfügbaren Rücklagen gebildet werden. Die Rücklage ist aufzulösen, soweit die Anteile an dem herrschenden oder mit Mehrheit beteiligten Unternehmen veräußert, ausgegeben oder einbezo gen werden oder auf der Aktivseite ein niedrigerer Betrag angesetzt wird. • § 274 Abs. 1 HGB beinhaltet eine Neuformulierung latenter Steuern. Er schreibt vor: Bestehen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Dif ferenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, so ist eine sich daraus insgesamt ergebende Steuerbelastung als passive latente Steuern (§ 266 Abs. 3 E.) in der Bilanz anzusetzen. Eine sich daraus insge samt ergebende Steuerentlastung kann als aktive latente Steuer (§ 266 Abs. 2 D.) in der Bilanz angesetzt werden. Die sich ergebende Steuerbe- und die sich ergebende Steuerentlastung können auch unverrechnet angesetzt werden. Steuerliche Verlustvorträge sind bei der Berechnung aktiver latenter Steuern 8 Erster Teil: Grundlagen der Bilanzierung in Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwartenden Verlustver rechnung zu berücksichtigen. • Nach § 274 Abs. 2 HGB sind die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und Steuerentlastung mit den unternehmensindividuellen Steuers ätzen im Zeit punkt des Abbaus der Differenzen zu bewerten und nicht abzuzinsen. Die ausgewiesenen Posten sind aufzulösen, sobald die Steuerbe- oder Steuerent lastung eintritt oder mit ihr nicht mehr zu rechnen ist. Der Aufwand oder Er trag aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern ist in der GuV geson dert unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" auszuwei sen. Nach § 274a HGB sind kleine Kapitalgesellschaften von der Anwendung der folgenden Vorschriften befreit: 1 . § 268 Abs. 2 über die Aufstellung eines Anlagengitters; 2. § 268 Abs . 4 Satz 2 über die Pflicht zur Erläuterung bestimmter Forderun gen im Anhalt; 3 . § 268 Abs. 5 Satz 3 über die Erläuterung bestimmter Verbindlichkeiten im Anhang; 4. § 268 Abs. 6 über den Rechnungsabgrenzungsposten nach § 250 Abs . 3 ; 5 . § 274 über die Steuerabgrenzung werden kleine Kapitalgesellschaften von der Pflicht zur Ermittlung und zum Ausweis der latenten Steuern befreit. • In § 275 Abs . 2 Nr. 7 Buchst. a) HGB wird bei den Abschreibungen der im RegE übersehene Halbsatz "sowie auf aktivierte Aufwendungen für die In gangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs" gestrichen. • Die Änderung des § 277 Abs. 3 Satz 1 HGB schreibt vor, dass außerplanmä ßige Abschreibungen nach § 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB jeweils gesondert auszuweisen oder im Anhang anzugeben sind. § 277 Abs. 4 Satz 3 HGB wurde dahingehend geändert, dass Satz 2 entspre chend für alle Aufwendungen und Erträge, die einem anderen Geschäftsjahr zuzurechnen sind, gilt. Nach dem neu angefügten § 277 Abs. 5 HGB sind Erträge aus der Abzinsung in der Gu V gesondert unter dem Posten "Sonstige Zinsen und ähnliche Erträ ge" und Aufwendungen gesondert unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" auszuweisen. Darüber hinaus sind Erträge bzw. Aufrech nungen aus der Währungsumrechnung in der Gu V gesondert unter dem Pos ten "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendun gen" auszuweisen. • Eine Vielzahl von Änderungen sowie einzelne Streichungen sieht das Bil MoG für die sonstigen Pflichtangaben im Anhang nach § 285 HGB vor. Zu Einzelheiten wird auf die Sonstigen Pflichtangaben nach 285 HGB Teil Neun Anhangangaben, IH. Pflicht- und Wahlpflichtangaben verwiesen. A. Anderungen durch das BilMoG 9 • In § 286 Abs. 2, 3 Satz 1, Abs. 4 und 5 HGB wird jeweils die Angabe "Satz 1 " gestrichen. § 286 Abs. 3 Satz 3 wird wie folgt gefasst: "Satz 1 Nr. 2 ist nicht anzuwen den, wenn die Kapitalgesellschaft oder eines ihrer Tochterunternehmen am Abschlussstichtag kapitalmarktorientiert im Sinn des § 264d ist. • § 287 HGB über die Aufstellung des Anteilsbesitzes wird mit Blick auf § 325 HGB in der Fassung des EHUG und der daraus folgenden Einreichung der Beteiligungsliste zum Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers aufge hoben. • Die Neufassung des § 288 HGB fuhrt die größenabhängigen Erleichterungen fur kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften unter Berücksichtigung der Neuregelungen und der den Mitgliedstaaten der EU erlaubten Erleichterungen im Hinblick auf die Verpflichtung zu Anhangangaben an. Entsprechend sieht § 288 Abs . 1 HGB vor, dass kleine Kapitalgesellschaften brauchen die dort angeführten Angaben nicht zu machen brauchen. Nach § 288 Abs. 2 HGB brauchen mittelgroße Kapitalgesellschaften bei der Angabe nach § 285 Nr. 3 die Risiken und Vorteile nicht darzustellen und sie brauchen die Angaben nach § 285 Nr. 4 und 29 HGB nicht zu machen. Ein schränkungen bestehen bezüglich der § § 285 Nr. 1 7 und Nr. 2 1 HGB. • § 289 HGB zum Lagebericht hat nur geringe Änderungen erfahren; der neu eingefuhrte § 289 Abs . 5 HGB verlangt von Kapitalgesellschaften i .S . des. § 264d HGB im Lagebericht die Beschreibung wesentlicher Merkmale des in ternen Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungs prozess. • Neu ist die nach § 289a Abs. 1 HGB abzugebende Erklärung zur Unterneh mensfuhrung der börsenorientierten Aktiengesellschaft sowie der Aktienge sellschaft, die ausschließlich andere Wertpapiere als Aktien zum Handel an einem organisierten Markt i . S . des § 2 Abs . 5 WpHG ausgegeben hat und de ren ausgegebene Aktien auf eigene Veranlassung über ein multilaterales Han deissystem i . S . des § 2 Abs . 3 Satz 1 Nr. 8 WpHG gehandelt werden. Die Er klärung zur Untemehmensfuhrung in den Lagebericht aufnehmen, die dort ei nen gesonderten Abschnitt bildet. Die Erklärung zur Untemehmensfuhrung kann auch auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich ge macht werden. In diesem Fall ist in den Lagebericht eine Bezugnahme aufzu nehmen, die die Angabe der Internetseite enthält. • Der Neunundzwanzigste Abschnitt. Übergangsvorschriften zum Bilanz rechtsmodemisierungsgesetz der Beschlussempfehlung und des Berichts des Rechtsausschusses (6 . Ausschuss) BT-Drucks 1 6/ 12407 vom 24.3 .2009 zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung BT-Drucks 1 6/ 1 0067 zum Entwurf eines Gesetzes zur Modemisierung des Bilanzrechts BilMoG beinhaltet in den Art. 66 und 67 umfangreiche Übergangsvorschriften. B ilMoG vom 2 5 .5 .2009, BGBL I Nr. 27, S . 1 102 ausgegeben zu Bonn am 28 .5 .2009.

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Zusammenfassung

Dieses Werk ist als Lehrbuch und Nachschlagewerk konzipiert. Es beinhaltet eine umfassende und problembezogene Darstellung der Konzernrechnungslegung. Hierzu werden die Ausführungen durch eine Vielzahl von Beispielen vor allem im Bereich der Konsolidierung mit vorgeschlagenen Lösungen ergänzt. Die Interpretationen der Vorschriften des HGB zur Konzernrechnungslegung werden durch die Aufnahme der Regelungen der einschlägigen internationalen Standards ergänzt.

Aus dem Inhalt:

- Grundsätze der Konzernrechnungslegung nach HGB

- Ansatz und Bewertung von Bilanzposten

- Voll- und Quotenkonsolidierung

- Equity-Bewertung assoziierter Unternehmen

- Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzern-Segmentberichterstattung

- Konzern-Eigenkapitalspiegel

- Konzernanhang und Konzernanlagebericht

Dieses Handbuch wendet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre im Bereich der externen Rechnungslegung, an Praktiker im Rechnungswesen, an Wirtschaftsprüfer und an Examenskandidaten für die Prüfung zum Wirtschaftsprüfer.

Der Autor:

Prof. Dr. Gerhard Scherrer war bis zu seiner Emeritierung ordentlicher Professor an der Universität Regensburg und Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Financial Accounting and Auditing. Darüber hinaus war er mehrere Jahre Vorsitzender der Kommission Rechnungswesen im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft und Mitglied im Prüfungsausschuss für die Prüfungen von Wirtschaftsprüfern.