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E. Ergebnisverwendung in:

Gerhard Scherrer

Rechnungslegung nach neuem HGB, page 285 - 286

Eine anwendungsorientierte Darstellung mit zahlreichen Beispielen

3. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3787-4, ISBN online: 978-3-8006-3917-5, https://doi.org/10.15358/9783800639175_285

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
E. Ergebnisverwendung Das HGB erlaubt als Alternativen fiir den Ergebnisausweis die Eigenkapitalpos ten mit und ohne Berücksichtigung der ganzen oder einer teilweisen Gewinnver wendung vor. Nach dem Grundsatz der Ausweisstetigkeit kann zwischen der Anwendung der Alternativen im Zeitablauf grundsätzlich nicht gewechselt wer den. Im Einzelnen stellen sich die Alternativen wie im Folgenden angefiihrt dar. Die Eigenkapitalposten nach § 266 Abs. 3 A. HGB sind ohne Berücksichtigung der Verwendung des Jahresergebnisses. In diesem Fall sind in der Bilanz unter dem Eigenkapital als gesonderte Bilanzposten anzusetzen: • GewinnvortragN erlustvortrag: Die Höhe des Gewinnvortrags ergibt sich aus dem Beschluss der HV bzw. der Gesellschafterversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns des abgelaufenen Geschäftsjahres (§ 1 74 Abs. 1 , Abs. 2 Nr. 4 AktG, § 29 Abs. 2 GmbHG). Der Ansatz eines Verlust vortrages ergibt sich bei einem Bilanzverlust des abgelaufenen Geschäftsjah res . • Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag: Die Höhe des Posteninhalts stimmt mit dem in der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 Abs. 2 Nr. 20 HGB (Gesamtkostenverfahren) bzw. nach § 275 Abs. 3 Nr. 1 9 HGB (Umsatzkos tenverfahren) angesetzten Betrag überein. Bei den Eigenkapitalposten nach § 268 Abs. 1 Satz 1 HGB darf die Bilanz auch unter Berücksichtigung der vollständigen oder teilweisen Verwendung des Jah resergebnisses aufgestellt werden. An Stelle der Bilanzposten des § 266 Abs. 3 A. IV. und V. HGB ist dann der Posten "Bilanzgewinn/Bilanzverlust" gesondert auszuweisen: • Die Aufstellung der Bilanz unter Berücksichtigung der vollständigen Ver wendung des Jahresergebnisses setzt einen der vollständigen Verrechnung des Jahresergebnissen entsprechenden, bei der Erstellung des Jahresabschlus ses zu berücksichtigenden Verwendungsbeschluss voraus. Nach Auffassung im Schrifttum darf die Bilanz nach § 268 Abs. 1 Satz 1 HGB unter Berücksichtigung der vollständigen Verwendung des Jahreser gebnisses auch dann aufgestellt werden, wenn ein Verlustvortrag durch einen Jahresüberschuss oder ein Jahresfehlbetrag durch Auflösung von Rücklagen ausgeglichen wird. • Die Aufstellung der Bilanz unter teilweiser Verwendung des Jahreser gebnisses ist zwingend, soweit gesetzliche Gewinnrücklagen oder vorge schriebene satzungsmäßige Rücklagen aus dem Jahresergebnis des Unter nehmens einzustellen sind. Gleiches gilt bei der AG fiir Abschlagszahlungen auf den Bilanzgewinn nach § 59 AktG. E. Ergebnisverwendung 249 Eine durch das B ilMoG eingefiigte Restriktion beinhaltet § 268 Abs . 8 HGB. Die Vorschrift legt fest, dass Erträge aus der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Anlagegegenstände oder latenter Steuern sowie aus der Bewertung von zu Handelszwecken erworbenen Finanzinstrumente oder Verrnögensgegens tände zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der hierfiir gebildeten passiven la tenten Steuern nur ausgeschüttet werden dürfen, wenn die nach der Ausschüttung verbleibenden frei verfiigbaren Rücklagen abzüglich eines Verlustvortrags oder zuzüglich eines Gewinnvortrags dem Gesamtbetrag der Erträge mindestens ent sprechen. Die Vorschrift schränkt nach dem BilMoG bezüglich der Rückzahlungen von Einlagen an einen Kommanditgesellschafter die Vorgaben des § 1 72 Abs. 4 HGB ein. Danach gilt, dass soweit die Einlage eines Kommanditisten zurückbe zahlt wird, sie den Gläubigem gegenüber als nicht geleistet gilt. Gleiches gilt, soweit ein Kommanditist Gewinnanteile entnimmt, während sein Kapitalanteil durch Verluste unter den Betrag der geleisteten Einlage gemindert ist oder soweit durch die Entnahme der Kapitalanteile unter den bezeichneten Betrag fällt. Hier zu wird § 1 72 Abs . 4 HGB der Satz 3 angefiigt "Bei der Berechnung des Kapital anteils nach Satz 2 sind Beträge im Sinn des § 268 Abs . 8 HGB nicht zu berück sichtigen" .

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Zusammenfassung

Dieses Werk ist als Lehrbuch und Nachschlagewerk konzipiert. Es beinhaltet eine umfassende und problembezogene Darstellung der Konzernrechnungslegung. Hierzu werden die Ausführungen durch eine Vielzahl von Beispielen vor allem im Bereich der Konsolidierung mit vorgeschlagenen Lösungen ergänzt. Die Interpretationen der Vorschriften des HGB zur Konzernrechnungslegung werden durch die Aufnahme der Regelungen der einschlägigen internationalen Standards ergänzt.

Aus dem Inhalt:

- Grundsätze der Konzernrechnungslegung nach HGB

- Ansatz und Bewertung von Bilanzposten

- Voll- und Quotenkonsolidierung

- Equity-Bewertung assoziierter Unternehmen

- Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzern-Segmentberichterstattung

- Konzern-Eigenkapitalspiegel

- Konzernanhang und Konzernanlagebericht

Dieses Handbuch wendet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre im Bereich der externen Rechnungslegung, an Praktiker im Rechnungswesen, an Wirtschaftsprüfer und an Examenskandidaten für die Prüfung zum Wirtschaftsprüfer.

Der Autor:

Prof. Dr. Gerhard Scherrer war bis zu seiner Emeritierung ordentlicher Professor an der Universität Regensburg und Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Financial Accounting and Auditing. Darüber hinaus war er mehrere Jahre Vorsitzender der Kommission Rechnungswesen im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft und Mitglied im Prüfungsausschuss für die Prüfungen von Wirtschaftsprüfern.