Content

C. Wertpapiere des Umlaufvermögens in:

Gerhard Scherrer

Rechnungslegung nach neuem HGB, page 226 - 231

Eine anwendungsorientierte Darstellung mit zahlreichen Beispielen

3. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3787-4, ISBN online: 978-3-8006-3917-5, https://doi.org/10.15358/9783800639175_226

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
c. Wertpapiere des Umlaufvermögens Wertpapiere des Umlaufvermögens unterscheiden sich dem Grunde nach nicht von Wertpapieren des Anlagevermögens. Die Zuordnung zum Umlaufvermögen beruht auf der Zwecksetzung des Unternehmens, die Wertpapiere einen kürze ren Zeitraum zu halten. Der bisher vorgeschriebene gesonderte Ausweis der eigenen Anteile unter dem Posten "Wertpapiere" des Umlaufvermögens ist mit dem BilMoG aufgehoben worden. I. Nachweis und Ansatz der Wertpapiere des Umlaufvermögens Wertpapiere können im Unternehmen (Selbstverwahrung) oder außerhalb des Unternehmens, i .d.R. im Depot einer Bank (Fremdverwahrung), aufbewahrt wer den. Der Nachweis der Wertpapiere hängt von der Art der Verwahrung ab. • Bei Selbstverwahrung sind die kurzfristig gehaltenen Wertpapierbestände entsprechend den Vorschriften der § § 240, 24 1 HGB rur den Schluss eines jeden Geschäftsjahres körperlich aufzunehmen. Über die Aufnahme ist ein Protokoll anzufertigen, das den Nachweis über den Wertpapierbestand des Unternehmens dokumentiert. • Bei Fremdverwahrung von kurzfristig gehaltenen Wertpapieren im Depot einer Bank sind die Angaben auf der Depotbescheinigung der Bank mit der unternehmensinternen Dokumentation des Wertpapierbestands abzustimmen. Im Inventar ist j edes einzelne Wertpapier bzw. bei mehreren Wertpapieren der gleichen Art j ede Art des Wertpapiers aufzunehmen. Für den Ansatz von Wertpapieren des Umlaufvermögens gelten die Grundsätze des Ansatzes anderer Vermögensgegenstände. Hat ein Wertpapier die Eigen schaft eines Vermögensgegenstandes und das bilanzierende Unternehmen an den Wertpapieren wirtschaftliches Eigentum, besteht Ansatzpflicht. Der spezielle Ansatz eigener Anteile unter den Wertpapieren des Umlaufvermö gens und ihre Charakterisierung als Vermögens gegenstände bzw. als Korrektur posten zum Eigenkapital ist mit der Änderung des § 272 Abs . 1 HGB in Anpas sung an die IFRS durch das BilMoG neu geregelt. Die danach vorgeschriebene Behandlung der eigenen Anteile regelt § 272 Abs . l a HGB. Eigene Anteile werden nicht wie bisher unter den Wertpapieren des Umlaufvermögens gesondert ausgewiesen. Nunmehr sind sie vielmehr nach § 266 Abs . 3 A. in der Vorspalte mit dem Posten "Gezeichnetes Kapital" zu verrechnen . Zu Einzelheiten wird auf die Darstellung des Postens "Gezeichnetes Kapital" im Vierten Teil verwie sen. Bei dieser Darstellung wird auch eingegangen auf den zulässigen und nicht zulässigen Erwerb eigener Anteile der AG und der GmbH. C. Wertpapiere des Umlaufvermägens 1 89 11. Ausweis der Wertpapiere des Umlaufvermögens Die in der B ilanz nach § 266 Abs. 2 B. IH. HGB auszuweisenden Wertpapiere des Umlaufvermögens betreffen die Posten "Anteile an verbundenen" und "Un ternehmen und sonstige Wertpapieren". Die bisher vorgeschriebene Einbezie hung eigener Anteile unter den Wertpapieren des Umlaufvermögens ist durch die Neuformulierung des § 272 Abs . l a HGB durch das BilMoG nunmehr unzuläs sig. 1. Anteile an verbundenen Unternehmen Verbundene Unternehmen sind nach § 1 5 AktG rechtlich selbständige Unter nehmen, die im Verhältnis zueinander in Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen und mit Mehrheit beteilige Unternehmen nach § 1 6 AktG, abhängige und herr schende Unternehmen nach § 1 7 AktG, Konzernunternehmen nach § 1 8 AktG, wechselseitig beteiligte Unternehmen nach § 1 9 AktG oder Vertragsteile eines Unternehmensvertrags nach § § 29 1 , 292 AktG. Unter dem Posten des § 266 Abs . 2 B . IH. HGB s ind Anteile an verbundenen Unternehmen auszuweisen. Der Ausweis setzt ( 1 ) das Bestehen von Anteilen an verbundenen Unternehmen und (2) die Kurzfristigkeit des Haltens er Anteile an verbundenen Unternehmen voraus. Nach der Planung des bilanzierenden Unter nehmens dürfen die Anteile an verbundenen Unternehmen voraussichtlich nur kurzfristig gehalten werden. Als Beispiele rur im Umlaufvermögen auszuweisende Anteile an verbundenen Unternehmen werden im Schrifttum u.a. genannt: ( 1 ) Vorratsaktien, die eine AG zur Vorbereitung einer Verschmelzung, des Abschlusses eines Unterneh mensvertrages oder einer Eingliederung erworben hat zum Zweck der Weiterlei tung der Aktien an die Gesellschafter des übertragenden Rechtsträgers und (2) Rückbeteiligungen als Aktien an einem herrschenden oder an einem mit Mehr heit beteiligten Unternehmen, die durch Anordnung des herrschende Unterneh men veräußert werden können. Da der Ausweis der Anteile an verbundenen Unternehmen auf Wertpapiere ge mäß § 266 Abs . 2 B . IH. HGB beschränkt ist, können bei streng formaler Be trachtungsweise nur Aktien einer verbundenen AG unter dem Posten ,,Anteile an verbundenen Unternehmen" eingeordnet werden. Anteile, die keine Wertpa piere sind, wie GmbH-Anteile an verbundenen Unternehmen, sind unter einem nach § 265 Abs. 5 Satz 2 HGB neu einzufügenden Posten des Umlaufvermögens auszuweisen. Obwohl eine Zuordnung zu dem Posten des § 266 Abs. 2 B . IH. Nr. 1 HGB auf grund der fehlenden Wertpapiereigenschaft von GmbH-Anteilen formal unzu lässig ist, wird der Ausweis der entsprechenden Anteile mit der Einheitlichkeit der Vorgehensweise begründet. Damit entsteht eine Ausnahme von der Rege lung, dass unter dem Posten nur in Wertpapieren verbriefte Anteile ausgewiesen werden dürfen. Die Ausnahme betrifft Anteile an verbundenen Unternehmen in der Rechtsform der GmbH. Der Ausweis ist zweckgerechter als ein zuweilen 1 90 Dritter Teil: Bilanzierung der Gegenstände des Umlaufvermägens vorgeschlagener Ausweis der GmbH-Anteile unter dem Posten "sonstige Ver mögensgegenstände" oder unter einem nach § 265 Abs . 5 Satz 2 HGB neu ein ge fugten Posten� dessen Einordnung in das Umlaufvermögen eher irrefuhrend ist. 2. Sonstige Wertpapiere Unter dem Posten "sonstige Wertpapiere" sind alle Wertpapiere des Umlaufver mögens auszuweisen� die nicht Anteile an verbundenen Unternehmen sind. Dar unter fallen alle Arten von kurzfristigen Eigenkapital- und Gläubigerpapieren, u.a. Aktien, Genussscheine und kurzfristige, festverzinsliche Wertpapiere. Für abgetrennte Zins- und Dividendenscheine besteht nach h.M. ein Ausweis wahlrecht, nach dem sie unter dem Posten "sonstige Wertpapiere" nach § 266 Abs . 2 B . IH. Nr. 2 . HGB oder dem Posten "sonstige Vermögensgegenstände" nach 266 Abs. 2 B . H. Nr. 4. HGB ausgewiesen werden können. Bei Zins- und Dividendenscheinen handelt es sich jedoch nicht um Wertpapiere, auch nicht um wertpapierähnliche Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, sondern um Forderungsrechte, die entgegen der h.M. ausschließlich im Umlaufvermögen un ter dem Posten "sonstige Vermögensgegenstände" nach 266 Abs . 2 B . 11. Nr. 4 . HGB auszuweisen sind. Unterliegen Wertpapiere des Umlaufvermögens, die unter dem Posten "sonstige Wertpapiere" auszuweisen sind, gesetzlichen oder vertraglichen Veräußerungs beschränkungen, ist nach h.M. der Ausweis unter den sonstigen Wertpapieren um einen ergänzenden Davon-Vermerk zu erweitern. Das Gesetz sieht eine er gänzende Berichterstattung über die Veräußerungsbeschränkung nicht vor. Frag lich könnte dagegen sein, ob bei Veräußerungsbeschränkung ein Ausweis im Umlaufvermögen unter § 266 Abs . 2 B . H oder III HGB zulässig ist oder ob die entsprechenden Wertpapiere im Anlagevermögen unter § 266 Abs . 2 A. III HGB auszuweisen sind. HI. Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens 1. Zugangsbewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens Bei Erwerb sind die Wertpapiere des Umlaufvermögens mit den Anschaffungs kosten zu bewerten. Diese ergeben sich aus dem KaufPreis einschließlich der Anschaffungsnebenkosten in Form von Provisionen und Gebühren, die beim Er werb der Wertpapiere anfallen. Die Anschaffungskosten fur das einzelne Wertpapier bei gleichzeitigem Erwerb mehrerer Wertpapiere der gleichen Art werden nach dem Durchschnittsprin zip ermittelt. Provisionen und Gebühren sind proportional den erworbenen Wert papieren zuzurechnen. Andere Verfahren der Wertbildung, wie Gruppenbewer tung und Bewertungsvereinfachungsverfahren, sind entgegen der h.M. bei der Ermittlung der Anschaffungskosten von Wertpapieren ebenso wenig zulässig wie bei der Bestimmung des Bilanzwertes. C. Wertpapiere des Umlaufvermögens 19 1 2. Folgebewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens Die Folgebewertung basiert vielfach im Rahmen der Durchschnittsbewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens. Dies gilt sowohl für den eher seltenen Fall der Eigenverwahrung wie für den typischen Fall der Verwahrung der Wert papiere im Depot einer B ank. Die Besonderheit der Verwahrung der Wertpapiere im Girosammeldepot besteht darin, dass das Unternehmen als Hinterleger das Eigentum an den von ihm gelieferten Wertpapier-Stücken verliert und dafür Mit eigentum an dem Sammeldepot des Verwahrers entsprechend der Einlieferung erwirbt. Gleiches gilt tUr stücklose Papiere. Die Bewertung ist ausschließlich auf der Grundlage der Durchschnittsbewer tung möglich. Lässt ein Unternehmen Wertpapiere der gleichen Art in Sammel depots unterschiedlichen Kreditinstituten verwahren, wird eine Durchschnittsbil dung für die Wertpapiere, die im j eweils gleichen Kreditinstitut verwahrt werden, als zulässig angesehen. Vereinzelt wird die Auffassung vertreten, dass auf Wertpapiere des Umlauf vermögens auch die Bewertungsvereinfachungsverfahren des § 256 Satz 1 HGB anwendbar sind. Zwar wird gesehen, dass die Verfahren dem Wortlaut des § 256 HGB nach nur tUr das Vorratsvermögen anwendbar sind. Mit Hinweis auf die Handhabung zum AktG 1 965 wird der Standpunkt vertreten, dass diese Be schränkung nicht gewollt sein dürfte, so dass die Anwendbarkeit des Lifo- und Fifo-Verfahren auch für die Wertpapiere des Umlaufvermögens zulässig sei. Da von abweichend hält die h.M. richtigerweise auf grund der expliziten Beschrän kung der Verbrauchsfolgeverfahren aufgrund der fehlenden gesetzlichen Zulas sung für die Bewertung von Wertpapieren des Umlaufvermögens für unzulässig. Eine Besonderheit besteht bezüglich der Bewertung der Wertpapiere in Form von Zero-Bonds. S ie sind beim Erwerber mit den Anschaffungskosten zuzüglich der Zinsforderungen zu bewerten. Ist der Börsenkurs zum Jahresabschluss nied riger als der Betrag der fortgeschriebenen Anschaffungskosten, sind nach Maß gabe des § 253 Abs. 4 HGB Abschreibungen vorzunehmen. Diese Bilanzierung wird hier nicht problematisiert, da Zero-Bonds auf grund ihrer langen Laufzeit, z.B . von 30 und mehr Jahren, in der Regel nicht unter den Posten der Wertpapie re des Umlaufvermögens fallen. Für die Wertpapiere des Umlaufvermögens gilt das Niederstwertprinzip des § 253 Abs. 4 HGB. Dabei stellt sich, wie im F inanzanlagevermögen, das Prob lem der Berücksichtigung der Anschaffungsnebenkosten und der Verkaufsspesen bei Veräußerung der Wertpapiere. Es ist nach h.M. wie folgt zu lösen: • Besteht am Abschlussstichtag keine Veräußerungsabsicht, sind die Wertpa piere des Umlaufvermögens bei gesunkenem B örsenkurs mit dem Börsenkurs zuzüglich Anschaffungsnebenkosten, d.h. zu dem niedrigeren inputorientier ten beizulegenden Zeitwert in Form der Wiederbeschaffungskosten, zu be werten. • Besteht am Abschlussstichtag Veräußerungsabsicht, sind die Wertpapiere des Umlaufvermögens mit dem niedrigeren Börsenkurs ohne Anschaffungs- 1 92 Dritter Teil: Bilanzierung der Gegenstände des Umlaufoermägens nebenkosten, abzüglich zu entstehenden Verkaufs spesen als outputorientierter beizulegender Zeitwert zu bewerten. Unklar ist, ob ohne konkrete Verkaufsabsicht eines Wertpapiers ein Bewer tungswahlrecht zur Bestimmung des niedrigeren Wertes darin besteht, den niedrigeren B örsenkurs am Abschlussstichtag ohne Anschaffungsnebenkos ten und abzüglich entstehender Verkaufsspesen in der B ilanz anzusetzen. Maßgeblich fUr die Bewertung der Wertpapiere sei das Wiederbeschaf fungswertprinzip. Die B ewertung mit dem niedrigeren Nettoverkaufspreis würde dazu fUhren, dass die nach § 255 Abs . 1 HGB geforderte Aktivie rungspflicht fUr Anschaffungsnebenkosten aufgehoben würde. Der Auffassung wird hier nicht gefolgt. Der Ausweis von Wertpapieren im Umlaufvermögen setzt voraus, dass die Wertpapiere nur kurzfristig gehalten werden sollen. Ansonsten ist ein Ausweis der Wertpapiere im Anlagevermö gen vorgeschrieben. Kurzfristig gehaltene Wertpapiere sind aber ausschließ lich mit dem B etrag anzusetzen, der voraussichtlich bei Veräußerung zum Abschlussstichtag mit dem Veräußerungsbetrag abzüglich der mit der Ver äußerung entstehenden Aufwendungen netto erzielt würde. Der niedrigere beizulegende Zeitwert in diesem Sinne ist der niedrigere Börsenkurs am Abschlussstichtag ohne Anschaffungsnebenkosten und abzüglich voraus sichtlicher Verkaufsspesen. 3. Wertaufltolungsgebot für Wertpapiere des Umlaufvermögens Nach der Neuregelung des § 253 Abs . 5 Satz 1 HGB durch das BilMoG darf ein niedrigerer Wertansatz der Wertpapiere des Umlaufvermögens nach § 253 Abs . 4 HGB nicht beibehalten werden, wenn die Gründe dafUr nicht mehr bestehen. Es ist eine Werterhöhung bis zu dem höheren beizulegenden Zeitwert, höchstens jedoch bis zu den Anschaffungskosten der Wertpapiere vorzunehmen. Mit der Neuregelung wird nach dem RegE zum BilMoG (BT-Drucks 1 6/ 10067, S. 57) ein umfassendes und rechtsformunabhängiges Wertaufholungsgebot be züglich aller Formen von außerplanmäßigen Abschreibungen, d.h. auch bezüg lich der Wertpapiere des Umlaufvermögens, im HGB verankert. Beispiel 23: Bewertung von Wertpapieren Die A AG erwirbt in mehreren Stufen Aktien der C AG über ihre Hausbank. Jeweils Anfang der Monate September bis Dezember 1 0 werden bei steigendem Aktienkurs Käufe von 50 Tsd. 65 Tsd. 70 Tsd. und 40 Tsd. C-Aktien zu den Kursen der Aktie von 40, 60, 82 und 1 00 € abgewi ckelt. Die Provisionen betragen jeweils ein halbes Prozent des Kaufpreises. Zum Abschlussstichtag 3 1 . 12 . 1 0 notiert die Aktie mit 78 €. Da e in weiteres Sinken des Aktien kurses erwartet wird, veräußert die A AG am 3 1 . 1 2. 1 0 1 00 Tsd. C-Aktien. 1 . Es ist der Wert des Bestandes von C-Aktien der A A G zum Abschlussstichtag 3 1 . 1 2. 1 0 zu ermitteln und im Jahresabschluss der A AG unter der Annahme darzustel1en, dass die A C. Wertpapiere des Umlaufoermögens 1 93 AG beabsichtigt, die restlichen C-Aktien innerhalb eines kurzen Zeithorizonts zu veräu ßern. 2. Nach zuweilen vertretener Auffassung im Schrifttum seien bei der Wertzuordnung auf die Aktienbestände der Wertpapiere des Umlaufvermögens die rur Vorräte vorgesehenen Ver brausfolgeverfahren nach § 256 HGB die UFO-Methode, die FIFO-Methode Es ist für den unter 1 . genannten Fall die Wirkung der gesetzlich lediglich für das Vorratsver mögen zulässigen Bewertungsvereinfachungsverfahren aufzuzeigen. Beispiel 24: Anteile an verbundenen Unternehmen, eigene Anteile Im Februar 1 0 erwirbt die A AG mit Finanzierung der Hausbank 1 0 % ihres Grundkapitals. Der Erwerb umfasst 1 20 .000 Aktien mit einem Nennwert pro Aktie von 5 €. Die Anschaf fungskosten betragen 8 Mill. €, die Maklerprovision 40 Tsd. € und die Vermittlung des Aktien paketes 25 Tsd. €. Im März 10 erwirbt die A AG gleichfalls mit Finanzierung der Hausbank 25 % der Anteile der B AG, die herrschendes Unternehmen gegenüber der A AG ist, bei Anschaffungskosten von 80 € pro Aktie zum Preis von 1 0 Milt €, zuzüglich Maklerprovision und Gebühren von zusammen 50 Tsd. €. Der Bestimmung der Anschaffungskosten ein Bewertungsgutachten mit Kosten von 30 Tsd. € zugrunde. 1 . Es sind die Anschaffungskosten der eigenen Anteile der A AG sowie die Anschaffungskos ten der Anteile an der B AG zu ermitteln. 2 . Es ist festzustellen, unter welchen Posten der Bilanz der A AG die eigenen Anteile und die Anteile an der B AG auszuweisen sind, wenn die A AG beabsichtigt, die Anteile langfristig zu halten. Zudem ist die buchmäßige Erfassung der Vorgänge bei der A AG aufzuzeigen. 3 . Zum 3 1 . 12 . 1 0 werden d ie eigenen Anteile der A AG mit einem Kurs von 60 € , die Anteile an der B AG mit einem Kurs von 70 € notiert. Es ist der zu bilanzierende beizulegende Wert der Anteile zu ermitteln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die beim Verkauf der Ak tien entstehenden Maklerprovisionen und Spesen zusammen 0,5 % des Veräußerungsprei ses der Aktien beträgt. 4 . Zum 3 1 . 1 2 . 1 1 werden entgegen der ursprünglichen Absicht die von der A AG an der B AG gehaltenen Anteile an letztere zu einem Preis von 9,5 MUl. € veräußert. Mit der Einnahme werden Teile der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten getilgt. Es ist die Wirkung des Vorgangs auf den Jahresabschluss der A AG zum 3 1 . 1 2 . 1 1 aufzuzeigen.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Dieses Werk ist als Lehrbuch und Nachschlagewerk konzipiert. Es beinhaltet eine umfassende und problembezogene Darstellung der Konzernrechnungslegung. Hierzu werden die Ausführungen durch eine Vielzahl von Beispielen vor allem im Bereich der Konsolidierung mit vorgeschlagenen Lösungen ergänzt. Die Interpretationen der Vorschriften des HGB zur Konzernrechnungslegung werden durch die Aufnahme der Regelungen der einschlägigen internationalen Standards ergänzt.

Aus dem Inhalt:

- Grundsätze der Konzernrechnungslegung nach HGB

- Ansatz und Bewertung von Bilanzposten

- Voll- und Quotenkonsolidierung

- Equity-Bewertung assoziierter Unternehmen

- Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzern-Segmentberichterstattung

- Konzern-Eigenkapitalspiegel

- Konzernanhang und Konzernanlagebericht

Dieses Handbuch wendet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre im Bereich der externen Rechnungslegung, an Praktiker im Rechnungswesen, an Wirtschaftsprüfer und an Examenskandidaten für die Prüfung zum Wirtschaftsprüfer.

Der Autor:

Prof. Dr. Gerhard Scherrer war bis zu seiner Emeritierung ordentlicher Professor an der Universität Regensburg und Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Financial Accounting and Auditing. Darüber hinaus war er mehrere Jahre Vorsitzender der Kommission Rechnungswesen im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft und Mitglied im Prüfungsausschuss für die Prüfungen von Wirtschaftsprüfern.