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3.7 Ermittlung der einkommensteuerlichen Bemessungsgrundlage in:

Dietmar Wellisch, Jörg Kroschel

Besteuerung von Erträgen, page 80 - 81

2. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3890-1, ISBN online: 978-3-8006-3891-8, https://doi.org/10.15358/9783800638918_80

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
46 Einkommensteuer 3.7 Ermittlung der einkommensteuerlichen Bemessungsgrundlage Der Einkommensteuertarif wird gemäß § 32a Abs. 1 Satz 1 EStG auf das „zu versteuernde Einkommen“ angewendet. Die Ermittlung des „zu versteuernden Einkommens“ richtet sich nach den Vorschriften des § 2 Abs. 1 - 5 EStG. Dabei sind zunächst die Zwischengrößen „Summe der Einkünfte“, „Gesamtbetrag der Einkünfte“ und „Einkommen“ zu berechnen. Die in § 2 Abs. 1 - 5 EStG angegebene Reihenfolge der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens ist zwingend einzuhalten, da bei verschiedenen Berechnungsschritten auf die Höhe bereits ermittelter Zwischengrößen zurückgegriffen wird. Beispielsweise hängt die Höhe des Altersentlastungsbetrags nach § 24a EStG von der Summe der Einkünfte ab; die gemäß § 10b EStG abzugsfähigen Spenden nehmen Bezug auf den Gesamtbetrag der Einkünfte; zur Ermittlung der abziehbaren außergewöhnlichen Belastungen ist die Kenntnis des Gesamtbetrags der Einkünfte ebenfalls erforderlich (§ 33 Abs. 3 EStG). Die Vorschriften des § 2 Abs. 1 – 5 EStG geben die Ermittlung des zu versteuernden Einkommens allerdings nicht vollständig wieder. Eine ausführlichere Darstellung, an der sich das folgende Schema orientiert, findet sich in R 2 EStR. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft + Einkünfte aus Gewerbebetrieb + Einkünfte aus selbständiger Arbeit + Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit + Einkünfte aus Kapitalvermögen + Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung + Sonstige Einkünfte ggf. Saldierung = Summe der Einkünfte – Altersentlastungsbetrag (§ 24a EStG), siehe B.8.1 – Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (§ 24b EStG), siehe B.8.2 – Freibetrag für Land- und Forstwirte (§ 13 Abs. 3 EStG), siehe B.7.1.2 = Gesamtbetrag der Einkünfte (§ 2 Abs. 3 EStG) – Verlustabzug (§ 10d EStG), siehe B.10.1.2 – Sonderausgaben (§§ 10 – 10c, 9c Abs. 2 EStG), siehe B.8.3 – außergewöhnliche Belastungen (§§ 33 – 33b EStG), siehe B.8.4 – Steuerbegünstigung für Wohnungen, Gebäude, Baudenkmale und schutzwürdige Kulturgüter (§§ 10e – 10i EStG), siehe B.7.6.11 = Einkommen (§ 2 Abs. 4 EStG) – Freibeträge für Kinder (§§ 31, 32 Abs. 6 EStG), siehe B.8.5.2 – Abzugsbeträge nach § 46 Abs. 3 EStG, § 70 EStDV = zu versteuerndes Einkommen (§ 2 Abs. 5 EStG) Tabelle B.4: Ermittlung des zu versteuernden Einkommens Sachliche Steuerpflicht 47 3.8 Ermittlung der festzusetzenden Einkommensteuer Die festzusetzende Einkommensteuer ermittelt sich nach § 2 Abs. 5, 6 EStG in zwei Schritten. Zunächst ist die tarifliche Einkommensteuer durch Anwendung des Steuertarifs des § 32a EStG auf das zu versteuernde Einkommen zu berechnen. Zu beachten ist, dass sich die tarifliche Einkommensteuer in den Fällen des § 32b EStG, der für bestimmte steuerfreie Vermögensmehrungen einen Progressionsvorbehalt vorsieht, in den Fällen der §§ 34, 34b EStG, die für bestimmte außerordentliche Einkünfte eine Tarifermäßigung vorsehen, in den Fällen des § 34a EStG, der einen ermäßigten Steuersatz für nicht entnommene Gewinne vorsieht, sowie in den Fällen des § 32d EStG, der einen besonderen Steuersatz für Einkünfte aus Kapitalvermögen vorsieht, nach abweichenden Vorschriften bemisst. In einem zweiten Schritt ist die tarifliche Einkommensteuer um die in § 2 Abs. 6 EStG genannten Beträge zu modifizieren, um die festzusetzende Einkommensteuer zu erhalten. Die folgende Darstellung orientiert sich an dem Schema in R 2 EStR. Zu versteuerndes Einkommen (§ 2 Abs. 5 EStG) Anwendung des Steuertarifs nach § 32a EStG (siehe B. 4.4) unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehalts nach § 32b EStG, siehe B.4.4.3 der Tarifermäßigungen nach §§ 34, 34b EStG für außerordentliche Einkünfte, siehe B.4.4.4 des besonderen Steuersatzes für Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 32d EStG, siehe B.4.4.6 des besonderen Steuersatzes für nicht entnommene Gewinne nach § 34a EStG, siehe B.4.4.5 = Tarifliche Einkommensteuer (§ 2 Abs. 5 EStG) – anzurechnende ausländische Steuern (§ 34c Abs. 1 EStG) – Steuerermäßigung bei Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 35 EStG), siehe B.7.2.7 – Steuerermäßigung für Beiträge und Spenden an politische Parteien (§ 34g EStG), siehe B.8.3.9 – Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen (§ 35a EStG), siehe B.9.4 – Steuerermäßigung bei Belastung mit Erbschaftsteuer (§ 35b EStG), siehe B.9.5 + Zulage für Altersvorsorge (Riesterrente), wenn Sonderausgabenabzug günstiger (§ 10a Abs. 2 EStG), siehe B.10.3.2.3 + Kindergeld, soweit das Einkommen um die Freibeträge nach § 32 Abs. 6 EStG gemindert wurde, siehe B.8.5.3 = Festzusetzende Einkommensteuer (§ 2 Abs. 6 EStG) Tabelle B.5: Ermittlung der Festzusetzenden Einkommensteuer

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Zusammenfassung

Das Handbuch zur Besteuerung des Einkommens.

Thema des Buches ist die Besteuerung von Erträgen in der Bundesrepublik Deutschland, die von natürlichen und juristischen Personen erwirtschaftet werden. Es vermittelt einen systematischen Überblick über die Einkommensteuer, einschließlich der steuerlichen Gewinnermittlung, die Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer.

Das Buch eignet sich für die Ausbildung und für die Praxis. Die besondere Eignung für Praktiker leitet sich daraus ab, dass es anders als ein Kommentar bestimmte Sachfragen zusammenhängend abhandelt. So werden beispielsweise Fragen der Besteuerung der Altersvorsorge, von wiederkehrenden Leistungen, Betriebsaufspaltungen, der Umstrukturierung von Personengesellschaften oder der Verlustverrechnung in besonderen Abschnitten systematisch abgehandelt.

Insgesamt zeichnet sich das Buch dadurch aus, dass es die unübersichtliche Zahl von steuerlichen Einzelregelungen in verständlichen Sachzusammenhängen erläutert und somit die Komplexität des Ertragsteuerrechts auf den Kern der steuerlichen Behandlung zurückführt, ohne die steuerlichen Einzelregelungen zu vernachlässigen.

Zielgruppe sind die Studierenden der Wirtschaftswissenschaften an Universitäten und Fachhochschulen, des Steuerrechts an juristischen Fakultäten sowie Finanzfachhochschulen. Zudem eignet sich das Buch als Nachschlagewerk für die Praxis der Steuerberatung sowie Finanzverwaltung.

Die Autoren

Prof. Dr. Dietmar Wellisch, Steuer- und Rentenberater, studierte Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, promovierte an der Universität Tübingen und habilitierte sich an der Indiana State University/USA und der Universität Dortmund. Prof.Wellisch ist Mitglied des wiss. Beirats beim BMF und zudem Vorsitzender des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft Zeitwertkonten mit Sitz in Frankfurt/Main.

Prof. Dr. Jörg Kroschel war nach einer Promotion zum US-Steuerrecht mehrere Jahre als Steuerberater für Ernst & Young tätig. Seit 2007 ist er Professor für Rechnungswesen und Unternehmensbesteuerung an der Hochschule Zittau / Görlitz.