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8.3.11 Sonderausgaben-Pauschbetrag in:

Dietmar Wellisch, Jörg Kroschel

Besteuerung von Erträgen, page 457 - 457

2. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3890-1, ISBN online: 978-3-8006-3891-8, https://doi.org/10.15358/9783800638918_457

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Abzüge von der Summe der Einkünfte 423 2011 oder dem VZ 2012 gelten sollen. Danach soll die Differenzierung zwischen erwerbsbedingten und privat bedingten Kinderbetreuungskosten entfallen. Die Regelung soll insgesamt bei den Sonderausgaben (§ 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG) angesiedelt werden; § 9c EStG soll entfallen. Der Abzug von Kinderbetreuungskosten soll dadurch erleichtert werden, dass auf die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen der Eltern bei der Absetzbarkeit verzichtet wird. Insbesondere soll auf das Erfordernis einer Erwerbstätigkeit beider Eltern verzichtet werden. Künftig sollen zwei Drittel der Aufwendungen, max. 4.000 € je Kind, für Kinder unter 14 Jahren unabhängig davon als Sonderausgaben abzugsfähig sein, ob beide Eltern erwerbstätig sind oder nicht. 8.3.11 Sonderausgaben-Pauschbetrag Für die Sonderausgaben nach den §§ 9c und 10 Abs. 1 Nrn. 1, 1a, 4, 7 und 9 EStG und nach § 10b EStG wird ein Pauschbetrag i.H.v. 36 € gewährt (§ 10c Satz 1 EStG). Für zusammen veranlagte Ehegatten verdoppelt sich der Sonderausgaben-Pauschbetrag auf 72 € (§ 10c Satz 2 EStG). Weist der Steuerpflichtige für die genannten Sonderausgaben keine höheren Aufwendungen nach, so wird der Pauschbetrag gewährt. Bei Nachweis höherer Sonderausgaben können aber natürlich diese angesetzt werden. 8.4 Außergewöhnliche Belastungen (§§ 33 – 33b EStG) Neben den Sonderausgaben stellen die außergewöhnlichen Belastungen die zweite wichtige Ausnahme von der Regel des § 12 Nr. 1 EStG dar, wonach Kosten der privaten Lebensführung bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens grundsätzlich nicht abgezogen werden dürfen. Indikator der Leistungsfähigkeit ist die Höhe des Einkommens, das für die private Bedürfnisbefriedigung zur Verfügung steht. Entscheidungen der Einkommensverwendung sind für die Bestimmung der Leistungsfähigkeit ohne Bedeutung. Abweichend von diesem Grundsatz ist der Gesetzgeber jedoch der Ansicht, dass bestimmte außergewöhnliche Ereignisse, z.B. Krankheiten oder Naturkatastrophen, die den Steuerpflichtigen stärker belasten als die überwiegende Mehrzahl der Personen in vergleichbaren Lebenssituationen, sehr wohl zu einer Minderung der Leistungsfähigkeit führen können. Aufwendungen, die der Steuerpflichtige auf Grund solcher Ereignisse tätigt, können daher im Sinne der steuerlichen Gleichmäßigkeit und sozialen Gerechtigkeit gemäß §§ 33 – 33b EStG als außergewöhnliche Belastungen von dem Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden. Die Vorschriften zu außergewöhnlichen Belastungen sollen Umständen Rechnung tragen, in denen das Existenzminimum auf Grund bestimmter außergewöhnlicher Umstände höher liegt als bei anderen Steuerpflichtigen. Das deutsche Einkommensteuerrecht unterscheidet zwei Kategorien von außergewöhnlichen Belastungen: Nicht typisierte außergewöhnliche Belastungen Auf Grund der Vielfalt der Lebenssachverhalte, die eine Minderung der persönlichen Leistungsfähigkeit zur Folge haben können, kann eine abschließende Aufzählung von Einzelfällen dem Prinzip der Gleichmäßigkeit der Besteuerung nicht gerecht werden. § 33 EStG beschreibt daher eine allgemeine Definition außergewöhnlicher Belastungen. Die außergewöhnlichen Belastungen des § 33 EStG werden als nicht typisierte außergewöhnliche Belastungen bezeichnet.

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Zusammenfassung

Das Handbuch zur Besteuerung des Einkommens.

Thema des Buches ist die Besteuerung von Erträgen in der Bundesrepublik Deutschland, die von natürlichen und juristischen Personen erwirtschaftet werden. Es vermittelt einen systematischen Überblick über die Einkommensteuer, einschließlich der steuerlichen Gewinnermittlung, die Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer.

Das Buch eignet sich für die Ausbildung und für die Praxis. Die besondere Eignung für Praktiker leitet sich daraus ab, dass es anders als ein Kommentar bestimmte Sachfragen zusammenhängend abhandelt. So werden beispielsweise Fragen der Besteuerung der Altersvorsorge, von wiederkehrenden Leistungen, Betriebsaufspaltungen, der Umstrukturierung von Personengesellschaften oder der Verlustverrechnung in besonderen Abschnitten systematisch abgehandelt.

Insgesamt zeichnet sich das Buch dadurch aus, dass es die unübersichtliche Zahl von steuerlichen Einzelregelungen in verständlichen Sachzusammenhängen erläutert und somit die Komplexität des Ertragsteuerrechts auf den Kern der steuerlichen Behandlung zurückführt, ohne die steuerlichen Einzelregelungen zu vernachlässigen.

Zielgruppe sind die Studierenden der Wirtschaftswissenschaften an Universitäten und Fachhochschulen, des Steuerrechts an juristischen Fakultäten sowie Finanzfachhochschulen. Zudem eignet sich das Buch als Nachschlagewerk für die Praxis der Steuerberatung sowie Finanzverwaltung.

Die Autoren

Prof. Dr. Dietmar Wellisch, Steuer- und Rentenberater, studierte Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, promovierte an der Universität Tübingen und habilitierte sich an der Indiana State University/USA und der Universität Dortmund. Prof.Wellisch ist Mitglied des wiss. Beirats beim BMF und zudem Vorsitzender des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft Zeitwertkonten mit Sitz in Frankfurt/Main.

Prof. Dr. Jörg Kroschel war nach einer Promotion zum US-Steuerrecht mehrere Jahre als Steuerberater für Ernst & Young tätig. Seit 2007 ist er Professor für Rechnungswesen und Unternehmensbesteuerung an der Hochschule Zittau / Görlitz.