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8.3.5 Leistungen auf Grund eines schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs in:

Dietmar Wellisch, Jörg Kroschel

Besteuerung von Erträgen, page 446 - 446

2. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3890-1, ISBN online: 978-3-8006-3891-8, https://doi.org/10.15358/9783800638918_446

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
412 Einkommensteuer Leistungsfähigkeit des übernehmenden Teils sowie das Versorgungsbedürfnis des übertragenden Teils berücksichtigt werden. Da die Besteuerung von wiederkehrenden Bezügen eine höchst komplizierte Materie darstellt, die sowohl von den Verhältnissen des zahlenden Teils als auch von den Verhältnissen des Rentenempfängers abhängt, ist eine einheitliche Darstellung geboten. Insoweit wird auf die Ausführungen in Abschnitt B.10.2 verwiesen. 8.3.5 Leistungen auf Grund eines schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs Beim schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs im Rahmen einer Ehescheidung kann der verpflichtete Teil die Leistungen gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 1b EStG als Sonderausgaben abziehen. Auf der anderen Seite muss der empfangende Teil die Leistungen als Sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 1c EStG versteuern. Siehe ausführlicher Abschnitt B.7.7.4 zu den Sonstigen Einkünften. 8.3.6 Kirchensteuer Im Veranlagungszeitraum tatsächlich gezahlte Kirchensteuern abzüglich eventueller Kirchensteuererstattungen für vorangegangene Veranlagungszeiträume sind gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG als Sonderausgaben abzugsfähig. Eine betragsmäßige oder einkommensabhängige Begrenzung ist, im Gegensatz zum Spendenabzug nach § 10b EStG, nicht zu beachten. Kirchensteuer i.S.d. § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG sind Geldzahlungen, die von den als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannten Religionsgemeinschaften von ihren Mitgliedern auf Grund der Kirchensteuergesetze der Länder erhoben werden (H 10.7 EStH „Kirchensteuern i.S.d. § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG“). Für freiwillige Zahlungen, die an öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaften oder andere religiöse Gemeinschaften entrichtet werden, kommt hingegen nur ein Abzug als Spende nach § 10b EStG in Betracht. Zur Erhebung von Kirchensteuern sind nach den landesrechtlichen Vorschriften insbesondere die römisch-katholische Kirche, die alt-katholische Kirche, die evangelisch-lutherische Kirche, die evangelisch-reformierte Kirche und die jüdischen Gemeinden berechtigt. Die Kirchensteuer wird von Kirchenmitgliedern als Zuschlagsteuer zur Einkommensteuer erhoben und beträgt derzeit in Bayern und Baden-Württemberg 8 %, in den übrigen Bundesländern 9 % der Einkommensteuer. Grundsätzlich ist die gezahlte Kirchensteuer (abzüglich Erstattungen) abziehbar. Nicht als Sonderausgabe abziehbar ist allerdings die ab 2009 auf die Kapitalertragsteuer mit Abgeltungswirkung (Abgeltungsteuer) als Zuschlag erhobene Kirchensteuer (§ 10 Abs. 1 Nr. 4 Halbs. 2 EStG). Die Kirchensteuer wird bereits in vereinfachter Form auf die Abgeltungsteuer angerechnet (siehe Abschnitt B.7.5.3.3). Damit entfällt die Abzugsfähigkeit als Sonderausgabe. 8.3.7 Berufsausbildungskosten Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung sind gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG bis zu 4.000 € im Kalenderjahr als Sonderausgaben abzugsfähig. Bei zusammen veranlagten Ehegatten gilt der Höchstbetrag von 4.000 € für jeden Ehegatten, sofern beide Ehegatten eine Berufsausbildung vornehmen.

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Zusammenfassung

Das Handbuch zur Besteuerung des Einkommens.

Thema des Buches ist die Besteuerung von Erträgen in der Bundesrepublik Deutschland, die von natürlichen und juristischen Personen erwirtschaftet werden. Es vermittelt einen systematischen Überblick über die Einkommensteuer, einschließlich der steuerlichen Gewinnermittlung, die Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer.

Das Buch eignet sich für die Ausbildung und für die Praxis. Die besondere Eignung für Praktiker leitet sich daraus ab, dass es anders als ein Kommentar bestimmte Sachfragen zusammenhängend abhandelt. So werden beispielsweise Fragen der Besteuerung der Altersvorsorge, von wiederkehrenden Leistungen, Betriebsaufspaltungen, der Umstrukturierung von Personengesellschaften oder der Verlustverrechnung in besonderen Abschnitten systematisch abgehandelt.

Insgesamt zeichnet sich das Buch dadurch aus, dass es die unübersichtliche Zahl von steuerlichen Einzelregelungen in verständlichen Sachzusammenhängen erläutert und somit die Komplexität des Ertragsteuerrechts auf den Kern der steuerlichen Behandlung zurückführt, ohne die steuerlichen Einzelregelungen zu vernachlässigen.

Zielgruppe sind die Studierenden der Wirtschaftswissenschaften an Universitäten und Fachhochschulen, des Steuerrechts an juristischen Fakultäten sowie Finanzfachhochschulen. Zudem eignet sich das Buch als Nachschlagewerk für die Praxis der Steuerberatung sowie Finanzverwaltung.

Die Autoren

Prof. Dr. Dietmar Wellisch, Steuer- und Rentenberater, studierte Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, promovierte an der Universität Tübingen und habilitierte sich an der Indiana State University/USA und der Universität Dortmund. Prof.Wellisch ist Mitglied des wiss. Beirats beim BMF und zudem Vorsitzender des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft Zeitwertkonten mit Sitz in Frankfurt/Main.

Prof. Dr. Jörg Kroschel war nach einer Promotion zum US-Steuerrecht mehrere Jahre als Steuerberater für Ernst & Young tätig. Seit 2007 ist er Professor für Rechnungswesen und Unternehmensbesteuerung an der Hochschule Zittau / Görlitz.