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4 Tatbestandsmäßigkeit der Steuererhebung in:

Dietmar Wellisch, Jörg Kroschel

Besteuerung von Erträgen, page 42 - 42

2. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3890-1, ISBN online: 978-3-8006-3891-8, https://doi.org/10.15358/9783800638918_42

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
Tatbestandsmäßigkeit der Steuererhebung 7 4 Tatbestandsmäßigkeit der Steuererhebung Nach § 3 Abs. 1 AO dürfen Steuern nur, müssen aber auch, erhoben werden, wenn der Tatbestand erfüllt ist, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft (vgl. Abschnitt A.1). Der Tatbestand einer jeden Steuer lässt sich in fünf Tatbestandsmerkmale einteilen (vgl. H.-W. Bayer (1992), S. 36), die zugleich einen Hinweis auf die Reihenfolge bei der Überprüfung konkreter Sachverhalte auf eine Steuerpflicht geben: Steuersubjekt Steuersubjekt ist diejenige Person, die durch eine bestimmte Handlung eine Steuerpflicht auslösen kann. Es ist zugleich diejenige Person, welche die Steuer schuldet. Steuerobjekt Steuerobjekt ist die Handlung, die das Steuersubjekt durchführen muss, um eine Steuerpflicht auszulösen. Der Begriff der Handlung ist dabei weit zu fassen. Sie kann auch in einem Dulden oder Unterlassen bestehen. Räumlicher Anwendungstatbestand Räumliche Tatbestandsmerkmale können sich auf das Steuersubjekt oder das Steuerobjekt beziehen. Denkbar ist z.B. eine Anknüpfung an den Wohnsitz einer natürlichen Person, den Sitz einer juristischen Person oder den Ort der Vornahme einer bestimmten Handlung. Steuerbemessungsgrundlage Bei der Bemessungsgrundlage handelt es sich um eine Wertgröße, die aus der steuerpflichtigen Handlung des Steuersubjekts abgeleitet wird und die der Bestimmung der Höhe der Steuerschuld dient. Steuersatz bzw. Steuertarif Die Höhe der Steuerschuld ergibt sich durch die Anwendung des Steuersatzes bzw. des Steuertarifs auf die Bemessungsgrundlage. Während einige Steuern einen einheitlichen Steuersatz auf die gesamte Bemessungsgrundlage anwenden (z.B. Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer), verfügen andere Steuern über einen progressiven Tarifverlauf, d.h. die relative Belastung der Bemessungsgrundlage steigt mit zunehmender Bemessungsgrundlage (z.B. Einkommensteuer, Erbschaftsteuer). 5 Einteilung der Steuern In der betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und juristischen Literatur wird eine Vielzahl von Klassifizierungsmöglichkeiten bestehender Steuern beschrieben. Die Wahl der Einteilungskriterien ist dabei von dem jeweiligen Untersuchungszweck abhängig. Im Folgenden wird eine Auswahl der für das Verständnis der ökonomischen Steuerlehre wichtigsten Klassifizierungen dargestellt.

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Zusammenfassung

Das Handbuch zur Besteuerung des Einkommens.

Thema des Buches ist die Besteuerung von Erträgen in der Bundesrepublik Deutschland, die von natürlichen und juristischen Personen erwirtschaftet werden. Es vermittelt einen systematischen Überblick über die Einkommensteuer, einschließlich der steuerlichen Gewinnermittlung, die Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer.

Das Buch eignet sich für die Ausbildung und für die Praxis. Die besondere Eignung für Praktiker leitet sich daraus ab, dass es anders als ein Kommentar bestimmte Sachfragen zusammenhängend abhandelt. So werden beispielsweise Fragen der Besteuerung der Altersvorsorge, von wiederkehrenden Leistungen, Betriebsaufspaltungen, der Umstrukturierung von Personengesellschaften oder der Verlustverrechnung in besonderen Abschnitten systematisch abgehandelt.

Insgesamt zeichnet sich das Buch dadurch aus, dass es die unübersichtliche Zahl von steuerlichen Einzelregelungen in verständlichen Sachzusammenhängen erläutert und somit die Komplexität des Ertragsteuerrechts auf den Kern der steuerlichen Behandlung zurückführt, ohne die steuerlichen Einzelregelungen zu vernachlässigen.

Zielgruppe sind die Studierenden der Wirtschaftswissenschaften an Universitäten und Fachhochschulen, des Steuerrechts an juristischen Fakultäten sowie Finanzfachhochschulen. Zudem eignet sich das Buch als Nachschlagewerk für die Praxis der Steuerberatung sowie Finanzverwaltung.

Die Autoren

Prof. Dr. Dietmar Wellisch, Steuer- und Rentenberater, studierte Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, promovierte an der Universität Tübingen und habilitierte sich an der Indiana State University/USA und der Universität Dortmund. Prof.Wellisch ist Mitglied des wiss. Beirats beim BMF und zudem Vorsitzender des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft Zeitwertkonten mit Sitz in Frankfurt/Main.

Prof. Dr. Jörg Kroschel war nach einer Promotion zum US-Steuerrecht mehrere Jahre als Steuerberater für Ernst & Young tätig. Seit 2007 ist er Professor für Rechnungswesen und Unternehmensbesteuerung an der Hochschule Zittau / Görlitz.