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7.2.6 Begrenzung der Verlustnutzung in:

Dietmar Wellisch, Jörg Kroschel

Besteuerung von Erträgen, page 344 - 344

2. Edition 2011, ISBN print: 978-3-8006-3890-1, ISBN online: 978-3-8006-3891-8, https://doi.org/10.15358/9783800638918_344

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

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310 Einkommensteuer 60 % des Veräußerungspreises (des ausgekehrten Stammkapitals) 15.000 € – 60 % der Anschaffungskosten – 42.000 € = Veräußerungsverlust nach § 17 EStG – 27.000 € Der Veräußerungsverlust kann im Rahmen der Verlustverrechnung berücksichtigt werden, da die Anteile innerhalb der gesamten letzten fünf Jahre zu einer Beteiligung (mindestens 1 %) von A gehörten. 7.2.6 Begrenzung der Verlustnutzung Die Verrechnung von Verlusten aus Gewerbebetrieb mit anderen positiven Einkünften ist durch eine Reihe von Vorschriften eingeschränkt. Insbesondere ergeben sich Einschränkungen bei folgenden gewerblichen Einkünften: Verluste aus gewerblicher Tierzucht und Tierhaltung (§ 15 Abs. 4 Sätze 1, 2 EStG); Verluste aus Termingeschäften (§ 15 Abs. 4 Sätze 3 – 5 EStG); Verluste bei beschränkter Haftung (§ 15a EStG); Verluste im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen (§ 15b EStG). Die Vorschriften werden in Abschnitt B.10.1 zur Verlustverrechnung behandelt. 7.2.7 Steuerermäßigung nach § 35 EStG Seit dem VZ 2001 wird die doppelte Belastung gewerblicher Einkünfte mit Einkommensteuer und Gewerbesteuer durch die Steuerermäßigung des § 35 EStG gemildert. § 35 EStG erlaubt eine Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommen-steuer. Im Ergebnis kann allerdings nicht die tatsächliche Gewerbesteuer, sondern nur die bei dem fiktiven Hebesatz von 380 % zu entrichtende Gewerbesteuer, maximal aber die tat-sächliche Gewerbesteuer, auf die Einkommensteuer angerechnet werden. Übersteigt der Gewerbesteuer-Hebesatz 380 %, so kommt es somit nur zu einer teilweisen Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer. Eine vollständige Anrechnung der Gewerbesteuer soll nicht erfolgen, da die Gemeinden ansonsten einen Anreiz hätten, den Hebesatz beliebig hoch festzusetzen. Bei einer vollständigen Anrechnung der Gewerbesteuer würde dies die Unternehmen nicht belasten. Die Gemeinden könnten somit das ihnen zustehende Gewerbesteueraufkommen zu Lasten des dem Bund und den Ländern zustehenden Einkommensteueraufkommens erhöhen. Das BMF hat zur Anwendung des § 35 EStG mit Schreiben vom 24.02.2009 Stellung genommen (BStBl I 2009, S. 440). 7.2.7.1 Grundsatz Um die gewerblichen Einkünfte von der ertragsteuerlichen Doppelbelastung zu befreien, ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer nach § 35 EStG bei gewerblichen Einzelunternehmen um das 3,8 -fache des nach § 14 GewStG festgesetzten Gewerbesteuer-Messbetrages des Erhebungszeitraumes (§ 35 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG) und

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Zusammenfassung

Das Handbuch zur Besteuerung des Einkommens.

Thema des Buches ist die Besteuerung von Erträgen in der Bundesrepublik Deutschland, die von natürlichen und juristischen Personen erwirtschaftet werden. Es vermittelt einen systematischen Überblick über die Einkommensteuer, einschließlich der steuerlichen Gewinnermittlung, die Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer.

Das Buch eignet sich für die Ausbildung und für die Praxis. Die besondere Eignung für Praktiker leitet sich daraus ab, dass es anders als ein Kommentar bestimmte Sachfragen zusammenhängend abhandelt. So werden beispielsweise Fragen der Besteuerung der Altersvorsorge, von wiederkehrenden Leistungen, Betriebsaufspaltungen, der Umstrukturierung von Personengesellschaften oder der Verlustverrechnung in besonderen Abschnitten systematisch abgehandelt.

Insgesamt zeichnet sich das Buch dadurch aus, dass es die unübersichtliche Zahl von steuerlichen Einzelregelungen in verständlichen Sachzusammenhängen erläutert und somit die Komplexität des Ertragsteuerrechts auf den Kern der steuerlichen Behandlung zurückführt, ohne die steuerlichen Einzelregelungen zu vernachlässigen.

Zielgruppe sind die Studierenden der Wirtschaftswissenschaften an Universitäten und Fachhochschulen, des Steuerrechts an juristischen Fakultäten sowie Finanzfachhochschulen. Zudem eignet sich das Buch als Nachschlagewerk für die Praxis der Steuerberatung sowie Finanzverwaltung.

Die Autoren

Prof. Dr. Dietmar Wellisch, Steuer- und Rentenberater, studierte Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, promovierte an der Universität Tübingen und habilitierte sich an der Indiana State University/USA und der Universität Dortmund. Prof.Wellisch ist Mitglied des wiss. Beirats beim BMF und zudem Vorsitzender des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft Zeitwertkonten mit Sitz in Frankfurt/Main.

Prof. Dr. Jörg Kroschel war nach einer Promotion zum US-Steuerrecht mehrere Jahre als Steuerberater für Ernst & Young tätig. Seit 2007 ist er Professor für Rechnungswesen und Unternehmensbesteuerung an der Hochschule Zittau / Görlitz.