1.3 Überblick über die Beiträge in:

Johannes Bröcker, Michael Fritsch (Ed.)

Ökonomische Geographie, page 18 - 20

1. Edition 2012, ISBN print: 978-3-8006-3888-8, ISBN online: 978-3-8006-3889-5, https://doi.org/10.15358/9783800638895_18

Series: Vahlens Handbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Bibliographic information
2 1. Regionalwissenschaft, Regionalökonomik, ökonomische Geographie wissenschaft, die Mobilitätsforschung, die Handelstheorie, die Standorttheorie und die Föderalismustheorie. Diese Auswahl aus der Vielfalt von Themenstellungen, die unter dem Begriff der Regionalwissenschaft zusammengefasst werden, weist sehr deutlich auf die Notwendigkeit zur Interdisziplinarität in den Regionalwissenschaften hin. Innerhalb der Wirtschaftswissenschaften hat sich hier über die Zeit insbesondere das Teilgebiet der Regionalökonomik herausgebildet, das neuerdings auch als ökonomische Geographie bezeichnet wird. Weitgehend parallel hierzu beschäftigt sich die Wirtschaftsgeographie, eine Teildisziplin der Geographie, mit sehr ähnlichen Fragen, die dort aber tendenziell mit einer größeren Methodenvielfalt angegangen werden. In den Wirtschaftswissenschaften hat sich eine klassische Unterteilung in Theorie der Raumstruktur und Theorie der regionalen Entwicklung (regionale Wachstumstheorie) herausgebildet. Die Theorie der Raumstruktur versucht, die Verteilung wirtschaftlicher Aktivitäten im Raum zu erklären, also z. B. zu ergründen, warum es Städte gibt, in welchem Verhältnis diese Städte zu anderen Teilräumen stehen und wie sich die Städte im Raum verteilen. Die Theorie der Raumstruktur, die in der aktuellen Version auch als Neue Ökonomische Geographie bezeichnet wird, hat zu relativ klaren Ergebnissen geführt, wobei sich neuere Arbeiten insbesondere auf die Theorie der Agglomeration, also die Erklärung der Häufung ökonomischer Aktivitäten im Raum, beziehen. Demgegenüber ist die Theorie der regionalen Entwicklung noch relativ diffus und stärker im Fluss. Hier hat die Neue Wachstumstheorie auf einer relativ abstrakten Ebene insbesondere die Bedeutung von Innovation für wirtschaftliche Entwicklung herausgearbeitet. Die genauere Untersuchung einzelner wachstumsrelevanter Faktoren geschieht dann in diversen Spezialgebieten der Regionalwissenschaft, wie zum Beispiel der Innovationsökonomik, der Infrastrukturtheorie, der Humankapital-Theorie oder der Entrepreneurship-Forschung. Anknüpfungspunkt für regionalwissenschaftliche Untersuchungen stellen häufig empirische Phänomene dar. Oft handelt es sich dabei um besondere Problemlagen in einzelnen Teilgebieten, die politisches Handeln erfordern. Aus diesem Grunde kommt der Existenz eines regionalen Berichtssystems, das räumlich differenzierte Informationen zu wichtigen Sachverhalten bereitstellt, eine entscheidende Bedeutung für die regionalwissenschaftliche Forschung zu. Ein solches regionales Berichtssystem erlaubt es, räumliche Phänomene umfassend zu beschreiben und zu analysieren, die Gegebenheit in den einzelnen Teilräumen miteinander zu vergleichen, Problemfelder regionaler Entwicklung und Problemregionen zu identifizieren sowie Empfehlungen für die Politik abzuleiten. 1.3 Überblick über die Beiträge Der vorliegende Band versucht, der Vielfalt der Fragestellungen im Bereich der ökonomischen Geographie Rechnung zu tragen. Die beiden Kapitel des Teils I (Daten und Fakten) geben einen Überblick über die Methoden der Regionalanalyse (Joachim Möller) sowie über die Grundzüge der Raumstruktur und deren Entwicklung (Johannes Bröcker, Hayo Herrmann). 1. Regionalwissenschaft, Regionalökonomik, ökonomische Geographie 3 Gegenstand der Kapitel in Teil II (Raumstrukturen) ist die Verteilung wirtschaftlicher Aktivitäten im Raum. Dabei geht es insbesondere um die Erklärung der räumlichen Konzentration in Agglomerationen, die räumliche Verteilung solcher Agglomerationen sowie um die Arbeitsteilung zwischen den einzelnen Teilräumen. Die drei von Johannes Bröcker verfassten Kapitel zu Grundlagen (Kapitel 4), zur Zentralen-Orte- Theorie (Kapitel 5) sowie zur Neuen Ökonomischen Geographie (Kapitel 6) werden durch ein Kapitel zur Stadtökonomik (Kapitel 7; Gabriel Lee, JoachimMöller) ergänzt. Gegenstand des Teils III (Raumentwicklung) ist die Theorie der regionalen Entwicklung. Hier fasst zunächst Johannes Bröcker die Grundlagen der räumlichen Wachstumstheorie zusammen. Er geht auf die herkömmlicheWachstumstheorie, in der technischer Fortschritt unerklärt bleibt, ebenso wie auf die neuere Theorie endogenen Wachstums ein (Kapitel 8). In den beiden nachfolgenden Kapiteln gibt Michael Fritsch einen Überblick über zwei wesentliche Einflussfaktoren regionaler Entwicklung, nämlich Innovation (Kapitel 9) und Entrepreneurship (Kapitel 10). Teil IV behandelt wirtschaftspolitische Einflussmöglichkeiten auf die regionale Entwicklung. Zunächst geben Helmut Seitz und Gerhard Kempkes einen Überblick über Infrastruktur und regionale Wirtschaftsentwicklung (Kapitel 11). Schließlich behandelt Helmut Karl Ziele, Träger und Instrumente der Regionalpolitik (Kapitel 12). Sämtliche Kapitel enthalten jeweils am Ende Hinweise auf weiterführende Literatur. I. Daten und Fakten

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Vorteile

- Umfassender Überblick

- Moderne und klassische Ansätze

- Einfacher Zugang zur modernen Theorie

- Verbindung von Theorie und Empirie

- Handlungsmöglichkeiten für die Politik

Zum Werk

Räumliche Aspekte des Wirtschaftens sind in den letzten Jahrzehnten immer wichtiger geworden. Daher hat sich das Gebiet der Ökonomischen Geographie als Teilbereich der Wirtschaftswissenschaften dynamisch entwickelt. Ursache für die Beschäftigung mit räumlich differenziert ablaufenden Wirtschaftprozessen sind oft regionale Wohlstandsunterschiede. Dementsprechend besteht ein Ziel der Ökonomischen Geographie darin, räumliche Entwicklungsunterschiede zu erklären und hieraus politische Handlungsmöglichkeiten abzuleiten.

Themen des Buches sind unter anderem:

- Empirische Entwicklungstrends

- Theorie der Raumstruktur

- Regionales Wachstum, Entrepreneurship und Innovation

- Infrastruktur

- Regionalpolitik

Herausgeber

Prof. Dr. Johannes Bröcker lehrt Volkswirtschaftslehre an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Prof. Dr. Michael Fritsch lehrt Volkswirtschaftlehre an der Friedrich-Schiller Universität Jena.

Autoren

Johannes Bröcker, Michael Fritsch, Hayo Herrmann, Helmuth Karl, Gerhard Kempkes, Gabriel Lee, Joachim Möller und Helmut Seitz.

Zielgruppe

Studierende in den Bereichen Geographie, Wirtschaftswissenschaften sowie der Stadt- und Regionalplanung