Andreas Hoffjan, Risikomanagement als zuverlässiger Kompass in unruhiger See in:

Controlling, page 1 - 3

CON, Volume 25 (2013), Issue 1, ISSN: 0935-0381, ISSN online: 0935-0381, https://doi.org/10.15358/0935-0381_2013_1_1

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Prof. Dr. Andreas Hoffjan ist Inhaber des Lehrstuhls Unternehmensrechnung und Controlling an der Technischen Universität Dortmund sowie Mitherausgeber und Schriftleiter der Zeitschrift Controlling. Risikomanagement als zuverlässiger Kompass in unruhiger See Liebe Leserinnen und Leser, die deutsche Wirtschaft fand noch vor rund anderthalb bis zwei Jahren internationale Anerkennung dafür, dass sie sich von den Folgen der Finanzund Wirtschaftskrise deutlich schneller erholte als nahezu alle anderen Industriestaaten. Die letzten Monate haben uns jedoch bereits wieder auf eine Verschlechterung der konjunkturellen Situation eingestimmt. Insbesondere die deutsche Automobilindustrie bekommt die Folgen der Schuldenkrise in Südeuropa derzeit zu spüren. So werden seitens der Autohersteller nicht nur Gewinnerwartungen revidiert, sondern auch Produktionsschichten zurückgefahren. Einer genauen Beobachtung der Unternehmensumwelt, der Identifikation und Beurteilung von Risiken kommen vor dem Hintergrund dieser Entwicklung eine hohe Bedeutung zu. Die sich abzeichnende konjunkturelle Abkühlung wirft unweigerlich die Frage auf, ob die deutschen Unternehmen besser auf die Krise vorbereitet sind als vor vier Jahren. Haben sie aus den Turbulenzen der letzten Jahre gelernt und differenziertere Risikomanagementsysteme implementiert? Während die Controllingforschung gut bedient ist, entsprechende Fragen auf die Agenda zu nehmen, liefern die Autoren des vorliegenden Themenschwerpunkts Anregungen für eine effektive Ausgestaltung des Risikomanagements. Diederichs widmet sich dem Risikomanager und analysiert im Rahmen eines Überblicksartikels seine Aufgaben und Kompetenzen sowie sein Anforderungsprofil. Wicenec et al. stellen derweil einen Ansatz zum systematischen Umgang mit Reputationsrisiken zur Diskussion. Zentrales Anliegen ihres Beitrags ist die Entwicklung eines Ansatzes zur monetären Bewertung entsprechender Risiken. Insbesondere in Krisenzeiten ist für Unternehmen das Vertrauen des Kapitalmarkts von zentraler Bedeutung. Voraussetzung hierzu ist eine transparente Berichterstattung über die wirtschaftliche Situation, aber auch über das zur Unternehmenssteuerung eingesetzte Instrumentarium. Vor diesem Hintergrund nehmen sich Ergün/Müller einer Untersuchung von den Konzernlageberichten der DAX-Unternehmen an, um die darin gewährten Einblicke in das Risikomanagementsystem zu analysieren. Der Fokus des Beitrags von Kraft ist derweil auf die Versicherungsbranche gerichtet, die sich infolge der EU-Versicherungsaufsicht Solvency II besonderen Herausforderungen ausgesetzt sieht. Abgerundet wird die vorliegende Ausgabe durch die Beiträge von Schmid und Adelberger/Haft-Zboril und ein Interview mit Michael Tönnies über moderne Controllingansätze im Handel. Schmid befasst sich im Rahmen seines Beitrags mit dem Wirkungscontrolling zur nachhaltigen Steuerung von Organisationen, während Adelberger/Haft-Zboril das Portfoliomanagement einer differenzierten Auseinandersetzung unterziehen. Ich wünsche Ihnen eine gewinnbringende Lektüre. Ihr 1EDITORIAL 25. Jahrgang 2013, Heft 1 Inhaltsübersicht Heft 1 CONTROLLING-SCHWERPUNKT Der Risikomanager Aufgaben, Anforderungen, Kompetenzen 4 Dr. Marc Diederichs, Hamburg Viele Unternehmen betreiben ein unternehmensweites Risikomanagement. Hierzu benötigen sie eine Stelle, die sie bei den damit verbundenen Aufgaben unterstützt. In diesem Beitrag wird gezeigt, wie der zentrale Risikomanager in einem Industrieunternehmen die Geschäftsführung unterstützen kann, welche Kompetenzen die Position haben muss und welche Qualifikation und Anforderungen an die Person zu stellen sind. Monetäre Quantifizierung von Reputationsrisiken Pragmatischer Ansatz zur Unterstützung des Risikomanagements 11 Dr. Christian Wicenec, Heidenheim, Hennig Niemann, M.Sc., und Dipl.-Kffr. Olfa Chakroun, Dortmund Die zunehmende Bedeutung des Managements von Reputationsrisiken in einer von Medien geprägten Welt wirft die Frage nach deren Bewertung auf, um sie in das Risikoportfolio eines Unternehmens adäquat integrieren zu können. Abweichend von heutigen qualitativen Bewertungsansätzen können die Auswirkungen eines Issues mittels der in diesem Artikel vorgestellten A.R.C.T.I.C.-Formel monetär bestimmt werden. Einbindung des Risikomanagements in die Corporate Governance Transparenz der Berichterstattung zum Risikomanagementsystem 18 Dipl.-Betriebsw. Ismail Ergün und Prof. Dr. Stefan Müller, Hamburg Auf Basis der Darstellung des rechtlichen Rahmens des Risikomanagements wird in diesem Beitrag anhand einer empirischen Analyse die Risikoberichterstattung im Konzernlagebericht daraufhin untersucht, inwieweit die Adressaten auf Grundlage der veröffentlichten Informationen Einblicke über das Risikomanagementsystem gewinnen können und ob Diskrepanzen zwischen dem Ziel einer transparenten Berichterstattung und den praktischen Umsetzungen bestehen. Aufgaben des Controllings im Risikomanagement in Versicherungsunternehmen Eine Analyse vor dem Hintergrund der neuen aufsichtsrechtlichen Solvency II-Anforderungen und Hinweise zur praktischen Umsetzung 24 Prof. Dr. Mirko Kraft, Coburg Controlling in Versicherungsunternehmen ist angesichts der aufsichtsrechtlichen und versicherungsmathematischen Dimensionen der Reform der EU-Versicherungsaufsicht Solvency II in den Hintergrund geraten. Controlling-Aufgaben im Risikomanagement-Prozess sind daher neu zu bestimmen. Dieser Beitrag stellt Bezüge zu Unternehmen in nicht regulierten Branchen her, die dazu dienen, Tendenzen für das Controlling in Versicherungsunternehmen zu antizipieren. GRUNDLAGENLITERATUR Grundlagenliteratur zum Risikomanagement 31 CONTROLLING-COMPACT Neuroeconomics 32 Claudia R. Schneider 2 CONTROLLING – ZEITSCHRIFT FÜR ERFOLGSORIENTIERTE UNTERNEHMENSSTEUERUNG CONTROLLING-WISSENWirkungscontrolling zur nachhaltigen Steuerung von Organisationen 36 Dr. Andreas Schmid, Berlin Nachdem die Wissenschaft bisher noch keine umfassenden Lösungskonzepte zur Wirkungsmessung des Organisationshandelns entwickelt hat, stellt dieser Beitrag auf Basis von Praxiserfahrungen eine bewährte Methodik und Vorgehensweise von Wirkungsmessungen dar, die zunächst die bekannten Herausforderungen aufgreift. Hieraus wird ein Einführungsmodell für die Etablierung eines Wirkungscontrollings entwickelt. CONTROLLING-CASE STUDYPortfoliomanagement als Aufgabe der Optimierung von Rendite, Marktanteil und Ressourceneinsatz 41 Dipl. Ing. Dr. techn. Werner Adelberger und Dr. Nicole Haft-Zboril, München In diesem Artikel wird ein Ansatz zur Produktportfoliosteuerung vorgestellt, der anschaulich die Wirkungen von Entscheidungen in Bezug auf Rendite, Marktposition und Ressourcenallokation zeigt. Damit können Fragestellungen, wie z. B. Volumenpotenziale und Produktaufwände bei unterschiedlicher Produktdifferenzierung, Effekte übergreifender Fahrzeugarchitekturen oder at chance/at risk-Betrachtungen, für eine zielgerichtete Diskussion aufbereitet werden. CONTROLLING-DIALOGControlling bei der Handelsgruppe L. STROETMANN 49 Dr. Michael Tönnies, Münster, und Prof. Dr. Andreas Hoffjan, Dortmund CONTROLLING-LEXIKONInnovation Balanced Scorecard als Instrument zur Innovationssteuerung 52 IN EIGENER SACHEPortrayal of the Editorial Advisory Board of the Zeitschrift Controlling 54 RUBRIKENLiteratur 55 Veranstaltungen 58 Vorschau und Impressum 62 www.controlling.beck.deDas aktuelle Heft · Das große Archiv · Downloads and Links 3 25. Jahrgang 2013, Heft 1

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Abstract

Month by month, Controlling - Zeitschrift für erfolgsorientierte Unternehmenssteuerung publishes peer-reviewed, applied research contributions for business management, accounting and reporting. Key elements of succesful corporate controlling are presented in an analytic, well-structured manner.

Language: German.

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Zusammenfassung

Die Controlling - Zeitschrift für erfolgsorientierte Unternehmenssteuerung liefert Monat für Monat fundierte und anwendungsorientierte Fachbeiträge für das Management sowie das Finanz- und Rechnungswesen in Unternehmen. Klar gegliedert und strukturiert werden für alle Controlling-Bereiche die Faktoren für eine erfolgreiche Unternehmenssteuerung aufgezeigt.

Weitere Informationen für Autoren und Abonnenten finden Sie unter www.zeitschrift-controlling.de.