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Ann Tank, Meilensteintrendanalyse in:

Controlling, page 209 - 210

CON, Volume 27 (2015), Issue 3, ISSN: 0935-0381, ISSN online: 0935-0381, https://doi.org/10.15358/0935-0381-2015-3-209

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M e il e n st e in te rm in e Berichtszeitpunkte Terminverzug Planmäßiger Verlauf Termin vorgezogen Abb. 1: Meilensteintrendanalyse (Schreckeneder, 2013) Meilensteintrendanalyse ........................................................ 1. Kennzeichnung der Methode ........................................................ Die Meilensteintrendanalyse, oder auch Termin-Trenddiagramm genannt, zählt im Rahmen des Projektmanagements zu den Methoden der Projektabwicklung (vgl. Drews/Hillebrand, 2007). Sie bietet eine Möglichkeit zur Planung und Steuerung von Projekten durch die Fortschrittsüberwachung von Meilensteinen. Die einzelnen definierten Meilensteine stellen genau formulierte Ereignisse dar und gelten als Orientierungspunkte in Projekten. Nach der DIN-Norm 699015 (3.37) dient die Meilensteintrendanalyse der „kontinuierlichen Aufzeichnung, Analyse und Prognose der wahrscheinlichen Meilensteintermine. Der Abtrag der Termine erfolgt aufgrund wiederholter Neuberechnung oder Neuschätzung von zu gegebenenfalls vorher festgelegten Zeitpunkten“ (DIN-Taschenbuch 472, 2013, S. 154). Sie ist von dem bloßen Meilensteinplan, „der im Wesentlichen Meilensteine ausweist“ (DIN-Taschenbuch 472, 2013, S. 154), abzugrenzen. ........................................................ 2. Vorgehensweise der Meilensteintrendanalyse ........................................................ Die Meilensteintrendanalyse wird für die Planung und Steuerung von Projekten verwendet und ermöglicht es, Planabweichungen rechtzeitig zu erkennen. Die in Abb. 1 veranschaulichte grafische Darstellung ist weit verbreitet. Die vertikale Achse stellt die Planungsachse dar, auf welcher die Meilensteintermine eingetragen werden. Dabei wird jedem Meilenstein ein eindeutiges Symbol und/oder eine eigene Farbe zugewiesen. Demgegenüber werden auf der horizontalen Achse die jeweiligen konkreten Berichtszeitpunkte abgetragen. Durch die Verbindung der Punkte entsteht eine Trendkurve für jeden Meilenstein, anhand welcher geprüft werden kann, ob der gesetzte Meilensteintermin eingehalten werden kann oder nicht. Ein waagerechter Verlauf der Trendkurve zeigt an, dass die Meilensteinziele planmäßig erreicht werden. Nimmt die Trendkurve einen ansteigenden Verlauf, so besteht eine Terminverzögerung. Ist dagegen ein fallender Verlauf der Kurve zu sehen, werden die Meilensteinziele früher erreicht als ursprünglich geplant (vgl. Schreckeneder, 2013, S. 171). Die Trendkurven der einzelnen Meilensteine bieten einen schnellen Überblick über eventuelle Terminabweichungen. Anhand dieser Informationen können frühzeitig Maßnahmen festgelegt und durchgeführt werden. Für die Erstellung einer Meilensteintrendanalyse schlägt Schreckeneder (2013) eine Checkliste mit den folgenden Punkten vor: 1. Definieren der Meilensteine: Konkrete Ereignisse an konkreten Tagen. 2. Eintragen der Plan-Termine und Berichtszeitpunkte in ein Chart: Kurve des Plan-Verlaufs. 3. Periodische Überprüfung der Meilensteine: die Ist-Termine werden in das Chart eingetragen und der Ist-Verlauf bestimmt. 209CONTROLLING-LEXIKON 27. Jahrgang 2015, Heft 3 4. Analysieren und Bewerten der Abweichungen (Abweichungen und Auswirkungen direkt unter der Darstellung des Charts kommentieren, wenn der aktuelle Stand präsentiert wird). 5. Besprechen des Trends, der sich zum Stichtag zeigt. 6. Notwendige Maßnahmen festlegen. ........................................................ 3. Voraussetzungen für die Anwendung ........................................................ Voraussetzung für die Anwendung der Meilensteintrendanalyse sind genau formulierte Meilensteine mit entsprechend genau definierten Ergebnissen (vgl. Schreckeneder, 2013, S. 171). Die Anwendung der Meilensteintrendanalyse ist darum geeignet für Projekte, welche bereits über einen Meilensteinplan verfügen (vgl. Drews/Hillebrand, 2007, S. 247). Die Formulierung von Meilensteinen liefert das Grundgerüst der Projektplanung und stellt ein zentrales Instrument für das Projektmanagement dar. Abhängig vom Verwendungszweck und der Betrachtungsperspektive benötigt ein Projekt unterschiedlich viele Meilensteine. Während der Projektauftraggeber das Projekt aus übergeordneter Sicht betrachtet und darum zur Beurteilung des Projekts alle relevanten Informationen in komprimierter Form benötigt, ist der Projektmanager daran interessiert, das Projekt anhand so vieler Meilensteine wie nötig abzubilden. Um die Methode der Meilensteintrendanalyse sinnvoll anwenden zu können, ist auf eine überschaubare Anzahl an Meilensteinen zu achten (vgl. Angermeier, 2011). ........................................................ 4. Fazit ........................................................ Die traditionelle Methode der Meilensteintrendanalyse ist in der Praxis recht weit verbreitet (vgl. Schreckeneder, 2013, S. 171). Der Vorteil dieser Methode liegt in dem geringen Aufwand der Darstellung der Meilensteinverläufe und der einfachen und übersichtlichen Visualisierung der Ereignisse (vgl. Drews/Hillebrand, 2007, S. 247). Jedoch gehen Aussagen über den Aufwand oder historische Daten nicht in die Bewertung der Terminerreichung ein. Die mangelnden Detailinformationen machen zudem eine Extrapolation schwierig (vgl. Drews/Hillebrand, 2007, S. 247). Die Zielsetzung der Meilensteintrendanalyse ist der schnelle Überblick über die definierten Meilensteine eines Projekts sowie die frühzeitige Erkennung von Terminabweichungen. Demnach wird eine andere Zielsetzung als beispielsweise durch die zunehmend in der Praxis verwendete Methode der Earned Value-Analyse verfolgt. Aufgrund dessen könnte die Meilensteintrendanalyse zur Planung und Steuerung von Projekten mit der Earned Value-Analyse ergänzt werden. Literatur Angermaier, G., Meilensteine – Orientierungspunkte im Projekt, Teil 2: Mit Meilensteinen planen und steuern, in: ProjektMagazin, 13. Ausg. (2011), S. 1–10. DIN-Taschenbuch 472, Projektmanagement – Netzplantechnik und Projektmanagementsysteme, 2. Aufl., Berlin 2013. Drews, G./Hillebrand, N., Lexikon der Projektmanagement-Methoden, Freiburg u. a. 2007. Schreckeneder, B. C., Projektcontrolling – Projekte überwachen, steuern, präsentieren, 4. Aufl., Freiburg 2013. Dipl.-Kffr. techn. Ann Tank, Stuttgart 210 CONTROLLING-LEXIKON CONTROLLING – ZEITSCHRIFT FÜR ERFOLGSORIENTIERTE UNTERNEHMENSSTEUERUNG

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Abstract

Month by month, Controlling - Zeitschrift für erfolgsorientierte Unternehmenssteuerung publishes peer-reviewed, applied research contributions for business management, accounting and reporting. Key elements of succesful corporate controlling are presented in an analytic, well-structured manner.

Language: German.

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Zusammenfassung

Die Controlling - Zeitschrift für erfolgsorientierte Unternehmenssteuerung liefert Monat für Monat fundierte und anwendungsorientierte Fachbeiträge für das Management sowie das Finanz- und Rechnungswesen in Unternehmen. Klar gegliedert und strukturiert werden für alle Controlling-Bereiche die Faktoren für eine erfolgreiche Unternehmenssteuerung aufgezeigt.

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