Martin Vogt, Anna Degen, Aktien, Anleihen, Derivate: Wie entscheide ich mich für den richtigen Fonds? in:

WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium, page 57 - 66

WIST, Volume 50 (2021), Issue 5, ISSN: 0340-1650, ISSN online: 0340-1650, https://doi.org/10.15358/0340-1650-2021-5-57

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Fallstudie Aktien, Anleihen, Derivate: Wie entscheide ich mich für den richtigen Fonds? Gerade in Zeiten drohender Negativzinsen für Spareinlagen ist es auch für Kleinanleger unumgänglich geworden, sich über alternative Investitionsobjekte zu informieren, um der zunehmenden Geldentwertung entgegenzuwirken. Die Investition in Fonds stellt eine Möglichkeit dar. Doch bei der Fülle an angebotenen Fondsprodukten kann die Auswahl der richtigen Alternative zu einer Herausforderung werden.Um die für sich persönlich richtige Anlageentscheidung treffen zu können, ist es wichtig, sich genau über die angebotenen Fonds zu informieren. Dieser Artikel beschreibt den Prozess der Auswahl des richtigen Fonds. Prof. Dr. Martin Vogt ist Professor für Business Intelligence, insbesondere Advanced Analytics an der Hochschule Trier. Bevorzugte Forschungsgebiete: Data Science, Risikomanagement. Anna Degen ist Bankkauffrau, Studentin im Studiengang International Business Französisch und wissenschaftliche Hilfskraft im Fachbereich Wirtschaft an der Hochschule Trier. Bevorzugte Forschungsgebiete: Banking Finance & Insurance, Accounting & Taxation. Summary: Investing in funds is a possibility for investors to avoid the increasing monetary devalution because of negative interest rates for savings. But with so many different funds on offer, choosing the right alternative can be a challenge. In order to make the right investment decision, it is important to be well informed about the offered funds. In this article the process of finding the right fund is described. Stichwörter: Investmentfonds, OGAW, AIF, Anlageklassen, wesentliche Anlegerinformationen 1. Einleitung Endlich Geld auf dem Konto! Der Nebenjob in den Semesterferien hat sich gelohnt. Sie möchten das hartverdiente Geld nicht komplett ausgeben, sondern einen Teil davon sparen. Als Sie zur Bank gehen, stellen Sie erschreckt fest, dass es kaum noch Zinsen auf das Sparbuch gibt und sogar negative Zinsen drohen. Durch die Inflation wird Ihr Geld zusätzlich entwertet. Dafür haben Sie doch nicht gearbeitet! Es ist Zeit, sich über alternative Geldanlagen Gedanken zu machen. Eine Alternative ist die Investition in einen Investmentfonds. Aber was ist das überhaupt und welcher Fonds passt zu Ihnen? Entschlossen das herauszufinden, machen Sie sich auf die Suche nach Informationen. Als erstes möchten Sie herausfinden, was ein Investmentfonds ist und welche Vorteile diese Fonds haben (Abschnitt 2), anschließend versuchen Sie, Informationen über Fonds zu erhalten und diese miteinander zu vergleichen (Abschnitt 3). Schließlich treffen Sie Ihre Entscheidung und überlegen, was weiter getan werden kann (Abschnitt 4). 2. Wie funktioniert ein Investmentfonds? Ein Investmentfonds sammelt das Geld vieler Anleger und investiert es in verschiedene Finanzprodukte. Ein Investment in einen Fonds ermöglicht es, gleichzeitig in verschiedene Branchen, in verschiedene Länder oder in verschiedene Wertpapierarten (z.B. Aktien, Anleihen) zu investieren. Ein Wertverlust eines Finanzproduktes kann so WiSt Heft 5 · 2021 57 Anlageklasse Erläuterung Anbieter Aktienfonds investiert ausschließlich oder überwiegend in Aktien DWS, Deka, Union Investment Rentenfonds investiert ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere DWS, Deka, Union Investment Geldmarktfonds investiert in Geldmarktpapiere, Bankeinlagen und festverzinsliche Wertpapiere mit kurzen Restlaufzeiten DWS, Deka, Union Investment gemischter Fonds investiert in festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und evtl. Immobilien DWS, Deka, Union Investment Garantiefonds garantiert die Rückzahlung eines bestimmten Betrags zum Ende der Laufzeit DWS, Deka, Union Investment offener Immobilienfonds investiert überwiegend in gewerblich genutzte Grundstücke und Gebäude, je nach Nachfrage können laufend neue Anteilsscheine emittieren werden DWS, Deka, Union Investment Dachfonds investiert ausschließlich oder überwiegend in andere Investmentfonds DWS, Deka Rohstofffonds investiert in der Regel in Derivate, die mit der Preisentwicklung von Rohstoffen zusammenhängen DWS, Union Investment Fonds für die Altersvorsorge investiert in die unterschiedlichsten Anlageklassen mit sehr breiter Streuung und langem Anlagehorizont DWS Strukturierte Fonds bilden die Funktionsweise von Zertifikaten nach DWS Total Return Fonds investiert mit dem Ziel, unabhängig von der Marktentwicklung durchgehend positive Renditen zu erzielen, in die unterschiedlichsten Wertpapiere DWS Nachhaltigkeitsfonds investiert in nachhaltig agierende Unternehmen Deka ETF in der Regel ein Indexfonds, der einen Index nachbildet Deka Tab. 1: Anlageklassen der ausgewählten Anbieter mit Erläuterungen (vgl. Raab, 2015, S. 63 ff.) häufig durch die anderen aufgefangen werden. Ein wesentlicher Vorteil für Anleger ist somit die Risikostreuung (vgl. BVI, 2019, S. 5). Außerdem ermöglicht die Investition in einen Investmentfonds den Zugang zu Märkten, die für Privatanleger nur schwer zugänglich sind oder Spezialwissen erfordern (z.B. Aktien in China). Daneben ist auch die Flexibilität, die die Investition in einen Fonds bietet, von Vorteil, denn es besteht die Möglichkeit der Anlage von größeren Einmalbeträgen oder der regelmäßigen Anlage in einen Fondssparplan (vgl. BVI, 2019, S. 5). Die Vorteile haben Sie überzeugt. Risikostreuung ist immer gut und auch die Flexibilität ist für Sie besonders attraktiv. Aber welcher der unzähligen Fonds ist denn nun der richtige? Welche Fondsarten gibt es überhaupt? 2.1. Unterscheidung von Fonds Fonds können anhand verschiedener Kriterien (z.B. Rechtsgrundlange, Anlageklasse, Strategie) unterschieden werden. Nach europäischem Recht werden Fonds in Deutschland grundsätzlich unterteilt in OGAW (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) und AIF (alternative Investmentfonds). OGAW investieren in handelbare (liquide) Finanzprodukte wie beispielsweise in Aktien oder Anleihen. In einen OGAW dürfen im Prinzip alle Personen investieren, deshalb sind sie sehr streng reguliert und müssen zum Beispiel die Investments besonders stark streuen (vgl. Raab, 2015, S. 39/ S. 46). Die meisten Investmentfonds, die für Privatpersonen angeboten werden, sind OGAW. Demgegenüber stehen die AIFs, die alle Fonds bezeichnen, die keine OGAW sind (vgl. Raab, 2015, S. 39). AIFs sind viel flexibler und können auch in nicht liquide Sachwerte investieren. Das Spektrum ist vielfältig und reicht von Immobilien, Flugzeugen und Schiffen über Infrastruktur (z.B. Häfen, Windkraft) bis hin zu Rennpferden oder Diamanten (vgl. Stotz, 2014, S. 1 ff.). Auch hochspekulative Hedgefonds werden häufig als AIF aufgelegt. AIFs richten sich deshalb vor allem an professionelle Anleger oder Anleger mit spezifischem Wissen. Damit sind Sie schon einen Schritt weitergekommen. Ein OGAW ist der richtige Fonds für Sie. Doch die Frage, wel- Fallstudie WiSt Heft 5 · 202158 cher Fonds es genau sein soll, können Sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Um der Entscheidung näher zu kommen, schauen Sie sich an, welche Anlageklassen es gibt. Dazu analysieren Sie die Homepage dreier bekannter Fondsanbieter: der DWS, der Deka und der Union Investment. Diese bieten die folgenden Anlageklassen an: Sie beschließen, sich für den Anfang auf Aktienfonds und Rentenfonds zu konzentrieren und die Strategien dieser Fonds zu analysieren: Ein Aktien- oder Rentenfonds kann in ein bestimmtes Land, eine bestimmte Region (z.B. Deutschland, Lateinamerika) oder in eine bestimmte Branche (z.B. Technologie, Banken) investieren. Daneben sind zahlreiche weitere Strategien möglich. So setzen einige Fonds andere Schwerpunkte und fokussieren sich beispielsweise auf Nachhaltigkeit. Im Hinblick auf die Ertragsverwendung wird zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds unterschieden. Bei ausschüttenden Fonds werden die aufgelaufenen Erträge dem Anleger ausgezahlt, wohingegen thesaurierende Fonds die erwirtschafteten Erträge einbehalten, was dazu führt, dass sich der Anteilswert erhöht (vgl. Raab, 2015, S. 276). Daneben lassen sich Fonds anhand der Art des Fondsmanagements unterscheiden. Bei aktiv verwalteten Fonds trifft der Fondsmanager die Anlageentscheidung. Er entscheidet welche Wertpapiere gekauft oder verkauft werden. Der Erfolg des aktiven Fondsmanagements wird oft an einem Vergleichsindex (z.B. DAX) gemessen. Dessen Rendite zu übertreffen, ist das Ziel des Fondsmanagers. Im Gegensatz dazu versuchen Indexfonds, einen Index, wie z.B. den DAX möglichst genau nachzubilden. Der Fondsmanager selbst trifft keine Anlageentscheidung, sondern orientiert sich an den Veränderungen im Index. Anhand Ihrer bisher gesammelten Informationen über Investmentfonds beschließen Sie, sich auf Europa insbesondere Deutschland zu konzentrieren und nehmen vier Fonds in die engere Auswahl: DWS Aktien Strategie Deutschland, Uni- Deutschland, Deka-BasisStrategie Renten und Deka DAX ˆ UCITS ETF. Nun möchten Sie diese miteinander vergleichen. 3. Dokumente zur Informationsbeschaffung Anlegern oder potenziellen Anlegern stehen zahlreiche Informationen zur Verfügung. Die wichtigsten Dokumente sind das Factsheet, der Verkaufsprospekt, der Halbjahresbzw. Jahresbericht sowie die wesentlichen Anlegerinformationen (wAI, KID oder KIID). 3.1. Factsheet, Verkaufsprospekt, Halbjahres-/ Jahresbericht Das Factsheet unterliegt keinen gesetzlichen Regelungen und wird von den Fondsanbietern als Marketinginstrument verwendet. Es beinhaltet die wichtigsten Eigenschaften des jeweiligen Fonds, wie beispielsweise die Zusammensetzung des Fondsvermögens. Zusätzlich enthält es häufig einen Kommentar des Fondsmanagements. Der Verkaufsprospekt ist ein umfangreiches Dokument und enthält detaillierte Informationen zu verschiedenen Themen, wie zu den beteiligten Akteuren, der Strategie, den Risikohinweisen, den Kosten, der steuerlichen Behandlung oder dem Abschlussprüfer. Der Halbjahres-/Jahresbericht wird halbjährlich-/ jährlich zu einem Stichtag erstellt und enthält eine Vermögensaufstellung, eine Ertrags- und Aufwandsrechnung sowie Informationen über die Ertragsverwendung. Der Jahresbericht wird zudem von einem unabhängigen Prüfer geprüft. (vgl. BVI, 2019, S. 10) 3.2. wesentliche Anlegerinformationen (KID) Die wesentlichen Anlegerinformationen enthalten auf zwei Seiten relevante Informationen für den Anleger. Dabei handelt es sich nicht um ein Marketingdokument, sondern der Inhalt, die Form und die Gestaltung sind gesetzlich vorgeschrieben. Das erhöht die Vergleichbarkeit. Inhaltlich ist das KID in fünf Kategorien gegliedert: Ziele und Anlagepolitik, Risiko- und Ertragsprofil, Kosten, frühere Wertentwicklung und praktische Informationen. Da das KID die für Sie essenziellen Informationen kurz und in einer verständlichen Sprache darstellt, beschließen Sie, die vier Fonds anhand der KIDs miteinander zu vergleichen: a) Ziele und Anlagepolitik Siehe Tab. 2. b) Risiko- und Ertragsprofil Der Synthetische Risiko- und Ertragsindikator (Englisch: Synthetic Risk and Reward Indicator, kurz SRRI) zeigt anhand einer Skala von 1–7, in welcher Risikokategorie der Fonds in der Vergangenheit gelegen hat. Betrachtet werden bei der Berechnung des SRRI die Schwankungen des Anteilspreises der letzten fünf Jahre. Ein Risikoindikator von 2 steht für niedrige Verlustrisiken und gleichzeitig niedrige Ertragschancen, da der Anteilspreis in der Vergangenheit wenig schwankte (Deka-BasisStrategie Renten). Ein Risikoindikator von 6 hingegen steht für hohe Verlustrisiken und gleichzeitig hohe Ertragschancen, da der Anteilspreis in der Vergangenheit stark schwankte (DWS Aktien Strategie Deutschland, UniDeutschland, Deka DAX ˆ UCITS ETF). Rentenfonds sind grundsätzlich eher in einer niedrigen Risikokategorie eingestuft, da sie im Vergleich zu Aktienfonds wesentlich weniger von Kursschwankungen betroffen sind. Da der SRRI europaweit einheitlich berechnet wird, erleichtert er dem Anleger den Vergleich verschiedener Fonds, eine verbindliche Aussage über die zukünftige Wertentwicklung kann jedoch nicht getroffen werden. Vogt/Degen, Aktien, Anleihen, Derivate: Wie entscheide ich mich für den richtigen Fonds? WiSt Heft 5 · 2021 59 DWS Aktien Strategie Deutschland UniDeutschland Deka- BasisStrategie Renten Deka DAX® UCITS ETF Fondsart Aktienfonds Aktienfonds Rentenfonds Indexfonds Anlageziel nachhaltiger Wertzuwachs (Vergleichsindex = HDAX (RI)) langfristiges Kapitalwachstum und marktgerechte Erträge (Vergleichsindex = DAX) mittel- bis langfristiger Kapitalzuwachs durch Zinserträge und Kurssteigerungen exakte Abbildung der Wertentwicklung des DAX Anlageschwerpunkt Anlage in deutsche Standardwerte sowie mittlere und kleinere Titel Anlage in Aktien, die im DAX enthalten sind Anlage in verzinsliche Wertpapiere aus ganz Europa Nachbildung des DAX durch Anlage in deutsche Standardwerte Anlageregion Deutschland Deutschland Europa Deutschland Fondswährung EUR EUR EUR EUR Ertragsverwendung thesaurierend thesaurierend ausschüttend thesaurierend 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 500 Sc hl us sk ur s Datum frühere Wertenwicklung Deka-BasisStrategie Renten UniDeutschland DWS Aktien Strategie Deutschland Deka DAX® UCITS ETF Tab. 2: Ziele und Anlagepolitik der ausgewählten Fonds (vgl. KID des jeweiligen Fonds) Abb. 2: Vergleich der früheren Wertentwicklungen Abb. 1: Darstellung des SRRI im KID (vgl. KID, DWS Aktien Strategie Deutschland) c) Kosten Bei der Investition in einen Investmentfonds fallen je nach Fondsart unterschiedliche Kosten an. Einmalig beim Kauf des Fonds muss der Anleger den Anteilspreis sowie eventuell einen Ausgabeaufschlag/Rücknahmeabschlag zahlen, der als Prozentsatz vom Rücknahmepreis angegeben wird. Daneben fallen jährliche laufende Kosten an. Diese setzen sich zusammen aus der Verwaltungs-, der Verwahrstellenvergütung sowie einem Aufwendungsersatz für weitere anfallende Kosten. Die jährlichen laufenden Kosten werden zugunsten der besseren Vergleichbarkeit in der Gesamtkostenquote (auf Englisch Total Expense Ratio, kurz: TER) zusammengefasst (vgl. BVI, 2019, S. 11). Bei einigen Fonds fallen zusätzlich Gebühren an, wenn die Wertentwicklung des Fonds besonders positiv ist. Diese erfolgsabhängige Vergütung wird auch als „Performance Fee“ bezeichnet (vgl. BVI, 2019, S. 11). Sie vergleichen Ihre ausgewählten Fonds im Hinblick auf die anfallenden Kosten und stellen fest, dass die Kosten sehr stark je nach Anlageklasse variieren. Dabei hat der Deka DAX ˆ UCITS ETF deutlich geringere laufende Kosten als die aktiv gemanagten Fonds. d) frühere Wertentwicklung Zum Schluss vergleichen Sie die frühere Wertentwicklung der Fonds miteinander. Die frühere Wertentwicklung wird Fallstudie WiSt Heft 5 · 202160 DWS Aktien Strategie Deutschland UniDeutschland Deka-BasisStrategie Renten Deka DAX® UCITS ETF einmalige Kosten 5,00% Ausgabeaufschlag 5,00 % Ausgabeaufschlag 1,00% Ausgabeaufschlag 2,00% Ausgabeaufschlag + 1,00% Rücknahmeabschlag laufende Kosten 1,45% 1,15% 0,63% 0,15% erfolgsbezogene Gebühren Keine Keine Keine Keine Tab. 3: Kosten der ausgewählten Fonds (vgl. KID des jeweiligen Fonds) im KID anhand eines Balkendiagramms dargestellt, welches die Entwicklung des Fondsvermögens der letzten zehn Jahre der des Vergleichsindex gegenüberstellt. Um die Wertentwicklung der vier Fonds miteinander zu vergleichen, erstellen Sie ein Diagramm. Anhand der Abbildung erkennen Sie, dass die auf Aktien basierenden Fonds alle einen ähnlichen, über die Jahre hinweg (stark) positiven Trend mit mäßigen/starken Schwankungen aufweisen, wohingegen die Performance (aber auch das Risiko) des Rentenfonds gemäßigter ist. e) praktische Informationen In diesem Absatz erhalten Sie Informationen darüber, wo der Fonds zugelassen wurde und wer für die Regulierung des Fonds zuständig ist. Sie erfahren welchen Gesetzen er unterliegt, welche weiteren Informationen es zu dem Fonds gibt, wo diese zu finden sind und wer die Verwahrstelle ist (vgl. BVI, 2019, S. 14). Sowohl die beiden Aktienfonds als auch der Indexfonds sind in Deutschland zugelassen und werden von der BaFin reguliert. Lediglich der Rentenfonds ist in Luxemburg zugelassen und wird von der Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) reguliert. Jetzt liegen Ihnen alle nötigen Informationen vor. Welcher Fonds ist denn nun der richtige für Sie? Das können nur Sie persönlich beantworten, denn jeder Fonds hat Vor- und Nachteile. Der Rentenfonds ist den geringsten Schwankungen unterworfen, hat aber auch die wenigsten Ertragschancen. Der Indexfonds hat die geringsten Gebühren, wird dafür aber nicht aktiv gemanagt. Die beiden Aktienfonds hatten die beste Wertentwicklung in der Vergangenheit, haben aber auch die höchsten Gebühren und ein relativ hohes Risiko. 4. Zusammenfassung und Ausblick Gerade in Zeiten negativer Zinsen müssen sich Anleger Alternativen zum klassischen Sparbuch suchen. Eine Möglichkeit sind Investmentfonds. Um aus der Fülle an Fonds den für Sie richtigen zu wählen, sollten Sie sich zunächst Ihre Investmentziele klarmachen: Möchten Sie ein hohes Risiko eingehen, oder eher auf Nummer sichergehen? Welche Strategie überzeugt Sie am meisten? Welche Kosten sind damit verbunden? Das sind nur einige Fragen, die Sie sich stellen müssen, um den richtigen Fonds zu finden. Die wesentlichen Anlegerinformationen (KIID), das Factsheet, der Verkaufsprospekt und die Halbjahres- bzw. Jahresberichte helfen Ihnen dabei, diese Fragen zu beantworten. Zum Schluss kommt Ihnen noch eine Idee: Was, wenn Sie Ihren eigenen Fonds auflegen würden? Im Prinzip ist das möglich. Das Entscheidende ist eine Investmentidee und Investoren, die Ihnen vertrauen und in Ihren Fonds investieren würden. Anschließend müssen Sie sich spezialisierte Partner suchen. Hierzu zählen eine Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) und eine Verwahrstelle: Die KVG ist für die Auflage und Verwaltung des Fondsvermögens verantwortlich, hierzu zählt unter anderem die Verantwortung für die Bewertung der Assets im Fonds. Die Verwahrstelle hingegen „verwahrt“ die Gegenstände des Fondsvermögens. Dabei ist das Geld der Anleger im Fonds getrennt vom Vermögen der KVG und der Verwahrstelle. Die Verwahrstelle ist zudem verantwortlich für die Ausgabe und Rücknahme der Fondsanteile. Häufig sind bei der Auflage eines Fonds noch weitere Akteure involviert, etwa Juristen bei der Erstellung des Verkaufsprospektes. Literatur BVI Bundesverband Investment und Asset Management e. V. , Grundlagenbroschüre, 2019, Online im Internet: https://www.bvi.de/fileadmin/user _upload/Bestellcenter/BVI_Grundlagenbroschuere_2019_Web.pdf (11.12.2019). Deka, KID Deka-BasisStrategie Renten, Stand: 27.05.2019, Online im Internet: https://www.deka.de/mms/KID_LU0107368036.pdf (11.12.2019). Deka, KID Deka DAX ˆ UCITS ETF, Stand: 01.02.2019, Online im Internet: https://www.deka-etf.de/etfs/Deka-DAX-UCITS-ETF#downloads (11.12.2019). DWS, KID DWS Aktien Strategie Deutschland, Stand: 19.02.2019, Online im Internet: https://www.dws.de/AssetDownload/Index?assetGuid=f164 b5ab-a836-423a-a124–3f65898ac062&source=DWS (11.12.2019). Raab, W. (Hrsg.), Grundlagen des Investmentfondsgeschäftes, 7. Auflage, Frankfurt am Main 2015. Stotz, Jörg W., Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen: Das Fondsgeschäft – Ein Ausblick unter neuen Rahmenbedingungen, 02–2014, Online im Internet: https://www.hansainvest.com/upload/de/dokumente/news/pre ssespiegel/Zeitschrift_Kreditwesen_Stotz_02_2014.pdf (11.12.2019). UnionInvestment, KID UniDeutschland, Stand: 15.11.2019, Online im Internet: https://www.union-investment.de/Magnolia/Shared/KIID/DE00 09750117-DE/UniDeutschland_DE0009750117-20191115–2-DE.pdf (11.12.2019). Vogt/Degen, Aktien, Anleihen, Derivate: Wie entscheide ich mich für den richtigen Fonds? WiSt Heft 5 · 2021 61 Wohl kein betriebswirtschaftliches Buch steht so für seine Zunft wie der ,Wöhe‘. Für mehrere Generationen von BWL-Studenten ist (und bleibt?) das Buch schlichtweg ein Klassiker. Prof. Dr. Hartmut Werner, in: fachbuchjournal 01/2017, zur Voraufl age ... knapp 1000 Seiten geballtes und erprobtes BWL- Wissen, und das zu einem erstaunlich günstigen Preis. in: Studium 99/2016, zur Voraufl age Das erfolgreichste Standardwerk, wahrscheinlich weltweit ... in: börsenblatt 30/2016, zur Voraufl age Die Grundlagenbildung, die jeder Betriebswirt haben sollte. Dozentenstimme von Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger, zur Voraufl age Für die Vorbereitung der Vorlesung nutze ich natürlich den ‚Wöhe‘. Prof. Dr. Rainer Souren, in: Freies Wort 06.10.2016, zur Voraufl age NUR DER »WÖHE« IST DER »WÖHE« WEIL ER: keine fachlichen Vorkenntnisse voraussetzt. das ganze Fachgebiet der Betriebswirtschaftslehre abdeckt. schwierige betriebswirtschaftliche Entscheidungsprobleme in einfacher Sprache erklärt. mit seinem einprägsamen und modernen Layout sowie rund 800 Abbildungen und Schaubildern punktet. Wöhe Übungsbuch zur Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre 16. Aufl age. 2020. XV, 652 Seiten. Kartoniert. € 24,90 ISBN 978-3-8006-6301-9 vahlen.de/31035212 DAS ÜBUNGSBUCH Wöhe Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre 27. Aufl age. 2020. XXXII, 984 Seiten. Gebunden € 34,90 ISBN 978-3-8006-6300-2 | vahlen.de/31035211 Erhältlich im Buchhandel oder bei: beck-shop.de | Verlag Franz Vahlen GmbH · 80791 München | kundenservice@beck.de | Preise inkl. 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Kartoniert € 9,90 ISBN 978-3-8006-6319-4 Portofreie Lieferung vahlen.de/30908630 Die Textausgabe enthält in einem Band alle im Wirtschaftsleben relevanten Rechtsvorschriften: Allgemeines Zivilrecht Bürgerliches Gesetzbuch (Auszug: Allgemeiner Teil, Recht der Schuldverhältnisse, Sachenrecht) Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz Produkthaftungsgesetz Handelsrecht Handelsgesetzbuch (ohne Seehandelsrecht) UN-Kaufrecht (CISG) Wettbewerbsrecht Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) Preisangabenverordnung Gesellschaftsrecht Aktiengesetz GmbH-Gesetz Genossenschaftsgesetz Partnerschaftsgesellschaftsgesetz Umwandlungsgesetz Insolvenzrecht Insolvenzordnung Kapitalmarktrecht Kreditwesengesetz Wertpapierhandelsgesetz Die 13. Auflage bringt das Werk auf den Rechtsstand vom 1. Oktober 2020. Alle relevanten Wirtschaftsgesetze. Wer zuletzt lacht ... Copyright: Kai Felmy Vorschau auf WiSt Heft 6/2021 Digitale Disruption – Bedeutung, Auswirkungen und Strategien Univ.-Prof. Dr. Bernd W. Wirtz und Paul F. Langer Eine Unternehmensanalyse der Wirecard AG – Geschäftsmodell und mögliche Ansatzpunkte einer Bilanzfälschung Prof. Dr. Mario Straßberger Hurdle-Rates zur Beurteilung von Investitionsvorhaben – Die Erwartungen der Aktionäre als Maßstab zur Investitionsselektion – ein altes Modell neu betrachtet Prof. Dr. Christoph Benz Inflationsentwicklung in Zeiten von Corona Prof. Dr. Ralf Fendel und Frederik Neugebauer, M.Sc. Makroprudenzielle Maßnahmen – Wie viel makroprudenzielle Politik verträgt die Geldpolitik? Prof. Dr. Leef H. Dierks und Melanie Gräßner, M.A. Corona-Pandemie: Menschliche Kontakte als Allmendegut Dipl.-Vw., Dipl.-Finanzw. Peter Mandler 19 Fragen aus 71 Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger Information Overload und Mittel für dessen Bewältigung Prof. Dr. Benjamin Matthies Lieferkettengesetz Dipl.-Hdl. Lars Wächter Corona-Einbruch senkt deutschen Energieverbrauch Dipl.-Vw. Wolfgang Häuser Existenzgründung in Zeiten der Covid-19- Pandemie – Auswirkungen auf die Gründerszene und Fördermöglichkeiten Prof. Dr. Bernhard Plum Fallstudie zur Bewertung und Besteuerung von Betriebsvermögen im Rahmen der Unternehmensnachfolge – Teil 1: Fallbeschreibung und Aufgabenstellung Dr. Sandra Müller-Thomczik und Dr. Christoph Hintzen WiSt Heft 5 · 202164 Praxisnah und verständlich Was Studierende, Examenskandidaten und Praktikerinnen wissen müssen Erhältlich im Buchhandel oder bei: beck-shop.de | Verlag C.H.BECK oHG · 80791 München | kundenservice@beck.de | Preise inkl. MwSt. | 172821 facebook.com/verlagCHBECK linkedin.com/company/verlag-c-h-beck twitter.com/CHBECKRecht Alle wichtigen Steuergesetze schnell und kompakt. Aktuelle Steuertexte 2021 2021. XII, 1755 Seiten. Kartoniert € 9,90 ISBN 978-3-406-76800-2 Neu im Februar 2021 beck-shop.de/31883997 Mit Jahressteuergesetz 2020 Stand 1. Januar 2021 umfangreiche Änderungsgesetze: Der Jahresbestseller für Studium und Praxis Fußnotenhinweisen zu den Anwendungszeiträumen Viel Inhalt für wenig Geld

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Investing in funds is a possibility for investors to avoid the increasing monetary devalution because of negative interest rates for savings. But with so many different funds on offer, choosing the right alternative can be a challenge. In order to make the right investment decision, it is important to be well informed about the offered funds. In this article the process of finding the right fund is described.

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Up-to-date knowlegde of the main topics and proven methods in business and economics research is the key factor for success in both academia and business. Month by month, WiSt delivers this knowledge by presenting and discussing latest trends and current topics on the basis of models from the business and economics sciences.

Language: German.

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Zusammenfassung

Für den Erfolg in Studium und Beruf ist aktuelles und methodisches Wirtschaftswissen das A und O. Die Zeitschrift WiSt liefert dieses Wissen Monat für Monat. Hochaktuelle Wirtschaftsthemen werden vor dem Hintergrund der volks- und betriebswirtschaftlichen Modelle erörtert und diskutiert. So bleiben Sie up-to-date, kennen die brisanten Details und durchschauen schnell komplexe Wirtschaftsstrukturen.

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  • Meinungen können und sollen polarisieren. In der wechselnden Rubrik Standpunkte finden Sie Standpunkte von Experten in Form von Interviews, Kommentaren und Pro-/Contra-Beiträgen.

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