Otmar Issing, 50 Jahre WiSt in:

WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium, page 38 - 39

WIST, Volume 50 (2021), Issue 5, ISSN: 0340-1650, ISSN online: 0340-1650, https://doi.org/10.15358/0340-1650-2021-5-38

Browse Volumes and Issues: WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium

Bibliographic information
Abb. 1: Das Editorial von Paul A. Samuelson aus der ersten WiSt-Ausgabe 1/1972 Standpunkte 50 Jahre WiSt Die WiSt feiert in diesem Jahr bereits ihr 50. Jubiläum. Gründungsherausgeber Otmar Issing blickt in seinem Beitrag auf die Anfänge in den 1970er Jahren zurück. Ein Nobelpreisträger hat schon damals im allerersten Vorwort hervorgehoben, was die Zeitschrift bis heute ausmacht: Die neuesten Forschungserkenntnisse und Strömungen unter Wirtschaftswissenschaftlern sowie Praktikern verständlich auf den Punkt zu bringen. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar Issing ist Präsident des Center for Financial Studies an der Goethe Universität Frankfurt. Er war Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (1998–2006), der Deutschen Bundesbank (1990–1998) sowie Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (1988– 1990). Issing ist einer von zwei Gründungsherausgebern dieser Zeitschrift. Im Januar 1972 erschien das erste Heft von WiSt-Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Zeitschrift für Ausbildung und Hochschulkontakt. Die erste Seite brachte eine Botschaft von Paul A. Samuelson, der im Jahre 1970 den Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten hatte. Er betonte die rasant zunehmende Bedeutung der Mathematik in unseren Fächern und die damit verbundenen Verständnisschwierigkeiten. „A new forum that will hope to bring to the interested student and concerned layman an understandable discussion of the important economic problems of our time is therefore most welcome.“ (Samuelson interessierte sich stets für den Fortgang von WiSt; bei vielen persönlichen Begegnungen fragte er mich immer nach dem Befinden „of our baby“.) Der zitierte Satz Samuelsons, dem wir unsere Konzeption erläutert hatten, fasst prägnant die Mission von WiSt zusammen. Im selben Heft gaben die beiden Herausgeber dazu nähere Erläuterungen. Vorausgegangen war ein Jahr intensiver Vorbereitung. Völlig überraschend hatte sich der Inhaber der Verlage C.H. Beck/Franz Vahlen mit der Frage an mich gewandt, ob ich nicht die Rolle des Herausgebers einer Studienzeitschrift für Wirtschaftswissenschaften übernehmen würde, die im Vahlen-Verlag erscheinen sollte. Dabei muss man wissen, dass bereits seit Jahren die Zeitschrift Jus im Beck-Verlag erschienen war. Sie gehörte für Studierende der Rechtswissenschaft damals zum unentbehrlichen Handwerkszeug und verzeichnete entsprechend eine riesige Auflage. Die beiden Gründungsherausgeber ließen Herrn Beck gegenüber keinen Zweifel offen, dass wegen der völlig anderen Studiensituation an einen vergleichbaren Absatzerfolg nicht zu denken war. Wir waren aber bereit, eine Konzeption für eine neue Zeitschrift zu entwickeln. Ich hatte nach dem ersten Gespräch mit Herrn Beck den kurz zuvor nach Nürnberg berufenen Prof. Dr. Erwin Dichtl gefragt, ob er mit mir das Wagnis der Gründung dieser neuen Zeitschrift eingehen wolle. Das war der Anfang einer über die Jahre fachlich wie persönlich intensiven, fruchtbaren Zusammenarbeit, die auch durch die Berufungen an andere Universitäten nicht beeinträchtigt wurde. WiSt Heft 5 · 202138 Neben vielen Fragen wie der Wahl des Namens, Formats etc. galt es vor allem, die inhaltliche Ausrichtung zu bestimmen. Wie sehr die Verhältnisse im Jahre 1971 sich von denen von heute unterscheiden, sei an zwei Beispielen kurz erläutert. Inzwischen ist der Markt für Lehrbücher kaum mehr überschaubar. Davon konnte damals keine Rede sein. Daher stieß unsere Serie „Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler“ auf große Resonanz. Andere Reihen folgten. Anschließend wurden die Beiträge in erfolgreichen Büchern zusammengefasst. Wie ein Bericht aus anderen Zeiten liest sich auch folgende Erfahrung. Die Konzeption von WiSt verlangte Beschränkung des Umfangs von Beiträgen, vor allem aber eine verständliche Darstellung des behandelten Themas. Um einen erfolgreichen Start zu ermöglichen, wollten wir mit renommierten Namen des Faches beginnen, für zwei damals junge Professoren ein ambitioniertes Vorhaben – nicht zuletzt, weil es nicht nur um eine neue Zeitschrift ging, sondern um eine im Fach bisher unbekannte Form. Erfreulicherweise erhielten wir durchweg Zusagen prominenter Autoren. Es gab aber auch Fälle wie diesen. So erhielt ich von einem der „Großen“ des Faches einen Brief folgenden Inhalts: „Was mir denn einfiele, ihm vorzuschreiben, welchen beschränkten Umfang sein Beitrag aufweisen solle, vor allem aber sei es eine Zumutung von ihm zu verlangen, er solle verständlich schreiben.“ Diese Zeiten liegen lange hinter uns. WiSt dürfte gerade in den Anfangsjahren zu dem nachfolgenden Bewusstseinswandel beigetragen haben. Leider ist mein Kollege und Freund Erwin Dichtl sehr früh verstorben. Mit meinem Wechsel in das Direktorium der Bundesbank habe ich meine Herausgebertätigkeit an Prof. Dr. Norbert Berthold übergeben. Zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. Michael Lingenfelder hat er WiSt erfolgreich weitergeführt. Mit neuen Initiativen haben sie die Zeitschrift inhaltlich und editorisch modernisiert. Die grundsätzliche Ausrichtung ist jedoch dieselbe geblieben, Paul Samuelsons Satz könnte auch über jeder neuen Ausgabe stehen. 50 Jahre sind in einer schnelllebigen Zeit eine beachtliche Zahl. Man darf auf das nächste Jubiläum gespannt sein. Abb. 2: WiSt-Cover 10/1994 Abb. 3: WiSt-Cover 7/2010 Abb. 4: WiSt-Cover 10/2020 Issing, 50 Jahre WiSt WiSt Heft 5 · 2021 39

Zusammenfassung

Die WiSt feiert in diesem Jahr bereits ihr 50. Jubiläum. Gründungsherausgeber Otmar Issing blickt in seinem Beitrag auf die Anfänge in den 1970er Jahren zurück. Ein Nobelpreisträger hat schon damals im allerersten Vorwort hervorgehoben, was die Zeitschrift bis heute ausmacht: Die neuesten Forschungserkenntnisse und Strömungen unter Wirtschaftswissenschaftlern sowie Praktikern verständlich auf den Punkt zu bringen.

References

Abstract

Up-to-date knowlegde of the main topics and proven methods in business and economics research is the key factor for success in both academia and business. Month by month, WiSt delivers this knowledge by presenting and discussing latest trends and current topics on the basis of models from the business and economics sciences.

Language: German.

For more information for authors and subscribers, see http://rsw.beck.de/cms/main?site=WiSt.

Zusammenfassung

Für den Erfolg in Studium und Beruf ist aktuelles und methodisches Wirtschaftswissen das A und O. Die Zeitschrift WiSt liefert dieses Wissen Monat für Monat. Hochaktuelle Wirtschaftsthemen werden vor dem Hintergrund der volks- und betriebswirtschaftlichen Modelle erörtert und diskutiert. So bleiben Sie up-to-date, kennen die brisanten Details und durchschauen schnell komplexe Wirtschaftsstrukturen.

Die Erfolgs-Rubriken der WiSt

  • IM VISIER: Der Leitartikel auf der ersten Inhaltsseite greift ein aktuelles Thema aus dem polit-ökonomischen Bereich auf und analysiert es messerscharf.

  • Fünf wissenschaftliche Beiträge vermitteln Wissen, das so in keinem Lehrbuch zu finden ist.

  • Meinungen können und sollen polarisieren. In der wechselnden Rubrik Standpunkte finden Sie Standpunkte von Experten in Form von Interviews, Kommentaren und Pro-/Contra-Beiträgen.

  • Gesetze, Effekte und Theoreme mit kurzgefassten Erläuterungen schaffen den Durchblick für die Klausuren.

  • Das aktuelle Stichwort erläutert neue Themen und wichtige Wirtschaftsbegriffe.

  • Mit den Informationen für Studium und Beruf bleiben Wirtschaftswissenschaftler am Puls der Zeit.

Ihr Erfolgs-Turbo

Die Zeitschrift WiSt hält Sie in allen Spezialdisziplinen von BWL und VWL auf dem Laufenden. Sie erfahren alles über die aktuellen Forschungsergebnisse und Wirtschaftsthemen, die die Zukunft bestimmen. Das Plus für Studenten: Die WiSt macht fit für die Klausur. Sie erhalten aktuelle Klausurübungen mit entsprechenden Musterlösungen.

Weitere Informationen für Autoren und Abonnenten finden Sie unter http://rsw.beck.de/cms/main?site=WiSt.