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Carsten Deckert, Viola Isabel Nyssen Guillén, Kulturelle Einflüsse auf die nationale Innovationsfähigkeit in:

WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium, page 25 - 31

WIST, Volume 46 (2017), Issue 7-8, ISSN: 0340-1650, ISSN online: 0340-1650, https://doi.org/10.15358/0340-1650-2017-7-8-25

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Kulturelle Einflüsse auf die nationale Innovationsfähigkeit Zusammenhang zwischen den Hofstede-Dimensionen und dem Innovationsindex GII Der Beitrag untersucht den Zusammenhang zwischen den Hofstede-Kulturdimensionen und der Innovationsfähigkeit von Ländern. Dazu wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt und mit bestehenden Forschungsarbeiten verglichen. Insgesamt stimmen die Ergebnisse weitgehend überein: Machtdistanz und Unsicherheitsvermeidung haben einen negativen Einfluss auf die nationale Innovationsfähigkeit. Individualismus, Langzeitorientierung und Nachgiebigkeit weisen einen positiven Zusammenhang auf. Bei Maskulinität lässt sich kein eindeutiger Zusammenhang ermitteln. Prof. Dr. Carsten Deckert ist Professor für Logistik und Supply Chain Management, Mitglied des Senats und Leiter des Forschungsclusters Value Chain Management an der Cologne Business School (CBS). Bevorzugte Forschungsgebiete: Kulturelle Einflüsse auf die nationale Innovationsfähigkeit, Spannungsfelder der Kreativität, Nachhaltige Logistik. Summary: The article analyzes the relationship between the cultural dimensions according to Hofstede and the innovative capability of countries. For this an empirical analysis was undertaken and compared to existing research results. All in all the results largely match: Power Distance and Uncertainty Avoidance have a negative impact on national innovativeness. Individualism, Long-term Orientation and Indulgence show a positive relation towards innovation. For Masculinity no unambiguous relation was found. Stichwörter: Kultur, Innovation, Hofstede-Kulturdimensionen, Innovationsfähigkeit, National Systems of Innovation Viola Isabel Nyssen Guillén, B.A., ist Masterstudentin in International Business – Financial Management und studentische Hilfskraft an der Cologne Business School (CBS). 1. Einleitung Innovationen sind für eine Volkswirtschaft von großer Bedeutung. Die nationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes hängt entscheidend von der Fähigkeit seiner Industrie zur Erneuerung und Verbesserung ihrer Produkte und Services ab (vgl. Porter, 1990, S. 73). Gemäß OECD (2013) bringen Innovationen einen positiven Beitrag im Hinblick auf nachhaltiges Wachstum und fördern Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Innovationsfähigkeit umfasst alle zu schaffenden Voraussetzungen, „damit ein System kontinuierlich – nicht nur punktuell – Innovationen erzeugt“, und kann sich als „mehrdimensionales und vielschichtiges Konstrukt auf Individuen, Unternehmen, Netzwerke und Teams sowie auf ganze Gesellschaften beziehen“ (vgl. Trantow/Hees/Jeschke, 2011, S. 3). In Bezug auf ein Land kann die Innovationsfähigkeit definiert werden als „das Potenzial einer Nation [...], einen Strom kommerziell relevanter Innovatio- WiSt Heft 7–8 · 2017 25 nen zu erzeugen“ (Porter/Stern, 2001, S. 29, eigene Übersetzung) bzw. als „die Fähigkeit eines Landes, langfristig einen Fluss an innovativen Technologien zu erzeugen und zu kommerzialisieren“ (Furman/Porter/Stern, 2002, S. 899, eigene Übersetzung). Dies beinhaltet nicht nur die Anzahl an Inventionen und Innovationen eines Landes, sondern ebenfalls die regulatorischen, politischen und finanziellen Rahmenbedingungen sowie Prozesse des Wissens- und Technologietransfers (vgl. Porter/Stern, 2001, S. 23; OECD, 1997, S. 9). Die Forschung über derartige Systeme wird unter dem Begriff „National Systems of Innovation (NSI)“ geführt. Dieser Forschungsansatz postuliert, dass die nationale Innovationsfähigkeit nicht nur von den reinen F&E- Ausgaben abhängt, sondern auch von Faktoren des Transfers und der Diffusion von Wissen, insbesondere von technologischem Wissen. Hauptakteure sind hierbei nicht nur Unternehmen, sondern auch Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen (vgl. Freeman/Groete, 1997, S. 295 ff.; Lundvall, 1999, S. 62; OECD, 1997, S. 7). Zur Bestimmung der nationalen Innovationsfähigkeit existiert eine Reihe frei verfügbarer Innovationsindizes, in denen Länder nach unterschiedlichen Indikatoren und Kenngrößen gerankt werden. Diese werden meist von supranationalen Institutionen wie der World Intellectual Property Organization (WIPO) oder der Europäischen Kommission erstellt. Folgende bedeutende Innovationsindizes lassen sich ermitteln: ) Global Competitiveness Report (insbesondere der Subindex „Innovation and sophistication factors sub-index“ für innovationsgetriebene Gesellschaften) des World Economic Forum (WEF, 2016) ) Global Innovation Index (GII) von Cornell University, IN- SEAD und der World Intellectual Property Organization (Cornell University/INSEAD/WIPO, 2016) ) Innovationsindikator des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (acatech/BDI, 2015) ) Innovation Union Scoreboard (IUS) der Europäischen Kommission, bis 2009 und seit 2016 wieder unter dem Namen European Innovation Scoreboard (EIS) veröffentlicht (EK, 2015 und 2016) Porter (1990, S. 74) argumentiert, dass die nationale Wettbewerbsfähigkeit unter anderem auf Unterschieden bei nationalen Werten, Kulturen und Historien beruht. Daher soll in diesem Beitrag der Einfluss der Kultur eines Landes auf die nationale Innovationsfähigkeit untersucht werden. 2. Kultur und Kulturdimensionen Kultur ist der Oberbegriff für Wertvorstellungen und Verhaltensnormen, die von den meisten Mitgliedern einer Kulturgruppe geteilt werden. Zwar verändern sich die Werte und Normen dabei ständig, aber diese Veränderungen sind graduell und langsam (vgl. Deckert/Scherer/Nyssen Guillén, 2015, S. 4 ff.). So definieren Hofstede, Hofstede und Minkov (2010, S. 6, eigene Übersetzung) Kultur als „die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Leuten von anderen unterscheidet“. Auf nationaler Ebene können Charakteristika der Kultur durch so genannte Kulturdimensionen gemessen werden. Dazu existieren bereits verschiedene Ansätze, die teilweise mit Befragungsdaten hinterlegt sind (vgl. Deckert/Scherer/ Nyssen Guillén, 2015, S. 5). Die wohl bekannteste dieser Studien ist die von Hofstede. Anfang der 1970er Jahre führte der Managementtrainer Geert Hofstede eine groß angelegte Studie über organisationale Kultur bei über 100.000 Mitarbeitern in 70 nationalen Tochtergesellschaften der Firma IBM durch. Als Ergebnis dieser Studie entwickelte er vier Dimensionen nationaler Kulturen – Machtdistanz, Individualismus, Maskulinität und Unsicherheitsvermeidung. In späteren Forschungsarbeiten erweiterte er diesen Ansatz um zwei weitere Kulturdimensionen – Langzeitorientierung und Nachgiebigkeit (vgl. Hofstede, G./Hofstede, G. J./Minkov, 2010). Hofstedes Forschungen stehen zwar aus verschiedenen Gründen in der Kritik, z. B. statistische Fragwürdigkeit (vgl. Dorfman/ Howell, 1988), Gleichsetzung von Nationen mit Kulturen (vgl. Baskerville, 2003) und Obsoleszenz der Ergebnisse (vgl. Jones, 2007), und durch die GLOBE (Global Leadership and Organizational Behavior Effectiveness) Studie existieren bereits aktuellere Forschungsergebnisse, die auf den Resultaten von Hofstede aufbauen und unter Zusammenarbeit mit 170 Mitarbeitern unterschiedlicher kultureller Herkunft ermittelt wurden (vgl. House et al., 2004; Chhokar/ Brodbek/House, 2008; House et al., 2013). Aber ein Großteil der Forschung mit Bezug zu nationaler Innovationsfähigkeit bezieht sich immer noch auf die Kulturdimensionen nach Hofstede (vgl. Dimension „Speed“ in der Kategorie „Innovation Characteristics“ bei Kumar (2014), die sich mit Innovationsfähigkeit eines Landes befasst). Die sechs Kulturdimensionen dieses Ansatzes sind in Tab. 1 dargestellt und definiert. 3. Stand der Forschung In diesem Kapitel werden die bisherigen Forschungsergebnisse bezüglich der Hofstede-Dimensionen dargestellt. Shane (1992 und 1993) untersucht den Einfluss der Hofstede-Dimensionen auf den Erfindungsreichtum und die Innovationsfähigkeit von 33 Ländern durch Korrelations- und Regressionsanalysen. Um den Erfindungsreichtum zu messen, benutzt er die Anzahl der Patente pro Kopf. Sein Ergebnis ist, dass Individualismus positiv und Machtdistanz negativ mit Erfindungsgeist korreliert, auch nachdem die Kontrollvariable Wohlstand eingeführt wurde (vgl. Wissenschaftliche Beiträge WiSt Heft 7–8 · 201726 Kulturdimension Definition Machtdistanz (Power Distance) das Ausmaß, in dem weniger mächtige Mitglieder von Institutionen oder Organisationen innerhalb eines Landes eine ungleichmäßige Machtverteilung erwarten und akzeptieren Individualismus vs. Kollektivismus (Individualism vs. Collectivism) Individualismus: Gesellschaften, in denen die Beziehungen zwischen Individuen lose sind: es wird erwartet, dass jeder sich um sich selbst und um seine Familie kümmert Kollektivismus: Gesellschaften, in denen Leute von Geburt an in starke, geschlossenen Ingroups integriert sind, die während des gesamten Lebens Schutz gewähren als Gegenleistung für bedingungslose Loyalität Maskulinität vs. Femininität (Masculinity vs. Femininity) Maskulinität: Gefühlsmäßige Geschlechterrollen sind deutlich verschieden ausgeprägt. Femininität: Gefühlsmäßige Geschlechterrollen überlappen. Unsicherheitsvermeidung (Uncertainty Avoidance) das Ausmaß, in dem die Mitglieder einer Kultur sich durch mehrdeutige und unbekannte Situationen bedroht fühlen Langzeitorientierung vs. Kurzzeitorientierung (Long-term Orientation vs. Short-term Orientation) Langzeitorientierung: die Förderung von Tugenden, die auf zukünftige Belohnungen ausgerichtet sind – insbesondere Beharrlichkeit und Sparsamkeit Kurzzeitorientierung: die Förderung von Tugenden, die auf die Vergangenheit oder Gegenwart ausgerichtet sind – insbesondere Respekt für Tradition, Wahrung des „Gesichts“ und Erfüllung sozialer Verpflichtungen Nachgiebigkeit vs. Beherrschung (Indulgence vs. Restraint) Nachgiebigkeit: eine Tendenz, die es erlaubt, die grundlegenden und natürlichen menschlichen Bedürfnisse in Bezug zu Lebensgenuss und Spaßhaben relative frei auszuleben Beherrschung: eine Überzeugung, dass eine solche Befriedigung durch strikte soziale Normen gezügelt und reguliert werden sollte Quelle: Hofstede, G., Hofstede, G. J. Minkov, 2010, S. 61, 92, 140, 191, 239 & 281 (eigene Übersetzung). Tab. 1: Definition der Hofstede-Kulturdimensionen Shane 1992). Um die Innovationsfähigkeit eines Landes zu messen, verwendet Shane (1993) die Anzahl der Handelsmarken pro Kopf. Auch hier findet er einen positiven Zusammenhang zu Individualismus und einen negativen Zusammenhang zu Machtdistanz sowie zusätzlich zu Unsicherheitsvermeidung. Für die Kulturdimension Maskulinität kann kein signifikantes Verhältnis aufgezeigt werden. Kontrollvariablen sind hierbei nationale Unterschiede in industriellen Strukturen und Pro-Kopf-Einkommen. Kaasa und Vadi (2008) benutzen Kennzahlen zur Patentintensität als Indikator für die Innovationsfähigkeit. Als Indikatoren für die Kulturdimensionen verwenden sie Kenngrößen aus dem European Social Survey (vgl. Jowell et al., 2003), da sie die Messwerte bei Hofstedes Indizes problematisch finden. Sie untersuchen nur Länder der Europäischen Union und kommen durch Korrelationsanalyse auf eine positive Beziehung zwischen Individualismus und Innovationsfähigkeit und auf einen negativen Zusammenhang für Machtdistanz, Maskulinität und Unsicherheitsvermeidung. Sun (2009) scheint der Erste zu sein, der einen Innovationsindex als Indikator für Innovationsfähigkeit benutzt, nämlich den National Innovation Capability Index von Porter & Stern (2001). Er setzt Korrelationsanalysen und Strukturgleichungsmodelle (SEM) ein und beobachtet ein positives Verhältnis zwischen Individualismus und Innovation, ein negatives Verhältnis zu Machtdistanz und Unsicherheitsvermeidung und kein nachweisbares Verhältnis für Maskulinität. Halkos und Tzeremes (2013) benutzen das European Innovation Scoreboard (EIS) aus dem Jahr 2007, das ausschließlich Europäische Länder beinhaltet, und verwenden als statistische Methode die Data Envelop Analysis (DEA). Sie finden heraus, dass Machtdistanz, Maskulinität und Unsicherheitsvermeidung einen negativen Einfluss auf die Innovationsfähigkeit haben. Der Kulturdimension Individualismus kann kein signifikanter Einfluss nachgewiesen werden. Efrat (2014) untersucht den Einfluss von Hofstedes Kulturdimensionen auf Innovationsoutputs. Als Indikatoren für letzteres benutzt sie Patente, wissenschaftliche und technische Artikel und Hightech-Exporte. Es werden 35 wirtschaftlich entwickelte Länder durch Korrelationsanalyse und Strukturgleichungsmodelle (SEM) untersucht. Die Daten stammen aus den Jahren 1998, 2003 und 2007. Als Kontrollvariable benutzt sie Forschungs- und Entwicklungskosten. Ihr Ergebnis ist, dass Unsicherheitsvermeidung einen negativen Zusammenhang und dass Individualismus und Maskulinität – je nach untersuchtem Indikator – sowohl positive als auch negative Zusammenhänge zu Innovationsfähigkeit aufweisen. Busse (2014) scheint der einzige zu sein, der den Einfluss aller sechs Hofstede-Dimensionen untersucht. Als Indikatoren für Innovationsfähigkeit nimmt er die Anzahl von Patenten, Ausgaben für Forschung und Entwicklung und den Innovationsindikator des BDI. Er findet eine positive Korrelation zwischen der Innovationsfähigkeit und Individualis- Deckert/Nyssen Guillén, Kulturelle Einflüsse auf die nationale Innovationsfähigkeit WiSt Heft 7–8 · 2017 27 Kulturdimension Korrelation zum Global Innovation Index (GII) Machtdistanz -0,61*** Individualismus 0,68*** Maskulinität -0,05 Unsicherheitsvermeidung -0,30* Langzeitorientierung 0,42*** Nachgiebigkeit 0,27* Quelle: Eigene Berechnungen. Tab. 2: Ergebnisse der Rangkorrelationsanalyse zwischen den Dimensionen nationaler Kultur von Hofstede und dem GII mit Signifikanzniveaus (*** für p < 0,001; ** für p < 0,01; * für p < 0,05) mus, Langzeitorientierung und Nachgiebigkeit, eine negative Korrelation zu Machtdistanz und keine signifikante Korrelation für Maskulinität und Unsicherheitsvermeidung. 4. Empirische Untersuchung Um den kulturellen Einfluss auf die nationale Innovationsfähigkeit zu untersuchen, wurde von den Autoren eine eigene Datenanalyse durchgeführt. Dabei kamen die Kulturdimensionen nach Hofstede und der Global Innovation Index (GII) zum Einsatz. Die Werte der Dimensionen nationaler Kultur von Hofstede stammen von der Internetseite von Geert und Gert Jan Hofstede. Dort werden die neusten Daten tabellarisch zur Verfügung gestellt (vgl. Hofstede, G./Hofstede, G. J., 2015). Gründe für die Auswahl des GII waren die durchgängige Datenverfügbarkeit über mehrere Jahre, die einfließenden Kenngrößen, die abgedeckten Länder und die Neutralität der involvierten Herausgeber. Die Werte des GII stammen von Frau Alexandra Bernard, Projekt Manager von The Global Innovation Index, Cornell University (E-Mail von A. Bernard vom 26.09.2014). Die bereitgestellten Daten des GII beinhalten Werte der Jahre 2009 bis 2014. Im Jahr 2010 wurde die Struktur des GII bedeutend verändert (INSEAD, 2010 und 2011), weshalb die direkte Vergleichbarkeit der Daten ab 2011 mit den Jahren davor nicht gegeben ist. Es werden daher die Daten der Jahre 2011 bis 2014 benutzt. Da es zwischen den Rankings dieser Jahre keine nennenswerten Veränderungen gegeben hat (Cornell University/INSEAD/WIPO, 2014, S. 8–10), konnte aus den Werten der Jahre 2011 bis 2014 der Mittelwert gebildet werden. Der GII stellt mehr Länderdaten zur Verfügung als Hofstede, weshalb für die Untersuchung des Einflusses von Kultur auf die Innovationsfähigkeit nur die Daten der 95 übereinstimmenden Länder benutzt werden konnten. Der GII und Hofstede benutzen verschiedene Methoden und Skalen, um die Werte der einzelnen Länder zu bestimmen. Durch die unterschiedlichen Maßsysteme können die Werte nicht direkt miteinander verglichen werden. Da es sich hierbei um eine erste Untersuchung handelt und eine Regressionsanalyse nicht angewendet werden darf, da die Kulturdimensionen untereinander korrelieren (vgl. Kaasa/ Vadi, 2008), wird die Korrelationsanalyse benutzt. Für die vorliegende Auswertung wurde der Rangkorrelationskoeffizient nach Spearman, der für mindestens ordinalskalierte Daten einsetzbar ist (vgl. Bucher et al., 2003, S. 98–105), ausgewählt. Eine Ordinalskala rechnet mit den Rangplätzen, die den Messwerten zugeordnet wurden, und gibt dabei lediglich Auskunft darüber, ob ein Wert größer oder kleiner als ein anderer ist. D.h. die Abstände zwischen den Werten bleiben unberücksichtigt (vgl. Hoffmeister, 2008, S. 286; Zöfel, 2001, S. 126). Eigenschaften des Rangkorrelationskoeffizienten sind seine Unabhängigkeit von den Maßsystemen der Variablen und seine abschwächende Wirkung auf Ausreißer (vgl. Sachs, 1992, S. 510 f.). Die Berechnung wird mit Hilfe der Programmiersprache „R“ durchgeführt. R ist ein computergestütztes System für statistische Berechnungen und graphische Darstellungen (vgl. Kleiber/Zeileis, 2008, S. 15). Um zu ermitteln, ob die Ergebnisse der Rangkorrelation signifikant sind, gibt die Funktion in R, zusätzlich zum Wert der Rangkorrelation, das Signifikanzniveau bzw. den p- Wert an. Der p-Wert ist die Irrtumswahrscheinlichkeit, d. h. ein Maß dafür, ob die Nullhypothese abgelehnt werden kann. Ist der p-Wert hinreichend klein (kleiner als 5 %, 1 % oder 0,1 %), gilt das Ergebnis als statistisch signifikant (vgl. Hackl, 2005, S. 78). Dieser Arbeit wurde ein p-Wert kleiner als 5 % zugrunde gelegt. 5. Ergebnisse und Interpretation Die Ergebnisse der Rangkorrelationsanalyse zwischen den Dimensionen nationaler Kultur von Hofstede und dem GII sind in Tab. 2 dargestellt. Hofstedes Kulturdimension Machtdistanz korreliert negativ mit dem GII, d. h. die Innovationsfähigkeit steigt mit sinkender Machtdistanz. Dieses Ergebnis ist in Übereinstimmung mit allen anderen analysierten Autoren außer Efrat (2014). Eine hohe Machtdistanz drückt sich u. a. durch paternalistisches Management in Unternehmen und geringe Eigenständigkeit der Mitarbeiter aus (vgl. Hofstede, G., 1983, S. 51; Hofstede, G., 1984, S. 89), die die Innovationsfähigkeit hemmen. Verteilte Machtstrukturen und Eigeninitiative der Mitarbeiter führen dagegen zu informellem Informationsaustausch und unternehmerischer Aktivität, die die Innovationsfähigkeit fördern (vgl. Shane, 1992, S. 31–33). Die Hofstede-Dimension Individualismus korreliert positiv mit dem GII, d. h. die Innovationsfähigkeit steigt mit steigendem Individualismus. Dieses Ergebnis findet sich ebenfalls bei Shane (1992 und 1993), Kaasa/Vadi (2008), Sun Wissenschaftliche Beiträge WiSt Heft 7–8 · 201728 (2009) und Busse (2014). Individualistische Kulturen zeichnen sich durch einen Fokus auf Eigeninteresse und Selbstverwirklichung sowie dem Vorzug von Aufgabenerfüllung vor Beziehung aus (Hofstede, G., 1984, S. 86). Außerdem sind in individualistischen Kulturen Freiheit und Herausforderung wichtig (vgl. Hofstede, G., 1983, S. 54). Die Freiheit, Entscheidungen zu treffen, ist bedeutend, um innovationsfähig zu sein. In individualistischen Kulturen werden Erfolge und Engagement finanziell oder durch Selbstverwirklichung belohnt und Erfinder und Innovatoren entsprechend incentiviert (vgl. Shane, 1992, S. 34). Für die Kulturdimension Maskulinität gibt es kein signifikantes Ergebnis. Dies stimmt mit den Ergebnissen von Shane (1993), Sun (2009) und Busse (2014) überein und spiegelt sich in den uneinheitlichen Ergebnissen von Efrat (2014) wider. Maskulinität kann die Innovationsfähigkeit fördern, denn maskuline Kulturen legen Wert auf Leistung und Errungenschaften. Konflikte werden ausgefochten, und Bestimmtheit wird geschätzt (Busse, 2014, S. 94). Hofstede (2003) zeigt, dass leistungsbezogene Anerkennung und Belohnung und ein kontinuierliches Training der Mitarbeiter Eigenschaften innovativer Unternehmen sind. Andererseits kann aber auch Femininität die Innovationsfähigkeit fördern. In femininen Kulturen werden Allianzen und Netzwerke geschätzt. Netzwerke sind wichtig, um globale Wettbewerbsvorteile zu erzielen und die eigene Innovationsfähigkeit zu verbessern (vgl. Efrat, 2014, S. 16–18). Die Kulturdimension Unsicherheitsvermeidung korreliert negativ mit dem GII, d. h. die Innovationsfähigkeit steigt mit sinkender Unsicherheitsvermeidung. Dieses Ergebnis stimmt mit den Ergebnissen von Shane (1993), Kaasa/Vadi (2008), Sun (2009), Halkos/Tzeremes (2013) und Efrat (2014) überein. Kulturen mit hoher Unsicherheitsvermeidung legen Wert auf Präzision durch Formalisierung, Standardisierung und Ritualisierung (vgl. Hofstede, G., 1984, S. 92) und das strikte Einhalten von Regeln (vgl. Hofstede, G., 1983, S. 53). Sie können als risikoavers bezeichnet werden (vgl. Sun, 2009, S. 355) und sind resistenter gegen- über Innovationen, da Innovationen mit Veränderung und Unsicherheit einhergehen (vgl. Shane, 1993). In Kulturen mit geringer Unsicherheitsvermeidung können Regeln aus pragmatischen Gründen gebrochen werden, Konflikte sind etwas Natürliches, und mehrdeutige Situationen werden als interessant angesehen (vgl. Hofstede, G., 1984, S. 92; Kaasa/Vadi, 2008, S. 8). Insgesamt sind Nationen mit geringer Unsicherheitsvermeidung besser bei der Erfindung neuer Produkte und Nationen mit hoher Unsicherheitsvermeidung besser bei der Implementierung von Produkten (vgl. Hofstede, G./Hofstede, G. J./Minkov, 2010, S. 217). Hofstedes Kulturdimension Langzeitorientierung korreliert positiv mit dem GII, d. h. die Innovationsfähigkeit steigt mit steigender Langzeitorientierung. Dieses Ergebnis stimmt mit dem Ergebnis von Busse (2014) überein. Bei den anderen Autoren wird diese Dimension nicht untersucht. Kulturen mit hoher Langzeitorientierung schätzen die Werte Sparsamkeit, harte Arbeit und Beharrlichkeit (vgl. Hofstede, G./Minkov, 2010, S. 502), d. h. sie können die Bedürfnisbefriedigung zugunsten zukünftiger Errungenschaften wie Erfindungen oder innovativer Geschäftsmodelle aufschieben. Langzeitorientierung ist außerdem positiv mit wirtschaftlichem Wachstum korreliert (vgl. Busse, 2014, S. 94). Die Kulturdimension Nachgiebigkeit korreliert positiv mit dem GII, d. h. die Innovationsfähigkeit steigt mit steigender Nachgiebigkeit. Dieses Ergebnis stimmt ebenfalls mit dem Ergebnis von Busse (2014) überein, der diese Dimension als einziger der analysierten Autoren einbezieht. In Kulturen mit hoher Nachgiebigkeit sind Vorgesetzte kooperativ, und Mitarbeiter werden ermutigt, kreativ zu sein. In beherrschenden Kulturen hingegen haben Vorgesetzte einen autokratischen Führungsstil, und Mitarbeiter sind daher tendenziell weniger kreativ (vgl. Busse, 2014, S. 94). In Tab. 3 sind die Ergebnisse der eigenen Berechnungen den Ergebnissen der anderen Autoren noch einmal vergleichend gegenübergestellt. 6. Fazit Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Ergebnisse der bisherigen Forschungen weitgehend übereinstimmen. Der Einfluss der Dimension Maskulinität gibt dabei das uneinheitlichste Bild ab: Während Shane (1993), Sun (2009) und Busse (2014) keinen Zusammenhang feststellen können, finden Kaasa/Vadi (2013) und Halkos/Tzeremes (2008) einen negativen Einfluss. Efrat (2014, S. 16–18) dagegen stellt einen positiven Zusammenhang zwischen Patenten und Maskulinität fest, der über die Leistungsorientierung bei Maskulinität erklärt werden könnte, und einen negativen Zusammenhang zwischen wissenschaftlichen und technischen Artikeln und Maskulinität. Der negative Zusammenhang kann mit der heutzutage hohen Bedeutung von Kooperation und Networking bei wissenschaftlichen Arbeiten erklärt werden, die durch erhöhte Femininität begünstigt werden (vgl. Efrat, 2014, S. 18; Kaasa/Vadi, 2008, S. 10 f.). Der Einfluss von Langzeitorientierung und Nachgiebigkeit wurde bisher nur von Busse (2014) untersucht. Die Ergebnisse stimmen mit den eigenen Berechnungen der Autoren unter Verwendung des Global Innovation Index (GII) überein. Generell können die bestehenden Unterschiede der Ergebnisse durch Unterschiede bei den verwendeten statistischen Methoden, bei den einbezogenen Kulturdimensionen, bei den einbezogenen Ländern, bei den untersuchten Zeiträumen sowie bei den verwendeten Messgrößen für die nationale Innovationsfähigkeit entstanden sein. Deckert/Nyssen Guillén, Kulturelle Einflüsse auf die nationale Innovationsfähigkeit WiSt Heft 7–8 · 2017 29 Machtdistanz Individualismus Maskulinität Unsicherheitsvermeidung Langzeitorientierung Nachgiebigkeit Shane 1992 - + n/a n/a n/a n/a Shane 1993 - + 0 - n/a n/a Kaasa & Vadi 2008 - + - - n/a n/a Sun 2009 - + 0 - n/a n/a Halkos & Tzeremes 2013 - 0 - - n/a n/a Efrat 2014 0 + / - + / - - n/a n/a Busse 2014 - + 0 0 + + Eigene Berechnungen - + 0 - + + 0: kein signifikantes Ergebnis +: positiver Zusammenhang -: negativer Zusammenhang n/a: nicht verfügbar Quelle: Shane, 1992 und 1993; Kaasa/Vadi, 2008; Sun, 2009; Halkos/Tzeremes, 2013; Efrat, 2014; Busse, 2014 und eigene Berechnungen. Tab. 3: Zusammenhang zwischen Hofstedes Kulturdimensionen und Innovationsfähigkeit: Ergebnisse im Vergleich Aufgrund der vorhandenen und teilweise nicht ganz unberechtigten Kritik an den Kulturdimensionen nach Hofstede, stellt sich abschließend die Frage, inwieweit eine Bewertung auf dieser Basis noch zeitgemäß ist. Zukünftige Forschungsarbeiten sollten daher verstärkt auf die Ergebnisse der GLOBE-Studie fokussieren. Hierzu existieren bereits erste Auswertungen von Rossberger & Krause (2012 und 2013), Taylor & Wilson (2012) sowie Deckert, Scherer & Nyssen Guillén (2015). Bei der Verwendung der Ergebnisse der GLOBE-Studie kommt allerdings eine weitere Erschwernis in der Interpretation hinzu: Die GLOBE-Studie ermittelt für jede Kulturdimension nicht nur einen Istwert (Practice Scale, d. h. wie die Dimension ausgeprägt ist), sondern auch einen Sollwert (Value Scale, d. h. wie die Dimension nach Meinung der Befragten ausgeprägt sein sollte). Außerdem bereitet die Vergleichbarkeit mit den Hofstede-Dimensionen Schwierigkeiten, da die Dimensionen der beiden Ansätze auch bei gleichlautenden Namen in ihrer Ausprägung nicht identisch sind. Dies sind die wesentlichen Herausforderungen, denen sich zukünftige Forschungsarbeiten werden stellen müssen. Literatur acatech = Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e. V., BDI = Bundesverband der Deutschen Industrie e. V., Innovationsindikator 2015, 2015, Online im Internet: URL: http://www.innovationsindikator.de/file admin/2015/PDF/Innovationsindikator_2015_Web.pdf (Abrufdatum: 07.10.2016). Baskerville, R. F., Hofstede Never Studied Culture, in: Accounting, Organizations and Society, Vol. 28 (2003), S. 1–14. Bucher, B., Meier-Sofrian, W., Meyer, U., Schlick, S., Statistik: Grundlagen, Beispiele und Anwendungen gelöst mit Excel, Zürich 2003. Busse, R., Is Culture Driving Innovation? A Multi-National Quantitative Analysis, in: Human Systems Management, Vol. 33 (3) (2014), S. 91–98. 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Abstract

The article analyzes the relationship between the cultural dimensions according to Hofstede and the innovative capability of countries. For this an empirical analysis was undertaken and compared to existing research results. All in all the results largely match: Power Distance and Uncertainty Avoidance have a negative impact on national innovativeness. Individualism, Long-term Orientation and Indulgence show a positive relation towards innovation. For Masculinity no unambiguous relation was found.

Zusammenfassung

Der Beitrag untersucht den Zusammenhang zwischen den Hofstede-Kulturdimensionen und der Innovationsfähigkeit von Ländern. Dazu wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt und mit bestehenden Forschungsarbeiten verglichen. Insgesamt stimmen die Ergebnisse weitgehend überein: Machtdistanz und Unsicherheitsvermeidung haben einen negativen Einfluss auf die nationale Innovationsfähigkeit. Individualismus, Langzeitorientierung und Nachgiebigkeit weisen einen positiven Zusammenhang auf. Bei Maskulinität lässt sich kein eindeutiger Zusammenhang ermitteln.

References

Abstract

Up-to-date knowlegde of the main topics and proven methods in business and economics research is the key factor for success in both academia and business. Month by month, WiSt delivers this knowledge by presenting and discussing latest trends and current topics on the basis of models from the business and economics sciences.

Language: German.

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Zusammenfassung

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